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Aktualisiert: vor 5 Stunden 12 Minuten

Drängende Appelle sollen gehört werden

vor 11 Stunden 53 Minuten

Am kommenden Freitag, dem 20. September, ist die Sitzung des sogenannten »Klimakabinetts« der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Im Rahmen dieser Sitzung soll für die bundesdeutsche Politik ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Klimawandel geschnürt werden.

In Anbetracht dieser Sitzung und des am kommenden Wochenende von Samstag bis Montag (21. bis 23. September) in New York stattfindenden UN-Klimagipfels sind an vielen Orten Demonstrationen geplant. Neben der »Fridays for Future«-Bewegung fordern auch viele Kirchen, Bündnisse und Aktionsgruppen für den kommenden Freitag zum »Klimastreik« auf.

Denise Courbain, Referentin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für globale Gerechtigkeit und ökologische Herausforderungen, und Stefan Weiland, Leiter der EmK-Kontaktstelle für Umweltmanagement der Süddeutschen Konferenz, ermutigen zum Mitmachen. »Wir verstehen Gottes Auftrag an die Menschen als einen Auftrag, die Welt zu einem Ort zu machen, der von Liebe geprägt ist«, schreiben sie in einem Brief an die evangelisch-methodistischen Gemeinden in Deutschland. Menschen, die an Jesus Christus glauben, seien gerufen, »das Angesicht dieser Erde zu erneuern«. Die »Fürsorge für unsere Umwelt« gehöre ebenso wie »gelebte Mission und Nächstenliebe« zum Auftrag der Kirche, schreiben die beiden im Bereich des Umweltschutzes stark Engagierten an die Gemeinden und bitten auch um Gebet, »dass alles friedlich verläuft und die drängenden Appelle an den richtigen Stellen gehört werden«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
EmK-Aufruf von Denise Courbain und Stefan Weiland (PDF)
Materialien und Ideen (PDF)

www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de/artikel/globaler-streik
fridaysforfuture.de/allefuersklima/
www.klima-streik.org/demos
info.brot-fuer-die-welt.de/blog/churches-future

»Das Andere« integrieren

Sa, 09/07/2019 - 09:55

Ende August war der Auftakt eines neuen internationalen Schulungsprogramms für multikulturelle Gemeindearbeit (Institute for Multicultural Ministry). Eingeladen dazu waren Verantwortliche von Gemeinden, in denen Migranten eine neue Heimat gefunden haben und die dadurch mit unterschiedlichen kulturellen Gewohnheiten konfrontiert sind. Zu dieser vom internationalen Missionswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ausgerichteten Schulung trafen sich in Stuttgart fünfzehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Gemeinden aus neun verschiedenen europäischen Ländern sowie aus Nordafrika und den USA. Aus Deutschland waren Pastorin Anne Detjen aus Hamburg und Pastor Robert Hoffmann aus Fürth unter den Teilnehmern.

Mitmachen dürfen ist wichtig

Die einwöchige Intensivschulung war durch thematische Vorträge, Gruppendiskussionen sowie Praxisteile und Exkursionen geprägt. Damit sollten die Teilnehmer ermutigt werden, ihre Gemeinden als Modelle dafür zu sehen, wie interkulturelle Begegnung und Zusammenarbeit gelingen kann, wie es in der Zielsetzung des Schulungsprogramms heißt. Zwei Referate beschäftigten sich damit, wie christliche Mission in einer säkularen und immer stärker multikulturellen Umgebung möglich ist. Die globalen Aspekte betrachtete die an der Theologischen Fakultät der Universität Boston in den USA lehrende Professorin Dana L. Robert. Aus ihrem Fachgebiet für Weltweites Christentum und Missionsgeschichte vermittelte sie die Grundlagen einer Missionstheologie, die »Grenzen überwindet«. Robert legte dar, dass der christliche Glaube sich immer »durch Gottes Liebe für die Welt in Worten, Zeichen und Taten« erwiesen habe und damit schon immer Kulturen verbunden und Gesellschaften transformiert habe.

Auf die lokale Situation zugespitzte Folgerungen dieser Grundlagen christlicher Mission stellte der Achim Härtner vor, der an der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) Praktische Theologie lehrt. Am Beispiel der Protestantischen Kirche in den Niederlanden (PKN) beschrieb er, wie eine Kirche in einer inzwischen fast gänzlich säkularisierten Umgebung ganz neuen ihren Missionsauftrag entdeckt und umsetzt. Was Methodisten von der Arbeit der PKN lernen könnten, formulierte Härtner in fünf ermutigenden Erkenntnissen. Das Beispiel der PKN zeige, dass Mission auch heute noch möglich ist. Außerdem sei die Erfahrung aus den Niederlanden eine erneute Erinnerung daran, dass Glaube, gepaart mit Gottvertrauen, Auswirkungen habe. Am Anfang, so Härtners dritte Erkenntnis, seien »offene Augen« nötig, um Ansatzpunkte für die konkrete missionarische Situation vor Ort zu entdecken. Als vierte Erkenntnis betonte der Reutlinger Theologe den einladenden und selbstverständlichen Umgang mit Vielfalt in der Gemeinde. Das bedeute auch, dass neue Formen gefunden werden müssten und dass auch kirchliche Strukturen angepasst werden müssten. Außerdem komme es für eine missionarisch gesonnene Gemeinde darauf an, so Härtners fünfte Schlussfolgerung, dass »mitmachen« zu dürfen ganz wichtig sei. Im wesleyanischen Sinne sei dies als »Gnadenmittel« zu verstehen. Dafür müsse geworben werden.

Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Kirche

»Die erfolgreichsten Gesellschaften der Welt sind diejenigen, die am meisten von den sie umgebenden Kulturen aufgenommen haben.« Mit diesem Zitat von Johnny Clegg verband Stephan von Twardowski, Professor für Systematische Theologie an der THR, die Notwendigkeit und die Herausforderung der »Integration des Anderen«. Dafür stehe das Leben und Wirken Cleggs, eines in diesem Jahr verstorbenen bekannten südafrikanischen Sängers, der auch als Songwriter, Tänzer, Anthropologe und Musikaktivist weit über Südafrika hinaus bekannt war. In England geboren, der Vater Engländer und die Mutter aus Simbabwe, wuchs er in Simbabwe auf und kam im Alter von sieben Jahren nach Südafrika. Diese und weitere soziale, gesellschaftliche, politische und kulturelle Erfahrungen machten ihn sowohl in seinem musikalischen Schaffen und gesellschaftspolitischen Engagement zum Grenzgänger, der sich aus vielen Quellen bediente und ursprünglich nicht Zusammengehöriges verband. Daran anknüpfend legte von Twardowski dar, dass sich die Gemeinden und die gesamte Kirche heute damit auseinandersetzen müsse, wie wichtig es sei »das Andere« zu integrieren. Gemeinden, in denen Migranten neue Heimat gefunden hätten, würden das konkret erleben. Letztlich gelte das aber für die ganze Kirche. Nur so werde die Kirche zukunftsfähig sein und nur so könne sie mit dazu beitragen, die direkte Umgebung und damit die Welt positiv zu verändern.

Stimmen von Teilnehmern

Der Brasilianer Luiz Cardoso, der seit knapp zehn Jahren in England lebt, entdeckte, dass es nicht nur darum gehe, Menschen in die Gemeinde zu integrieren oder in Teilen des Gottesdienstes andere Sprachen zu verwenden. Es gehe vielmehr darum, »dass Menschen sich in ihrer ganz eigenen Art im Gottesdienst beteiligen und ausdrücken dürfen, die anders ist als meine«. Diese Menschen müssten »ihre eigene Geschichte mit Gott einbringen« dürfen.
Bodil Eriksson nimmt viel von den theologischen Grundlagenvorträgen mit. Für ihre Arbeit als Pastorin im mittelschwedischen Sundsvall kann sie diese in ihre Arbeit vor Ort integrieren. Auch die Bereicherung durch unterschiedliche Kulturen will noch viel stärker in ihrer Gemeindearbeit befördern. »Es ist ein Segen, Teile von jeder Kultur aufzugreifen, damit sich daraus ein ganzes Bild ergibt«, sagt sie. So könne die Kirche wachsen.
»Singen ist eine Sprache oder eine Art zu kommunizieren, die wir alle verstehen« war dem Fürther EmK-Pastor Robert Hoffmann bei der Tagung in Stuttgart wichtig geworden. Der Ansatzpunkt über das Singen sei für kulturell gemischte Gemeinden leichter zu bewerkstelligen als sich über theologische Wahrheiten, oder wichtige Wörter oder Begriffe uns zu verständigen. »Es ist wesentlich einfacher, über Musik gemeinsam einen Weg zu finden.«
Martin Obermeir-Siegrist ist klar geworden, »wie sehr die Sprache ausschlaggebend dafür ist, wo ich mich zuhause fühle, wo ich mich zugehörig fühle«. In ähnlicher Weise gelte das auch für die Musik. Beides würde in seiner Gemeinde im österreichischen Linz, wo er als Pastor tätig ist, in der interkulturellen Arbeit bereits berücksichtigt. »Aber da sehe ich noch ganz viel Luft nach oben und ganz viel Potential, dass wir die Musik, die die Menschen mitbringen und einbringen wollen, auch in den Gottesdienst mit hineinnehmen.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Institute for Multicultural Ministry – Ausbildung für multikulturelle Gemeindearbeit
Erstmalig fand 2005 auf Initiative des inzwischen verstorbenen Pastors Heinrich Meinhardt eine Begegnung und Schulung für Verantwortliche in Internationalen und Migrantengemeinden methodistischer Gemeinden aus ganz Europa statt. Daraus entwickelte sich ein jährliches Treffen, bei dem der Erfahrungsaustausch in Verbindung mit Schulungseinheiten im Vordergrund stand. Auf Erfahrungen dieser Begegnungen basierend wurde das aktuelle Schulungsprogramm entwickelt, das auf eine ganze Woche angelegt ist. Der Aspekt der Aus- und Weiterbildung ist in Verbindung mit Vorträgen, Unterrichtseinheiten und Praxisteilen stärker ausgeprägt als zuvor. Die Gruppengröße von fünfzehn Teilnehmern ermöglicht intensiveres Lernen und persönlicheren Austausch. Geplant ist die jährliche Wiederholung und spätere Weiterentwicklung mit weiteren Modulen. Tagungsort ist das Bildungs- und Begegnungszentrum der Evangelisch-methodistischen Kirche in Stuttgart.

