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Aktualisiert: vor 4 Stunden 7 Minuten

Ökumenisches Erfolgsprojekt

Fr, 11/01/2019 - 09:12

Mit einem zentralen Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche wurde am gestrigen Reformationstag (31. Oktober) der zwanzigste Jahrestag der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre gefeiert. Diese am 31. Oktober 1999 in Augsburg unterzeichnete Gemeinsame Erklärung ist eines der weltweit bedeutendsten Dokumente der Annäherung der Kirchen.

Aus Zwei mach Fünf

Im Gottesdienst wurde besonders die Entwicklung von einer bilateralen Einigung zwischen lutherischer und römisch-katholischer Kirche zu einem multilateralen Projekt in der Ökumene gewürdigt. Inzwischen wird die Gemeinsame Erklärung von fünf Weltgemeinschaften der lutherischen, katholischen, methodistischen, reformierten und anglikanischen Konfession getragen. Im März dieses Jahres bekräftigten die Konfessionen bei einer Tagung im US-Bundesstaat Indiana in der Universität Notre Dame du Lac, die gemeinsame Arbeit auf Basis der Erklärung weiter voranzutreiben.

Gemeinsame Gottesdienste »um den 31. Oktober herum« feiern

Im Gottesdienst in Stuttgart wirkten Personen mit, die alle fünf der an der Gemeinsamen Erklärung beteiligten Konfessionen repräsentierten. Auch sie unterstrichen den Willen zur stärkeren Zusammenarbeit: Man wolle dem »gemeinsamen Zeugnis eine vermehrt sichtbare Gestalt geben« und »zusammen auf dem Weg zur sichtbaren Einheit« unterwegs sein, hieß es in der Liturgie. Um diese Einheit zu stärken, wurde vorgeschlagen, um den 31. Oktober herum verstärkt Gottesdienste zum Taufgedächtnis und der Feier der Rechtfertigung anzubieten. Damit werden Ergebnisse des internationalen Treffens in den USA aufgegriffen.

Der Traum vom Baum, unter dem die Kinder Gottes zur Mahlfeier zusammenkommen

Die Predigt hielten der Magdeburger Bischof und Vorsitzende der Ökumenekommission der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Gerhard Feige, sowie der Bischof der gastgebenden Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds, Frank Otfried July.

In seiner Predigt wies Bischof Feige ausdrücklich darauf hin, was die Gemeinsame Erklärung zunächst bewirkt habe: Die Christen verschiedener Konfessionen hätten erkannt, dass sie mehr verbinde als trenne. »Dazu gehört auch das neu erwachte Bewusstsein von der Gemeinschaft in der Rechtfertigungslehre. Heute können wir sagen, dass daraus sogar ein ökumenisches Erfolgsprojekt geworden ist.« Diese christliche Kernbotschaft müsse wachgehalten und immer wieder neu durchbuchstabiert und mit Leben gefüllt werden. »Wo wir dies tun, wird die sichtbare Einheit unter uns weiter gefestigt werden«, so Bischof Feige.

Landesbischof July bezog sich in seiner Predigt auf das Gleichnis vom Senfkorn. »Trotz Verboten, trotz Kopfschütteln oder Verdächtigungen« hätten sich Personen in pionierhafter Weise auf den Weg gemacht, die »den gemeinsamen Acker suchten und sich die Samenkörner zeigten«. Inzwischen sei das Miteinander der Kirchen viel selbstverständlicher, auch dank der Gemeinsamen Erklärung. »Sie lässt uns gemeinsam auf dem Feld das Senfkorn auswerfen, den Sauerteig beimischen, in einer sich wandelnden Gesellschaft vom Evangelium erzählen«, so July. Das Ziel der Ökumene sei aber immer noch, so der gastgebende Bischof weiter, dass »einstmals jener Baum wächst, in dessen Schatten Gottes geliebte Kinder in Vielfalt, aber versöhnter Verschiedenheit, zusammenkommen, um am Tisch in gemeinsamer Mahlfreude auf das rechtfertigende und gewiss machende Wort des Herrn zu hören«. Er selbst werde fortfahren, »für eine vertiefte ökumenische Zusammenarbeit zu werben und zu beten«. Das Jubiläum der Gemeinsamen Erklärung schicke alle Beteiligten neu auf den Weg.

Ökumene als Übersetzungsarbeit

Von der Evangelisch-methodistischen Kirche wirkte Bischof Harald Rückert an dem Gottesdienst mit. Pfarrer Hans-Georg Ulrichs vertrat den Reformierten Bund und Canon Christopher Jage-Bowler den Rat der Anglikanischen und Episkopalen Kirchen in Deutschland (Council of Anglican and Episcopal Churches in Germany). Sie trugen Ausschnitte aus den Beitrittserklärungen der drei Weltgemeinschaften zur Gemeinsamen Erklärung vor, die jeweils den besonderen Zugang zur Rechtfertigungslehre und der Erklärung verdeutlichten. Beim anschließenden Empfang im Stuttgarter Alten Schloss würdigte Erzpriester Radu Constantin Miron, Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, die Bedeutung der Gemeinsamen Erklärung als gemeinsame Übersetzungsarbeit der Kirchen. Dazu brauche es immer noch Dolmetscher. »Ökumene treiben als Übersetzen ist also das Gebot der Stunde, nach wie vor«, forderte Miron die zahlreichen Gäste des Empfangs auf.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit 

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Mit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre hatten der Lutherische Weltbund und die Römisch-katholische Kirche 1999 erstmals offiziell einen differenzierten Konsens über die Frage der Rechtfertigung erklärt, eine Kernfrage der Reformation. Damit konnten beide Seiten feststellen, dass die jahrhundertelang wiederholten gegenseitigen Verurteilungen in dieser Frage nicht länger Gegenstand der Lehre der beteiligten Kirchen sind. Im Jahr 2006 schloss sich der Weltrat Methodistischer Kirchen der Gemeinsamen Erklärung an, im Juli 2017 die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen. Die Anglikanische Gemeinschaft verkündete ihre inhaltliche Zustimmung am Reformationstag des gleichen Jahres.

Ein Bild von Kirche, das Lust macht, dabei zu sein

Do, 10/31/2019 - 10:00

Der Kirchenvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland hatte seine turnusgemäße Herbstsitzung am Freitag und Samstag (25. und 26. Oktober) der vergangenen Woche. Drei Themen ragten aus den sonst formalen Tagesordnungspunkten heraus: der Vorschlag für eine veränderte Arbeitsstruktur in Deutschland, der Beschluss, »klimaneutrale Kirche« zu werden und der Zwischenbericht über die Arbeit des Runden Tisches.

Zwischenbericht über die Arbeit des Runden Tischs

Der vom Kirchenvorstand im März dieses Jahres eingerichtete Runde Tisch tagte seither zweimal. Angesichts der strittigen Fragen zur Homosexualität soll in Deutschland für die EmK ein Weg beschrieben werden, der die Einheit bewahren hilft. Zwischenzeitlich liegen drei vorläufige Entwürfe vor, die allen Mitgliedern der drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland zugänglich gemacht wurden, um darüber in Regionen, Bezirken und Gemeinden zu diskutieren.

