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Aktualisiert: vor 6 Stunden 44 Minuten

Methodisten gegen Trumps Jerusalem-Entscheidung

Sa, 12/09/2017 - 14:42

Die Leitung des Weltrats methodistischer Kirchen äußert in einer Stellungnahme vom 7. Dezember »Bestürzung über die Ankündigung Präsident Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen«. Damit würden Jahrzehnte etablierter amerikanischer Politik und der internationale Konsens aufgekündigt. So ein Schritt untergrabe die Friedensbemühungen zwischen Israel und Palästina.

Friedensstifter sein statt Hemmnis

Die Stellungnahme greift einen Brief auf, den Patriarchen und andere Leitungspersonen in Jerusalem vertretener Kirchen am 6. Dezember an US-Präsident Donald Trump geschickt hatten. Darin wird Trump empfohlen, den internationalen Status Jerusalems beizubehalten. Diesen Status zu ändern und auch eine Veränderung wie die USA zu Jerusalem stehen, würden Friedensbemühungen hemmen und komplizieren.

Der Lenkungsausschuss und weitere Leitungspersonen des Weltrats methodistischer Kirchen weisen auf eine Resolution des Weltrats aus dem Jahr 2011 hin, in der es heißt, die Mitgliedskirchen sollten »arbeiten und beten für einen gerechten und nachhaltigen Frieden in Israel und Palästina«. Sie schließen sich dem Ökumenischen Rat der Kirchen und anderen christlichen Weltgemeinschaften an, indem sie die US-Regierung dringend dazu aufrufen, »in der Weltarena Friedensstifter zu sein« und diese Aufgabe »mutig anzupacken«. Dies gelinge nur, wenn die Regierung Israels und die Palästinenserbehörde zu Verhandlungen ermutigt und dabei unterstützt würden. Die Stellungnahme wurde auch von der deutschen Ruhestandsbischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner, unterzeichnet im Rahmen ihrer Beauftragung als Genfer Sekretärin des Weltrats methodistischer Kirchen.

Vision eines gemeinsamen Jerusalems

Vorher schon positionierten sich die Leiter zweier Kirchenämter der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) klar gegen die Entscheidung Präsident Trumps. In einer Stellungnahme vom 7. Dezember erklärten Thomas Kemper und Susan Henry-Crowe, Trumps Entscheidung sei gegen einen 70-jährigen Konsens innerhalb der internationalen Gemeinschaft, »dass Jerusalem eine internationale Stadt sein solle, eine Stadt des Friedens offen für Menschen aller Religionen«. Keine Regierung habe ihre Botschaft in Jerusalem.

Die Generalkonferenz der EmK, höchstes Gremium der Kirche, habe zuletzt im Mai 2016 in einer Resolution festgestellt: »Jerusalem ist allen Kindern Abrahams heilig: Juden, Muslimen und Christen. Wir haben die Vision eines gemeinsamen Jerusalems als einer Stadt des Friedens und der Versöhnung, wo einheimische Palästinenser und Israelis als Nachbarn leben können und, zusammen mit Besuchern und Touristen, Zugang zu den heiligen Stätten haben und ihre Religion frei ausüben können.«

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de.

Zur Information
Der Weltrat methodistischer Kirchen (World Methodist Council, WMC) ist ein Dachverband von Kirchen methodistischer und wesleyanischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen. Ihnen gehören insgesamt über 80 Millionen Menschen an. Die Evangelisch-methodistische Kirche ist mit über 12 Millionen Kirchengliedern die größte Mitgliedskirche des WMC. Der Deutsche Thomas Kemper ist Generalsekretär des internationalen Missions- und Hilfswerks der EmK, das seinen Sitz in Atlanta, im US-Bundesstaat Georgia hat. Susan Henry-Crowe ist Generalsekretärin der internationalen Kommission für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der EmK in der US-Hauptstadt Washington. WMC, EmK und die Methodistische Kirche in Großbritannien unterhalten in Jerusalem gemeinsam ein Verbindungsbüro.

Foto: worldmethodistcouncil.org

Der Schmerz ist so groß

Sa, 12/09/2017 - 09:00

Es ist der zweite Sonntag im Dezember. Wir sitzen zusammen und basteln Kerzen für solche Kinder, die in der Schwangerschaft verstorben sind, während oder kurz nach der Geburt. Liebevoll werden Motive ausgeschnitten und auf die Kerzen geklebt. Jede Kerze erzählt etwas von dem erlebten Verlust. Hier finden Trauer und Hoffnung einen Ort. Um 18 Uhr beginnt unsere Gedenkfeier. Wir halten eine Stille, in der das Gedenken und die Tränen ihren Platz haben. Die Namen der Kinder werden auf Sterne geschrieben. Die Eltern legen sie auf den Abendmahlstisch rund um die Kerzen. In meiner Predigt erzähle ich von der Reise Marias und Josefs und der Geburt Jesu – von ihrer Angst und ihren Sorgen. Dann entzünden wir die Kerzen für unsere Kinder. Tränen laufen und manchmal können die Eltern auch etwas lächeln. »Fliegende Wunschzettel« erheben sich brennend vom Boden und schweben durch den Raum. Unsere Kinder sind bei Gott geborgen. So erlebte ich die Veranstaltung zum weltweiten Kerzenleuchten in Bochum.

Wie ein Schock

Wenn ich diese Eltern begleite, spüre ich, wie einschneidend es ist, ein Kind zu verlieren. Die Diagnose, dass ihr Kind nicht überlebensfähig oder schon verstorben ist, erleben Eltern wie einen Schock. Betroffene erzählen von dem Gefühl, nicht sie selbst zu sein. Sie erleben alles wie durch einen Filter. Jetzt brauchen sie Menschen, die zuhören. Immer wieder zuhören, immer wenn sich die Geschichten wiederholen. Das Erzählen hilft den Eltern, das Unbegreifliche in ihrem Leben langsam einzuordnen.

Den Moment der Geburt muss die Frau mit dem Wissen durchleben, dass sie kein lebendes Kind im Arm halten wird. Unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt Eltern den Verlust ihrer Kinder durch eine Fehl- oder Totgeburt erleiden, es bleibt ein Verlust, der Schmerz und Trauer auslöst. Dazu kommen Selbstvorwürfe und Konflikte in der Partnerschaft. Da ist die Mutter, die ihr erstes Kind verliert, was ihr Leben infrage stellt: »Ich bin doch keine richtige Frau, wenn ich nicht einmal ein gesundes Kind zur Welt bringen kann.« »Ich habe meinen Mann enttäuscht, ich wollte Mutter sein.« Die Beziehungen zu anderen Menschen werden mit der Frage konfrontiert: Was hält mich, wenn ich so existenziell bedroht werde? Nicht selten gehen Paarbeziehungen daraufhin in die Brüche.

Verlieren Eltern ein Kind in einem frühen Stadium, wird ihr Verlust von Außenstehenden häufig nicht als solcher wahrgenommen. Sie hören Worte wie: »Ihr seid noch jung und könnt noch viele Kinder haben.« »Ihr habt doch schon ein Kind.« »Das war noch kein richtiges Kind.« Solche Sätze trösten nicht, sie verletzen. Die Eltern trauern nicht um irgendein Kind, sondern um ihr Kind. Ihm gilt der ganze Schmerz.

Zukunftspläne sind verloren gegangen. Vielleicht empfinden Eltern auch Schuld, da das Kind nicht erwartet, nicht erwünscht war. Wichtig für jede Seelsorge ist: All diese Gefühle dürfen nicht bewertet werden. Zum Trost Spenden gehört es, diesen Eltern jetzt zur Seite zu stehen.

Trauer braucht einen Ort

Wenn ihr Kind bei der Geburt nicht gelebt hat und unter 500 Gramm wog, werden Eltern damit konfrontiert, dass ihr Kind rechtlich gesehen keine Person ist. Damit wird der Name nicht in das Personenstandsregister des Standesamtes eingetragen. Diese Erfahrung kann sehr verletzen. Hier hilft es, wenn Gemeinden und Krankenhäuser an einem geeigneten Ort »Sternenkinderbücher « auslegen. Hier können Eltern, Geschwister und Großeltern den Namen ihres Kindes festschreiben. Es hilft sehr, wenn Trauer sich verorten lässt. Denn die Eltern haben die Sorge, dass ihr verstorbenes Kind vergessen wird. Gedenkfeiern und Rituale, wie zum Beispiel der Tag des weltweiten Kerzenleuchtens, helfen dabei, sich zu erinnern.

Trauer braucht Zeit

Mütter von totgeborenen Kindern unter 500 Gramm können keinen Mutterschutz in Anspruch nehmen. Schrecklich ist die Vorstellung, nach der Geburt nur wenige Tage krankgeschrieben zu sein, dann wieder voll im Alltags- und Geschäftsleben funktionieren zu müssen. Nur sehr wenige schaffen das. Die meisten müssen sich weiter krankschreiben lassen. Dabei haben viele Angst davor, als psychisch instabile Person zu gelten – sei es beim Arbeitgeber oder auch in der Familie und vor Freunden. Der Wiedereinstieg in das Berufsleben wirft viele Fragen auf. Wie reagiere ich, wenn ich darauf angesprochen werde? Ich möchte nicht ständig darüber reden und nicht mit jedem. Aber ich will auch nicht, dass es totgeschwiegen wird. Wie bekomme ich das hin?

Nicht selten begegnet mir als Seelsorger die Aussage: »Ich kann keine schwangere Frau, keine Kleinkinder mehr sehen. Das tut so weh und ich bekomme Neid oder sogar Hassgefühle gegenüber mir wildfremden Menschen, die jetzt schwanger sind oder ein gesundes Baby haben. Das ist doch nicht normal!«

Was hier hilfreich sein kann: Raum und Zeit, in denen auch diese Gefühle benannt und stehen gelassen werden. Es ist wichtig, wenn betroffene Eltern ihre aggressiven Gefühle in der Trauer als etwas ansehen lernen, was sie vor Depressionen schützt. Gelingt es, die hinter der Wut liegende Kraft für das gegenwärtige Leben zu nutzen, ist das ein wertvolles Potenzial.

Mir hilft hier der Blick auf Jesus. Wenn er anderen Menschen begegnete, schuf er einen Raum, wo sie sich – unabhängig von der Situation – als von Gott geliebte Menschen sehen konnten. Genau dies ist gegenüber diesen Frauen dran. Wie entdecken sie sich wieder als Frauen und als Mütter? Denn sie sind ja Mütter, obwohl ihre Kinder verstorben sind.