Unter anderen waren bei der Tagung Ende August in weiteren Vorträgen und Seminaren beteiligt: David Scott, der Direktor für Missionstheologie im internationalen Missionswerk der EmK (General Board of Global Ministries, GBGM); Neil Christie, Assistent des Generalsekretärs für Bildung und Leiterschaftstraining in der internationalen Kommission für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung (General Board of Church and Society, GBCS); Jorge Lockward, musikalischer und künstlerischer Leiter der EmK-Gemeinde »Church of the Village« in New York; HiRho Park von der internationalen Kommission für Erwachsenenbildung und theologische Dienste (General Board of Higher Education and Ministries, GBHEM); Yvette Hovsepian Bearce, Leiterin des Referats für internationale und Migrantengemeinden der EmK in Deutschland; Wilfried Röcker, Leiter des Bildungswerks der EmK in Deutschland; Alfiado Zunguza, Leiter der Leiterschaftsentwicklung im internationalen Missionswerk der EmK (GBGM).

Leid der Menschen unvorstellbar

Di, 09/03/2019 - 06:35

Bei den Hilfsprojekten geht es vor allem darum, die Ernährungslage der Menschen zu verbessern und sie vor der tödlichen Infektionskrankheit Cholera zu schützen. »Nach mehr als vier Jahren Krieg sind die Menschen am Ende ihrer Kräfte«, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. »Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern möchten wir ihnen bestmöglich helfen.«

Von den 30,5 Millionen Einwohnern sind im Jemen etwa 80 Prozent auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist es aktuell die größte humanitäre Krise weltweit. Mehr als 20 Millionen Menschen leiden an Hunger, zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. Fast 18 Millionen Menschen haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen. Allein im ersten Halbjahr 2019 sind fast eine halbe Million Cholera-Verdachtsfälle gemeldet worden. »Die Not im Jemen ist unvorstellbar. Mit unserer Hilfe wollen wir gezielt die Ernährung und Hygienesituation der Menschen verbessern«, so Keßler.

Das evangelische Hilfswerk stattet Bäckereien im Westen des Landes mit Geräten und Backzutaten aus, um die Produktion von Brot deutlich zu erhöhen. Dadurch können tausende Menschen täglich mit dem Grundnahrungsmittel versorgt werden. Zudem baut die Diakonie Katastrophenhilfe Latrinen und repariert Brunnen und Wasserleitungen. So soll verhindert werden, dass sich die Cholera weiter ausbreitet. Martin Keßler: »Unsere Partner sind sehr erfahren in der Nothilfe. Zusammen werden wir die Hilfe in den kommenden Monaten und Jahren weiter ausbauen.«

Die Evangelisch-methodistische Kirche unterstützt den Spendenaufruf der Diakonie Katastrophenhilfe.

Bitte versehen Sie Ihre Spende mit dem Stichwort »Jemen Konflikt«.
Ergänzen Sie im Verwendungszweck die Nummer 5000032. Diese Nummer ist der EmK zugewiesen, wodurch jede Spende automatisch der »Spendenherkunft aus der EmK« zugeordnet wird.
Kontonummer (IBAN) der Diakonie Katastrophenhilfe: DE68 5206 0410 0000 5025 02

Bildnachweis: Wolfgang Gressmann/Diakonie Katastrophenhilfe

Weiterführende Links
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Von der Zukunft geprägt die Gegenwart gestalten

Mo, 09/02/2019 - 08:00

Am gestrigen Sonntag wurde Stefan Kettner in Heidelberg als Superintendent für den Distrikt Heidelberg der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in sein Amt eingeführt. Der 49-Jährige war zuvor Pastor im Bezirk Bietigheim. Im Amt des Superintendenten ist er Nachfolger von Carl Hecker, der diese Beauftragung zehn Jahre innehatte. 

Mit Ratschlägen vorsichtig sein

»Manchmal ist man besser beraten nicht zu raten, da ein Ratschlag beim Gegenüber mehr Schlag, denn Rat ist«, zitierte Stefan Kettner eine Weisheit zum Auftakt seiner Predigt im Rahmen der Amtsübergabe. Seine Aufgabe als Superintendent sei zwar auch die eines Beraters, aber er wolle ein Berater sein, »der vorsichtig mit Ratschlägen ist«. Er wolle darauf achten, dass »der wirkliche Ratgeber« zu Wort komme, wie er an Hand einiger Verse aus dem zwölften Kapitel des Hebräerbriefs ausführte. Dort werde beschrieben, dass die Kraft und die Motivation für das geratene Handeln von Jesus Christus komme. Jesus sei ein Ratgeber, »der mein ganzes Leben ins rechte Bild setzt und mir immer wieder die Zusammenhänge aufzeigt«. Auf dieser Basis könne die Gegenwart gestaltet werden, »die von unserer Zukunft geprägt und getragen sein soll«

