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Aktualisiert: vor 6 Stunden 19 Minuten

Stressfrei und ohne Druck

Do, 07/04/2019 - 06:30

Unter dem Titel »Identität und Dialog« fand Ende Juni an der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) ein Blockseminar im Bereich der Missions- und Religionswissenschaft statt. An drei Tagen wurde in verschiedenen Referaten, Beiträgen und Auslegungen die Begegnung von Religionen am Beispiel des Judentums, Christentums und des Islams beleuchtet.

Dem Gegenüber aufrichtig und einfühlsam begegnen

»Es entgeht uns etwas ganz Wesentliches, wenn wir Dinge nur von außen sehen«, sagte Andreas Feldtkeller zum Auftakt seines ersten Vortrags. In zwei Vorträgen legte der promovierte evangelische Theologe dar, wie Christentum und Islam einander begegnen können und wie die Frage der Mission im Umgang dieser beiden Weltreligionen und auch mit dem Judentum zu betrachten ist. Der Professor für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Berliner Humboldt-Universität beschreibt in seinen Vorträgen, wie eine fundierte Begegnung zwischen den Religionen stattfinden kann, die aus einem anspruchsvollen Dialog erwächst. Das fordere von den Beteiligten Klarheit über die Sichtweise zur eigenen Religion. Nur der sei in der Lage, einer anderen Religion aufrichtig und einfühlsam zu begegnen, der gegenüber der eigenen Religion in gewissem Maße eine kritisch-selbstkritische Haltung einnehmen könne. Je stärker die eigene Religion mit allen Überlieferungen loyal vertreten werde, desto stärker sei die Gefahr, das Gegenüber verzerrt wahrzunehmen und in der Kritik sogar »falsch Zeugnis wider den Nächsten« zu verbreiten.

Im Blick auf die sogenannte »missio dei«, wie die »Sendung Gottes« in der Theologie bezeichnet wird, führe diese Grundhaltung dazu, dass der Begriff des »Missionsobjektes« heute als unpassend bezeichnet und daher nicht mehr verwendet werde. »Gott bestimmt nicht Menschen zu Objekten anderer«, betont Feldtkeller und lädt als Konsequenz daraus zu einem sehr sensiblen Umgang mit den beiden anderen Religionen, Judentum und Islam, ein. So könne auch dem Islam gegenüber nicht einfach der »Glaube an denselben Gott« bestritten werden, nur weil der islamische Gottesglaube nicht trinitarisch sei. Eine aufmerksame Koranlektüre zeige »unbestreitbar« viele Berührungen mit dem Gott Israels und dessen Volk, deshalb sei die These, dass Muslime nicht an denselben Gott glauben, »nur um den Preis zu haben, dass der Gott Israels nicht der Gott der Christen ist«.

Den anderen nicht als Objekt ansehen

Wie Christen »stressfrei« und »ohne den anderen unter Druck zu setzen« Zeugnis geben können, beschrieb Harald Rückert in seinem Beitrag. Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für Deutschland führte in den Inhalt und die Bedeutung des 2011 verabschiedeten Dokuments »MissionRespekt – Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt« ein. Diese vom Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog (PCID), der Evangelischen Weltallianz (WEA) und dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) gemeinsam verfasste Verlautbarung sei bis hinein in Gemeinden und Gruppen eine gute Grundlage, um über Fragen von Mission und Evangelisation Klarheit zu gewinnen.

So werde darin eine Sprache vermieden, die »den anderen als Objekt sieht, auf dessen Veränderung hin ich aktiv sein müsste«. Vielmehr werde darin eine Sprache verwendet, die »die Haltungen, Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen bei denjenigen beschreibt, die sich in die ›missio dei‹ einbezogen wissen als Teil der Sendung Gottes«. Christen hätten so den Auftrag, ihren Glauben zu bezeugen, »aber die Wirkung dieses Zeugnisses ist nicht mehr unsere Sache«, so Rückert. Und weiter: »Das setzt uns frei, aber es setzt uns auch frei, dem anderen die Freiheit zu belassen – und es macht uns frei von einem riesengroßen Druck«.

Dialog praktisch: Der Rat der Religionen

In der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend wurde es dann praktisch. Der sich in der Stadt Reutlingen bildende neue »Rat der Religionen« wurde vorgestellt. Ziel dieses Rates ist die Verbesserung des Dialogs zwischen den Religionsgemeinschaften in der Stadt mit gut 100.000 Einwohnern. Auf dem Podium saßen neben der Moderatorin und EmK-Historikerin Ulrike Schuler die Leiterin des Amtes für Integration der Stadt Reutlingen, Sultan Braun, sowie Lena Zoller von der Stiftung Weltethos und der Islambeauftragte im Evangelischen Kirchenbezirk Reutlingen, Frieder Leube. Die in ihrer Zielsetzung vorgestellte Satzung soll dazu verhelfen, den Dialog zwischen den Religionen in der Stadt noch zu verbessern.

Das Gremium soll »eine wichtige Funktion als Brückenbauer zwischen den Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft« einnehmen, erläuterte Frieder Leube den Anspruch dieser neuen örtlichen Institution des interreligiösen Dialogs. Außerdem gehe es darum, das lokale Miteinander der Religionen zu fördern »und bestehende Vorurteile und Konkurrenzdenken zwischen den verschiedenen Religionsgemeinden abzubauen«, so Sultan Braun, die seit 18 Jahren bei der Stadt für Integrationsfragen zuständig ist. Denn es lebten in Reutlingen Menschen aus 135 verschiedenen Ländern und rund 40 Prozent der Bürger hätten einen Migrationshintergrund. Nachdem die Satzung steht, soll das Gremium noch im laufenden Jahr installiert werden. Damit könnte gezeigt werden, dass Religion die Menschen nicht trenne, sondern verbinde.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Video-Zusammenfassung des Blockseminars
Internetpräsenz »MissionRespekt«
Dokument »MissionRespekt«

Zur Information
Das Blockseminar im Bereich der Missions- und Religionswissenschaft wird alle drei Jahre von der THR mit prominenten Rednern durchgeführt. Dieses Jahr fand es in Zusammenarbeit mit einer Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche aus den USA statt, die sich »ökumenische und interreligiöse Ausbildung« (United Methodist Ecumenical and Interreligious Training, UMEIT) zum Thema gemacht und die Veranstaltung in Reutlingen finanziell unterstützt hat . UMEIT veranstaltet jedes Jahr eine solche Tagung in einer der Regionen der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche. Für dieses Jahr war Europa ausgewählt, weshalb bei der Tagung auch Personen des Colleges der Kirche des Nazareners aus dem englischen Manchester teilnahmen.
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie.
www.th-reutlingen.de

Warum Vertrauen und Zweifel zusammengehören

So, 06/23/2019 - 06:26

Beim heute zu Ende gehenden 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag war auch Jim Winkler aus den USA zu Gast. Er gehört der Evangelisch-methodistischen Kirche an und ist Präsident und Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates in den Vereinigten Staaten von Amerika. Während des Kirchentags hielt er am Freitag eine Bibelarbeit.

Eigentlich unerträglich – für die Juden zentral

»Die Organisatoren des international bekannten Kirchentags haben Humor«, eröffnete der aus Washington angereiste Methodist seine Bibelarbeit. Die Deutschen hätten doch genug berühmte Theologen wie Rahner, Moltmann, Tillich, Soelle und Bultmann. Und ausgerechnet ein Amerikaner solle mit der Auslegung zur Opferung Isaaks im Buch 2. Mose 22,1-19 einen der schwersten biblischen Texte des Alten Testaments auslegen.
Er schlug vor, den Text »eher als einen Test zu betrachten als einen Elternteil anzunehmen, der vorhatte, sein Kind wirklich zu opfern«. Mit einem Bogen in die Moderne gewinne die Geschichte für ihn allerdings eine neue Bedeutung: »Wenn ich an die afrikanischen und mittelamerikanischen Familien denke, die in einer so verzweifelten Situation leben, dass sie ihre unbegleiteten Kinder nach Europa und in die Vereinigten Staaten schicken, tun sie das mit dem Versprechen eines besseren Leben«, erklärt Winkler. Ihre Kinder böten sie dabei als »eine Art Opfer« an. Beides, sowohl die damals geplante Opferung Isaaks als auch die Weggabe minderjähriger Kinder auf eine lebensgefährliche Reise, sei nach unserer Auffassung »unerträglich«. Für die Juden sei die Geschichte allerdings ein zentraler Teil ihrer Bibel.

Der Zweifel bleibt Wegbegleiter

Viele jüdische Gelehrte glaubten, dass der Text das herausragende Modell des Martyriums veranschauliche. Es gehe um die Bereitschaft, »sein Leben für Gott aufzugeben«. Andere würden in diesem Abschnitt die Barmherzigkeit Gottes am Werk sehen. Christen wiederum könnten darin »eine Vorahnung von Gottes Opfer Jesu« entdecken. Übereinstimmung zwischen Juden und Christen findet sich in der Überzeugung, dass Abrahams Gehorsam gegenüber Gott bewundernswert ist. Die Tiefe seines Glaubens an Gott mache ihn bereit, diesen Glauben über seinen eigenen Sohn zu stellen. Dieser Art von Glauben sollten Räume im eigenen Leben eröffnet werden. »Vielleicht«, so Winkler, »ist es eine wesentliche Lektion, die wir aus diesem Abschnitt lernen können, dass es Dinge gibt, für die es sich lohnt zu sterben. Allerdings müsse immer unterschieden werden, ob es sich wirklich lohne, dafür zu sterben, oder ob die Ansichten korrigiert werden müssten. In Anlehnung an ein Buch, bot Winkler mit drei Regeln an, eine Unterscheidung der eigenen Motive zu erzielen. Danach hätten die Bedürfnisse der Armen immer Vorrang vor den Bedürfnissen der Reichen. Außerdem habe die Freiheit der Unterdrückten Vorrang vor der Freiheit der Mächtigen. Zuletzt gehe es darum, dass an den Rand gedrängte Gruppen zu beachten seien statt sie mit der Aufrechterhaltung einer Ordnung dauerhaft von der Gemeinschaft auszuschließen. Abraham habe wohl diese Unterscheidung praktizieren können, so Winkler, weshalb die wahre Lektion dieser Geschichte vielleicht die sei, dass Abraham nicht aus blindem Glauben gehandelt habe, sondern aus ultimativem Vertrauen, das völlig in Gottes Willen aufgegangen sei. Wer so auf Gott vertraue, werde erleben, »dass Gott uns nie im Stich lässt«. Winkler zieht daraus den Schluss: »Wir dienen einem Gott, dem wir vertrauen können, aber nicht einem, dessen Reaktionen wir alle im Einzelnen vorhersagen könnten.« Allerdings blieben Zweifel immer ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens, und auch dieser Bibelabschnitt werfe immer noch unzählige Fragen auf und es gebe gerade bei dieser Geschichte viel Anlass für Zweifel. Aber unter diesem Ansatz habe sich auch Abraham schon auf den Weg gemacht.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Methodistische Politikerin auf Kirchentagspodium

Sa, 06/22/2019 - 17:48

In der größten Halle im Dortmunder Messegelände drängt sich das Publikum, um zwei sich freundschaftlich duzenden Weltpolitikerinnen zuzuhören. Die eine, Ellen Johnson-Sirleaf, war Präsidentin des westafrikanischen Landes Liberia. Die andere ist die seit vierzehn Jahren amtierende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Seit 2007 kennen sie sich, als die Bundeskanzlerin das westafrikanische Land besuchte und dort der bedachten Präsidentin Johnson-Sirleaf begegnete. Diese war zu der Zeit erst ein Jahr im Amt und am Anfang eines langen Weges, auf dem sie ihr Land aus den Wirren eines langen Krieges herausführte.

Erfahrungen zweier Frauen der großen Weltpolitik

Im August dieses Jahres feiert Liberia sechzehnjähriges Jubiläum anhaltender Friedenszeit, nachdem das Land zuvor während vierzehn Jahren in einem das Land tief erschütternden Bürgerkrieg versunken war. Zu verdanken war dies einerseits der weisen Politikerin Ellen Johnson-Sirleaf, die 2005 bei demokratischen Wahlen zur Präsidentin gekürt wurde und ihr Amt im Januar 2006 antrat. Andererseits waren die nachhaltigen Veränderungen und die Befriedung internationaler Unterstützung zu verdanken, die dem Land einen nicht für möglich gehaltenen Aufschwung ermöglichten. Diese Tatsache war Anlass für das Thema des Podiums: »Vertrauen als Grundlage internationaler Politik?« Dabei ging es um »Voraussetzungen, Anforderungen und Hindernisse einer multilateralen Weltordnung«, wozu sich die beiden Politikerinnen aus ihrem gemeinsamen politischen Erfahrungsschatz äußerten.