Der Umgang mit Schuld ist herausfordernd. Schuldige werden gesucht und sehr oft endet diese Suche in dem Gefühl, selbst die Schuld tragen zu müssen. Ein Professor der Psychiatrie sagte mir mal: »Mensch, Frank, ich kann mit Menschen mit ihrer Schuld und ihren Schuldgefühlen arbeiten. Aber Schuld vergeben – da seid ihr doch die Fachleute. Wo ist da euer Angebot? Es wird so dringend benötigt.« Gerade in der Begleitung von Eltern, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben, haben Christen da eine wichtige Aufgabe.

Keine Sicherheit, aber Gewissheit

Manche Frauen wagen eine weitere Schwangerschaft. Sie fragen: »Was muss ich alles im Griff haben, damit mir dies nicht noch einmal passiert? Am liebsten würde ich 24 Stunden mit einem Gerät verbunden sein, das die Herztöne meines Kindes anzeigt. In Gesprächen gehen wir mit ihnen an die Stelle, die weh tut: Wie kann ich damit leben, dass es keine Sicherheit im Leben gibt? Aber es gibt Gewissheiten, wie den Glauben an den lebendigen Gott. Der gibt uns Halt, angesichts der Bedrohungen unseres Lebens.

Der Autor
Frank Herrmann ist Pastor der EmK und Referent der Bethanien-Sternenkinder

Weiterführende Links
www.bethanien-stiftung.de/angebote/bethanien-sternenkinder/

Handreichung der ACK Baden-Württemberg »Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind«

Termine von ökumenischen Gottesdiensten zum »Worldwide Candle Lighting«
Bochum: 18:00 Uhr  Q1 – Eins im Quartier, Friedenskapelle, Halbachstr. 1, Bochum
Ansprechpartner: Pastor Frank Hermann
Heidelberg: 16:00 Uhr in der Jakobuskirche, HD-Neuenheim
Ansprechpartnerin: Pastorin Damaris Hecker, Leiterin Bethanien Sternenkindercafé
Wuppertal: 18:00 Uhr CityKirche Elberfeld, Kirchplatz 2
Ansprechpartner: Pastor Jürgen Woithe

Foto: Jörg Eicker, Bethanien Diakonissen-Stiftung ©

Ein neuer Blick auf das, was wirklich zählt

Do, 12/07/2017 - 06:05

Wir haben viel von unseren iranischen Geschwistern gelernt«, berichtet Pastor Walther Seiler im Rückblick. Die Frage, was zählt, beantworten heute Gemeindeglieder anders – sehen sie doch, welchen Mut es von den neuen Geschwistern fordert, ihren Glauben zu leben.

Angefangen hatte alles im Herbst 2014, als die ehemalige Bundeswehrkaserne zu einer Aufnahmestelle umfunktioniert wurde. Unter der Leitung des damaligen Pastors Rolf Held entstand dort ein ökumenischer Begegnungstreff. Jeden Donnerstagabend wurden die Türen geöffnet für Begegnung, Spiele und Andacht – meist in mehrere Sprachen übersetzt.

Es war Gottes Wegführung, dass der gebürtige Iraner Yousef Moshashai in die Gemeinde kam. Er lebt seit über 30 Jahren in Deutschland und engagierte sich ehrenamtlich. Bald wurde eine Bibelstunde auf Farsi angeboten. Yousef Moshashai begleitete Beratungsgespräche und Begegnungen mit Farsi sprechenden Menschen. Die Gemeinde richtete ein sonntägliches Abholtaxi ein, so kamen Geflüchtete in die Gottesdienste. Die Predigt wurde in den Kernaussagen in Farsi übersetzt. Die Gäste waren offen für das, was sie über den christlichen Glauben hörten. Für die Gemeinde ist es heute immer noch ein Grund zum Staunen: Viele kamen zum Glauben an Jesus Christus und ließen sich taufen.

In einem Festgottesdienst dankte die Gemeinde Gott und den iranisch- und afghanisch-stämmigen Geschwistern für das, was sie in diesen Jahren erfahren hat. Gespannt hörten die Gäste in einer Interviewrunde, wie es den anderen geht. Eine Familie ist jetzt Hausmeistersfamilie in der EmK Konstanz. Ein junger Mann berichtete begeistert von der Bibelsafari, die in der EmK Göppingen angeboten wird. Andere vom EmK-Bezirk Nürtingen erzählten, was für eine Hilfe die Menschen in den Gemeinden sind. Wieder andere berichteten über ihre Sorgen, weil ihnen trotz ihrem Übertritt zum christlichen Glauben die Abschiebung droht.

Trotzdem gehen sie weiter ihren Weg als Christinnen und Christen und sind in ihrer ansteckenden Freude manchen deutschen Gemeindegliedern zum Vorbild geworden.

Foto: privat
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 25/2017

Über alle Unterschiede hinweg die Einheit fördern

Mi, 12/06/2017 - 14:20

Mary Ann Swensons Herz schlägt für die Ökumene. Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) lebt nach dem Ende ihrer Dienstpflicht in Pasadena im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Auch im Ruhestand ist ihre ökumenische Leidenschaft ungebrochen.

Erfahrungen großer ökumenischer Gastfreundschaft

Jüngst hat der im schweizerischen Genf beheimatete Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ein zwölfminütiges Video veröffentlicht, in dem die EmK-Bischöfin über die sie prägenden ökumenischen Erfahrungen berichtet. So habe sie bereits »als kleines Mädchen in Mississippi« durch Kontakte mit römisch-katholischen sowie griechisch-orthodoxen Mitschülerinnen »etwas über meine Schwestern und Brüder in der Ökumene gelernt«. Ein »Moment großer ökumenischer Gastfreundschaft« sei für sie als junge Pastorin gewesen, als sie zusammen mit einem römisch-katholischen Priester am Karfreitag in dessen Gemeinde den Kreuzweg habe leiten dürfen.

Methodisten können gut ermutigen

Als eine ihrer Aufgaben im ÖRK sehe sie, das beizutragen, »was wir als Methodisten gut können«. Die Chance der Ökumene sei nämlich, dass die Kirchen sich nicht zu sehr auf ihre eigenen Probleme fokussierten. Sie sollten sich auch nicht darauf reduzieren sich »mit der Sünde auseinanderzusetzen, die jeder unserer Konfessionen innewohnt«. Dabei könnten die Methodisten helfen und »andere Gruppen, die das nicht so gut können, ermutigen, sich selbst in anderem Licht zu betrachten und sich für ihr eigenes Tun davon inspirieren zu lassen«. Damit bringt die agile Ruhestandsbischöfin zum Ausdruck, was ihr so sehr am Herzen liegt: sich über alle Unterschiede hinweg für die Einheit einzusetzen.

Genf: Drehscheibe der Ökumene

Als stellvertretende Vorsitzende des Zentralausschusses des ÖRK ist Swenson im Zentrum der weltweiten ökumenischen Bewegung aktiv. In dieser Funktion ist sie auch Mitglied des Exekutivausschusses des ÖRK. Das ebenfalls am Sitz des Ökumenischen Rates beheimatete Ökumenische Zentrum ist auch Standort verschiedener anderer kirchlicher und ökumenischer Organisationen, z. B. des Lutherischen Weltbundes (LWB), des Christlichen Studentenweltbundes (WSCF), des ACT-Bündnisses (ACT Alliance, Netzwerk für humanitäre Arbeit und Entwicklungshilfe) und des Ökumenischen Darlehensfonds (ECLOF).

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
ÖRK-Meldung (deutsch)
Video des Interviews (englisch)
Biografie von Bischöfin Mary Ann Swenson (englisch)
Homepage des ÖRK

Foto: Bildschirmfoto des Interview-Videos © ÖRK

Ermutigung für Gemeinden, die ihre Zukunft suchen

Mo, 12/04/2017 - 06:52

»Ein stattliches Bauprojekt, mit dem die freikirchliche Glaubensgemeinschaft ein Zeichen in der Ebersbacher Stadtmitte setzen will.« So schrieb die Zeitung der Region beim Baubeginn vor zwei Jahren über das entstehende Gebäude des Gemeindebezirks »Unteres Filstal« der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Am gestrigen 1. Advent war die Einweihung. Nach mehr als zwei Jahren Vorplanungen und weiteren zwei Jahren Bauzeit freut sich die aus den früheren Gemeinden Uhingen und Ebersbach vereinigte Bezirksgemeinde über ihr neues Domizil, das den Namen »Credo« trägt.

»Jetzt braucht es Erwartung«

Siegfried Reissing, der zuständige Superintendent, betonte das Ziel dieses Kirchenneubaus: »Menschen sollen in die neue Kirche kommen, die bislang keine kirchliche Heimat haben.« Am Anfang habe die Erfahrung gestanden, dass die vorherigen Räumlichkeiten zu klein geworden seien. Die Idee und dann der Beschluss, für mehrere Millionen Euro in Zusammenarbeit von Stadt und EmK, eine Kirche mit Veranstaltungszentrum für die Stadt sowie Wohnungen und Gewerberäumlichkeiten zu bauen, sei dann aber doch eine große Vision gewesen. Die Einweihung am 1. Advent sei daher ein gut gewählter Termin, denn, so der Superintendent, »Advent ist die Zeit der Erwartung, und die braucht es jetzt«, damit »das Eigentliche geschehen kann: dass Gott Menschen hierher führt«.

Einen Akzent in der Stadt setzen

Das im Zentrum der 15.000-Einwohner-Stadt Ebersbach an der Fils in der Nähe von Stuttgart gelegene neue Gemeindezentrum wurde in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt entwickelt. »Wir wollten nicht nur größere Räumlichkeiten für unsere an Kapazitätsgrenzen stoßende Gemeinde schaffen«, erklärt Holger Panteleit. Die Gemeinde wollte damit auch »einen Akzent in die Stadt hinein setzen«. Deshalb, so der seit drei Jahren für die Gemeinde zuständige Pastor, sei der neue Versammlungssaal mit Bühne, moderner Veranstaltungstechnik und ergänzenden Details bewusst so konzipiert worden, dass dort auch Konzerte, Vorträge oder andere nichtkirchliche Veranstaltungen stattfinden könnten. Die Kommune sei von Anfang an sehr daran interessiert gewesen. Zwar könne die Kirche mit ihrem Gemeindesaal die Lücke einer fehlenden Stadthalle nicht schließen, aber »wir werden unser Haus so offen und einladend wie möglich gestalten«, beschreibt der Pastor die vor der Gemeinde und der Stadt liegenden künftigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Dezente, aber nachhaltige Botschaft

Der vom Architekturbüro Eppler und Bühler aus dem baden-württembergischen Meßstetten geplante Bau wird an der Außenfassade den für eine Kirchengemeinde ungewöhnlichen Namen »Credo« tragen. Dieses Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt »Ich glaube«. Außerdem ist es der Begriff, der auch das Apostolische Glaubensbekenntnis bezeichnet. Damit dokumentiert die EmK-Gemeinde dezent, aber nachhaltig die kirchliche Dimension ihres Auftrags und des Gebäudes. Mit dem Aufbau eines professionellen Veranstaltungsmanagements reagiert die Gemeinde bereits auf die erweiterte Nutzung des Gebäudes als Veranstaltungsort durch externe Interessenten. Der Gemeindepastor ist sehr darauf gespannt, wie das angenommen wird: »Wir sind zwar eine offene Gemeinde, aber das hat nochmals eine andere Dimension.«

Vorbild für andere

Mit ihrem neuen Gebäude investiere die Gemeinde in die Zukunft einer lebendigen Gemeinschaft, betonte Landrat Edgar Wolff. In seinem Grußwort ermutigte er die Gemeinde, »Glaubensvermittlung und Sinnstiftung anzubieten in einer Zeit, die von Wettbewerbsdruck und Wandel der Werte gekennzeichnet ist«. Die Menschen hätten Sehnsucht danach, verstanden zu werden und suchten in Sorgen und Ängsten nach Orientierung. Dafür biete sich die in der Mitte der Stadt liegende Gemeinde als Ort der Begegnung an. Mit dem auf den Glauben und das Glaubensbekenntnis hinweisenden Namen »Credo« habe die Gemeinde dafür auch ein deutliches Zeichen nach außen gesetzt.