Einer der Entwürfe sieht die Bildung einer eigenständigen »Konservativen Jährlichen Konferenz« vor, ein anderer einen »Verbund konservativer Methodisten« als Zusammenschluss konservativer Kirchenglieder über Gemeinden und Konferenzen hinweg. Der dritte Entwurf soll auf Basis einer geänderten Kirchenordnung und eines ergänzten Diensthandbuchs der Zentralkonferenz Deutschland die Integration »konservativer« und »liberaler« Positionen ermöglichen, indem sich Gemeinden für eine Öffnung in den Fragen zur Homosexualität entscheiden oder bei den bisherigen Regelungen bleiben können.

Noch bis Ende November sind die Regionen und Bezirke aufgerufen, sich über die vorgeschlagenen Entwürfe auszutauschen und Rückmeldungen an den zentralen Runden Tisch zu geben.

Bischof Harald Rückert berichtet, dass aus einigen Bezirken und Regionen bereits Rückmeldungen vorlägen. Trotz unterschiedlicher Sichtweisen werde deutlich, dass in Deutschland ein großer Wunsch für den Erhalt der Einheit der Evangelisch-methodistischen Kirche vorhanden sei. Es stimme ihn zuversichtlich, »dass wir in Deutschland einen Weg finden können, der uns ermöglicht, trotz verschiedener Überzeugungen beieinander zu bleiben und gemeinsam Gottes Liebe durch unser Handeln und Reden zu bezeugen«.

Anlass für diese weltweit in der Evangelisch-methodistischen Kirche zutage tretende Spannung war die Entscheidung der außerordentlichen Generalkonferenz vom Februar dieses Jahres mit der Verabschiedung des sogenannten »Traditional Plan«. Mit diesem Beschluss waren einerseits die bisherigen Bestimmungen der Kirchenordnung bestätigt worden, die die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und die Ordination praktizierender Homosexueller weiterhin verbieten. Zugleich wurden mit diesem „Traditional Plan“ Maßnahmen verabschiedet, die die konsequente Anwendung aller diesbezüglichen Regelungen durch Kontrollen und Strafen verschärft.

Auf der Suche nach einem »neuen Kleid«

Die EmK in Deutschland will sich in ihrer Arbeit künftig stärker »nach vorne« ausrichten und weniger Rückblick betreiben. Dies ist den Vorschlägen zu entnehmen, die eine von der Zentralkonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe vorlegte. Zwei Jahre lang arbeitete diese Arbeitsgruppe unter fachkundiger Anleitung an einer neuen Arbeitsstruktur der EmK in Deutschland, die ihrer Größe und den aktuellen Erfordernissen besser entspricht.

»Think outside the box« war das Leitmotiv dieser Arbeitsgruppe. Das damit bezeichnete »Denken außerhalb des gewohnten Rahmens« oder »der Mut zum Ungewöhnlichen« sei für die Beratungen maßgeblich gewesen.

Eine der wichtigsten Konsequenzen ist die Umkehrung des bisherigen Arbeitsansatzes. Statt eines rückblickenden Berichtswesens sollen künftig alle Gremien zukunfts- und projektorientiert arbeiten. Das schlägt sich auch in der Bezeichnung der Gremien als »Fachgruppen« nieder. Die schon vom Namen her viel stärker auf Verwaltung ausgerichteten »Kommissionen« haben damit bis auf wenige Ausnahmen ausgedient. Dreh- und Angelpunkt der neuen Struktur sollen gemäß der mehr als zwanzig Seiten umfassenden Vorlage die Ortsgemeinden und Hauptamtlichen sein sowie eine stark reduzierte Organisation und Verwaltung.

Die Aufteilung in drei Jährliche Konferenzen soll für die EmK in Deutschland entgegen ersten Überlegungen erhalten bleiben. Nach den Untersuchungen der Arbeitsgruppe hätte die Vereinigung zu einer einzigen Jährlichen Konferenz einen zu großen Vereinigungsaufwand bedeutet. Die erhofften Vorteile der Zusammenführung zu einer Jährlichen Konferenz seien auch in der derzeitigen Struktur zu erzielen. Unter anderem sollen konsequent Doppelstrukturen vermieden werden, die auf den Ebenen der Zentralkonferenz und der Jährlichen Konferenzen eine ineffiziente parallele Gremienarbeit zur Folge hatten.

Die Anzahl von Gremien soll deutlich reduziert werden, wodurch vor allem auch Abwesenheitszeiten von Personen vermieden werden, die ihre Kraft stärker in der Arbeit vor Ort investieren sollen. Dieser Effekt soll durch die Verkleinerung von Gremien zusätzlich verstärkt werden. So sieht der Vorschlag der Arbeitsgruppe beispielsweise die Verkleinerung des Kirchenvorstands auf 16 Personen vor – geradezu eine Halbierung des derzeit aus 31 Personen bestehenden Gremiums.

»Wir begeben uns mit einem Bild von Kirche auf den Weg, das Lust macht, dabei zu sein und mitzumachen«, kommentierte Bischof Harald Rückert den neuen Ansatz mit der viel stärkeren Fokussierung auf die Belange der Gemeinden vor Ort und unseren Auftrag als Kirche. Diese klare Ausrichtung solle »zum Mitmachen locken und motivieren«.

Der Kirchenvorstand befürwortet die von der Arbeitsgruppe verfasste Vorlage, die in den neun Distrikten und drei Jährlichen Konferenzen ausführlich diskutiert werden soll. Die Beschlussfassung erfolgt auf der Zentralkonferenz im November nächsten Jahres.

Umdenken als »zutiefst geistlicher Prozess«

Die EmK in Deutschland soll »eine klimaneutrale Kirche« werden. Das beschloss der Kirchenvorstand angesichts der Klimakrise nach der Diskussion eines von einigen Personen eingereichten Antrags. »Zeitnah« sollen erste konkrete Schritte eingeleitet werden. Ausdrücklich betonen die Antragsteller, dass sie »nachhaltiges Handeln nicht von oben verordnen« wollen. Die Konferenzen, Bezirke und Gemeinden sollen »mit uns zusammen nach Lösungen und Möglichkeiten suchen«.

Mit sofortiger Wirkung beschließt der Kirchenvorstand, dass es bei Inlandsreisen für Flüge keine Reisekostenerstattung gibt. Außerdem gibt es keine Erstattung von Fahrtkosten für die Nutzung des Autos, wenn der Sitzungsort ans Schnellverkehrsnetz der Bahn angeschlossen ist. Bei Alleinfahrten mit dem Auto soll künftig die Begründung strenger überprüft werden. Außerdem sollen Gremien aller kirchlichen Ebenen in Deutschland prüfen, ob Sitzungen mittels Videokonferenzen abgehalten werden können.

Den Konferenzen, Werken, Bezirken und Gemeinden werden weitere Vorschläge zur Diskussion und Beschlussfassung unterbreitet. Dazu gehören die Verbesserung der Energiebilanz von Gebäuden, sowie die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien, der Verzicht auf Einweggeschirr oder die Reduktion von Dienstfahrten.

