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Aktualisiert: vor 5 Stunden 41 Minuten

Wo sich Gerechtigkeit und Friede küssen

Mi, 07/18/2018 - 13:30

An diesem Mittwoch wäre der ehemalige Freiheitskämpfer und spätere Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hundert Jahre alt geworden. Der aus einer methodistischen Familie stammende Häuptlingssohn war als Freiheitskämpfer und politischer Gefangener weltweit bekanntgeworden. Nach dem Ende des Apartheidregimes in Südafrika war er der erste schwarze Präsident Südafrikas. Am 5. Dezember 2013 verstarb er im Alter von 95 Jahren. Viele Menschen hat dieser Mann durch sein Leben, seine Haltung sowie sein Auftreten und sein Reden inspiriert und gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

»Kommen Sie zu uns an den Tisch«

Als Nelson Mandela am 11. Februar 1990 die Haftanstalt verließ, hatte er siebenundzwanzig Jahre Haft hinter sich. Als Widerstandskämpfer gegen das Apartheid-Regime in Südafrika war er ursprünglich zu »Lebenslänglich« verurteilt worden. Zu der Zeit war er bereits zu einer Ikone stilisiert, die er nie sein wollte. Dass er zu einer solchen Ikone wurde, hatte neben seinem unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Aufhebung der Rassentrennung auch damit zu tun, dass er diesen – manche Zeitzeugen, Wegbegleiter und Journalisten meinen übermenschlichen – Willen zur Versöhnung besaß. Wie sehr Mandela diese Haltung lebte, schildert der anglikanische Geistliche Harry Wigget in seinem 2007 in Kapstadt erschienenen Buch »A Time to Speak«, auf Deutsch etwa »Sprechen wir darüber«. Darin beschreibt Wigget, wie er 1982 als Gefängnispfarrer für die politischen Gefangenen im Pollsmoor-Gefängnis zuständig war, unter denen sich auch Nelson Mandela befand. Der erste von ihm geleitete Abendmahlsgottesdienst hinterließ bei Wigget nachdrückliche Spuren. Die Gefangenen standen um den Abendmahlstisch, während sie von einem Gefängnisaufseher kritisch überwacht wurden. Mandela unterbrach den Geistlichen während der Liturgie und ging auf den Aufseher namens Christo Brand zu. Mandelas Frage, ob er Christ sei, bejaht dieser, woraufhin Mandela ihn aufforderte: »Dann kommen Sie zu uns an diesen Tisch. Sie können nicht abseits sitzen bleiben. Das ist das heilige Abendmahl, wir müssen es teilen und gemeinsam empfangen.«

Einer, der Ärger macht

Während seines ganzen Lebens hatte Nelson Mandela viele Verbindungen zum Methodismus. Er wurde am 18. Juli 1918 im Dorf Mvezo in der Nähe von Umtata, der in der östlichen Kap-Region gelegenen Hauptstadt der Transkei, geboren. Nelson, sein britischer Vorname, wurde ihm erst von einer Lehrerin in der Grundschule gegeben. Sein ursprünglicher Rufname lautete Rolihlala, was gutmeinend mit »einen Ast vom Baum abbrechen« übersetzt werden kann. Hinter der netten Übersetzung verbirgt sich jedoch eher ein »Unruhestifter« oder »einer, der Ärger macht«. Als Jugendlicher wurde er in einer methodistischen Kirche getauft und besuchte ein methodistisches Internat, in dem viele spätere afrikanische Führungspersönlichkeiten ausgebildet wurden. Als gutgebildeter junger Mann und Jurist schloss er sich früh der Anti-Apartheid-Bewegung an, in der er unter anderem auch von methodistischen Pastoren und Pädagogen begleitet und beraten wurde. Als einer der Führer im Anti-Apartheid-Kampf wurde er 1963 zu lebenslanger Haft auf der gefürchteten Gefängnisinsel Robben Island verurteilt. Der methodistische Pastor Peter Storey war dort Gefängnispastor und hatte dadurch einen intensiven seelsorgerlichen Kontakt mit Nelson Mandela und den mit Mandela einsitzenden politischen Gefangenen.

Ohne Wahrheit keine Heilung

Vier Jahre nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis, wurde Mandela 1994zum Präsidenten Südafrikas gewählt. Als Präsident arbeitete Mandela eng mit Kirchenführern zusammen, um die Neugestaltung der Nation unter den Zeichen wirksamer Versöhnung und Vergebung auf den Weg zu bringen. So berief er neben anderen auch Peter Storey, einen weiteren ehemaligen Gefängnisseelsorger, in die Wahrheits-und Versöhnungskommission, die im Jahr 1995 gegründet wurde. Die Arbeit dieser Kommission gilt weltweit als Vorbild, wie nationale Heilung und Vergebung aus vorher scheinbar unüberwindbaren und feindlichen Gegensätzen möglich werden kann. »Wir wussten, dass Wahrheit die Voraussetzung ist, um eine neue Nation aufzubauen«, sagte Storey im Rückblick auf diese Ereignisse. »Ohne Wahrheit keine Heilung. Ohne Vergebung keine Zukunft.«

Träger des Methodistischen Friedenspreises

Der Weltrat Methodistischer Kirchen ehrte Mandela als »Symbol für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden« und sprach ihm den Methodistischen Friedenspreis im Jahr 2000 zu. Seine »bemerkenswerte Freiheit von Bitterkeit und sein ganzes Leben spiegeln Qualitäten, die für den Methodistischen Friedenspreis ausschlaggebend sind«, sagte Frances Alguire, Vorsitzende des Rats, bei der Preisvergabe. Im Jahr 1999 zog sich Mandela aus seiner politischen Verantwortung als Präsident Südafrikas zurück, hatte aber weiterhin großen Einfluss sowohl weltweit als auch auf dem afrikanischen Kontinent. Seinen letzten vielumjubelten Auftritt hatte Mandela 2010 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.

Eine andere Welt ist möglich

Der von vielen verehrte Nelson Mandela findet sich heute mit seinem Bildnis auf den Geldscheinen Südafrikas und als Namensgeber für Brücken, Schulen, Universitäten, Straßen und Plätzen. Sogar eine Stadt trägt seinen Namen. Mandela selbst war diese Art der fast an Heiligenverehrung grenzenden Huldigung suspekt, auch weil er wusste, dass menschliches Leben immer unvollkommen ist. Bei aller Anerkennung zeigt die gesellschaftliche Lage in Südafrika auch die Grenzen seines Wirkens auf. Seine Konzilianz gegenüber Weißen fand und findet immer wieder scharfe Kritiker, und die Entwicklung Südafrikas zu einer Nation ohne Rassismus scheint steckengeblieben zu sein. Nicht zuletzt wird auch die in der Partei African National Congress (ANC) grassierende Korruption und Vetternwirtschaft mit dafür verantwortlich gemacht, gegen die Mandela nicht genug vorgegangen sei. Trotzdem bleibt Nelson Mandela als eine Persönlichkeit in Erinnerung, die ihrem Volk half, Unrecht beim Namen zu nennen, es aufzuarbeiten und so Versöhnung zu bewirken. Dass dies darüber hinaus die Welt bewegte und Menschen veränderte, ist ein Zeichen dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt, in der »Gerechtigkeit und Friede sich küssen«, wie es die Bibel in Psalm 85,11 ausdrückt.

Bildnachweis: UMTV, https://youtu.be/soUFVDLFWV4

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Buchhinweis (nur Englisch): Harry Wiggett, A Time to Speak (Cape Town, 2007)

Gottes Gnade verändert Menschen und Gesellschaft

Mo, 07/16/2018 - 11:35

Den Gottesdienst zu besuchen ist heilsam. Hier kann die Gnade Gottes erfahren werden – unabhängig davon, wo ein Mensch im Glauben und im Leben steht. Wie das in der methodistischen Theologie gründet und was es für den Gottesdienst der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) bedeutet, beschreibt der an der Theologischen Hochschule in Reutlingen lehrende Professor für Praktische Theologie Holger Eschmann in einem Artikel für das EmK-Magazin »unterwegs«:

Gnade hoch drei

Der Gottesdienst wird im Methodismus als ein »Gnadenmittel« bezeichnet. Das sind Zeichen, Worte oder Handlungen, die Gott üblicherweise nutzt, um den Menschen Gnade zukommen zu lassen. Neben dem Gottesdienst zählen das Abendmahl, die Beschäftigung mit Gottes Wort, das persönliche und gemeinsame Gebet und das Fasten zu den Gnadenmitteln. In den Gnadenmitteln teilt der dreieinige Gott seine Gnade auf eine dreifache Weise mit, nämlich als zuvorkommende, rechtfertigende und heiligende Gnade. Was heißt das?

Zuvorkommende Gnade – Gott sucht den Menschen

Wie die Reformatoren im 16. Jahrhundert sah John Wesley den Menschen wegen der Sünde nicht in der Lage, von sich aus zu Gott zu finden. Er hielt auch an dieser Auffassung fest, als in der Epoche der Aufklärung anders darüber gedacht wurde. Wesley war allerdings davon überzeugt, dass Gottes Geist in seinen Geschöpfen mit seiner zuvorkommenden Gnade immer schon am Werk ist – auch bei denen, die noch nicht an Gott glauben. Mit Hilfe des Gewissens und der Sehnsucht nach Sinn, Erfüllung und Heil treibt demnach der Heilige Geist den Menschen hin zu Gott. Ebenfalls wie die Reformatoren predigte John Wesley die Rechtfertigung des Menschen allein aus Gnade und Glauben.

Rechtfertigende Gnade – von Schuld befreit

Durch die rechtfertigende Gnade befreit Gott den Menschen. Dabei ist der Glaube an Gott und sein Heil in Jesus Christus nicht als menschliche Leistung zu verstehen, sondern ganz als göttliches Geschenk. Christus tat am Kreuz nicht nur etwas für den Menschen, so dass Gott ihn deshalb als Gerechten ansieht, sondern er tut im Heiligen Geist auch etwas im Menschen. Er befreit von Schuld und von der Macht der Sünde und er schenkt Gewissheit des Heils.

Heiligende Gnade – Gott verwandelt

Schließlich vermittelt Gott durch seinen Geist nach dem Verständnis John Wesleys auch die heiligende Gnade: Sie prägt Menschen, die Jesu Christus nachfolgen, nach seinem Bild und führt sie zu einem Leben im Dienst Gottes und des Nächsten. Auch die Heiligung geschieht allein aus Gnade und Glauben und ist kein Verdienst des Menschen. Aber sie nimmt den ganzen Menschen mit Herzen, Mund und Händen in Dienst. Für John Wesley wirkt der Geist Gottes so, dass einzelne Menschen verändert werden, aber auch eine Gemeinschaft kann von ihm geprägt werden und die Gesellschaft als Ganzes.

Gemeinschaft der Suchenden und Glaubenden

Gottes Gnade wirkt dreifach. So verstehen sich methodistische Gemeinden als »Gemeinschaft von Suchenden und Glaubenden«. Auch bei Suchenden ist Gott mit seiner zuvorkommenden Gnade am Werk. Das zeigt sich auch im Gottesdienst, zum Beispiel im sogenannten »Offenen Abendmahl«. Zum Abendmahl sind in der Evangelisch-methodistischen Kirche alle Menschen eingeladen, ob Kinder oder Erwachsene, ob getauft oder ungetauft, ob gläubig oder suchend. Ausschlaggebend ist das Verlangen des Menschen, im Abendmahl der Gnade und Liebe Gottes zu begegnen. Diese unter den Freikirchen unübliche Offenheit bei der Zulassung zum Abendmahl ist – wie bereits gesagt – in John Wesleys dreifachem Gnadenverständnis begründet.

Ein Zitat aus der von Walter Klaiber und Manfred Marquardt geschriebenen methodistischen Dogmatik »Gelebte Gnade« bringt es auf den Punkt: Das Verständnis vom »Offenen Abendmahl« bedeutet, »dass Gottes Geist ... Menschen durch die Teilnahme an der Abendmahlsfeier sowohl zum Glauben führen als auch im Glauben und in der Gewissheit festigen (kann); er kann sie zur Hingabe an Christus und an ihre Mitmenschen sowie zur Verantwortung in allen Bereichen ihres Lebens erneuern«.

Dieser Artikel ist dem EmK-Magazin »unterwegs« 14/2018 vom 8. Juli 2018 entnommen.
Bildnachweis: Susanne Meister, THR 

Der Autor
Holger Eschmann lehrt an der Theologischen Hochschule Reutlingen praktische Theologie. Kontakt: holger.eschmann(at)emk.de.