Die EmK-Gemeinde »Unteres Filstal« setze mit ihrem neuen Kirchengebäude »ein ganz starkes Signal in unserer Kirche«, erklärte Martin Schneidemesser im Namen der umliegenden Gemeinden und der Süddeutschen Konferenz der EmK. Er würdigte die Überlegungen, die zu diesem neuen Gebäudekonzept geführt hätten. In Zeiten des Wandels und des Rückgangs kirchlicher Arbeit, seien »Gemeinden, die sich neu ausrichten und einen neuen Standort wählen, ein Hoffnungszeichen für andere Gemeinden, die ihre Zukunft noch suchen«. Wer das so vorbildlich angehe und löse wie die Ebersbacher Gemeinde, »wird Vorbild für andere«, ist Schneidemesser überzeugt.

Für die in der Ökumene verbundenen Kirchen in Ebersbach überreichte Urban Dreher, Pfarrer der römisch-katholischen Herz-Jesu-Kirche, als Geschenk einen großen Herrnhuter Stern. Das Licht dieses Sterns solle ein »Zeichen der Zuversicht« sein. In einer Zeit großer gesellschaftlicher Verunsicherung sei der aus dem Glauben erwachsende Optimismus so ein Zeichen. Er sei »dankbar für alle, die dieses Zeichen mit Leben erfüllen«.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
www.emk-unteresfilstal.de

Fotos: © Klaus Ulrich Ruof, EmK Öffentlichkeitsarbeit

Adventliche Impulse in Deutsch und Englisch

Sa, 12/02/2017 - 05:50

Das Andachtsheft der beiden Partnerkonferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) aus dem US-amerikanischen West-Pennsylvania und Ostdeutschland liegt vor. Vom 1. Advent am morgigen Sonntag (3. Dezember) bis zum Neujahrstag 2018 gibt es für jeden Tag eine Andacht in Englisch und Deutsch, die heruntergeladen und kopiert werden kann.

Dieses zweisprachige »Andachtsprojekt« ist Teil der Partnerschaft, die seit 1988 zwischen der Ostdeutschen Konferenz und der West-Pennsylvania Konferenz besteht. Die Andachten sind von Laien und Geistlichen der beiden Konferenzen geschrieben und in die jeweils andere Sprache übersetzt. Aus der Ostdeutschen Konferenz haben 14 Personen mitgewirkt. Bischof Harald Rückert macht den Auftakt mit einer Andacht zum 1. Advent.

Die Partnerschaft der beiden Konferenzen wurde von den damaligen Bischöfen George Bashore und Rüdiger Minor vereinbart. Die erste Zeit war noch von der Trennung zwischen West und Ost geprägt, bevor die Öffnung der Berliner Mauer alles veränderte. Seither kam es zu zahlreichen Begegnungen von Musikgruppen, Arbeitsteams, Jugend- und Gemeindegruppen beider Konferenzen. Außerdem reisten gemeinsame Freiwilligenteams für Projekteinsätze nach Russland und Lateinamerika. So war jüngst ein gemeinsames Team an einem Wiederaufforstungsprojekt in Nicaragua beteiligt. Im Oktober tourten »Die Schmetterlinge«, der Kinderchor der Ostdeutschen Konferenz, mit 50 Personen durch West-Pennsylvania und hatten Konzertauftritte und Besuche in Gemeinden der West-Pennsylvania Konferenz.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Adventsandachten
Homepage der West-Pennsylvania Konferenz
Homepage der Ostdeutschen Konferenz

Foto: pixabay.de

»Die Welt mit Gottes Augen sehen«

Fr, 12/01/2017 - 14:15

Bei ihrer Mitgliederversammlung hat die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ihre zwölf Mitglieder und drei Gastmitglieder aufgerufen, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) durch konkrete Schritte zu unterstützen. Die von 193 Staaten bei der UN-Generalversammlung 2015 beschlossenen 17 Ziele sollen unter anderem dazu führen, die Armut zu bekämpfen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Gefordert werden unter anderem: »Gesundheit für alle«, »Bildung für alle« sowie »bezahlbare und saubere Energie für alle«. Dazu müsse sich auch das Konsumverhalten und der Lebensstil in den Industrie- und Schwellenländern ändern.

Das Wohlergehen der Menschen im Blick haben

In der am 30. November veröffentlichten Erklärung der VEF heißt es: »Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen.« Dazu gehöre neben der Einladung zum Glauben an Jesus Christus auch die Sorge um die Welt. Es gehe darum, »das Wohlergehen der Menschen ganzheitlich im Blick zu haben«, erklärt der VEF-Präsident und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Christoph Stiba, das Papier.

Partnerschaft mit »Micha Deutschland«

Um das zu erreichen, ist die freikirchliche Vereinigung eine Partnerschaft mit dem deutschen Zweig der weltweit tätigen »Micha-Initiative« eingegangen. Diese engagiert sich gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit. Bei der VEF-Mitgliederversammlung im nordhessischen Fuldatal sagte die Micha-Deutschland-Koordinatorin, Stefanie Linner (Berlin), dass sich rund 3.150 Bibelstellen mit den Themen Gerechtigkeit und Armut beschäftigten: »Diese Stellen bilden einen durchgehenden Faden durch die Bibel.« Der Beauftragte der evangelischen Freikirchen am Sitz der Bundesregierung, der baptistische Pastor Peter Jörgensen (Berlin), ergänzte: »Jesus selbst hatte ein von großer Liebe geprägtes Interesse an seinen Mitmenschen. Diesem Vorbild folgen wir.« Micha Deutschland vermittle diese Anliegen ohne moralisch erhobenen Zeigefinger. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland, Pastorin Doris Hege (Frankfurt am Main), sagte, es gehe bei den Nachhaltigkeitszielen im Kern darum, »die Welt mit Gottes Augen zu sehen«.

Bildungsangebote und Gottesdienstimpulse geplant

Die Freikirchenvereinigung ermuntert ihre Mitglieder dazu, die Nachhaltigkeitsziele in ihren jeweiligen Publikationen bekannt zu machen, in Bildungsangeboten aufzugreifen und in den Jugendwerken zu thematisieren. Außerdem sollen den Gemeinden Gottesdienstimpulse zu den Nachhaltigkeitszielen angeboten werden.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Die 17 Nachhaltigkeitsziele
Die Micha-Initiative Deutschland

Zur Information

Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
Die VEF wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.
www.vef.de

Grafik: © VEF

Friede mitten im Getümmel

Fr, 12/01/2017 - 09:10

Zwischen Kindergeplapper, Plätzchenduft und Trompetenklängen versucht Sandra Zieboll, ihre Großfamilie besinnlich durch den Advent zu führen. Ihr Mann, Matthias, organisiert als Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) das Gemeindeleben des Bezirks Oberlausitz ganz im Osten Deutschlands an der Grenze zu Polen und Tschechien. Dazu kommen noch verschiedene ehren- oder nebenamtliche Aufgaben. Die unkonventionellen Gottesdienste des EmK-Pastors gehören im Advent auch in Bautzen und Görlitz zu den Highlights. Er ist eben kein ganz normaler Pastor.

Fetzig bis unters Dach

Bei Ziebolls ist die Adventszeit mit ihren sieben Kindern im Haus immer ein Superlativ. Die Kinder spielen Theater, Trompete sowie Fußball. Neben eigenen Auftritten sind außerdem bis zu 20 Weihnachtsfeiern zu absolvieren. Für Mama Sandra heißt das: Plätzchen backen wie am Fließband, viel basteln und organisieren. Mit dem Nesthäkchen Lotte immer in Reichweite macht sie das mit Herzblut und ganz viel Glitzer. Den mag auch die vierjährige Nele besonders. Ihr neunjähriger Bruder Gustav interessiert sich hingegen für Modelleisenbahnen. Der lebhafte Max spielt nicht nur Trompete, sondern auch gemeinsam mit seinem Bruder Leon Fußball. Lilly ist gerade 15 und das heißt: ein Hauch von Chaos und die Stimmungen schwanken. Der 17-jährige Mark, der älteste der Geschwister, kommt inzwischen nur noch am Wochenende nach Hause, denn er lernt Koch in Berlin. Doch auch er möchte in der Adventszeit möglichst oft daheim bei seiner wuseligen Familie sein. 

Großfamilie für Fernsehdreh im Adventstrubel gesucht

Am 2. Dezember startet die vierteilige Fernsehreihe mit Ziebolls in der Hauptrolle im Samstagabendprogramm des MDR-Fernsehens. An jedem der vier Adventssamstage werden unter dem Titel »Adventsgeflüster« Eindrücke und adventliche Stimmung und adventlicher Lebensalltag aus dem Leben einer Großfamilie vermittelt. Aufmerksam wurde das MDR-Fernsehen auf die ungewöhnliche Großfamilie durch einen Artikel der Lokalzeitung. In der Leipziger Fernsehredaktion löste dieser sofort Überlegungen für einen »Dreh« aus. Es habe dann aber noch über ein Jahr gedauert, bis aus den Überlegungen ein Drehbuch für die Adventszeit 2017 wurde, erzählt der 39-jährige gelernte Erzieher und Diakon. »Seit Ende Oktober und noch bis zum zweiten Adventswochenende sind die Fernsehleute mit uns unterwegs«, erklärt er am Telefon. Der Inhalt der Sendung sei gute Unterhaltung, aber eine angemessene Wertevermittlung sei durchaus gewollt.