Die Antragsteller räumen ein, dass dieser Antrag in einer Zeit kommt, »in der uns innerkirchliche Themen sehr stark beschäftigen und sehr viel Energie von uns fordern«. Außerdem forderten die beschlossenen und empfohlenen Maßnahmen »von uns allen ein massives Umdenken«. Das sei eine große Herausforderung, aber angesichts der Dringlichkeit, mit der Forscher ein zeitnahes Umsteuern anmahnten, sei diese »Zumutung« nötig. Das geforderte Umdenken sei ein »zutiefst geistlicher Prozess«. Die Kirche könne darauf vertrauen, »dass Gott uns darin begleitet, stärkt und immer wieder ungeahnte Wege zeigt«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Kirchenvorstand
Der Kirchenvorstand ist der geschäftsführende Ausschuss der Zentralkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Gestaltung nachhaltiger und gerechter Ökonomie

Fr, 10/25/2019 - 14:20

Unter dem Thema »Geld und Gott – was unser Leben antreibt« veranstaltete die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) eine Podiumsdiskussion. Diskutiert wurde, ob die moderne Gesellschaft durch stetiges Wirtschaftswachstum und die Anhäufung von Kapital angetrieben werde und was dies im Blick auf Armut und den Verbrauch von Ressourcen bedeute. Gemäß Martin Luthers »Woran du dein Herz hängst, da ist Gott«, ging es auch um die Frage, ob Geld allmächtig und heute sogar zum Gott des Menschen geworden sei. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, wie ein Ressourcen schonendes und nachhaltiges Wirtschaftssystem aussehen müsse, damit auch in Zukunft Leben auf dieser Welt möglich ist.

Verschiedene Ansatzpunkte beleben die Diskussion

Auf dem Podium diskutierten die promovierte Betriebswirtin und Vizepräsidentin der Reutlinger Industrie- und Handelskammer, Daniela Eberspächer-Roth, der Professor für Volkswirtschaft von der Hochschule Reutlingen, Bodo Herzog, sowie der Theologe und Sozialethiker Ulrich Duchrow, der als Professor an der Universität Heidelberg Systematische Theologie lehrt.

Eberspächer-Roth, die als Unternehmerin in der Metallbranche im vergangenen Jahr vom Umweltministerium Baden-Württemberg mit dem Titel »Gipfelstürmerin für Ressourceneffizienz« ausgezeichnet wurde, trat für einen verantwortlichen Umgang mit Geld auf allen gesellschaftlichen Ebenen ein. Nachhaltig und verantwortungsbewusst genutzt, eröffne Geld eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Demgegenüber unterstrich Duchrow die systemische Macht kapitalistischen Wirtschaftens. Der daraus erwachsende Zwang zum unbegrenzten Wachstum bringe das Leben von Mensch und Umwelt in Todesgefahr. Daher müssten grundsätzliche Alternativen zum gegenwärtigen Weltwirtschaftssystem entdeckt werden.

Aus volkswirtschaftlicher Perspektive hielt Bodo Herzog dagegen eine Fokussierung auf die Systemkritik für einseitig. Er forderte eine differenzierte Analyse ökonomischer und geldwirtschaftlicher Realitäten sowie eine grundlegende Unterscheidung von Finanz- und Wirtschaftskapitalismus. Geld sei gerade nicht allmächtig. Der Mensch und mit ihm die Politik müssten die vorhandenen Gestaltungsräume für ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschaften nutzen, betonte der Reutlinger Wissenschaftler.

Verantwortliche Rolle von Theologie und Religionen

Gespannt verfolgten etwa neunzig Gäste die Diskussion und brachten ihre Fragen ein. Es bleibe eine Differenz der Perspektiven, fasste Christof Voigt als Moderator die Veranstaltung zusammen. Voigt, Professor für Philosophie und biblische Sprachen an der THR, verwies darauf, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung zur Frage der Gestaltung nachhaltiger und gerechter Ökonomie unbedingt weitergeführt werden müsse. Dabei hob er die verantwortliche Rolle von Theologie und Religionen hervor. Dass die Veranstaltung Wirkung zeigte, bewiesen die intensiven und lebendigen Gespräche, die sich nach der Veranstaltung in kleinen Runden bei einem Imbiss fortsetzten.

Bildnachweis: THR

Der Autor
Stephan von Twardowski ist Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Theologische Hochschule Reutlingen
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie sowie einen staatlich anerkannten M.A. in »Christlicher Spiritualität«. www.th-reutlingen.de


Mobilitätskonzepte für kirchliche Mitarbeiter

Mo, 10/21/2019 - 07:10

Die Ostdeutsche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eröffnete in Zwickau vor einiger Zeit ihr neues Konferenzbüro. Jetzt ist die dortige Einrichtung mit einer sogenannten »Wallbox« ausgestattet worden, mit der Elektrofahrzeuge ihre Akkus aufladen können.

Der für den Distrikt Zwickau zuständige Superintendent Werner Philipp und der Zwickauer Büroleiter Thomas Dietrich nahmen die Ladestation in Betrieb und freuen sich über diesen innovativen Schritt. In einer Mitteilung des Superintendenten des Distrikts Dresden, Christhard Rüdiger, heißt es: »Methodisten, die dienstlich oder ehrenamtlich zu Sitzungen und Terminen nach Zwickau kommen, können während sie tagen und beraten, ihr Elektromobil kostenlos laden.« Mit dieser Innovation wurde eine Idee umgesetzt, die beim »Kleinen e-Gipfel« geboren wurde, den die Ostdeutsche Konferenz angestoßen und Anfang des Jahres veranstaltet hatte. Im Rahmen dieser Kreativsitzung war nach alternativen Mobilitätskonzepten auch für kirchliche Mitarbeiter gesucht worden. Ein Ergebnis daraus ist die jetzt installierte Ladestation. »Im Januar des kommenden Jahres wird es eine Folgeveranstaltung geben«, teilt Rüdiger mit.

Bildnachweis: OJK

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

»Ich habe mich gleich in Schwarzenshof verliebt«

Sa, 10/19/2019 - 07:26

Ende vergangener Woche fand auf Schwarzenshof (Thüringen) in einem festlichen Gottesdienst der Wechsel der Geschäftsführung der Begegnungs- und Bildungsstätte statt. Ralf und Angela Münzner wurden nach sechzehn Jahren feierlich verabschiedet, neu in den Dienst eingeführt wurde Martin Schwartz.

