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Aktualisiert: vor 7 Stunden 43 Minuten

Nobelpreis mit Folgen

vor 9 Stunden 57 Minuten

Der 22. Januar ist ein Tag mit einem besonderen Ereignis, von dem viele möglicherweise gar nichts mitbekommen: Der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) der Vereinten Nationen (United Nations, UN) tritt völkerrechtlich in Kraft. Viele der Unterzeichner drängen auf Ratifizierungen durch weitere Länder.

Bedeutende Verpflichtung zur Abschaffung von Atomwaffen

Das bei der UN-Generalversammlung im Juli 2017 unterzeichnete Abkommen ächtet die Entwicklung, die Tests, die Produktion, die Lagerung, die Stationierung, die Weitergabe, den Einsatz und die Drohung mit Atomwaffen. Mit der Ratifizierung durch den 50. UN-Staat am 24. Oktober des vergangenen Jahres trat die festgelegte 90-Tage-Frist in Kraft. Mit Ablauf dieser Frist tritt der Vertrag mit dem heutigen 22. Januar in Kraft. António Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, sieht in diesem Vertrag eine »bedeutende Verpflichtung hin zu einer kompletten Beseitigung von Nuklearwaffen«. Der Vertrag ist allerdings nur für die Unterzeichnerstaaten ein völkerrechtlich bindendes Dokument. Nicht dabei sind unter anderem die großen Atommächte USA, Russland, China, Frankreich und das Vereinigte Königreich und die mit ihnen verbündeten Länder, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland. Auch die weiteren Atomwaffenstaaten Israel, Nordkorea, Indien und Pakistan verweigern sich dem Abkommen.

Ein historischer Moment

Für diesen Vertrag kämpfte die internationale Friedensbewegung jahrelang, allen voran die »Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen« ( International Campaign to Abolish Nuclear weapons, ICAN). Dafür erhielt die Organisation 2017 den Friedensnobelpreis.

»Es ist wirklich ein historischer Moment, den wir gerade erleben«, sagt Antje Heider-Rottwilm und freut sich über diesen Erfolg. Sie ist Vorsitzende von »Church and Peace« (Kirche und Frieden), das sich als europäisches ökumenisches Netzwerk versteht. Die daran beteiligten Friedenskirchen, christlichen Gemeinschaften, Kirchengemeinden, Ausbildungsstätten, Friedensorganisationen und Friedensdienste beteiligen sich am Dialog über Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und unterstützen und organisieren gemeinsame Initiativen und Projekte.

Abkommen entspricht dem EmK-Standpunkt

Denise Courbain freut sich ebenfalls über dieses bedeutsame Ereignis. Die Vorsitzende der »Fachgruppe Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung« und Referentin für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland ist in ihrem Aufgabengebiet mit dieser Thematik bestens vertraut. Das jetzt in Kraft getretene Abkommen entspreche dem EmK-Standpunkt. Auf internationaler Ebene und auch in Deutschland fordere die EmK seit Jahrzehnten die Ächtung und Abschaffung von Atomwaffen. Verankert ist diese kirchliche Haltung in den »Sozialen Grundsätzen«, die Teil der Ordnung der EmK sind. Dort heißt es, »dass für die Regierungen bei der Festlegung ihrer Prioritäten menschliche Werte schwerer wiegen müssen als militärische Forderungen«. Deshalb müssten Herstellung, Verkauf und Verteilung von Waffen »eingeschränkt und kontrolliert« werden. Und: »Produktion, Besitz und Gebrauch von Atomwaffen müssen geächtet werden.«

Mit dem Bischofsbrief »Gottes erneuerte Schöpfung« unterstrich der Bischofsrat der weltweiten EmK 2009 diese Haltung. Für den deutschen Teil der Kirche veröffentlichte die Kommission für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung 2017 unter dem Titel »Frieden gestalten: gewaltfrei, gerecht und schöpfungsgemäß« ein Friedenswort mit Impulsen, um die EmK-Gemeinden in Deutschland zum Reden und Handeln in diesen gesellschaftspolitischen und friedensethischen Fragen anzuleiten.

Bildnachweis: pixabay.de

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Veröffentlichungen der Evangelisch-methodistischen Kirche zum Thema
Die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche 
Friedenswort: Frieden gestalten: gewaltfrei, gerecht und schöpfungsgemäß 
Bischofsbrief: Gottes erneuerte Schöpfung – Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln 

Weiterführende Links
Fachgruppe GFS der Kommission für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland  

Zur Information
Der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) ist eine internationale Vereinbarung, die Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen sowie die Drohung mit diesen Waffensystemen verbietet. Im Dezember 2016 nahm die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) eine Resolution an, die einen solchen Vertrag aushandeln sollte. Die erste Verhandlungsrunde fand im März 2017 in New York statt, die zweite im Juli 2017. An der ersten Konferenz beteiligten sich 132, an der zweiten 124 der 193 Mitgliedstaaten. Die offiziellen und de-facto-Atommächte sowie die NATO-Staaten mit Ausnahme der Niederlande nahmen an den Verhandlungen nicht teil.
Der ausgearbeitete Vertrag wurde am 7. Juli 2017 mit 122 Stimmen angenommen; die Niederlande stimmten dagegen, Singapur enthielt sich. Auf der UN-Generalversammlung unterzeichneten im September 2017 zunächst 53 Staaten das Abkommen. Bis zum 24. Oktober 2020 hatten 84 Staaten unterzeichnet, 50 Staaten hatten den Vertrag ratifiziert. Vertragsgemäß tritt der Vertrag neunzig Tage nach der 50. Ratifizierung am 22. Januar 2021 in Kraft.

THR schreibt Professur für Kirchengeschichte aus

Mi., 01/20/2021 - 06:27

Die Professur für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik an der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wird zum Beginn des Wintersemesters 2022/23 neu vergeben. Die Neubesetzung ist nötig, weil die langjährige Inhaberin der Professur, Dr. Ulrike Schuler zum Ende des Sommersemesters 2022 in den Ruhestand tritt. Für die Neubesetzung der Professur können sich Interessierte ab sofort bewerben.

Das Aufgabengebiet der Professur umfasst die drei Fachgebiete allgemeine Kirchengeschichte, Geschichte und Theologie des Methodismus sowie die Grundlagen von Ökumenik, Kirchenkunde und Konfessionskunde. Darüber hinaus sind für die Studiengänge »Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen« und »Soziale Arbeit, Diakonie und Theologie« Beiträge zu erbringen. Außerdem wird die Mitwirkung in Hochschulgremien und die aktive Teilnahme am Gemeinschaftsleben der Hochschule erwartet.

Nach Informationen der THR werden eine Promotion im Fach Kirchengeschichte und ausgewiesene Kenntnisse in Geschichte und Theologie des Methodismus vorausgesetzt. Erfahrungen in Lehre oder Ausbildung sowie eine mindestens fünfjährige berufliche Praxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt worden sein müssen, gehören ebenfalls zum Stellenprofil. Wünschenswert sei die Zugehörigkeit zur Evangelisch-methodistischen Kirche. Die Stelle soll zum 1. Oktober 2022 neu besetzt werden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2021.

Bildnachweis: THR

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Stellenausschreibung auf der Internetpräsenz der THR

Zur Information
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie sowie einen staatlich anerkannten M.A. in »Christlicher Spiritualität«. Ganz neu im Aufbau befindet sich der Studiengang »Diakonie und Soziale Arbeit«.
Die Leitung der THR besteht aus Hochschulrat, Senat und Rektorat. Der Hochschulrat ist für die strategischen Fragen der Zukunftsentwicklung und für die Finanzen der Hochschule zuständig. Er ist mit zwölf Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft, Wirtschaft und Diakonie besetzt. Vorsitzender ist der Schweizer EmK-Pastor Markus Bach. Der Senat ist für die akademischen Belange Forschung, Lehre und Studium zuständig und vom Hochschulrat unabhängig. Er setzt sich zusammen aus der Professorenschaft, sowie mehreren Vertretern der Studentenschaft und weiteren auf dem Campus beschäftigten Personen. Im Rektorat werden die alltäglichen Aufgaben zur Organisation des Betriebs der Hochschule wahrgenommen. Das Rektorat bilden der Rektor der THR, Dr. Roland Gebauer, sowie der Prorektor für Forschung, Dr. Jörg Barthel, und der Prorektor für Lehre und Studium, Achim Härtner.
www.th-reutlingen.de

Kurze Sätze und klare Sprache

Mo., 01/18/2021 - 06:31

Vor zehn Jahren erschien das Neue Testament in der neuartigen Übersetzung der »BasisBibel« im Handel. Zwei Jahre später kamen die Psalmen neu übersetzt auf den Markt. Jetzt ist auch die Übersetzung des Alten Testaments fertig, sodass am 21. Januar die vollständige »BasisBibel« gedruckt und digital in den Handel geht.

Methodistische Theologen an der Übersetzung beteiligt

An der Übersetzung haben auch zwei Professoren der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mitgewirkt. Christof Voigt, Professor für Philosophie und Biblische Sprachen, hat für die jetzt ergänzte Übersetzung des Alten Testaments die beiden Chronikbücher und das Buch Esther übersetzt. Beim Neuen Testament hat er zusammen mit seiner Frau, Ulrike Voigt, den Römerbrief und die Apostelgeschichte übersetzt. Jörg Barthel, Professor für Altes Testament und Biblische Theologie, hat die Übersetzung des alttestamentlichen Buches Jesaja beigesteuert. Darüber hinaus arbeitete Altbischof Walter Klaiber an der Revision des Neuen Testaments mit.