Bildung und internationale Hilfe als gesellschaftliche Befriedung

Aus dem zurückliegenden Bürgerkrieg, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verbunden mit wirtschaftlichem Niedergang und globalen Krisen hätten die Liberianer gelehrt, dass nur »respektvolle politische Führung, achtungsvoller Umgang der Bevölkerung untereinander und auf lokaler Ebene geformte Lösungsansätze« ein Land voranbrächten. »Allerdings«, so ist die inzwischen im Ruhestand lebende liberianische Politikerin überzeugt, »kann ein Land das niemals alleine schaffen«. Mit dem Hinweis auf die Ebola-Epidemie im eigenen Land und aktuell im Kongo sowie die für Afrika bis zum Jahr 2030 als Ziel gesetzte Überwindung von Aids, Tuberkulose und Malaria unterstrich die der Evangelisch-methodistischen Kirche angehörige Johnson-Sirleaf, dass nur in internationaler Zusammenarbeit solche großen Ziele zu erreichen sind. Dafür sei gegenseitiges Vertrauen, sowohl in der Zivilgesellschaft als auch in internationaler politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit unabdingbar. Es sei, das bestätigen beide Politikerinnen, eine besondere Fügung gewesen, dass durch den jetzt zwölf Jahre zurückliegenden Besuch der Bundeskanzlerin in Liberia die Zusammenarbeit beider Länder auf verschiedenen Ebenen die Entwicklung in Liberia positiv befördert wurde. Dazu habe auch ein von der Bundeskanzlerin verlässlich unterstützter Schuldenerlass beigetragen, der Mittel für Bildung und gesellschaftliche Entwicklung freimachte. Erst dadurch habe sich die Gesellschaft stabilisiert und nachhaltig entwickelt. Dazu gehörte auch die gewaltfreie Überwindung gesellschaftlicher Zerrüttung und der unermüdliche Einsatz für die Sicherheit von Frauen und die Wahrung von Frauenrechten, für den die weltweit geachtete Politikerin 2011 den Friedensnobelpreis erhielt. Während der Ebola-Epidemie in den Jahren 2014 bis 2016 habe sich die Belastungsfähigkeit des Systems erstmals unter kritischen Bedingungen beweisen müssen, wozu die internationale Unterstützung wiederum einen erheblichen Beitrag leistete.

Politik braucht Begegnung und Vertrauen

Mit Bezug auf die Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg hob Bundeskanzlerin Angela Merkel hervor, wieviel Vertrauen und Vertrauensvorschuss Deutschland erhalten habe, obwohl es viel Leid durch Kriege in die Welt getragen habe. Nur durch internationale Unterstützung und großzügiges Entgegenkommen ursprünglich auch verfeindeter Mächte und Länder habe Deutschland wieder einen geachteten Platz in der Völkergemeinschaft gefunden. »Das grenzt an ein Wunder«, kommentiert Merkel diese für Deutschland besondere Erfahrung. Es habe starke Fürsprecher und in der deutschen Politik auch vertrauenswürdige und verlässliche Politiker und Persönlichkeiten gegeben, die diesen Weg ermöglicht hätten. Das dürfe Deutschland niemals vergessen. Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen in weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Dimensionen unterstreicht Merkel diese Verantwortung für alle daran beteiligten Parteien. Zusammenarbeit und die Suche nach gemeinsamen Lösungen benötige persönliche Begegnungen und gegenseitiges Vertrauen.

»Veränderung zum Guten ist möglich«

»Wer Vertrauen genießt, übernimmt damit auch Verantwortung und muss dieser Verantwortung jeden Tag gerecht werden«, betont die Kanzlerin die daraus folgenden Konsequenzen. »Wir tun das in der Überzeugung, dass kein Land alleine die globalen Herausforderungen bewältigen kann«, ergänzt sie unter dem Beifall des Publikums. Im weltpolitischen Maßstab seien dabei aber alle Beteiligten gefordert, obwohl das Vertrauen in die internationalen Beziehungen »aktuell an vielen Stellen abnimmt«. Viele Gesellschaften und Gruppen konzentrierten sich nur noch auf sich. Kompromisse, Regeln und internationale Verträge würden in Frage gestellt, obwohl oft nur die Bereitschaft zu Kompromissen und die Bereitschaft zu multilateralen Vereinbarungen das globale Gemeinwohl fördern könnten und damit auch dem nationalen Wohl dienten. »Das eine gibt es ohne das andere nicht«, ist die Kanzlerin überzeugt. »Veränderung zum Guten«, so die Kanzlerin, »ist möglich. Wir haben die Kraft, Veränderungen zum Guten zu bewirken.« Dazu zählt sie die Erderwärmung, Hunger, Flucht und Vertreibung sowie gesellschaftliche und gesundheitliche Herausforderungen auf. »Das alles können wir schaffen, wir haben die Kraft, das zu gestalten.« Mit einem ungewöhnlich offenen und selten gehörten Bekenntnis endet die Kanzlerin ihren Vortrag: »Dazu gehört eine Kraft, die wir Christinnen und Christen auch aus dem Gottvertrauen schöpfen.« Dem Christentum und den anderen Religionen komme in der Bewältigung dieser Fragen eine große Bedeutung zu, deshalb sei sie sehr dankbar für die Themensetzung des Kirchentags.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Ein Angebot, das auch Männer interessiert

Sa, 06/22/2019 - 08:57

Ein Großteil der rund zweitausend Veranstaltungen des Kirchentags ist vorbei. Der letzte Veranstaltungstag steht an, bevor am morgigen Sonntag der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag zu Ende geht. Die beiden Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) vor Ort, Dortmund und Bochum, und das Team des EmK-Stands am Kirchentag ziehen eine erste positive Bilanz.

Oase der Erfrischung

Gut fünfzig Personen waren gestern Abend in der Dortmunder Friedenskirche der EmK zu Gast. Traditionell findet m Freitagabend das Feierabendmahl während des Kirchentags statt. An diesem Abend ist die EmK einer von über vierzig Veranstaltungsorten, wohin die Gäste des Kirchentags eingeladen sind, den Abend in geistlicher Gemeinschaft und mit der Feier des Abendmahls ausklingen zu lassen. Die Bochumer EmK-Gemeinde sorgte für die Musik, die Dortmunder Gemeindeglieder gestalteten die Räume und die Bewirtung. Im Rahmen einer gottesdienstlichen Feier an Tischgruppen gab es ein einfaches Essen zum Sattwerden, Gespräche über die Erfahrungen am Kirchentag und die Feier des Abendmahls an den Tischen. Nach anstrengenden Wegen und alle Sinne fordernden Angeboten während des Tages ist dieser Tagesausklang wie eine kleine Oase der Erholung und Erfrischung. Jörg Mathern, Laienmitglied der Bochumer EmK-Gemeinde, freut sich, dass sich so viele Gäste auf den Weg machten und das feierabendliche Angebot in Anspruch nahmen.

Neugier erleichtert den Gesprächseinstieg

»Ich gehe schon mal weiter, bleibe du ruhig hier!« Das sagt eine Frau am EmK-Stand zu ihrem Mann, der sich interessiert den Magnetexperimenten widmete. Birgit Fahnert, Pastorin im Diakoniewerk der Bethanien-Diakonissen-Stiftung in Berlin und Mitarbeiterin am EmK-Stand, ist ganz begeistert, »dass wir ein Angebot haben, das vor allem auch Männer interessiert«. Kirche sei für Männer oft eher langweilig, deshalb sei es interessant zu erleben, wie sich am Stand besonders auch Männer, junge und ältere, für die Angebote mit dem Magnet-Experiment und den Magnetspielen interessierten. »Ich habe gemerkt, dass man mit wenigen Sätzen mit Hilfe der Magnetwirkung den Glauben veranschaulichen kann«, erklärt Rudi Grützke, Pastor der EmK in Delmenhorst, die Wirkung der Standgestaltung. »Man muss gar nicht viel erklären, sondern kommt sehr schnell vom Bild zum Glauben«, ist der Mitorganisator des EmK-Stands glücklich. In der Planung sei genau das als Ziel ausgegeben worden: »eine Kraft sichtbar zu machen, die da ist, die man erleben kann«. Wenn das Konzept so aufgehe, dann sei es leicht, mit den Menschen über die Aktion hinaus in inhaltliche Gespräche zu kommen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Methodistische Angebote beim Kirchentag (PDF)


Warten auf Bewegung

Mi, 06/19/2019 - 18:10

Vom morgigen Donnerstag bis zum Samstag (20. bis 22. Juni) hat die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) einen eigenen Stand beim Kirchentag in Dortmund. In der Halle 8 der Westfalenhallen ist die Ökumene zu Gast. In direkter Nachbarschaft zur EmK sind neben vielen anderen Angeboten die Stände der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), die Herrnhuter Losungen, die Neuapostolische Kirche und der Bund Freier Evangelischer Gemeinden.

»Was für ein Vertrauen« ist das Thema des Kirchentags. Vertrauen ist im eigentlichen Sinne eine unsichtbare Kraft, die nur in der Beziehung zwischen Menschen oder zwischen Gott und Menschen erkennbar wird. Diese Erkenntnis setzt der EmK-Stand um, indem im Rahmen der Standaktion unsichtbare Kraftwirkungen sichtbar gemacht werden. Dazu dient als Standmittelpunkt eine rote Kugel, die berührungslos in Bewegung gebracht werden soll. Dazu dienen starke Magnete, die mit ihren Kraftfeldern, die Kugel in Bewegung setzen. Diese Aktion und weitere Magnetspiele dienen als Grundlage, um über Vertrauen, Glauben und die Auswirkungen der methodistischen Erweckungsbewegung ins Gespräch zu kommen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Methodistische Angebote beim Kirchentag (PDF)

Hilfswerke warnen vor dem Vergessen

Di, 06/18/2019 - 07:03

Die Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international verurteilen die jüngsten Gefechte in Syrien auf das Schärfste. Wieder einmal werde der Krieg auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen, kritisieren die beiden Hilfswerke in einer gemeinsamen Erklärung zum Start ihrer Aktion »Die größte Katastrophe ist das Vergessen«.

»Auch im neunten Jahr des Krieges ist die humanitäre Situation in Syrien verheerend. Nach wie vor ist die Zivilbevölkerung schutzlos den militärischen Auseinandersetzungen ausgeliefert. Die Menschen haben häufig nur sehr schwierigen oder gar keinen Zugang zu Versorgung oder sind zur Flucht gezwungen, wie im Kampf um die Provinz Idlib«, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. »Sechs Millionen leben weiterhin als Vertriebene im eigenen Land – unter schwierigsten Bedingungen und ohne politische oder persönliche Perspektive.« Allein im Mai hätten mehr als 270.000 Menschen vor den Kampfhandlungen in Idlib fliehen müssen.

Größte Sorge bereiten Heranwachsende und Frauen

»Der Krieg ist längst nicht zu Ende«, betont Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. »Auch wenn der Blick vieler Menschen sich bereits wieder anderen Weltregionen zuwendet, dürfen wir das Leid der Syrerinnen und Syrer nicht vergessen«, so Neher. »Gerade die Situation von Heranwachsenden und Frauen in dem Land bereitet uns große Sorge, da sie am häufigsten Opfer von Gewalt werden.« Es könne darüber hinaus nicht hingenommen werden, dass eine »verlorene Generation« entstehe, weil Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gehen könnten, so Neher.

Die Schäden im Land sind gewaltig. Darüber hinaus liegt die syrische Wirtschaft am Boden und die Armutsquote ist extrem hoch. Insgesamt sind laut UN noch immer fast 12 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Beide Hilfswerke kündigen an, ihr Engagement für die Betroffenen in Syrien wie auch in den Nachbarländern in den kommenden Jahren fortzusetzen. Es sei humanitäre Pflicht, der Bevölkerung in ihrer größten Not zur Seite zu stehen.

Gemeinsame ökumenische Aktion

Um auf die weiterhin brisante Lage hinzuweisen, legen die Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, den Fokus ihrer gemeinsamen ökumenischen Aktion »Die größte Katastrophe ist das Vergessen« in diesem Jahr auf Syrien und die Nachbarländer. Die Kampagne soll Aufmerksamkeit auf Katastrophen legen, die drohen, aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden.

Bildnachweis: Logo Diakonie Katastrophenhilfe

Die Autorin
Anne Dreyer ist Pressesprecherin der Diakonie Katastrophenhilfe. Kontakt: anne.dreyer(at)diakonie-katastrophenhilfe.de.

Weiterführende Links
www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Zur Information
Bei Spenden für die Diakonie Katastrophenhilfe aus dem Raum der Evangelisch-methodistischen Kirche sollte neben dem Namen auch die Nummer 5000032 stehen. Diese Nummer ist der EmK zugewiesen. Jede Spende, die im Verwendungszweck diese Nummer hat, wird automatisch der EmK zugeordnet.

Die Kontonummer für die Spenden für »Diakonie Katastrophenhilfe« lautet:
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
Stichwort: Syrienkonflikt

Vertrauen investieren

Mo, 06/17/2019 - 14:10

»Buchstabiert durch, was es heißt, Vertrauen zu investieren«, forderte Bischof Harald Rückert die Gemeinde im Abschlussgottesdienst auf. Im Haus des Gastes in Braunfels kamen am Sonntag, dem 16. Juni, Konferenzmitglieder, Menschen aus den Gemeinden Braunfels, Wetzlar und aus den benachbarten Gemeinden der Süddeutschen Konferenz zusammen.

Alles fängt damit an, dass Gott die entscheidende Investition getätigt habe, sagte Rückert in seiner Predigt. In Christus sei Gott Mensch geworden. Gott »ging dabei volles Risiko«. Die Währung, mit der Christen darauf antworten, seien Vertrauen und Hoffnung. Gott »lockt uns, dass wir ihm miteinander neu Vertrauen schenken«. Gleichzeitig gehe es darum, als Christen Vertrauen ineinander zu haben. Das Schwierige seien in unserer Kirche derzeit nicht unterschiedliche Meinungen, hob Rückert hervor. Das »Unerträgliche ist das Gift des Misstrauens«. Damit sprach der Bischof den Traditional Plan an, den der Kirchenvorstand mit seinen problematischen Ausführungsbestimmungen abgelehnt hatte. »Dieses Gift hat angefangen zu wirken – auch unter uns« sagte Rückert.