Ein Gott, eine Kirche, eine Mission

Sa, 07/14/2018 - 07:23

Wie bereits mehrfach auf emk.de berichtet, waren drei junge Missionare im Auftrag des international tätigen Missions- und Hilfswerks (General Board of Global Ministries, GBGM) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) auf den Philippinen tätig. Im Februar waren Tawanda Chandiwana aus Simbabwe, Miracle Osman aus Malawi und Adam Shaw aus den USA an einem Kontrollpunkt der philippinischen Polizei in Gewahrsam genommen worden, nachdem sie an einer internationalen ökumenischen Untersuchung mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen im Süden des Landes im Gebiet um die Stadt General Santos teilgenommen hatten. Die Ausreise aus dem südostasiatischen Land war ihnen daraufhin verweigert worden. Mit einer internationalen Informations- und Unterstützungskampagne waren bereits zwei der drei Missionare freigekommen. Jetzt ist auch Miracle Osman aus Malawi frei. Olav Schmidt, Pastor der EmK aus Deutschland, ist im Auftrag der EmK-Weltmission als Missionar in Malawi tätig und hat das Schicksal von Miracle aufmerksam begleitet. Zurzeit ist er auf Heimaturlaub und zu Gemeindebesuchen in Deutschland. Über die Rückkehr von Miracle berichtet er:

Miracle war von Malawi aus für einen zweijährigen Dienst auf die Philippinen ausgesandt worden. Dort setzte sie sich zusammen mit anderen ausgesandten Personen mit der Evangelisch-methodistischen Kirche vor Ort für Menschenrechte ein. Ein riskanter Auftrag, wie Miracle in ihren Freundesbriefen immer wieder schrieb. Aber sie wusste sich dazu mit anderen Mitarbeitenden von Gott berufen. Bei einer der Menschenrechtsaktionen war Miracle mit zwei anderen Missionaren kurzzeitig von den philippinischen Behörden in Arrest genommen worden und auf der schwarzen Liste der Regierung gelandet. Dann kam der Schock: Über die sozialen Medien erfuhren wir, dass Tawanda aus Simbabwe in Haft genommen wurde und Miracles Pass eingezogen worden war. Innerhalb der weltweiten EmK wurde daraufhin die Aktion »Let them leave« (Lasst sie gehen) gestartet, und die Methodisten in Malawi starteten eine Gebetskampagne.
Einige Zeit später erreichte mich die Nachricht von Miracle: »Tawanda ist frei.« Sie postete ein Bild von ihm, als er sie nach der Entlassung anruft. Mir wird angst, weil er zwar ausreisen darf, Miracle aber ihren Pass noch nicht wiederbekommen hatte. Es hieß, ihr Fall würde noch untersucht. »Was ihr wohl noch bevorsteht?«, war mein erster Gedanke. Ich nehme die Gelegenheit meines Reisedienstes durch EmK-Gemeinden in Deutschland wahr, um Brücken zwischen Deutschland, Malawi und den Philippinen zu schlagen. In jeder Gemeinde beten wir für Miracle. Vor einigen Tagen kam dann das mutmachende Foto: Miracle mit ihrem Pass, den sie in die Kamera hält. Noch aber war die Ausreise nicht genehmigt. Wir beteten weiter, und endlich kam die Nachricht: »Miracle wird am Freitag in Lilongwe in Malawi eintreffen.«
Zur Ankunft waren gestern der Konferenzsuperintendent Daniel Mhone, Miracles Pastor Ephraim Kambona samt Frau und natürlich Miracles Eltern, Pastor KDO Nkhata und Ehefrau Juliet, mit vielen Freunden gekommen. In der EmK in Malawi herrscht große Freude über die Freilassung von Miracle und der beiden anderen Missionare. Aber das Gebet geht weiter: für die EmK auf den Philippinen, für den dortigen Einsatz für Menschenrechte und für die Bewahrung der Mitarbeiter.

In einem Video auf Facebook dankt Miracle für die Unterstützung: »Vielen Dank, dass ihr eure Stimme erhoben habt, als wir nicht sprechen konnten. Danke, dass ihr unsere Geschichte erzählt habt, als wir selbst sie nicht weitergeben konnten, und dass ihr mit uns zusammen gekämpft habt, als wir uns nicht stark genug fühlten, das selbst zu tun.«

Bildnachweis: Christopher Hamera, Malawi

Der Autor
Olav Schmidt ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche. Er wurde von Deutschland aus nach Malawi gesandt, um dort bei der Aus- und Weiterbildung von Pastorinnen und Pastoren sowie Laien zu helfen.

Weiterführende Links
Bericht auf der Homepage der EmK Schweiz
Bericht auf der Homepage der EmK USA (englisch)

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

Fr, 07/13/2018 - 11:15

Im Rahmen des Studium Generale der drei Reutlinger Hochschulen war Martin Hein am 4. Juli zu einem Vortrag in der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu Gast. Es ging um das Thema »Glauben wir an denselben Gott? – Zur Gottesvorstellung in Christentum und Islam«. Auf die Frage, ob Muslime und Christen und auch Juden an denselben Gott glauben, antwortete der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit: »Ja, aber«. Die Frage nach Gott sei eine Kernfrage der Theologie, so der Bischof. Da die Beantwortung der Frage zur gesellschaftlichen Befriedung beitragen kann, sei sie aber auch eine höchst politische Frage. »Ja«, meinte Bischof Hein, »wir glauben an denselben Gott. Wir beten zu demselben Gott. Aber wir tun es auf verschiedene und – was Christen und Muslime angeht – auf sich gegenseitig ausschließende Weise.«

Der Glaube als verbindendes Element

Hein hob zunächst die bedeutende Rolle der Theologie hervor, die für eine gesellschaftliche Debatte über Religion unverzichtbar sei. In monotheistischen Religionen könnte der Frage nach Gott über abstrakte philosophische Betrachtungen nachgegangen werden. Hein jedoch ging ganz im Sinne des christlichen Glaubens von religiöser Erfahrung aus, die sich vor allem im Gebet zeige und sich in Bekenntnissen ausbilde. Der mit dem Schwerpunkt Kirchengeschichte habilitierte evangelische Theologe wies auf das Verständnis der Theologen in der Reformationszeit im 16. Jahrhundert hin. Diese hätten zwar einen Wettstreit zwischen Koran und Bibel gesehen, der Monotheismus – der Glaube an den einen Gott – habe dabei aber als verbindendes Element zwischen den Religionen gegolten. Somit sei die Frage, ob Christen und Muslime an denselben Gott glauben, aus christlicher Sicht eine relativ junge Frage.

Zurückhaltung beim Beten

Die mit dem »Aber« angedeutete Grenze der Gemeinsamkeit sieht Bischof Hein beim gemeinsamen Beten. Da pflege er Zurückhaltung. Interreligiöses Beten markiere eine Grenze, die nur in Ausnahmefällen überschritten werden solle, wenn es etwa um die Bewältigung gemeinsam erlittener Katastrophen gehe. Eine Brücke könne die »Anrufung Gottes als des Barmherzigen« sein, jedoch dürfe die eigene Identität dabei nicht aufgegeben werden.

Mitverantwortung zum gesellschaftlichen Frieden

Auch am Ende des Vortrags forderte Hein die Religionen nachdrücklich dazu auf, Theologie zu treiben. Der christliche Gottesbegriff könne gerade durch die anspruchsvolle Vorstellung der dynamischen Dreieinigkeit den Raum für das interreligiöse Gespräch bereiten. Theologie sei der Unterscheidung und der Offenheit in der Auslegung der heiligen Texte verpflichtet und zur öffentlichen Rechenschaft aufgefordert. Deshalb trage sie auch eine Mitverantwortung zur gesellschaftlichen Befriedung.

Kompliment mit Aufforderungscharakter

Hein, der seit dem Jahr 2000 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist und 2005 zum Honorarprofessor der Universität Kassel ernannt wurde, ließ im Umfeld der Veranstaltung erkennen, wie sehr er den Methodismus kennt und versteht. So betrachtet er die Evangelisch-methodistische Kirche in erster Linie nicht als eine Freikirche, sondern als eine Weltkirche. Aus dieser Weltsicht könne die EmK lokale Aufgaben in globalem Zusammenhang sehen und sei ökumenisch auf Weltebene höchst wirksam. – Ein kerniger und anregender theologischer Vortrag und eine höchst erfreuliche Begegnung!

Bildnachweis: Susanne Meister, THR

Der Autor
Professor Christof Voigt lehrt Philosophie und Biblische Sprachen an der Theologischen Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Das Studium Generale ist eine Veranstaltungsreihe der Reutlinger Hochschulen, zu denen die Theologische Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche, die Hochschule Reutlingen und die Evangelische Hochschule Ludwigsburg mit ihrem Reutlinger Campus gehören. Die Hörerschaft des öffentlichen Angebots setzt sich aus dem akademischen und dem kirchlichen Umfeld und der Reutlinger Öffentlichkeit zusammen. Der letzte Vortrag im Rahmen des Sommersemesters 2018 fand am 4. Juli statt. Informationen über ähnliche Veranstaltungen: www.th-reutlingen.de 

Teure Lektion im Verzeihen

Mo, 07/09/2018 - 13:30

Es ist der 26. Januar 2017: Ein junger und ein alter Mann aus Birma, dem heutigen Myanmar, begrüßen sich in Frankfurt am Main. Zwanzig Jahre lang hatte verbittertes Schweigen zwischen diesen beiden Männern geherrscht. Der junge Mann bin ich, der alte ist mein ehemaliger Trainer.

Tore schießen wie »Müller für Deutschland«

Deutsche würden vielleicht Gerd Müller nennen, wenn man sie nach dem Fußballstar ihrer Kindheit fragte. Aber wenn ein neunjähriger Junge in Birma Gerd Müller als sein Idol bezeichnet, ist das ungewöhnlich. Doch ich verehrte den »Bomber«, denn auch ich wollte Nationalspieler werden und Tore für Birma schießen, wie Müller für Deutschland. Mit 14 begann ich in der Junioren-Mannschaft.

Im Jahr 1988 kam es in meiner Heimat zu politischen Unruhen. Generäle hatten überall im Land die Macht übernommen. Im Namen der Sicherheit und nationalen Einheit wurden Künstler, Journalisten und alle, die mit der Militärdiktatur nicht kooperierten, eingesperrt. Wenn internationale Organisationen diese Willkür anprangerten, versuchte das Regime durch Festivals, Musik- und Sportveranstaltungen davon abzulenken und auf diese Weise Frieden und wirtschaftliche Entwicklung vorzuspiegeln.

Ein jäh zerstörter Traum

Für ein Turnier der U-18-Fußballmannschaften in der Hauptstadt Rangoon wurde ich 1993 ausgewählt, unsere Region in der Juniorenmannschaft zu repräsentieren. Wir erreichten den dritten Platz. Es war der größte Erfolg in der Geschichte unserer Jugendmannschaft, und ich war der »Mann des Spiels«. Die Landesmeisterschaft 1997 sollte in meiner Heimatstadt Hakha ausgetragen werden. Mit den Fans meiner Heimat im Rücken würde ich den Sprung ins Nationalteam schaffen.

Ein halbes Jahr vor der Meisterschaft wurden die entsprechenden Vorbereitungen durch die Militärregierung getroffen. Alle Spieler, der Trainer und die Heimfans waren hochmotiviert. Am zweiten Trainingstag wies ich unseren Trainer auf die mangelnde Vorbereitung hin. Ich versuchte ihn für bessere Unterstützung zu gewinnen, doch er ignorierte meine Vorschläge und drohte mir, mit den Militärs über mich zu sprechen. Mit zwölf weiteren Spielern unserer Mannschaft bestreikten wir daraufhin das nächste Training. Einige Offiziere der lokalen Regierung beschuldigten uns, dass wir für mehr Geld streiken würden. Das Militär sah uns plötzlich als Oppositionelle. Sogar einige meiner engsten Freunde verleumdeten mich. Dabei war unser einziges Ziel als Fußballer, die Trophäe zu gewinnen. Doch die Militärs wollten für die scheinbare innere Harmonie einen störungsfreien Veranstaltungsablauf. Am meisten verletzte mich, dass unsere Betreuer mit der Militärdiktatur gemeinsame Sache machten, sogar unser Trainer. Dadurch wurde mein Traum jäh zerstört und ich fiel für zwei Jahre in eine Depression. Unseren Trainer und die Vereinsspitze, die mit der Militärdiktatur kooperierten, konnte ich nicht einmal mehr grüßen. Wie sollte ich die respektieren, die ihre Macht auf dem Rücken Unschuldiger ausübten?
Hass und Verbitterung brannten in mir.

Wiedersehen in Deutschland

Nach der Meisterschaft versuchte mein Trainer mehrmals Kontakt zu mir aufzunehmen, doch ich wies ihn zurück. Wie konnte ich mit jemandem sprechen, der meinen Jugendtraum, ja mein Leben zerstört hatte? Als ich letztes Jahr nach Deutschland kam, begegnete ich meinem früheren Trainer noch einmal in Frankfurt. Diesmal konnte ich ihn von ganzem Herzen grüßen, denn nach 20 Jahren habe ich ihm vergeben. Ich konnte ihm sagen, dass mich die Offiziere zwar vom Fußball ausgeschlossen haben, aber Gott mich eingeladen hatte, Theologie in Birma, Indien und Schweden zu studieren. Nach neuneinhalb Jahren Theologiestudium konnte ich fünf Jahre lang als methodistischer Pastor in abgelegenen ländlichen Gebieten arbeiten. Aus einem depressiven Fußballspieler mit gebrochenem Herzen war ein fröhlicher Diener Gottes geworden. Hass wandelte sich in Vergebung und Verbitterung in Freude.

