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Aktualisiert: vor 3 Stunden 28 Minuten

Wenn die Laien nicht gewesen wären!

Mi, 05/22/2019 - 17:56

Nach Abschluss der Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz in Wilkau-Haßlau am vergangenen Sonntag veröffentlichten die Verantwortlichen ein am Samstag verabschiedetes »Wort gegen Rechtspopulismus und Nationalismus«.

Christliche Werte bekennen

In diesem Wort werden in ökumenischer Gesinnung Zitate aufgeführt aus der Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen aus dem Jahr 1934, aus der Erklärung gegen Rechtspopulismus der Herrnhuter Brüdergemeine, aus den Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche sowie ein Zitat von Kardinal Reinhard Marx von der Römisch-katholischen Kirche und aus der Stellungnahme zu Fragen der Integration von der Deutschen Evangelischen Allianz. Die zitierten Texte wenden sich gegen jede Form von nationalem Egoismus, betonen den gleichen Wert jedes einzelnen Menschen und machen deutlich, dass Widerstand gegen Fehlentwicklungen nötig ist. In der Gegenwart, so der Tenor der Erklärung, sei es unbedingt nötig, die christlichen Werte der Nächstenliebe und Verständigung zu bekennen.

Vorbild Räubersynode

Mit dieser Erklärung erinnerten die Konferenzmitglieder an die Ereignisse der als »Räubersynode« bezeichneten Jährlichen Konferenz in Wilkau im Jahr 1933. Damals wollte eine Pastorengruppe per Antrag erreichen, dass sich die Bischöfliche Methodistenkirche in Deutschland der von den Nazis diktierten Ideologie angleicht, alle internationalen Beziehungen aufgibt und sich dem Kirchendiktat der Nationalsozialisten unterwirft. Unter den Pastoren fand die nationale Abgrenzung mit 35 Ja-Stimmen und 23 Nein-Stimmen seinerzeit eine Mehrheit. Bei den Laienmitgliedern, die erstmals bei einer Jährlichen Konferenz stimmberechtigt waren, fand sich mit nur acht Ja-Stimmen und 39 Nein-Stimmen aber eine deutliche Ablehnung. Damit war die beantragte Unterordnung unter das kirchliche Reichsdiktat abgelehnt.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.  

Weiterführende Linksfileadmin/meldungen/2019/190522-OJK-Resolution.pdf
»Wort gegen Rechtspopulismus und Nationalismus« der OJK (PDF)

Reich mir deine Hand!

Mi, 05/22/2019 - 11:25

Acht Gemeindebezirke aus der gut sechzig Kilometer nördlich von Stuttgart gelegenen Region Hohenlohe und dem Heilbronner Land laden die Süddeutsche Jährliche Konferenz (SJK) nach Öhringen und Heilbronn ein. Dort findet vom heutigen Mittwoch an bis kommenden Sonntag (22. bis 26. Mai) die Konferenztagung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für Süddeutschland statt. Öhringen und Heilbronn sind dabei auch für Besucher einzelner Veranstaltungen interessant, wenn sie darüber hinaus auch an Kultur Interesse haben. Das malerisch gelegene Öhringen hat durch die Landesgartenschau 2016 noch weiter an Flair gewonnen, und Heilbronn bietet durch die im April eröffnete Bundesgartenschau einen zusätzlichen Anreiz, das letzte Maiwochenende in Heilbronn zu verbringen.

Die Hand reichen

Thema der Konferenztagung erinnert an das Motto des methodistischen Kirchenvaters John Wesley. In seiner Schrift »Kennzeichen eines Methodisten« wies er darauf hin, dass es zwar Meinungsunterschiede bei Christen geben könne. Wenn aber »das Herz« einander »aufrichtig« zugetan sei, stelle er keine weiteren Fragen. »Wenn es so ist«, schreibt Wesley weiter, »dann gib mir deine Hand!« Als Konferenztagung nach den Entscheidungen der EmK-Generalkonferenz im Februar dieses Jahres mit einer restriktiven Beschlussfassung in Fragen von Eheschließung und Ordination Homosexueller, wird dieses Motto die Beratungen und Zusammenkünfte thematisch prägen. In seiner Einladung zur Tagung bittet der Superintendent des für die Ausrichtung zuständigen EmK-Distrikts Nürnberg, Markus Jung, die Konferenzteilnehmer darum, »dass dieser Geist auch unsere Diskussionen bestimmt«.

Donnerstags in Schwarz

Für den Donnerstag sind die Teilnehmer der Konferenz eingeladen »in Schwarz« zu kommen. Diese Anregung brachten deutsche Teilnehmerinnen von der letztjährigen Tagung des Weltrats Methodistischer Kirchen in Südkorea mit. Die internationale Kampagne »Thursdays in Black« (Donnerstags in Schwarz) lädt dazu ein, an Donnerstagen schwarze Kleidung zu tragen, um zu einer Welt ohne Gewalt und Vergewaltigungen aufzurufen.

Konferenzgemeindetag in Heilbronn

Das Wochenende mit dem Konferenzjugendabend am Samstag und dem Konferenzgemeindetag am Sonntag wird im Veranstaltungscenter »Redblue« in Heilbronn stattfinden. Bischof Harald Rückert wird die Predigt im Ordinationsgottesdienst halten, während es gleichzeitig für Kinder und Jugendliche mit Kinderbetreuung, den »Kiko« und »Mini-Kiko« genannten Kinderkonferenzen und einem Teenie-Gottesdienst jeweils ein eigenes Programm gibt. Die Mittagspause wird eine bunte Vielfalt von EmK-Angeboten und viel Raum zur Begegnung bieten. Am Nachmittag gibt es drei unterschiedliche Veranstaltungen, mit denen unterschiedliche Altersgruppen und Interessen angesprochen werden sollen. Dazu gehören ein Gospelgottesdienst mit Workshopcharakter, für Familien ein Angebot mit einem Puppenspieler und für thematisch Interessierte ein Interview mit dem Buchautor David Field über kirchliche Streitkultur und wie man mit Konflikten positiv umgehen kann. Für Daheimbleibende ist interessant, dass der Ordinationsgottesdienst am Konferenzsonntagmorgen erstmals live in Bild und Ton übertragen wird.

Bildnachweis: EmK-SJK

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Informationen zur SJK
Programm der Konferenztagung
Link zum Livestream für den Ordinationsgottesdienst am Sonntag
Kampagne »Donnerstags in Schwarz«

Zur Information
Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 27.600 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Gottes Ewigkeit macht den Blick frei

Mo, 05/20/2019 - 18:28

»Gott hat uns eine Ahnung ins Herz gelegt, die über das Zeitliche, Sichtbare, Vergängliche hinausgeht« sagte Bischof Harald Rückert zum Abschluss der Ostdeutschen Jährliche Konferenz (OJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Das Thema des Gottesdienstes »…auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt« aus dem alttestamentlichen Buch Kohelet (Prediger Salomo), weise auf eine Sehhilfe hin bei scheinbar trüben Zukunftsaussichten. Während der zurückliegenden Konferenztagung habe sich mitten in der Anspannung der Debatte etwas ereignet, das den Horizont aufgerissen habe, sagte Rückert. Im Reden, Hören und Einander-Ernstnehmen, hätten felsenfeste Meinungen und Urteile über andere angefangen zu bröckeln.

Aussprache über den Bericht des Runden Tisches

Am Freitagnachmittag hatte die Konferenz über den Bericht debattiert, den der vom Kirchenvorstand eingesetzte »Runde Tisch« vorgelegt hatte. Nach den restriktiven Beschlüssen der Generalkonferenz in Fragen von Eheschließung und Ordination Homosexueller war der Runde Tisch eingesetzt worden, um in großer Meinungsvielfalt auszuloten, wie es möglich sei, »als Kirche zusammenzubleiben, in der Menschen unterschiedlicher Auffassungen miteinander leben können«.

In großer Offenheit meldeten sich Konferenzmitglieder zu Wort. Die Sorge vor Kirchenspaltung wurde ausgesprochen wie auch die Frage, warum die Entscheidung der Generalkonferenz, begleitet von Gebeten, nicht anerkannt worden war. Konferenzmitglieder baten um Vergebung, weil sie Meinungen anderer nicht anerkannt hätten. Nach einer fast zweistündigen Aussprache stimmte die Konferenz bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung dem Antrag des Runden Tisches zu, die Suche nach einem Weg für ein weiteres Miteinander in der Kirche in Angriff nehmen zu dürfen. Dieser Weg sei ergebnisoffen, stellt aber den Wunsch, beieinander zu bleiben, in den Vordergrund.

»Einander Gutes unterstellen«

In seinem Bischofswort an die Mitglieder der Jährlichen Konferenz betonte Rückert, dass es im Kirchenvorstand und am Runden Tisch gelungen sei, aufeinander zu hören. »Wir wollen einander nicht loslassen«, sagte er und griff damit die Botschaft des Kirchenvorstands auf. Er sei davon überzeugt, dass Jesus Christus die unterschiedlichen Gaben in der EmK gebrauchen könne. »Wir verlieren sehr viel, wenn wir uns trennen«, hob er hervor. Die Kirche verlöre die Chance, voneinander zu lernen. Deshalb plädiere er dafür, »dass wir uns mit unseren Gaben ergänzen, um unseren Auftrag erfüllen zu können«.
Wenn der Weg gelingen solle, müsse Vertrauen wieder aufgebaut werden. »Lasst uns wieder anfangen, einander Gutes zu unterstellen«, forderte Rückert die Konferenzmitglieder auf. »Lasst uns öffentlich dafür eintreten, dem Anderen die Liebe zur Schrift, zur Kirche und zu unserem Auftrag zuzugestehen.«

Cynthia Moore-Koikoi, Bischöfin der Jährlichen Konferenz Western Pennsylvania in den Vereinigten Staaten, überbrachte frische und energische Grüße von der Partnerkonferenz der OJK. Sie hob ab auf die langjährige und enge Konferenz-Partnerschaft und warb für einen weiteren Ausbau dieser Beziehungen. »We need your spirit« (Wir brauchen euren Geist), lautete ihr bewegender Appell an einen gemeinsamen Austausch über zukünftige Wege in den unübersichtlichen Zeiten, in denen sich die Evangelisch-methodistische Kirche gerade befinde.

Zu Personen

Am Konferenzsonntag wurden Kathryn Harris Weishaupt und Hendrik Walz für den pastoralen Dienst ordiniert. Bereits am Vortag waren in einem feierlichen Rahmen Pastorin Birgit Klement und Pastor Jörg-Eckbert Neels für 40 Jahre Dienst geehrt worden. Das 50-jährige Dienstjubiläum feierten Reinhold Mann und Reinhard Melzer, für 60 Dienstjahre wurde Pastor Klaus Morgenroth und für 70 Dienstjahre Pastor Werner Barth geehrt. Aus dem Dienst verabschiedet wurden Pastor Albrecht Weißbach; die Referentin im Kinder- und Jugendwerk, Verona Lasch; die Rundfunkbeauftragte Christina Posdzich und Gemeindereferentin Viola Renger.

Bildnachweis: Tabea Fuchs, OJK

Die Autoren
Michael Putzke ist leitender Redakteur des zweiwöchentlich erscheinenden EmK-Magazins »Unterwegs«. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der EmK in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.2019.emk-ojk.de
www.emk-ojk.de

Zur Information
Die Ostdeutsche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche umfasst 120 Gemeinden in 56 Bezirken mit rund 12.100 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die nächste Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz findet vom 11. bis 14. Juni 2020 in Zschorlau im Erzgebirge (Sachsen) statt.