Perspektiven über das Jahr 2030 hinaus

»Ich habe mich gleich in Schwarzenshof verliebt«, bekannte Martin Schwartz, der neue Geschäftsführer, in seinem kurzen Grußwort. Wiederholt habe der 40-Jährige von Rudolstadt aus Schwarzenshof umwandert, ohne zu ahnen, dass er dort einmal arbeiten werde. Durch sein bisheriges Berufsleben ist der Kulturmanager und Veranstaltungsfachwirt in vielen Bereichen der westthüringischen Region um Saalfeld und Rudolstadt gut vernetzt. Er leitete zuletzt den nur zehn Kilometer südlich von Schwarzenshof gelegenen Städtischen Kulturbetrieb der Stadt Saalfeld mit dem Kultur- und Tagungszentrum Meininger Hof. Zuvor war er viele Jahre als freiberuflicher Musiker und Tontechniker unterwegs. Zahlreiche Semester an der Uni Jena eröffneten ihm den Gedankenreichtum der Philosophie und Einsichten in Öffentliches Recht. Sein neues Amt als Geschäftsführer hat er bereits Anfang September angetreten. Superintendent Werner Philipp, der erst seit Juni zur Gesellschafterversammlung gehört, brachte die Vorstellungen der Gesellschafterversammlung zum Ausdruck, »den Neustart und die gute Situation auf Schwarzenshof im kommenden Jahr zu nutzen, um über die weitere Entwicklung des traditionsreichen Ortes nachzudenken«. Dabei gehe es um Perspektiven über das Jahr 2030 hinaus. Vom neuen Geschäftsführer erwarteten sich die Gesellschafter dafür »interessante Impulse«.

Erfolgreiche Steigerung der Übernachtungszahlen

Ralf Münzner war seit sechzehn Jahren Heimleiter und ab 2014 Geschäftsführer der Bildungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, Angela Münzner, die eine Anstellung in der Verwaltung innehatte, gestaltete er Schwarzenshof in den zurückliegenden Jahren zu einem Haus, in dem bis zu 120 Gäste Platz finden können. Die jährliche Zahl der Übernachtungen auf Schwarzenshof stieg von ungefähr 3.000 auf rund 18.000. Mit dem als Kapelle rekonstruierten Backhaus fand das Anwesen in Münzners Dienstzeit und unter großer Mithilfe des Fördervereins einen geistlichen Mittelpunkt. Ab 2014 wurde die Begegnungs-und Bildungsstätte in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Münzner wurde Geschäftsführer und hat Schwarzenshof in diese neue Struktur erfolgreich übergeleitet. Seit dieser Zeit kommt Schwarzenshof ohne finanzielle Unterstützung der Ostdeutschen Konferenz aus. Seinen Dienst sah der scheidende Geschäftsführer immer als einen geistlichen Auftrag. »Seine quirlige und lebendige Art wird Schwarzenshof fehlen« war eine der Aussagen aus der Laudatio anlässlich der Verabschiedung, in der auch Angela Münzner für ihren aufopferungsvollen Dienst gedankt wurde.

Bildnachweis: Christine Wenig, Werdau

Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Kontakt: stephan.ringeis(at)emk.de.

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Begegnungs-und Bildungsstätte Schwarzenshof

Gewalt verschärft Not der Menschen

Fr, 10/18/2019 - 07:43

Angesichts der sich ausweitenden Gewalt in Nordsyrien ruft die Diakonie Katastrophenhilfe zu Spenden für die dringend benötigte Hilfe auf. Die dortige Bevölkerung ist seit fast neun Jahren von Kriegshandlungen betroffen. »Internationale Akteure nutzen die politisch scheinbar nicht mehr steuerbare Lage, um ihre eigenen politischen und geostrategischen Ziele mit militärischer Gewalt zu verfolgen«, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, im Blick auf die weitere Spirale der Gewalt.

»Die Kampfhandlungen in Nordsyrien verursachen zusätzliches Leid, Tod, Vertreibung und Flucht«, beschreibt Füllkrug-Weitzel die sich weiter destabilisierende Lage. Die beteiligten Akteure nähmen dabei keine Rücksicht auf eine erschöpfte, traumatisierte und durch den Krieg bitterarm gemachte Zivilbevölkerung und hielten sich nicht an internationales humanitäres Völkerrecht. Um die Lage der Menschen verbessern zu können ist die Diakonie Katastrophenhilfe auf Spenden angewiesen und verweist darauf, dass in Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnerorganisationen in der Region gemeinsam Nothilfemaßnahmen anlaufen und die betroffenen Menschen unterstützt werden.

Laut Informationen der Vereinten Nationen wurden seit Beginn der aktuellen Kampfhandlungen bereits 200.000 Menschen vertrieben. In den Konfliktgebieten sind etwa 400.000 Menschen auf Hilfe angewiesen. Viele Menschen, die vor der aktuellen Gewalt fliehen, seien in den vergangenen Jahren schon mindestens einmal vertrieben worden. »Wir befürchten, dass sich die Zahl der Menschen, die ins Landesinnere Syriens fliehen, in den kommenden Tagen weiter erhöht«, erklärt der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler. Sollten die Menschen in den kommenden Wochen auch Richtung Nordirak fliehen, seien die Mitarbeiter darauf vorbereitet, auch dort mit lokalen Partnern die Menschen zu unterstützen.

Bildnachweis: Diakonie Katastrophenhilfe

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Sie können helfen
Evangelisch-methodistische Kirche – Diakonie Katastrophenhilfe.
IBAN der Diakonie Katastrophenhilfe: DE68 5206 0410 0000 5025 02
Spende mit dem Stichwort »Nordsyrien« versehen.
Im Verwendungszweck die Nummer 5000032 ergänzen. Damit wird die Spendenherkunft automatisch der EmK zugeordnet.

Gottes Fülle entdecken und nutzen

Mo, 10/14/2019 - 17:20

Die Kirchliche Aktionswoche für Nahrung findet jedes Jahr rund um den Welternährungstag statt, der weltweit am 16. Oktober begangen wird. Damit werden Kirchen in ihrem Einsatz für gerechte Verteilung der Lebensmittel, Nachhaltigkeit und Überwindung von Hunger und Armut weltweit unterstützt.

Die in diesem Jahr vom 13. bis 20. Oktober stattfindende Aktionswoche wurde vom Weltrat methodistischer Kirchen in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Globalen Ökumenischen Aktionsbündnis erarbeitet. Das Material nutzt Jesu Gleichnis vom Großen Festmahl aus dem Lukasevangelium (14,15-24) als Inspiration und Ausgangspunkt zum Nachdenken. Im Bild des Festmahls kommen Fülle, Gemeinschaft, Freude und Hoffnung zum Ausdruck. Alle sind eingeladen, aber in der heutigen Welt hätten zu viele Menschen keinen Zugang zu gesunder Ernährung. Das liege nicht daran, dass es zu wenig Nahrungsmittel gäbe, sondern weil eine ungerechte Verteilung der Güter viele vom Fest des Lebens ausschließe.

Das Material bietet Anregungen für einen Gottesdienst mit Abendmahlsfeier. Außerdem gibt es für jeden Tag der Woche Andachten, die von Menschen aus aller Welt geschrieben wurden. Auf diese Weise tragen sie das biblische Gleichnis in die heutigen, global sehr unterschiedlichen Herausforderungen hinein. Die Andacht zum siebten Tag fußt auf einem Bericht über das Landwirtschaftsprogramm der Evangelisch-methodistischen Kirche in Cambine, Mosambik, das derzeit von John Nday geleitet wird. Der Missionar aus der Demokratischen Republik Kongo hat in kurzer Zeit die Menschen in Cambine dafür gewonnen, durch einfache und nachhaltige Methoden die Erträge zu verbessern. Damit könne Gottes Fülle entdeckt und genutzt werden, so der Tenor der Arbeitshilfe.