Keine Fremdwörter und maximal 16 Wörter in einem Satz

»Die Übersetzung Martin Luthers ist ein unwiederholbarer Geniestreich«, beschreibt der Reutlinger Philologe Voigt die Bedeutung der Übersetzung Martin Luthers in einem Interview des EmK-Magazins »unterwegs«. Mit seinem Werk habe Luther »eine Sprache geschaffen, die uns bis heute prägt und die wir hoch schätzen«. Die jetzt komplett vorliegende Basisbibel könne das nicht wiederholen, weil 500 Jahre Übersetzungs- und Kirchengeschichte nicht einfach übergangen werden könnten. Die Basisbibel ziele »auf die Anwendbarkeit durch Smartphones und Computer und auf die Lesbarkeit für das von diesen Medien geschulte Auge«. Das, so Voigt weiter, sei »das Neue dieser Übersetzung«.

Die Prinzipien der Herausgeber für die Übersetzung waren kurze Sätze, klare Sprache und Erklärungen zentraler Begriffe am Seitenrand. Bereits mit der zuerst erschienenen Übersetzung des Neuen Testaments wurden diese Festlegungen zum Markenzeichen der neuen Bibelausgabe. Ganz im Sinne dieser Zielsetzung beschreibt der alttestamentliche Theologe Barthel seine Arbeitsweise bei der Übersetzung des Jesajabuchs, »einen exegetisch vertretbaren und sprachlich schlüssigen Text« zu erarbeiten. Zusammen mit einer germanistisch geschulten Person habe er die Übersetzung in mehreren Stufen entwickelt. Die Basisbibel verbinde dabei in ihrer gesamten Übersetzung »die Nähe zum Urtext mit einer zeitgemäßen, verständlichen Sprache«. Sie vermeide Fremdwörter und beschränke die Sätze auf maximal 16 Wörter und einen Nebensatz.

Für die Erstbegegnung mit der Bibel geeignet

Unterstützt haben das Übersetzungsprojekt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sowie Gemeinden, Bibelgesellschaften, Verbände, Werke und Einzelpersonen. Die EKD empfiehlt die Bibel für die kirchliche Arbeit. In Ergänzung zur Lutherbibel sei die neue Übersetzung mit Altem und Neuem Testament vor allem für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie für die »Erstbegegnung mit der Bibel« geeignet.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Der ZDF-Fernsehgottesdienst zur Einführung der »BasisBibel« findet am 7. Februar um 9:30 Uhr in Frankfurt am Main unter Beteiligung von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen und stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, statt. Der Gottesdienst wird fünf Jahre lang auf der ZDF-Mediathek verfügbar sein.

Bei »blessings4you« ab sofort erhältlich:
BasisBibel. Die Komfortable. Rot. 2960 Seiten, 49 Euro, ISBN 978-3-438-00901-2.
BasisBibel. Die Komfortable. Lila. 2960 Seiten, 49 Euro, ISBN: 978-3-438-00900-5.
BasisBibel. Die Kompakte. Blau. 1968 Seiten, 25 Euro, ISBN: 978-3-438-00911-1.
BasisBibel. Die Kompakte. Grün. 1968 Seiten, 25 Euro,ISBN: 978-3-438-00910-4.
BasisBibel. Die Kompakte. Pink. 1968 Seiten, 25 Euro, ISBN: 978-3-438-00912-8.

Die Gesamtausgabe gibt es auch digital, etwa auf der »Die-Bibel.de-App« ab 21. Januar.

Gebetswochen rücken enger zusammen

Sa., 01/16/2021 - 06:42

Zwei Gebetswochen mit langer Tradition setzen ein ökumenisches Zeichen der Verbundenheit. Am Übergang zwischen der zu Ende gehenden Allianzgebetswoche und dem Auftakt zur Gebetswoche für die Einheit der Christen steht ein gemeinsames Gebet im Berliner Dom.

Vetter: »Wir sind im gleichen Team«

Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Deutschland, Ekkehart Vetter, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron, werden dort anlässlich des Gebetstags für die Einheit der Christen gemeinsam beten. Vetter vergleicht dieses Treffen mit einer Staffelstabübergabe beim Sport: »Wir sind im gleichen Team, haben das gleiche Ziel im Gebet für die Einheit und wissen, dass wir es nur zusammen erreichen können.« Jede der beiden Gebetswochen habe ihren »eigenen Charakter und mittlerweile gewachsene Traditionen«, ergänzt Miron. Im »Jahr der Ökumene 2021/2022« solle am Übergang der beiden Gebetswochen »ein besonderer Akzent der Kooperation« gesetzt werden: »Wir beten gemeinsam zwei Wochen für die Einheit der Christen.« Die Allianzgebetswoche läuft noch bis zum 17. Januar, die Gebetswoche für die Einheit der Christen findet vom 18. bis 25. Januar statt.

Gebetswoche bildet Auftakt für das »Jahr der Ökumene«

Der zentrale Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen findet am 24. Januar in der Hamburger Hauptkirche St. Petri statt. Predigen wird der ACK-Vorsitzende Erzpriester Radu Constantin Miron. Die Texte der Gebetswoche wurden von der zu Gebet, Versöhnung und Einheit in der Kirche berufenen monastischen Kommunität von Grandchamp aus der Schweiz vorbereitet. Das gewählte Thema »Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen« ist dem Johannesevangelium entnommen (Kapitel 15, Verse 8 und 9). Die auf breiter ökumenischer Basis verantwortete Gebetswoche bildet in diesem Jahr zugleich den Auftakt zum »Jahr der Ökumene 2021/2022«, das die ACK in Deutschland ausgerufen hat. Für die beiden Jahre sind regionale und deutschlandweite Projekte geplant, die das ökumenische Zusammenleben der Kirchen in Deutschland stärken sollen.

Bildnachweis: ACK Deutschland

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Informationen zum in Berlin stattfindenden Gebetstag EINS
Informationen zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Informationen zu den Gottesdiensten
Gebetstag EINS: Berliner Dom, Samstag 16. Januar 2021, 16 bis 18 Uhr – Liveübertragung: www.berlinerdom.de/live/. (Teilnahme ist nur über den Online-Stream möglich.)

Zentraler Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen, Sonntag 24. Januar 2021, 17 Uhr – Liveübertragung: www.youtube.com/user/kirchehamburg. (Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung bis zum 17. Januar möglich.)

Zur Information
Gebetswoche für die Einheit der Christen
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit gefeiert und findet jedes Jahr entweder vom 18. bis 25. Januar oder in der Zeit von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten statt. Ihre Ursprünge gehen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Seit 1968 wird die Gebetswoche gemeinsam mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen verantwortet.

Jahr der Ökumene 2021/2022
Anlässlich der ursprünglich für das Jahr 2021 in Karlsruhe geplanten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland das »Jahr der Ökumene« ausgerufen. Mit der pandemiebedingten Verschiebung der Vollversammlung ins Jahr 2022 wurde der Zeitrahmen erweitert, sodass die neue Bezeichnung »Jahr der Ökumene 2021/2022« ist. In diesen beiden Jahren stehen mehrere große Ereignisse bevor, darunter regionale und deutschlandweite Projekte, die das ökumenische Zusammenleben in Deutschland in seiner Vielfalt stärken sollen.
www.oekumene-ack.de/aktuell/jahr-der-oekumene-20212022/

ACK – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Weitere acht Kirchen sind Gastmitglieder und fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen und richtet den ökumenischen Tag der Schöpfung im September aus. Auch die Vergabe des Ökumene-Preises liegt in den Händen der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de

Evangelische Allianz in Deutschland (EAD)
Die Evangelische Allianz in Deutschland ist ein Netzwerk evangelisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinschaften und Gruppen. Als internationale Bewegung wurde die Evangelische Allianz 1846 in London gegründet. An der kirchlichen Basis ist die Evangelische Allianz in Deutschland an über tausend Orten aktiv und hält zu über 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Bekannt ist die Evangelische Allianz vor allem durch die jährlich im Januar stattfindende »Allianzgebetswoche« sowie den Gebetstag für verfolgte Christen im November und das 30-Tage-Gebet für die islamische Welt. Die Zentrale befindet sich im thüringischen Bad Blankenburg. Vorsitzender ist Ekkehart Vetter, Generalsekretär ist Dr. Reinhardt Schink.
www.ead.de

Des stärksten Mittels beraubt

Di., 01/12/2021 - 07:33

Die Suchtkrankenhilfe hat im Bereich der Ostdeutschen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eine lange Tradition. Gleich drei Einrichtungen in Zittau, im äußersten Osten Sachsens, im südsächsischen Crottendorf und im ostthüringischen Bad Klosterlausnitz stehen beispielhaft für diesen Dienst am Menschen. Unter der aktuellen Corona-Pandemie haben diese Einrichtungen einen schweren Stand. Krankenhäuser seien berechtigterweise Thema und Ziel unterschiedlichster staatlicher Hilfen. Allerdings würden dabei andere Bereiche des Gesundheitswesens unter den Corona-Bedingungen noch stärker an den Rand gedrängt. Das zeigt der Einblick in die Arbeit der Einrichtungen von »Come back« in Zittau, der Suchtkrankenhilfe Crottendorf »Kommt …« und der »Fachklinik Klosterwald« in Bad Klosterlausnitz.