Statistik 2018
Kirchenglieder: 7.557 (Vorjahr 7.753)
Kirchenangehörige: 4.597 (4.852)
Kirchenzugehörige: 410 (393)

Konferenzhaushalt 2019
Einnahmen: 3,7 Millionen Euro (Vorjahr 3,8)
Anteil der Gemeinden am Konferenzhaushalt: 3,4 Millionen Euro (3,4)
Personalausgaben: 3,4 Millionen Euro (3.2)

Dienstzuweisungen OJK 2019

So, 05/19/2019 - 16:00
Distrikt Dresden

Superintendent Christhard Rüdiger (7)

  • Annaberg-Buchholz: Diethelm Schimpf (9)
  • Aue: zu besetzen, unter Aufsicht: Andreas Günther, Katharina Tunger (1, Gemeindepädagogin in Ausbildung)   
  • Bockau/Albernau: Stephanie Hallmann (5), Carsten Hallmann (2, Lokalpastor*), Heidrun Hertig (1)
  • Chemnitz-Friedenskirche: Thomas Günther (6), Marie-Theres Ringeis (3, Pastorin auf Probe), Petra Iffland (22, Gemeindereferentin)
  • Crottendorf : Bernt Förster (2), David Melle (2, Gemeindepädagoge)
  • Dittersdorf: Tobias Buschbeck (3, Lokalpastor*)
  • Dresden-Emmauskirche: Thomas Härtel (1), Christiane Mehlhorn (1, Lokalpastorin)
  • Dresden-Ost: Andrea Petzold (9)
  • Dresden-Immanuelkirche: Philipp Weismann (7, Lokalpastor*)
  • Ehrenfriedersdorf: Olf Tunger (9)
  • Eibenstock: Heidrun Hertig (3)
  • Grünhain: Stefan Gerisch (1)
  • Königswalde: Claudia Küchler (4, Lokalpastorin*)
  • Lauter: Andreas Hertig (1)
  • Lößnitz: Michael Wetzel (8, Laienprediger mit Dienstzuweisung), Petra Iffland (22, Gemeindereferentin), Katharina Tunger (1, Gemeindepädagogin in Ausbildung), Aufsicht: Matthias Meyer
  • Marienberg:Thomas Günther (3), Marie-Theres Ringeis (3, Pastorin auf Probe)
  • Mittelsachsen: zu besetzen, Marcel Tappert (8, Lokalpastor*)
  • Neudorf: Sebastian Mann (2), Diana Wolf (1, Lokalpastorin)
  • Oberlausitz: zu besetzen, Christiane Mehlhorn (1, Lokalpastorin*), Stephan Ringeis (Pastor im Interimsdienst)
  • Raschau: Ute Möller (2, Lokalpastorin*)
  • Schneeberg: Andreas Günther (6), Lutz Rochlitzer (1, Lokalpastor*)
  • Schönheide/Stützengrün: Christian Meischner (7)
  • Schwarzenberg: Kersten Benzing (4), Maria Lein (5, Gemeindepädagogin*)
  • Venusberg: Tobias Buschbeck (3, Lokalpastor, Aufsicht: Olf Tunger)
  • Zschopau: Thomas Günther (3), Marie-Theres Ringeis (3, Pastorin auf Probe)
  • Zschorlau: Michael Kropff (6), Lutz Rochlitzer (1, Lokalpastor*), Katharina Tunger (1, Gemeindepädagogin in Ausbildung)
  • Zwönitztal: Jörg Herrmann (5), Pedro Freundel (1, Lokalpastor)
Distrikt Zwickau

Superintendent Werner Philipp (1)

  • Auerbach: Gerhard Künzel (5, Lokalpastor*), Mandy Merkel (6, Gemeindepädagogin*)
  • Ellefeld: Jörg-Eckbert Neels (2), zu besetzen: Gemeindepädagoge/in
  • Erfurt: Franziska Demmler (4)
  • Falkenstein: Jörg Eckbert Neels (2), zu besetzen: Gemeindepädagoge/in
  • Gera: zu besetzen, unter Aufsicht: Jörg Recknagel, Mithilfe: Christoph Martin, Marcel Tappert (Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau)                   
  • Halle/Dessau: Kathryn Harris Weishaupt (1)
  • Jena/Weimar: Eric Söllner (12)
  • Kirchberg/Wilkau-Haßlau: Lutz Brückner (4)
  • Leipzig-Bethesdakirche: Christin Eibisch (5)
  • Leipzig-Kreuzkirche: Friedbert Fröhlich (7), Katrin Bonitz (1, Lokalpastorin*)
  • Netzschkau: York Schön (8)
  • Oberes Vogtland: Norbert Lötzsch (3), Dorothea Föllner (4, Lokalpastorin)
  • Plauen: Norbert Lötzsch (3), Dorothea Föllner (4, Lokalpastorin)
  • Reichenbach: Mitja Fritsch (6)
  • Reinsdorf/Mülsen/Crossen: Jeremias Georgi (1)
  • Rodewisch: Gerhard Künzel (8, Lokalpastor*), Mandy Merkel (5, Gemeindepädagogin*)
  • Thüringen Südost: Katrin Schneidenbach (1), Matthias Zieboll (2)
  • Thüringer Vogtland: Hendrik Walz (1)
  • Treuen: York Schön (8)
  • Werdau: Kathrin Posdzich (2, Lokalpastorin), Aufsicht: Mitja Fritsch
  • Zeitz: Jörg Recknagel (4)
  • Zwickau-Friedenskirche: Christian Posdzich (4), Christine Meyer-Seifert (3, Pastorin auf Probe)
  • Zwickau-Planitz: Thomas Roscher (4), Christine Meyer-Seifert (3, Pastorin auf Probe)

* unter Aufsicht des zuständigen Superintendenten

In besonderen Diensten Im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen
  • edia.con gemeinnützige GmbH: Geschäftsführer Frank Eibisch (7, BK Leipzig Bethesdakirche)
  • Fachklinik Klosterwald Bad Klosterlausnitz: Theologischer Geschäftsführer Eric Söllner (10, BK Jena/Weimar)
  • Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau: Seelsorgerin Kathryn Harris Weishaupt (1, BK Halle/Dessau)
  • Evangelisationswerk: Sekretär für Evangelisation (ZK) Barry Sloan (8, BK Chemnitz-Friedenskirche)
  • Evangelisationswerk: Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau Marcel Tappert (1, BK Mittelsachsen)
  • Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR: Stephan Ringeis (1, BK Oberlausitz)
  • Pastor im Interimsdienst: Stephan Ringeis (1, BK Oberlausitz)
Pastorinnen und Pastoren im Ruhestand

Werner Barth, Gunter Demmler, Friedmar Dietrich, Kerstin Dietrich, Rudolf Endler, Gotthard Falk, Gottfried Fischer, Dieter Fleischmann, Gerhard Förster, Thomas Fritzsch, Christoph Georgi, Lothar Gerischer, Helmut Halfter, Ludwig Herrmann, Harald Hunger, Martin Kappaun, Birgit Klement, Friedhelm Kober, Johannes König, Reiner Kohlhammer, Manfred Kubig, Klaus Leibe, Stefan Lenk, Reinhold Mann, Horst Martin, Christoph Martin, Reinhard Melzer, Matthias Meyer, Siegfried Michalski, Klaus Morgenroth, Max Nestler, Siegfried Rex, Gerhard Riedel, Eduard Riedner, Sebastian Ringeis, Thomas Röder, Wolfgang Ruhnow, Volker Schädlich, Lothar Schieck, Joachim Schmiedel, Helmut Schönfeld, Gotthard Schreier, Karl-Friedrich Siebert, Gerhard Solbrig, Horst Sterzel, Dieter Straka, Klaus Straka, Friedemann Trommer, Herbert Uhlmann, Uta Uhlmann, Gerhard Weigelt, Andreas Wiederanders, Harry Windisch, Dr. sc. Karl Zehrer

Bewerber und Bewerberinnen für das Predigtamt - Studierende an Universitäten und anderen Ausbildungsstätten
  • Christiane Mehlhorn, Lokalpastorin, Fernstudium Universität Marburg
  • Diana Wolf, Lokalpastorin, Fernstudium Universität Marburg
Beauftragungen

Hauptamtliche Beauftragungen in der Jährlichen Konferenz

  • Sarah Schulz:Referentin im Kinder- und Jugendwerk, Gemeindepädagogin (4)
  • zu besetzen: Referent/in im Kinder- und Jugendwerk
  • Jeremias Georgi: Pastor im Kinder-und Jugendwerk (1)
  • David Melle: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (4)

Nebenamtliche Beauftragungen in der Jährlichen Konferenz

  • Katrin Bonitz: Konferenzbeauftragte für kirchlichen Unterricht (9), Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (5)
  • Philipp Weismann: Gemeindepädagogische Arbeit in Dresden (7), Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (5)
  • Dorothea Föllner: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (5)
  • Mandy Merkel: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (4)
  • Carsten Hallmann: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (2)
  • Frank Eibisch: Direktor Ev.-meth. Diakoniewerk Bethanien Chemnitz (16)
  • Lutz Brückner: Beauftragt mit der Leitung des Kinderchores der EmK (25)
  • zu besetzen: Leitung des Kinderchores der EmK
  • Lisa Morgenroth: Konferenzsekretärin für Junge Erwachsene (2)
  • Thomas Roscher: Konferenzsekretär für Erwachsenenbildung (13)
  • Thomas Röder: Konferenzsekretär für Seniorenarbeit (6)
  • Andreas Hertig: Konferenzsekretär für Evangelisation (15)
  • Diethelm Schimpf: Distriktssekretär für Evangelisation DD (9)
  • Kathryn Harris Weishaupt: Distriktssekretärin für Evangelisation ZD (1)
  • Thomas Günther: Konferenzsekretär für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit (3)
  • Jörg Herrmann: Konferenzbeauftragter für Kirchenmusik (11)
  • zu besetzen: Ausländerbeauftragte/r
  • Torsten-Michael Ufer: Suchtbeauftragter (5)
  • Stephan Ringeis: Beauftragter für Öffentlichkeits- und Rundfunkarbeit (1)

Nebenamtliche Beauftragungen im Bereich der Zentralkonferenz

  • Jörg Herrmann: Kirchenmusik und Gesangbuch (15)
  • Franziska Demmler: Beauftragte für die Kontaktstelle für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen (4)
  • Thomas Roscher: Beauftragter für Gottesdienst und Agende (3)

Vom Genießen und guten Unterstellungen

Sa, 05/18/2019 - 06:09

Die Ostdeutsche Jährliche Konferenz (OJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hat die Tradition eines Theologischen Referats. Dafür wird jeweils fast ein ganzer Vormittag während der Konferenztagung reserviert. Christin Eibisch, Pastorin der EmK-Gemeinde Leipzig-Bethesdakirche, führte die Konferenzmitglieder entlang des Konferenzthemas »Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit – Von der Freude am Vorläufigen« in eine Fülle sinnlicher, emotionaler und genussreicher Erfahrungen.