»Noch steht das Material leider nicht in deutscher Sprache zur Verfügung«, erklärt Rosemarie Wenner. Die vor ihrem Ruhestand für Deutschland zuständige Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche ist Mitglied im Weltrat methodistischer Kirchen und dort als Genfer Sekretärin für die Verbindung zum in Genf ansässigen Ökumenischen Rat der Kirchen zuständig. In dieser Funktion war sie in die Entwicklung der Materialien einbezogen. Die inhaltlichen Ausführungen der Materialien seien so konzipiert, dass sie auch unabhängig von der aktuellen Aktionswoche in den Gemeinden und in der Ökumene eingesetzt werden könnten. »In Kürze wird die deutsche Übertragung zur Verfügung stehen«, erklärte Wenner und freut sich, »wenn in den Gemeinden damit gearbeitet wird«.

Bildnachweis: privat

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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»Wir brauchen Ihre wahrnehmbare Präsenz«

Fr, 10/11/2019 - 12:08

In einem Schreiben an den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und an Max Privorozki, den Leiter der jüdischen Gemeinde in Halle, bringt Bischof Harald Rückert seine tiefe Erschütterung darüber zum Ausdruck, »dass sich Antisemitismus und Judenhass in unserem Land und Volk wieder ausbreiten«. Das sei alarmierend, so der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche weiter. Obwohl die jüdische Gemeinde einer Katastrophe knapp entging, äußert Rückert auch seine Trauer und sein tiefes Mitgefühl für die Angehörigen der beiden auf brutale Weise in den Tod gerissenen Opfer.

Rückert betont in dem Schreiben, »dass wir in der Evangelisch-methodistischen Kirche fest und unverrückbar auf der Seite unserer jüdischen Schwestern und Brüder stehen«. Dies geschehe in »fürbittendem Gebet und indem wir eindeutig und klar gegen Hetze und Verfolgung Stellung beziehen«. Gleichzeitig äußert der zur Zeit im Urlaub befindliche Bischof seine Anerkennung, dass sich die jüdische Gemeinde in Halle gegen die von der Polizei empfohlene Evakuierung der Gemeinderäume zum weiteren Zusammensein an ihrem höchsten Feiertag entschieden habe. »Das ist ein starkes Zeichen des Mutes und des Nicht-Zurückweichens ›unter dem Schutz des Höchsten‹«, so Rückert. Diese Selbstverständlichkeit und Beharrlichkeit solle die jüdische Gemeinschaft in Deutschland bewahren und weiter praktizieren.

»Wir brauchen die wahrnehmbare Präsenz und Beteiligung Ihrer Glaubensgemeinschaft am öffentlichen, religiösen und kulturellen Leben unserer Gesellschaft in Deutschland«, bringt Rückert seine Überzeugung zum Ausdruck. Andererseits müsse die Gesellschaft in Deutschland »dieses versöhnte und aufrichtige Miteinander bewahren, schützen und stärken«.

Anlass des bischöflichen Schreibens ist der missglückte Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle (Saale), der am vergangenen Mittwoch, 9. Oktober, mutmaßlich von einem 27-jährigen Deutschen in antisemitischer Absicht verübt wurde. Nach seinem erfolglos verlaufenen Versuch, sich zur Synagoge Zutritt zu verschaffen, hat der Attentäter zwei unbeteiligte Passanten erschossen und zwei weitere Personen schwer verletzt. Noch am späten Nachmittag desselben Tages hat die Polizei den mutmaßlichen Täter verhaftet. Der Generalbundesanwalt der Bundesrepublik Deutschland hat die Ermittlungen kurz nach der Tat wegen des Verdachts auf eine schwere staatsgefährdende Straftat an sich gezogen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Jugendliche für die Bibel begeistern

Di, 10/08/2019 - 09:07

Der Verein »Christival« hat seine Planungen für den im Mai 2022 in Erfurt stattfindenden gleichnamigen Jugendkongress bekanntgegeben. »Wir werden in den fünf Tagen den gesamten Philipper-Brief lesen und ihn mit den Jugendlichen in ihre Lebenssituation auslegen«, teilte der erste Vorsitzende Karsten Hüttmann aus Kassel mit. Damit werde es kein einzelnes Thema geben wie bei den vergangenen Kongressen. Die Schwerpunktthemen für die einzelnen Kongresstage würden sich aus den Inhalten des Philipper-Briefes entwickeln. Die Jugendlichen sollten wieder die Tiefe und Aktualität der Bibel entdecken, so Hüttmann. Innovative Bibellesemethoden sollten dazu beitragen, die Jugendlichen fürs Bibellesen zu begeistern.

Zu dem in Erfurt stattfindenden Kongress werden vom 25. bis 29. Mai 2022 rund 12.000 junge Christen erwartet. Die Verantwortlichen des Christivals wollen mit diesem Angebot junge Christen zwischen 14 und 24 Jahren im christlichen Glauben stärken und sie ermutigen, ihren Glauben in Kirche und Gesellschaft zu leben. Zum Veranstaltungskonzept gehören Gottesdienste, Gesprächsgruppen, Konzerte, Workshops und kreative Angebote. Die Veranstalter hätten sich auch der Frage nach der Nachhaltigkeit eines solchen Angebots für die gastgebende Stadt gestellt, erläutert Christival-Projektleiter Chris Pahl aus Kassel: »Wir wollen mit den Erfurter Christen etwas machen, was auch über den Kongress hinaus eine Relevanz für die Stadt hat.« Mögliche Ideen seien etwa Stadtteilfeste oder Arbeitseinsätze.

Bildnachweis: Bildausschnitt vom Internetangebot des Jugendkongresses »Christival 2022«

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Christival 2022 in Erfurt

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Der Christival-Jugendkongress wurde bisher sechsmal veranstaltet: 1976 in Essen (12.500 Besucher), 1988 in Nürnberg (18.500), 1996 in Dresden (30.000), 2002 in Kassel (20.000), 2008 in Bremen (16.400) und 2016 in Karlsruhe (13.500). Dem Trägerverein gehören Mitglieder aus mehr als 60 Organisationen, Jugendverbänden und Kirchen an. Der Christival e.V. ist ein Teil der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) der Evangelischen Kirche. Der 1. Vorsitzende Karsten Hüttmann und der geschäftsführende Projektleiter Chris Pahl vertreten den Verein nach außen.

Lebensnahe Sprache mit Potential zur Irritation

Fr, 09/27/2019 - 19:10

Pastor Stephan Ringeis wurde vorgestern, am Mittwoch, dem 25. September, in einem festlichen Gottesdienst in Chemnitz als neuer Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) eingeführt. Der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) vertritt damit die evangelischen Freikirchen im Sendegebiet des MDR.