Göttliche Lektion

Inzwischen startete ich ein neues Leben in Augsburg als Ehemann und Vater eines kleinen Jungen. Meinem Trainer habe ich verziehen, obwohl er mich nie darum bat. Seitdem kann ich beten, wie es Jesus uns gelehrt hat: »… wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«. Das Scheitern im Fußball hat mich eine teure Lektion in Verzeihen gelehrt: Während unser Traum zerschmettert wird, bereitet Gott etwas Besseres für uns vor!

Dieser Artikel ist dem EmK-Magazin »unterwegs« 14/2018 vom 8. Juli 2018 entnommen.
Bildnachweis: privat

Der Autor
Ruang Lian ist Theologe und lebt in Augsburg. Kontakt: redaktion(at)emk.de.

Zwei von drei Missionaren frei und ausgereist

Do, 07/05/2018 - 17:30

Für die Bewilligung der Ausreise dreier junger Missionare auf den Philippinen hatten der Bischofsrat und das international tätige Missions- und Hilfswerk (General Board of Global Ministries, GBGM) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eine Informations- und Unterstützungskampagne gestartet. Nun ist ein Missionar bereits zu Hause und ein zweiter auf dem Heimweg.

Adam Shaw wurde in seine Heimat abgeschoben und ist inzwischen zu Hause in Brunswick, US-Bundesstaat Ohio, angekommen. Tawanda Chandiwana wurde aus dem Gefängnis entlassen und abgeschoben. Er befand sich am Donnerstagnachmittag mitteleuropäischer Zeit auf der Heimreise nach Mutare in Simbabwe. Auf dem Weg vom Gefängnis zum Flughafen in Manila wurde er nicht nur von Beamten begleitet, sondern auch von evangelisch-methodistischen Christen, darunter der für den Raum Manila zuständige Bischof Ciriaco Francisco. Das schreibt GBGM-Leiter Thomas Kemper, der sich momentan in Asien aufhält über einen Kurznachrichtendienst.

Die amtliche Philippinische Nachrichtenagentur PNA berichtet, dass der Fall der aus Blantyre in Malawi stammenden Missionarin Miracle Osman noch untersucht werde. Die Namen aller drei jungen Missionare seien wegen Berichten über »ihre Beteiligung an linken Aktivitäten« auf eine schwarze Liste gekommen, heißt es auf der Internetpräsenz der PNA.

Bildnachweis: Thomas Kemper (Twitter-Konto) 

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der deutschen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de

Den Menschen achten

Mo, 07/02/2018 - 10:20

Im Juni tagten die Jährlichen Konferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in den südlichen Nachbarländern Schweiz und Österreich. Neben lokalen Herausforderungen ging es auch in diesen beiden Konferenzen um die in der weltweiten EmK diskutierte Frage zum Umgang mit Homosexualität in der Kirche.

Schweiz: Kirchentüren öffnen für die Vielfalt des Lebens

Die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz tagte vom 21. bis 24. Juni im 20 Kilometer nördlich von Zürich gelegenen Bülach. Zu dieser Konferenz gehören auch Gemeinden aus Frankreich, Belgien und Nordafrika. Die Konferenzmitglieder stellten sich unter dem Konferenzmotto »Im Wesentlichen Einheit – in Meinungen Freiheit – über allem die Liebe« den Fragen, wie mit der Vielfalt an Lebensentwürfen in der Gesellschaft umzugehen ist und wie unterschiedliche religiöse und kulturelle Ansichten vereinbart werden können. Es gehe darum, so ist einer Pressemitteilung der EmK in der Schweiz zu entnehmen, »die Vielfalt der Lebensentwürfe in der Gesellschaft für die methodistische Kirche so aufzunehmen, dass die kirchliche Einheit und die eigene Identität bewahrt werden und die Liebe für andere nicht verloren geht«.

Im Besonderen ging es dabei auch um die Frage der individuellen sexuellen Orientierung und wie sich »Methodisten in Zukunft zu Fragen der Sexualität, speziell zur Homosexualität, positionieren wollen«. In den Diskussionen sei deutlich geworden, »wie zentral das Thema der gesellschaftlichen und kirchlichen Ausgrenzung in den Biographien von homosexuell orientierten Menschen ist«. Unter den Schweizer Konferenzmitgliedern gebe es wie auch in der weltweiten EmK in dieser Frage »keinen Konsens«, so die Pressemitteilung. Dennoch herrsche der Wille vor, »eine gemeinsame Basis zu finden«, bei der auch die Würde und Selbstachtung des Menschen zu beachten sei.

Einstimmig unterstützte die Konferenz eine Aufforderung an den Schweizer Bundesrat, den Beschluss, Waffenexporte in Länder mit Bürgerkrieg zuzulassen, zu widerrufen und eine restriktivere Ausfuhrpraxis einzuführen.

Österreich: Menschen gut begleiten

Die Provisorische Jährliche Konferenz der EmK in Österreich tagte vom 7. bis 10. Juni in der englischsprachigen Gemeinde in Wien unter dem zweisprachig ausgeführten Motto »Building Bridges in Multicultural Congregations – Brücken bauen in multikulturellen Gemeinden«.

Das Brückenbauen sei positiv an den »vielen guten und gewachsenen Beziehungen zwischen den evangelischen Kirchen des Landes« zu sehen, wie die Pressemitteilung der österreichischen EmK betont. Demgegenüber sei es herausfordernd, wenn es um den »Streit um Fragen der menschlichen Sexualität« gehe, »der die Einheit der weltweiten Kirche bedroht«. Passend zum Thema brachte die Konferenz eine neu entwickelte Fortbildungsreihe mit dem Titel »Menschen gut begleiten« auf den Weg. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten in den Bereichen Seelsorge und Kommunikation signalisiert schon der Titel, dass der Umgang mit Menschen im Mittelpunkt steht.

Wie multikulturelle Achtung zum Ausdruck kommen kann, demonstrierte Bischof Patrick Streiff, indem er seine Predigt zum Abschluss der Konferenz in englischer Sprache hielt.

Bildnachweis: Sigmar Friedrich, EmK Schweiz

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Die Jährliche Konferenz Schweiz – Frankreich – Nordafrika der Evangelisch-methodistischen Kirche umfasst auch eine Gemeinde in Belgien und gehört zur Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa unter der Leitung von Bischof Dr. Patrick Streiff. Sie umfasst heute 112 Gemeinden mit rund 7.000 Kirchengliedern.
www.emk-schweiz.ch

Die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich ist aufgrund ihrer Größe formal als »Provisorische Jährliche Konferenz« organisiert und gehört zur Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa unter der Leitung von Bischof Dr. Patrick Streiff. In Österreich gibt es neun Gemeinden mit rund 750 Kirchengliedern.
www.emk.at

Philippinen: Missionare an Ausreise gehindert

Sa, 06/30/2018 - 10:23

Tawanda Chandiwana aus Simbabwe, Miracle Osman aus Malawi und Adam Shaw aus den USA dürfen derzeit nicht aus den Philippinen ausreisen. Alle drei befinden sich in dem südostasiatischen Land im Auftrag der Behörde für Mission, Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit (GBGM) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Die Missionsbehörde und der Bischofsrat der weltweiten EmK fordern die Regierung der Philippinen auf, allen drei umgehend die Ausreise zu genehmigen. Der Nationale Kirchenrat der Philippinen und der Ökumenische Rat der Kirchen haben sich der Aufforderung angeschlossen. Der Bischofsrat ruft außerdem zum Gebet auf.

Schon länger unter Beobachtung

Chandiwana gehört zu den »Global Mission Fellows«. Das sind missionarische Mitarbeiter von GBGM im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Diese Mitarbeiter werden von der EmK »von überall nach überall« gesandt und sind üblicherweise 20 Monate im Einsatz. Tawanda Chandiwana war auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen im Bereich Friedensförderung eingesetzt. Seit Mai sitzt er in Haft. Ihm wird vorgeworfen, sein Visum überzogen zu haben. Er hatte aber eine Verlängerung seines Visums schon in die Wege geleitet.

Auch Osman ist »Global Mission Fellow«. Sie arbeitete mit den Ureinwohnern Mindanaos. Ihr Pass wurde im Frühjahr von den philippinischen Behörden einbehalten. Deshalb kann sie derzeit nicht ausreisen. Adam Shaw, seit 2011 in den Diensten von GBGM, arbeitete ebenfalls mit den Ureinwohnern auf der Insel Mindanao und ist bereit zur Ausreise. Sie wird ihm momentan verwehrt.

Alle drei waren im Februar an einem Kontrollpunkt der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Sie nahmen damals an einer internationalen ökumenischen Untersuchung mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen im Süden des Landes im Gebiet um die Stadt General Santos teil. Das Gebiet steht unter Kriegsrecht als Reaktion auf umstrittene Berichte über terroristische Aktivitäten. Offenbar stehen die drei Missionare seit ihrer kurzfristigen Festnahme unter Beobachtung der Regierung.

Energischer Protest und Gebetsaufruf

Trotz anhaltender Bemühungen von Personal der EmK und von Anwälten auf den Philippinen haben die drei jungen Missionare wiederholt Schwierigkeiten dabei bekommen, ihre Ausreisepapiere zu erhalten. Deshalb haben GBGM und der Bischofsrat der EmK eine weltweite Kampagne gestartet, mit der sie auf die Notlage der drei hinweisen. Die Kampagne »Pray to #LetThemLeave« (etwa: Betet, dass sie ausreisen dürfen) ist mit der Möglichkeit verbunden, sich im Internet in eine Unterstützungsliste einzutragen.

Thomas Kemper, GBGM-Generalsekretär, protestiert »energisch gegen diese Behandlung unseres Missionspersonals«, das von einheimischem EmK-Personal vermittelt worden sei und beaufsichtigt werde. Es sei skrupellos, dass Tawanda Chandiwana so lang festgehalten werde, fährt Kemper fort und ergänzt: »Wir fordern respektvoll, dass diesen jungen Menschen erlaubt wird, das Land zu verlassen.«

Pastor Olav Fykse Tveit, der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), stellt den Vorgang in einen größeren Zusammenhang. Er wird auf der ÖRK-Website mit folgenden Worten zu dem Fall zitiert: »Der ÖRK hat Beunruhigung und Empörung über die Verschlechterung der Menschenrechtssituation und die steigende Gewalt auf den Philippinen geäußert.« Weiter sagt Tveit: »Wir verurteilen die illegalen Arreste, außergerichtlichen Tötungen, gewaltsame Vertreibung von Ureinwohnern in großem Umfang und die Zerstörung von Schulen seit der Verhängung des Kriegsrechts im Mai 2017.«

Der EmK-Bischofsrat ruft alle Glieder der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche zum mittäglichen Gebet für die drei jungen Missionare auf, solange die drei die Philippinen nicht verlassen dürfen. Egal wo die Glieder der EmK mittags gerade seien, sollten sie so oder ähnlich beten: »Gott der Gnade und des Friedens, sei mit unseren Missionaren. Erhalte sie frei von Schaden. Bring sie heim. Herr, hör unser Gebet. Amen.«

Bildnachweis: GBGM

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der deutschen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de.

Weiterführende Links
Informations- und Unterstützungskampagne auf der englischsprachigen GBGM-Website
Information des EmK-Mediendienstes UMNS (englisch):
Information auf der Website des Ökumenischen Rates der Kirchen (englisch)

Zur Information
Die Philippinen sind ein Staat in Südostasien, der aus mehr als 7.000 Inseln besteht, auf denen derzeit etwas mehr als 100 Millionen Menschen leben. Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch, besonders im Süden auch muslimisch. Die Hauptstadt ist Manila. Die Hauptsprachen sind die Nationalsprache Filipino und Englisch.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK; englischer Name: The United Methodist Church) hat auf den Philippinen eine Zentralkonferenz mit drei Bischöfen und derzeit etwa 140.000 Kirchengliedern. Die Spuren des Methodismus lassen sich auf den Philippinen bis 1898 zurückverfolgen. Neben der EmK gibt es im Land eine vereinigte Kirche mit teils methodistischen Wurzeln und die nationale »Iglesia Evangelica Metodista en las Islas Filipinas« (Evangelisch-methodistische Kirche auf den philippinischen Inseln; kein Teil der weltweiten EmK).

Die Behörde für Mission, Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit der EmK hat ihren Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Sie beschäftigt derzeit in 60 Ländern mehr als 300 Missionare in unterschiedlichen Berufen, die sie »von überall nach überall« sendet. Personal hat sie gegenwärtig in insgesamt 136 Ländern. Ihr englischer Name lautet General Board of Global Ministries. Geleitet wird die 1819 in New York gegründete Behörde seit 2010 von dem Deutschen Thomas Kemper.

Richtungswechsel gefordert

Fr, 06/29/2018 - 17:15

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) spricht sich in einer aktuellen Stellungnahme dafür aus, die Hilfe für Menschen in lebensbedrohlicher Not zur obersten Priorität in der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik zu machen.