Beauftragung und Dank

Stefan Kettner wurde von Bischof Harald Rückert für seinen neuen Dienstauftrag als Superintendent für den Distrikt Heidelberg beauftragt. Dabei sei er auch mit seiner Gabe gefordert, »verschiedene Sichtweisen beieinander zu halten und zu integrieren, ohne verwaschen und schwammig zu werden«. Auch dass er sich »mit Zahlen und Finanzen gut auskennt«, sei für das Kabinett und die Kirche wichtig. Damit spielte der Bischof auf Kettners Ausbildung zum Bankkaufmann an, bevor er durch die Begleitung seines damaligen Gemeindepastors animiert, Theologie in Tübingen, Heidelberg und Reutlingen studierte. Nach dem Studium war Kettner, der in Karlsruhe geboren wurde und in Pforzheim aufwuchs, zu einem einjährigen Gemeindepraktikum im rheinland-pfälzischen Zweibrücken und danach neun Jahre Pastor in Reutlingen sowie zehn Jahre im nördlich von Stuttgart gelegenen Bietigheim-Bissingen.

Dem Amtsvorgänger Carl Hecker dankte Rückert herzlich für dessen Dienst als Superintendent, in dem ihm »das geistliche Wachstum von Einzelnen und ganzen Gemeinden ein Herzensanliegen war«. Dabei habe er besonders auch »den Aufbau der Gemeinde und die Vertiefung der Spiritualität der Menschen in einem weiten, der Welt zugwandten Sinn« im Blick gehabt. Mit dem Ende seiner Dienstzeit als Superintendent kehrt Hecker als Pastor in den Gemeindedienst zurück und wird die Gemeinden in Weitefeld, Siegen und Darmstadt mit seiner Erfahrung als Gemeindepastor und Superintendent begleiten.

Das Gemeinsame suchen

Zum Gottesdienst in der EmK-Gemeinde »Kirche am Markt« in Heidelberg waren knapp hundert Gäste aus der Region Heidelberg und aus Gemeinden des Distrikts angereist. Unter ihnen die Landeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß als Dezernentin für Diakonie und Ökumene für die Evangelische Kirche in Kurhessen und Waldeck, Oberkirchenrat Dieter Lutz für die Evangelische Kirche der Pfalz, Dekan Christof Ellsiepen von der Evangelischen Kirche in Heidelberg als Vertreter für die Evangelische Landeskirche in Baden sowie< Pfarrer Ekkehard Heicke von der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden Württemberg. In Grußworten wurde das ökumenische Engagement der Evangelisch-methodistischen Kirche und besonders die Präsenz Carl Heckers bei ökumenischen Anlässen positiv hervorgehoben. Diese Art des Miteinanders, bei dem das Gemeinsame gesucht werde, sei für die Glaubwürdigkeit der Kirchen in der Gesellschaft sehr wichtig. »Was uns eint, ist doch so viel mehr und so viel wertvoller«, betonte Landeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß. »Der gemeinsame Grund in Jesus Christus, die eine Heilige Schrift, das Bekenntnis und unsere Hoffnung – dieses sollte uns viel stärker verbinden als die noch bestehenden Unterschiede uns trennen.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Der Distrikt Heidelberg erstreckt sich über die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und einen kleinen Teil im Westen Baden-Württembergs.

Internationaler Runder Tisch geplant

Mi, 08/28/2019 - 08:20

Die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist mit der Frage konfrontiert, möglicherweise keine eigenständige Zentralkonferenz mehr zu bleiben. Grund dafür ist die Entscheidung der außerordentlichen Tagung der Generalkonferenz von Ende Februar, in der Beurteilung von praktizierter Homosexualität die traditionelle negative Bewertung beizubehalten und die Umsetzung dieser Überzeugung im kirchlichen Handeln durch Sanktionen sicherzustellen. Diese Entscheidung hatte weltweit zu sehr unterschiedlichen Reaktionen und tiefgreifenden Spannungen innerhalb der EmK geführt.

Den Stier bei den Hörnern packen

Die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa steht unter der Leitung von Bischof Patrick Streiff, der im schweizerischen Zürich seinen Dienstsitz hat. Neben der Schweiz gehören fünfzehn weitere Länder in Europa und Nordafrika zu dieser Zentralkonferenz. Bei einer Tagung im März, kurz nach der außerordentlichen Tagung der Generalkonferenz, zeigten sich große Unterschiede innerhalb des geografisch und kulturell sich weit erstreckenden Zentralkonferenzgebietes hinsichtlich der Beurteilung praktizierter Homosexualität und hinsichtlich des Verbots solcher Praxis für Pastoren und Pastorinnen der EmK. Aus diesem Grund wurde eine Studiengruppe eingesetzt, die Szenarien erarbeiten soll, wie die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa vereinigt bleiben kann oder bei anhaltenden Spannungen in diesen Fragen so eng wie möglich verbunden bleiben kann.