Bad Klosterlausnitz

»Die Zugangswege zu einer Therapie sind im Lockdown erheblich gestört«, erklärt der Theologische Geschäftsführer der Fachklinik Klosterwald, Eric Söllner. Beratungsstellen müssten schließen oder stellten auf Telefonberatung um, Selbsthilfegruppen könnten sich nicht treffen und Entgiftungsstationen seien zu Corona-Stationen umgewidmet worden. »Insgesamt gibt es eine Ungleichbehandlung von Reha-Einrichtungen wie unserer Fachklinik gegenüber den Akutkrankenhäusern«, beschreibt Söllner die Folgen für therapeutische Einrichtungen. Er blickt auf herausfordernde Monate zurück und hofft zugleich, dass die derzeitige Krise am Ende auch das Ansehen der Reha-Einrichtungen stärkt.

Trotz staatlich und behördlich geregelter Einschränkungen habe es keine spezifisch für Fachkliniken der Suchtkrankenhilfe ausgestellten Anordnungen oder Kostenübernahmeregelungen gegeben. »Inzwischen gibt es eine Regelung, die aber erst bei einer Belegung von unter 75 Prozent greift. Wirtschaftlich arbeitet die Fachklinik aber erst ab 85 Prozent Belegung. Und selbst das ist mehr als herausfordernd«, unterstreicht Verena Stockfisch, Kaufmännische Geschäftsführerin der Fachklinik. Erschwerend käme hinzu, dass sich suchtkranke Menschen in einer unsicheren Situation schwerer tun, sich auf eine Langzeittherapie einzulassen. Therapien würden aufgeschoben oder eher beendet. Die Leistungsträger hätten schon zu Beginn der Pandemie darauf hingewiesen, im Falle von Infektionen in Einrichtungen die Therapie als beendet anzusehen und empfahlen dringend, Neuaufnahmen zu stoppen. Davor blieb die Fachklinik ebenso bewahrt wie die Zittauer Einrichtung »Come back«.

Zittau

Torsten-Michael Ufer, Vorstand von »Come back«, ist dankbar, dass die Einrichtung bisher vor dem Virus bewahrt blieb und das Hygienekonzept greife. Die Bewohner, rund hundert Männer, die außerhalb eines geschützten Lebensraums keine Abstinenzfähigkeit mehr aufbauen könnten und deren Erwerbsfähigkeit durch die Suchterkrankung eingeschränkt ist, seien gesundheitlich mehrfach geschädigt. Besonders für die Gruppe der Älteren wäre, so Ufer, ein Infektionsgeschehen lebensgefährlich. Zugleich verstehe er die Pandemie aber auch als Impuls: »Ich hoffe, dass die Krise für uns als Mitarbeiterschaft und Bewohnerschaft als Chance gesehen wird, wieder mehr an einem Strang zu ziehen und Wesentliches in der Therapie wieder mehr in den Blick zu bekommen.«

Das Fehlen der sozialen Kontakte und damit des Aufbaus einer therapeutischen Beziehung, Absagen oder zu lange Wartezeiten für stationäre Behandlungen sowie quarantänebedingte Verzögerungen bei den Abläufen der Hilfen zählt Frances Zimmermann, Leiterin der Suchtberatungsstelle von »Come back« als Herausforderungen auf. Hausbesuche und therapeutische Gruppenangebote seien nur sehr eingeschränkt oder oft gar nicht möglich. Die Beratung von Familien sei erschwert, wenn Kitas und Schulen geschlossen seien. »Isolation und Einsamkeit führen zu erhöhter Rückfallgefahr und verstärktem Suchtverhalten«, so Zimmermann. Für das neue Jahr äußert sie den Wunsch, dass bald wieder normale Behandlungsmöglichkeiten in der ambulanten und stationären Arbeit Einzug halten.

Für das Personal sei die Situation eine ganz besondere Herausforderung. So wünscht sich der Heimleiter Torsten Rolle auch weiterhin die »Berücksichtigung der enormen psychischen Belastungen für das Personal unter den Bedingungen der Pandemie« zum Beispiel durch eine staatliche Corona-Prämie auch für die Einrichtungen behinderter Menschen. Wie überall in der Gesellschaft sei von Mitarbeitenden in dieser Zeit viel Phantasie gefordert, obwohl sie auch schon im eigenen familiären Bereich viel neu und anders organisieren müssten.

Crottendorf

In den sieben Selbsthilfegruppen der Suchtkrankenhilfe Crottendorf in der Erzgebirgsregion entfallen während des Lockdowns alle Begegnungen in den sonst üblichen Gruppenstunden. Damit sei die Begleitung dieser Menschen ihres stärksten Mittels beraubt. »Es ist eine gewisse Angst vor einem Rückfall zu spüren, welche durch Corona jetzt noch größer ist als zuvor«, schildert Roland Fritzsch, der Ansprechpartner der Crottendorfer Initiative, die schwierige Situation. Hausbesuche sowie persönliche Kontakte und Gespräche seien nicht möglich. »Gerade für Menschen, welche den Weg neu zu uns gefunden haben, ist das sehr wichtig«, so Fritzsch. »Hier ist das Telefon ein wichtiges Instrument für uns. In unserer Zielgruppe können leider viele nicht mit den neuen Medien umgehen oder es fehlen einfach die Möglichkeiten.«

Fritzsch und die anderen Mitarbeitenden sehnen sich danach, die Arbeit wieder ordentlich aufnehmen zu können. In Bezug auf das neue Jahr äußert Fritzsch den Wunsch, »dass der Gedanke der Suchtkrankenhilfe stärker und intensiver in unsere Kirche und unseren Gemeinden hineingetragen wird«. Sucht mache auch vor Christen und der Kirche nicht halt. »Ich wünsche mir, dass wir junge Menschen erreichen, dass wir präventiv tätig werden«. Dazu sei auch das Miteinander mit dem Kinder-und Jugendwerk der Kirche wichtig.

Ein gemeinsamer Wunsch

Die Einrichtungen in Zittau, Bad Klosterlausnitz und Crottendorf verbindet der Wunsch, dass dieser Dienst am Menschen in Zukunft stärkere Akzeptanz und ein höheres Ansehen in Gesellschaft und Politik erfährt. Dies müsse sich auch in den gezahlten Tagessätzen für die Therapie, den Ausgleichszahlungen für den Mehraufwand während der Pandemie, der Entwicklung einer Teststrategie für Reha-Einrichtungen und der angemessenen Berücksichtigung bei den Schutzimpfungen niederschlagen.

Bildnachweis: Come back e.V.; Fachklinik Klosterwald gGmbH

Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Kontakt: stephan.ringeis(at)emk.de.

Weiterführende Links
come back e.V.
Kommt… Suchtkrankenhilfe Crottendorf
Fachklinik Klosterwald gGmbH

Allianzgebetswoche: Lebenselixier Bibel

Sa., 01/09/2021 - 09:27

Vom morgigen Sonntag an findet die jährliche Gebetswoche der Evangelischen Allianz statt. Vom 10. bis 17. Januar heißt das Thema »Lebenselixier Bibel«. Wie fast alle anderen Angebote und Veranstaltungen ist auch dieses Angebot von den Einschränkungen der Corona-Regelungen betroffen.

Nicht Corona, sondern Jesus ist der entscheidende Faktor

Die Allianzgebetswoche sei »ein sichtbarer Ausdruck unseres Glaubens und Bekenntnisses zu Beginn des Jahres 2021«, beschreibt Reinhardt Schink, der Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland, die Bedeutung der Gebetswoche. »Nicht Corona ist der entscheidende Einflussfaktor des Jahres, sondern Jesus Christus, der Leben, Zuversicht und Hoffnung schenkt.« Schink freut sich, dass viele der örtlichen Allianzgruppen coronakonforme Angebote für die Gebetswoche anbieten. Dazu gehörten Treffen in kleinen Gruppen an verschiedenen Orten oder Gebetsspaziergänge mit Haltepunkten an verschiedenen Stellen mit Gebetspausen für örtliche Themen. Auch an öffentlichen Plätzen aufgestellte Gebetsbriefkästen, in die Menschen ihre Gebetsanliegen einwerfen könnten, für die dann während der Woche gebetet werde, sei eine andere aus vielen kreativen Ideen, um die Gebetswoche trotz coronabedingter Einschränkungen durchführen zu können.

Teilnahme auch für einzelne Haushalte möglich

Damit die Gebetswoche trotz deutlich weniger Präsenzveranstaltungen vor Ort ihre Wirkung entfalten könne, stellt die Evangelische Allianz selbst auch verschiedene coronakonforme Angebote für Gemeinden und Einzelpersonen zur Verfügung. Dazu gehören Andachts-Videos für jeden Tag der Veranstaltungswoche und komplette Veranstaltungsvideos, die jeweils am Veranstaltungstag freigeschaltet werden. Somit könnten auch einzelne Haushalte an der Gebetswoche teilnehmen.

Thema und Inhalte der diesjährigen Gebetswoche wurden von der Schweizer und Britischen Evangelischen Allianz erarbeitet. Die Allianzgebetswoche findet 2021 zum 175. Mal statt. Jährlich beteiligen sich in Deutschland laut Angaben des Veranstalters etwa 300.000 Besucher.