Große Bandbreite der Meinungen

Am ersten Sitzungstag hatte die Norddeutsche Jährliche Konferenz (NJK) den Beschluss der außerordentlichen Generalkonferenz und den Bericht des »Runden Tisches« debattiert. Superintendentin Irene Kraft hielt fest, dass es in der NJK eine »große Bandbreite« gäbe. Man müsse mit unterschiedlichen Meinungen leben, zog sie Bilanz: »Wir sind nicht an dem Punkt, dass wir uns gegenseitig überzeugen könnten.« In der mit Spannung erwarteten Debatte überwogen die Stimmen, die das Verbindende suchten. Er selbst sei ein Grenzgänger, sagte Pastor Christhard Elle aus Bremerhaven – er wolle »ganz fromm« sein und »gleichzeitig offen für Menschen mit den verrücktesten Lebensgeschichten«. Kritisch äußerte sich Pastor Steffen Klug aus Braunfels: Der Kirchenvorstand habe in der Ablehnung des Traditional Plans Tatsachen geschaffen, bevor der Runde Tisch eingesetzt worden sei. Die gegenwärtige Debatte biete auch Chancen, erklärte Claudia Kittsteiner aus Berlin-Lankwitz. Menschen sollten miteinander ins Gespräch kommen und einander den Freiraum geben, das zu leben, was sie im Moment für sich als richtig erkannt haben.

Die Konferenz bestätigte am Ende der Aussprache einstimmig mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen den Antrag des Runden Tisches.
Der Bischof hielt in seinem Wort an die NJK fest, dass die Kirche mit unterschiedlichen Meinungen werde leben müssen. Man müsse die damit verbundenen Spannungen aushalten und sich davor hüten, »sie einseitig auflösen zu wollen«.

Debatte um Kinder- und Jugendwerk

Am letzten Sitzungstag debattierte die NJK, in welcher Form sie in Zukunft die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gestalten will. Modelle, die in den letzten vier Jahren von einer Arbeitsgruppe entwickelt worden waren, wurden abgelehnt. Mit ihnen wäre dieser Arbeitszweig stärker in die Regionen verlagert worden. Vor allem die Jugenddelegierten argumentierten mit Verve dafür, dass das Kinder- und Jugendwerk mit einem Stellenumfang von dreihundert Prozent und einer Sachmittelzuweisung von 30.000 Euro weiterarbeiten kann.

Hauptamtliche mit »Spieldreher-Potential«

Der Bericht der Superintendenten wurde kontrovers diskutiert – vor allen die Bemerkung, dass Hauptamtliche mit »Spieldreher-Potential« gebraucht werden. Diese Formulierung stammt aus dem Fußball. Wenn eine Mannschaft in der zweiten Halbzeit nach Toren hinten liegt, ist es manchmal ein Spieler, der mit seiner Spielweise und seinem Auftreten seine Mannschaft mitreißen kann und das Spiel dreht. Dietmar Wagner, Pastor im Wolfsburg wies darauf hin, dass Bewerber für das Predigtamt im Laufe der Ausbildung sich immer wieder Abstimmungen in den Gemeindebezirken stellen müssten. Er äußerte die Befürchtung, dass durch diese Struktur, eher die Anpassungsfähigkeiten gefördert werden als der Mut zum Risiko. Stefan Kraft, Superintendent im Essener Distrikt, sagte: »Wir brauchen Leute, die neu denken können«. In dieser Hinsicht wird die NJK für die Gemeinden in Dortmund einen Mitarbeiter im Gemeindedienst anstellen. Gero Waßweiler arbeitete bisher für die Stadtmission. Ab September wird er in Dortmund seine Arbeit beginnen mit dem Ziel, in den nächsten drei Jahren den Gottesdienstbesuch auf dreißig Personen zu steigern.

Im Herbst wird eine Arbeitsgruppe der Kommission für Kircheneigentum und Finanzen ihre Beratungen darüber fortsetzen, welche systemverändernden Maßnahmen notwendig sind, um die NJK zukunftsfest zu machen. Die Arbeitsgruppe soll beraten, wie in folgenden Bereichen die Arbeit verändert werden muss: Pastoraler Dienst, Finanzierung der Kirche durch das Umlagesystem, Bewirtschaftung der Immobilien und die Arbeitsweise der Gemeinden.

Bildnachweis: Heike Liese

Der Autor
Michael Putzke ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Norddeutschen  Konferenz. Kontakt: redaktion(at)emk.de

Dienstzuweisungen NJK 2019

So, 06/16/2019 - 12:00
Distrikt Berlin

Superintendent Gabriel Straka (5)

  • Berlin-Charlottenburg, deutsche Gemeinde: Anja Müller (4, Lokalpastorin)
  • Berlin-Charlottenburg, internat. Gemeinde: Carolyn Kappauf (4)
  • Berlin-Friedenau/Schöneberg: Holger Sieweck (13)
  • Berlin-Friedrichshain: Holger Sieweck (5)
  • Berlin Ghanaische Gemeinde: Stephen Amoah (2, Mitarbeiter im Gemeindedienst), Aufsicht: Carolyn Kappauf
  • Berlin-Kreuzberg: Thomas Steinbacher (5), Christian Voller-Morgenstern (5)
  • Berlin-Lankwitz: Frank Drutkowski (17, Lokalpastor), weitere Pastorenstelle: zu besetzen
  • Berlin-Neukölln/Eichwalde: Thomas Steinbacher (5), Sven Tiesler (5)
  • Berlin-Schöneweide/Marzahn: Joachim Georg (12)
  • Berlin-Spandau: Matthias Zehrer (12)
  • Berlin-Tegel: Matthias Zehrer (12)
  • Berlin-Wittenau: Anja Müller (4, Lokalpastorin)
  • Cottbus: Sven Tiesler (13)
  • Eberswalde: Frank Burberg (1)
  • Neubrandenburg: Rainer Prüßmann (5)
  • Neuruppin: Frank Drutkowski (2, Lokalpastor), unter Mitarbeit von Hans-Joachim Preik und Sirko Maurer
  • Oranienburg/Zepernick: Andreas Fahnert (4)
  • Maren Herrendörfer (2)
  • Potsdam: Christian Voller-Morgenstern (5)
  • Rostock: zu besetzen, Aufsicht: Rainer Prüßmann
Distrikt Essen

Superintendent Stefan Kraft (2)

  • Bebra/Eisenach: Jürgen Stolze (6), weitere Stelle: zu besetzen
  • Bergisches Land: Rainer Mittwollen (7), Bodo Laux (6), Marco Alferink (4)
  • Bielefeld: Cornelis Appelo (8)
  • Braunfels: Steffen Klug (8),
  • Detmold: Günter Loos (5)
  • Duisburg: Frank Hermann (6)
  • Essen: Sven Kockrick (6)
  • Ghanaische Gemeinden Rhein/Ruhr: Charles Gyasi (4)
  • Herges-Hallenberg: Uwe Hanis (5)
  • Kassel/Großalmerode: Katharina Lange (16), Michael Putzke (15)
  • Lage: Günter Loos (3)
  • Mülheim an der Ruhr: Sven Kockrick (2)
  • Rheinland: Dr. Rainer Bath (2), Abena Obeng (1, Lokalpastorin)
  • Ruhrgebiet Ost: Frank Hermann (7), Sebastian Begaße (11), Regine Stoltze (2), Dr. Gero Waßweiler (1, Mitarbeiter im Gemeindedienst), Aufsicht: Stefan Kraft
  • Thüringer Wald: Uwe Hanis (5)
  • Wuppertal-Barmen: Marco Alferink (8)
Distrikt Hamburg

Superintendentin Irene Kraft (5)

  • Bookholzberg: Ruthild Steinert (3)
  • Braunschweig/Clausthal: Friederike Meinhold (2)
  • Dirk Liebern (5, Lokalpastor)
  • Bremen: Susanne Nießner-Brose (12)
  • Bremen-Nord: Rudi Grützke (1), unter Mitarbeit von Ruthild Steinert
  • Bremerhaven: Christhard Elle (10)
  • Delmenhorst: Rudi Grützke (13)
  • Edewecht: Gunter Blaschke (9)
  • Ellerbek: Christine Guse (8)
  • Flensburg: Regina Waack (6)
  • Ghanaischer Bezirk Hamburg: Eldad Newlove Bonney D.Ed, M.phil. (2)
  • Hamburg International UMC: Edgar Lüken (3)
  • Hamburg-Eimsbüttel: Hartmut Kraft (4)
  • Hamburg-Hamm: Edgar Lüken (5), Silke Bruckart (3)
  • Hamburg-Harburg: Andreas Kraft (2)
  • Hamburg-Nord: Uwe Onnen (5), William Barnard-Jones (8, Lokalpastor)
  • Hamburg-Wilhelmsburg: Anne-Marie Detjen (1)
  • Hannover: Hans-Hermann Schole (3)
  • Kiel: Hartmut Kraft (4)
  • Leer: Siegfried Stoltze (9)
  • Lübeck: Thomas Leßmann D.Min. (18)
  • Minden: Nicole Bernardy (4)
  • Neuschoo/Aurich: Bärbel Krohn-Blaschke (1)
  • Oldenburg/Wilhelmshaven: Klaus Abraham (14), weitere Stelle: zu besetzen
  • Osnabrück: Olaf Wischhöfer (7)
  • Westerstede/Wiesmoor: zu besetzen, Aufsicht: Gunter Blaschke
  • Wolfsburg: Dietmar Wagner (10)
  • Besondere Dienste in der Region Hamburg: Anne Detjen
In besonderen Diensten

Im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen

  • Kinder- und Jugendwerk
    Leiter: Lars Weinknecht (10)
    Referent für die Arbeit mit Jugendlichen: Dirk Liebern (2)
    Referent für die Arbeit mit Jugendlichen: Andreas Fahnert (4)
    Referentin für die Arbeit mit Kindern: Friederike Meinhold (3)
    Referent/in für die Arbeit mit Kindern: Maren Herrendörfer (3)
  • Kirchenkanzlei
    Leiter: Ruthardt Prager (13, BK Frankfurt-Innenstadt, SJK)
  • Kommission für Evangelisation
    Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau: Christhard Elle (2, BK Bremerhaven)
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Leitender Redakteur »unterwegs«: Michael Putzke (3, BK Großalmerode)
  • Diakonie
    Agaplesion Bethesda Krankenhaus und Seniorenzentrum Wuppertal, Pastor: Jürgen Woithe (7, BK Bergisches Land)
    Diakoniewerk Bethanien Hamburg, Pastor: Uwe Onnen (5, BK Hamburg-Nord)
    Agaplesion Bethanien-Verbund Berlin und Havelgarten Berlin, Pastorin: Birgit Fahnert (4/12, BK Oranienburg/Zepernick)
  • Theologische Hochschule, Professor: Dr. Stephan von Twardowski (2, BK Reutlingen-Erlöserkirche, SJK)
Beurlaubungen
  • Tanja Lübben (2)
  • Sebastian D. Lübben (2)
Pastorinnen und Pastoren im Ruhestand

Dr. Daniele Baglio, Siegfried Barth, Dieter Begaße, Walter Berchter, Benno Bertram, Kurt Böttcher, Werner Braun, Volker Bruckart, Gerold Brunßen, Edit Czimer, Elke Dinkela, Daniel Dittert, Reinhold Elle, Siegfried Ermlich, Andreas Fellenberg, Matthias Götz, Christel Grüneke, Hartmut Handt, Armin Hanf, Hans-Wilhelm Herrmann, Van Jollie, Carolyn Kappauf, Johannes Kapries, Martin Lange, Hans Michalski, Dr. Ute Minor, Karsten W. Mohr, Werner Mohrmann, Helmut Robbe, Esther Roch, Joachim Rohrlack, Dieter Rutkowski, Manfred Sanden, Manfred Selle, Helmuth Seifert, Dietmar Sieweck, Siegfried Soberger, Hans-Ulrich Stein, Herbert Stephan, Reinhard Theysohn, Karl Heinz Voigt, Friede-Renate Weigel, Joachim Weisheit

Bewerber und Bewerberin für das Predigtamt – Studierende

An der Theologischen Hochschule Reutlingen

  • Eric Owusu (BK Ghanaischer Bezirk Hamburg)
  • Katrin Schinkel (BK Braunschweig/Clausthal)
  • Markus Sochocki (BK Hannover)

An Universitäten und anderen Ausbildungsstätten

  • Jonas Stolze (BK Ruhrgebiet Ost)
Ehrenhaft lokalisierte Pastoren
  • Jürgen Anker (i. R., BK Braunschweig/Clausthal)
  • Burkhardt Hübner (BK Berlin-Schöneweide/Marzahn)
  • Manfred Müller (BK Braunfels)
  • Andreas Schäfer (BK Hamburg-Harburg)

 

Bildnachweis: Öffentlichkeitsarbeit der NJK    

Unsichtbares wird sichtbar

Sa, 06/15/2019 - 14:45

Vom kommenden Mittwoch an bis zum darauffolgenden Sonntag (19. bis 23. Juni) findet der Kirchentag in Dortmund statt. Die Dortmunder und Bochumer Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) beteiligen sich daran, und die EmK ist im Markt der Möglichkeiten wieder mit einem Stand vertreten.

Vom Vertrauen

Die Kirchentags-Losung »Was für ein Vertrauen« stammt aus dem achten Jahrhundert vor Christus. Das übermächtige assyrische Heer hat wichtige Städte Judas eingenommen und steht nun vor den Toren Jerusalems. Der assyrische Feldherr verspottet den hoffnungslos unterlegenen judäischen König Hiskia: »Was ist das für ein Vertrauen, das du da hast? Meinst du, bloße Worte seien schon Rat und Macht zum Kämpfen? Auf wen verlässt du dich denn, dass du von mir abtrünnig geworden bist?« (2. Könige 18,19–20).