Das biblische Wort als Sendestörung

In seiner Predigt thematisierte Ringeis das Evangelium von Jesus Christus als eine öffentliche Sache. Der Rundfunk biete einen einzigartigen Raum die gute Botschaft zu Gehör zu bringen. Unverzichtbar sei eine lebensnahe Sprache, die Liebe zu den Hörern und eine gute Zusammenarbeit mit dem MDR. Ringeis hob aber auch die Fremdheit des biblischen Wortes hervor, das mitunter wie eine »Sendestörung« wirken könne. Dass der MDR sich auf dieses Risiko immer wieder einlasse, sei dankenswert. Auch die anderen Andachtsautoren, so Ringeis weiter, sollten die damit verbundene Irritation nicht unterdrücken. Als neuer Senderbeauftragter sehe er bei den Freikirchen eine große Verantwortung, mit Qualität zu überzeugen.

Gefragt nach seiner Position zu den Angriffen gegen den MDR als öffentlich-rechtlichen Sender sagte Ringeis, er sehe in der Gesellschaft eine tiefgreifende geistliche Krise. Ein Sender wie der MDR sei dafür eine Projektionsfläche. Umso wichtiger sei die Mitarbeit der Kirchen im Sender, indem sie mit ihren Beiträgen sinnstiftend wirkten.

Gemeinsamer Auftrag trotz unterschiedlicher Prägung

Zum anschließenden Empfang fanden sich viele Gratulanten ein. Sandro Viroli, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Dresden drückte seine Freude über die bevorstehende Zusammenarbeit aus. Die Arbeit der Freikirchen sei eine Bereicherung für den Sender. Pfarrer Holger Treutmann, Senderbeauftragter der evangelischen Landeskirchen beim MDR, erinnerte an den einzelnen Hörer, um den es gehe. Ihn gelte es zu erreichen. Das Schielen auf Einschaltquoten könne dieses Ziel leicht verdecken.

Jürgen Single, Vorsitzender der Fachgruppe für Öffentlichkeitsarbeit in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) betonte in seinem Grußwort die Aufgabe der Kommunikation, die mit dem Amt eines Senderbeauftragten verbunden sei. Für den freikirchlichen Rundfunkausschuss grüßte Erdmann Carstens von der Evangelischen Brüder-Unität und unterstrich die gute Zusammenarbeit der Freikirchen, die in ihrer Prägung zwar sehr unterschiedlich seien, aber einen gemeinsamen Auftrag haben. Der freikirchliche Rundfunkausschuss zeigt sich dankbar, dass nach einjähriger Vakanzzeit wieder ein Senderbeauftragter seinen Dienst beginnt. Die Personalstelle wird von den beteiligten Freikirchen gemeinsam getragen und gilt hinsichtlich der Zusammenarbeit im hauptamtlichen Bereich als bislang einzigartiges Gemeinschaftsprojekt.

Erfahrener Rundfunkprediger und Gemeindepastor

Zu den Aufgaben von Stephan Ringeis als Senderbeauftragter gehört die kirchliche Verantwortung für die Rundfunk- und Fernsehgottesdienste. In Personalunion begleitet er als Rundfunkbeauftragter in Sachsen auch die Andachtssendungen »Wort zum Tag« und »Wort zum Sonntag«. In seiner Dienstzeit als Pastor sammelte der 57-jährige schon vielfältige praktische Erfahrungen in der Rundfunkarbeit. Bereits seit 1993 gehört er zum »Wort zum Tag«-Autorenteam im MDR. Nach den Gemeindestationen Neudorf, Wilkau-Haßlau und Zwickau hatte Ringeis bis Mitte dieses Jahres zehn Jahre lang das Amt des Superintendenten für den EmK-Distrikt Zwickau inne. Die Stelle des Senderbeauftragten umfasst einen Stellenanteil von 50 Prozent. Im anderen Bereich ist Ringeis als Pastor tätig und begleitet Gemeinden in Umbruchsituationen.

Im Rahmen des Gottesdienstes zum Dienstbeginn von Stephan Ringeis wurde sein Vorgänger, der baptistische Pastor Michael Schubach, verabschiedet, der diese Aufgabe bis 2018 innehatte. Der Dank für die Überbrückung der einjährigen Vakanz galt Alexander Schulze, Dozent für Praktische Theologie an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau, und Kathrin Posdzich, Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Werdau. Alle drei Personen bleiben der Rundfunkarbeit im Sendegebiet des MDR in unterschiedlicher Weise erhalten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Zum freikirchlichen Rundfunkausschuss gehören die Alt-Katholische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), der Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), die Evangelische Brüder-Unität (EBU), die Evangelisch-lutherische Freikirche (ELFK), die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), die Evangelisch-Reformierte Kirche (ERK), die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) und die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK).

Rettungsdecken und Klimaversprechen

Do, 09/26/2019 - 16:50

Mitte September traf sich der Europäische Rat methodistischer Kirchen (European Methodist Council, EMC) im »Centro Ecumene« in Velletri, einem malerischen Ort südöstlich von Rom. Gastgeberin der Tagung war die Methodistische Kirche in Italien, die dort mit der waldensischen Kirche in einer Kirchengemeinschaft verbunden ist. In der engen Zusammenarbeit dieser beiden Kirchen ist die frühere Präsidentin der gastgebenden italienischen Methodisten, Alessandra Trotta, seit Ende August als erste Methodistin auch Leiterin der »Tavola Valdese«, in der Methodisten und Waldenser ihre Beziehungen zum Staat und zu ökumenischen Organisationen gemeinsam vertreten.

Rettungsdecken als Botschaft der Offenheit

Wichtiger Bestandteil der Ratstagung ist das Kennenlernen der einladenden Kirche, um einen Eindruck zu bekommen, wie methodistische Arbeit in den verschiedenen europäischen Kontexten aussieht. In der methodistischen Gemeinde in Rom wurden die Internationalität und die politische Position deutlich, einladende Kirche zu sein und für eine offene Gesellschaft einzutreten. Momentan drückt die Gemeinde das durch aufgehängte goldene Rettungsdecken aus, die mit dem Schriftzug »Io accolgo«, versehen sind, was auf Deutsch »Ich heiße willkommen« bedeutet.

Die Methodistische Kirche in Italien engagiert sich enorm und kenntnisreich in der Arbeit mit Geflüchteten. Im Rahmen der Ratstagung wurde dies auch gewürdigt, indem die Vereinigung protestantischer Kirchen Italiens für ihr Programm »Humanitärer Korridor« als regionaler Gewinner für Europa mit dem »Nansen-Flüchtlingspreis« von der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees), ausgezeichnet wurde. Mit dem Preis werden diejenigen geehrt, die außergewöhnliche Anstrengungen unternommen haben, um gewaltsam Vertriebene und Staatenlose zu unterstützen. In weniger als vier Jahren wurden mehr als 2.000 Menschen auf legale Weise mit einem humanitären Visum in der Hand über humanitäre Korridore nach Italien und 350 weitere nach Frankreich gebracht. Aus den regionalen Preisempfängern wird Anfang Oktober dieses Jahres der Gesamtgewinner des prestigeträchtigen und mit 100.000 US-Dollar dotierten Preises gekürt.