Schönheit suchen und bewahren

In sieben Stationen vermittelte sie Einsichten über Gott, die Schöpfung und den Menschen. Lyrik, Bilder, gefüllte Schokokugeln und Musik sprachen dabei alle Sinne an. »Der Mensch ist zur Sehnsucht nach Gott hin geschaffen«, erklärte Eibisch. Gott lasse in seiner Zuneigung die Verbindung zur Menschheit nicht abreißen. Der Mensch als soziales Wesen lebe quasi in einer Art Dreiecksbeziehung mit den drei Eckpunkten »Mensch, Mitgeschöpf und Gott«. Als Einzelwesen sei er auf Gott bezogen, wie eine Seite des Dreiecks. Die Beziehung zu Mitgeschöpfen zeige eine zweite Seite des Dreiecks. Die dritte Seite zeige die Beziehung zwischen den Mitgeschöpfen und dem Schöpfer. Eine solche Beziehung im Dreieck habe, so Eibisch, eine stabile Dynamik. »Ob und wie du dich der Möglichkeit des Respektes vor Gott und anderen Menschen bedienst, ist dir in die Entscheidungsfreiheit gegeben«, schlussfolgerte die Referentin. Dieses Dreieck werde erfüllt von der Schönheit Gottes, damit der Mensch schön werde. Im Eintauchen in diese Schönheit, das ist die Erkenntnis aus diesem Vortrag, muss keine theologische Wahrheit mehr verteidigt werden. Es geht darum, dem Geheimnis Gottes Raum geben, seine Schönheit suchen, daran Anteil zu erhalten und es in Gedanken zu bewahren.

Vom »Gang übers Wasser«

Am Nachmittag ging es in einer langen Debatte um den Umgang mit dem ersten vom »Runden Tisch« vorgelegten Bericht. Dieser Runde Tisch war vom Kirchenvorstand der EmK in Deutschland nach der restriktiven Beschlussfassung der Generalkonferenz in Fragen von Eheschließung und Ordination Homosexueller in Gang gesetzt worden. Ein in größtmöglicher Meinungsvielfalt besetzter Runder Tisch soll ausloten, wie es trotz unterschiedlicher Sichtweisen in Fragen der menschlichen Sexualität möglich sein kann »als Kirche zusammenzubleiben, in der Menschen unterschiedlicher Auffassungen miteinander leben können«.

In großer Offenheit und Ehrlichkeit meldeten sich viele Konferenzmitglieder zu Wort. Die Diskussionsbeiträge waren fair und respektvoll. Auch die Sorge vor Kirchenspaltung wurde formuliert. Damit würde sich die an sich schon kleine Kirche noch mehr in eine aussichtslose und letztlich zum Zeugnis für Christus unfähige kleine Schar auflösen. Einige Konferenzmitglieder baten um Vergebung, dass die persönliche Haltung nicht immer von Achtung und Anerkennung des andersdenkenden Gegenübers geprägt war. In Anlehnung an den Bericht des Superintendenten des Dresdner Distrikts, Christhard Rüdiger, wurde dessen Bild vom »Gang übers Wasser« mehrfach aufgegriffen. Rüdiger hatte die Beratungen des Kirchenvorstands im Nachgang zur Generalkonferenz als einen solchen Gang übers Wasser beschrieben. Der Weg, der vor der EmK in Deutschland liege, könne nur schrittweise gelingen. Die Aufforderung und die persönliche Bereitschaftserklärung »Lasst uns den nächsten Schritt machen und sehen, was dann folgt« sei für diesen Aufbruch ein guter Ansatz, bestätigten mehrere Redebeiträge.

Nach einer insgesamt fast zweistündigen Aussprache stimmte die Konferenz bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung dem Antrag des Runden Tisches zu, die Suche nach einem Weg für ein Miteinander der Kirche in Angriff nehmen zu dürfen, ohne dabei schon im Voraus von den Jährlichen Konferenzen festgelegt und eingeengt zu sein. Dieser Weg ist ergebnisoffen, stellt aber den Wunsch beieinander zu bleiben, in den Vordergrund.

»Einander Gutes unterstellen«

In seinem »Bischofswort an die Jährliche Konferenz« betonte Bischof Rückert, dass es sowohl im Kirchenvorstand als auch in der ersten Begegnung des Runden Tisches gelungen sei, aufeinander zu hören und einander ernst zu nehmen. »Ich denke das ist eine gute Basis für die nächsten Schritte«, beschrieb Rückert seine zarte Hoffnung für den bevorstehenden Prozess. »Wir wollen einander nicht loslassen!«, sagte er und griff mit dieser Formulierung eine Passage aus der Botschaft des Kirchenvorstands auf. Dazu sprach er die Konferenzmitglieder direkt an: »Schaut einander in die Augen. Wir wollen uns nicht trennen, sondern aneinander festhalten.« Es gehe darum, so Rückert weiter, »füreinander einzustehen«.

Er selbst sei davon überzeugt, dass Jesus Christus die unterschiedlichen Gaben in der EmK im Miteinander gebrauchen könne. »Wir verlieren sehr viel wenn wir uns trennen«, hob Rückert hervor. Die Kirche verlöre missionarische Chancen und auch die Chance, voneinander zu lernen. Buntheit, Schönheit und Lebendigkeit würde verlorengehen. Bisher sei die EmK von Weite und Toleranz, gepaart mit Verbindlichkeit geprägt gewesen. Deshalb plädiere er unermüdlich dafür, »dass wir uns mit unseren Gaben ergänzen, um unseren Auftrag erfüllen zu können«. Dazu sei es nötig, einander nicht wegen der Verschiedenheit zu blockieren, sondern diese als ein Geschenk von Gott anzunehmen, das nicht immer bequem ist.

Wenn der Weg gelingen solle, müsse Vertrauen wieder neu aufgebaut werden. Wenn das gelinge, gebe es eine neue Basis für eine theologische Auseinandersetzung. »Lasst uns wieder anfangen, einander Gutes zu unterstellen«, forderte der Bischof die Konferenzmitglieder auf. »Lasst uns öffentlich dafür eintreten, dem anderen die Liebe zur Schrift, zur Kirche und zu unserem Auftrag, zuzugestehen.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren
Michael Putzke ist leitender Redakteur des zweiwöchentlich erscheinenden EmK-Magazins »Unterwegs«. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der EmK in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Theologisches Referat (PDF)
www.2019.emk-ojk.de

Zur Information
Die Ostdeutsche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche umfasst 120 Gemeinden in 56 Bezirken mit rund 12.800 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.


Übernehmen Alexa, Siri und Google Home das Ruder?

Fr, 05/17/2019 - 14:15

Welche Veränderungen entstehen für den Menschen durch die fortschreitende Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI)? Werden beispielsweise intelligente Assistenten wie »Alexa«, »Siri« und »Google Home« immer mehr die Steuerung unseres Alltags übernehmen? Diese und weitere Fragen diskutierte Stephan von Twardowski im Rahmen des »Studium Generale« der drei Reutlinger Hochschulen. Der Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen beschäftigte sich damit unter dem Thema »Und was wird aus uns? – Künstliche Intelligenz und das Selbstverständnis des Menschen«.

Rasante Entwicklung

Die Künstliche Intelligenz ist bereits in vielen Lebensbereichen des Menschen integriert. Dabei soll sie nicht nur in Unternehmen Arbeits- und Produktionsprozesse optimieren, sondern auch das Leben von Menschen vereinfachen. Durch die Nutzung sogenannter schwacher KI, wie sie in Smartphones, intelligenten Assistenzsysteme oder Uhren Anwendung findet, wirken die Optimierungsprozesse direkt auf den Menschen. Darüber hinaus schreitet die technologische Entwicklung so rasant und in teilweise unabsehbarem Ausmaß voran, dass die Erwartung zunehme, KI könne in Zukunft auch existenzielle und soziale Probleme lösen.

In seinem Vortrag plädierte von Twardowski dafür, die Entwicklung der KI und die damit einhergehenden Veränderungen für den Menschen nüchtern zu betrachten. Aktuelle Diskussionen bewegten sich derzeit zwischen Euphorie und Apokalyptik. Dabei könnten durch eine sachliche und intensive Auseinandersetzung eher sinnvolle Grenzen und Kontrollen gesetzt werden.

Realistische Einschätzung erfordert nüchterne Diskussion

Aber was genau ist Künstliche Intelligenz und wie wird sie definiert? Im Vergleich zu Geräten ohne KI, etwa einem Taschenrechner, gleichen mit KI arbeitende Geräte aktuelle Daten mit alten ab: »Die Maschine trainiert sich selbst und verknüpft anschließend diese Daten miteinander.« Dadurch entstehe ein neuronales (den Verknüpfungen im Gehirn vergleichbares) System, das die Grundlage für das sogenannte »Deep Learning« bilde. Der englische Begriff »deep« weist hier darauf hin, dass die Verknüpfungen unterhalb der Wahrnehmung des Menschen stattfinden. Angesichts dessen warnte von Twardowski vor einem blinden Vertrauen in Algorithmen, denn die neuronalen Netze seien so komplex, dass sie kaum vom Menschen zu erfassen seien.

Die technische Entwicklung verändere die unterschiedlichsten Lebensbereiche des Menschen. Auch zwischenmenschliche Beziehungen und die Beziehung zu Gott seien davon nicht ausgeschlossen. Viele Menschen hätten blindes Vertrauen in neue Technologien und gäben der KI eine nahezu gottähnliche, mächtige Funktion. Über diese veränderten Ideologien, blinden Technikglauben, aber auch überzogene Ängste vor der KI solle nüchtern diskutiert werden. Nur dann könne der Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf den menschlichen Alltag realistisch eingeschätzt werden.

Bildnachweis: TH Reutlingen

Der Autor
Christoph Grohsmann gehört zum Team der Stabsstelle Marketing und Kommunikation der Hochschule Reutlingen. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Flyer des Studium Generale der Reutlinger Hochschulen (PDF)

Zur Information
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie.
www.th-reutlingen.de

Zusammen mit der Hochschule Reutlingen und dem Campus Reutlingen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg richtet die THR das Studium Generale aus. Im Rahmen öffentlicher Lehrveranstaltungen werden in Ringvorlesungen Themen durch Referenten verschiedener Fachrichtungen betrachtet und miteinander in Diskussion gebracht.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Sommersemesters findet am 29. Mai um 18:15 Uhr in der Aula der THR in Reutlingen statt. Thema: Künstliche Intelligenz und Diagnostik – Wie Algorithmen die Netzhaut des Auges entschlüsseln.
www.th-reutlingen.de/de/studium/studium-generale.html

Schönheit wahrnehmen

Fr, 05/17/2019 - 06:55

Am gestrigen Donnerstag, 16. Mai, wurde die Ostdeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Kreuzkirche im sächsischen Wilkau-Haßlau eröffnet. In seiner Predigt entfaltete Michael Wetzel das Konferenzmotto »Er hat alles schön gemacht« aus dem alttestamentlichen Buch Kohelet. Der Anfang dieser Tagung gelte dem »Wahrnehmen der Schönheit«, die Gott in der Kirche und der Welt zur Geltung bringe, erklärte Wetzel. Es sei »gut, wichtig und nötig«, dass das erste Wort dieser Konferenz »nicht dem Beklagen vermeintlicher oder tatsächlicher Defizite der Kirche« gelte.

Freude an Christus zuerst

Den Begriff der Schönheit legte der promovierte Historiker Wetzel in dreifacher Weise aus. Er lasse sich erstens als schön im Sinne einer Augenweide verstehen. Die Freude solle so das persönliche Leben und genauso auch das Leben der Kirche prägen: »Die Freude an Christus zuerst, und dann auch der maßvolle Genuss der schönen Dinge.« Dagegen wies Wetzel »griesgrämige Selbstaskese« oder »Zweckpessimismus« zurück. Er forderte die Konferenzteilnehmer auf, einander in diesen Tagen das zu erzählen, »was uns freut, motiviert und staunen lässt.«

Geschenkte Würde

Was vor Gott Würde habe, sei »unendlich schön«, hob Wetzel als Zweites hervor. Diesen Gedanken verband er mit einem Hinweis auf den Methodismus. Zu dessen Kern gehöre, diese »Würde zu bezeugen, die allen Geschöpfen innewohnt«. Weil John Wesley von Gottes Ja zu den Menschen wusste, habe es ihn zu den Kohlearbeitern und in die Gefängnisse gezogen, so Wetzel. Er forderte die Konferenz auf, so zu beraten und zu entscheiden, dass darin Gottes Ja zum Menschen und die dem Menschen zugesprochene Würde Antwort finden.