»In Europa macht sich eine erschreckende Geisteshaltung breit: Eigene Interessen werden über den Schutz von Menschen gestellt, die in lebensbedrohlicher Not Schutz suchen.« Mit dieser Aussage beginnt die Stellungnahme der Freikirchenvereinigung, die Präsident Christoph Stiba für den Vorstand gemeinsam mit Peter Jörgensen, dem VEF-Beauftragten am Sitz der Bundesregierung, unterzeichnet hat. Die eigene Bequemlichkeit und der eigene Wohlstand würden höher gewertet als die Menschenrechte. Das Recht auf Asyl werde ausgehöhlt. Damit stehe Europa »wie noch nie seit dem zweiten Weltkrieg in der Gefahr, sein eigenes Wertefundament und das der internationalen Staatengemeinschaft aufzugeben«. Die Verfasser berufen sich auf das »Evangelium von der Liebe Gottes, die allen Menschen gilt«, auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, das deutsche Grundgesetz sowie auf die Europäische Menschenrechtskonvention.

Die Erklärung bestätigt zwar, dass Grenzschutz »im Kern ein legitimes Anliegen« sei. Die »Abschottung gegen Flüchtlinge in elementarer Not« sei allerdings »menschenverachtend«. Deshalb sei ein Richtungswechsel dringend erforderlich. Es müsse alles darangesetzt werden, internationale Humanitätsstandards einzuhalten und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung beherzt aufzugreifen. Solange diese nicht erreicht seien, müsse Europa mindestens denen Schutz bieten, deren Leben bedroht sei.

Bildnachweis: Logo der Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Link zur VEF-Stellungnahme (PDF)

Zur Information

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.
www.vef.de

Erfahren statt diskutieren

Mi, 06/27/2018 - 14:30

Im vergangenen Jahr hat die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland eine Gottesdienstreform beschlossen. Diese Reform ist eine Chance, Bisheriges zu verändern und neue Akzente zu setzen. Dafür bietet die Fachgruppe für Gottesdienst und Agende Hilfen an. Im EmK-Magazin »unterwegs« erschienen dazu »Tipps für die Praxis«, die hier einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden:

Erkunden:
  • Gibt es an Gottesdienstgestaltung interessierte Personen in der Gemeinde, mit denen sich immer schon einmal ein Gespräch über Gottesdienst ergeben hat?
  • Besteht irgendwo Unzufriedenheit mit der bisherigen Gestaltung des Gottesdienstes? Bietet die von der Zentralkonferenz beschlossene »elementare Form« dafür vielleicht eine Perspektive? 
Einberufen:

Eine kleine Gruppe befasst sich auf Gemeinde-Ebene mit den Überlegungen und Vorschlägen, die jetzt schon veröffentlicht sind (www.emk-gottesdienst.org). Es ist hilfreich, wenn sich jemand mit den Vorschlägen schon befasst hat und den Anderen schildern kann, was daran neu ist, was begeistert, ärgert, anregt.

Vorhandenes nutzen:
  • Vielleicht gibt es schon eine Gruppe, die sich mit der Gottesdienstreform befassen kann: der Gebetskreis, die Lektorinnen und Lektoren, der Kreis junger Erwachsener.
  • Interessiert sich eine Gemeinde für eine Neugestaltung ihres Gottesdienstes und spürt, dass Kenntnisse fehlen, kann zur Fachgruppe für Gottesdienst und Agende Kontakt aufgenommen werden (fachgruppe@emk-gottesdienst.de). Es kann ein Termin für einen Gemeindeabend oder den Besuch bei einer Klausur des Gemeindevorstands vereinbart werden. Auch die Gestaltung eines Vorbildgottesdienstes ist möglich.
  • Herausfinden, ob es in der Region eine Gemeinde gibt, in der bereits mit einer Neugestaltung des Gottesdienstes begonnen wurde. Ein Besuch dort könnte sich lohnen.
  • So gut wie alle Mitglieder der Jährlichen Konferenzen (Ehren- und Hauptamtliche) hatten schon Berührung mit dem Thema. Fragen Sie dort nach: Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Welche? Was hat sich bewährt, was ist schiefgegangen? 
Einzelne Schritte probieren:
  • Wenn die bisherige Gottesdienstform sehr traditionell war: das Eingangsgebet einmal direkt dem Eingangslied folgen lassen und von allen Fürbitten freihalten; stattdessen nach der Predigt fragen, ob es Anliegen für das Fürbittgebet gibt; nach Kollekte und folgendem Lied können die genannten Anliegen in ein ausführliches Fürbittgebet aufgenommen werden, das mit dem Vater-Unser abschließt; vor der Segensbitte den Wochenspruch in Erinnerung rufen.
  • Hat eine Gemeinde die bisherige Grundform des Gottesdienstes längst beiseitegelegt und sich daran gewöhnt, dass ein ausführlicher »Gemeinschaftsteil« der Predigt vorausgeht, muss nicht alles gewaltsam über den Haufen geworfen werden. Es kann überlegt werden: Was von diesem Gemeinschaftsteil kann im Anfangsteil des Gottesdienstes unter »Ankommen – Gott bringt uns zusammen« integriert werden? Welches Element ließe sich auch nach der Predigt unter der Frage: »Wie wirkt Gott in unserer Gemeinde?« aufgreifen. Dann gibt es daraus Rückbezüge zur Predigt und Anliegen, die in die Fürbitten aufgenommen werden können.
Zeit einräumen:

Gesprächsbedarf ist keine Störung, sondern eine Chance, neu erworbenes Wissen zu teilen und weiterzugeben.

Entschlossen vorgehen:
  • Einfach einmal mit einigen Elementen anfangen und diese praktizieren. Vielleicht ist eine Gemeinde besser über Erfahrungen zu gewinnen, würde sich aber in Diskussionen nur verlieren.
  • Über Kleinigkeiten nicht streiten, sondern auf Reaktionen konstruktiv eingehen. Wenn keine Reaktionen kommen, die Änderungen beibehalten und nächste geeignete Schritte überlegen.
Verstehen erleichtern:

Den Gottesdienstablauf als kleines Faltblatt ins Gesangbuch einlegen. Blickfang sind die vier Überschriften über den Gottesdienstteilen: Ankommen, Hören, Teilen und Weitergehen.

Das große Ganze im Blick behalten:

Jesus lädt ein, wir teilen

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 13/2018 vom 24. Juni 2018

Die Autoren
Jörg Herrmann, Irmingard Gries und David Schwarz gehören der »Fachgruppe Gottesdienst und Agende« an. In dieser Fachgruppe wurde die Reform des Gottesdienstes der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland auf den Weg gebracht. Kontakt: joerg.herrmann(at)emk.de.

Zur Information
Die Evangelisch-methodistische Kirche hat im März 2017 bei der Tagung der Zentralkonferenz in Hamburg eine Gottesdienstreform beschlossen. Vier Teile sollen den Gottesdienst ausmachen: Ankommen, Hören, Teilen und Weitergehen. Die Reform soll zusammen mit den Gemeinden erfolgen. Das Gemeinsame soll sich in der Erkennbarkeit der vier Gottesdienstteile zeigen.
www.emk-gottesdienst.org

Maschinen zum Überleben

Di, 06/26/2018 - 13:15

Mitte Juni ist das siebenköpfige Workteam um Hans-Jochen Layer gesund und wohlbehalten aus Sierra Leone zurückgekehrt. Dort haben drei Fachkräfte zusammen mit vier Auszubildenden im Schreinerhandwerk der Gewerblichen Schule Waiblingen in drei spannenden und arbeitsreichen Wochen am Aufbau des Schreinereiausbildungszentrums »Konopenter« mitgewirkt.

Unterstützung aus Italien und Deutschland

Sierra Leone in Westafrika musste 2002 nach zehnjährigem Bürgerkrieg wieder »bei Null« anfangen und war jüngst von einer schlimmen zweijährigen Ebola-Krise heimgesucht worden. Trotz des Reichtums an Bodenschätzen führen viele Menschen Tag für Tag einen Überlebenskampf. Ende 2016 wurde deshalb in einer Kooperation der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland mit der Gewerblichen Schule Waiblingen und der EmK in Sierra Leone das Schreinerei-Projekt »Konopenter« ins Leben gerufen. Seither wurden Pläne gemacht, Maschinen, Werkzeuge und Geld besorgt, Anträge geschrieben, viele Gespräche geführt und viel vorbereitet. Mit Unterstützung der Union der Waldensischen und Methodistischen Kirchen in Italien aus Zuwendungen der »Otto per mille« (»Acht Promille«) genannten Sozialabgabe war in Sierra Leone bereits mit dem Bau einer Umfassungsmauer und des Maschinenhauses begonnen worden. Währenddessen wurde in Deutschland ein Container mit gesammelten Maschinen und Werkzeugen sowie Material für die Elektro-Installation gefüllt und Ende März auf den Weg gebracht.

Bürokratie und Improvisation

Mitte Mai brach das bunt gemischte Workteam nach Sierra Leone auf und hatte folgende Aufgaben vor sich: die Elektro-Installation des Maschinenhauses, Aufstellung und Inbetriebnahme der Holzbearbeitungsmaschinen sowie ein erstes Training der künftigen Ausbilder an den Maschinen. Leider war das Maschinenhaus noch im Rohbau und der Container vom Zoll noch nicht freigegeben. So war zuerst Mitarbeit bei der Fertigstellung des Maschinenhauses angesagt. Wir konnten so miterleben, wie mit einfachsten Werkzeugen, viel Fleiß und harter Arbeit in kürzester Zeit ein Gebäude in guter Qualität entstand. Am Ende der ersten Woche kam nach langen bürokratischen Kämpfen auch der Container an. Sein Inhalt war tatsächlich vollständig und unbeschädigt. Das Entladen der »Box« vom Lkw aus, ohne hierzulande gewohntes Hebezeug brauchte zum Teil abenteuerliche Vorgänge mit viel Improvisation und Gebet. Alles gelang aber dann doch ohne große Verletzungen von Menschen und nennenswerte Verluste am Material.

In guten Händen

In der zweiten Woche konnte endlich die eigentliche Aufgabe in Angriff genommen werden. Eng verzahnt mit den Bauarbeiten am Gebäude wurde die Elektro-Installation durchgeführt, und die schweren Maschinen aufgestellt, zusammengebaut und startklar gemacht. Spannend gestaltete sich der elektrische Anschluss ans öffentliche Stromnetz. Nachdem auch das geschafft war, konnte die Installation ausführlich getestet werden und wurde schlussendlich mit einem guten Gefühl den Verantwortlichen zur Nutzung übergeben. Bei einem ersten Training an den Maschinen war zu spüren, wie groß das Interesse und die Motivation zum Lernen ist! Das äußerst sinnvolle Projekt braucht weiterhin viel Unterstützung. Für kommenden August ist bereits ein nächster, einwöchiger Einsatz eines Zweier-Teams für ein Intensiv-Training der zukünftigen Ausbilder geplant. Mit Dennis Bangalie, dem Projektkoordinator vor Ort, und Terry Daoda, dem zukünftigen Werkstatt-Chef, wissen wir die weitere Entwicklung von »Konopenter« in guten Händen. Nach unserem Eindruck erreichen die gespendeten Gelder ihr Ziel und werden umsichtig und mit äußerster Sparsamkeit eingesetzt.

Hoffnung auf bessere Zukunft

Freude und Dankbarkeit über die Unterstützung aus Deutschland, die gespendeten Maschinen und Werkzeuge, die elektrische Energie in den Werkstätten, die Perspektive auf eine gute Ausbildung, die damit verbundene Hoffnung auf eine verbesserte Zukunft vieler Menschen waren riesengroß. Im September soll der erste Ausbildungskurs starten. Das Interesse an diesem Projekt und einem Ausbildungsplatz ist enorm. Die Menschen in Sierra Leone wissen, wie wertvoll neben einer allgemeinen Schulbildung, das Erlernen eines praktischen Berufs ist. Dabei geht es schlicht ums Überleben.

Unvergessliche Eindrücke

Wir selbst wurden in dieser Zeit reich beschenkt. Neben den unvergesslichen Eindrücken in einer völlig anderen Welt und den vielen bereichernden Begegnungen mit den einheimischen Menschen haben wir einen neuen Blick auf unsere eigene Lebenssituation und Wohlstandsgesellschaft bekommen.

Bildnachweis: Hans-Jochen Layer

Der Autor
Hans-Jochen Layer ist Lehrer an der Gewerbeschule Waiblingen und gehört der EmK-Gemeinde in Winnenden an. Kontakt: hjlayer(at)arcor.de

Weltkirchenrat tagt 2021 erstmals in Deutschland

Mo, 06/25/2018 - 13:30

Erstmals in der Geschichte des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) wird die Vollversammlung 2021 in Deutschland stattfinden. Das hat der Zentralausschuss des Dachverbands in der vergangenen Woche in Genf beschlossen. Die Mehrheit der rund 150 Delegierten stimmte für Karlsruhe. Mitbewerberin war die südafrikanische Metropole Kapstadt.

Die Vollversammlung hatte zuletzt 1968 in Europa im schwedischen Uppsala getagt. Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm aus München, hatte die Bewerbung Karlsruhes vor dem Zentralausschuss des ÖRK in Genf präsentiert. Nach der Entscheidung zeigte er sich »sehr glücklich«. Von der Tagung in Karlsruhe erwartet der Ratsvorsitzende der EKD »auch für unsere Kirche hier wichtige Impulse für einen lebendigen, fröhlichen und weltzugewandten Glauben«. Die EKD hatte zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Evangelischen Landeskirche in Baden nach Karlsruhe eingeladen. Die Veranstaltungen werden auch im französischen Straßburg stattfinden, sodass es sich um die erste grenzüberschreitende Vollversammlung des ÖRK handeln wird.