Stress, Abenteuer und Genuss

Die Dreharbeiten mit bis zu fünf weiteren Personen im Haushalt seien zwar stressig, »aber positiver Stress«. Wie aufwändig solche Dreharbeiten sind, wurde der Großfamilie erst während der Dreharbeiten bewusst. Für zehn Minuten Sendezeit würden rund 100 Drehminuten Film benötigt. Das bedeute, dass an rund 20 Drehtagen bis zu zehn Stunden am Tag gedreht werde. Eigenartig, so Zieboll, seien die Filmmomente, in denen im Alltag etwas schiefgeht. »Ich hoffe, dass das ehrlich und entlastend rüberkommt«, erklärt er und ist selbst etwas gespannt, was der Sender aus solchen Szenen macht. Auf den zusätzlichen Aufwand durch die Dreharbeiten angesprochen, sagt der Familienvater: »Für die Kinder ist es natürlich ein Abenteuer, und wir versuchen es miteinander zu genießen. So was hast du nur einmal im Leben!«

Die Autoren
Alfred Mignon ist Pastor der EmK und liest und schreibt im Ruhestand aus Wuppertal. Kontakt: alfred.mignon(at)emk.de. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.mdr.de/tv/programm/sendung766282
www.sz-online.de/sachsen/pastors-grossfamilie

Zur Information
Die Sendedaten: 2., 9., 16. und 23.12.2017 – jeweils 19.50 bis 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.

Foto: © MDR/Mia Media/Stefan Hoge

Die singende »Tafel«

Mi, 11/29/2017 - 15:20

An und für sich ist so ein Treffen ja nichts Besonderes, denn viele Gemeinden haben einen Chor, der regelmäßig übt und singt. Doch die Menschen, die hier zusammenkommen, gehören gar nicht zur Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Sie kommen dorthin, um über die »Zwickauer Tafel« mit Lebensmitteln versorgt zu werden. Ein paar ehrenamtliche Helferinnen der EmK-Gemeinde und aus der näheren Umgebung öffnen die Räume ihrer Kreuzkirche schon lange vor der Essensausgabe und heißen die Gäste willkommen. Die meisten von denen, die schon längst vor der Essensausgabe ankommen, sind nicht nur wegen des geheizten Raumes oder der Tasse Kaffee hier. Sie haben entdeckt: Singen macht Freude. Singen verbindet. So ist unter Anleitung von Pastor Lutz Brückner der »Freitags-Chor« entstanden, der wöchentlich probt.

Ein gewisser Anspruch muss schon sein

Natürlich geht es dabei nicht um musikalische Perfektion, aber einen gewissen Anspruch bringen die Leute von selbst mit. Miteinander freuen sie sich über jeden kleinen Fortschritt, der zu hören ist. Auch einige Auftritte hatten die Chormitglieder schon: so im Gottesdienst der EmK bei der Vorstellung der Abschlussgruppe des Kirchlichen Unterrichts und beim Sommerfest der »Tafel«-Besucher, zu dem auch die Gemeinde eingeladen war. Der jüngste Auftritt war beim Erntedankfest, und der nächste ist zum Krippenspiel am Heiligabend geplant.

Sich selbst etwas zutrauen

Natürlich wird nicht nur gesungen – bei einer Tasse Kaffee wird viel gelacht. Man kommt miteinander ins Gespräch, erfährt vom Ergehen der anderen und wächst so mehr und mehr zu einer Gemeinschaft zusammen. Die Chormitglieder denken aneinander, wenn jemand Geburtstag feiert oder eine schwierige Situation durchlebt. Sie freuen sich gemeinsam oder trösten sich gegenseitig. Beeindruckend ist, dass diese Menschen, die sonst eher an den Rand gedrängt oder verächtlich behandelt werden, nicht ihren Kopf in den Sand stecken. Sie haben Freude daran entwickelt, sich etwas zuzutrauen und sich einzubringen. Das ist auch das Anliegen von Pastor Lutz Brückner, ihrem Anleiter. Der ist davon überzeugt, dass in seinen Sängerinnen und Sängern mehr steckt, als sie selber glauben. Ihm ist es wichtig, dass denen, die hier zusammen kommen, das entgegengebracht wird, was sie so oft in ihrem Alltag vermissen: Wertschätzung.

»Ich hatte kein Selbstwertgefühl mehr«

Eine Sängerin drückte ihre Gedanken und Gefühle folgendermaßen aus: »Es ist manchmal nicht leicht, zu beschreiben, warum man etwas gerne oder gerade jetzt tut. Vielerlei Gründe führen dazu, sich in die unendliche Welt des Grübelns zu begeben. Entscheidungen fallen sehr schwer und man muss am Ende feststellen, dass man ohne Hilfe aus diesem Loch nicht heraus kommt. Steine müssen erst aus dem Weg geräumt werden. Warum ich gern im Chor mitsinge? Spontan kann ich diese Frage gar nicht gleich beantworten. Aber eins steht fest: Es gibt Menschen, die bereit sind, mit Worten oder Gesten einem anderen zu helfen, sich aus dem Loch, aus diesem Tief zu befreien. Auch bei mir war das so. Ich habe in einem sehr tiefen mentalen Loch gesteckt und hatte kein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl mehr. Da haben mich andere Menschen daran erinnert, dass ich früher sehr viel Freude am Singen hatte. Durch diese Erinnerung habe ich Mut geschöpft und bin der Einladung zur Gründung unseres Freitags-Chors gefolgt. Hier lerne ich mich wieder selbst kennen und schätzen. Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum ich Freude an dieser Freizeitgestaltung habe: Ich werde in diesem Chor als Mensch unter Menschen akzeptiert und nicht verachtet, nur weil ich Sozialhilfe empfange. Ich komme mit Menschen in Kontakt und habe die Erfahrung gemacht, dass es nach jedem Tunnel auch wieder hell wird.«

Autoren
Die Chormitglieder des »Freitags-Chors« haben diesen Text zusammen mit Pastor Lutz Brückner erstellt. Kontakt: lutz.brueckner(at)emk.de.

Gott als Lückenbüßer?

Di, 11/28/2017 - 11:37

Mitte November (17. bis 19. November) beschäftigte sich der Arbeitskreis Naturwissenschaft und Glaube bei einer Veranstaltung in Köln mit dem Thema »Wie wird Gott wirksam in einer von Naturwissenschaften dominierten Welt?« Dabei wurden verschiedene Vorstellungen vom Wirken Gottes beleuchtet; auch solche, die mit dem Wundersamen und Wunderbaren verbunden sind.

Wissenschaft und Theologie im Gespräch

Im öffentlichen Vortragsteil der Veranstaltung kamen zwei Fachleute zu Wort, die sich aus wissenschaftlicher und theologischer Sicht dem Thema stellten. Josef Honerkamp, emeritierter Professor für Theoretische Physik an der Universität Freiburg, kam als renommierter Vertreter der modernen Naturwissenschaften zu Wort. Als Forscher auf dem Gebiet der theoretischen Physik, Blogger und Verfasser von Sachbüchern zu Themen an den Grenzen der Physik stellte er sich der Frage nach »Wirkung und Regelhaftigkeit« aus naturwissenschaftlicher Sicht. Wolfgang Schoberth, Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, suchte den Zugang zu den Begriffen »Wirkung« und »Wirksamkeit« von der biblischen Seite her. Er zeigte die Bandbreite möglicher Denk- und Glaubensweisen auf.

Die Wissenschaftssprache beeinflusst auch Christen

Im Seminar konnten die aus verschiedenen Umfeldern stammenden Teilnehmer ihre Standpunkte darlegen und im Gespräch weiterentwickeln. Dabei kristallisierte sich der Aspekt der »gottgewollten Regelhaftigkeit der Welt« heraus. Diese Regelhaftigkeit lasse sich erkunden und nutzen, wenn man die Beziehungen zwischen Ursache und Wirkung erforscht und verstanden hat und dieses Wissen dann anwendet. Die Naturwissenschaften hätten außerordentlich viel geleistet, diese Regeln zu erkunden und nutzbar zu machen. Kritisch zu betrachten sei, dass daraufhin die wissenschaftlichen Begrifflichkeiten in die Gesellschaft ohne ausreichende Deutung eingedrungen und teilweise missverstanden worden seien. Sie beeinflussten die Gedankenwelt auch solcher Menschen, die nicht direkt im wissenschaftlichen Umfeld beheimatet sind. Erstaunlicherweise treffe das auch auf christlich geprägte Milieus zu. Gerade dort sei oft gar nicht bewusst, dass Denkansätze aus der Naturwissenschaft falsch aufgegriffen werden. Das Prinzip von Ursache und Wirkung werde dann vereinfacht von der Ebene der Natur auf die Ebene des Glaubens übertragen. »Wie wirkt Gott?« werde dann als Frage einer von Gott angestoßenen oder unterbrochenen Ursache-Wirkungs-Kette verstanden. Nach dieser Vorstellung würde Gott eingreifen, indem er selbst zu einem Glied der Ursache-Wirkungs-Kette wird. Damit würde er zum Ersatz für einen fehlenden innerweltlichen Vorgang. Gott würde somit in der entstehenden Lücke »tätig« werden und diese schließen.

Atheismus als Alternative für verzerrte Glaubensvorstellungen

Solche vermeintlichen »Erkenntnisse« träten in Konkurrenz zu naturwissenschaftlichen Vorgehensweisen und deren Ergebnissen. Im Extremfall führe das dazu, dass auf breiten Konsens und Schlüssigkeit angelegte naturwissenschaftliche Erkenntnisprozesse ausgeblendet und durch ein oberflächliches Wirklichkeitsverständnis ersetzt würden. Übrig bliebe dann nur noch ein inhaltlich ausgedünntes Rinnsal von Ideen über einen »Lückenbüßergott«. Nur durch großen emotionalen Aufwand, Druck innerhalb einer Gruppe und Abgrenzung gegen Andersdenkende ließen sich solche Positionen am Leben halten. Derartigen Vorstellungen und dem Erscheinungsbild solcher Gemeinschaften gegenüber erschienen atheistische Ideen durchaus attraktiv, wenn nicht sogar als notwendige Alternative.

Gottes Wirken in der beobachtbaren Wirklichkeit

Eine schlüssige und überprüfbare Argumentation mit einem Lückenbüßergott könne nicht gelingen. Stattdessen müsse danach gesucht werden, was mit biblischen Texten gemeint sei und was von Christen früher gelebt, erlebt und verstanden wurde. Gott könne mit diesem Denkansatz gerade »in« Vorgängen gesehen werden, die dem natürlichen Gang der Dinge entsprechen, die aber für den Christen eine besondere Bedeutung erlangen. Wirksamkeit Gottes steht dann nicht im Widerspruch zur beobachtbaren Wirklichkeit.