Konferenz als Geschenk

Drittens wies Wetzel daraufhin, dass für Kohelet die Welt schön sei, alles seinen Ort und seine Bestimmung finde und alles »passend zueinander gestellt« sei. Der Methodismus, so Wetzel, habe seine Form darin gefunden, dass Ordinierte und Laien zueinander gestellt seien. »Alle Bezirke von Annaberg bis Zwickau sind vertreten.« Da sei etwas zueinander gestellt, was schön sei und Segen wirken dürfe, sagte der im erzgebirgischen Lößnitz im pastoralen Dienst wirkende Laienprediger. Damit wies er auf John Wesley hin, der seine Prediger aufforderte, das für den Methodismus später so bedeutsam gewordene »Conferencing«, das beratende Konferenzgespräch, als besonderes Geschenk anzusehen. In diesem Zusammenhang erinnerte Wetzel an die Jährliche Konferenz von1933, die in der Kreuzkirche in Wilkau-Haßlau tagte und als »Räubersynode« in die Geschichte einging. Damals habe genau diese methodistische Weise des beratenden Gesprächs eine deutsche methodistische Nationalkirche verhindert.

Vertrauensvoll an die Arbeit gehen

Nach dem Eröffnungsgottesdienst konstituierte sich die Ostdeutsche Jährliche Konferenz mit etwa 160 Delegierten und Gästen in der Muldentalhalle. Harald Rückert, der für die EmK in Deutschland zuständige Bischof, eröffnete die Beratungen mit dem Bibelwort der Herrnhuter Tageslosung aus dem Jesajabuch (Kapitel 28, Vers 29): »Des Herrn Rat ist wunderbar und er führt es herrlich hinaus.«. Die Konferenz erwarte spannende Diskussionen, bei denen es nicht nur um die Frage gehe, welchen Platz homosexuelle Menschen in der EmK haben werden. Die Konferenzmitglieder sollen, so der Bischof, »im Vertrauen auf den Rat des Herrn an die Arbeit gehen«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren
Michael Putzke ist leitender Redakteur des zweiwöchentlich erscheinenden EmK-Magazins »Unterwegs«. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der EmK in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Predigt von Dr. Michael Wetzel (PDF)
www.2019.emk-ojk.de

Zur Information
Die Ostdeutsche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche umfasst 120 Gemeinden in 56 Bezirken mit rund 12.800 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Freude am Vorläufigen

Mo, 05/13/2019 - 10:40

Vom 16. bis 19. Mai 2019 wird Wilkau-Haßlau zum Treffpunkt der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Ostdeutschland. Rund 160 Delegierte treffen sich zur Ostdeutschen Jährlichen Konferenz (OJK), der Kirchensynode der EmK in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Im Gebiet, für das die OJK zuständig ist, gehören rund 13.500 Gläubige in rund 120 Kirchengemeinden zur EmK. Die Geschäftssitzungen finden in der Muldentalhalle Wilkau-Haßlau unter der Leitung von Bischof Harald Rückert statt. Zu den Gottesdiensten versammelt sich die Konferenz in der Kreuzkirche Wilkau-Haßlau. Am Sonntag finden die Gottesdienste und die »Kinderkonferenz« aufgrund des Raumbedarfs in Zwickau-Planitz statt.

»Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit«

Die Konferenz hat sich Worte aus dem alttestamentlichen Buch des Predigers Salomo (Kapitel 3, Vers 11) zum Thema gegeben: »›Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit‹ – Von der Freude am Vorläufigen«. »Die Worte aus dem Alten Testament sprechen heute in eine Zeit, in der Menschen gegenüber den Lebensumständen immer öfter aggressiv auftreten«, sagt Superintendent Stephan Ringeis. Es gäbe eine große Sehnsucht nach Lösungen. »…man müsste nur, dann wäre alles besser« – oder endlich »fertig«, so »könne es nicht bleiben«. Dazu gehöre eine negative Bewertung der Lebensumstände.

Auch wenn diese Sehnsucht angesichts rasanter Veränderungsprozesse und mancher Verwerfung nachvollziehbar sei, führe diese Sicht auch zu einer destruktiven Unzufriedenheit mit den unterschiedlichsten Wirkungen. Dabei habe Gott alles schön gemacht zu seiner Zeit. Es gelte den Blick dafür zu weiten und auch zu schärfen. Das solle Freude auf mehr, aber auch Gelassenheit schenken. Beides seien gute Voraussetzungen für ein verantwortliches Leben. Die Inhalte der Gottesdienste werden vom Konferenzthema bestimmt. Am Freitag, 17. Mai 2019, wird ab 8.30 Uhr Pastorin Christin Eibisch das Konferenzreferat zum Thema halten.

Erinnerung an »Räubersynode« in Wilkau-Haßlau

86 Jahre nach der so genannten »Räubersynode« tagt mit der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz erstmals wieder eine Konferenz der EmK in Wilkau-Haßlau. Damals, 1933, musste sich die Mitteldeutsche Jährliche Konferenz mit einer starken nationalsozialistischen Fraktion in ihren Reihen auseinandersetzen. Die Konferenz widersetzte sich damals mehrheitlich. In Erinnerung an diesen Anlass liegt der Konferenz ein Wort an die Gemeinden zum Beschluss vor, das an diese Ereignisse erinnert und gegen einen ungehemmten Populismus und das Wiedererwachen des Nationalismus die Werte des Evangeliums von Jesus Christus bekräftigt.

Personelle Veränderungen

Die Geschäftssitzungen der Konferenz werden die Schwerpunkte kirchlicher Arbeit zum Gegenstand der Beratungen haben: Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Weltmission, Evangelisation, Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit, Arbeit mit und für Frauen, Musik, soziale Dienste und Diakonie sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Dabei werden nicht wenige Konferenzmitglieder Neuland betreten. 2019 beginnt ein neues Jahrviert, das besonders bei den von den Gemeinden bestimmten Mitgliedern viele personelle Veränderungen bedeutet. Superintendent Stephan Ringeis (Distrikt Zwickau) gibt in diesem Jahr seinen letzten Bericht. Nach zehn Jahren Dienstzeit übergibt er zwei Wochen nach der Konferenz den Staffelstab an seinen Nachfolger Werner Philipp.

Der Bericht von Superintendent Christhard Rüdiger widmet sich fast ausschließlich der Situation der Evangelisch-methodistischen Kirche nach den Beschlüssen der Generalkonferenz. Nach wie vor bestimme die Diskussion auch in Deutschland, welchen Platz homosexuelle Menschen in der EmK haben dürfen. Auch in Wilkau-Haßlau wird sich die Konferenz mit den Fragen um einen gemeinsamen Weg auseinandersetzen müssen.

Zum Konferenztreffen am Wochenende Umzug in die umliegenden Gemeinden

Am Wochenende ist ein methodistischer Kirchentag geplant: Ein Konferenzjugendtreffen findet ab Samstag in Zwickau-Planitz statt. In der Zwickauer Friedenskirche kommen ebenfalls am Samstag die Frauen zu ihrem Treffen zusammen. »Wir sind Königskinder« heißt es am Sonntag im Clara-Wieck-Gymnasium in Zwickau-Planitz. Dort trifft sich die »Kinderkonferenz«.

Die Erwachsenen sind um 10 Uhr zum Ordinationsgottesdienst in die Christuskirche Zwickau-Planitz eingeladen. Dort findet zum Abschluss der Konferenz auch der Sendungsgottesdienst um 14.30 Uhr statt. In diesem Gottesdienst erhalten die Pastoren, Pastorinnen und anderen hauptamtlich Mitarbeitenden durch den Bischof ihre Dienstzuweisung für das Konferenzjahr 2019/2020.

Bildnachweis: OJK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Stephan Ringeis ist Superintendent im Distrikt Zwickau und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: stephan.ringeis(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.2019.emk-ojk.de

Runder Tisch sieht sich als »Impulsgeber«

Sa, 05/11/2019 - 08:50

Im Februar dieses Jahres hatte die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) die traditionelle Sichtweise in Fragen von Eheschließung und Ordination Homosexueller bestätigt und weitergehende Disziplinarmaßnahmen bei Zuwiderhandlung beschlossen. Daraufhin hatte der Kirchenvorstand der EmK in Deutschland erklärt, »dass wir in der Bewertung von Homosexualität weder im Kirchenvorstand noch in der Gesamtkirche einig sind«. Es gebe große Gruppen in der EmK, die entgegengesetzter Meinung in dieser Frage seien. Es sei zu befürchten, »dass das auch auf absehbare Zeit so bleiben wird«. Erklärtes Ziel des Kirchenvorstands ist, »als Kirche zusammenbleiben, in der Menschen unterschiedlicher Auffassungen miteinander leben können«. Dazu hatten die Mitglieder des Kirchenvorstands einen »Runden Tisch« angeregt, dessen erste Begegnung am 1. Mai stattfand. Jetzt liegen erste Informationen aus dieser Begegnung vor.

Grundlage für vertrauensvolle Arbeit gelegt

Laut einer Mitteilung des Runden Tisches, die den drei demnächst tagenden Jährlichen Konferenzen der EmK in Deutschland vorliegen wird, wurden bei diesem ersten Treffen »die Grundlagen für eine vertrauensvolle gemeinsame Arbeit gelegt«. Die Gruppe ist hinsichtlich der inhaltlichen Überzeugungen und der persönlichen Lebenssituation sehr breit aufgestellt.

Ziel der Arbeit des Runden Tisches sei, nach Lösungen zu suchen, »damit möglichst viele Menschen trotz unterschiedlicher Überzeugungen in der Frage der Homosexualität eine Heimat in unserer Kirche finden und behalten können«. Dabei sei unter anderem auch die Möglichkeit einer »eigenen ›konservativen‹ Jährlichen Konferenz« andiskutiert worden. Außerdem habe die Gruppe damit begonnen, »nach Regeln für die Kirche und Gemeinden zu suchen, in der sowohl homosexuell empfindende Menschen ordiniert und bei einer Eheschließung gesegnet werden können als auch traditionell eingestellte Menschen dies nicht tun und ihre Vorstellungen und Lebensweisen bewahren können«.

Transparente Information und umfassende Beteiligung

Mit einem Antrag an alle drei Jährlichen Konferenzen erbitten die Mitglieder des Runden Tisches größtmögliche Freiheit für die weiteren Beratungen und bitten darum, keine schnellen Festlegungen zu treffen, die eine Verständigung verschiedener Gruppierungen und Konferenzen erschweren könnten. Um diese größtmögliche Freiheit gewährt zu bekommen, sei es wichtig zu wissen, dass der vom Kirchenvorstand eingesetzte Runde Tisch »kein Entscheidungsgremium« ist, sondern sich als »Impulsgeber« versteht. Am Ende des Prozesses soll aus diesen Impulsen »ein Modell zur Entscheidung« erwachsen, das den Jährlichen Konferenzen und der Zentralkonferenz vorgelegt wird.

Das nächste Treffen des Runden Tisches soll im Juli dieses Jahres stattfinden. Von da an soll für die Gemeinden und Konferenzen eine Vorlage erarbeitet werden, die daraufhin lokal und regional diskutiert werden kann. Eine »transparente Information und Beteiligung der ganzen Kirche« sei wichtig für eine gute Verständigung, so die Mitteilung des Runden Tisches.