Bildnachweis: Grafik ÖRK

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Der Ökumenische Rat der Kirchen, auch Weltkirchenrat genannt, wurde 1948 gegründet und repräsentiert mehr als 500 Millionen Christen in 350 protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen. Die Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsorgan des Rates und stellt die Weichen für die Arbeit. Sie findet alle sechs bis acht Jahre mit etwa 4.000 Delegierten und internationalen Gästen sowie zahlreichen Angeboten für örtliche Teilnehmer statt. Aus ihrer Mitte wählt die Vollversammlung den Zentralausschuss, der das höchste Leitungsgremium des ÖRK bis zur nächsten Vollversammlung ist und alle zwei Jahre tagt. Sitz des ÖRK ist Genf. Generalsekretär ist seit 2010 der norwegische lutherische Theologe und Pastor Olav Fykse Tveit.
https://www.oikoumene.org/de 

Erleben ist mehr als Überzeugt-Werden

Sa, 06/23/2018 - 06:42

»Wir müssen unters Wort gehen!« hieß es früher oft, wenn ältere Gemeindeglieder davon redeten, wie wichtig ihnen der Gottesdienst ist. Das »Wort«, und das hieß vor allem, die Predigt, steht im Zentrum des Gottesdienstes. Dafür gibt es guten theologischen Grund. »So kommt nun der Glaube aus dem Hören«, ist im Römerbrief (10,17) zu lesen. Hat sich daran etwas geändert? Lassen heutige Beobachtungen eher vermuten: »So kommt nun der Glaube aus dem Erleben«? Sind aber »Hören« und »Erleben« überhaupt so verschieden?

Als die Redewendung »unters Wort gehen« entstand, war Hören bestimmt nicht losgelöst von Erleben. Das gilt für die Zeit, als die ersten methodistischen Gemeinden zunächst Stubenversammlungen waren. Eine Predigt zu hören, war wesentlich mehr, als jemanden zu erleben, der sich in der Bibel besser auskennt, als man selbst. Es ging darum, das Wort Gottes bei sich zu Hause aufzunehmen.

Erfahrung neu entdecken

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als »man nur auf die Kanzel zu steigen brauchte, um eine volle Kirche zu haben« – so ähnlich drückte es ein älterer Prediger aus – gehörte das Zeugnis zum Gottesdienst, stärker als heute. Es war die Antwort auf die Predigt aus dem eigenen Erleben. Eindringliche Chorlieder und ein starker Gemeindegesang mit eingängigen Melodien trugen ihren Teil zum aufrüttelnden Erlebnis bei.

Das Eingehen auf Erlebnis-Bedürfnisse bei der Gottesdienstgestaltung ist also keine neue Mode, sondern eine Wiederentdeckung. Warum ist es überhaupt aus dem Blick geraten? Zwei Antworten könnten sein: Allzu gefühlvolle Lieder wurden von der zweiten und dritten Generation als manipulativ empfunden. Und Zeugnisse sind im guten Fall bewegend, im schlechten Fall bringen sie die zum Verstummen, die eher Fragen als Gewissheit haben.

In jüngster Zeit ist zu beobachten, dass Predigten das Erleben desto stärker berücksichtigen, je sorgfältiger sie vorbereitet sind. Ein mitgebrachter Gegenstand, eine mit Gesten dargestellte Szene bleiben ja auch viel besser haften, als das reine Hören auf Argumente. Ein eigenes Erleben leuchtet besser ein, als der gespürte Versuch, dass jemand überzeugt werden soll.

Gemeinschaft ist das Ziel

Die von der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im vergangenen Jahr beschlossene »elementare Form« rückt im Gottesdienst nun neben dem Hören die Gemeinschaft im dritten Teil des Gottesdienstes stärker in den Blick. Ausgangspunkt ist, dass das Abendmahl mit gemeinsamem Beten, Essen, Trinken von sich aus sinnliche Elemente hat, die auf mehr als einer Ebene ansprechend sind. So werden etwa die Fragen, ob denn wirklich Ungetaufte und Uneingesegnete teilnehmen dürfen, nicht durch Argumente überwunden. Sie verstummen hoffentlich – so ging es jedenfalls John Wesley – wenn mit Glauben wenig vertraute Leute und Kinder von heiligem Ernst ergriffen werden, weil sie bei diesem feierlichen Ritus dabei sein können. Wenn erlebbar wird, was Jesus bei Menschen bewirkt, entsteht Gemeinschaft über die Gemeinde hinaus, da die Frommen nicht im Weg stehen, sondern Jesus beim Einladen und Teilen helfen.

Deshalb stellt es die neue Ordnung nicht ins Belieben, in welcher Reihenfolge Verkündigung und Gemeinschaft im Gottesdienst stehen: Gemeinschaft ist das Ziel. Oder anders ausgedrückt: Gemeinde ist ein Ort, an dem Gott handelt – und das soll in unseren Gottesdiensten auch erlebt werden können.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 13/2018

Die Autoren
Jörg Herrmann, Irmingard Gries und David Schwarz gehören der »Fachgruppe Gottesdienst und Agende« an. In dieser Fachgruppe wurde die Reform des Gottesdienstes der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland auf den Weg gebracht. Kontakt: joerg.herrmann(at)emk.de

Zur Information
Die Zentralkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche hat bei ihrer Tagung im März 2017 in Hamburg eine Gottesdienstreform beschlossen. Vier Teile sollen den Gottesdienst ausmachen: Ankommen, Hören, Teilen und Weitergehen. Die Reform soll zusammen mit den Gemeinden erfolgen. Das Gemeinsame soll sich in der Erkennbarkeit der vier Gottesdienstteile zeigen.

www.emk-gottesdienst.org

»Ohne Lasso«

Do, 06/21/2018 - 10:00

Mit einer kleinen Feier in der Kirchenkanzlei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Frankfurt am Main wurde George Miller verabschiedet. Vier Jahre lang hat er im Auftrag des internationalen Missions- und Hilfswerks der EmK diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit der EmK in Deutschland wahrgenommen.

Harald Rückert, der Bischof der EmK in Deutschland, dankte George Miller für seinen Einsatz »in einer Zeit kulturellen Umbruchs«. In diesen Jahren, die auch stark durch die vielen in Europa und ebenso in Deutschland ankommenden Flüchtlinge geprägt waren, habe Miller »mit ruhiger Hand« und als »Brückenbauer« die Herausforderungen angenommen und die Gemeinden in ihren unterschiedlichen Situationen begleitet.

Humorvoll erwiderte Miller, der mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen wieder in die USA zurückkehrt, er habe »ohne Lasso« gearbeitet, weil sich nichts erzwingen lasse. Die Zeit in Deutschland sei in den vergangenen Jahren durch sich ändernde politische Konstellationen und viele ankommende Flüchtlinge geprägt gewesen. Aus seinem internationalen Blickwinkel könne er bestätigen: »Die ganze Welt schaut auf Deutschland.« Die Migrantenarbeit der Kirchen und Gemeinden könne dazu beitragen, dass eine Veränderung stattfinde und diese guten Beispiele Ausstrahlung haben. Er selber nehme viele gute Erfahrungen und Impulse mit zurück in die USA.

George Miller kehrt als Pastor der EmK in seine entsendende Konferenz nach New Mexico zurück und erhält dort in der Nähe zur mexikanischen Grenze eine Dienstzuweisung als Gemeindepastor. Seine Frau, Heike Miller, ist Pfarrerin der Evangelischen Landeskirche in Baden und war zuletzt Pastorin der EmK-Gemeinde Ruferkirche in Frankfurt-Höchst. Sie wird in den USA ebenfalls eine pastorale Stelle in der New-Mexico-Konferenz der EmK erhalten. Die Nachfolgeregelung für George Miller ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.emk-fluechtlingsarbeit.de

Rivalität und Verbundenheit – auch das bietet der Fußball

Di, 06/19/2018 - 10:00

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft bat das Kirchenmagazin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zwei Pastoren um Einblick in ihre Fußballbegeisterung. Olaf Wischhöfer, Pastor im niedersächsischen Osnabrück, und der im baden-württemberigschen Besigheim wirkende Pastor Lutz Althöfer haben Interessantes zu erzählen.

Gewaltfreie und versöhnliche Fankultur

Wenn ich einen Fußball in die Hand nehme – dieses Gefühl: wie er in der Hand liegt, sein Geruch – dann bin ich elektrisiert, dann will ich spielen; mit anderen zusammen. Ich will Pässe schlagen, Wettkampf spüren, mich körperlich verausgaben und mich einfühlen in einen Raum von Ästhetik aus Bewegungen, Zusammenspiel und Dynamik. Dazu kommt noch der Geruch des Rasens – mir steigt selbst beim Schreiben Wasser in die Augen. Bin ich verrückt? Keine Ahnung! Heute mit 53 Jahren spiele ich selbst kaum noch Fußball. Aber die Erlebnisse sind tief und beglückend in mir verankert. Wer Fußball liebt, weiß, was ich meine. Die Anderen schütteln den Kopf.

Bei mir begann die Liebe zum runden Leder früh. Erst in meiner Jugend wurde ich auch zum Fußball-Fan. Es begann 1979: Der »HSV« wurde Deutscher Meister. Der erste Stadionbesuch in Hamburg bei ausverkauftem Haus: 3:0 gegen den Tabellenführer Kaiserslautern! Seitdem muss ich aufpassen, dass der Fußball nicht mehr Raum in meinem Leben einnimmt, als mir und meinem Umfeld guttut.

Eine neue Note erreichte mein Fan-Gefühl, als sich 2005 der christliche HSV-Fan-Club »Totale Offensive« gründete. Das Ziel: Gemeinsam mit anderen Christen gewaltfreie und versöhnliche Fankultur leben. Mittlerweile haben sich weitere christliche Fan-Clubs anderer deutscher Vereine gegründet, die zusammen auftreten und sich gegenseitig vor dem sportlichen Wettkampf besuchen. Eine besondere Erfahrung von Rivalität einerseits und gleichzeitiger Verbundenheit in Christus. »Danke, Gott, dass die Erde rund ist!«

Olaf Wischhöfer

Der wiederhergestellte Adrenalinhaushalt

Von Kindesbeinen an habe ich zum Leidwesen meiner Eltern alles getreten, was einem Fußball auch nur ähnlich sah. Wenn ich meiner Mutter glauben darf, fing das schon während der Schwangerschaft in ihrem Bauch an: »Es war wie eine ganze Fußballmannschaft «, sagte sie. Mein späterer Schuhverbrauch war ungleich höher als der meiner Geschwister.

Meine Leidenschaft durfte ich später im Verein ausleben: Als Jugendlicher in meiner Heimatstadt beim SuS Lage, im Studium beim VfR Niederwald bei Marburg, später im SV Königsbach bei Pforzheim und zuletzt bei der SG Weitefeld-Langenbach. Bewegend war die Studienzeit in Marburg. Mit dem VfR Niederwald sind wir mehrfach aufgestiegen von der B-Klasse bis in die Bezirksoberliga. An viele berührende Momente denke ich: Der Nervenkitzel bei jedem Spiel hat etwas Berauschendes. Besonders habe ich das bei der Versetzung von Pforzheim nach Weitefeld erlebt. Ich war, wie damals bei einem Wechsel während der Saison üblich, für drei Monate gesperrt. Ich habe darauf hingefiebert, endlich nicht nur trainieren, sondern wieder das Vereinstrikot anziehen zu dürfen. Adrenalingeflutet traf ich im ersten Spiel gleich zweimal – einmal ins Tor des Gegners und dann ins eigene Netz. Im Sportteil der Zeitung hieß es darauf: »Pastor gerecht – Tore für beide.« Aber der erforderliche Adrenalinhaushalt war wieder hergestellt.

Der ist hoch geblieben, solange ich aktiv Fußball gespielt habe. Ihn erlebe ich auch als Zuschauer, wenn Spiele anstehen, die mich interessieren. Die Verbundenheit innerhalb der Mannschaft, die Verbindung mit einem Verein oder einer Mannschaft macht einen wichtigen Teil der Faszination für mich aus. Faszinierend finde ich, wenn die Leidenschaft am Sport spürbar ist bei allen, die spielen, die Mannschaft trainieren und bei den Zuschauern. Skandalgeschichten in »meiner Mannschaft« stören allerdings meine Faszination und auch die Identifikation.

Bis heute freue ich mich auf viele Fußballspiele, die ich, bedingt durch die Dienstzeiten, nicht selten zeitversetzt ansehe. Sie sind nach wie vor ein wichtiger Teil meines Lebens.