Bildnachweis: Evangelische Allianz Deutschland

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Video-Andachten zu den Tagen der Gebetswoche
Komplett-Videos – Freischaltung an den Veranstaltungstagen
Links zu Live-Streams und Zoom-Gebetstreffen aus verschiedenen Orten

Zur Information
Evangelische Allianz in Deutschland (EAD)
Die Evangelische Allianz in Deutschland ist ein Netzwerk evangelisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinschaften und Gruppen. Als internationale Bewegung wurde die Evangelische Allianz 1846 in London gegründet. An der kirchlichen Basis ist die Evangelische Allianz in Deutschland an über tausend Orten aktiv und hält zu über 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Bekannt ist die Evangelische Allianz vor allem durch die jährlich im Januar stattfindende »Allianzgebetswoche« sowie den Gebetstag für verfolgte Christen im November und das 30-Tage-Gebet für die islamische Welt. Die Zentrale befindet sich im thüringischen Bad Blankenburg. Vorsitzender ist Ekkehart Vetter, Generalsekretär ist Dr. Reinhardt Schink.
www.ead.de

»Hinschauen und tun, was ich kann«

Fr., 01/01/2021 - 06:50

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) bietet im Rahmen ihres Internetauftritts eine wöchentliche Andacht zum biblischen Wochenspruch an. Ergänzt wird die biblische Kurzauslegung mit Gebetsimpulsen, die jeweils einem Arbeitsbereich der Kirche in Deutschland zugeordnet sind. Zum Auftakt des Jahres legt Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, die Jahreslosung aus.

Menschen im Blick behalten

»Am liebsten möchte ich wieder wegschauen«, formuliert Bischof Rückert eine Reaktionsweise auf die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021. Diese fordert dazu auf, barmherzig zu sein. In einer Welt, »in der vieles mit dem Blick auf Zahlen und Statistiken entschieden wird«, sei es besonders wichtig, »Menschen im Blick zu behalten«. Die berechtigte Aufforderung, sich Menschen zuzuwenden, könne aber auch Druck machen. Die Augen für größere Zusammenhänge zu öffnen, die um der Schicksale von Menschen willen drängender Veränderung bedürfen, könne die eigenen Kräfte geradezu überfordern, erklärt Rückert in seiner Auslegung.

Das Bibelwort der Jahreslosung aus dem Lukasevangelium (Kapitel 6, Vers 36) enthalte allerdings nicht nur eine Aufforderung, betont Rückert und weist auf die Fortsetzung dieser Aufforderung hin. Es gehe darum, barmherzig zu sein, »wie auch euer Vater barmherzig ist«. Barmherziges Hinschauen und Handeln entspringe somit der Barmherzigkeit Gottes. Weil Gott barmherzig sei mit »meiner Schwachheit, meinen Unzulänglichkeiten und meinen Grenzen«, eröffne das die Möglichkeiten, eigenen barmherzigen Handelns. Auf Basis dieser Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes könne der Blick auf Menschen und die Welt gerichtet werden. »Deshalb«, schlussfolgert der Bischof, »will ich hinschauen und tun, was ich soll und kann.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Kurzimpuls zur Jahreslosung und Gebetsanliegen (Internetseite) 
Kurzimpuls zur Jahreslosung und Gebetsanliegen (Druck-PDF)

Zur Information
Wöchentliche Gebetsanregungen und Andachten im Internet
Mit einer Auslegung der Jahreslosung eröffnet der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) die wöchentlichen Gebetsanregungen auf der EmK-Internetseite www.ichbetefürmeinekirche.de für das Jahr 2021. Dort werden zu jedem Sonntag des Jahres aus jeweils einem der Arbeitsbereiche der EmK eine Kurzandacht zum biblischen Wochenspruch und kirchliche Gebetsanliegen veröffentlicht. Die Seite ist so angelegt, dass sie als persönliche Internet-Startseite verwendet werden kann, um sich regelmäßig ans Gebet für kirchliche und andere Anliegen erinnern zu lassen. Außerdem stehen die Gebetsinformationen zum Herunterladen im DIN-A4-Format zur Verfügung. Damit können sie in Gemeinden für Gebetsgruppen, Hauskreise oder Gruppenandachten mit konkreten Gebetsanliegen eingesetzt werden. Außerdem sind die Gebetsanliegen auch über die App »Deutschland betet« (Android und iOS) nutzbar. Die statistische Auswertung des Angebots zeigt eine rege Nutzung.

Am Ende der Straße wartet ein Engel

Mi., 12/30/2020 - 06:05

Dunkle Nacht, spärliche Beleuchtung, eine Straße und eine Kirchenmauer – das waren die Zutaten einer Idee von Christine Meyer-Seifert. Sie ist Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und seit Herbst dieses Jahres für die Gemeinde der Chemnitzer Erlöserkirche zuständig.

Nebengedanke wird Schlagzeile und Predigtthema

»Als ich eines Abends mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, stellte ich fest, dass die Straße genau auf die Mauer zuläuft, die unser Kirchengelände umschließt«, erzählt sie. Die fast fünfhundert Meter des Weges bei spärlichem Licht hätten in ihr die Vorstellung geweckt, »dass am Ende der Straße ein Engel auf mich wartet«. Eine Flügelkonstruktion samt Beleuchtung und Strahlenkranz waren schnell gefertigt und an der Mauer angebracht. Fortan lud die Installation zum Nachdenken und Mitmachen ein. Menschen könnten ein Selfie-Foto von sich machen und es als Hoffnungsbotschaft an liebe Menschen weiterschicken.

Lehrstuhl für Neues Testament wird neu besetzt

So., 12/27/2020 - 06:26

Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) beruft Christoph Schluep-Meier auf den Lehrstuhl für Neues Testament. Seine Lehrtätigkeit an der Theologischen Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wird der promovierte Theologe zum Wintersemester 2021/2022 aufnehmen. Der jetzige Inhaber des Lehrstuhls und Direktor der Hochschule, Roland Gebauer, tritt dann in den Ruhestand.

Nach Informationen der Hochschule ist Christoph Schluep-Meier in der akademischen Welt durch seine Dissertation und weitere Publikationen zur paulinischen Theologie hervorgetreten. Die Dissertation trägt den Titel »Der Ort des Christus – Soteriologische Metaphern bei Pauls als Lebensregeln« und wurde von der Theologischen Fakultät der Universität Zürich im Jahr 2004 angenommen. In der von Walter Klaiber begründeten Kommentarreihe »Die Botschaft des Neuen Testaments« hat Schluep-Meier den Kommentar zu den Briefen an die Philipper und an Philemon geschrieben.

Schluep-Meier studierte an den Universitäten in Zürich und im schottischen St. Andrews. Er ist Pastor der EmK und gehört der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika an. Innerhalb seines pastoralen Dienstes sieht er die Predigtarbeit als bedeutsamen Schwerpunkt. Seit dem Jahr 2000 ist der 50-jährige Theologe Pastor der EmK-Gemeinde »Zürich-4«. Die in einem Milieuquartier im Herzen Zürichs gelegene Gemeinde betreibt in ihrem sozialen Umfeld mit der sogenannten »Gassenarbeit« und anderen Projekten ein vielfältiges diakonisches Engagement. Die Reutlinger Hochschule erwartet sich von der jetzt bekanntgegebenen Berufung auch, von den Erfahrungen Schluep-Meiers in außergewöhnlichen Bereichen der Diakonie zu profitieren.

Auf die Ausschreibung der Neubesetzung des Lehrstuhls für Neues Testament war eine große Zahl an Bewerbungen eingegangen. Nach Vorträgen und Gesprächen mit sechs Personen fiel die Wahl einstimmig auf Christoph Schluep-Meier. Die zuständigen Gremien bestätigten die Wahl. Christoph Schluep-Meier hat die Berufung angenommen.

Bildnachweis: privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie sowie einen staatlich anerkannten M.A. in »Christlicher Spiritualität«. Ganz neu im Aufbau befindet sich der Studiengang »Diakonie und Soziale Arbeit«.
Die Leitung der THR besteht aus Hochschulrat, Senat und Rektorat. Der Hochschulrat ist für die strategischen Fragen der Zukunftsentwicklung und für die Finanzen der Hochschule zuständig. Er ist mit zwölf Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft, Wirtschaft und Diakonie besetzt. Vorsitzender ist der Schweizer EmK-Pastor Markus Bach. Der Senat ist für die akademischen Belange Forschung, Lehre und Studium zuständig und vom Hochschulrat unabhängig. Er setzt sich zusammen aus der Professorenschaft, sowie mehreren Vertretern der Studentenschaft und weiteren auf dem Campus beschäftigten Personen. Im Rektorat werden die alltäglichen Aufgaben zur Organisation des Betriebs der Hochschule wahrgenommen. Das Rektorat bilden der Rektor der THR, Dr. Roland Gebauer, sowie der Prorektor für Forschung, Dr. Jörg Barthel, und der Prorektor für Lehre und Studium, Achim Härtner.
www.th-reutlingen.de

Eine unerhörte Botschaft!

Mi., 12/23/2020 - 18:00

»Der Glanz und die Freude auf das Fest sind verdunkelt«, sagt Harald Rückert zum Auftakt seiner Videobotschaft. Damit greift der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) die aktuelle, weitverbreitete Gefühlslage auf. Mit den coronabedingt festgelegten Einschränkungen sei auch das, »was jährlich wiederkehrend das Weihnachtsfest ausmachte«, betroffen. Der Bischof nimmt bei vielen Menschen wahr, wie »Verunsicherung, Sorge und die tiefe Sehnsucht nach Normalität und Halt diese Tage verdunkeln«.

Die Weihnachtsbotschaft gelte jedoch, so der Bischof, genau für »Situationen, in denen wir im Dunkeln tappen«. Rückert nimmt in dem siebenminütigen Video Bezug auf den alttestamentlichen Propheten Jesaja. Dieser habe seinen damaligen Volksgenossen eine Botschaft Gottes mitgeteilt, die sie in schwieriger Zeit ermuntern sollte. Vom »Volk im Finstern«, über dem »ein großes Licht« hell aufstrahle spricht Jesaja. Das sei »die unerhörte Botschaft von Weihnachten«, erklärt Rückert.