Bischofsrat setzt Zuhörerteam ein

Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, war nach dem Runden Tisch zur Frühjahrstagung des internationalen Bischofsrats der EmK nach Chicago aufgebrochen. Die vorgestern zu Ende gegangene sechstägige Sitzung beschäftigte sich ausführlich mit den Folgen der Entscheidungen der Generalkonferenz vom Februar dieses Jahres.

In einer abschließenden Erklärung wendet sich der Bischofsrat an die Menschen der weltweiten EmK. Dabei betonen die Bischöfe angesichts der spannungsvollen Situation seit den Entscheidungen der Generalkonferenz, dass sie »keine Richter oder Gesetzgeber« seien. Sie seien vielmehr »Prediger, Lehrer, Hirten, Vermittler und Missionsstrategen, die Geistliche ernennen und Jährliche Konferenzen leiten, um Jünger und Jüngerinnen zu machen, um so die Welt zu verändern«.

Um diese Aufgaben noch besser erfüllen zu können und um das Ohr möglichst nahe an der kirchlichen Basis zu haben, berief der Bischofsrat aus seiner Mitte ein »Zuhörerteam« (Servant Listening Team) unter der Leitung von Bischof Kenneth Carter und Bischöfin Cynthia Fierro Harvey. Zu den insgesamt elf Mitgliedern gehört auch Bischof Harald Rückert. Dieses Team soll Gespräche in der weltweiten Kirche begleiten, in denen künftige Modelle struktureller Einheit oder unterschiedlicher Organisationsformen für die Kirche beraten werden.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Die Mitglieder des Runden Tisches: Petra Becker-Löffler (Berlin), Pastorin Mareike Bloedt (Leinfelden-Echterdingen), Olaf Bogdan (Dresden), Alexandra Brenner (Bietigheim-Bissingen), Joris Brombach (Karlsruhe), Pastorin Franziska Demmler (Erfurt), Frieder Dittrich (Lößnitz), Pastor Dr. Lothar Elsner (Stuttgart), Prof. Dr. Roland Gebauer (Reutlingen), Pastor Andreas Hertig (Aue), Pastor Andreas Kraft (Hamburg), Superintendent Stefan Kraft (Essen), Pastor Christian Meischner (Schönheide), Carola Michalski (Berlin), Superintendent Siegfried Reissing (Stuttgart), Superintendent Christhard Rüdiger (Chemnitz), Andreas Pilz (Cranzahl), Pastor Stefan Schörk (Pegnitz), Prof. Stefan von Twardowski (Reutlingen)

Methodistischer Predigtpreis für Laien

Fr, 05/10/2019 - 06:36

»Wichtiger Bestandteil im Gottesdienst ist die Predigt. Nicht selten wird sie von Laienpredigern gehalten. Es sind Männer und Frauen, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit am Sonntag auf der Kanzel stehen. Manche sehen darin eine Notlösung: ‚Ersatzdienst‘ für den abwesenden Pastor. In Wirklichkeit wird dadurch die kirchliche Arbeit bereichert. Insgesamt geht es in der EmK immer wieder darum, dass der Gottesdienst nicht nur eine Sache des Pastors ist, sondern der ganzen Gemeinde!«1

Vierzig Jahre nachdem der in Kassel lebende Pastor Hans-Dieter Stolze i.R. so die wichtige Rolle des Ehrenamts in der Verkündigung beschrieben hat, will das Bildungswerk der EmK diesen Frauen und Männer und ihrem Dienst mit einem Predigtpreis zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen.

Ansprechend, anregend, überraschend

»Wir suchen ansprechende, anregende, überraschende und theologisch verantwortete Predigten«, sagt Dr. Rainer Bath, der für die Zusammensetzung der Jury zuständige Pastor. Teilnehmen können alle, die in der EmK ehrenamtlich Predigtdienst versehen. Das sind sowohl Laienpredigerinnen und Laienprediger, als auch Predigthelferinnen und Predigthelfer. Während des EmK-Kongresses im Frühjahr 2020 (30. April bis 3. Mai) sollen dann herausragende Predigten vorgestellt und in einem Buch veröffentlicht werden.

Fundierte Ausbildung

Um Laienpredigerin bzw. Laienprediger in der EmK zu werden, bietet das Bildungswerk unterschiedliche Ausbildungsgänge an, die den Teilnehmenden ein fundiertes Fachwissen vermitteln. Neben einem Fernkurs und einem dreistufigen Kurs sind das auch die Theologischen Grund- und Aufbaukurse, die in Kooperation mit der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) stattfinden. »Ganz neu ist ein englischsprachiges Kursangebot, das sich vor allem an Interessierte in den Internationalen Gemeinden in Deutschland orientiert«, berichtet Pastor Wilfried Röcker, Leiter des Bildungswerks der EmK.

Darüber hinaus bietet das Bildungswerk mit der Seminarreihe »Laien in der Verkündigung« regelmäßig Wochenenden an, zu denen Referenten eingeladen werden, um einzelne Themen zu vertiefen. Regionale Angebote in den Distrikten unterstützen die fundierte Weiterbildung zusätzlich.

Zurzeit sind mehr als 500 Laien von den Jährlichen Konferenzen als Laienprediger und Laienpredigerinnen bestätigt und können Gemeinde übergreifend ihren wertvollen Dienst versehen. Frauen und Männer, die als Predigthelfende ausschließlich in der eigenen Gemeinde tätig sind, werden bisher statistisch nicht erfasst.

1Die Evangelisch-methodistische Kirche, Stuttgart 1979, S. 47
Bildnachweis: privat

Der Autor
Ralf Würtz ist Laienprediger in der EmK und nebenberuflich für das Bildungswerk tätig. Unter anderem ist er für die Entwicklung von Online-Kursen zuständig und hat den Vorsitz in der Fachkommission für Hauskreise und Kleingruppen. Kontakt: ralf.wuertz(at)emk-bildungswerk.de.

Weiterführende Links
Internetangebot des Bildungswerks der EmK
Informationen zum Predigtpreis
Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Zur Information
Die Erwachsenenbildung der Evangelisch-methodistischen Kirche will Menschen in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Mündigkeit stärken, sie fördert die Entwicklung von Begabungen. Mündigkeit wächst nach unserem Verständnis aus der Beziehung zwischen Menschen und aus ihrem Glauben an Gott. Dabei hat die Erwachsenenbildung bei ihren Angeboten Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts in verschiedenen Lebenssituationen und -welten im Blick. Der Bezug zu Werten und Inhalten des christlichen Glaubens ist Bestandteil der Seminare.

Das Grundgesetz und die Kirchen

Do, 05/09/2019 - 19:05

Siebzig Jahre Grundgesetz und damit siebzig Jahre Bundesrepublik Deutschland – das fällt zusammen mit: hundert Jahre Weimarer Reichsverfassung, hundert Jahre Völkerbund und siebzig Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Das sind epochale Daten, die bedeutende Fortschritte in der Bindung von Staaten an ein verfasstes Recht markieren.

Ist Deutschland ein christliches Land?

Es ist noch nicht lange her, dass in einer stark besuchten Lehrveranstaltung an der Theologischen Hochschule Reutlingen behauptet wurde, Deutschland sei ein christliches Land. Mit »Land« war hier tatsächlich »Staat« gemeint – das offenbarte der weitere Verlauf des Gesprächs. Der Behauptung wurde widersprochen mit dem Hinweis auf die grundlegende Unterscheidung zwischen Staat und Recht einerseits und Geschichte und Kultur andererseits: Jedenfalls was das Staatswesen betrifft, ist Deutschland gemäß dem Grundgesetz und seiner unstrittigen Auslegung weltanschaulich neutral, also kein christliches Land. Das wurde in dem Gespräch dann auch irgendwie eingeräumt. Trotzdem wurde die ursprüngliche Behauptung beharrlich wiederholt, insofern das Christliche eben doch einen Vorrang vor anderen Religionen haben müsse.

Interessanterweise verzeichnet eine Allensbach-Umfrage von Ende 2017 eine deutlich höhere Zustimmung zu der Aussage »Deutschland ist ein christliches Land« als eine Umfrage aus dem Jahr 2012 (63 Prozent zu 48 Prozent). Man ahnt, dass der Grund dafür in den Ereignissen des Jahres 2015 und in zunehmenden Vorbehalten gegen den Islam zu suchen ist. Im Blick auf die Ausgangsfrage jedoch sollte allen Staatsbürgern – zumal in einem freikirchlichen Kontext – klar sein, dass der Staat neutral zu sein und sich aus all diesen inhaltlichen Fragen herauszuhalten hat.

Wie steht der Staat zu den Kirchen?

Denn seit der Weimarer Reichsverfassung von 1919 gilt: »Es besteht keine Staatskirche.« So heißt es im Grundgesetz (GG) Artikel 140, der die Artikel 136ff aus der Weimarer Reichsverfassung (WRV) übernimmt. Dieser Artikel wirkt übrigens bei weitem unmissverständlicher, als er tatsächlich ist: Er vermeidet den unscharfen Begriff der »Trennung von Staat und Kirche«, auf den sich die Väter und Mütter der Weimarer Reichsverfassung wohl nicht hätten einigen können. Mit diesem Artikel endete das landesherrliche Kirchenregiment und die organisatorische Selbständigkeit von Staat und Kirchen. Gleichzeitig erhielten Freikirchen den Körperschaftsstatus.

Weit weniger klar sind die Zusammenhänge von Staat und Kirche, wenn es um den schulischen Religionsunterricht geht, die theologischen Fakultäten und den Schutz christlicher Feiertage. Darf zum Beispiel am Karfreitag ein Tanz veranstaltet werden oder nicht? Auch gibt es verschiedene Auffassungen zu Kruzifixen in öffentlichen Gebäuden, was ein Freistaat gegen die Haltung der Kirchen als Kulturgut für sich in Anspruch nehmen möchte. Deutschland ist ein säkularer, aber kein laizistischer Staat wie etwa Frankreich.

Zu Recht ins Gerede gekommen sind die immensen Staatsleistungen, die seit nunmehr hundert Jahren abgelöst werden sollen (Artikel 140 GG, Artikel 138 WRV). Wird das weitere hundert Jahre auf sich warten lassen? Diese Frage stellt sich heute immer dringlicher, weil viele religiöse und weltanschauliche Vereinigungen – darunter auch atheistische – sich nicht im gleichen Recht fühlen wie christliche Kirchen. Aus diesem Grunde entwickelt sich derzeit das »Staatskirchenrecht« zu einem »Religionsverfassungsrecht«. Es passt sich damit allmählich den realen Gegebenheiten einer multireligiösen Gesellschaft an.

Religionsfreiheit ist ein Grundrecht

Im Hintergrund dieser Artikel zum Staatskirchenrecht steht das Grundrecht auf unverletzliche Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses: »Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet« (Artikel 4). Aus dem Recht, sich frei einem religiösen Glauben anschließen zu können – auch als »positive Religionsfreiheit« bezeichnet, folgt zwingend das Recht, auch keinen Glauben haben zu können. Das wäre dann die »negative Religionsfreiheit«. Allerdings folgt daraus kein Recht, von religiösem Bekenntnis verschont zu werden.

Wie kommt nun Gott in das Grundgesetz?

Anders als in allen Vorläuferverfassungen wird Gott im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland genannt: »Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben«, so heißt es in der Präambel. Gott wird aber nicht angerufen wie etwa in der Schweizerischen Bundesverfassung, die mit den Worten beginnt: »Im Namen Gottes des Allmächtigen…«. Die bloße Nennung Gottes will zeigen, dass der Verfassungstext nicht letzte Wahrheiten verkündigt, sondern Menschenwerk und damit fehlbar ist. An den Rechtsgehalten ändert sich durch den sogenannten Gottesbezug gar nichts.