EmK-Dortmund mit offenen Türen

Traditionell beginnt der Kirchentag mit einem großen innerstädtischen »Abend der Begegnung«, bei dem sich über 100.000 Menschen die Angebote der Gemeinden und kirchlichen Regionen aus der Umgebung des Austragungsortes anschauen. Auch die EmK-Gemeinden aus Bochum und Dortmund sind dort mit einem Stand vertreten. Die Gäste werden dort mit erfrischenden Getränken und leckeren Speisen verwöhnt, ein willkommener Treffpunkt für Methodisten am Kirchentag. Außerdem öffnet die EmK-Gemeinde in Dortmund von Donnerstag bis Samstag jeweils abends ihre Türen für ein Gute-Nacht-Café. Am Freitagabend gibt es dort ein Feierabendmahl.

Unsichtbares sichtbar machen

Auf dem »Markt der Möglichkeiten« in den Dortmunder Westfalenhallen wird die EmK mit einem zentralen Stand vertreten sein. Bei einer spannenden Mitmachaktion können die Besucher erleben, wie »Unsichtbares sichtbar wird«. Damit wird der Bezug zum Kirchentags-Thema hergestellt, das vom Vertrauen handelt, das auch nur an seinen Auswirkungen erkennbar ist, aber nicht materiell fassbar.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.kirchentag.de

Vertrauen ist der Schlüssel

Sa, 06/15/2019 - 06:09

Am Freitag, den 14. Juni nahm sich die Norddeutsche Jährliche Konferenz (NJK) Zeit, um mit einer Bibelarbeit das Thema »Vertrauen« noch einmal in den Blick zu nehmen. Pastor Frank Drutkowski aus Berlin-Lankwitz hielt eine Bibelarbeit über Epheser 4,11-16. In dieser Passage beschreibt der Apostel die Gemeinde als Leib Christi als »einen erwachsenen Mann in der Blüte seines Lebens.« Er ist im Leben angekommen, hat seine Fähigkeiten und seinen Charakter ausgebildet. Wie kann eine Gemeinde »erwachsen« werden? So fragte Frank Drutkowski in seiner Bibelarbeit. Paulus zeigt auf, dass Menschen mit verschiedenen Ämter und Aufgaben die Gemeinde Christi zurüsten, damit sie wachsen kann: »Und er hat die Apostel, die Propheten, die Evangelisten, die Hirten und Lehrer gegeben.« Diese Gaben und Dienste wirken miteinander, wie die Finger einer Hand zusammenarbeiten müssen, damit man sie gebrauchen kann.

Fünf Ämter mit unterschiedlichen Aufgaben

Das erste Amt, das Frank Drutkowski beschrieb, ist das des Apostels: Dieser hat einen Blick für das Ganze. Er spürt langfristige Entwicklungen und formuliert dazu Strategien. Die Aufgabe entspricht dem Daumen – er ist wie ein Haupttrainer, der von allen Gaben etwas hat. Der Prophet ist konfrontativer – er spricht Gottes Wort in die konkrete Situation hinein. Dabei kann er Gemeinden aus falsch verstandenen Harmonien herausreißen. Der Prophet deckt auf und ist wie ein Zeigefinger, der offen auf Missstände hinweist. Eine Leidenschaft für die Mission hat der Evangelist. Er ruft zur Umkehr und hat dabei die Menschen außerhalb der Gemeinde im Blick. Ihm liegt am Herzen, dass die Gemeinde in ihrer Arbeit mobil bleibt. Er ist wie ein Mittelfinger, der am meisten aus der Hand herausragt, erklärt Frank Drutkowski.
Zwei Ämter, in denen sich heute viele wiederfinden können, sind die der Hirten und der Lehrer. Hirten schaffen eine Atmosphäre und nehmen Kontakt mit Menschen auf, sind Seelsorger. Als Beziehungsmenschen steht für sie der Ringfinger. Lehrer sorgen für Stabilität. Sie sind darauf bedacht, ein gutes Fundament zu legen. Sie können Kompliziertes vereinfachen und dies an andere vermitteln.

Evangelisten, Propheten und Apostel gesucht

Alle fünf Typen werden in einer Gemeinde gebraucht, um sie erwachsen werden zu lassen. Sie haben alle ihre Stärken und auch ihre Schwächen. Hirten und Lehrer gibt es viele in den Gemeinden, hob Frank Drutkowski hervor: »Uns fehlen aber Evangelisten, Propheten und Apostel.« Dabei braucht es im Zusammenspiel der Ämter Vertrauen, damit alle Gaben zum Zuge kommen können. Neben den Ämtern der Hirten und Lehrer brauchen Gemeinden auch die Fähigkeiten und Zugänge der anderen. Dabei sind die Gaben zu verschieden, als dass man sie einfach harmonisieren könnte. Es kann durchaus geschehen, dass ein Mensch vom Typ eines Hirten einen prophetisch Begabten als störend erleben kann. »Was dem einen zentral ist, hat der andere überhaupt nicht im Blick«, führte Frank Drutkowski aus. Dabei sei das Verständnis wichtig: »Ich brauche notwendig die Ergänzung durch die Geschwister – mein Dienst wird ohne sie keine bleibende Frucht tragen können.« Vertrauen sei hier das wichtigste Kapital, damit die verschiedenen Ämter zusammenwirken und miteinander ihre Stärken ausspielen können. So könne eine Gemeinde erwachsen werden, sagte Frank Drutkowski.

Bildnachweis: Michael Putzke

Der Autor
Michael Putzke ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Norddeutschen Konferenz. Kontakt: redaktion(at)emk.de

Gemeinsamer Weg trotz aller Unterschiede

Fr, 06/14/2019 - 09:43

Am Donnerstag, den 13. Juni debattierte die Norddeutsche Jährliche Konferenz (NJK) am Nachmittag des ersten Plenumstages den Beschluss der außerordentlichen Generalkonferenz in St. Louis und den Bericht des vom Bischof eingesetzten »Runden Tisches«. Auf dem Vorbereitungstreffen in Braunfels, wo sich die Delegierten aus ganz Europa im Vorfeld der Generalkonferenz (GK) getroffen haben, habe es noch gute Gespräche gegeben, sagte Kai Uwe Dannenberg, Delegierter der NJK an der GK. Aber auf der Konferenz in St. Louis sei dieser Geist nicht mehr spürbar gewesen. Pastorin Anne Detjen berichtete von ihrem Eindruck, dass an der GK keine Debatte mit offenen Ende geführt worden sei.

Große Bandbreite der Meinungen

Superintendentin Irene Kraft hielt fest, dass es in der EmK eine »große Bandbreite« gäbe: Einzelne Gemeinden positionieren sich eindeutig auf der einen oder der anderen Seite. Andere führen in sich eine kontroverse Debatte und viele Gemeinden sagen auch, das sei nicht ihr Thema. Als EmK müsse man mit unterschiedlichen Meinungen leben, zog Irene Kraft Bilanz: »Wir sind nicht an dem Punkt, da wir uns gegenseitig überzeugen könnten.« Am Runden Tisch werde jetzt nicht einfach ein Kompromiss gesucht, sagte Superintendent Stefan Kraft, sondern eine »Lösung voller Weisheit, die es dennoch allen erlaubt, gemeinsam unterwegs zu bleiben.«
In der Debatte, die mit Spannung erwartet worden war, überwogen die Stimmen, die das Verbindende suchten. Er selbst sei ein Grenzgänger, sagte Pastor Christhard Elle aus Bremerhaven – er wolle »ganz fromm« sein und »gleichzeitig offen für Menschen mit den verrücktesten Lebensgeschichten«, weil alle von Gott geschaffen seien. In der EmK sei das möglich, das schätze er an dieser Kirche.
Ruthild Steinert, Pastorin in Bookholzberg, hob hervor, dass die Kirche wieder über ihr Bibelverständnis sprechen müsste. Kritisch äußerte sich Pastor Steffen Klug aus Braunfels, dass der Kirchenvorstand das Ergebnis der Generalkonferenz nicht akzeptiert hatte, obwohl so intensiv gebeten worden sei. Zudem habe der Kirchenvorstand in der Ablehnung des beschlossenen Traditional Plans schon Tatsachen geschaffen, bevor der Runde Tisch eingesetzt worden sei. Die gegenwärtige Debatte bietet auch eine Chance, erklärte Claudia Kittsteiner aus Berlin Lankwitz. Menschen können endlich miteinander so ins Gespräch kommen und einander zugestehen, »wir sind da anders und wir geben einander auch den Freiraum, das zu leben, was wir im Moment für uns als richtig erkannt haben.«

»We are one in the Spirit«

Die Konferenzmitglieder bestätigen am Ende der Aussprache in der anschließenden Abstimmung mit überwältigender Mehrheit bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen den Antrag des Runden Tisches. Damit unterstützen alle drei Jährlichen Konferenzen diesen Weg, dass der Runde Tisch nach einem gemeinsamen Weg trotz aller unterschiedlichen Meinungen suchen wird. Das nächste Treffen wird am 5. Juli sein. Die Jugenddelegierten luden die Konferenz darauf zum Gebet ein und zum Singen: »We are one in the Spirit« – Wir sind eins im Geist.

Bischof Harald Rückert hielt in seinem Wort an die NJK fest, dass die Kirche mit unterschiedlichen Meinungen werde leben müssen. Man müsse die damit verbundenen Spannungen aushalten und müsse sich davor hüten, »sie einseitig auflösen zu wollen«. Er wolle sich in Deutschland keine methodistische Kirche vorstellen, die nur eine einzige Sichtweise in dieser Frage zuließe, so Rückert. »Wir sind eine Kirche, in der Vielfalt gelebt werde.« Er erinnerte an die Botschaft des Kirchenvorstands mit der Aussage: »Wir wollen einander nicht loslassen und uns nicht voneinander trennen, sondern einander festhalten und füreinander einstehen.« Mit der Frage »Wollt ihr das auch?« wandte sich Rückert an das Plenum der NJK.
»Wir würden sehr viel verlieren, wenn wir uns trennen«, hielt Rückert fest. Die Kirche verlöre missionarische Chancen und auch die Chance, voneinander zu lernen. Es sei das Wesen der EmK, »Weite und Toleranz« und »tiefe Verbindlichkeit« zu leben. In Zukunft müsse Polarisierung nicht nur vermeiden werden. Der Bischof forderte die Delegierten auf, aktiv der Polarisierung zu widerstehen. Wenn aber die Bereitschaft vorhanden sei, sich aufeinander einzulassen, »dann wird diese furchtbare Krise, die wir erleben, die Kraft für eine wunderbare Chance entfalten«.

Bibelarbeit vom Auftakt des Tages

Den ersten Impuls zum Thema »Vertrauen« gab die Bibelarbeit über Epheser 4,1-6 von Jens Bärenfeld, der seit 2017 das Haus Höhenblick leitet. »Ohne Vertrauen entwickelt sich nichts. Vertrauen ist der Anfang von allem«. Jens Bärenfeld begann seine Bibelarbeit, in dem er einen Werbetext der Deutschen Bank aus dem Jahr 1995 aufgriff. Diese knüpft an Vertrauen als ein »Urbedürfnis« an. Allerdings bezieht sich der Werbespot auf das Vertrauen in die »eigene Leistungsfähigkeit« und die «eigene Entscheidung«.
Paulus wirbt dagegen für ein Vertrauen, in dem Menschen empfangen, was der »lebendige Gott uns in Christus geschenkt hat«. In den ersten drei Kapiteln des Epheserbriefes hat der Apostel entfaltet, dass Gott in Christus eine Heilswirklichkeit geschaffen habe – unabhängig von dem, was Menschen leisten können. Nun will Paulus die Leser motivieren, eine Entscheidung zu treffen, dieser Wahrheit Gottes  mit dem Leben zu folgen. Die Wortwahl des Paulus »ich ermahne euch« habe einen strengen Klang. Das Verb, das sich hier im Neuen Testament findet, sei aber Ausdruck echten Interesses am Anderen. Paulus will motivieren und ermutigen, hier aktiv die eigene Berufung zu leben. So ermutigt Paulus zum gegenseitigen Vertrauen in der Gemeinde, weil es in aller Unterschiedlichkeit die Gemeinde Christi ist. Für solche ein vertrauensvolles Miteinander brauche es Demut, Sanftmut, Geduld. Alle diese Begriffe drücken eine Haltung aus: Den Anderen wertzuschätzen, der anders sei. »Lasst Standpunkte nicht Schlusspunkte sein, sondern Ausgangspunkte für das Ringen um den weiteren Weg«, appellierte Jens Bärenfeld.

Bildnachweis: Michael Putzke

Der Autor
Michael Putzke ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Norddeutschen Konferenz. Kontakt: redaktion(at)emk.de.

Warten auf das Reden Gottes

Do, 06/13/2019 - 06:22

»Was wir mehr denn je brauchen, ist das Reden Gottes«, sagte der Superintendent Stefan Kraft der Konferenzgemeinde in seiner Predigt. Das seien »die Worte, die wir uns nicht selbst sagen können und die sich nicht aus Prognosen ergeben«. Als Kirche sei man mit vielen Herausforderungen konfrontiert aufgrund von Einschätzungen und Berechnungen.

Prophetisches Wort aus dem Herzen Gottes

Gerade diese Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz (NJK) sei bestimmt durch die innerkirchliche Debatte um das Thema der Homosexualität, erklärte Stefan Kraft und zählte noch weitere Punkte der Tagesordnung auf: Der Bericht der Finanzgremien werde den Delegierten »viel Neudenken abverlangen«. Dazu kämen die Fragen, wie zukünftig Versetzungen gehandhabt werden sollen und wie es mit dem Kinder- und Jugendwerk weitergehen könne. In dieser Situation der Kirche sei es auch notwendig, aufgrund von Strategien und Zielvorgaben zu handeln, sagte Kraft. Noch mehr aber brauche es das prophetische Wort: »Worte voller Perspektivwechsel und Güte, voller Tiefe und Wahrheit, voller Weisheit und Wegweisung«, so Kraft.
Um solche prophetischen Worte zu hören, solle sich die Konferenz die »Gebetsleidenschaft« des Paulus zum Vorbild nehmen. In einer ausweglosen Lage habe der Apostel dreimal Gott angefleht, sagt Kraft im Blick auf den Predigttext aus 2. Korintherbrief 12, 7-10. Der Apostel, der Schmerzen hatte wie von einem »Dorn im Fleisch« habe Gott nicht nur beiläufig »informiert« – er habe »gefleht«.