Eine jüngst herausgegebene Pressemeldung der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa beschreibt die Tragweite der aktuellen Spannungen. Sollten die Positionen innerhalb der Zentralkonferenz so bleiben, würde das zu einer Trennung innerhalb der EmK in Mittel- und Südeuropa führen. »Die so entstehenden Teilgebiete wären aber nicht mehr groß genug, um als eigenständige Zentralkonferenzen einen Bischof wählen zu können«, heißt es in der Pressemeldung. Angesichts der für das Jahr 2021 anstehenden Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin für Bischof Streiff stellte die Spannung innerhalb der Zentralkonferenz eine große Unwägbarkeit für die Wahlvorbereitungen dar.

Die eingesetzte Studiengruppe hat sich in einer ersten Beratung Ende Juni und einem für Ende August geplanten Treffen darauf geeinigt, darüber zu sprechen, wie stark der Wille zur Gemeinsamkeit ist und wie viel Zeit und Kraft für die Suche nach einem gemeinsamen Weg zu investieren ist. Alternativ werden Szenarien beraten, wie eine Zusammenarbeit bei getrennten Wegen aussehen könnte. Laut Bischof Streiff werde »der Stier jetzt bei den Hörnern gepackt«.

EmK weltweit: professionelle Mediation geplant

Angesichts der durch die Generalkonferenz-Entscheidung ausgelösten Spannungen innerhalb der weltweiten EmK sind derzeit viele Personen und Gruppen aktiv, um nach Auswegen und Lösungen zu suchen. Mit Blick auf die Tagung der nächsten ordentlichen Generalkonferenz im Mai 2020 werden derzeit verschiedene Pläne entwickelt. Die meisten Szenarien beinhalten eine stark ausgeprägte amerikanische Perspektive und gehen davon aus, dass eine Trennung der Evangelisch-methodistischen Kirche nahezu unvermeidlich sei.

Mitte August traf sich auf Einladung von Bischöfen der außerhalb der USA organisierten Zentralkonferenzen eine internationale Gruppe im US-Bundesstaat Virginia südlich der amerikanischen Hauptstadt Washington. Daran nahmen Tom Berlin und Junius Dotson als Vertreter der »Mitte« teil, Jan Lawrence und Randall Miller als Vertreter der »Progressiven« sowie Patricia Miller und Keith Boyette als Vertreter der »Konservativen«. Aus der EmK in den USA waren Bischof Thomas Bickerton, Bischöfin Cynthia F. Harvey und aus den Zentralkonferenzen von außerhalb der USA waren die Bischöfe John Yambasu und Christian Alsted anwesend. Als Vertretung der Laien nahm aus Deutschland Joris Brombach, Laienmitglied in der Süddeutschen Jährlichen Konferenz und Mitglied des Kirchenvorstands und des Runden Tischs, teil. Weitere Personen von außerhalb der USA waren eingeladen, konnten aber aus Zeitgründen nicht teilnehmen.

Brombach berichtet, dass in den USA die Lage der EmK sehr angespannt ist und dort sehr intensiv Fragen der Teilung und Neustrukturierung der Kirche diskutiert werden. Beim Treffen habe das Gespräch trotz großer inhaltlicher Differenzen »recht gut geklappt«. Es wurde vereinbart einen professionellen Mediator hinzuzuziehen. Mit ihm zusammen soll in einer Art »internationalem Runden Tisch« die Möglichkeit ausgelotet werden, wie mit dieser für die Bewahrung der Einheit der EmK sehr schwierigen Situation umgegangen werden kann. Dafür sind drei Treffen im September und November dieses Jahres sowie im kommenden Januar geplant. Die dichte Terminfolge ist nötig, weil die Zeit bis zur nächsten Generalkonferenz-Tagung im Mai kommenden Jahres knapp bemessen ist.

Bildnachweis: Floris UMC

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Meldung zur Arbeit der Studiengruppe der EmK in der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa

Zur Information
Zur Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirche gehören EmK-Gemeinden in fünfzehn Ländern: Albanien, Algerien, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Mazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Tschechien, Tunesien, Ungarn. Bischof ist Dr. Patrick Streiff mit Dienstsitz in Zürich.

Gesicht zeigen

Mo, 08/12/2019 - 06:00

Die Perspektive zu wechseln ist ein Wagnis, ein »leap of faith« wie es im Englischen heißt, ein »Sprung des Glaubens«. Zu einem Sprung hat die Internationale Gemeinde Hamburg angesetzt, als sie vor anderthalb Jahren einen Umzug an einen neuen Standort erwog, nachdem die gemietete Kapelle in Hamburg-Altona zu klein geworden war.

In der Fremde zuhause

Seit 28 Jahren gibt es in Hamburg die »home-away-from-home church«, also die Gemeinde, die Menschen fernab ihrer Heimat ein Zuhause bieten möchte – geistlich und als Familie in der Fremde. Nur knapp die Hälfte der Gottesdienstbesucher lebt ständig hier, die andere Hälfte besteht aus Menschen, die sich nach Beendigung ihres Studiums, eines Au-Pair-Jahres oder Arbeitsvertrages wieder verabschieden müssen. Dieser ständige Wechsel hat dazu geführt, dass die Gemeinde eines gut kann: Menschen willkommen heißen und sie vom ersten Tag an zu integrieren. Bereits beim dritten Besuch im Gottesdienst beteiligen sich Menschen am Lektorendienst oder spielen schon nach wenigen Wochen in der Band mit.