Der Autor
Dr. Klaus Bratengeier ist stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung für Medizinphysik in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Würzburg. Er gehört zum EmK-Gemeindebezirk Schweinfurt-Würzburg und ist Laienmitglied der Süddeutschen Jährlichen Konferenz der EmK. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
EmK-Arbeitskreis »Naturwissenschaft und Glaube«

Foto: © Heiko Müller

»Migration kann Segen sein«

Sa, 11/25/2017 - 06:11

Erstmalig sollen Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) von Manila, München, Monrovia bis Minneapolis und vielen anderen Orten dieser Welt am selben Sonntag für die Flüchtlingsarbeit der EmK beten. Am 3. Dezember, dem ersten Adventssonntag, ist es soweit. An diesem Tag findet der Welt-Migrationssonntag (Global Migration Sunday) statt.

Migrationsbewegungen fordern heraus

Dieser Sonntag trägt den Begriff »Migration« im Namen, legt aber das Augenmerk vor allem auf Vertriebene, Flüchtlinge und Verfolgte. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) beziffert die Anzahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, mit rund 66 Millionen. »Die Fakten sind erschütternd«, sagt Thomas Kemper, der Generalsekretär des internationalen Missions- und Hilfswerks der EmK. »Es gibt heute mehr Flüchtlinge auf der Welt, mehr als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.« Kemper verwendet den Begriff »Flüchtling« in einem allgemeinen Sinn: »Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat wegen Krieg, Gewalt, Seuche, Verfolgung, wirtschaftlicher Unterdrückung oder Naturkatastrophen zu verlassen«. Die dadurch verursachten Migrationsbewegungen bringen laut Kemper Herausforderungen, Ungerechtigkeiten und Gefahren mit sich. »Aber«, so Kemper weiter, »Migration kann auch ein Segen sein«.

Flucht rettete das Leben des »Jesuskindes«

Die Entscheidung, aus ihrer Heimat zu fliehen, sei für viele Menschen »der letzte Ausweg, um leben zu können«, erklärt Bischof Bruce R. Ough in einem Schreiben zum EmK-Welt-Migrationssonntag. Der Präsident des internationalen Bischofsrats der EmK erinnert dabei auch an Maria und Josef, »die ihr Leben und vor allem das des Jesuskindes zu retten suchten, indem sie nach Afrika flohen«. Damit hatten sie dem Zorn des Königs Herodes entkommen wollen, der sich durch Jesu Geburt bedroht sah und ein Kindermassaker befahl, wie es im Matthäusevangelium berichtet wird (Kapitel 2,13-14).

EmK-Flüchtlingshilfe in Europa und weltweit

Viele EmK-Gemeinden im deutschsprachigen Raum wie auch in anderen Ländern Europas und besonders methodistische Gemeinden in Italien kümmern sich um Flüchtlinge und tragen so zur Linderung von Not und zur Integration bei. Das internationale Katastrophenhilfswerk der EmK (UMCOR) steht Flüchtlingen in vielen Teilen der Welt zur Seite, etwa im Nahen Osten, in Mittelamerika oder auf den Philippinen. Der Welt-Migrationssonntag der EmK soll in der weltweiten EmK ein gemeinsames Bewusstsein für diese wichtige Aufgabe in vielen Ländern fördern. Die Gemeinden in Deutschland sind eingeladen sich im Rahmen des Gottesdienstes am 1. Advent mit einem gemeinsamen Gebet und in Anlehnung an einen liturgischen Vorschlag in diese weltweite Aktion einzubringen. In Deutschland kommen Spenden dem Flüchtlingsfonds der EmK-Weltmission zugute.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Brief des Bischofsrates
Gebet für Erleuchtung (deutsch)
Prayer for Illumination (english)
www.emk.de/kirche/emksagtwillkommen/

Zur Information
Fonds für Flüchtlingshilfe der EmK-Weltmission:
www.emkweltmission.de/katastrophenhilfe/fonds-fuer-fluechtlingshilfe.html
EmK-Weltmission/Katastrophenhilfe
IBAN: DE65 5206 0410 0000 4017 73, BIC: GENODEF1EK1

Materialien für Gottesdienst und Gemeindearbeit
Liturgievorschlag mit Gebet
Powerpoint-Folien (Format 4:3)
Powerpoint-Folien (Format 16:9)
Video: youtu.be/t7nV0_iVXaw (englisch; im Deutschen einsetzbar)
Video: youtu.be/4VCueY_pFy4 (englisch; im Deutschen einsetzbar)

Grafik: umcmigration.org

Mitten in der Trauer Hoffnung haben

Mi, 11/22/2017 - 06:57

Anfang November nahm ich zum zweiten Mal an einer Tagung des Bischofsrates teil. Zur intensiven inhaltlichen Arbeit gehören tägliche Gottesdienste. Der »Memorial Service« ist dabei ein festlicher Höhepunkt. In ihm gedenken wir der Menschen, die seit dem letzten Zusammensein des Bischofsrates verstorben sind: »In liebendem Gedenken und erfüllt mit Dankbarkeit gegenüber Gott, feiern wir das Lebenszeugnis dieser Nachfolger und Nachfolgerinnen Jesu Christi.« Unter dieser Überschrift werden die Lebens- und Glaubensgeschichten der Verstorbenen vorgetragen. In einer bewegenden Rede wurde diesmal auch Leben und Dienst des im Sommer verstorbenen Bischofs i. R. Dr. Rüdiger Minor gewürdigt.

In der Trauer die Auferstehung feiern

Gedächtnisgottesdienst – zunächst klingt dies nach einer schweren, vielleicht sogar düsteren Veranstaltung. Keine Frage: Es gab Raum zum Trauern, Tränen sind geflossen und Wunden haben wieder angefangen zu pochen. Getragene Musik und gewichtige Worte. Zugleich waren die Gedächtnisworte voll von Lebensfreude, Humor und Anekdoten aus dem Leben und Glauben der Verstorbenen. So konnte mit tränenden Augen zugleich immer wieder geschmunzelt und an einigen Stellen befreit gelacht werden. Immer wieder war auch ein begeistertes »Halleluja! Amen!« zu hören. Schwungvolles Lob Gottes und rhythmisches Klatschen. Der Schmerz des Verlustes und die Trauer wurden nicht geleugnet, aber über all dem wurde der Sieg des Lebens, die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Gedächtnisgottesdienst – für mich ein Mut machender Gottesdienst, ein Gottesdienst der Hoffnung und der Freude!

Gemeinden geben ein Vermächtnis weiter

Im Anschluss wurden zwei oder drei gelungene Projekte der gastgebenden Konferenz vorgestellt. In diesem Jahr war ein Projekt dabei, das weder attraktiv noch werbewirksam daherkam: Es war das Projekt »Legacy Churches«. Es ging um Gemeinden, die nach dem Ausloten aller Möglichkeiten erkannt haben, dass sie zu wenig Kraft für sich allein haben und sich deshalb mit Nachbargemeinden zusammenschließen. Für den damit verbundenen Trauerprozess wurde Begleitung angeboten, um sie zu »Legacy Churches« zu machen. Sie sollen Gemeinden sein, die anderen ein Vermächtnis hinterlassen, mit dem Neues gestaltet werden kann: Geld aus Hausverkäufen, das ausdrücklich für neue Gemeinden verwendet wird; einzelne Personen, die freigesetzt werden, um anderswo Neuaufbrüche zu unterstützen; Arbeitskraft von Pastorinnen und Pastoren, die an einer anderer Stelle eingesetzt werden und der Kirche mit ihren Gaben besser dienen können; Gebetsunterstützung für Menschen in der seitherigen Gemeinde und für Menschen in neuen Aufbrüchen. »Legacy Churches«, Vermächtniskirchen – für mich ein hoffnungsvolles Projekt! Mitten im Vergehen, den Keim für neuen Lebens entdecken. Mitten im Loslassen Hoffnung und Zukunft gewinnen.

Der Autor
Harald Rückert wurde im März 2017 bei der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zum Bischof für die EmK in Deutschland gewählt. Seinen Dienstsitz hat er in Frankfurt am Main. Kontakt: bischof(at)emk.de.

Foto: Mike DuBose, UMNS, 2017
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 24/2017

Glauben lernen in der Muttersprache

Di, 11/21/2017 - 15:17

Seit etwa zweieinhalb Jahren findet auf Einladung der EmK-Gemeinde in Wetzlar einmal in der Woche eine Bibelstunde auf Farsi statt. Geleitet wird sie von Bayat Egli, dem Pastor einer iranischen Gemeinde in Gießen. In der Bibelstunde kommen zwischen zwölf und 25 Personen zusammen, die Meisten davon aus dem Iran, einige aus Afghanistan. Die Meisten von ihnen sind erst vor wenigen Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Dem Kreis haben sich aber auch Iraner angeschlossen, die schon einige Jahre in Deutschland leben und hier heimisch geworden sind.

Neugierig auf den christlichen Glauben

Die Lebensgeschichten der Teilnehmer sind sehr unterschiedlich. Fast alle sind als Muslime geboren und aufgewachsen. Sie galten als Muslime bis vor wenigen Monaten. Aber zu diesem Glauben hatten sie keine innere feste Bindung aufbauen können. Andere hatten bereits in ihrer Heimat Kontakt zu christlichen Gemeinden gehabt. Eines haben alle gemeinsam: Sie alle sind neugierig auf den christlichen Glauben. Nach einer Einführung in einen biblischen Text geht die Gruppe in der Bibelstunde den Text gemeinsam durch. Dabei werden Fragen aufgeworfen und Antworten gesucht. Im Bibelgespräch ergeben sich immer wieder interessante Diskussionen – herausfordernd und bereichernd zugleich, erklärt die Homepage der Gemeinde. Außerdem bleibt viel Raum für persönliche Anliegen. Die Gespräche können bei dem Angebot der »Offenen Kirche«, das im Anschluss stattfindet, fortgeführt und vertieft werden. Das Sprechen über den Glauben in der Muttersprache ist deswegen besonders wichtig, weil es viele Missverständnisse gibt, wenn man die Kultur der Migranten nicht versteht und ihren bisherigen muslimischen Glauben. Gerade bei den ehrlichen und suchenden Menschen ist es wichtig, ihre Beweggründe nachzuempfinden und ihnen die richtigen Antworten auf ihre Fragen zu geben.