Ringen mit und vor Gott

Stefan Kraft forderte die Konferenz auf, dieses »Ringen mit und vor Gott zu praktizieren« in Gottesdiensten, aber auch in Sitzungen, in Gesprächen, in der Seelsorge und mitten in der Arbeit. Der Superintendent des Essener Distriktes wünscht sich, dass dies ein neues Miteinander der Delegierten mit sich bringe. Paulus äußert sich offen, er lässt sich im Moment der Schwäche ins Herz blicken. Er erzählt seine euphorischen Erfahrungen und schämt sich dessen nicht. Gleichzeitig teile er seine Tränen mit, derer er sich auch nicht schäme. Beides wünscht sich Stefan Kraft für die Tagung der Konferenz, dass die Delegierten nicht nur argumentativ und strategisch reden, sondern eine »Herzensgemeinschaft« bilden.
Paulus habe die Erfahrung gemacht, dass seine Schwachheit und die Erfahrung,  angefochten zu sein, sei nicht sein Gegner, sondern der Ort, an dem sich Gott zeigen will. So wolle er in der jetzigen Situation auf Gott sehen und »Herz und Kopf klar machen«, sagte Stefan Kraft. »Unser Gott ist hier. Jesus versöhnt und heilt und rettet und liebt immer noch.«

Grußworte aus der Ökumene

In seinem Grußwort hob Pfarrer Werner Walczak von der Katholischen Gemeinde St. Anna in Braunfels hervor, wie wichtig die Ökumene für seine Gemeinde sei, die auch eine kirchliche Minderheit am Ort sei. Die Pfarrerin Cornelia Starosta richtete die Grüße der Evangelischen Landeskirche aus. Sie wünschte der Konferenz, dass der trinitarische Gott, der in sich in Beziehung sei, die Tagung in Bewegung bringen möge. Wolf-Dieter Kretschmer überbrachte Grüße von ERF Medien in Wetzlar. Als Kirche und als Medienunternehmen habe man die gemeinsame Aufgabe, Gott in der Gesellschaft zum Thema zu machen. Er wünschte der Konferenz für die Tagung viel Sachverstand, die Fähigkeit zuzuhören und sprachfähig zu werden für die Mitmenschen.

Bildnachweis: Michael Putzke

Der Autor
Michael Putzke ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Norddeutschen Jährlichen Konferenz. Kontakt: redaktion(at)emk.de.

Vertrauen zu Gott und zueinander

Di, 06/11/2019 - 06:05

Mit dem Thema »Vertrauen« will die Norddeutsche Jährliche Konferenz (NJK) an den Themen der letzten Jahre anknüpfen. Nach der »Zukunftskonferenz« 2016 in Braunfels folgten Tagungen unter dem Motto »Aufbrechen« (2017) und »Dranbleiben« (2018). »Menschen, die gemeinsam aufbrechen und die an diesem Aufbruch dranbleiben wollen, brauchen Vertrauen«, erklärt Superintendent Gabriel Straka. Das gelte im doppelten Sinne, im Vertrauen zu Gott und zueinander.

Im Gottesdienst zum Auftakt der Konferenz wird der neue Superintendent des Essener Distriktes, Stefan Kraft, eine Predigt über 2. Korinther 12, 7-10 halten. Das bekannte Wort »Lass dir an meiner Gnade genügen« gibt eine neue Perspektive. Paulus suche in seiner schwierigen Situation Gottes Antwort, sagt Stefan Kraft, der Apostel erfährt Hilfe in der Bindung an Gott.

Debatte um die Botschaft des Kirchenvorstandes

Wie die Konferenzen im Osten und Süden, die im Mai getagt haben, wird auch die NJK sich Zeit nehmen für die Diskussion über den Weg, den der Kirchenvorstand im März nach der außerordentlichen Generalkonferenz vorgeschlagen hat. Er hatte in seiner Botschaft an die Gemeinden festgehalten, dass die Bestimmungen des Traditional Plan, die die Generalkonferenz beschlossen hatte, »für unsere Kirche in Deutschland nicht akzeptabel sind.«

Damit bleiben die Fragen im Raum, ob zukünftig Segnungen von homosexuellen Paaren und die Ordination von Homosexuellen möglich sein sollen. Die EmK ist sich in diesen Fragen nicht einig. Umso wichtiger sei das Vertrauen zueinander. Jetzt gehe es darum, ob und wie Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten in diesen Fragen beieinander bleiben könnten. Eine wichtige Weichenstellung in diesem Prozess sei die Frage: »Was brauchen die jeweils anderen, um in dieser Kirche eine Heimat zu haben?«, erklärt Gabriel Straka. Dieser Prozess könne nur gelingen, »wenn wir Vertrauen zueinander haben«.

Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit gesucht

Ein weiterer Schwerpunkt auf der diesjährigen Tagung der NJK wird sein, ein Konzept für die Arbeit des Kinder- und Jugendwerkes festzulegen. Eine Arbeitsgruppe hat seit der Tagung im letzten Jahr drei verschiedene Modelle ausgearbeitet und neben den Kosten die Vor- und Nachteile zusammengestellt. Darüber hinaus wird die NJK die Gremien der Konferenz für das nächste Jahrviert besetzen.

Bildnachweis: Birgit Corsel, Braunfels

Der Autor
Michael Putzke ist Leiter der Zeitschriftenredaktion von Blessings 4 you und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der NJK.

Was der Glaube an Gott mit dem Leben zu tun hat

So, 06/09/2019 - 05:37

Unter dem Motto »Nach dir« treffen sich am Pfingstwochenende vom gestrigen Samstag bis zum Montag (8. bis 10. Juni) rund 330 junge Leute zum Bundesjugendtreffen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) im thüringischen Volkenroda. Der rund 50 Kilometer nordöstlich von Eisenach und ungefähr in der Mitte Deutschlands gelegene Ort bietet sich bereits zum sechsten Mal als Begegnungsort für das alle zwei Jahre stattfindende »BUJU« an.

»Wie will ich sein?«

Rund 250 Jugendliche und über 80 Personen aus allen Bereichen der EmK-Jugendarbeit in Deutschland machten sich aus ganz Deutschland auf den Weg. Begegnung und die Frage nach der persönlichen Lebensführung und der christlichen Nachfolge stehen dabei im Mittelpunkt. Hauptakteure am ersten Abend waren der Tübinger Theologiestudent Moritz Mosebach und die Koblenzer Poetry-Slammerin Jana Highholder. Mit den Fragen »Was hat mich geprägt?« und »Wie will ich sein?« lud Mosebach die Jugendlichen am Beispiel seiner persönlichen Prägungen ein, sich über ihren eigenen Weg Gedanken zu machen. Was der Glaube und Gott damit zu tun haben, so der 26-Jährige, sei die Frage, die im persönlichen Leben zu beantworten sei. In Kleingruppen, Seminaren und Workshops bildet dieses Thema der christlichen Nachfolge den thematischen Mittelpunkt des Bundesjugendtreffens.

Interesse am Glauben wecken

Die 20-jährige Medizinstudentin Jana Highholder faszinierte die Jugendlichen mit zwei Poetry-Slams, in denen Sie die Größe Gottes, die berührende Schönheit der Natur und die Fragen des Lebens in rhythmisch-wortgewandter Sprache entfaltete. Ums »Suchen und Finden« geht es der Influencerin, die für die evangelische Landeskirche mit You-Tube-Videos junge Menschen für ein neues Interesse am Glauben interessieren soll. Die konzentriert zuhörenden jungen Leute am ersten Abend des Jugendtreffens ließen erkennen, dass sie mit ihrer Sprache und ihrem Auftreten ankommt und »Lust auf mehr« gemacht hat. Die beiden nächsten Tage bieten dafür noch reichlich Gelegenheit.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit 

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
You-Tube-Kanal von Jana Highholder

Staffelstab übergeben

Mo, 06/03/2019 - 06:35

Am gestrigen Sonntag wurde Werner Philipp als Superintendent für den Distrikt Zwickau der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in sein Amt eingeführt. Der 51-Jährige war zuvor Pastor des Bezirks Dresden-Emmauskirche. Im Amt des Superintendenten ist er Nachfolger von Stephan Ringeis, der diese Beauftragung zehn Jahre innehatte. 

Glaube attraktiver als Leistungssport

»Ein ›sportlicher Glaube‹ ist gefragt, sonst verfetten wir geistlich!«, erklärte Werner Philipp als neuer Superintendent in seiner Predigt bei der Amtsübergabe. Anlass für die »sportliche Predigt« war das Titelbild des Gottesdienstprogramms mit der Übergabe eines Staffelstabs und ein Abschnitt aus dem ersten Brief an die Korinther (Kapitel 9, 23-27), in dem Paulus sportliches Geschehen auf den Glauben überträgt. Philipp, zu DDR-Zeiten Biathlon-Leistungssportler, musste seine sportliche Karriere seinerzeit aufgeben, weil er Christ geworden war. »Der Lauf, der mir mit meiner Gottsuche und Gottfindung aufgetragen war, schien mir jedoch wesentlich attraktiver und sinnvoller zu sein« bekennt Philipp in seiner Predigt. Deshalb habe er damals den Abbruch der sportlichen Laufbahn »relativ gut verschmerzen« können. Dabei zieht er die Verbindung zu den Aussagen des Paulus. Ein Athlet setze alles daran, um einen vergänglichen Siegespreis zu gewinnen. Wieviel mehr lohne sich dagegen der Einsatz für einen unvergänglichen Preis, den Paulus als Teilhabe am Evangelium beschreibt. Wie beim Staffellauf die verschiedenen Begabungen der Teammitglieder für den Einsatz wichtig seien, so seien auch in Kirche und Gesellschaft die verschiedenen Gaben von Menschen eine Stärkung der Gemeinschaft. »Vielfalt ist ein Vorteil, kein Nachteil! Integration ist kein Mangel, sondern Bereicherung! Gemeinsinn ist an vielen Stellen zielführender als zunehmende Individualisierung und Egoismus«, betont der ehemalige Sportler und neue Superintendent in voller Überzeugung.

Hobbyastronom folgt rechtem Verteidiger

Der im Erzgebirgsort Erlabrunn geborene Werner Philipp fand als junger Mann zum christlichen Glauben und zur Evangelisch-methodistische Kirche. Als neuer Amtsinhaber der Zwickauer Superintendentur wurde er von Bischof Harald Rückert mit seinem neuen Amt beauftragt. Darin solle er »Gemeinden dazu bewegen und befähigen, die eigenen Räume zu verlassen«, um sich »auf ehrliche Begegnung mit den Menschen einzulassen«. Als leidenschaftlicher Theologe mit dem Hobby Astronomie liegt Philipp die Verbindung von Glaube und Wissenschaft und die Begegnung mit Menschen am Herzen. Seit zehn Jahren gehört er der Interessengemeinschaft Sternwarte Gönnsdorf in Dresden an, die die einst verfallende Sternwarte wieder zu neuem Leben erweckte.

Dem Amtsvorgänger Stephan Ringeis dankte Rückert herzlich für dessen Dienst als Superintendent. »Mit der Gabe, viele verschiedene Bereiche der Kirche zusammenzudenken und auch ungewöhnliche Wege zu gehen« habe Ringeis das Amt ausgeübt und »theologisch profiliert« und »mit wohltuenden Humor« ausgefüllt. Die Leidenschaft des 56-Jährigen gilt dem Sport. Seit 1993 spielte Ringeis in der Alt-Herren-Mannschaft des SV Muldental Wilkau-Haßlau bei Zwickau rechter Verteidiger statt wunschgemäß Mittelstürmer mit Torerfolgen. Entscheidend sei beim Sport aber die Bewegung. So sollten auch Christen ihr Leben gestalten und geistlich, geistig und auch körperlich in Bewegung bleiben.

Gäste aus der Umgebung und der Ökumene

Zum Gottesdienst in der Friedenskirche Zwickau waren rund dreihundert Gäste aus der Region Zwickau und Gemeinden des Distrikts angereist. Unter ihnen ehrten Superintendent Gabriel Straka vom Berliner Distrikt der EmK, Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Sachsen, Elisabeth Naendorf für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen, Pfarrer Werner Ciopcia als Vorsitzenden der ACK Thüringen, die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau Pia Findeiß, der Zwickauer evangelisch-landeskirchliche Superintendent Harald Pepel und Dekan Markus Böhme von der Römisch-katholischen Kirche den scheidenden Superintendenten Stephan Ringeis und seinen Nachfolger Werner Philipp mit Grußworten.

Neue Aufgaben und neue Strukturen

Stephan Ringeis wird nach einer dreimonatigen Sabbatzeit die neue Beauftragung eines Pastors im Interimsdienst antreten. Als geistlicher Begleiter wird er jeweils für ein Konferenzjahr Bezirke oder Gemeinden in Situationen des Umbruchs oder Übergangs begleiten. Außerdem begleitet er beim Mitteldeutschen Rundfunk als Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen die monatlichen freikirchlichen Rundfunkgottesdienste und die Worte für den Tag. Werner Philipp findet mit Dienstbeginn neue Arbeitsstrukturen in der Ostdeutschen Konferenz vor. Die Superintendentur ist in Zwickau räumlich verbunden mit dem Konferenzbüro. Neben Körperschaftsangelegenheiten wird dort auch ein Teil der Organisation der Jährlichen Konferenzen angesiedelt sein.