Weg aus der Unsichtbarkeit

Was in all den Jahren im Hamburger Bezirk Altona nicht gelang, ist die Verwurzelung im Stadtteil. Eingemietet in einer Adventistenkirche blieb die in einer schmalen Nebenstraße gelegene Gemeinde sogar für die dortigen Nachbarn praktisch unsichtbar. Über neunzig Prozent der Erstbesucher stoßen übers Internet zur Gemeinde, wenn sie nach einer englischsprachigen Gemeinde suchen. Diese enge Perspektive wollten wir weiten. Im Februar fiel die Entscheidung, in die nur drei Kilometer entfernte Erlöserkirche in den Hamburger Bezirk Eimsbüttel zu ziehen. Selbst für die an Veränderungen gewöhnte Gemeinde war dies kein leichter Schritt. Die Aussicht, in einer belebten Straße in einem bei jungen Familien beliebten Stadtteil als englischsprachige Gemeinde sichtbar zu sein, hat die Gemeindeversammlung beflügelt, den Umzug fast einstimmig zu beschließen.

Am Ostersonntag setzte sich die »Umzugsprozession« nach einer Andacht von Altona aus in Bewegung. Die Wehmut des Abschieds war schnell verflogen, als die deutschsprachige Gemeinde der Erlöserkirche uns mit offenen Armen in Eimsbüttel empfing. In einem zweisprachigen Willkommensgottesdienst wurde der Beginn einer neuen Partnerschaft unter einem Dach gefeiert und mit einem Festmahl besiegelt. Für beide Gemeinden heißt es nun, die »Wohngemeinschaft« in dem fünfzig Jahre alten Gebäude mit neuem Leben zu füllen.

Altes Gebäude wirkt wie ein Neubau

Zunächst galt es, die im typischen »Brachialstil« der Sechzigerjahre gebaute Außenfassade in einen einladenden Blickfang zu verwandeln. Ein bunt leuchtendes Banner mit Gesichtern aus beiden Gemeinden hat Wirkung erzielt: Fußgänger bleiben stehen und machen Selfies mit der Kirche im Hintergrund. Viele hatten das rote, bunkerähnliche Gemäuer nie als Kirche wahrgenommen; manche hielten es jetzt gar für einen Neubau.

Als vielfältige Kirche in Eimsbüttel wahrgenommen zu werden, ist im Eröffnungsjahr unser Ziel als Gemeinde, in der das Anderssein das Normale ist. Was haben besonders die nicht-deutschsprachigen Menschen in Eimsbüttel davon, dass es uns jetzt hier gibt? Die Perspektive auf die Bedürfnisse der Menschen im Stadtviertel zu richten, ist eine neue Herausforderung für die internationale Gemeinde. Die Gottesdienste auf halb zehn vorverlegen zu müssen, stellte sich dabei als segensreicher Kompromiss heraus: Familien mit Kleinkindern sind auch sonntags schon früh auf den Beinen.

Bildnachweis: privat
Dieser Artikel ist dem EmK-Magazin »unterwegs« 15/2019 vom 21. Juli 2019 entnommen.

Der Autor
Edgar Lüken ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in der englischsprachigen Gemeinde Hamburg International. Kontakt: edgar.lueken(at)emk.de

Weiterführende Links
Internetpräsenz der Gemeinde Hamburg International

Eine offene Tür

Di, 08/06/2019 - 06:38

In Pleven wurde 1916 eine methodistische Kirche eingeweiht – angesichts der damaligen Umstände ein großer Glaubensschritt. Seither war die Kirche geistliche Heimat vieler Menschen, die im gesellschaftlichen und politischen Gegenwind immer wieder Glaube, Hoffnung und Liebe lebten. Als Pastor Tsvetan Iliev mit dem Dienst in der Plevener EmK-Gemeinde beauftragt wurde und mit seiner Frau Ivaneta in die Stadt zog, dachten die beiden oft darüber nach: Wie kann die Gemeinde den Menschen dieser Stadt dienen? Immer mehr wandelte sich diese Frage in: Wie können wir Studierende der Medizinischen Universität in Pleven erreichen? Allerdings gab es da ein Problem: Das bulgarische Recht verbietet Angestellten einer Religionsgemeinschaft, einfach in eine Bildungseinrichtung zu gehen und dort offen über den Glauben zu sprechen.