Ratsmitglieder verabschieden Klimaversprechen

Das hochaktuelle Thema Klimawandel und Klimaschutz wurde während der Ratstagung aus theologischer Sicht erörtert und für den Erhalt der Schöpfung gebetet. Um es nicht bei Erörterungen zu belassen, wurden von den Ratsmitgliedern sechs Klimaversprechen verabschiedet. Diese haben zum Ziel, die Arbeit im Rat klimafreundlicher zu gestalten und darüber hinaus auch in die Mitgliedskirchen auf nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen hinzuwirken. So verpflichten sich die zum Rat gehörenden Kirchen, in ihren Bereichen Nachhaltigkeitsstandards zu schaffen und einen Plan zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Außerdem verpflichten sie sich, den CO2-Fußabdruck der kirchlichen Organisationsbüros zu messen und zu reduzieren. Darüber hinaus sollen bei Tagungen des Rates konsequent wiederverwendbare und nachwachsende Materialien verwendet werden, und auf nicht biologisch abbaubare Materialien und Einwegkunststoffe soll verzichtet werden. Nicht zuletzt sollen Organisation und Unterlagen der Ratstagungen konsequent papierlos organisiert werden.

Anteilnahme und Betroffenheit

In Zeiten drohender Kirchenspaltungen und des Brexits wird deutlich, wie wichtig und wohltuend Beziehungen über Länder- und Kirchengrenzen hinweg sind. Daher freut sich der Europäische Rat methodistischer Kirchen auch sehr auf die Methodistische Weltkonferenz, die im August 2021 im schwedischen Göteborg stattfinden wird. Diese Konferenz ist die alle fünf Jahre stattfindende Vollversammlung des Weltrats methodistischer Kirchen, bei der rund 3.000 interessierte Methodisten aus der ganzen Welt erwartet werden. Für die europäischen Methodisten ist es eine große Ehre, die methodistische und wesleyanische Weltgemeinschaft zu Gast zu haben.

Im Weiteren beschäftigten sich die Mitglieder des Rats mit Nachrichten aus Großbritannien angesichts des Brexits und über die innerhalb der Evangelisch-methodistischen Kirche vieldiskutierten Fragen im Nachgang zur außerordentlichen Generalkonferenz vom Frühjahr dieses Jahres. Beide Berichte wurden mit Anteilnahme und Betroffenheit gehört und Begleitung durch Gebet in den zum Rat gehörenden Kirchen zugesagt. Ganz praktisch wurde dies auch gleich durch intensive Gebetsgemeinschaften während der Ratstagung.

Turnusmäßig wurde das Präsidium neu gewählt. Harald Rückert, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, und Doug Swanney von der Methodistischen Kirche in Großbritannien teilen sich für die nächsten vier Jahre als Kovorsitzende die Leitung der Ratssitzungen.

Bildnachweis: EMC

Die Autoren
Zippora Hochholzer Klaiber, Pastor Uwe Onnen und Pastor Hans Martin Renno sind Delegierte aus Deutschland für die Evangelisch-methodistische Kirche an den Europäischen Rat methodistischer Kirchen. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Preisverleihung des Nansen-Preises des UNHCR an die Vereinigung protestantischer Kirchen Italiens
Klimaversprechen des Europäischen Rates methodistischer Kirchen
Informationen zur Methodistischen Weltkonferenz 19.-22. August 2021 in Göteborg
Chiesa Evangelica Valdese, Unione delle Chiese metodiste e valdesi (italienisch)
Methodistische Kirche in Italien (italienisch)

Zur Information
Europäischer Rat methodistischer Kirchen (European Methodist Council, EMC)
Im EMC sind die drei europäischen Zentralkonferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche sowie weitere methodistische Kirchen und vereinigte Kirchen mit geerbter methodistischer Tradition vertreten. Diese sind präsent in Albanien, Armenien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Moldawien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland. Neu begrüßt wurde in diesem Jahr die Wesleyan Church /Wesleyanische Kirche) als neues Mitglied und die Free Methodist Church (Freie methodistische Kirche), die zunächst einen Besucherstatus hat.
Die Mitgliedskirchen des EMC beraten sich über Fragen von gemeinsamem Interesse, entwickeln Impulse und Angebote zur Förderung des methodistischen Zeugnisses in Europa, teilen bei Bedarf ihre Ressourcen miteinander, helfen sich gegenseitig zur besseren Vertretung in ökumenischen und säkularen Gremien und koordinieren die methodistische Zusammenarbeit in Europa. Ein ständiger Ausschuss des EMC ist für den »Fonds Mission in Europa« zuständig. Für den Fonds werden finanzielle Mittel eingeworben und an solche Kirchen und Konferenzen in Europa verteilt, die für ihre Missions- und Sozialarbeit Unterstützung benötigen. Der Rat hat nur beratende Funktion. Entscheidungen der Ratstagungen sind für die Mitgliedskirchen nicht bindend. Die nächste Ratstagung findet im September 2021 in Stuttgart statt. www.methodist.eu/de

Der Nansen-Flüchtlingspreis
Der Nansen-Flüchtlingspreis wurde 1954 ausgelobt und wird jährlich verliehen, um Einzelpersonen oder Organisationen zu ehren, die sich um die Sache der Flüchtlinge besonders verdient gemacht haben. Namensgeber ist der norwegische Polarforscher und erster Hoher Flüchtlingskommissar Fridtjof Nansen. Seit 1979 ist der Preis mit 100.000 US-Dollar dotiert, die der Preisträger einem Flüchtlingsprojekt freier Wahl zukommen lassen kann. Der Preis wird vom Nansen Refugee Award Committee vergeben, das vom Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen geleitet wird. Der Gesamtsieger des Preises für das Jahr 2019 wird am 2. Oktober bekanntgegeben und vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, im Rahmen einer Zeremonie am 7. Oktober in Genf vorgestellt und geehrt.

EmK-Gemeinde in Salzburg hat reformierte Pfarrerin

So, 09/22/2019 - 09:40

In der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wurde am vergangenen Sonntag, dem 15. September, Dorothee Büürma als Pastorin der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Salzburg, Österreich, eingesetzt. Das Besondere an dieser, von Superintendent Stefan Schröckenfuchs durchgeführten Einsetzung in den neuen Dienst, ist die Tatsache, dass Büürma Pfarrerin der Vereinigten Reformierten Kirche (United Reformed Church, URC), einer reformierten Kirche in Großbritannien, ist. In ihrer Antrittspredigt hob die neue Pastorin hervor, wie Gott sich auf die Suche nach den Verlorenen mache und sich von Herzen freue, wenn er sie findet und ihnen damit wieder eine Zukunft eröffnen kann. So habe auch Jesus stets die Gemeinschaft mit denen gesucht, die von der Gesellschaft als »verloren« angesehen wurden.