Finsternis mache zwar immer noch Angst und Unsicherheit mache mürbe, aber die weihnachtliche Botschaft gelte auch für unsichere Zeiten in der Gegenwart: »Im Finstern ist in der Nacht von Bethlehem das Licht des Reiches Gottes angebrochen! Über uns und unserer Welt erstrahlt dieses Licht ganz hell.«

Bildnachweis: Bildschirmfoto aus der Weihnachtsbotschaft von Bischof Harald Rückert zum Weihnachtsfest 2020

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Die Weihnachtsbotschaft auf YouTube
Zum Nachlesen - die Weihnachtsbotschaft als PDF
Farsi-Übersetzung der Weihnachtsbotschaft (Audio, mp3)

Nicht abgesagt, sondern anders!

Sa., 12/19/2020 - 07:10

»Konzentriert, dezentral, digital: Das ökumenische Ereignis wird für 2021 neu gedacht« heißt es in der jüngsten Pressemeldung des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT). Die Organisatoren mussten in der Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt der »aktuellen Pandemielage« und den »damit verbundenen unsicheren Rahmenbedingungen« Tribut zollen. Das Format des dritten Ökumenischen Kirchentags wird grundlegend geändert.

Konzentriertes Programm aus Frankfurt in die Welt

Die Neuorientierung des Programms für den ÖKT setzt jetzt verstärkt auf digitale Beteiligung. Damit erhält das ökumenische Großereignis, das vor der Pandemie mit über 130.000 Besuchern rechnete, ein neues Gesicht. Zentraler Teil der Neuorientierung ist das komplett digital ausgerichtete Programm am Samstag in der Himmelfahrtswoche kommenden Jahres. Der inhaltliche Fokus liegt dabei auf den aktuellen Herausforderungen und Aufgaben im kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich. Den Rahmen dazu bilden am Himmelfahrtstag ein Gottesdienst sowie der Schlussgottesdienst am Sonntag.

Hinzu kommen am Samstagabend konfessionelle Gottesdienste in Frankfurter Kirchen, »die ökumenisch sensibel gestaltet werden«, wie die Organisatoren in ihrer Pressemitteilung ankündigen. Diese Angebote stellten »wichtige Ankerpunkte auf dem gemeinsamen Weg der Konfessionen in unserem Land dar und sollen bundesweit übertragen und mitgefeiert werden«. Das konkrete Programm und die Teilnahmebedingungen werden im kommenden Frühjahr vorgestellt.

»Wir wissen um die Hoffnung der Menschen auf Begegnung und gelebte Gemeinschaft«, beschrieb Bettina Limperg, die Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags, die Erwartungen an diese große ökumenische Veranstaltung. »Deshalb werden wir alles daransetzen, um diese Hoffnung mit neuen Formaten zu erfüllen.« Da die Menschen nicht nach Frankfurt kommen könnten, komme der Ökumenische Kirchentag zu ihnen. Besonders die Gottesdienste könnten von den Gemeinden und Gemeinschaften mitgefeiert werden. So könne im Mai des kommenden Jahres der »ökumenische Reichtum« trotzdem erlebt und gelebt werden.

Rosemarie Wenner: Trotzdem ökumenische Zeichen setzen

Als Mitglied im Präsidium des ÖKT war Rosemarie Wenner an der Entscheidung für die Programmänderungen beteiligt. Der ÖKT müsse nun »ganz anders stattfinden als noch vor ein paar Wochen erhofft« schrieb die jetzt im Ruhestand befindliche Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in einer Mitteilung. »Trotzdem wollen wir ein ökumenisches Zeichen setzen, das zum Mitmachen in digitalen Formaten und bei coronakonformen Veranstaltungen an vielen Orten einlädt.«

»Ein echter Verlust«

Etliche Personen aus dem Raum der EmK waren an den Vorbereitungen des ÖKT beteiligt. Unter anderem hatte die EmK zusammen mit anderen evangelischen Freikirchen einen gemeinsamen Auftritt in den Hallen der Frankfurter Messe geplant. Normalerweise sind die Hunderte von Ständen in den Messehallen der Ausrichterstätte eines der Zentren von Kirchentagen. In der dortigen »ökumenischen Agora« hatten zehn Freikirchen Stände geplant, die unter einem gemeinsamen Motto den Beitrag der Freikirchen für die Ökumene vorstellen sollten. »Es ist wirklich schade um diese gemeinsame Erfahrung und ein echter Verlust, dass es unseren Stand nicht geben wird«, sagte Christoph Stiba. Damit beschrieb der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten und Brüdergemeinden) die jetzt entstandene ökumenische Lücke.

Bildnachweis: ÖKT

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Der 3. Ökumenische Kirchentag wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt – aufgrund der Pandemiesituation anders: konzentrierter, dezentraler, und digitaler. Die neuen Veranstaltungsdaten sind: 13. Mai (Himmelfahrt), sowie Samstag und Sonntag 15. und 16. Mai 2021.
www.oekt.de

Dienst hinter den Kulissen

Do., 12/17/2020 - 07:25

Mit drei Bischöfen und einer Bischöfin arbeitete Barbara Schieker als Sekretärin in der Kirchenkanzlei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zusammen. Zum Jahreswechsel endet mit dem Eintritt in den Ruhestand ihr Dienst. Am gestrigen Mittwoch fand die Verabschiedung in coronabedingt kleinem Kreis statt.

Als Tochter eines EmK-Pastors kannte sich Barbara Schieker »in der Kirche« aus, um den kontaktreichen Dienst auszuüben. Im Februar 1972 begann der Dienst eigentlich »nur« als Aushilfe. Schlussendlich wurden daraus über 42 Jahre. Als »rechte Hand« im Bischofsbüro arbeitete sie mit den Bischöfen Hermann Sticher und Walter Klaiber sowie mit Bischöfin Rosemarie Wenner und mit dem seit 2017 für Deutschland zuständigen Bischof Harald Rückert zusammen. »Der reiche, über viele Jahre gewachsene Erfahrungsschatz sind eine große Hilfe, um bischöfliche Aufgaben zu erfüllen«, beschreibt Rückert diesen »Dienst hinter den Kulissen«. Dazu gehörte auch die Gestaltung von drei Übergängen bei den Wechseln im Bischofsamt. »Davon habe ich viel profitiert«, erklärte Rückert im Rahmen der kleinen Abschiedsfeier in den Räumen der Frankfurter Kirchenkanzlei. Zu den Herausforderungen während Schiekers Dienstzeit gehörten auch zwei Umzüge der Kirchenkanzlei, die zudem mit Wechseln im Bischofsamt zusammenfielen. »Das war ein Mammutprogramm für alle Beteiligten«, erinnert sich Rückert an seinen eigenen Dienstbeginn als Bischof, der ebenfalls mit einer Ortsveränderung der Kirchenkanzlei zusammenfiel. »Für diesen jahrzehntelangen Dienst in der Kirche sind wir sehr dankbar und wünschen für den nächsten Lebensabschnitt Gottes Segen.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

»Wir befinden uns in einer äußerst schwierigen Situation«

Di., 12/15/2020 - 05:58

Mit einem dringenden Appell wandten sich am zurückliegenden Wochenende neunundzwanzig Krankenhäuser der Region Südwestsachen an die sächsische Bevölkerung. Die Botschaft lautete: »Nur gemeinsam können wir einander schützen! Bleiben Sie zu Hause! Meiden Sie Kontakte!« Zu den Initiatoren gehören auch die mit der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) verbundenen Bethanien-Krankenhäuser in Chemnitz und Plauen.

Die Pandemie herunterzuspielen, gefährdet Menschen

Anlass für diesen Aufruf war die schon sehr angespannte und sich weiter zuspitzende Lage in den Krankenhäusern Südwestsachsens in und um Chemnitz und Zwickau. Die Zahl der mit dem Coronavirus angesteckten und behandlungsbedürftigen Erkrankten in den Kliniken steige rasant an. Sollten die Fallzahlen weiter so steigen, gelange das medizinische Personal und die Krankenhausversorgung ans Limit. Eine adäquate medizinische Versorgung könne dann nicht mehr gewährleistet werden.

»Dass es noch immer Menschen gibt, die die Pandemie herunterspielen und die durch die Bundes- und Landesregierungen getroffenen Regelungen und Maßnahmen für überzogen halten, ist aus meiner Sicht unbegreiflich«, äußerte Frank Eibisch sein Unverständnis. Der EmK-Pastor ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Agaplesion Mitteldeutschland. Zu diesem diakonischen Verbund gehören auch die am Aufruf beteiligten Bethanien-Krankenhäuser in Chemnitz, Plauen und Hochweitzschen. »Sich nicht an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten und Kontaktbeschränkungen zu umgehen oder locker auszulegen ist aus meiner Sicht grober Vorsatz«, so Eibisch weiter. Damit würden bewusst Gesundheit und Leben von Mitmenschen gefährdet und Mitarbeitende im Gesundheitswesen und in der Pflege vor nicht mehr zu bewältigende Belastungen gestellt.

Die Schilderung der Lage ist wichtig

Der theologische Geschäftsführer der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz, Michael Veihelmann, weist auf die schwierige Situation hin, in der sich die Einrichtungen befänden. Das Bethanien-Krankenhaus Chemnitz habe bisher mehr als 150 Covid-Patienten versorgt. »Die Intensivstation ist mit der Versorgung von vielen beatmungspflichtigen Covid-Patienten vollständig ausgelastet«, so Veihelmann. Das bedeute, dass die Notfallversorgung und die Versorgung von Krebspatienten »gerade noch aufrechterhalten werden kann«. Die Schilderung der momentanen Lage im Krankenhaus sei ihm ein großes Anliegen, »da wir uns zur Zeit tatsächlich in einer äußerst schwierigen Situation befinden«. Auch in den Altenpflegeeinrichtungen des Verbunds werde alles getan, um Besuche durch Angehörige zu ermöglichen und neben der pflegerischen Versorgung die Angebote der Seelsorge und aktiven Lebensgestaltung aufrechtzuerhalten. Jedoch könne im Fall von Infektionen ein durch das Gesundheitsamt verhängter zeitweiser Besucherstopp einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Lage wieder beherrschbar zu machen.