Bildnachweis: Alfons Müller, EmK-OJK

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Der Distrikt Zwickau der Evangelisch-methodistischen Kirche umfasst 23 Bezirke mit 50 Gemeinden in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Bischof Rückert: »Einander nicht loslassen«

Mo, 05/27/2019 - 16:43

Am gestrigen Sonntag endete die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz, das Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Süddeutschland. Von Mittwoch bis Samstag waren die Geschäftssitzungen in Öhringen. Der Abschluss mit über 2.000 Besuchern war am gestrigen Sonntag in Heilbronn mit Gottesdiensten und Veranstaltungsangeboten für alle Generationen.

Die Hand von Jesus trägt

»Aufbrüche sind riskant, Aufbrüche bewirken Veränderung, Aufbrüche provozieren«, beschrieb Harald Rückert in seiner Predigt die Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der kirchlichen Gemeindearbeit. Der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche beschrieb die Herausforderung des Aufbrechens am Beispiel der Geschichte des Petrus, der von Jesus eingeladen wurde über das Wasser zu ihm zu kommen. »Aufbrechen in der Gemeinde ist wie über das Wasser gehen«, beschrieb Rückert die Herausforderung. Dazu gehörten sowohl Entscheidungen in der Gemeinde vor Ort als auch Beschlüsse der Tagung der Jährlichen Konferenz. Das Ringen in theologischen Fragen gehöre ebenfalls dazu, wie die aktuelle Auseinandersetzung zeige, in der sich die Evangelisch-methodistische Kirche weltweit befinde. Dabei geht es um die Frage, ob Segnungen von homosexuellen Paaren oder die Ordination von Homosexuellen möglich sein soll. Solche Herausforderungen seien wie der Moment, in dem der zunächst auf dem Wasser gehende Petrus dann zu sinken drohte. Er habe in diesem Moment erfahren, dass da noch eine andere Hand war, die ihn trug – die von Jesus. Der Handschlag, den Jesus anbiete, »befähigt uns, dass wir einander nicht loslassen müssen« übertrug der Bischof diese biblische Ermutigung in Aufbruchssituationen in der Kirche und in Gemeinden. Dieser Handschlag Jesu, stelle eine »lebendige, energetische Verbindung zu seiner unbeirrbaren Liebe her«. »Deshalb«, so lädt Rückert überzeugt ein, »können wir gemeinsam über alles, was uns scheinbar so tief trennt, Zeugnis der Liebe Gottes sein«. »Wir können einander die Hand reichen, wenn wir Gott die Hand reichen, die er uns entgegenstreckt.«

Finanzentwicklung auf den Prüfstand stellen

Am Samstag, dem letzten Tag mit Geschäftssitzungen der Konferenz, hatten die Konferenzmitglieder noch viele Berichte und Sachverhalten zu diskutieren. Redebedarf gab es beim Finanzbericht über die erwartete Einnahmeentwicklung durch Spenden, die mit den für die Gemeinden beschlossenen Umlagesteigerungen nicht mithielt. Die Spendenbereitschaft sei zwar gestiegen. Aber die sinkenden Gliederzahlen führten in der Summe dann doch zu einer Lücke zwischen den eingegangenen Spenden und der von den Gemeinden abzuführenden Umlage, mit der im Wesentlichen die Personalkosten der Kirche gedeckt werden. Angesichts der aktuellen Entwicklung beauftragten die Mitglieder der Konferenz das zuständige Finanzgremium, die ursprünglich geplante jährliche Gehaltserhöhung der pastoralen Hauptamtlichen bis zum kommenden Jahr auf den Prüfstand zu stellen, auszuwerten und das Ergebnis zu präsentieren.

Verwaltungs- und Schulungszentrum in Stuttgart im Zeitplan

Die im vergangenen Jahr beschlossene Schließung des Bildungs- und Begegnungszentrums im Stuttgarter Stadtteil Giebel ist zwischenzeitlich erfolgt. Die umfangreichen Umbauten sind im Zeitplan. Neben einem verkleinerten Gästebetrieb für Schulungen und kirchliche Sitzungen werden das Kinder- und Jugendwerk, das Bildungswerk, die Konferenzgeschäftsstelle, die Superintendentur Stuttgart und die EmK-Privatfunkagentur »Radio m« in diesem Gebäude neue Räume beziehen können. Bis im Herbst dieses Jahres wird der Umbau abgeschlossen sein.

Schwierigkeiten bei Asylverfahren sollen analysiert werden

Ein die Konferenzmitglieder sichtlich bewegendes Thema waren Erfahrungsberichte aus Gemeinden, denen sich asylsuchende Menschen angeschlossen haben. Zunehmend, so die Berichte aus diesen Gemeinden, würden Asylverfahren vor Gericht scheitern, auch für Christen, denen bei einer Abschiebung in ihr Heimatland Lebensgefahr drohe. Die zuständigen Gerichte würden trotz Bescheinigung der Pastoren den ernst gemeinten Glauben in Frage stellen, den asylsuchende Menschen in ihrem Verfahren bezeugten. Im Auftrag der Jährlichen Konferenz wurde eine Gruppe beauftragt, diese Situation zu analysieren und in absehbarer Zeit mit einem mahnenden Wort der Kirche an die Öffentlichkeit zu treten.

Dem Aufbruch Aufmerksamkeit schenken

Betroffenheit löste auch der Bericht des Konferenzstatistikers aus, der mitteilte, dass die Gliederzahl der Evangelisch-methodistischen Kirche in Süddeutschland unter die Marke von 15.000 Kirchengliedern gesunken sei. In Verbindung mit der leicht gestiegenen Zahl an Kirchenangehörigen bleibe die Gesamtsumme jedoch nahezu gleich. Die aus verschiedenen Gemeinden und Regionen berichteten Aufbrüche würden sich allerdings noch nicht in der Statistik niederschlagen. Verschiedene Kommentare im Plenum der Konferenztagung machten deutlich, dass diese statistischen Zahlen nicht nur zur Kenntnis genommen werden dürften. In den kommenden Jahren müsse der Frage des Aufbrechens und die Suche nach Wegen, wie die Kirche Menschen für den Glauben und für die Gemeinschaft der Kirche gewinnen könne, vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Informationen zur SJK

Zur Information
Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 27.600 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Dienstzuweisungen SJK 2019

So, 05/26/2019 - 12:00
Distrikt Heidelberg 

Superintendent Stefan Kettner (1)

  • Baden-Baden/Loffenau: Erwin Ziegenheim (9) bis Ende 2019
  • Brombach: Cornelia Trick (6)
  • Bruchsal / Kraichtal: Knut Neumann (7), Thomas Stil (Praktikant)
  • Darmstadt / Dreieich: Mihal Hrcan (11), Carl Hecker (1)
  • Dillenburg: Beate Lasch (5)
  • Frankfurt-Innenstadt: Uwe Saßnowski (8) Chi My Nguyen (3)
  • Vietnamesische Gemeinde: Chi My Nguyen (16)
  • Frankfurt-Ruferkirche: Rainer Leo (2)
  • Freiburg: Martin Metzger (4)
  • Friedrichsdorf: Gerald Kappaun (6)
  • Heidelberg: Damaris Hecker (5)
  • Hockenheim: Hanna Lehnert (5)
  • Kaiserslautern: Volker Kempf (8)
  • Kandel / Neustadt / Speyer: Andreas Denkmann (9)
  • Karlsruhe: Daniel Schopf (8), Boglárka Mitschele (6), Michael Künzel (Praktikant), Dominic Schmidt (5)
  • Kirchhain / Marburg: Rolf Held (4), Annette Gruschwitz (1), Ulrike Brodbeck (4, Laienpredigerin im Gemeindedienst)
  • Kraichgau: Steffen Peterseim (4), Andreas Heeß (8)
  • Lahr: Martin Metzger (4)
  • Lohra: Rolf Held (4), Annette Gruschwitz (1)
  • Mainz / Wiesbaden: Stefanie Schmid (3)
  • Mannheim: Tobias Dietze (4)
  • Mühlheim am Main: Vatroslav Zupancic (2, Lokalpastor), Aufsicht: Ralf Schweinsberg
  • Nahe / Hunsrück: Daniel Knierim (4, Pastor auf Probe), Aufsicht: Cornelia Trick
  • Neuenhain im Taunus: Clemens Klingel (7)
  • Pirmasens: Christina Henzler (2)
  • Rothenbergen: Ralf Schweinsberg (1)
  • Saar / Zweibrücken: Joachim Schumann (6)
  • Siegen: Carl Hecker (1), Markus Weber (2)
  • Weitefeld: Carl Hecker (1)
Distrikt Nürnberg

Superintendent Markus Jung (5)

Bayern

  • Ansbach: Reinhard Wick (3)
  • Augsburg: Wolfgang Bay D.Min. (10)
  • Fürth / Erlangen: Robert Hoffmann (2), Akbar Sadeghnezhad (3, MA im Gemeindedienst)
  • Hof/Naila: Markus Gumpfer (2, Lokalpastor), Aufsicht: Markus Jung
  • München Erlöserkirche: Jörg Finkbeiner (2)
  • München Friedenskirche: Kurt Junginger (8), Madelaine Strassburg (8, Lokalpastorin)
  • München Peace Church: Christine Erb-Kanzleiter (20)
  • Nürnberg JesusCentrum: Eberhard Schilling (22), Julian Hirt (1, Lokalpastor, Nürnberg), Sandra Rödel (1, Lokalpastorin, Bamberg), Andreas Rödel (1, Lokalpastor, Bamberg), Ruwen Braun (1, Lokalpastor, Ingolstadt)
  • Nürnberg Pauluskirche: Stefan Veihelmann (13), ab Februar 2020 vakant, Wolfgang Rieker (5), Thomas Mühlberger (3)
  • Nürnberg Zionskirche: Birgitta Hetzner (2)
  • Oberfranken: Stefan Schörk (12), Eva Ernst (6, Mitarbeiterin im Gemeindedienst)
  • Schwabach / Weißenburg: Manuel Stemmler (3, Pastor auf Probe), Aufsicht: Wolfgang Rieker
  • Schweinfurt / Würzburg: Andreas Jahreiß (12), Sven Batram (3, Pastor auf Probe)

Württemberg 

  • Abstatt-Happenbach: Volker Markowis (7)
  • Backnang: Alexander von Wascinski (4)
  • Beilstein: Ingo Blickle (8)
  • Besigheim / Ottmarsheim: Lutz Althöfer (8)
  • Bietigheim: vakant, ab Februar 2020 Stefan Veihelmann (1)
  • Crailsheim: Holger Meyer (9)
  • Güglingen: Uwe Kietzke (8)
  • Heilbronn: Kerstin Schmidt-Peterseim (4), Tilmann Sticher (13), Rebekka Held (3, Pastorin auf Probe)
  • Murrhardt: Anke Neuenfeldt (4)
  • Öhringen: Martin Brusius (3)
  • Schwäbisch Hall: Ute Armbruster-Stephan (11)
  • Weinsberg: Peter Wittenzellner (3)
  • Wüstenrot / Neuhütten: Anne Oberkampf (9), Catrin Baisch (2, Lokalpastorin)
Distrikt Reutlingen   

Superintendent Tobias Beißwenger (2)

  • Albstadt: Walther Seiler (4), weitere Stelle vakant
  • Altensteig: Dirk Reschke-Wittko (1)
  • Ammerbuch-Entringen: David Schwarz (2, Pastor auf Probe), Aufsicht: Dorothea Lorenz
  • Baiersbronn / Besenfeld: Christine Finkbeiner (1), Damian Carruthers (4)
  • Balingen: Sebastian Hochholzer (1, Pastor auf Probe), Aufsicht: Alfred Schwarzwälder
  • Dornhan: Jürgen Blum (4)
  • Freudenstadt: Michael Mäule (7), Petra Finkbeiner (1, Mitarbeiterin im Gemeindedienst)
  • Heidenheim/Geislingen: Dr. Jonathan Whitlock (3), Thomas Brinkmann (5)
  • Herrenberg: Alfred Schwarzwälder (9)
  • Konstanz: Volker Seybold (3)
  • Laichingen: Philipp Züfle (4)
  • Metzingen: Bernd Schwenkschuster (10)
  • Mössingen: Frank Mader (3), Wolf-Dieter Keßler (4). Tobias Zucker (2, Jugendreferent)
  • Nagold: Matthias Walter (3)
  • Nürtingen: Jürgen Hofmann (7), Nadine Karrenbauer (5, Jugendreferentin)
  • Pfullingen: Oliver Lacher (5), Caroline Springer (4, Jugendreferentin), Stefan Bitzer (2, Mitarbeiter im Gemeindedienst)
  • Pliezhausen: Ulrich Ziegler (13), Monika Brenner (4, Lokalpastorin)
  • Reutlingen Erlöserkirche: Tabea Münz (3), Anette Obergfell (5), Annette Schöllhorn (1, Lokalpastorin)
  • Reutlingen-Betzingen: Christoph Klaiber (5), Flemming Novak (3, Pastor auf Probe)
  • St. Georgen: Dorothea Lautenschläger (1, Lokalpastorin), Aufsicht: Michael Mäule
  • Teck: Stefan Herb (5), Michael Breiter (1, Mitarbeiter im Gemeindedienst)
  • Tübingen: Dorothea Lorenz (8)
  • Tuttlingen / Trossingen: Elisabeth Kodweiß (1)
  • Überlingen / Friedrichshafen: Rouven Bürkle (5)
  • Ulm: Michael Mayer (10), Thomas de Jong (3, Pastor auf Probe), Thomas Widmann (4, Jugendreferent)
  • Villingen-Schwenningen: Hans-Ulrich Hofmann (8), Lea Hornberger (1, Pastorin auf Probe)
  • Wangen im Allgäu: vakant, ab Februar 2020 Matthias Hetzner (1)
Distrikt Stuttgart 