Lutz Althöfer

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren
Olaf Wischhöfer ist Pastor der EmK in Osnabrück, Lutz Althöfer ist Pastor der EmK in Besigheim. Kontakt: redaktion(at)emk.de

Zur Information
Dieser Artikel erschien im EmK-Magazin »Unterwegs« 12/2018 vom 10. Juni 2018

Sprung ins Vertrauen

Mo, 06/18/2018 - 17:00

Am gestrigen Sonntag endete die Süddeutsche Jährliche Konferenz mit dem Konferenzgemeindetag in Heilbronn. Der Gottesdienst mit der Ordination von drei Pastorinnen, die Angebote für Kinder und Jugendliche sowie die Nachmittagsveranstaltung mit dem Einzug der Kinder von der Kinderkonferenz lockten über 2.000 Erwachsene und Kinder zum großen süddeutschen Konferenz-Gemeindefest der Evangelisch-methodistischen Kirche. Zuvor hatten seit Mittwoch rund 400 Konferenzmitglieder aus den Gemeinden und verschiedenen Arbeitsbereichen der EmK in Süddeutschland in Gerlingen bei Stuttgart getagt und ein inhaltsreiches Arbeitspensum bewältigt.

Mit Gottvertrauen ins Ungewisse

»Du musst springen und erleben, dass der Schirm dich trägt«, beschrieb Bischof Harald Rückert ein persönliches Erlebnis beim Gleitschirmflug. Es war ein Geburtstagsgeschenk, das ihn herausgefordert hatte und jetzt das Thema des Gottesdienstes »Aufbrechen – gemeinsam losfliegen« dynamisch unterstrich. Loslaufen, den Schirm hochziehen und springen. Üben, hinfallen, aufstehen, weiterlaufen und endlich erleben, was Fliegen bedeutet und dass der Schirm tatsächlich trägt! Dieses Aufbrechen werde die Sichtweise auf das Leben deutlich erweitern, ist der Bischof überzeugt. Dafür sei es nötig, »zu entdecken, was wir haben und können« und »sich nicht so sehr mit dem aufhalten, was wir nicht haben und nicht können«. So aufzubrechen sei wie das Wagnis eines Sprungs, so Rückert. Es gehe ins Ungewisse, lebe aber vom Vertrauen darauf, dass »Gott trägt«. Im Rahmen des festlichen Gottesdienstes wurden die Pastorinnen Mareike Bloedt, Elisabeth Kodweiß und Hanna Lehnert ordiniert und Lokalpastorin Bettina Gfell für ihren pastoralen Dienst gesegnet. In den Ruhestand verabschiedet wurden Pastor Friedbert Gruhler und Lokalpastorin Ingrid Felgow.

Aufbruch konkret: Gründung von vier neuen Gemeinden

Am Samstag, dem letzten Tag der dreitägigen Geschäftssitzungen, beschlossen die Mitglieder der Konferenz, vier neue Gemeinden zu gründen. Für die Zeit bis zum Jahr 2021 seien dafür Städte wie Bamberg, Rosenheim, Freiburg, Ingolstadt oder Mannheim im Blick. Für Ingolstadt seien die Pläne bereits fortgeschritten. Eine Gruppe aus der EmK-Gemeinde Jesus-Centrum Nürnberg unterstütze diese Gemeindegründung, indem die Unterstützer sogar nach Ingolstadt umziehen, erklärte der für den Distrikt Nürnberg zuständige Superintendent Markus Jung. Um solche und andere Gemeindegründungs- und Gemeindeentwicklungsprojekte zu fördern, hat die Konferenz außerdem die Einrichtung eines »Fonds für Gemeindeentwicklung« beschlossen.

Aufbruch konkret: Menschen helfen, die Hilfe brauchen

Für die Arbeit mit und unter Asylsuchenden hat die EmK ein deutschlandweites Netzwerk für Kirchenasyl gegründet. Im Rahmen der Konferenztagung wurde Dietmar Honold vorgestellt, der als Ansprechpartner der Gemeinden für alle Fragen rund um Kirchenasyl zur Verfügung steht. Bei ihm werden Informationen und Erfahrungen zusammengetragen, sodass Gemeinden Begleitung in Anspruch nehmen und vom Austausch untereinander profitieren können

Aus dem Ende wird ein Anfang

Ein weitreichender Beschluss wurde für das im Stuttgarter Stadtteil Giebel gelegene Bildungs- und Begegnungszentrum gefasst. Der dortige Beherbergungs- und Seminarbetrieb wird im Verlauf des Jahres 2018 eingestellt. In dem Gebäude wird ein kirchliches Zentrum entstehen, in dem die dort bereits ansässigen EmK-Werke mit weiteren EmK-Einrichtungen der Süddeutschen Konferenz zu einem Verwaltungs- und Tagungshaus zusammengeführt werden. Für Gruppen und Gremien der EmK werden in reduziertem Umfang weiterhin Gästezimmer und Seminarräumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.emk-sjk.de
Kirchenasyl: www.EmK-flucht.de

Zur Information
Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 28.250 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Dienstzuweisungen SJK 2018

Mo, 06/18/2018 - 10:15
Distrikt Heidelberg

Superintendent Carl Hecker (10)

  • Baden-Baden / Loffenau: Erwin Ziegenheim (8)
  • Brombach: Cornelia Trick (5)
  • Bruchsal / Kraichtal: Knut Neumann (6)
  • Darmstadt / Dreieich: Michal Hrcan (10)
  • Dillenburg: Beate Lasch (4)
  • Frankfurt-Innenstadt: Uwe Saßnowski (7), Chi My Nguyen (2)
  • Vietnamesische Gemeinde: Chi My Nguyen (15)
  • Frankfurt-Ruferkirche: Rainer Leo (1)
  • Freiburg: Martin Metzger (3)
  • Friedrichsdorf: Gerald Kappaun (5)
  • Heidelberg: Damaris Hecker (4)
  • Hockenheim: Hanna Lehnert (1)
  • Kaiserslautern: Volker Kempf (7)
  • Kandel / Neustadt / Speyer: Andreas Denkmann (8)
  • Karlsruhe: Daniel Schopf (7), Boglárka Mitschele (5), Petra Siegers (1, Mitarbeiterin im Gemeindedienst), Dominic Schmidt (4)
  • Kirchhain / Marburg: Rolf Held (3), Ulrike Brodbeck (3, Laienpredigerin im Gemeindedienst)
  • Kraichgau: Steffen Peterseim (3),Andreas Heeß (7)
  • Lahr: Martin Metzger (3)
  • Lohra: Rolf Held (3)
  • Mainz / Wiesbaden: Stefanie Schmid (2)
  • Mannheim: Tobias Dietze (3)
  • Mühlheim am Main: Vatroslav Zupancic (1, Lokalpastor), Aufsicht: Carl Hecker
  • Nahe / Hunsrück: Daniel Knierim (3, Pastor auf Probe), Aufsicht: Cornelia Trick
  • Neuenhain im Taunus: Clemens Klingel (6)
  • Pirmasens: Christina Henzler (1)
  • Rothenbergen: Gillian Horton-Krüger (3, Lokalpastorin), Angelika Grob (2, Lokalpastorin), Aufsicht: Gerald Kappaun
  • Saar / Zweibrücken: Joachim Schumann (5)
  • Siegen: Frank Burberg (6), Markus Weber (1)
  • Weitefeld: Frank Burberg (6)
Distrikt Nürnberg

Superintendent Markus Jung (4)

Bayern

  • Ansbach: Reinhard Wick (2)
  • Augsburg: Wolfgang Bay D.Min. (9)
  • Fürth / Erlangen: Robert Hoffmann (1), Akbar Sadeghnezhad (2, Mitarbeiter im Gemeindedienst)
  • Hof: Markus Gumpfer (1, Lokalpastor), Aufsicht: Markus Jung
  • München Erlöserkirche: Jörg Finkbeiner (1), Kamrooz Fartash (3, Lokalpastor)
  • München Friedenskirche: Kurt Junginger (7), Madelaine Strassburg (7, Lokalpastorin)
  • München Peace Church: Christine Erb-Kanzleiter (19)
  • Naila: Markus Gumpfer (1, Lokalpastor), Aufsicht: Markus Jung
  • Nürnberg JesusCentrum: Eberhard Schilling (21), Ruwen Braun (5, Jugendreferent)
  • Nürnberg Pauluskirche: Stefan Veihelmann (12), Wolfgang Rieker (4), Thomas Mühlberger (2)
  • Nürnberg Zionskirche: Birgitta Hetzner (1)
  • Oberfranken: Stefan Schörk (11), Eva Ernst (5, Mitarbeiterin im Gemeindedienst)
  • Schwabach / Weißenburg: Manuel Stemmler (2, Pastor auf Probe), Aufsicht: Wolfgang Rieker
  • Schweinfurt / Würzburg: Andreas Jahreiß (11), Sven Batram (2, Pastor auf Probe)

Württemberg

  • Abstatt-Happenbach: Volker Markowis (6)
  • Backnang: Alexander von Wascinski (3), Anna Marinova (Praktikantin)
  • Beilstein: Ingo Blickle (7)
  • Besigheim / Ottmarsheim: Lutz Althöfer (7)
  • Bietigheim: Stefan Kettner (10)
  • Crailsheim: Holger Meyer (8)
  • Güglingen: Uwe Kietzke (7)
  • Heilbronn: Kerstin Schmidt-Peterseim (3), Tilmann Sticher (12), Rebekka Held (2, Pastorin auf Probe)
  • Murrhardt: Anke Neuenfeldt (3)
  • Öhringen: Martin Brusius (2)
  • Schwäbisch Hall: Ute Armbruster-Stephan (10)
  • Weinsberg: Peter Wittenzellner (2)
  • Wüstenrot / Neuhütten: Anne Oberkampf (8), Catrin Baisch (1, Lokalpastorin)
Distrikt Reutlingen

Superintendent Tobias Beißwenger (1)

  • Albstadt: Walther Seiler (3), weitere Stelle vakant
  • Altensteig: Christine Finkbeiner (6)
  • Ammerbuch-Entringen: David Schwarz (1, Pastor auf Probe)
  • Baiersbronn / Besenfeld: Ralf Schweinsberg (12), Damian Carruthers (3, Pastor auf Probe)
  • Balingen: Reinhold Twisselmann (10)
  • Dornhan: Jürgen Blum (3)
  • Freudenstadt: Michael Mäule (6), Raphaela Swadosch (2, Pastorin auf Probe)
  • Heidenheim/Geislingen: Dr. Jonathan Whitlock (2), Thomas Brinkmann (4)
  • Herrenberg: Alfred Schwarzwälder (8)
  • Konstanz: Volker Seybold (2)
  • Laichingen: Philipp Züfle (3, Pastor auf Probe), Aufsicht: Jürgen Hofmann
  • Metzingen: Bernd Schwenkschuster (9)
  • Mössingen: Frank Mader (2), Wolf-Dieter Keßler (3), Tobias Zucker (1, Jugendreferent)
  • Nagold: Matthias Walter (2), weitere Stelle vakant
  • Nürtingen: Jürgen Hofmann (6), Dorothea Lautenschläger (3, Lokalpastorin), Nadine Karrenbauer (4, Jugendreferentin)
  • Pfullingen: Oliver Lacher (4), Caroline Springer (3, Jugendreferentin)
  • Pliezhausen: Ulrich Ziegler (12), Monika Brenner (3, Lokalpastorin)
  • Reutlingen Erlöserkirche: Tabea Münz (2), Anette Obergfell (4)
  • Reutlingen-Betzingen: Christoph Klaiber (4), Flemming Novak (2, Pastor auf Probe)
  • St. Georgen: vakant, Vertretung: Hans-Wilhelm Herrmann
  • Teck: Stefan Herb (4), Alexandra Neubold (5,Jugendreferentin)
  • Tübingen: Dorothea Lorenz (7)
  • Tuttlingen / Trossingen: Annett Schöllhorn (1, Lokalpastorin), Aufsicht: Hans-Ulrich Hofmann
  • Überlingen / Friedrichshafen: Rouven Bürkle (4)
  • Ulm: Michael Mayer (9), Thomas de Jong (2, Pastor auf Probe), Thomas Widmann (3, Jugendreferent)
  • Villingen-Schwenningen: Hans-Ulrich Hofmann (7), Elisabeth Kodweiß (1)
  • Wangen im Allgäu: Klaus Schroer (8)
Distrikt Stuttgart

Superintendent Siegfried Reissing (8)