In seiner Funktion als Theologischer Geschäftsführer bittet Veihelmann auch um die Begleitung durch Gebet. Das sei »sehr dringend, unterstützend und segensreich«. Die Ostdeutsche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche nahm diese Bitte auf und richtete einen Gebetsaufruf an die Gemeinden.

Gottesdienste möglichst digital feiern

Die neuesten Schutzverordnungen auf sächsischer Landesebene oder in den Kreisen erwarten von den Kirchen, dass sie ihre Hygienekonzepte eigenverantwortlich anpassen. Die für die Distrikte Dresden und Zwickau zuständigen Superintendenten der Ostdeutschen Konferenz, Christhard Rüdiger und Werner Philipp, betonen in einem Schreiben an die Gemeinden: »Auch wenn uns als Kirchen die bisherigen Freiräume bleiben, sind wir ein Teil des Ganzen der Gesellschaft und sollten uns entsprechend dem Geist der neuen Verordnung verhalten.« Daher empfehlen sie, in der kommenden Zeit nur den Weihnachts-Gottesdienst als Präsenz-Gottesdienst zu feiern. Die anderen Gottesdienste, am vierten Advent und zum Jahreswechsel, könnten ausfallen oder digital gestaltet werden.

Bildnachweis: Kai Zimmermann

Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz
Agaplesion
Freistaat Sachsen 

Die silberne Gesellschaft

Sa., 12/12/2020 - 06:44

»Tut die Kirche genug für Menschen, die in stationären Einrichtungen wohnen? Wie können Netzwerke gegen drohende Vereinsamung geknüpft werden? Ist die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde eine Frage des Alters oder nicht? Inwieweit haben Ältere Anteil an der durch Corona beschleunigten Digitalisierung?« Während einer zweitägigen Videokonferenz standen diese Fragen im Blick auf die Belange Älterer und Hochbetagter im Mittelpunkt. Damit beschäftigten sich die Mitglieder der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit (EAfA), zu denen auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) gehört.

Die Bedeutung digitaler Kompetenz

Der achte Altenbericht der Bundesregierung mit dem Titel »Ältere Menschen und Digitalisierung« zeigt es überdeutlich: Digitale Kompetenzen sind künftig noch wichtiger, um am gesellschaftlichen, kulturellen, ökonomischen und sozialen Leben teilnehmen zu können. Für die kirchliche Erwachsenenbildung ist das eine große Chance, ja sogar Notwendigkeit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und Angebote zu entwickeln.

Anfang Dezember stellte sich die Fachkommission Ältere Generationen der Süddeutschen Konferenz dieser Thematik. Zu zwei per Videoübertragung durchgeführten Sitzungen waren ältere Menschen zum Austausch eingeladen. Die Resonanz war erfreulich. Wie wichtig es ist, Ältere noch mehr mit Digitalisierung vertraut zu machen, war eine Erkenntnis dieses Austauschs. Interesse, Engagement und Kompetenzen aller Generationen sind dafür gefordert. Jüngere können Älteren Anleitung im Umgang mit digitalen Geräten geben, versierte Ältere können Hochaltrigen einfache Bedienungen und Anwendungen beibringen. Konkret können Gemeinden mehrere Tablets anschaffen, um damit auch diejenigen, die sonst sehr schnell abgehängt sind, aktiv mitzunehmen und ihnen Hilfestellung zu geben.

Megatrend Silver Society

Ein Megatrend der Zukunft ist die Digitalisierung. Im Rahmen der EAfA-Mitgliederversammlung machte Georg Lämmlin auf einen weiteren Trend aufmerksam. Der promovierte Theologe und Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland beschrieb den »Megatrend Silver Society«, die als silbern titulierte alternde Gesellschaft. Dabei zitierte er aus einer Studie des in in Frankfurt und Wien ansässigen Zukunftsinstituts. Dort heißt es: »Der Megatrend Silver Society entfaltet weltweit seine Wirkung.« Rund um den Globus werde die Bevölkerung älter und die Zahl Älterer steige, so das Zukunftsinstitut. Lämmlin weiter: »Gleichzeitig bleiben die Menschen länger gesund. Damit entsteht eine völlig neue Lebensphase nach dem bisher üblichen Renteneintritt. Dieser Lebensabschnitt verlängert sich und bietet Raum für Selbstentfaltung in neuen Lebensstilen im hohen Alter. Ein neues Mindset (Denkweise, Verhaltensmuster) bereitet den Weg für eine Gesellschaft, die gerade durch die veränderte Altersstruktur vitaler wird denn je. Sie verabschiedet sich vom Jugendwahn, deutet Alter und Altern grundlegend um.«

Den Megatrend Digitalisierung haben die Kirchen in diesem besonderen Jahr erkannt und in vielfältiger ideenreicher Weise gestaltet. Um den Megatrend Silver Society wissen die Kirchen, sehen aber noch zu wenig die Chancen und Potentiale, die damit verbunden sind. Die Kirchen tun gut daran, in beide Megatrends kräftig zu investieren.

Bildnachweis: Sabine van Erp, Pixabay

Die Autorin
Pastorin Ulrike Burkhardt-Kibitzki ist die Seniorensekretärin der Zentralkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche. Sie lebt in Stuttgart-Vaihingen. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Weitere Informationen des Zukunftsinstituts zum Megatrend Silver Society

Aller guten Dinge sind drei

Di., 12/08/2020 - 07:42

Mit einem Videofilm zum Thema »Theologie und Biographie« werden Walter Klaiber und Manfred Marquardt zu ihren 80. Geburtstagen geehrt. Beide Jubilare waren Direktoren des Theologischen Seminars (heute Theologische Hochschule Reutlingen) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Walter Klaiber war außerdem für Deutschland zuständiger Bischof der EmK.

Die Impuls-Vorträge von Thomas Söding zu Ehren von Walter Klaiber und von Wilfried Häre zu Ehren von Manfred Marquardt eröffnen das über eineinhalbstündige Video. Söding ist katholischer Theologe und Professor für Neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum, Härle ist evangelischer Theologe und war zuletzt Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Beide greifen für ihren jeweiligen Impuls Themen auf, die sie mit dem Wirken der jeweiligen Jubilare verbinden. Anschließend führt Ulrike Schuler, Professorin für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik an der THR, ein Interview mit den Jubilaren. In Verbindung mit den beiden Vorträgen arbeitet sie im Interview den Zusammenhang von Theologie und Biographie heraus.

Coronabedingt fielen zwei angesetzte Ehrungstermine aus. Das jetzt veröffentlichte Video ist »digitaler Ersatz«, mit dem das Kollegium der Theologischen Hochschule Reutlingen seine ehemaligen Lehrer ehrt. Hinzu kommt eine weitere Begegnung »auf eine andere Art«, zu der die Reutlinger Hochschule am kommenden Freitag, dem 11. Dezember, einlädt. Per Online-Treffen mit Walter Klaiber und Manfred Marquardt können ehemalige Studenten, Weggefährten, Freunde und Bekannte an einer persönlich-digitalen Begegnung teilnehmen und mitwirken.

Bildnachweis: Bildschirmfoto aus dem Videofilm »Theologie und Biographie«

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
»Theologie und Biographie« - Videofilm zur Ehrung der 80. Geburtstage von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber und Dr. Manfred Marquardt

Zur Information
Der ehrende Festakt findet als Online-Treffen statt: Freitag, 11. Dezember, 18 Uhr. Einwahldaten per E-Mail erhältlich: info(at)th-reutlingen.de.
Weitere Informationen zum Festakt 

Der Gemeinschaftsbund geht an den Start

Mo., 12/07/2020 - 16:55

Der neue »Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche« formiert sich. Am 12. und 13. Februar kommenden Jahres soll die Gründungsversammlung im hessischen Braunfels stattfinden. Dieser Termin wurde Ende November bei einem ersten Treffen zur Bildung des Gemeinschaftsbunds festgelegt.

Bis zum offiziellen Start im Februar übernehmen drei Personen aus der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) als Interimsleitung die Verantwortung. Dies sind Stefan Kraft, Superintendent im Distrikt Essen, Steffen Klug, Pastor im Bezirk Braunfels, und Andreas Kraft, Pastor im Bezirk Hamburg-Harburg. Ein Team aus sieben Personen unterstützt die Interimsleitung in der Startphase. Der schon länger bestehende »Arbeitskreis für geistliche Gemeindeerneuerung in der EmK« sowie das vor zwei Jahren gegründete Netzwerk »Verwurzelt in Christus« beabsichtigen, sich in den neu zu bildenden Gemeinschaftsbund und seine Arbeitsweise zu integrieren.

Zur Gründungsversammlung im Februar eingeladen sind leitende ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter aus EmK-Gemeinden. Im Rahmen dieser Veranstaltung finden die Wahlen zur Leitung des Bundes statt. Daran anschließend sind bis zum Sommer drei regionale Informationstreffen in den Konferenzgebieten geplant. Den am Start beteiligten Personen ist die Einbettung der Gründungs- und Aufbauphase in eine intensive Gebetsbewegung wichtig.