Superintendent Siegfried Reissing (9)

  • Aalen / Schwäbisch Gmünd: Rainer Zimmerschitt (9)
  • Asperg: Bernd Winkler (9)
  • Birkenfeld: Marc Laukemann (11)
  • Böblingen: Dr. Hans-Martin Niethammer (9), Ulrike Burkhardt-Kibitzki (2)
  • Calw: Linda Wagner (7)
  • Esslingen: Markus Bauder (12), Almuth Zipf (2, Pastorin auf Probe)
  • Eutingen: Jürgen Fleck (6)
  • FellbachCannstatt: Jochen Röhl (5), Hartmut Hilke (6)
  • Göppingen: Hans Martin Hoyer (8)
  • Knittlingen / Bauschlott: Matthias Hetzner (9), ab Februar 2020 vakant
  • Leinfelden-Echterdingen: Mareike Bloedt (2)
  • Ludwigsburg: Thomas Schmückle (1), Kerstin Gottfried (4)
  • Marbach a. N.: Matthias Kapp (3), Stefanie Reinert (4)
  • Mühlacker/Sersheim: Gerhard Bauer (3)
  • Nellingen: Klaus Schopf (7, Lokalpastor)
  • Neuenbürg: Burkhard Seeger (6)
  • Pforzheim: Hans Martin Renno (3), Bettina Gfell (5, Lokalpastorin)
  • Plochingen: Martin Schneidemesser (7)
  • Rutesheim: Gottfried Liese (3), Anna Marinova (1, Pastorin auf Probe)
  • Schönaich: Ellen Widmer (9)
  • Schorndorf: Stefan Reinhardt (8)
  • Sindelfingen: Deborah Burrer (6)
  • Stuttgart-Mitte: Michael Burkhardt (5), ab Januar 2020 vakant, Katharina Sautter (2), Michael Weiße (5, Sozialdiakon)
  • Stuttgart-Nord: Helmut Rothfuß (3), Rainer Gottfried (7, Lokalpastor)
  • Stuttgart-Vaihingen: Jörg Kibitzki (2)
  • Stuttgart / Frankfurt / Saarbrücken, Ghanaischer Bezirk: Ebenezer Mensah (5)
  • Unteres Filstal: Holger Panteleit (6)
  • Vaihingen an der Enz: Bernhard Schäfer (7), Tabita Mann (2, Jugendreferentin)
  • Waiblingen:  Michael Löffler (8), Thomas Reich 12, Lokalpastor), Claire Hamer (5, Jugendreferentin)
  • Waiblingen-Hegnach: Dieter Jäger (4)
  • Weissach: Walter Knerr (13)
  • Welzheim / Rudersberg: Matthias Föhl (12)
  • Winnenden: Thomas Mozer (2), Hanna Maier (2, Lokalpastorin)
In besonderen Diensten Im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen
  • Bildungswerk - Leiter: Wilfried Röcker (7, BK FellbachCannstatt)
  • Kinder- und Jugendwerk - Leiter, Bildungsreferent: Jörg Hammer (9, BK Stuttgart-Nord)
  • Referent für missionarische Jugendarbeit: Klaus Schmiegel (4, BK Ludwigsburg)
  • Jungscharsekretärin (50%): Annette Gruschwitz (5, BK Marburg/Kirchhain)
  • Referent für die Arbeit der WesleyScouts (50%): Andreas Heeß (8, BK Kraichgau)
  • Lebenszentrum Ebhausen e.V. - Leiter: Herbert Link (7, BK Nagold)
  • BKB, Berater bei der Veräußerung von Gebäuden: Martin Schneidemesser (5, BK Plochingen)
  • Kommission für diakonische und gesellschaftliche Verantwortung - Referentin für diakonische und gesellschaftliche Verantwortung: Denise Courbain (2, BK Nürnberg Pauluskirche)
  • Evangelisationswerk - Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau: Eberhard Schilling (1)
  • Weltmission: Missionssekretär - Leiter der EmK-Weltmission: Frank Aichele (10, BK Bergisches Land)
  • Referat Öffentlichkeitsarbeit - Referent: Klaus Ulrich Ruof (14, BK Frankfurt-Ruferkirche)
  • radio m, Stuttgart - Leiterin: Dagmar Köhring (6, Lokalpastorin, BK Rutesheim)
  • Theologische Hochschule - Reutlingen: Professor Dr. Holger Eschmann (27, BK Reutlingen Erlöserkirche), Professor Achim Härtner (25, BK Reutlingen Erlöserkirche), Professor (Rektor) Dr. Roland Gebauer (22, BK Reutlingen-Betzingen)

Diakoniewerk BETHANIEN e.V Frankfurt, BETHANIEN Diakonissen-Stiftung, BETHESDA Diakonie-Stiftung und Evangelisch-methodistische BETHANIEN-Stiftung:

  • Frankfurt - Theologischer Vorstand der BDS: Dr. Lothar Elsner (7, BK Stuttgart-Nord)
  • Seelsorge Diakonissenkrankenhaus - Pastorin: Ute Duppel-Martin (1, Lokalpastorin, BK Heidelberg)
  • Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg - Pastorale Direktorin: Ingeborg Dorn (17, BK Heidelberg)
  • Heidelberg Altenhilfeeinrichtungen - Pastor: Hans-Rudolf Münz (4, BK Hockenheim)
  • Ulm Altenhilfeeinrichtungen - Pastoraler Direktor: Michael Burkhardt (1, BK Ulm)
  • Koordinator Netzwerk Trampolin - Pastor: Dominic Schmidt (3, BK Karlsruhe)
  • Stuttgart - Leitender Pastor Sana-Klinik Bethesda Stuttgart: Erhard Wiedenmann (3, BK Stuttgart-Mitte)

Diakoniewerk MARTHA-MARIA:

  • Nürnberg - Direktor: Andreas Cramer (20, BK Nürnberg Pauluskirche)
  • Nürnberg - Pastor: Hans Christof Lubahn (6, BK Nürnberg Zionskirche)
  • Nürnberg - Pastor: Martin Jäger (2, BK Nürnberg Pauluskirche)
  • Nagold - Pastor: Dirk Reschke-Wittko (1, BK Altensteig)
  • München - Pastor: Reiner Kanzleiter (8, BK München Peace Church)
  • Stuttgart - Pastorin: Sabine Wenner (2, Lokalpastorin, BK Stuttgart-Vaihingen)
  • Honau - Pastorin: Gerda Eschmann (3, BK Metzingen)
  • Freudenstadt - Seelsorger Gesundheitspark Hohenfreudenstadt: Jürgen Zipf (4, BK Freudenstadt)
  • Wüstenrot Seniorenzentrum - Pastorin: Catrin Baisch (2, Lokalpastorin, BK Wüstenrot / Neuhütten)
  • Halle - Theologischer Geschäftsführer: Markus Ebinger (5, BK Halle)
  • Halle - Pastorin: Sabine Schober (9, BK Halle)
Außerhalb der Zentralkonferenz unter Aufsicht einer Konferenz oder Behörde
  • Missionar Malawi: Olav Schmidt (4, BK Pirmasens)
Zur besonderen Verfügung des Superintendenten
  • Matthias Johannes Schultheiß (BK Friedrichsdorf)
Freiwillige Beurlaubung
  • Johannes Knöller (BK Heidenheim)
Pastoren und Pastorinnen im Ruhestand

Distrikt Heidelberg

Thomas Borrmann, Immanuel Dauner, Wolfgang Dietze, Wolfgang Friedrich, Helmut Gehrig, Volker Göhler, Sally Kay Harrington, Günter Hartmann, Lutz Heil, Erich Heß, Thomas Hildebrandt, Rolf Huber, Horst Kerscher, Dieter Klenk, Kurt Kumm, Sieghard Kurz, Reiner Lange, Klaus Liesegang, Marlies Machnik-Schlarb, Horst Marquardt, Gertrud Michelmann, Michael Moerschel, Hans Jakob Reimers, Kurt Scherer, Gerhard Schreiber, Roland Stephan, Hans-Jürgen Stöcker, Karl Unrath, Peter Vesen, Andreas Wagner, Martin Waitzmann, Günter Winkmann, Frieder Zabel, Philipp Zimmermann

Distrikt Nürnberg   

Winfried Bolay, Rudolf Dochtermann, Manfred Ellermann, Friedbert Gruhler, Christoph Heugel, Ulrich Jahreiß, Werner Jung, Jakob Koch, Lothar Kuhnke (Lokalpastor), Dieter Lampert, Albert Messinger, Paul Nollenberger, Edwin Oesterer, Dietmar Prietz, Klaus Rabe, Dr. Ludwig Rott, Joachim Schard, Helmut Specht, Hans Straub, Johannes Unold, Gerhard Weidhaas, Hans Weisenberger

Distrikt Reutlingen 

Walter Bader, Traugott Bäuerle, Jürgen Bildmann, Norbert Böhringer, Martin Bültge, Heinz Burkhardt, Theodor Burkhardt, Reiner Dauner, Siegfried Eisenmann, Günter Engelhardt, Adolf Erhard, Margot Fischer, Robert Gaubatz, Ralf Gründler, Werner Hoffmann, Hartmut Hofses, Horst Knöller, Rolf Lengerer, Theo Leonhardt, Diederich Lüken, Dr. Manfred Marquardt, Herbert Mast, Heinz Moritz, Alwin Neumann, Johannes Niethammer, Bernd Osigus, Kurt Riegraf, Dieter Sackmann, Kurt Schäfer, Klaus Schroer, Heinrich Schroth, Walter Schwaiger, Joachim Seidel, Manfred Sell, Reiner Stahl, Herbert Stumpp, Reinhold Twisselmann, Kurt Wegenast, Helmut Weller, Petar Zunic

Distrikt Stuttgart 

Armin Besserer D. Min, Traugott Blessing, Hans-Martin Brombach, Johannes Browa, Ottmar Deiß, Willi Gittinger, Friedhelm Gutbrod, Hans Härle, Eberhard Hauswald, Alfred Herb, Traugott Holzwarth, Wilhelm Kiemle, Günter Klenk, Helmut Knödler, Helmut Kraft, Martin Krauss, Michael Kubica, Karl Layer, Friedrich Macco, Gerhard Maier, Günter Maier, Johannes Schäfer, Helmut Schert, Karl Schmid, Herbert Seeger, Richard Spannagel, Hans-Martin Steckel, Walter Strenger, Walter K. Veihelmann, Hans Waitzmann, Ludwig Waitzmann, Erwin Ziegenheim (ab 1/2020)

Bewerber und Bewerberinnen für das Predigtamt - Studierende

An der Theologischen Hochschule Reutlingen

  • Janina Schmückle (BK Reutlingen Erlöserkirche)
  • Benedikt Hanak (BK Vaihingen/Enz)
  • Nadzeya Kisialevich (BK Bietigheim)
  • Sabbath Mavula (BK Backnang)
  • Annette Schöllhorn (BK RT-Erlöserkirtche)

An Universitäten und anderen Ausbildungsstätten

  • Maximilian Bühler (BK Heidelberg)
  • Nicole Kunkel (BK Thüringer Wald)
Lokalisierte Pastoren
  • Alfred Schaar (BK FellbachCannstatt)
  • Volker Schuler (BK Öhringen)
  • Friedemann Burkhardt (BK Birkenfeld)
Lokalpastorinnen ohne Dienstzuweisung
  • Roswitha Dörner (BK Nürnberg JesusCentrum)
  • Ruth-Regina Eißele (BK Waiblingen)
  • Doris Schilling (BK Nürnberg JesusCentrum)

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof

Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden

Sa, 05/25/2019 - 17:54

Am Samstagvormittag nahm sich die Süddeutsche Jährliche Konferenz Zeit für eine vertiefte theologische Auseinandersetzung. Dazu war Manfred Marquardt zu einem Referat unter dem Titel »Ist dein Herz aufrichtig?« eingeladen. Der langjährige Dozent und Direktor der Theologischen Hochschule Reutlingen nahm damit ein Wort aus der Lehrpredigt John Wesleys über die »Ökumenische Gesinnung« auf.

Das aufrechte Herz

Der kurze Dialog »Ist dein Herz aufrichtig gegen mich, dann gib mir deine Hand!« stammt aus 2. Könige 10,15. Wesley löst diesen Vers von seinem Kontext. Ihm geht es um das Gespräch zwischen zwei Personen, die gegensätzliche Positionen beziehen. Nach der Bibel sei das Herz das Zentrum einer Person, in dem »Wollen, Empfinden und Denken ihren Sitz haben«, erklärt Marquardt. Für eine gelingende Beziehung sei ein »aufrichtiges Herz« wichtig. Dieses rede nicht anders als es empfindet. »Da wird nicht hinter dem Rücken konspiriert oder agitiert, sondern mit offenen Karten gespielt«, sagt Marquardt. Wesley rückt die Aufrichtigkeit der Herzen in den Mittelpunkt: »Wenn Menschen auch nicht gleich denken, so sollen sie doch gleich lieben.«

Warnung vor Fanatismus

Hier ergänzt Marquardt seine Überlegungen durch einen Rückgriff auf zwei unmittelbar vorhergehende Lehrpredigten: In seiner Predigt 37 mit dem Titel »Warnung vor Fanatismus«, kritisiert Wesley Fanatiker, die sich einbilden, Gott habe ihnen genau gesagt, was er von ihnen wolle. Dabei würden sie weder Vernunft noch Erfahrung zu Rate ziehen.