Die Muttersprache ist eine Brücke

»Seit ich hier in meiner Sprache das Wort Gottes kennengelernt habe, konnte ich im Glauben wachsen und eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus aufbauen. « So berichtet der Iraner Farhad über die Bibelstunde. »Inzwischen bin ich auch in der EmK getauft. Ich habe noch viele Fragen zur Bibel und hier kann ich sie stellen und bekomme Antworten, die mir weiterhelfen.« Einige von den Besuchern der Bibelstunde kommen auch sonntags in die Gottesdienste der Gemeinden in Braunfels und in Wetzlar. Flankiert wird die Bibelstunde auf Farsi durch das Angebot »BAD – Bibellesen auf Deutsch«. Dazu gibt es noch Spieleabende, Essen und Gesprächsgruppen bei Gemeindegliedern zu Hause, um die Kontakte zu vertiefen. Patenschaften mit den Migranten sind für unsere neuen Freunde sehr wichtig. In den letzten drei Jahren wurden etwa zwölf Iraner im Gottesdienst getauft – fast alle haben über längere Zeit die Bibelstunde auf Farsi besucht. Die Pastoren Bayat Egli und Steffen Klug haben zur Vorbereitung der Taufe intensive Gespräche mit ihnen geführt. Und die Täuflinge haben zuvor viele Gottesdienste erlebt und mitgefeiert. Das Gemeindesein ist keine Einbahnstraße: Bei vielen praktischen Arbeitseinsätzen und in der WesleyScouts-Arbeit sind die Migranten mit Herz, Lebensfreude und Tatkraft in den Gemeinden dabei.

Foto: privat

Alles hat seine Zeit

Di, 11/14/2017 - 09:38

Am kommenden Montag, dem 20. November, öffnet der Weihnachtsmarkt in Bremerhaven seine Tore, so früh wie kaum ein anderer Weihnachtsmarkt. Dieser Beginn bereits in der Woche vor dem Ewigkeitssonntag rief die Gemeinden der Evangelischen Allianz in Bremerhaven auf den Plan. Auf Anregung von Christhard Elle, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), wurde eine Pressemeldung herausgegeben und eine Protestaktion mit 5.000 Postkarten angekündigt. Mit dem aufgedruckten Motto »Alles hat seine Zeit« wird darauf verwiesen, dass dem Kirchenjahr entsprechend die Woche vor dem Ewigkeitssonntag dem stillen Gedenken gewidmet ist und erst danach die Adventszeit beginnt.

Nordsee-Zeitung: Aktion, die zum Nachdenken anregt

»Seit die Pressemeldung veröffentlicht wurde, steht mein Telefon nicht mehr still«, erklärt der seit acht Jahren in Bremerhaven wirkende EmK-Pastor. Überrascht habe ihn vor allem die Rückmeldung und Unterstützung von Menschen, die mit der Kirche nicht mehr viel zu tun haben. »Wir sprechen damit offensichtlich ganz vielen Menschen, auch Nichtchristen, aus der Seele«, interpretiert Elle diese Unterstützung. Aufgrund der Pressemitteilung hatte sich auch die Nordsee-Zeitung des Themas angenommen. Im Kommentar zur Berichterstattung betont Thorsten Brockmann, Redakteur der Nordsee-Zeitung, dass der Konsum den Advent inzwischen »beherrscht«. Deshalb finde er es »wichtig und richtig, dass die Kirche uns mit ihrer Aktion zum Nachdenken anregt«. Die Vorweihnachtszeit beginne nach dem Totensonntag, »und manchmal ist sie eben kürzer und manchmal länger«. Dirk Scheider von der Bremischen Evangelischen Kirche und Pastor der »Großen Kirche« in Bremerhaven sieht das lockerer. Laut Nordsee-Zeitung genüge es ihm, dass der Totensonntag geschützt bleibe, was ein »Kernanliegen der Kirche« sei.

Rückendeckung vom Oberbürgermeister

EmK-Kollege Elle, der zur Aktion der Evangelischen Allianz auch von Radio Bremen ausführlich interviewt wurde, sieht das anders: »Wenn uns sogar die Gesellschaft in dieser Überzeugung unterstützt, sollten wir Christen nicht hinter unserer eigenen Überzeugung zurückbleiben«. Wenn Christen sich zu Wort meldeten, bleibe das nicht ungehört. »Das macht Mut, auch an anderer Stelle die Stimme zu erheben, wenn es drauf ankommt«, resümiert er die Ereignisse der letzten zehn Tage. Dafür bekam er auch vom Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz Rückendeckung, der erst in der zurückliegenden Woche nach längerer Krankheitspause an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt war. »Wenn mir dieser Termin vorgelegt worden wäre, hätte ich mich eindeutig dagegen ausgesprochen«, ließ sich der OB in der Öffentlichkeit zitieren. Den vorverlegten Beginn des Marktes finde er »nicht gut«. Er habe die städtische Tourismusförderung angewiesen, in Zukunft »sensibler mit den christlichen Traditionen umzugehen und derartige Terminkollisionen zu vermeiden«.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Interview in Radio Bremen 1

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Drei Vorschläge für die Zukunft der EmK

Sa, 11/11/2017 - 19:17

Der internationale Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) traf sich zu seiner Herbstsitzung von Montag bis Freitag (6. bis 10. November) der zurückliegenden Woche in Lake Junaluska im US-Bundesstaat North Carolina im Südosten der USA. In geschlossener Sitzung wurde die Vorlage der international besetzten Kommission »Ein Weg in die Zukunft« beraten. Die Kommission hat den Auftrag, dem Bischofsrat Vorschläge zu unterbreiten, wie in den Auseinandersetzungen über Fragen zur menschlichen Sexualität, insbesondere die Ordination Homosexueller oder die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften betreffend ein Weg gefunden werden kann, der die Einheit der weltweiten EmK trotz unterschiedlicher Sichtweisen bewahrt. Die jetzt vorgelegten Vorschläge mit drei groben Entwürfen, wie der Weg der Kirche in die Zukunft aussehen könnte, macht der Bischofsrat in Grundzügen der Öffentlichkeit zugänglich.

Drei Vorschläge mit unterschiedlichen Konsequenzen

Für die Erarbeitung der jetzt vorgelegten Entwürfe waren laut Presseerklärung des Bischofsrats die Werte Auftrag, Einheit, Freiraum und Kontextbezogenheit (»mission, unity, space and contextuality«) der kirchlichen Arbeit grundlegend. Einer der Entwürfe bestätigt den aktuellen Wortlaut der EmK-Kirchenordnung und legt großen Wert auf die zuverlässige Anwendung. Dabei sind besonders die Passagen der Kirchenordnung im Blick, die »homosexuelle Handlungsweisen als unvereinbar mit der christlichen Lehre« beschreiben und Feiern für gleichgeschlechtliche Paare untersagen. Ein weiterer Entwurf entfernt diese restriktive Sprache aus den Ordnungstexten und legt großen Wert auf die Möglichkeit, die Fragen zu Homosexualität im jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext zu betrachten. In diesem Entwurf wird ausdrücklich betont, dass niemand gegen sein Gewissen gedrängt oder verpflichtet werden könne, gleichgeschlechtliche Menschen zu trauen oder zu ordinieren. Der dritte Entwurf basiert auf einem einheitlichen Kern, der aus einer gemeinsamen Grundordnung, gemeinsam verantworteten Arbeitsbereichen sowie dem Bischofsrat besteht. Aus diesem Kern entspringen verschiedene Zweige der Kirche mit je klar definierten gemeinsamen Werten wie Verbindlichkeit, Kontextualisierung und kirchliches Rechtswesen.

In der vom Bischofsrat vorgelegten Presseerklärung wird darauf verwiesen, dass in jedem der Entwürfe Werte und Überzeugungen zu finden seien, die sich sowohl im Bischofsrat als auch in der weltweiten Kirche erkennen ließen. Ebenfalls wird betont, dass der Prozess, in dem sich die Kommission und der Bischofsrat befänden, noch nicht abgeschlossen sei und zum jetzigen Zeitpunkt weder die Kommission noch der Bischofsrat einen der Entwürfe favorisierten.

Gestärktes Vertrauen stärkt die Einheit

Harald Rückert, seit Mai dieses Jahres als Bischof der EmK in Deutschland im Amt, war »sehr beeindruckt von der Gründlichkeit und Umsicht, mit der die Kommission gearbeitet hat“. Es sei spürbar gewesen, »dass die sehr unterschiedlichen Menschen dieser Kommission durch ernsthaftes geistliches Ringen gemeinsam einen Weg in die Zukunft beschritten haben«. Die Sitzung des Bischofsrats in dieser Angelegenheit seien von Zeiten gemeinsamen Gebets sowie täglichen Gottesdiensten und ehrlichem Zuhören und Verstehenwollen bestimmt gewesen. »Vertrauen ist gestärkt worden und damit auch die Einheit«, ist Rückerts Resümee im Rückblick auf diese Tage.

Achtungsvolles Gespräch für eine hoffnungsvolle Zukunft

Für Gespräche über die drei Entwürfe bittet Sandra Steiner-Ball, Bischöfin der im Osten der USA gelegenen West-Virginia-Konferenz und Moderatorin der Kommission, um »Herzen voller Frieden und Offenheit«. Die Vorschläge seien verknüpft mit Erfahrungen und Lebensgeschichten von Menschen der Kirche. Deshalb solle »achtungsvoll« über diese Entwürfe gesprochen werden. Denn, so Steiner Ball weiter, »wenn wir uns abfällig darüber äußern, reden wir abfällig über die Erfahrung oder das Gewissen einzelner Menschen«. Der Präsident des Bischofsrats, Bischof Bruce R. Ough, bittet die Menschen in der EmK um Gebet. »Beten Sie für die Arbeit der Kommission und für die Bischöfe, Gottes Willen für die Zukunft der EmK zu erkennen«, damit es »eine hoffnungsvolle Zukunft« werde.

Nichts Böses tun, Gutes tun, in der Liebe Gottes bleiben

In einem bischöflichen Schreiben an alle Gemeinden der EmK weist der Präsident des Bischofsrats darauf hin, dass in den zurückliegenden Monaten negative Verhaltensweisen zu beobachten gewesen seien, die zu aggressiven und heftigen Ausbrüchen von Hass, Vorurteilen und Wut gegen andere eskalierten. Angesichts solcher Auswüchse bittet er darum, »unsere Differenzen mit Glaubwürdigkeit und in respektvollen Gesprächen anzusprechen, die unser Verständnis von Gott und voneinander bereichern«. Als Bischöfe und Bischöfinnen hätten sie ihre gegenseitige Verpflichtung erneuert, die Kirche in ihrer jeweiligen Region so zu führen, dass »inmitten von Uneinigkeit und Unsicherheit über unsere Zukunft als Kirche« dem wesleyanischen Motto »nichts Böses tun, Gutes tun und in der Liebe Gottes bleiben« mit Leben erfüllt werde, »um einander zu lieben, wie Christus uns geliebt hat« (Johannes 12,34).