Die jetzt in Gang gesetzte Bildung des Gemeinschaftsbunds ergibt sich aus der Entscheidung des Kirchenvorstands des deutschen Teils der EmK vom 21. November. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen hatte der Kirchenvorstand eine Öffnung in sexualethischen Fragen sowie die Bildung eines Gemeinschaftsbunds beschlossen. Ziel dieser Entscheidung war, sowohl Menschen und Gemeinden, die sich für die Belange von Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen stärker öffnen wollen, als auch Menschen und Gemeinden mit traditioneller Haltung in sexualethischen Fragen eine Heimat in der EmK zu bieten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Die Mitgliedschaft im Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche steht Einzelpersonen, Gemeinden und Bezirken der EmK offen. Für die Kommunikation bietet der Gemeinschaftsbund einen Freundesbrief an, der per E-Mail angefordert werden kann: gemeinschaftsbund(at)emk.de.

Schützen – Begleiten – Stärken

Sa., 12/05/2020 - 06:52

Mit einer Stellungnahme wenden sich der Bischof und die Superintendenten der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), das sogenannte Kabinett, mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit. Darin geht es um den Umgang mit Menschen, die in Pflegeeinrichtungen wohnen, und von Besuchseinschränkungen durch Regelungen während der pandemiebedingten Kontakt- oder Ausgangsbeschränkungen besonders betroffen sind.

»Wir bitten um ein Miteinander, das nicht nur einseitig den Risikoschutz im Blick hat, sondern die Bedürfnisse der zu pflegenden Personen wahrt und die Besuchsmöglichkeiten für Angehörige sicherstellt«, heißt es in dieser Stellungnahme. Zwar würden aktuell die Regelungen nicht mehr so starke Einschränkungen vorsehen, wie dies im Frühjahr der Fall war. Trotzdem appellieren die Mitglieder des Kabinetts »an alle Verantwortlichen in den Pflegeeinrichtungen, der Verbände und der Politik, sich für Lösungen zu engagieren, die den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden«. Dankenswerterweise geschehe das in der aktuellen Situation vielerorts bereits. Trotzdem müsse im Blick behalten werden, dass sich das gesellschaftliche Wohl »maßgeblich auch am Schutz und der Inklusion der Schwächeren« erkennen lasse. »Wir sind der Überzeugung, dass es gelingen kann, Solidarität zu leben, ohne sie gegen den gebotenen Schutz auszuspielen«, heißt es in dem Schreiben.

Ausgelöst wurde diese Stellungnahme durch die Erfahrungen während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr dieses Jahres. Außerdem ist der deutsche Teil der EmK mit dreißig Pflegeheimen eng verbunden, die von diakonischen Trägern betrieben werden, die der EmK zugeordnet sind und zum Verband Evangelisch-methodistischer Diakoniewerke (EmD) gehören. Die EmK sehe sich deshalb in der Mitverantwortung für die Menschen, die in Pflegeeinrichtungen wohnen und arbeiten. Auch den Angehörigen der Bewohner und Bewohnerinnen, der Seelsorge in den Pflegeeinrichtungen und der diakonischen Führung solcher Einrichtungen gegenüber gebe es eine Verantwortung, die seitens der Kirche wahrzunehmen sei.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit (Symbolbild)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Schützen – Begleiten – Stärken; Stellungnahme des EmK-Kabinetts

Zur Information
Das sogenannte »Kabinett« ist in der Evangelisch-methodistischen Kirche die Zusammenkunft eines Bischofs mit den Superintendenten seines Bischofsgebiets. In Deutschland sind das aktuell unter der Leitung von Bischof Harald Rückert acht Männer und eine Frau. Hinzu kommt derzeit eine weitere designierte Superintendentin, die im kommenden Jahr ihr Amt antreten wird. Superintendenten sind verantwortlich für die Arbeit in einem Distrikt.

Die Musik spielt in Johannesburg

Do., 12/03/2020 - 06:39

Bei der Sitzung der Kommission der EmK-Weltmission am vergangenen Wochenende wurde die Bewerbung von Familie Buchold für einen Missionsdienst angenommen. Bucholds gehören zur Leipziger Kreuzkirchen-Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Aus dem Dienst der EmK-Weltmission verabschiedet wurde Familie Janietz. Die vierköpfige Familie kehrte coronabedingt bereits in diesem Frühjahr aus Afrika zurück.

Freude über Dreiecks-Partnerschaft

Annekathrin Buchold ist Sozialarbeiterin und Musiktherapeutin. Im vergangenen Jahr leitete sie eine Chorbegegnungsreise nach Südafrika. Dabei wurde deutlich, welches Potential die Methodistische Kirche im Südlichen Afrika (Methodist Church in Southern Africa, MCSA) in diesem Bereich hat. Gleichzeitig war erkennbar, dass in den Bereichen Musik und Arbeit mit Jugendlichen viel zu koordinieren ist. In diversen Gesprächen mit Purity Malinga, Leitende Bischöfin der MCSA, sowie dem Generalsekretär und der Missionsabteilung der Kirche wurde ein Konzept entwickelt, wie dieser Bedarf mit Hilfe der EmK-Weltmission gedeckt werden könnte. In die Umsetzung wird die Methodistische Kirche in Großbritannien (Methodist Church in Britain, MCB) mit einbezogen, weil beide Kirchen, die MCB und die MCSA eine enge Partnerschaft pflegen.

Für dieses neue Projekt der von Wuppertal aus agierenden EmK-Weltmission bewarben sich Annekathrin und Matthias Buchold. In der Kommissionssitzung wurde die Bewerbung angenommen. Zusammen mit den drei Kindern, Albert, Vinzenz und Stella, wird die Familie voraussichtlich im Herbst 2021 zu einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit an das in Mittelengland gelegene Cliff College aufbrechen. Die Aussendung nach Südafrika ist für Anfang 2022 geplant. Der Ort für den Einsatz, der gemeinsam von der EmK-Weltmission und der MCB getragen wird, ist der Großraum Johannesburg. »Das stärkt unsere innereuropäischen Verbindungen und zeigt, dass Missionspartnerschaft heute sehr vielfältig und multidimensional ist«, freut sich Missionssekretär Frank Aichele über diese neue Dreiecks-Partnerschaft zwischen dem deutschen Teil der EmK, der MCB und der MCSA.

Bischof Harald Rückert dankte Ehepaar Buchold und deren Kindern für ihre Bereitschaft, sich für einen Dienst in einer der EmK-Partnerkirchen aussenden zu lassen, um ihrer Berufung zu folgen. »Trotz sorgfältiger Planungen und Vorbereitungen bleibt dies immer ein mutiger Schritt«, sagte er zu ihnen und wünschte der ganzen Familie »die Erfahrung, dass im vertrauensvollen Aufbrechen Gottes Segen in besonderer Weise erfahrbar ist«.

Gelungener Übergang in einheimische Hände

Anfang des Jahres 2016 reiste Melanie Janietz mit ihrer Familie nach Sierra Leone. Sie sollte dort von Grund auf ein Programm zur Gesundheits- und Sexualaufklärung für die über 350 evangelisch-methodistischen Schulen in Sierra Leone entwickeln. Zusammen mit einheimischen Lehrern entwickelte sie ein komplettes Schulungsprogramm für Lehrer mit den dazugehörigen Materialien für den Einsatz in Schulklassen. Der Bedarf für solches Unterrichtsmaterial ist in vielen afrikanischen Ländern sehr groß. Viele Jugendliche haben so gut wie keine Ahnung über die Funktionen ihres Körpers. Folge davon sind vermeidbare Krankheiten und zahlreiche ungewollte Schwangerschaften; vier von zehn Teenagern in Sierra Leone werden schwanger.

Melanie Janietz gelang es von Anfang an, Einheimische in dieses Programm einzubinden. So konnte sie vor der Abreise das Programm in die Hände von Sadia Gbassa und Sullayman Koroma legen. Sie führen die Schulungen weiter. »Es ist erfreulich, dass die Übergabe der Aufgaben von Melanie Janietz in einheimische Hände gelungen ist«, sagte Frank Aichele anlässlich der Rückkehr von Familie Janietz. »Das ist immer Ziel unserer Arbeit, aber es ist oft schwer umzusetzen.«

Bischof Rückert würdigte den ausgesprochen umsichtigen Einsatz in dem sensiblen, für die Zukunft Sierra Leones und anderer afrikanischer Staaten wichtigen Arbeitsfeld. Namens der EmK dankte er ihnen sehr herzlich dafür. »Die schönen, anstrengenden, beglückenden und schmerzlichen Momente des Einsatzes werden bleibend mit Ihrem Leben verwoben sein«, sagte er zu Familie Janietz und wünschte ihnen, »dass sie daraus Bereicherung und Ermutigung für ihren weiteren Lebensweg schöpfen können«. Auch die Mitglieder der Kommission dankten Melanie Janietz sowie ihrem Ehemann Jan-Ulric und den Kindern Lotte und Pepe für den Einsatz und den außergewöhnlich guten Übergang.

Zuversicht trotz Einnahmerückgängen

Ein weiteres wichtiges Thema der Sitzung waren Berichte aus den Partnerländern: Nach den vorliegenden Informationen haben alle Partnerländer, außer Brasilien und teilweise Südafrika, die Situation anlässlich der Corona-Pandemie gut unter Kontrolle. Laut offiziellen Informationen sind die Zahlen der infizierten und verstorbenen Menschen im Vergleich zu anderen Ländern niedrig. Jedoch hat der schon im März in fast allen Ländern ausgerufene Lockdown überall schwere wirtschaftliche und soziale Schäden verursacht.