Wolfgang Ullmann, evangelischer Theologe und Abgeordneter der Grünen aus Sachsen, stritt Anfang der 1990er Jahre dafür, »in der Verfassung auf Gott zu verzichten – weil der da nicht hingehört«. Theodor Heuss, später der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, erwartete 1949 von der Präambel des Grundgesetzes etwas Feierliches. So kam der Gottesbezug hinein und wurde nicht mehr daraus entfernt.

Grundgesetz oder Verfassung?

Das Grundgesetz ist eigentlich ein Provisorium, etwas Vorläufiges: Weil man 1949 fürchtete, mit einer verfassunggebenden Versammlung und einem Verfassungsreferendum die Teilung Deutschlands zu zementieren, begnügte man sich mit einem »Parlamentarischen Rat« und einem »Grundgesetz«. In den Jahren nach 1990 stellte sich daher folgerichtig die Frage, ob die »neuen Länder« nach Artikel 23 beitreten sollten oder mit Artikel 146 der Prozess hin zu einer neuen Verfassung eröffnet werden sollte. Die Geschichte dieser Jahre hat ihre Antwort auf diese Frage gegeben. Wie immer man darüber denkt, es lässt sich wohl mit Recht festhalten, dass aus dem Provisorium »längst eine feste Ordnung geworden ist«, wie der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Ernst Benda gesagt hat.

In welcher Verfassung ist die Bundesrepublik Deutschland heute?

Weil Demokratie paradoxerweise mit demokratischen Mehrheiten untergraben werden kann, ist sie jederzeit gefährdet. Deshalb muss sie streitbar und wehrhaft sein. Dies war vielleicht selten von solcher Tragweite wie heute, da die unverzichtbare Mitte der Gesellschaft als fragil, gespalten, ja verloren beschrieben wird (Friedrich-Ebert-Stiftung, April 2019). Methodisten stehen in der Mitte der Gesellschaft und sind als demokratisch geübte und europaweit und global vernetzte Christen besonders herausgefordert und auch befähigt, für Demokratie und Rechtsstaat einzutreten.

Bildnachweis: Reisefreiheit_eu/Pixabay

Der Autor
Prof. Christof Voigt lehrt Philosophie und biblische Sprachen an der Theologischen Hochschule Reutlingen.


»Traditional Plan« teilweise verfassungskonform

Di, 04/30/2019 - 07:11

Teile des sogenannten »Traditional Plans« sind verfassungswidrig, die anderen Teile sind verfassungskonform und werden zum 1. Januar 2020 für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in den USA rechtskräftig. Für die Zentralkonferenzen der EmK außerhalb der Vereinigten Staaten gelten andere Übergangsfristen. Das ist das Ergebnis der am vergangenen Freitag zu Ende gegangenen Sitzung des internationalen Rechtshofs der EmK. Dieses oberste Recht sprechende Gremium der EmK hatte zu klären, ob die bei der außerordentlichen Generalkonferenz der EmK im Februar in St. Louis verabschiedeten Beschlüsse zu den Bestimmungen der Kirchenordnung in Fragen der Homosexualität verfassungskonform sind.

Strafen bei Ordnungsübertretung

Verfassungswidrig ist die für die Zusammensetzung der Kommission für Ordinierte Dienste geforderte schriftliche Bestätigung, alle Bestimmungen der Kirchenordnung, insbesondere die Bestimmungen im Blick auf den Umgang mit »bekennenden Homosexuellen« im pastoralen Dienst, vollständig mitzutragen, durchzusetzen und durchzuführen und die dafür vom zuständigen Bischof geforderte schriftliche Bestätigung. Die beschlossene Verlagerung der Rechenschaftspflicht der Bischöfe und Bischöfinnen in die Verantwortung der Jährlichen Konferenzen wurde ebenfalls als verfassungswidrig abgelehnt. In den USA sind somit weiterhin die Jurisdiktionalkonferenzen und außerhalb der Vereinigten Staaten die Zentralkonferenzen dafür zuständig. Der Rechtshof bestätigte dagegen einige Abschnitte, die Verbote und Mindeststrafen beinhalten, wenn bekennende und praktizierende Homosexuelle für den pastoralen Dienst ordiniert oder als Bischöfe oder Bischöfinnen berufen werden. Auch die Mindeststrafen für Pastoren oder Pastorinnen, die sich an Trauungen oder Segnungen homosexueller Paare beteiligen, wurden bestätigt. Die Geistlichen werden mit sofortiger Wirkung für ein Jahr ohne Bezüge suspendiert, im Wiederholungsfall wird ihnen gekündigt.

Austritt von Gemeinden ist möglich

In einer separaten Entscheidung hat der Rechtshof die Verfassungsgemäßheit der Petition 90066 bestätigt. Damit wird Kirchgemeinden zugestanden, die EmK in einem genau beschriebenen Prozess bis spätestens zum Ende des Jahres 2023 zu verlassen, wenn sie im Blick auf die Fragen rund um Homosexualität mit der Entscheidung der Generalkonferenz 2019 oder der Haltung der eigenen Jährlichen Konferenz nicht einverstanden sind. Dazu müssen jedoch drei Mindestanforderungen erfüllt werden: Die Gemeinde muss mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Kirchenglieder diesen Beschluss fassen, der von einer einfachen Mehrheit der zuständigen Jährlichen Konferenz befürwortet werden muss. Außerdem müssen die Regelungen der Kirchenordnung und des Zivilrechts des jeweiligen Landes, besonders im Blick auf Finanzen und Eigentumsverhältnisse, angewandt werden.

Reaktion der Zentralkonferenz Deutschland im November 2020

Mit dieser Rechtsprechung wurden im wesentlichen die Passagen für verfassungswidrig erklärt, die vom Rechtshof bereits vor der Generalkonferenz für verfassungswidrig erklärt worden waren und trotzdem von der Generalkonferenz beschlossen wurden. Der Rechtshof ist aber auch der Überzeugung, dass die verfassungswidrigen Abschnitte die Beschlussfassung nicht insgesamt beschädigen. Deshalb können die verfassungskonformen Teile des »Traditional Plans« regelkonform in Kraft treten. Für die Jurisdiktionen und Jährlichen Konferenzen in den USA ist dies zum 1. Januar 2020 der Fall. Für die Zentralkonferenzen außerhalb der Vereinigten Staaten gilt dies spätestens zwölf Monate nach der nächsten ordentlichen Generalkonferenz, die im Mai 2020 tagt. Für die Zentralkonferenz Deutschland bedeutet dies, dass bei der Zentralkonferenz-Tagung im November 2020 eine Stellungnahme und Entscheidung gefordert ist.

»Weg ist anstrengend, aber richtig«

Die Entscheidung des Rechtshofs hat für die Zentralkonferenz der EmK Deutschland keine Auswirkungen auf den vom Kirchenvorstand im März beschlossenen Weg, an einem »Runden Tisch« möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen und Sichtweisen zusammenzubringen. Dieser Weg könne entschlossen weiterverfolgt werden, so Bischof Harald Rückert. Damit solle ein möglichst breites Einverständnis erreicht werden, um der Zentralkonferenz 2020 Beschlussfassungen vorzuschlagen, die das Zusammenbleiben der EmK in Deutschland trotz unterschiedlicher Überzeugungen ermöglicht. Ein erstes Treffen mit zwanzig Personen findet am morgigen Mittwoch, dem 1. Mai, in Frankfurt am Main statt. »Es wird ein anstrengender Weg«, erklärt Rückert, »aber es ist die richtige Richtung, die wir einschlagen«.

Bildnachweis: Kathleen Barry, United Methodist Communications

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Zur Beschlussfassung der außerordentlichen Generalkonferenz vom Februar dieses Jahres liegen Zusammenfassungen für den Traditional Plan in englischer und deutscher Sprache vor:
Traditional Plan (englisch) Zusammenfassung, Anträge, Entstehungsgeschichte (PDF)
Traditional Plan (Deutsch) Zusammenfassung des Generalkonferenz-Beschlusses (PDF)

Nachfolgend die Auflistung der verfassungskonformen und verfassungswidrigen Teile:

Verfassungskonform
90032 – Erweiterte Definition von »bekennende, praktizierende Homosexuelle«
90036 – Bischöfliche Verantwortlichkeiten
90042 – Minimalstrafe bei Vergehen
90043 – Voraussetzungen für den ordinierten Dienst
90044, 90045 (Teil 1), 90046 – Vorgehen bei Beschuldigungen
90047 – Berufungsrecht der Kirche

Verfassungswidrig
90033 bis 90035 – Rechenschaftspflicht der Bischöfinnen und Bischöfe
90037 – Zusammensetzung der Kommission für Ordinierte Dienste
90038 – Vollständige Prüfung der Kandidatinnen und Kandidaten für den Weg ins Predigtamt
90039 – Zusammensetzung der Kommission für Ordinierte Dienste
90040 – (Ursprünglicher) Umsetzungsprozess zur Einführung des Traditional Plans
90045 (Teil 2) – Vorgehen bei Beschuldigungen

Friedenspolitische Wahlprüfsteine

Do, 04/25/2019 - 06:00

Kommenden Monat finden vom 23. bis 26. Mai die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Im Rahmen der Ökumenischen Konsultation für Gerechtigkeit und Frieden (ÖKGF) formulierten mehrere Organisationen friedenspolitische Wahlprüfsteine für die anstehenden Europawahlen. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland ist über die »Fachgruppe Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung« verbunden mit dem ökumenischen Netzwerk Church and Peace (Kirche und Frieden), das an der Veröffentlichung der Wahlprüfsteine mitwirkte.

Auch die Arbeitsgruppe »Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung« der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat sich diese Wahlprüfsteine zu eigen gemacht und lädt ein, mit Hilfe der Wahlprüfsteine die Kandidaten der Parteien um Auskünfte zu bitten und kritisch zu befragen, wofür sie im Falle ihrer Wahl in das Europäische Parlament eintreten werden. Dabei geht es um Nachfragen zur Subventionierung der Rüstungsindustrie, Stärkung gewaltfreier Krisenprävention, europäische Rüstungsexporte sowie Asyl und Migration.

Friedensprojekt Europäische Union

In ähnlicher Weise macht auch die bereits im Februar gestartete Aktion »Rettet das Friedensprojekt Europa« darauf aufmerksam, dass die Europäische Union ab dem Jahr 2021 große Investitionen in die europäische Rüstungsindustrie plant. Die von Bischof Harald Rückert für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mitunterzeichnete Aktion erinnert daran, dass die Europäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg Versöhnung zwischen Feinden brachte und damit weltweit zu einem Friedensprojekt mit Vorbildcharakter wurde. Deshalb, so die Initiatoren dieses Projekts, brauche es »dringender denn je eine Europäische Union, die für Frieden und Menschenrechte eintritt – zu Hause und jenseits ihrer Grenzen«.

Zwischenzeitlich haben sich diesem Aufruf über hundert Organisationen und Institutionen angeschlossen und fordern die Europäische Union (EU) dazu auf, insgesamt zehn Milliarden Euro für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, für friedensfördernde Maßnahmen und für die Förderung von Menschenrechten und Demokratie in den Haushalt einzustellen. Die Bürger der EU sollten mit ihrer Stimmabgabe deutlich machen, dass ihnen daran liege, dass die Europäische Union sich weiter als Friedensprojekt entwickle und nicht als Militärmacht.