Weitere drei Kommissionstreffen geplant

Die Weiterarbeit an den Entwürfen sieht vor, dass sowohl aus dem Bischofsrat als auch aus allen Jährlichen Konferenzen der weltweiten EmK Rückmeldungen an die Kommission erwünscht sind und aufgenommen werden. Die Kommission wird sich Anfang nächsten Jahres weitere dreimal treffen um dem im Mai 2018 tagenden Bischofsrat einen Schlussbericht mit Empfehlungen vorzulegen. Für seine endgültige Empfehlung an die Generalkonferenz ist der Bischofsrat nicht an den Kommissionsvorschlag gebunden, sondern kann Änderungen vornehmen oder selbst Alternativen vorschlagen. Die vom 23. bis 26. Februar 2019 in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri tagende außerordentliche Generalkonferenz wird sich abschließend mit dem von der Kommission erarbeiteten und vom Bischofsrat vorgelegten Vorschlag befassen und dazu eine Entscheidung treffen. Die nächste ordentliche Tagung der Generalkonferenz findet vom 5. bis 15. Mai 2020 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota im Norden der USA statt.

Neues Leitungsteam des Bischofsrats ab 2018 gewählt

Turnusgemäß hat der Bischofsrat außerdem sein Leitungsteam neu gewählt. Ab Mai nächsten Jahres wird der aktuelle Vizepräsident Kenneth H. Carter, Bischof der Florida-Konferenz, Bruce Ough als Ratspräsident ablösen. Cynthia Fierro Harvey, Bischöfin der Louisiana-Konferenz im Süden der USA, wurde als Vizepräsidentin gewählt und ist damit designierte Ratspräsidentin ab 2020. Zum Sekretär des Bischofsrats wurde Mande Muyombo, Bischof der Nord Katanga Konferenz in der Demokratischen Republik Kongo, gewählt.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Brief des Bischofsrats an die Gemeinden der EmK (PDF, englisch)
Pressemittleilung des Bischofsrats (englisch)
Homepage der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«  (englisch)

Grundlagendokumente der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«:

Foto: Heather Hahn, UMNS

Übernahmevertrag für »Juze espirito« unterzeichnet

Mo, 11/06/2017 - 13:30

Ab Januar 2018 geht die Trägerschaft des Jugendzentrums der Jugendkirche der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Karlsruhe auf die Bethanien Diakonissen-Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main über. Der Trägerschaftswechsel wurde Ende Oktober für die Evangelisch-methodistische Kirche von den Superintendenten Siegfried Reissing und Carl Hecker sowie für die Bethanien-Diakonissen-Stiftung vom kaufmännischen Vorstand Uwe Junga und dem theologischen Vorstand Lothar Elsner in Karlsruhe in der Jugendkirche »Espirito« unterzeichnet.

Der Vertrag sieht vor, dass das bisher zur Süddeutschen Konferenz der EmK gehörende und von der Jugendkirche »Espirito« im Gebäude der Karlsruher EmK-Gemeinde betriebene Jugendzentrum ab Januar kommenden Jahres von der Bethanien Diakonissen-Stiftung übernommen wird. Mit der Übernahme verpflichtet sich die Stiftung, den Hauptposten der Ausgaben, die Mitarbeiterkosten der Sozialarbeiterin sowie des Verwaltungsmitarbeiters zu übernehmen. Damit werden Ressourcen frei, die der weiteren Entwicklung der Arbeit des Jugendzentrums zugutekommen. Der laufende Haushalt des Jugendzentrums muss nach wie vor über Spenden und Fördermittel aufgebracht werden. Das mit dem Wechsel der Trägerschaft jetzt »Juze espirito« genannte Jugendzentrum tritt künftig als Kooperationspartner der Jugendkirche »Espirito« Karlsruhe auf.

Trotz des Trägerschaftswechsels bleibt die inhaltliche und personelle Verbindung zwischen Jugendkirche und Jugendzentrum erhalten. Am Jugendzentrum bleibt die Süddeutsche Konferenz beteiligt durch die Dienstzuweisung eines Pastors und die Mitverantwortung im Beirat für die konzeptionelle Entwicklung. Die Arbeit der Jugendkirche mit Freizeitarbeit, Gemeindejugendarbeit sowie den Teenager-Treffen »Wilder Süden« bleibt ganz in der Trägerschaft der Süddeutschen Konferenz. Dominic Schmidt ist als Pastor der EmK weiterhin Leiter der beiden jetzt organisatorisch getrennten Einrichtungen.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Homepage der Jugendkirche
Imagevideo der Jugendkirche

Foto: Daniel Fink, Juze espirito

Reformationstag 2017

Mo, 10/30/2017 - 07:15

Nach langen, intensiven Vorbereitungen, war das zurückliegende Jahr gefüllt mit Angeboten, die das Thema aus allen erdenklichen Perspektiven beleuchtet haben. In allen Kirchen, nicht nur in den evangelischen, war das Thema »Reformation« immer wieder präsent. Mit viel Aufwand und Einsatz wurde auch die Öffentlichkeit gesucht. Was bleibt nach diesem »Jahr 500«?

Gerechtfertigt allein aus Gnaden um Christi willen. Dieses Kernanliegen der Reformation bleibt zentral. Gottes Gnade ist der tragende Grund, auf dem unser Leben ruhen darf. Gottes Gnade rechtfertigt. Ich muss mich nicht selbst rechtfertigen, schon gar nicht auf Kosten von anderen. Ich muss mich nicht so furchtbar wichtig nehmen, schon gar nicht in Abgrenzung oder Herabwürdigung von anderen. Gottes Gnade steht über meinem Leben und unserer ganzen Welt. Unser Leben mit seinem Glück und seinen Abgründen, und die ganze Schöpfung in ihrer Schönheit und mit ihrem Grauen werden zurechtgebracht durch Gott selbst. Allein aus Gnaden um Christi willen!

»Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus« (1. Korinther 3,11). Möge dies Ausgangspunkt sein, unser persönliches Leben auch weiterhin von Christus umgestalten zu lassen. Möge dies zum Bezugspunkt werden, um unsere Gemeinden zu »reformieren«, damit sie immer besser dieser rettenden Botschaft entsprechen und sie hineintragen in unsere Zeit. Möge diese trotzige Gewissheit uns beflügeln, wenn wir uns im Namen Jesu mutig und entschieden dafür einsetzen, dass unsere Welt im Geist Jesu verändert und das Unrecht überwunden wird. — Die Reformation geht weiter, auch im »Jahr 501«!

Der Autor
Harald Rückert wurde im März 2017 bei der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zum Bischof für die EmK in Deutschland gewählt. Seinen Dienstsitz hat er in Frankfurt am Main. Kontakt: bischof(at)emk.de

Foto: Volker Kiemle, © EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Konferenz an der Grenze Europas

Sa, 10/28/2017 - 13:10

Unter dem Thema »Die Grenze leben und bezeugen« tagte Anfang Oktober eine internationale Konferenz in Palermo auf der an der Südspitze Italiens gelegenen Insel Sizilien. Über hundert Vertreter von Kirchen und ökumenischen Organisationen aus Europa und den USA berieten über die Flüchtlingskrise und gaben bei einem Besuch auf der zwischen Sizilien und Afrika gelegenen Insel Lampedusa die »Ökumenische Erklärung von Lampedusa« ab.

Mittelpunkt des Glaubens: Schutz von Flüchtlingen

Zu der von der Föderation evangelischer Kirchen in Italien ausgerichteten Konferenz waren Vertreter, der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Kirchenkommission für Migranten in Europa (KKME) in Palermo zusammengekommen. Unter ihnen befand sich Susanne Nießner-Brose, Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Bremen, als Vertreterin der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Die verabschiedete Erklärung betont, »dass der Schutz und die Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen im Mittelpunkt unseres Glaubens an Christus steht«. Flüchtlinge seien nicht Fremde, sondern Nächste, die Hilfe brauchen. Das Evangelium rufe dazu auf, die Schwachen zu schützen. Dagegen stünde die Errichtung von Grenzen, mit denen die Menschenrechte verleugnet werden, im Widerspruch zur Botschaft des Evangeliums. Die rufe dazu auf, vor Verfolgung und Gewalt Fliehende »willkommen zu heißen und zu beschützen«. Der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, stattete der Konferenz einen Besuch ab. Der erfolgreiche Bekämpfer der sizilianischen Mafia machte sich in seinem Grußwort für die freie Einreise von Migranten nach Europa stark und brandmarkte die Unterscheidung zwischen ökonomischen und politischen Flüchtlingen als Heuchelei. Europa brauche Migranten. Sie könnten verlassene Gebiete wiederbeleben. Außerdem könne Europa mit einer Bevölkerung von rund 600 Millionen Menschen leicht Migranten aufnehmen.

Methodisten unterstützen »humanitäre Korridore«

Ein auf der Konferenz als beispielhaft und hoffnungsvoll vorgestelltes Zeichen seien laut Nießner-Brose die sogenannten »humanitären Korridore« gewesen. Diese sind Ergebnis einer Kooperation zwischen der Föderation evangelischer Kirchen in Italien, der Gemeinschaft Sant’ Egidio, der Evangelisch-waldensischen Kirche, der Evangelisch-methodistischen Kirche von Italien (nicht Teil der weltweiten EmK) sowie der italienischen Regierung. Dabei erhalten rund tausend Flüchtlinge, zumeist in den Libanon geflohene Syrer, die Möglichkeit, sicher und legal nach Italien einzureisen und werden dort von Gemeinden bei ihrem Integrationsprozess begleitet. Die Zusammenarbeit für diese »humanitären Korridore« ist ein Modell, von dem die Initiatoren hoffen, dass sich insbesondere in Europa weitere Länder für diese Idee öffnen und sie ebenfalls umsetzen.

Internationale Beteiligung

Zu den Rednern gehörten Diamando Vlassi, griechisches Mitglied des Ökumenischen Patriarchats als Vertretung des Ökumenischen Rates der Kirchen, und die Generalsekretärin der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa, Doris Peschke. Von der Reformierten Kirche in Ungarn war Balázs Geruch unter den Rednern und von der Föderation evangelischer Kirchen in Italien Pastorin Maria Bonafede. Pastor Randy Mayer von der Vereinigten Kirche Christi aus Sahuarita im US-Bundesstaat Arizona berichtete von seinem Einsatz für Flüchtlinge in der Wüste an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Er deponiert dort Wasserflaschen für Flüchtlinge, um sie vor dem Verdursten auf dem Weg durch die Wüste zu retten.