Auch den Kirchen sind durch abgesagte Gottesdienste und finanzielle Probleme vieler Kirchenglieder Einnahmen weggebrochen. Die EmK-Weltmission hat an verschiedenen Stellen Gelder aus ihrem Corona-Hilfsfonds zur Unterstützung der Partner weitergeleitet. Jedoch erwartet die EmK-Weltmission auch in Deutschland Einnahmerückgänge. Grund hierfür sind eine Vielzahl ausgefallener Veranstaltungen, wie der Pforzheimer »Lauf für das Leben«, traditionelle Bazare und andere Sponsoren-Veranstaltungen.

Daher hat die Kommission den Haushalt der EmK-Weltmission für das kommende Jahr entsprechend vorsichtig angesetzt. »Wir wollen aber unsere Partner finanziell nicht im Regen stehen lassen«, erklärt Aichele trotz des defensiv angesetzten Haushalts. Die Kommission hofft, dass viele Glieder und Freunde der EmK ihre Solidarität zeigen und die Arbeit der EmK-Weltmission und ihrer Partner nach ihren finanziellen Möglichkeiten unterstützen. Gleichzeitig sind die Mitglieder der Kommission und die Mitarbeitenden der EmK-Weltmission dankbar für alle bisherige Unterstützung im Jahr 2020.

Bildnachweis: privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Methodistische Kirche im Südlichen Afrika (Englisch)  
Cliff College, Großbritannien (Englisch)  

Zur Information
Die »EmK-Weltmission« ist der für Weltmission und internationale kirchliche Zusammenarbeit zuständige deutsche Arbeitszweig der Evangelisch-methodistischen Kirche. Leiter ist Missionssekretär Frank Aichele. Der Sitz des Missionsbüros ist in Wuppertal. Die Kommission für Mission und internationale Zusammenarbeit unter der Leitung von Bischof Harald Rückert beaufsichtigt die Arbeit und entscheidet über Strategie, Projekte und Haushalt der EmK-Weltmission und entsendet Missionarinnen und Missionare in den internationalen Dienst. Derzeit hat die EmK-Weltmission zwei deutsche und drei jeweils einheimische Personen im internationalen Einsatz. Coronabedingt sind im Moment keine Freiwilligen im Ausland, aber zwei Freiwillige aus den Partnerländern in Deutschland im Einsatz.
www.emkweltmission.de

»Sie stand voller Vertrauen hinter uns Frauen«

Mi., 12/02/2020 - 11:10

Am Ewigkeitssonntag, dem 22. November, verstarb Hannelore Christner im Alter von 81 Jahren. Von 1996 an war sie sechs Jahre lang die Vorsitzende des Frauenwerkes der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland. In ihrer Zeit als Vorsitzende hat sie viele wegweisende Entscheidungen mitverantwortet. Die Entwicklung des immer noch aktuellen Leitbilds, die Einführung einer eigenen Homepage, die Einstellung der ersten bezahlten Referentin des Frauenwerks sowie die Eröffnung der Geschäftsstelle in Stuttgart zum Ende ihre Amtszeit im Jahr 2002. Zwei Jahre zuvor war der Rundbrief des Frauenwerks zur Zeitschrift »FrauenWege« weiterentwickelt worden. Bei der Gründung des Christinnenrats war sie Gründungsmitglied. Die Weltmission und die Verbindung zum Weltbund methodistischer Frauen lagen ihr sehr am Herzen. – Ein Nachruf von Susanne Meister:

Eine Ära geht zu Ende

Ende der 1990er-Jahre war das Frauenwerk gerade dabei, ein modernes Leitbild zu verabschieden mit dem Motto »Wir wollen Frauen ermutigen, aus der Fülle Gottes Leben zu gestalten«. Unterstützt wurde dieser Prozess durch ein neues Corporate Design und Logo, das bis heute gültig ist: Drei Quadrate, davon zwei, in denen Frauengestalten zu erkennen sind, die den »Rahmen sprengen«. Im dritten Quadrat findet sich das Kreuz Christi mit der angedeuteten Weltkugel. – In dieser spannenden Zeit des Umbruchs war Hannelore Christner Vorsitzende des evangelisch-methodistischen Frauenwerks in Deutschland. Unter ihrer Leitung ist das Frauenwerk für Frauen ins 21. Jahrhundert aufgebrochen.

Seit Mitte der 1990er-Jahre war das Internet das aufkommende Kommunikationsmedium. Auch das Frauenwerk sollte dort im neuen Design präsent sein. Zu dieser Zeit lernte ich Hannelore kennen. Da ich gerade in einem amerikanischen IT-Konzern zu arbeiten anfing und dort die Organisation des deutschen Firmeninternetauftritts zu meinem Aufgabengebiet gehörte, war es für Hannelore naheliegend: »›Die‹ macht das.« Das war typisch für Hannelores Führungsstil: Das Internet war ihr ein Rätsel, doch sie wusste intuitiv, das ist die Zukunft. Außerdem war da eine Frau, die sich damit auskannte. Also »macht ›die‹ das. ›Die‹ kann das«. Als dann ein paar Unwägbarkeiten auftraten, stand Hannelore voller Vertrauen hinter uns Frauen, die an diesem neuen Schritt beteiligt waren.

Das Gegenüber uneingeschränkt anerkennen

Hannelore hatte eine natürliche Führungsautorität: Sie konnte die Begabungen und Fähigkeiten anderer uneingeschränkt anerkennen. Sich selbst gegenüber war sie allerdings sehr kritisch. Ihre eigenen Fähigkeiten schätzte sie gering ein, weil sie »nur Mutter« war – früh verwitwete Mutter von drei Kindern –, nicht studiert hatte und keine Fremdsprache konnte, obwohl sie als Vorsitzende weltweit unterwegs war. Doch sie schaute sehr schnell hinter die Kulissen und interessierte sich für das, was sich hinter der Fassade befand, egal in welcher Sprache gesprochen wurde. Weil sie ihr Gegenüber so uneingeschränkt anerkennen konnte, und Menschen wohlwollend entgegentrat, wurde sie von Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen geschätzt. In ihrer Gegenwart fühlte man sich einfach wohl.

Dafür war sie in den unterschiedlichsten Gremien der Kirche geschätzt. Wenn ich beispielsweise von Hannelores Arbeit im Stiftungsrat der Bethanien-Diakonissen-Stiftung hörte, dann war neben aller theologischen, kaufmännischen und juristischen Kompetenz – die unbedingt nötig ist – gerade auch ihre Fähigkeit sehr gefragt, die Menschen, ihre Bedürfnisse und Anliegen in den Blick zu nehmen. Dazu gehörte auch ihre Art, die Zusammenarbeit in einem Gremium positiv zu beeinflussen.

Strahlend vor Begeisterung

Im Frühjahr dieses Jahres wurde bei Hannelore Krebs diagnostiziert. Ihre Kinder waren noch intensiver für sie da, sie sollte es in den letzten Monaten richtig schön haben. Besuche waren ausdrücklich erwünscht, denn Hannelore liebte die Begegnung mit Menschen. Und so sah ich sie noch einige Male. Dabei strahlte sie eine Wärme und Fröhlichkeit aus, die mich jedes Mal beschenkte. Für Unkonventionelles war sie immer noch zu haben. So packte ihre Familie sie warm im Rollstuhl ein, und dann ging es durch die Straßen des Wohngebiets. Aber nicht, indem sie brav geschoben wurde, nein, einer der Schwiegersöhne schnallte sich die Rollerblades an und dann sauste Hannelore mit wehendem Silberhaar durch die Straßen und strahlte vor Begeisterung. In den Abendstunden des 22. Novembers starb sie im Kreis ihrer Kinder.

Bildnachweis: Ralf Koch

Die Autorin
Susanne Meister, Beauftragte im Frauenwerk für den Weltbund methodistischer Frauen. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Mit maßgeblicher Unterstützung von Hannelore Christner, der damaligen Vorsitzenden des EmK-Frauenwerks in Deutschland, erschien 2003 das Buch »Mit Weisheit, Witz und Widerstand«. Darin kommen auf Basis von 80 ausgewerteten Interviews Frauen mit ihrem Engagement und der Ausübung ihres christlichen Auftrags zu Wort. Ein lebendiges Dokument von Frauengeschichte(n) im 20. Jahrhundert. Mit Beiträgen von Hannelore Christner, Rosemarie Dorn, Sigrid Gänzle, Gisela Hensler, Christine Herrmann, Heike-Ruth Klaiber, Silvia Reinhardt, Ulrike Voigt, Rosemarie Wenner.

»Wie immer« oder doch »ganz anders«?

Mo., 11/30/2020 - 05:54

»Wie können Heiligabend und Weihnachten Gottesdienste unter Corona-Bedingungen gefeiert werden?«, überlegte sich die Fachgruppe für Gottesdienst und Agende der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Ob das »wie immer, nur ohne Singen und mit Abstand« möglich sei, oder »doch ganz anders« sein müsse, war die Frage. Daraufhin sammelten sie Anregungen, die sie mit einigen Videobeiträgen im Internet bereitstellen.

Aus den EmK-Gemeinden Dresden und dem erzgebirgischen Eibenstock sowie Backnang und Dußlingen in Baden-Württemberg wie auch von zwei Gemeinden in Berlin kommen Ideen und Überlegungen. Sie sollen »als Anregung und Inspiration für eigene Gottesdienste dienen«, so die Betreiber der »Seite mit Ideen und Liturgien in ›besonderen Zeiten‹«.

Bildnachweis: Bildschirmfoto des Videobeitrags »Hausweihnacht«

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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