Soziale Medien verbinden

Nach zwei Jahren erhielten sie eine Antwort auf ihr Suchen und Fragen. Eine unbekannte Frau kontaktierte Tsvetan Iliev über die eben erst eingerichtete Facebook-Seite der Gemeinde und schrieb von ihrem Willen, ein Studium an der Medizinischen Universität von Pleven zu beginnen. Auf den ersten Blick sah dies nach einer unlauteren Methode zur Beschaffung persönlicher Daten aus. Allmählich wuchs jedoch die Überzeugung, dass es nicht so war. Tatsächlich: Am nächsten Sonntag besuchte diese Frau zusammen mit ihrem Vater den Gottesdienst der Gemeinde. Seither ist die Studentin Phoebe Jacobs eine der Schlüsselpersonen der Arbeit mit Studenten der Medizinischen Universität. Ein halbes Jahr später stellte sich mit Jemima Soladoye eine zweite Studentin an ihre Seite.

EmK-Gemeinde will Heimat bieten

Ein weiteres Jahr später nahmen bereits sieben Personen von der Medizinischen Universität regelmäßig am Gemeindeleben teil. Noch ein Jahr später war ihre Zahl auf siebzehn angewachsen. Die rund 85 Kirchenglieder und Freunde der EmK-Gemeinde bemühten sich, ihnen eine Heimat zu bieten. Um die Sprachhürde überspringen zu können, kauften sie eine Übersetzungsanlage. Diese macht es möglich, dass zehn Personen einer Simultanübersetzung ins Englische folgen können.

Seither ist viel geschehen. Die Gemeinde hat den Studierenden Räume zur Verfügung gestellt, wodurch schon eine erfreulich große Zahl den Schritt in die Kirche wagte. In Vorbereitung auf den jährlich stattfindenden »Internationalen Tag« wurde die Kirche regelmäßig für Proben genutzt. Mit diesem internationalen Fest wird an der Medizinischen Universität die Vielfalt gefeiert. Tausend Menschen aus aller Welt studieren und arbeiten dort: aus Italien, Großbritannien, Indien, Schweden, Kanada, Japan, Nigeria, Zimbabwe und sogar von den Kapverden. Auch Länder der Arabischen Halbinsel und des Nahen Ostens sind gut vertreten.

Wenn Gott Türen öffnet, hat das einen Grund

Die »Christliche Vereinigung«, eine Versammlung von Frauen und Männern der Medizinischen Universität von Pleven, trifft sich regelmäßig im Gottesdienstraum der Gemeinde. Diese Organisation will ein Ort sein, an dem sich alle willkommen und frei fühlen – unabhängig vom jeweiligen konfessionellen Hintergrund. Die bunte Vielfalt der Menschen wird bewusst wahrgenommen. Trotzdem wird eine Einheit mit Jesus Christus im Zentrum angestrebt. Tsvetan Iliev ist dankbar für das, was bisher gewachsen ist. Und er ist zuversichtlich, »auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringen wird«. Denn er ist überzeugt: »Wenn Gott eine Tür öffnet, dann tut er dies aus einem bestimmten Grund.«

Bildnachweis: Wikimedia Commons / Todor Bozhinov (CC BY-SA 4.0)
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 14/2019, Urs Schweizer, basierend auf einem Bericht von Pastor Tsvetan Iliev, Pleven/Bulgarien

Der Autor
Urs Schweizer arbeitet in Zürich als Assistent von Bischof Patrick Streiff, der für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa zuständig ist. Kontakt: urs.schweizer(at)umc-cse.org.

Radikale Öffnung für die Probleme der Gesellschaft

Mo, 07/29/2019 - 06:15

Ende Juni veranstaltete die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche das »Forum Forschung«, das methodistischen Theologen eine Bühne bietet. Dort konnten in mehreren Arbeitsphasen Forschungsprojekte aus verschiedenen theologischen Disziplinen und unterschiedlichen kulturellen Kontexten vorgestellt und unter fachlicher Anleitung diskutiert werden.

Kirche im Sinne Wesleys

Im Rahmen des Forums war der öffentliche Vortrag von Jörg Rieger platziert, der in den Vereinigten Staaten als Professor für Theologie und Inhaber des Cal-Turner-Lehrstuhls für Wesleyanische Studien an der Vanderbilt-Universität in Nashville lehrt. In seinem Vortrag unter dem Titel »No Religion but Social Religion«, auf Deutsch in freier Übersetzung »Kirche mit anderen« ging Rieger der Frage nach, ob Religion Privatsache sei, oder Spiritualität in erster Linie dem persönlichen Wohlbefinden diene. Dieser Annahme widersprach der bekannte Befreiungstheologe. Dabei bezog er sich auf einen Satz John Wesleys, des Begründers der methodistischen Bewegung. Dieser betonte: »Das Christentum ist wesentlich eine soziale Religion; es zu einer Privatreligion zu machen, würde es zerstören.«

Laut Rieger ist das viel mehr als die banale Feststellung, dass Glaube nur in Gemeinschaft gelebt werden könne. Vielmehr bedeute Wesleys Aussage, dass Kirche nur Kirche sein kann, wenn sie sich radikal für die Probleme der Gesellschaft öffnet. »Eine Kirche, die sich nur um sich selbst dreht, ist eigentlich keine Kirche«, folgerte Rieger. Nicht nur Kirche »für« andere solle sie sein, wie Dietrich Bonhoeffer betonte, sondern Kirche »mit« anderen und zwar besonders mit den Menschen am Rand der Gesellschaft. Dabei dienten die »Werke der Solidarität« nicht dazu, sich den Himmel zu verdienen. Sie seien Mittel, in der Begegnung mit den Armen und Ausgeschlossenen die Gnade Gottes zu erfahren. Die sich an den Vortrag anschließende lebhafte Diskussion erörterte, was dieser Ansatz für die konkreten gesellschaftlichen Probleme wie Armut, Finanzkapitalismus oder Rechtspopulismus bedeutet.