Bildnachweis: Logo der Aktion »Rettet das Friedensprojekt Europa«

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Wahlprüfsteine zur Europawahl (deutsch, PDF)
Wahlprüfsteine zur Europawahl (englisch, PDF)
AG 11 der VEF (Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung
EmK-Fachgruppe Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Ökumenisches friedenskirchliches Netzwerk Church and Peace
Aktion »Rettet das Friedensprojekt Europa«

Sprachlosigkeit überwinden

Mi, 04/24/2019 - 06:35

Die im Februar dieses Jahres in St. Louis in den Vereinigten Staaten tagende außerordentliche Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hatte sich intensiv mit dem Thema Homosexualität auseinanderzusetzen. Dabei wurde deutlich, dass es schwierig und für viele ungewohnt ist, eigene Sichtweisen zu diesem Thema so zu formulieren, dass sie dem Thema, den unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Situationen und den Gefühlen der an Gesprächen und Diskussionen beteiligten Personen gerecht werden. Die dafür nötige Sprachfähigkeit ist nur wenig vorhanden. Eine weit verbreitete Sprachlosigkeit hindert daran, sich mit dem Thema zu befassen.

Tabuisierung führt zur Sprachlosigkeit

Ursache dieser Sprachlosigkeit ist die lange Tabuisierung des Themas Sexualität, besonders auch im Raum der Kirchen. Sich dem mit Argwohn betrachteten »Thema« außer zur Kinderzeugung auch biblisch-theologisch, geschichtlich, psychologisch oder sogar soziologisch zu nähern, blieb eine Ausnahme. Die seit Jahren stattfindende gesellschaftliche Veränderung und auch die aktuelle Entwicklung innerhalb der EmK machen deutlich, wie wichtig es ist, sich der thematischen Auseinandersetzung zu stellen und eigene ethische Grundsätze zu reflektieren und möglicherweise zu hinterfragen.

Arbeitshilfe fördert Sprachfähigkeit

Die Zerrissenheit, die sich besonders beim Thema Homosexualität im kirchlichen Umfeld zeigt, beschränkt sich nicht auf kirchliche Gremien, in denen Entscheidungen über die Ordnung zu treffen sind. Die Spannungen spiegeln sich auch in unterschiedlicher Ausprägung bei den Menschen in den Gemeinden wider. Um die Sprachfähigkeit in dieser Thematik zu fördern, bietet das Bildungswerk der EmK eine Arbeitshilfe für Kleingruppen und Hauskreise an. In vier Einheiten leitet die Arbeitshilfe dazu an, auf achtsame Weise miteinander ins Gespräch zu kommen. Sexualität ist unabhängig von der jeweiligen sexuellen Orientierung und auch unabhängig vom Beziehungsstatus Teil des Menschseins. Deshalb ist es nötig, eine Form achtsamen Austauschs zu finden, die frei von gegenseitiger Verletzung ist. Die Arbeitshilfe nimmt Erfahrungen und Materialien auf, die für die Gemeinden der Methodistischen Kirche in Irland entwickelt und dort gut aufgenommen wurden.

Bildnachweis: Titelbild der Arbeitshilfe, EmK Bildungswerk

Der Autor
Ralf Würtz ist Laienprediger der EmK und nebenberuflich für das Bildungswerk tätig. Unter anderem ist er für die Entwicklung von Online-Kursen zuständig und hat den Vorsitz in der Fachkommission für Hauskreise und Kleingruppen. Kontakt: ralf.wuertz(at)emk-bildungswerk.de.

Weiterführende Links
Arbeitshilfe »Menschliche Sexualität«

Muslimen mit dem Zeugnis der Liebe Gottes begegnen

Mo, 04/22/2019 - 06:35

Schätzungsweise rund eine Million Christen weltweit beteiligen sich an der Aktion »30 Tage Gebet für die islamische Welt«, die in diesem Jahr am 6. Mai startet und bis zum 4. Juni dauert. Laut Informationen der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) nahm diese Aktion bei einer Gebetskonferenz vor 25 Jahren ihren Ausgang. Verantwortliche und Mitarbeiter in der Missionsarbeit im Nahen Osten erkannten, wie wichtig es ist, konkret für die islamische Welt zu beten. Gleichzeitig wollten sie durch ihren Dienst Muslimen deutlich machen, dass Gott sie liebt.

Kleine Anfänge – weltweite Aufmerksamkeit

Aus ersten Anfängen entstand ein Gebetsheft, das zwischenzeitlich in über 30 Sprachen erhältlich ist und mit Hilfe von Smartphone-Apps und digital im Internet in aller Welt abrufbar ist. Damit werden sogar Regionen erreicht, die für missionarische Bemühungen schwer erreichbar sind. Die Übersetzung ins Deutsche wird vom DEA-Arbeitskreis Islam verantwortet, der sich sachkundig mit der Ausarbeitung der Themen befasst und die Schwerpunkte für die deutschsprachige Ausgabe setzt. Redaktionell verantwortet wird die mit einer Auflage von rund 70.000 Heften in deutscher Sprache erscheinende Ausgabe von der im thüringischen Bad Blankenburg ansässigen Deutschen Evangelischen Allianz.

Für Muslime beten und sie besser verstehen

Der noch amtierende DEA-Generalsekretär Hartmut Steeb bittet die Christen in Deutschland: »Reihen Sie sich ein in die Gebetsgemeinschaft der Christen in unserem Land und weltweit.« Ziel des Betens sei, so der Herausgeberkreis, »dass in allen muslimischen Volksgruppen und Ländern Gemeinden bekehrter Muslime entstehen, die das Evangelium unter ihren Landsleuten verkündigen«. Außerdem solle um Religionsfreiheit für solche Länder gebetet werden, in denen der Bevölkerung diese bisher verweigert wird. Über die täglichen, konkreten Gebetsvorschläge hinaus bietet das Heft ausführliche Informationen über den Islam und den Ramadan sowie praktische Tipps für die Begegnung mit Muslimen. Die Informationen und die Anleitung zum Gebet sollen auch dazu dienen, die Liebe zu muslimischen Menschen zu wecken. Christen könnten auf Basis solcher Informationen und durch ein regelmäßiges Gebet »ihre muslimischen Nachbarn besser verstehen, Kontakt zu ihnen suchen und ihnen hilfsbereit und mit dem Zeugnis von der Liebe Gottes begegnen«.

Bildnachweis: Deutsche Evangelische Allianz

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Informationen zur Aktion »30 Tage Gebet für die islamische Welt«
Arbeitshilfen des Arbeitskreises Islam der DEA

Zur Information
Das Heft »30 Tage Gebet für die islamische Welt« kann kostenlos per E-Mail bei der Deutschen Evangelischen Allianz bestellt werden: versand(at)ead.de.

Wohnen zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Sa, 04/20/2019 - 06:43

»Wie wir wohnen wollen« ist das Thema der neuen Ausgabe der Arbeitshilfe »Horizonte – Impulse für die Arbeit mit Älteren«, die jüngst erschienen ist. Darin wird ein Thema aufgegriffen, das zunehmend zu einer sozialen Frage geworden ist und neben Geringverdienern besonders auch die ältere Generation betrifft.

Wohnen bedeute Geborgenheit, Sicherheit und Heimat, schreibt Ulrike Burkhardt-Kibitzki, die als Pastorin im Bezirk Böblingen arbeitet. Im Nebenamt ist sie deutschlandweit für die Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) als Seniorensekretärin für die Arbeit mit älteren Menschen zuständig. Im Vorwort der Arbeitshilfe greift sie die Frage auf, was ältere Menschen für Möglichkeiten haben, die Situation des Wohnens im Alter zu bedenken. »Rechtzeitig sich informieren, frühzeitig über Veränderungen und auch Loslassen nachdenken und dann Entscheidungen treffen«, ist Burkhardt-Kibitzkis Schlussfolgerung. Wenn das Haus zu groß werde und die Kräfte nachließen, seien das die Aufgaben, »die mit dem Älterwerden auf uns zukommen und gemeistert werden wollen«. 

Die Arbeitshilfe bietet Artikel unterschiedlicher Autoren, unter denen sich auch zwei junge Architektinnen finden, die sich auf Basis von Architektur und Innenarchitektur mit Wohnraumkonzepten fürs Alter auseinandersetzen. Biblische Aspekte des Wohnens, die sozialdiakonische Aufgabe der Kirche hinsichtlich der Wohnraumschaffung sowie die provokante Frage, wo Jesus heute wohnen würde, bieten zahlreiche Impulse für Gespräch und Gruppenarbeit.

Bildnachweis: Titel der Arbeitshilfe, © EmK Bildungswerk

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Die Arbeitshilfe »Horizonte – Impulse für die Arbeit mit Älteren« erscheint einmal jährlich und ist kostenlos am Büchertisch der Gemeinde oder beim Bildungswerk der EmK erhältlich. Auf der Internetseite des Bildungswerks können sowohl die aktuelle als auch die vorherigen Ausgaben heruntergeladen werden.
Telefon: 0711 8600690; E-Mail: c.carlsen-gann(at)emk-bildungswerk.de.

Die Berufung annehmen – gestern, heute, morgen

So, 04/14/2019 - 07:10

Am 5. April 1819 wurde die Missionsgesellschaft der Bischöflichen Methodistenkirche (Methodist Episcopal Church) gegründet. Diesen bedeutenden Grundstein der Missionsarbeit feierten vom 8. bis 10. April über 250 Gäste aus aller Welt auf Einladung des internationalen Missions- und Hilfswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Unter dem Titel »Die Berufung annehmen – Gottes Stimme in der methodistischen Mission hören: gestern, heute, morgen« (Answering the Call: Hearing God's Voice in Methodist Mission, Past, Present and Future) ging es neben der Würdigung vergangener Aktivitäten mit all ihren Erfolgen und Tiefen vor allem um die Frage: Wie soll evangelisch-methodistische Mission für die Zukunft ausgerichtet sein?

Aus Deutschland: Erfahrungen aus der Arbeit mit Geflüchteten

Begrüßt wurden die Gäste vom derzeitigen Generalsekretär dieser international tätigen EmK-Organisation, dem Deutschen Thomas Kemper. In einer bewegten Eröffnungsfeier spürte die Festgemeinde etwas von der Weite und Tiefe methodistischer Mission. Neben Trommelrhythmen und mehrsprachigen Liedern ging es um die Werte von Mission. Die Tagung selbst war geprägt von gemeinsamen Plenumsveranstaltungen mit Gottesdienstcharakter, sowie von zahlreichen Arbeitsgruppen, die die Vielfalt missionarischer Arbeit abbildeten. Themen wie Gesundheit und Heilung waren ebenso Schwerpunkte, wie die Fragen im Umgang mit anderen Religionen und den großen Migrationsbewegungen unserer Zeit.

Walther Seiler, Pastor im baden-württembergischen Albstadt, brachte die Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten der EmK aus Deutschland ein. Er berichtete über die Chancen aber auch über Enttäuschungen, die dieses Engagement etlicher deutscher Gemeinden mit sich bringt.