In Predigt 38 warnt er vor Engstirnigkeit, also vor einer zu starken Vorliebe für die eigene Gruppe. Mit dem liberalen Denken seiner Zeit wusste Wesley, dass Menschen sich irren können und trat deshalb für Toleranz ein. Die tätige Liebe und das gemeinsame Dienen am Reich Gottes sei der geltende Maßstab.

Es braucht den Geist, um das Wort zu verstehen

Für Gespräche über Glaubensinhalte, ethische Regeln und Werte hat John Wesley die bekannte Regel ausgegeben: »Im Wesentlichen Einheit, im Strittigen Freiheit, in allem Liebe.« Damit sei festzulegen, was denn das Wesentliche sei, gibt Marquardt zu bedenken: Worin besteht der »Kernbestand unserer Glaubenslehre«? Dabei kommt es darauf an, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Es reiche aber nicht, allein Bibelstellen zu zitieren, um das Wesentliche zu benennen. Auch Bibelworte könnten missverstanden, ja missbraucht werden. »Wir müssen lernen und uns darin üben, zwischen Wort und Geist zu unterscheiden«, betont Marquardt.

Als Beispiel einer theologischen Fehlentscheidung erinnerte Marquardt an einen schmerzlichen Punkt in der Geschichte des Methodismus. Fünfzig Jahre nach dem Tod John Wesleys spaltete sich die Bischöfliche Methodistenkirche des Südens der USA von der Bischöflichen Methodistenkirche ab, weil man das Recht auf Sklavenbesitz nicht abschaffen wollte. Als Begründung dafür diente die Bibel, die Sklaverei nicht ablehne. Erst 1939 wurden diese Kirchenzweige des Methodismus wieder vereinigt.

Marquardt ist sich sicher, »ohne das Wort, das Gott bezeugt, können wir Gottes Willen weder verstehen noch tun.« Um dieses Wort zu verstehen, brauche es den Geist, »der es zum Verstehen und Wollen lebendig macht«. Erst dann, so Marquardt, würden die nötigen Unterscheidungen gelingen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren
Michael Putzke ist leitender Redakteur des zweiwöchentlich erscheinenden EmK-Magazins »Unterwegs«. Christof Voigt ist Professor für Philosophie und Biblische Sprachen an der Theologischen Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Vortrag »Ist dein Herz aufrichtig?« (PDF)
Informationen zur SJK
Programm der Konferenztagung

Zur Information
Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 27.600 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Erinnerung, die dankbar stimmt

Sa, 05/25/2019 - 06:40

Am gestrigen Freitag war die Süddeutsche Jährliche Konferenz im Arbeitsmodus. Es ging um die Superintendenten-Berichte mit den Ausführungen zum Amt des Superintendenten, Entgegennahme und Diskussion von Berichten und Beschlüssen verschiedener Ausschüsse. Zum Abschluss des Tages fand die Gedächtnisfeier statt, in der sich die Mitglieder der Konferenz von den im zurückliegenden Jahr verstorbenen Personen aus ihrer Mitte erinnern.

Kritik und Dank – das Superintendentenamt wird diskutiert

Bei der Konferenztagung des vergangenen Jahres hatten die Superintendenten der Süddeutschen Konferenz die Aufgab erhalten, zur Weiterentwicklung des Superintendentenamtes Vorschläge zu machen. Auslöser dafür war die damals abgebrochene Nominationswahl, um für den Distrikt Heidelberg die Nachfolge für Superintendent Carl Hecker zu klären. Aus unterschiedlichsten Gründen hatten die in der Nominationswahl vorgeschlagenen Personen keine Bereitschaft zur Kandidatur gefunden und die Nomination abgelehnt.

Im Bericht der Superintendenten und der sich daran anschließenden Diskussion ging es um die Schwerpunkte der Aufgaben der Superintendenten. Neben Verwaltung und der Begleitung von Veränderungsprozessen gehöre Personalbegleitung und Personalentwicklung zu den schwerpunktmäßigen Aufgaben. Die Frage der Familienfreundlichkeit des Amtes, die Wohnortfestlegung, die Schwierigkeit der Gewinnung von Frauen für die Übernahme des Amtes und Überlegungen für eine erhöhte Aufwandspauschale für dieses Amt waren Gegenstand der Diskussion und vieler Diskussionsbeiträge.

Ein Antrag auf Erhöhung der Aufwandspauschale wurde aus formalen Gründen an das dafür deutschlandweit zuständige Gremium überwiesen. Die Überlegungen zur Verringerung und Verlagerung von Verwaltungsaufgaben wurde von den Mitgliedern der Konferenz nicht abschließend diskutiert, weil dazu noch differenziertere Informationen nicht vorlagen. Kritisiert wurde, dass die von den Superintendenten vorgelegte Beschreibung und Analyse zu sehr vom Bestehenden ausging. Ideen und Überlegungen außerhalb der bisher üblichen Praxis habe der vorgelegte Bericht nicht thematisiert. In vielen Beiträgen kam die Anerkennung für die Amtsführung der Superintendenten zum Ausdruck und die Bereitschaft, die Inhalte und Schwerpunktsetzung gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Dienstgemeinschaft entwickelt sich weiter

Zum Ende des Vormittags wurden die am Tag zuvor in geschlossener Konferenzsitzung erfolgten Personalentscheidungen mitgeteilt und die betreffenden Personen geehrt sowie in die Konferenz aufgenommen und für den weiteren gemeinsamen Weg in der Kirche gesegnet. In die Mitgliedschaft der Konferenz aufgenommen wurden Tabea Münz, Damian Carruthers und Philipp Züfle, wobei die beiden letztgenannten am Konferenzsonntag ordiniert werden. In den pastoralen Dienst auf Probe wurden Sebastian Hochholzer, Lea Hornberger und Anna Marinova aufgenommen. Ruwen Braun, Ute Duppel-Martin, Julian Hirt sowie Andreas und Sandra Rödel wurden als Lokalpastoren und Lokalpastorin willkommen geheißen. Für 25 Dienstjahre wurden Stefan Schörk, Jürgen Zipf, Markus Ebinger, Wolf-Dieter Kessler und Beate Lasch geehrt, für 50 Dienstjahre Rudolf Dochtermann.

Gedenken an die Verstorbenen

Der durch das Team der EmK-Privatfunkagentur »radio m« vorbereitete Gedächtnisgottesdienst führte die Konferenzgemeinde mit trauernden Angehörigen in der römisch-katholischen St.-Josefs-Kirche am Stadtrand von Öhringen zusammen. In diesem Gottesdienst wurde der im zurückliegenden Konferenzjahr verstorbenen Pastoren, Pastorenfrauen, Pastorenwitwen und engagierter Laien gedacht. Dies waren die Pastoren Werner Schmolz, Gerhardt Ehrenfried, Alfred Mignon und Fritz Finkbeiner sowie die Pastorenwitwen Christa Krohe und Waltraud Hammer und die Pastorenfrauen Bärbel Kohlhammer und Carmen Klenk. Darüber hinaus wurde an den Tod von Martha Riegraf erinnert, die über viele Jahre als Schatzmeisterin des Frauenwerks und in verschiedenen Funktionen für das Frauenwerk national und international tätig war.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren
Michael Putzke ist leitender Redakteur des zweiwöchentlich erscheinenden EmK-Magazins »unterwegs«. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 27.600 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Einander den Glauben glauben

Fr, 05/24/2019 - 05:45

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz (SJK) ist am gestrigen Donnerstag von morgens bis abends in Plenarsitzung. Das mit Spannung erwartete »Thema des Tages« ist die Diskussion der Entscheidung der jüngsten außerordentlichen Generalkonferenz vom Februar dieses Jahres in Verbindung mit dem Bericht des vom Kirchenvorstand eingesetzten »Runden Tisches«.

Neuer Prozess des Vertrauens

»Wir haben gemerkt wie gesplittet unsere Kirche ist«, fasste Christine Flick, die Delegierte der SJK an die Generalkonferenz, ihre Eindrücke dieser außerordentlichen  Generalkonferenz zusammen, die sich nur mit der Frage der Segnung homosexueller Paare und der Ordination von Homosexuellen für den pastoralen Dienst befasst hatte. Es habe nach einem berührenden geistlichen Auftakt letztlich doch nur ein »Kampf um Positionen auf beiden Seiten« stattgefunden.

Markus Jung, Superintendent im Distrikt Nürnberg, erklärte den Mitgliedern der Süddeutschen Jährlichen Konferenz, wie eine Woche nach der Generalkonferenz das Kabinett des Bischofs und der Superintendenten sowie der Kirchenvorstand die Beschlüsse der Generalkonferenz beraten hätten. »Die Generalkonferenz hat uns gezeigt, dass uns ein reiner Mehrheitsbeschluss nicht weiterbringt« und dass ein »Denken in Pro und Kontra« nicht zum Ziel führe. Die drängende Frage sei: »Was verbindet uns?« Dazu müsse ein neuer »Prozess des Vertrauens« angestoßen werden, der sich gleichzeitig der Frage stelle, wie die Kirche sich öffnen und die Menschen mit konservativer Meinung trotzdem »mitnehmen« könne.

Einen Weg finden, den viele mitgehen können

Am Nachmittag findet die kontroverse, aber faire Aussprache statt, in der sich viele Konferenzmitglieder zu Wort melden. Über zwei Stunden dauert die Debatte mit sehr persönlichen, ehrlichen und klaren Wortmeldungen. Von einer »Blase« war die Rede, in der sich die Kommission »Ein Weg in die Zukunft« und der Bischofsrat befunden hätten, sodass die Entscheidung der Generalkonferenz zu einer herben Überraschung geführt habe. Die Superintendenten berichten davon, dass im Nachgang zur Entscheidung der Generalkonferenz und des kurz darauf tagenden Kirchenvorstands in den Gemeinden viele Gespräche stattgefunden hätten und immer noch andauerten. »Es ist zunehmend möglich, dass man die Dinge offen anspricht und auch benennen kann«, zieht der Stuttgarter Superintendent Siegfried Reissing eine erste Bilanz dieser Gespräche.

Es müsse möglich sein, miteinander zu leben, »wenn beide Seiten schmerzhafte Kompromisse machen«, erklärte Volker Seybold, Pastor in Konstanz. »Wir müssen den Weg der Mitte finden«, ist sein Appell. »Wir merken, dass wir umeinander ringen«, beschreibt Mareike Bloedt das Positive an der aktuellen Situation. »Das zeigt, dass wir aneinander hängen«, ist die Pastorin im Bezirk Leinfelden-Echterdingen überzeugt. Als Mitglied des Runden Tisches beschreibt sie dessen Ansatz, dass dort alle Positionen ihren Platz finden. Es geht nicht darum, einen konservativen oder liberalen Weg ausfindig zu machen, sondern einen »Weg, den viele mitgehen können«.

Einstimmiger Beschluss

In der Aussprache kommt auch zum Ausdruck, dass die Einheit der Kirche zwar wichtig sei, es aber »nicht eine Einheit um jeden Preis« sein könne. Demgegenüber kennzeichnet ein anderer Beitrag die »Einheit als Zentrum der methodistischen Identität«. Die EmK sei eine Kirche, in der »denken und denken lassen« möglich sei. »Lasst uns das miteinander aushalten«, fordert Ulrike Brodbeck, Laienpredigerin mit einer pastoralen Dienstzuweisung nach Marburg, die Konferenzmitglieder auf.

Die Konferenzmitglieder bestätigen in der anschließenden Abstimmung einstimmig mit acht Enthaltungen den Antrag des Runden Tisches. Der damit gefasste Beschluss unterstützt den vom Runden Tisch »beschriebenen Weg und die eingeleiteten Prozesse zur Entscheidungsfindung der EmK in Deutschland«. Seitens der SJK gibt es keine Festlegungen, »die eine Verständigung verschiedener Gruppierungen und Konferenzen erschweren«.

Krise als wunderbare Chance

»Was sich keiner im Kirchenvorstand und auch ich mir als Bischof nicht vorstellen kann, ist eine Kirche in Deutschland, die nur eine einzige Sichtweise hat.« Mit dieser Aussage eröffnet Bischof Harald Rückert im Anschluss an die vorangegangene Diskussion und Beschlussfassung sein Wort an die Mitglieder der Jährlichen Konferenz. Er erinnert an die Botschaft des Kirchenvorstands mit der Aussage, die ein starkes Versprechen füreinander formuliert: »Wir wollen einander nicht loslassen und uns nicht voneinander trennen, sondern einander festhalten und füreinander einstehen.« Mit der Frage »Wollt ihr das auch?« wendet sich Rückert direkt an das konzentriert zuhörende Plenum. »Wir verlieren sehr viel, wenn wir uns trennen«, mahnt Rückert. Die Kirche verlöre missionarische Chancen und auch die Chance, voneinander zu lernen. Bisher sei die EmK von »Weite und Toleranz, gepaart mit Verbindlichkeit« geprägt gewesen. Deshalb plädiere er unermüdlich dafür, »dass wir uns mit unseren Gaben ergänzen, um unseren Auftrag erfüllen zu können«. Wenn das gelingen solle, müsse Polarisierung nicht nur vermieden werden, sondern der Polarisierung müsse aktiv widerstanden werden. Dazu gehöre auch, »dass wir aktiv und öffentlich dafür eintreten, dem jeweils anderen die Liebe zur Schrift, zur Kirche und zu unserem Auftrag zuzugestehen«, denn, so Rückert weiter, »wo wir einander den Glauben nicht glauben, wird Gemeinschaft nicht möglich sein«. Wenn aber die Bereitschaft vorhanden sei, sich aufeinander einzulassen, »dann wird diese furchtbare Krise, die wir erleben, die Kraft für eine wunderbare Chance entfalten«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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