  • Aalen / Schwäbisch Gmünd: Rainer Zimmerschitt (8)
  • Asperg: Bernd Winkler (8)
  • Birkenfeld: Marc Laukemann (10)
  • Böblingen: Dr. Hans-Martin Niethammer (8), Ulrike Burkhardt-Kibitzki (1)
  • Calw: Linda Wagner (6)
  • Esslingen: Markus Bauder (11), Almuth Zipf (1, Pastorin auf Probe)
  • Eutingen: Jürgen Fleck (5)
  • FellbachCannstatt: Jochen Röhl (4), Hartmut Hilke (5)
  • Göppingen: Hans Martin Hoyer (7)
  • Knittlingen / Bauschlott: Matthias Hetzner (8)
  • Leinfelden-Echterdingen: Mareike Bloedt (1)
  • Ludwigsburg: Hans-Martin Brombach (9), Kerstin Gottfried (3)
  • Marbach a. N.: Matthias Kapp (2), Stefanie Reinert (3)
  • Mühlacker / Sersheim: Gerhard Bauer (2)
  • Neuenbürg: Burkhard Seeger (5)
  • Nellingen: Klaus Schopf (6, Lokalpastor)
  • Pforzheim: Hans Martin Renno (2), Bettina Gfell (4, Lokalpastorin)
  • Plochingen: Martin Schneidemesser (6)
  • Rutesheim: Gottfried Liese (2), Thomas Schmückle (12)
  • Schönaich: Ellen Widmer (8)
  • Schorndorf: Stefan Reinhardt (7)
  • Sindelfingen: Deborah Burrer (5)
  • Stuttgart-Mitte: Michael Burkhardt (4), Katharina Sautter (1)
  • Stuttgart-Nord: Helmut Rothfuß (2), Rainer Gottfried (6, Lokalpastor)
  • Stuttgart-Vaihingen: Jörg Kibitzki (1)
  • Stuttgart / Frankfurt / Saarbrücken, Ghanaischer Bezirk: Ebenezer Mensah (4)
  • Unteres Filstal: Holger Panteleit (5)
  • Vaihingen an der Enz: Bernhard Schäfer (6)
  • Waiblingen: Michael Löffler (7), Thomas Reich (11, Lokalpastor), Claire Hamer (4, Jugendreferentin)
  • Waiblingen-Hegnach: Dieter Jäger (3)
  • Weissach: Walter Knerr (12)
  • Welzheim / Rudersberg: Matthias Föhl (11)
  • Winnenden: Thomas Mozer (1), Hanna Maier (1, Lokalpastorin)
In besonderen Diensten Im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen
  • Bildungswerk: Leiter, Wilfried Röcker (6, BK FellbachCannstatt)
  • Kinder- und Jugendwerk: Leiter und Bildungsreferent, Jörg Hammer (8, BK Stuttgart-Nord); Referent für missionarische Jugendarbeit, Klaus Schmiegel (3, BK Ludwigsburg); Jungscharsekretärin (50%), Annette Gruschwitz (4, BK Marburg/Kirchhain); Jugendsekretärin (Nebenamt); Referent für die Arbeit der WesleyScouts (50%), Andreas Heeß (7, BK Kraichgau)
  • Lebenszentrum Ebhausen e.V.: Leiter, Herbert Link (6, BK Nagold)
  • BKB: Berater bei der Veräußerung von Gebäuden (25%), Martin Schneidemesser (4, BK Plochingen)
  • Referat für diakonische und gesellschaftliche Verantwortung: Denise Courbain (1)

Diakoniewerk BETHANIEN e.V Frankfurt, BETHANIEN Diakonissen-Stiftung, BETHESDA Diakonie-Stiftung und Evangelisch-methodistische BETHANIEN-Stiftung

  • Frankfurt, Theologischer Vorstand der BDS, Dr. Lothar Elsner (6, BK Stuttgart-Nord)
  • Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg, Pastorin Ingeborg Dorn (16, BK Heidelberg)
  • Heidelberg, Altenhilfeeinrichtungen, Pastor Helmut Gehrig (13, BK Heidelberg), Hans-Rudolf Münz (3, BK Hockenheim)
  • Koordinator Netzwerk Trampolin, Pastor Dominic Schmidt (2)
  • Stuttgart, Sana-Klinik Bethesda Stuttgart, Leitender Pastor Erhard Wiedenmann (2, BK Stuttgart-Mitte)

Diakoniewerk MARTHA-MARIA

  • Nürnberg: Direktor Andreas Cramer (19, BK Nürnberg Pauluskirche)
  • Nürnberg: Pastor Hans-Christof Lubahn (5, BK Nürnberg Zionskirche)
  • Nürnberg: Pastor Martin Jäger (1, BK Nürnberg Pauluskirche)
  • München: Pastor Reiner Kanzleiter (7, BK München Peace Church)
  • Stuttgart: Pastorin Sabine Wenner (1, Lokalpastorin, BK Stuttgart-Vaihingen)
  • Honau: Pastorin Gerda Eschmann (2, BK Metzingen)
  • Freudenstadt: Gesundheitspark Hohenfreudenstadt, Seelsorger Jürgen Zipf (3, BK Freudenstadt)
  • Wüstenrot Seniorenzentrum: Pastorin Catrin Baisch (1, Lokalpastorin, BK Wüstenrot / Neuhütten)
  • Halle: Theologischer Geschäftsführer, Markus Ebinger (4, BK Halle)
  • Halle: Pastorin Sabine Schober (8, BK Halle)

Evangelisationswerk

Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau: NN

Weltmission

Missionssekretär, Leiter der EmK-Weltmission, Frank Aichele (9, BK Bergisches Land)

Referat Öffentlichkeitsarbeit

Referent, Klaus Ulrich Ruof (13, BK Frankfurt-Ruferkirche)

radio m, Stuttgart

Leiterin, Dagmar Köhring (5, Lokalpastorin, BK Rutesheim)

Theologische Hochschule, Reutlingen

  • Professor Dr. Holger Eschmann (26, BK Reutlingen Erlöserkirche)
  • Professor Achim Härtner (24, BK Reutlingen Erlöserkirche)
  • Professor (Rektor) Dr. Roland Gebauer (21, BK Reutlingen-Betzingen)

Außerhalb der Zentralkonferenz unter Aufsicht einer Konferenz oder Behörde

Missionar Malawi, Olav Schmidt (3, BK Pirmasens)

Pastoren im Ruhestand

Distrikt Heidelberg

Thomas Borrmann, Immanuel Dauner, Wolfgang Dietze, Wolfgang Friedrich, Volker Göhler, Sally Kay Harrington, Günter Hartmann, Lutz Heil, Erich Heß, Thomas Hildebrandt, Rolf Huber, Horst Kerscher, Dieter Klenk, Kurt Kumm, Sieghard Kurz, Reiner Lange, Klaus Liesegang, Marlies Machnick-Schlarb, Horst Marquardt, Gertrud Michelmann, Alfred Mignon, Michael Moerschel, Hans Jakob Reimers, Kurt Scherer, Gerhard Schreiber, Roland Stephan, Hans-Jürgen Stöcker, Karl Unrath, Peter Vesen, Andreas Wagner, Martin Waitzman, Günter Winkmann, Frieder Zabel, Philipp Zimmermann

Distrikt Nürnberg

Winfried Bolay, Rudolf Dochtermann, Manfred Ellermann, Fritz Finkbeiner, Friedbert Gruhler, Christoph Heugel, Ulrich Jahreiß, Werner Jung, Jakob Koch, Lothar Kuhnke (Lokalpastor), Dieter Lampert, Albert Messinger, Paul Nollenberger, Edwin Oesterer, Dietmar Prietz, Klaus Rabe, Dr. Ludwig Rott, Helmut Specht, Hans Straub, Johannes Unold, Gerhard Weidhaas, Hans Weisenberger

Distrikt Reutlingen

Walter Bader, Traugott Bäuerle, Jürgen Bildmann, Norbert Böhringer, Theodor Burkhardt, Martin Bültge, Heinz Burkhardt, Reiner Dauner, Gerhard Ehrenfried, Siegfried Eisenmann, Günter Engelhardt, Adolf Erhard, Margot Fischer, Robert Gaubatz, Ralf Gründler, Werner Hoffmann, Hartmut Hofses, Horst Knöller, Rolf Lengerer, Theo Leonhardt, Diederich Lüken, Herbert Mast, Heinz Moritz, Alwin Neumann, Johannes Niethammer, Bernd Osigus, Kurt Riegraf, Dieter Sackmann, Kurt Schäfer, Werner Schmolz, Heinrich Schroth, Walter Schwaiger, Joachim Seidel, Manfred Sell, Reiner Stahl, Herbert Stumpp, Kurt Wegenast, Helmut Weller, Petar Zunic

Distrikt Stuttgart

Armin Besserer D. Min, Traugott Blessing, Johannes Browa, Ottmar Deiß, Willi Gittinger, Friedhelm Gutbrod, Hans Härle, Eberhard Hauswald, Alfred Herb, Wilhelm Kiemle, Traugott Holzwarth, Günter Klenk, Helmut Knödler, Helmut Kraft, Martin Krauss, Michael Kubica, Karl Layer, Friedrich Macco, Günter Maier, Johannes Schäfer, Joachim Schard, Helmut Schert, Karl Schmid, Herbert Seeger, Richard Spannagel, Hans-Martin Steckel, Walter Strenger, Walter K. Veihelmann, Hans Waitzmann, Ludwig Waitzmann

Bewerber/innen für das Predigtamt - Studierende

An der Theologischen Hochschule Reutlingen

Lea Hornberger (BK Öhringen), Sebastian Hochholzer (BK Wangen im Allgäu), Janina Schmückle (BK Reutlingen Erlöserkirche), Benedikt Hanak (BK Vaihingen / Enz), Nadzeya Kisialevich, Sabbath Mavula

An Universitäten und anderen Ausbildungsstätten

Maximilian Bühler (BK Heidelberg), Nicole Kunkel (BK Thüringer Wald)

Lokalisierte Pastoren / Pastorinnen und Lokalpastoren / Lokalpastorinnen ohne Dienstzuweisung

Lokalisierte Pastoren / Pastorinnen

Alfred Schaar (BK FellbachCannstatt), Volker Schuler (BK Öhringen), Friedemann Burkhardt (BK Birkenfeld)

Lokalpastoren / Lokalpastorinnen ohne Dienstzuweisung

Roswitha Dörner (BK Nürnberg JesusCentrum), Ruth-Regina Eißele (BK Waiblingen), Doris Schilling (BK Nürnberg JesusCentrum)

Mission hat Vorrang

Sa, 06/16/2018 - 14:20

Die Mitglieder der Süddeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) diskutierten gestern intensiv über die Förderung von Gemeindeentwicklung. Außerdem fand die geplante Wahl für die Nachfolge von Superintendent Carl Hecker ein überraschendes Ende. Am Ende des Tages gedachte die Konferenzgemeinde der Verstorbenen des zurückliegenden Jahres.

Die Einsicht siegt

Die Süddeutsche Konferenz richtet einen neuen »Fonds für Gemeindeentwicklung« ein. Das haben die Konferenzmitglieder nach einer intensiven Debatte beschlossen. Die vier Superintendenten der Konferenz hatten den Antrag eingebracht, um Erlöse aus verkauftem Kirchenvermögen für künftige Gemeindeentwicklungen zur Verfügung zu stellen. Verkauftes Vermögen solle nicht nur zur baulichen oder finanziellen Sanierung der agierenden Gemeindebezirke und auch nicht nur für Rücklagen in den Versorgungsfonds herangezogen werden. »Die Gewinnung von neuen Kirchengliedern« müsse viel stärker in den Blick genommen werden, so die Superintendenten. Das habe einen missionarischen Aspekt, aber für die Zukunft sei das auch in finanzieller Hinsicht bedeutsam, weil diese zu gewinnenden Menschen die kirchliche Arbeit und die Versorgung der Hauptamtlichen dann mittragen. Wenn künftig Gebäude verkauft werden und der Erlös nicht zur Finanzierung eines neuen Gebäudes oder zur Wertsteigerung eines vorhandenen Gebäudes verwendet wird, sind 60 Prozent an die Kirche abzuführen. Die Hälfte dieses Betrages wird für den »Fonds für Gemeindeentwicklung« verwendet, die andere Hälfte kommt dem Versorgungsfonds zugute. Die Konferenzmitglieder diskutierten intensiv über diesen Beschluss. Mission hat Vorrang vor »Vermögensverbrauch« war die gemeinsame Erkenntnis. Trotzdem fiel die mit der Entscheidung in einem Verkaufsfall drohende »Abgabe von dringend selbst benötigten Mitteln« vielen Konferenzmitgliedern nicht leicht. Letztlich siegte die Einsicht – mit überwältigender Mehrheit.

Nachfolge für Heidelberger Superintendentur ungeklärt

»Ich breche die Superintendentenwahl ab, um Schaden von Personen und vom Amt abzuwenden«, hatte Bischof Harald Rückert erklärt und führte die Konferenzmitglieder damit aus einer drohenden Sackgasse. Anlass für diesen außergewöhnlichen Schritt war der Rückzug etlicher vorgeschlagener Kandidaten. Von 20 am Vortag in einer Nominationswahl vorgeschlagenen Personen erklärten fünf, dass sie für eine Wahl nicht zur Verfügung stehen, obwohl sie mit aussichtsreicher Stimmenzahl vorgeschlagen worden waren. Nach dem Abbruch des weiteren Wahlverfahrens ermächtigte die Konferenz den Bischof aus den ordinierten Ältesten der Süddeutschen Konferenz für den Heidelberger Distrikt eine Person ins Superintendentenamt zu berufen. Dieses Verfahren wird dem ähnlich sein, das Ende vergangenen Jahres nötig wurde, als für die drohende Vakanz in der Reutlinger Superintendentur zügig eine Nachfolgelösung gefunden werden musste. Eine sich anbahnende Grundsatzdiskussion über das Wahl- und Berufungsverfahren ins Superintendentenamt wurde vertagt. Es wird erwartet, dass die nächste ordentliche Generalkonferenz im Jahr 2020 das Kirchenrecht so verändern wird, dass eventuell auch das Berufungsverfahren von Personen ins Superintendentenamt davon betroffen ist.