Ideenreichtum und Hingabe

»Besonders eindrücklich waren für mich die vielen Gespräche mit Vertretern anderer Länder über deren Erfahrungen«, ist Seilers persönliches Fazit dieser Veranstaltung. »Neben der Vielfalt der weltweiten Arbeit hat mich besonders der Ideenreichtum und die Hingabe vieler Geschwister angeregt«, schreibt Seiler in seinem Resümee. »Wie diese Menschen in ihrem jeweiligen Kontext versuchen, die Liebe Jesu zu leben und anderen Menschen nahe zu bringen, ist beeindruckend.«

Bildnachweis: Walther Seiler

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Mehr Informationen (in Englisch) zu dieser Veranstlatung finden sich unter:

Zukunft der EmK in Nordeuropa

Sa, 04/13/2019 - 06:50

Der Nordeuropa-Sprengel der Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) tagte am 29. und 30. März in Kopenhagen. Dabei ging es um die Folgen aus der Entscheidung der außerordentlichen Generalkonferenz, die Ende Februar in St. Louis in den Vereinigten Staaten stattgefunden hatte. Dort wurden mit dem beschlossenen »Entwurf zur Bewahrung der bestehenden Ordnung« (Traditional Plan) die restriktiven Formulierungen negativer Bewertung praktizierter Homosexualität der EmK-Kirchenordnung bestätigt und verschärft. Die Teilnehmer der Kopenhagener Tagung beschlossen einstimmig die Einrichtung eines Runden Tisches, zu dem Meinungsführer und Leitungspersonen der Jährlichen Konferenzen der EmK aus Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden eingeladen werden. Ziel der Beratungen des Runden Tisches wird sein, für die Zusammenarbeit und die Zukunft dieser nordeuropäischen Region der EmK eine Basis zu schaffen, die »so viel Einheit und so viel missionarische Kraft wie möglich« bewirkt.

Enttäuschung und Polarisierung

In der veröffentlichten Erklärung heißt es, dass die nordeuropäische Region der EmK sehr vielfältig sei. Das betreffe auch das Verständnis von menschlicher Sexualität, aber auch unterschiedliche Sichtweisen darüber, wie der Auftrag der Kirche an den Menschen umgesetzt werden könne. Trotz dieser Vielfalt und Unterschiede sei es aber gelungen, »seit mehr als 100 Jahren in einer gemeinsamen Kirche eine verbindliche Gemeinschaft zu pflegen«. Die Entscheidung der zurückliegenden Generalkonferenz habe den Wunsch nach einem »stärkeren Gefühl der Einheit« enttäuscht. Stattdessen sei die Kirche nun »noch mehr gespalten und polarisiert«. Die weltweiten Reaktionen auf diese Entscheidung zeigten deutlich, dass es für die EmK sehr schwer sein werde, die Einheit zu bewahren. Darauf deuteten auch die Reaktionen aus EmK-Gemeinden in den nordischen und baltischen Staaten hin.

Möglichst große Vielfalt

Um mit dieser vorhandenen Situation aktiv umzugehen, wurde in Kopenhagen beschlossen, einen Runden Tisch für die EmK in Nordeuropa zu bilden. Dort sollen in größtmöglicher Offenheit die aufgeworfenen Fragen beraten werden. Bis zum Herbst nächsten Jahres solle ein Konsens darüber gefunden werden, wie die Zukunft der EmK in Nordeuropa aussehen könnte. Der Vorschlag des Runden Tisches soll der 2021 tagenden Zentralkonferenz zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Jede Jährliche Konferenz darf halb so viele Personen an den Runden Tisch entsenden, wie sie normalerweise Delegierte an die Zentralkonferenz hat. Die Konferenzen sollen sicherstellen, dass ihre Teilnehmer möglichst viele theologische Positionen ihrer Konferenz vertreten und dass die Teilnehmergruppen jeweils eine möglichst große Vielfalt aufweisen. Moderiert wird der Runde Tisch von Bischof Christian Alsted, dessen Dienstsitz für den Nordeuropa-Sprengel der EmK in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen liegt.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Erklärung des Nordeuropa-Sprengels der Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien (Englisch, PDF)
Informationen zum Runden Tisch des Nordeuropa-Sprengels der Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien (Englisch, PDF)

Zur Information
Die Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien umfasst neben den Jährlichen Konferenzen in Nordeuropa und im Baltikum (dazu gehören Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden) auch die Jährlichen Konferenzen im eurasischen Teil der EmK (Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Russland, Tadschikistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrussland). Die beiden Sprengel Nordeuropa und Eurasien hatten im Vorfeld der Tagung in Kopenhagen vereinbart, keine gemeinsame Erklärung abzugeben.

Mission ohne Zwang

Fr, 04/12/2019 - 07:14

Am 9. April tagte in Kassel die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Die Delegierten wählten ein neues Vorstandsmitglied, berieten über Grundlagen ganzheitlicher Mission und lernten zwei Bankhäuser kennen, deren Geschäftsziel in der Förderung freikirchlicher Gemeindearbeit besteht.

»Große Begeisterung für die kirchliche Arbeit«

Die Mitgliederversammlung der Freikirchenvereinigung wählte Stefan Kraft für ein Jahr in den Vorstand der VEF. Der 54-jährige Theologe ist Superintendent im Distrikt Essen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Kraft tritt an die Stelle von Bischof Harald Rückert, der aus persönlichen Gründen vorzeitig aus dem Vorstand ausscheidet. VEF-Präsident Christoph Stiba dankte Rückert für »starke, richtungsweisende Impulse in der gemeinsamen Vorstandsarbeit« und würdigte dessen Nachfolger, der »fundierte Leitungskompetenz und eine große Begeisterung für die kirchliche Arbeit« mitbringe. Neben Stiba, im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, gehören außerdem Marc Brenner von der Gemeinde Gottes als Vizepräsident sowie Frank Uphoff vom Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden und Frank Honsberg von der Heilsarmee weiterhin dem Vorstand an. Im März 2020 stehen die nächsten turnusgemäßen Wahlen an.

Friedensarbeit mitgestalten

Christoph Stiba berichtete in der Mitgliederversammlung über weitere personelle Veränderungen. Horst Sebastian von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wird die VEF künftig in der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) vertreten und damit die Nachfolge von Holger Teubert antreten. »Die EAK unterstützt Friedensarbeit vor Ort und entwickelt Konzepte, wie Konflikte ohne Gewalt zu lösen sind, was gerade angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung enorm wichtig ist«, lobte Stiba diese wichtige Arbeit. »Gut, dass wir als Freikirchen hier mitgestalten können.«

Es geht um das Zusammenleben der Menschen

Auch bei der jährlich stattfindenden Interkulturellen Woche wirkt die VEF mit. Laut Stiba habe dieses Angebot ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz im Blick: das Zusammenleben der Menschen in Deutschland. Der VEF-Präsident dankte John Uzuh für die Mitarbeit im Vorbereitungskreis der Interkulturellen Woche. Bis eine Person für die Mitarbeit im Vorbereitungskreis gefunden ist, arbeitet Peter Jörgensen, der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, in dem Gremium mit. Stiba erinnerte an das gute Material, das jedes Jahr für die Interkulturelle Woche entwickelt wird.

Mission – frei von Zwang oder Druck

Inhaltlicher Schwerpunkt war die Weiterarbeit am Thema »Evangelisation«. In vorläufiger Auswertung der Gruppenarbeit während der Mitgliederversammlung erklärte Vorstandsmitglied Frank Uphoff: »Die VEF selbst ist keine Evangelisationsbewegung, sondern ein Netzwerk von Kirchen, die missionarisch aktiv sind.« Außerdem vernetze sich die Freikirchenvereinigung mit anderen Organisationen wie der Lausanner Bewegung. Im Blick auf Evangelisation gebe es einen großen inhaltlichen Konsens, so Uphoff: »Mission geschieht für uns Freikirchen in Wort und Tat – wir haben die Menschen ganzheitlich im Blick, mit dem, was sie brauchen. Und als Freikirchen stehen wir für Mission, die frei von Zwang oder Druck ist. Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben und ihnen ein Liebesangebot gemacht. Und von diesem Geschenk wollen wir reden und die Liebe Gottes weitergeben.«

Zuverlässige und ethisch handelnde Partner

Zu Gast in der Mitgliederversammlung waren leitende Vertreter zweier Bankhäuser, die in den 1920er-Jahren von freikirchlichen Christen zur Unterstützung freikirchlicher Gemeinden gegründet wurden. Bis heute bewirken sie mit Spareinlagen Gutes. Vorstandsvorsitzende Elke Müller stellte den Delegierten die Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eG (SKB Bad Homburg) vor, Vorstandssprecher Volkmar Birx die Spar- und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden eG (SKB Witten). Müller berichtete, die SKB Bad Homburg habe in den vergangenen fünf Jahren fast 500 Gemeinden und Werken Kredite in Höhe von mehr als 92 Millionen Euro gewährt. Wie die Bad Homburger Bank stehe auch die SKB Witten für »ausschließlich positiv ethische, soziale und ökologische Geldanlagen«, so Birx. Nach Angaben von Elke Müller und Volkmar Birx hatten beide Geldhäuser in ihrer fast hundert Jahre langen Geschichte noch nie einen Kreditausfall in ihrem Kerngeschäft mit Gemeinden und Werken. »Es ist ein Segen, dass die freikirchlichen Gemeinden in Deutschland mit diesen Banken solide, zuverlässige und ethisch handelnde Partner an ihrer Seite habe«, so VEF-Präsident Stiba.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Dr. Michael Gruber ist Pressesprecher der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Leiter des Referats Kommunikation des Bundes Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden in Deutschland in Elstal bei Berlin. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK)
Interkulturelle Woche
Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eG (SKB Bad Homburg)
Spar- und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden eG (SKB Witten)

Zur Information
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Die Mitgliederversammlung tagt zweimal im Jahr. Die nächste findet am 26. und 27. November im thüringischen Bad Blankenburg statt.
www.vef.de.

Pfiffige Ideen für Einheit der Christen gesucht

Mo, 04/08/2019 - 08:15

Alle zwei Jahre verleiht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) den Ökumenepreis. Im September dieses Jahres ist es wieder soweit. Damit werden Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die zur Einheit der Christen beitragen und das gemeinsame Engagement von Menschen verschiedener Konfessionen fördern. Gesucht werden Projekte, die mehrere Konfessionen einbeziehen und originell sowie übertragbar sind.

Für die Schirmherrschaft des Ökumenepreises 2019 konnte Walter Kardinal Kasper, ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, gewonnen werden. Die Preisverleihung findet im Rahmen der ACK-Mitgliederversammlung im September in Augsburg statt. Bewerbungsschluss für den mit 3.000 Euro dotierten Preis ist der 31. Mai 2019.

Die Gewinner des 2013 erstmals verliehenen Preises konnten mit ideenreichen Angeboten punkten. Im Jahr 2017 wurde die ACK in Bremen für ihr Projekt »Ökumenische Staffel der Gastfreundschaft« ausgezeichnet. Dabei besuchten sich mehr als vierzig Gemeinden verschiedener Konfessionen gegenseitig und tauschten sich aus. Mit dem Projekt »Ökumenische Taufkreuze« konnte 2015 die ACK des im südlichen Schwarzwald gelegenen Villingen überzeugen. Alle neugetauften Kinder und Erwachsenen in den Mitgliedskirchen der dortigen ACK erhalten ein kleines Taufkreuz aus Holz, auf dem die dreizehn Mitgliedskirchen der Villinger ACK mit einem kleinen Symbol abgebildet sind. Außerdem wird ein dem kleinen Symbol vergleichbares zwei Meter hohes Kreuz einmal im Jahr durch alle Mitgliedskirchen weitergereicht, um so die »geschwisterliche Verbundenheit in den Gemeindegottesdiensten und Kirchenräumen zu vergegenwärtigen«. Erster Preisträger war die Göttinger ACK mit ihrem Projekt »Göttinger Psalter« im Jahr 2013. Seinerzeit hatten sich die Göttinger Kirchengemeinden ein Jahr lang in über 400 Einzelveranstaltungen mit allen 150 Psalmen der Bibel beschäftigt.

Bildnachweis: ACK

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
www.oekumenepreis-der-ack.de
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