Aus Deutschland über England nach Österreiche

Die neue Salzburger EmK-Pastorin stammt aus einer lutherischen Pfarrersfamilie aus dem baden-württembergischen Kupferzell. Nach ihrem Abitur hatte sie als »Family Church Worker« in einer methodistischen Gemeinde im englischen Manchester gearbeitet. Ihr Studium der Kontextuellen Theologie absolvierte sie am »Luther King House«, einer theologischen Ausbildungsstätte, die in Manchester von verschiedenen kirchlichen Denominationen (reformiert, methodistisch, baptistisch) gemeinsam betrieben wird. Im Jahr 2013 wurde sie zur Pfarrerin der United Reformed Church (URC) in England ordiniert. Seit dem 1. September ist Büürma, die weiterhin Pfarrerin der URC ist, als Pastorin in der EmK in Salzburg im Dienst. Ökumenische Offenheit und die Bereitschaft über konfessionelle Grenzen hinaus zu denken sind ein wesentliches Merkmal der neuen Salzburger Pastorin. Merkmale, die auch für die Salzburger EmK-Gemeinde prägend sind.

Praktizierte Ökumene

Die jetzt in der EmK-Gemeinde Salzburg praktizierte ökumenische Dienstzuweisung basiert auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der Kirchen innerhalb der »Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa« (GEKE). Diese Kirchengemeinschaft schließt die gegenseitige Anerkennung von Amt und Ordination ein.

Bildnachweis: Bernhard Pöll, EmK Österreich

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
www.emk.at/blog/die-emk-salzburg-hat-eine-neue-pastorin
Luther King House
Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)

Zur Information
Die United Reformed Church (URC) entstand 1972 aus dem Zusammenschluss der Presbyterianische Kirche Englands (Presbyterian Church of England) und der Kongregationalistischen Kirche in England und Wales (Congregational Church in England and Wales). In den Jahren 1981 und 2000 schlossen sich ihr die Reformed Churches of Christ sowie die Congregational Union of Scotland an. Derzeit gehören der URC rund 150.000 Erwachsene und 100.000 Kinder und Jugendliche in 1.750 Gemeinden an.
www.urc.org.uk/

Ökumenepreis der ACK geht an »Sodener Passion«

Fr, 09/20/2019 - 10:00

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) wurde am vergangenen Mittwoch, den 18. September, in Augsburg der Ökumenepreis der ACK Deutschland überreicht. In einem Festakt wurde der mit 3000 Euro dotierte Preis an die »Sodener Passion« verliehen.

Mit der Preisverleihung wird das positive Miteinander der christlichen Kirchen in Bad Soden am Taunus gewürdigt, das auf einem fast 50-jährigen ökumenischen Weg basiert. Seit 16 Jahren begehen die in in dem Taunusstädtchen beheimateten christlichen Kirchen die Passionszeit gemeinsam. Den Anfang machten die evangelisch-lutherische und die römisch-katholische Kirche, bald darauf stieß auch die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche dazu. »Ich freue mich, dass mit diesem Projekt eine Initiative ausgezeichnet wird, die von hohem ehrenamtlichem Engagement getragen ist«, schrieb Kardinal Walter Kasper, der Schirmherr des Ökumenepreises, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung.

Auch nicht-kirchliche Stationen werden einbezogen

Die Jury des Ökumenepreises wählte das Projekt aus, weil es »Modellcharakter auch für andere örtliche Gegebenheiten und größere Städte« haben könnte, heißt es in der Begründung. »Jedes Jahr entscheiden sich die Christinnen und Christen in Bad Soden für ein gesellschaftlich relevantes Thema, zu dem die unterschiedlichsten Veranstaltungen stattfinden«, betonte Jurymitglied Pastor Jürgen Stolze von der evangelisch-methodistischen Kirche in seiner Laudatio. Mit Vorträgen, kulturellen Angeboten bis hin zu Filmvorführungen sei es gelungen, Ökumene im öffentlichen Raum erlebbar werden zu lassen. Bei den verschiedenen Angeboten werden auch nicht-kirchliche Stationen, wie zum Beispiel das Sozialamt der Stadt, miteinbezogen. Die engagierten Christen haben sich dabei bereits mit dem Leid von Müttern befasst oder mit dem Thema »Fasten«. Im Jahr des Reformationsgedenkens 2017 wurde nach der Passionszeit am Ostermontag ein ökumenischer Gottesdienst mit der Taufe evangelischer und katholischer Kinder gefeiert. »Damit haben wir bewusst ein Zeichen gesetzt, weil die Taufe das Sakrament der Einheit in Christus ist«, betonte Pfarrer Achim Reis, von der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Soden. Zur Preisverleihung in Augsburg begleiteten ihn die ehrenamtlich tätige Katholikin Brunhild Haller und Esther Schaller von der evangelisch-methodistischen Gemeinde.

Jahr der Ökumene 2021

Wichtiger Tagesordnungspunkt der am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche tagenden Mitgliederversammlung der ACK waren mehrere für die Ökumene wichtige Ereignisse, die im Jahr 2021 stattfindende werden: Neben dem dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main treffen sich rund 750 Delegierten und über 4000 Gäste und Beobachter des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe zu ihrer Vollversammlung. Zudem werden auch 2021 die Gebetswoche für die Einheit der Christen und der Ökumenische Tag der Schöpfung durchgeführt. Die bundesweite Eröffnungsveranstaltung des ökumenischen Schöpfungstages soll im Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Bodensee begangen werden. Aufgrund dieser Häufung bedeutsamer ökumenischer Ereignisse sprachen sich die Mitglieder der ACK Deutschland für ein gemeinsames Jahresmotto aller ökumenischen Veranstaltungen unter dem Titel »2021: Jahr der Ökumene« aus.

Die Einheit in Vielfalt hat Zukunft.

Im Hinblick auf die Vorbereitung des Dritten Ökumenischen Kirchentags betonte die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland, dass es sich bei Ökumene nicht nur um das Miteinander von Evangelischer und Römisch-katholischer Kirche handle, sondern vielmehr um eine multilaterale Kooperation. Die Mitgliederversammlung sprach sich deshalb für eine starke Präsenz der ACK beim Ökumenischen Kirchentag aus. Die Mitgliederversammlung erinnerte außerdem an 20 Jahre »Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre«. Der 1999 von der Römisch-katholischen Kirche und vom Lutherischen Weltbund unterzeichneten Erklärung haben sich mittlerweile auch der Weltrat Methodistischer Kirchen, die Anglikanische Gemeinschaft sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen angeschlossen. Weitere Konfessionen diskutieren, wann sie dies gegebenenfalls tun können. Die Einheit in Vielfalt hat Zukunft.

Bildnachweis:  ACK/Riffert

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
www.sodener-passion.de
www.oekumenepreis-der-ack.de

Zur Information
Der Ökumenepreis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) wird alle zwei Jahre verliehen. Das Preisgeld wird durch die Bank für Kirche und Caritas, durch die Bank für Kirche und Diakonie, durch die Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden Bad Homburg sowie durch die Spar-und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Witten zur Verfügung gestellt. Schirmherr des Ökumenepreises ist der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper.

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.

www.oekumene-ack.de

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