Ökumenische Verlautbarung am Ort dramatischer Schicksale

Der die Konferenz abschließende Besuch auf der Insel Lampedusa brachte den Konferenzteilnehmern die dramatische Lage der über das Mittelmeer nach Europa flüchtenden Menschen nahe. »Tief bewegt hat mich der Anblick der Gräber von ertrunkenen Flüchtlingen«, beschreibt die Bremer Pastorin Nießner-Brose ihre Gefühle. Die ebenfalls dort in einem kleinen Museum zum Teil rekonstruierten Geschichten und Namen von Flüchtlingen, zeigten, liebevoll ausgestellt, persönliche Gegenstände wie einzelne am Strand angeschwemmte Schuhe oder Kleidungsstücke. Das stille Schicksal von auf der Flucht umgekommenen Menschen findet dort eine eindrückliche Dokumentation. In der Kirche San Gerlando gedachten die Konferenzteilnehmer besonders der Tragödie vom 3. Oktober 2013, als 368 Personen vor Lampedusa unweit des Hafens im Meer ertranken. Die dort der Öffentlichkeit vorgestellte »Ökumenische Erklärung von Lampedusa« trägt den Geist der Betroffenheit und Hoffnung in die Kirchen Europas.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Ökumenische Erklärung von Lampedusa (PDF)
»unterwegs«-Bericht von Pastorin Susanne Nießner-Brose (PDF)

Foto: Susanne Nießner-Brose

Für die Einheit beten, wie für das tägliche Brot

Mi, 10/25/2017 - 12:00

In Rom wurde in der vergangenen Woche die inzwischen 50-jährige Geschichte des Dialogs zwischen dem Weltrat Methodistischer Kirchen (WMC, World Methodist Council) und der Römisch-katholischen Kirche gefeiert. Zur international besetzten WMC-Delegation gehörte auch die jetzt im Ruhestand befindliche Bischöfin Rosemarie Wenner. Das Treffen fand in Gegenwart von Papst Franziskus im Konsistorium des Apostolischen Palasts im Vatikan in Rom statt. Der Generalsekretär des methodistischen Weltrats, Bischof Ivan Abrahams, und der Papst hielten »inspirierende Ansprachen«, wie Bischöfin Wenner die Feierlichkeiten in Rom im Rückblick beschreibt.

Leuchtfeuer der Hoffnung

So betonte Papst Franziskus, dass über die vergangenen 50 Jahre hinaus eines klar sei: »Wir können nicht in Heiligkeit wachsen ohne in Gemeinschaft zu wachsen.« In der nächsten Phase des Dialogs müsse daher die Reise der Versöhnung gewidmet sein. »Wir können nicht von Gebet und Barmherzigkeit reden, ohne zusammen für Versöhnung und volle Gemeinschaft zu arbeiten.« Bischof Abrahams äußerte angesichts des Jubiläums seine Anerkennung dafür, dass Methodisten und Katholiken zusammen mit anderen Glaubensgemeinschaften und gesellschaftlichen Akteuren »ein prophetisches Zeugnis gegen die Ungerechtigkeit ablegen«. In Reaktion auf die Herausforderungen der Gegenwart sei die Kirche dazu berufen, »schnellen Schrittes und mit ausgebreiteten Armen unterwegs zu sein, um mit den Leidenden und Ausgegrenzten solidarisch zu sein und sich mit ihnen zu verbünden«. In einem Interview mit Radio Vatikan lobte er Papst Franziskus als »Leuchtfeuer der Hoffnung« und als »jemand, der die Einheit verkörpert, die wir zu leben suchen«.

Theologische Tiefe und gelebte Nachfolge

Laut Bischöfin Wenner hätten die Feierlichkeiten in Rom deutlich gezeigt, »dass in den letzten 50 Jahren nicht nur theologische Übereinstimmungen entdeckt wurden, sondern dass Vertrauen gewachsen ist, das auch in den Kirchengemeinden vor Ort Früchte trägt«. Methodisten hätten die dogmatische Tiefe der Römisch-katholischen Kirche kennengelernt, während Katholiken von der Theologie der Methodisten beeindruckt seien, die sich an Gottes Gnade ausrichte und in gelebter Nachfolge entfalte.

Der Weg geht weiter

Dass der Papst aufgerufen habe, »sich mit demütiger Hoffnung und konkreten Anstrengungen auf die volle Anerkennung vorzubereiten, die gekommen sein wird, wenn wir, aus Gottes Gnade, endlich miteinander im Brechen des Brotes verbunden sind«, war für Bischöfin Wenner ein hoffnungsvolles Zeichen. Die volle gegenseitige Anerkennung in der eucharistischen Gemeinschaft sei zwar Ziel des Dialogs, aber auch nach 50 Jahren noch nicht gegeben. Angesichts dieser Tatsache habe der Papst dazu aufgefordert, »dafür zu beten, genauso wie wir um das tägliche Brot beten, das uns auf dem Weg stärken kann«. »Der Weg geht weiter«, so Wenner zuversichtlich. »Es ist ein geistlicher Weg des Gebets, des theologischen Arbeitens und des gemeinsamen Zeugnisses in Wort und Tat.«

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit@emk.de.  

Weiterführende Links
Meldung des Weltrats Methodistischer Kirchen – englisch
Bericht Radio Vatikan – englisch
Berichte der Dialogkommission (Methodist Roman Catholic International Commission for dialogue, MERCIC) – englisch

Zur Information

Weltrat Methodistischer Kirchen
Der Weltrat Methodistischer Kirchen (World Methodist Council, WMC) ist ein Dachverband von 80 Kirchen methodistischer und wesleyanischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen, denen insgesamt über 80,5 Millionen Menschen angehören. Im Rat arbeiten rund 400 Kirchenvertreter mit. Die Kirchen finanzieren den Weltrat gemeinsam. Ziel des Zusammenschlusses ist die Förderung der Einheit seiner Kirchen und das gemeinsame Zeugnis für den christlichen Glauben in der Welt. Zudem fördert der WMC ökumenische und interreligiöse Aktivitäten. Seit 1956 hat der WMC seinen ständigen Sitz in Lake Junaluska, im US-Bundesstaat North Carolina.
Die nächste Ratstagung findet statt vom 12. bis 15. Juli 2018 in Seoul.
Weitere Informationen: www.worldmethodistcouncil.org

Foto: © Vatikan

Gemeinden fördern und Profil schärfen

Mo, 10/23/2017 - 12:00

Erstmals unter der Leitung des im März gewählten Bischofs Harald Rückert traf sich der Kirchenvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland zu seiner Herbstsitzung. Die Beratungen fanden am vergangenen Freitag und Samstag, 20. und 21. Oktober, in Fulda statt.

Förderung der Gemeinden im Mittelpunkt

Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen für die inhaltliche Arbeit auf der Ebene der Zentralkonferenz der EmK in Deutschland neue Strukturmodelle erarbeitet werden. Dafür hat der Kirchenvorstand eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese soll auch prüfen, inwiefern die Zusammenführung der bisher drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland in eine gemeinsame Konferenz die Arbeit vereinfachen und stärken könnte. Ziel einer möglichen neuen Struktur soll die Förderung der Gemeinden sowie die Schärfung des Profils der Kirche sein. Ausgangspunkt für diese Überlegungen waren Diskussionen bei der Zentralkonferenz im März dieses Jahres, in denen die seitherige Struktur und Arbeitsweise als ein »zu großes Kleid« eingeschätzt wurde, das die Kräfte der EmK in Deutschland mehr und mehr überfordere.

Ermutigung zu Gesprächen, die von gegenseitigem Hören bestimmt sind

Mit der Arbeit der internationalen Kommission »Ein Weg in die Zukunft« beschäftigte sich der Kirchenvorstand in einer informellen Runde. Die von der EmK-Generalkonferenz eingesetzte Kommission soll in den Auseinandersetzungen innerhalb der weltweiten EmK zu Fragen der menschlichen Sexualität, insbesondere die Ordination Homosexueller oder die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften betreffend, Vorschläge erarbeiten, wie die Einheit der Kirche trotz unterschiedlicher kultureller und theologischer Haltungen bewahrt bleiben kann. In Begleitung der Arbeit der Kommission ermutigt der Kirchenvorstand dazu, dass auch in den Gemeinden Gespräche stattfinden, die von gegenseitigem Hören bestimmt sind.

Das Jahr 2018: Festival und Feiern

Mit Interesse nahm der Kirchenvorstand Informationen über das Europäische Methodistische Festival »Staunen!« entgegen. Zu dem vom 9. bis 13. Mai nächsten Jahres auf dem Dünenhof bei Cuxhaven stattfindenden Festival werden mehr als 900 Teilnehmer erwartet. Die Mitglieder des Kirchenvorstands unterstützen diese Veranstaltung, die für die europaweite Begegnung und den Austausch von Methodisten über viele Landesgrenzen hinweg ein wichtiges Signal sei. Veranstaltet wird das Festival von den Initiatoren von »Staunen!« zusammen mit dem Europäischen Rat Methodistischer Kirchen.

Im kommenden Jahr jährt sich die Vereinigung der Bischöflichen Methodistenkirche und der Evangelischen Gemeinschaft zur Evangelisch-methodistischen Kirche zum 50. Mal. Auf Anregung des Kirchenvorstands soll dazu eine Gottesdienstvorlage erarbeitet werden, die in den Gemeinden zur Erinnerung an dieses Ereignis eingesetzt werden kann.

Akzeptanz für EmK-Verwaltungssoftware steigt

Auf Anraten der Kommission für Finanzen und Arbeitsrecht wird sich der Kirchenvorstand in einer der nächsten Sitzungen mit dem System der Altersversorgung der Pastoren und Pastorinnen der EmK in Deutschland beschäftigen. Außerdem sollen auf Beschluss des Kirchenvorstands bis Ende dieses Jahres in der digitalen Personenverwaltung »MyEmA« alle Personendaten der Bezirke erfasst sein. Die Software sei in den zurückliegenden eineinhalb Jahren so gut weiterentwickelt worden, dass die Akzeptanz inzwischen sehr gut sei. Damit könne die offizielle EmK-Statistik für das Jahr 2017 erstmalig komplett mit MyEmA durchgeführt werden.

Im Frühjahr 2018 trifft sich der Kirchenvorstand zur Fortsetzung seiner Beratungen am 23. und 24. März 2018 in Braunfels.

Die Autoren
Stephan Ringeis ist Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche für den Distrikt Zwickau. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Europäisches Methodistisches Festival »Staunen!« (www.staunen.net) – 9.-13.5.2018, Dünenhof bei Cuxhaven

Foto: Ruthardt Prager

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