Bildnachweis: THR

Der Autor
Dr. Jörg Barthel ist Professor für Altes Testament und Biblische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: joerg.barthel(at)emk.de.

Weiterführende Links
»Forum Forschung« der THR
Webseite von Prof. Jörg Rieger an der Vanderbilt-Universität (englisch)

Zur Information
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie sowie einen staatlich anerkannten M.A. in »Christlicher Spiritualität«.
www.th-reutlingen.de

In Vertrauen investieren

Sa, 07/27/2019 - 09:06

In einer Kolumne des Kirchenmagazins »unterwegs« der Evangelisch-methodistischen Kirche erklärt Bischof Harald Rückert was es mit Vertrauen auf sich hat und warum es so wichtig ist, in Vertrauen zu investieren.

Ein unvermittelt auftauchendes Thema

Intensive Wochen liegen hinter mir: drei Jährliche Konferenzen, das als BUJU bekannte Bundesjungendtreffen unserer evangelisch-methodisten Jugend mit über 300 Jugendlichen, der Evangelische Kirchentag, die letzte Sitzung der Planungsgruppe »Zukünftige Struktur und Arbeitsweise der Evangelisch-methodistischen Kirche«, das Blockseminar »Identität und Dialog« an der Theologischen Hochschule in Reutlingen und der zweite zentrale »Runde Tisch«. Völlig unterschiedliche Personengruppen kamen bei diesen Veranstaltungen zusammen, dementsprechend waren sie auch in ihrem Charakter und ihren Inhalten komplett verschieden. Trotzdem ist mir überall ein Thema begegnet, das sich für mich in den Vordergrund geschoben hat: Vertrauen.

Beim Kirchentag und bei der Norddeutschen Jährlichen Konferenz war »Vertrauen« ausdrücklich das Tagungsthema. Über ein Jahr lang hat sich die von der Zentralkonferenz eingesetzte Planungsgruppe intensiv mit der Zukunft unserer Kirche befasst. Ohne das Vertrauen, dass Gott uns weiterhin gebrauchen möchte, wäre das nicht möglich gewesen.

Miteinander, nicht übereinander reden

In meinem Bischofswort an die drei Konferenzen heißt es an einer Stelle: »Wir müssen wieder Vertrauen zueinander finden und aufbauen. Dazu müssen wir sehr viel miteinander – nicht übereinander – reden und sorgsam aufeinander hören.« In den engagierten Debatten ist das an vielen Stellen gelungen. Neues Vertrauen ist gewachsen. Vertrauen in die Kraft des Evangeliums, und Vertrauen darauf, dass Gottes Geist bewirkt, was wir Christen niemals »machen« können, ist der entscheidende Punkt für den Dialog mit Menschen anderer Religionen. In diesem Vertrauen können wir stressfrei und ohne Druck die Gute Nachricht bezeugen und die Wirkung getrost Gott überlassen.

Die Begegnung mit unseren Jugendlichen beim BUJU, ihre Lebendigkeit und Lebensfreude, ihr frischer Glaube und ihre ungeschönten Fragen, ihre Ernsthaftigkeit beim Thema Nachfolge Jesu und ihre Bereitschaft, unsere Kirche mitzugestalten, waren beeindruckend. Sie haben mich im Vertrauen bestärkt, dass unsere Kirche Zukunft hat.

Wer vertraut, wechselt die Perspektive

In den ehrlichen und anstrengenden Gesprächen des Runden Tisches geht es jenseits von Fragen der Struktur und der persönlichen Erkenntnisse immer wieder auch darum, wie beschädigtes oder gar zerbrochenes Vertrauen wiederhergestellt und geheilt werden kann. Wir sind gemeinsam erste Schritte gegangen. Viele weitere Schritte sind noch nötig. Ich will vertrauen, dass Gott uns einen langen Atem und Gelingen schenkt.

Der Blick auf das, was Vertrauen stärkt, war für mich ein wichtiger Perspektivwechsel in den zurückliegenden Wochen. Könnten wir das im neuen EmK-Konferenzjahr bewusst gemeinsam versuchen? – Lasst uns mutig in Vertrauen »investieren«, in Vertrauen zu Gott, Vertrauen ineinander, Vertrauen in das, was Gott uns als Kirche geschenkt hat. Das könnte ein Perspektivwechsel werden, der uns miteinander weiterbringt.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Dieser Artikel ist dem EmK-Magazin »unterwegs« 15/2019 vom 21. Juli 2019 entnommen.

Der Autor
Harald Rückert ist Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Der Dienstsitz ist in Frankfurt am Main. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Wort des Bischofs an die Jährlichen Konferenzen der EmK in Deutschland (PDF)

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