Vom Zurücklassen und Loslassen

Den geistlichen Rahmen des Tages bildete die Morgenandacht und der abendliche Gedächtnisgottesdienst. Zum Auftakt des Tages mündeten Gesine von Postels Gedanken in der Frage: »Was könnte ich hinter mir lassen?« In einer Art Fantasiereise verband das Laienmitglied der Schweinfurter EmK-Gemeinde die drei unterschiedlichen Nachfolgereaktionen von Menschen in der Begegnung mit Jesus (Lukas 9,57-61) mit dem Leben einer jungen Frau. Deren Frage war, was sie an Hinderlichem zurücklassen müsse, um aufbrechen zu können. Von Postel ermutigte ihre Zuhörerschaft, sich diese Frage auch zu stellen und im Vertrauen auf Gott das zurückzulassen, was als hinderlich erkannt wurde.
»Der Segen erleichtert das Loslassen« war die Botschaft im Gedächtnisgottesdienst. Im Gedenken an verstorbene Pastoren, Pastorenfrauen und Pastorenwitwen sowie an verstorbene Laien aus der Dienstgemeinschaft der Konferenz sprach Stefanie Reinert Trost zu. »Du darfst es gut sein lassen«, sagte die im Gemeindebezirk Marbach am Neckar wirkende Pastorin. Der Segen erleichtere das Loslassen und führe zur Erkenntnis, dass »das gelebte und das ungelebte Leben« in Gottes Hand liege. Darüber stehe Gottes Zusage: »Ich mache es heil und bringe es zum Ziel.«
Während der Feier in der evangelischen Petruskirche in Gerlingen wurde insgesamt 19 verstorbener Personen gedacht: der Pastoren Reinhard Gebauer, Kurt Kircher, Werner Matthäus, Gerhard Kolb, Theodor Mann, Erich Mammel, Richard Bürkle, Johannes Riedinger und Kurt Bank; der Pastorenfrauen oder Pastorenwitwen Irene Marquardt, Ruth Unold, Waltraud Kröner, Odette Waitzmann, Gertraud Deiß, Emma Riedinger und Marta Volz; sowie Reinhold Jeuther, Heike-Ruth Klaiber und Diakonisse Rose Häußermann.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführender Link
www.emk-sjk.de

Zur Information
Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 28.250 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Hausverbot für Sturheit und Starrsinn

Fr, 06/15/2018 - 10:00

Der erste Sitzungstag der Süddeutschen Jährlichen Konferenz war am gestrigen Donnerstag stark von inhaltlicher Auseinandersetzung geprägt. Bischof Harald Rückert legte mit der Morgenandacht und seinem Bischofswort die Spur zum Nachmittag. Anschließend wurde zwei Stunden lang in Arbeitsgruppen über den »Weg in die Zukunft« für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) intensiv gesprochen. Doch der Reihe nach: 

»Vielleicht« oder »gewiss«?

»Vielleicht ist das Weinen über meine Gemeinde und Kirche ein heilsamer Ansatzpunkt für den Aufbruch«, war einer der bewegenden Sätze in der Morgenandacht von Bischof Harald Rückert. Im auszulegenden Bibeltext ging es um die Vertreibung der Händler aus dem Tempel (Lukasevangelium 19,45-48). Rückert verwies in seiner Auslegung auf die der Vertreibungsaktion vorausgehende Szene, in der Jesus beim Anblick der Stadt Jerusalem weinen muss. »Alles beginnt mit dem Weinen«, hob der Bischof die Bedeutung dieser Szene hervor. Jesus trauere darüber, dass Jerusalem und sein geliebtes Volk nicht begreifen und sehen, was dem Frieden diene. Deshalb sei »das ehrliche Weinen ein heilsamer Ansatzpunkt«, weil »ich ehrlich werde und mich meiner Angst, meiner Hilflosigkeit, meinem Versagen und meiner Sehnsucht öffne«. Erst nach dem Weinen habe Jesus mit der Vertreibung der Händler und der Erteilung von »Hausverbot im Tempel« das Fehlverhalten dieser Leute heftig kritisiert. Dieses Stichwort »Hausverbot« übertrug Rückert ins »Heute«. Statt Menschen Hausverbot zu erteilen, gehe es heute vielmehr um »Hausverbote für menschliche Haltungen, die Anderen im Weg stehen, um zu Gott zu kommen«. So seien dem Kleinglauben und Pessimismus, der Unversöhnlichkeit und Rechthaberei oder der Sturheit und dem Starrsinn Hausverbot zu erteilen. »Weinen und Hausverbot« seien so »vielleicht heilsame Anknüpfungspunkte für unseren Aufbruch«, schlussfolgerte Rückert. Der aufkeimenden Irritation über das so unsicher klingende »vielleicht« setzte der Bischof nach einer kleinen Verzögerung ein kräftiges »Nein, gewiss!« entgegen.

Erlaubt, ausgesprochen, ernstgenommen

Wie bereits bei den vorangegangenen Tagungen der Norddeutschen und Ostdeutschen Konferenz, richtete Bischof Rückert auch eine Botschaft an die Mitglieder der Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen im Allgemeinen und der aktuellen Diskussion innerhalb der EmK über Fragen der Homosexualität im Besonderen, griff Rückert einmal mehr das Wortpaar »Einheit und Vielfalt« auf. Er beobachte, »dass gerade die Spannung von Einheit und Vielfalt und das Sprechen darüber für manche Menschen in unseren Gemeinden ein schwieriger, und ein mit Befürchtungen und Sorgen und Ängsten beladener, Bereich ist«. Das offene und geistliche Ringen in der Kirche scheint ihm an einigen Stellen schwieriger geworden zu sein. Besonders die Fragen in der Bewertung von Homosexualität und der Umgang mit homosexuellen Menschen scheinen das Potenzial zu haben, »unser vertrauensvolles Miteinander zu beschädigen, uns wieder in längst überwunden geglaubte Lager aufzuteilen und uns in Einzelfällen gegenseitig den Glauben in Frage zu stellen oder gar abzusprechen«. Ansatzpunkte für hilfreiche Wege gebe es in der frühen Geschichte des Methodismus bei John Wesley zu finden, so der Bischof. John Wesley habe immer wieder den hilfreichen Satz »im Wesentlichen Einheit, im Strittigen Freiheit, über allem die Liebe« zitiert. Außerdem habe Wesley schon ganz früh als »Kennzeichen eines Methodisten« eine Haltung beschrieben, die von großer Freiheit geprägt sei: »In allen Fragen, die nicht die Wurzel des Christentums treffen, halten wir es mit der Regel: denken und denken lassen.« Deshalb, so Rückert weiter, seien unterschiedliche Sichtweisen und Erkenntnisse »erlaubt«, dürften »ausgesprochen« und müssten »ernstgenommen« werden, »solange wir einander nicht den Glauben absprechen, solange wir einander nicht verletzen und solange wir uns immer wieder bewusst machen: Vielleicht hat ja auch mein Gegenüber ein bisschen mehr Recht, als ich.« Wenn das die Grundhaltung sei, könne es gelingen, dass die EmK in der Diskussion und Entscheidungsfindung über der Frage der Homosexualität »in Einheit und Freiheit« beieinander bleibe. Dafür bete er und setze sich mit ganzer Kraft ein.

Wirksame vier Minuten

Auf Basis der morgendlichen biblischen Besinnung und des Bischofsworts wurde es für die Konferenzmitglieder daraufhin konkret und persönlich. In 13 Gesprächsgruppen diskutierten fast 400 Delegierte zwei Stunden lang über den vom internationalen Bischofsrat der EmK vorgelegten Vorschlag, wie der Weg in die Zukunft für die EmK angesichts der heftigen Auseinandersetzungen um die Frage der Homosexualität aussehen soll. Als sei es von langer Hand so geplant gewesen, fiel in die Anfangsphase der Gesprächsrunden die Gebetszeit, zu der der Bischofsrat seit Anfang Juni einlädt. Um 14.23 Uhr wurden die Gespräche für vier Minuten unterbrochen, um für den »Weg in die Zukunft für die EmK« zu beten. Mit den Ziffern der Uhrzeiten 2:23 Uhr bis 2:26 Uhr wird an das Datum der im kommenden Jahr vom »23.2. bis 26.2.« stattfindenden außerordentlichen Generalkonferenz erinnert, die sich vier Tage lang mit der weitreichenden Entscheidung in der Auseinandersetzung um Homosexualität zu beschäftigen hat.

In den Gesprächsgruppen war eine große Offenheit spürbar für ein faires und achtungsvolles Ringen. Getragen vom Wunsch nach Bewahrung der Einheit der Kirche, wurden trotz alledem auch kontroverse Überzeugungen eingebracht und diskutiert. Eine der Gruppen diskutierte die »Entdeckung«, dass es immer ethische Fragestellungen waren, die in der methodistischen Geschichte zu heftigen Auseinandersetzungen führten, so beispielsweise die Sklavenfrage, die Frauenordination und jetzt die Homosexualitätsdebatte. In dogmatischen Fragen gebe es oft große Freiheit, während die meistens stark von Kultur und Gesellschaft geprägten ethischen Fragestellungen zu heftigen Auseinandersetzungen und Spaltungen geführt hätten. In einer anderen Gruppe wurde die von John Wesley verwendete hilfreiche Unterscheidung der Begriffe »essentials« (englisch für Wesentliches oder Hauptmerkmale) und »opinions« (englisch für Ansichten, Meinungen, Auffassungen) diskutiert. Laut Wesley sind »Umkehr, Glaube und Heiligung« Hauptmerkmale der biblischen Botschaft. Für viele Bereiche des alltäglichen Lebens und Glaubens müssten aber unterschiedliche Meinungen und Auffassungen zugestanden werden im Sinne von »denken und denken lassen«. Dass das nicht einfach ist, zeigten die engagiert geführten Gesprächsrunden. Dass es möglich ist, zeigte die Atmosphäre in den Gesprächsrunden. Ob das Konzept tragfähig sein wird, muss die außerordentliche Generalkonferenz im kommenden Jahr beweisen. Dafür lohnt es sich, jeden Tag um 14.23 Uhr drei bis vier Minuten lang zu beten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.emk-sjk.de
Einladung zum Beten und Fasten

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Die Süddeutsche Konferenz umfasst 242 Gemeinden mit rund 28.250 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen.

»Die Menschen sind sehr kreativ«

Fr, 06/15/2018 - 05:42

Neun Zeitzonen umfasst das Gebiet, für das Bischof Eduard Khegay zuständig ist. »Wir haben etwa hundert Gemeinden von Kaliningrad im Westen bis Wladiwostok und Chabarowsk im Osten«, erläutert der Bischof. Die drei Städte liegen in Russland zwischen Ostsee und Pazifik. Der Bischofssprengel der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), genannt Eurasien, umfasst Russland, Weißrussland, die Ukraine, Moldawien sowie in Zentralasien Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan. Damit das riesige Gebiet effizient verwaltet werden kann, gibt es fünf Jährliche Konferenzen und Provisorische Jährliche Konferenzen. In Russland und Zentralasien hat die EmK derzeit 1.360 Kirchenglieder und 124 Pastorinnen und Pastoren.

Revolution 1917 und Aufbruch nach 1991

Missionare der Bischöflichen Methodistenkirche aus Skandinavien gründeten 1889 in und um St. Petersburg, der damaligen Hauptstadt des Russischen Reiches, die ersten methodistischen Gemeinden des Landes. Khegay erläutert: »Es gab auch missionarische Aktivitäten im östlichen Teil Russlands wie in der Mandschurei, beispielsweise durch die Bischöfliche Methodistenkirche des Südens aus den USA.« Der Methodismus wuchs in Russland. Aber »1917 ereignete sich die kommunistische Revolution und kurz darauf wurden viele Gemeinden geschlossen und verboten – nicht nur methodistische, sondern aller christlichen Kirchen«, berichtet Khegay. Nur zwei methodistische Gemeinden hätten die Zeit der Sowjetunion überdauert, eine in Estland, die andere in der westlichen Ukraine.

»1991 brach die Sowjetunion zusammen und wir erfuhren viel größere Freiheit, Religionsfreiheit und das Land wurde offen und demokratisch«, schildert Khegay. Mit der Hilfe vieler Missionare aus vielen Ländern, auch aus Deutschland, konnten in Russland wieder Gemeinden gegründet werden.

Die Herausforderungen heute

Bevor Eduard Khegay Pastor der EmK wurde, schloss er ein Ingenieurstudium ab. Er stammt aus Kasachstan. Über Russland erzählt er: »Ich liebe Russland sehr und mag die Russen.« In Russland mit seinen etwas mehr als 140 Millionen Einwohnern sei nach dem Fall der Sowjetunion eine neue Generation herangewachsen. Das habe eine neue Wirklichkeit, neues demokratisches Leben geschaffen und es gebe viele Möglichkeiten. »Die Menschen sind sehr kreativ«, hat Khegay beobachtet.

Die EmK-Gemeinden seien »noch sehr klein«, auch wenn man sie mit anderen protestantischen Gemeinden vergleiche. »Deshalb haben wir viel Arbeit vor uns und müssen die Bevölkerung darüber aufklären, wer wir als evangelisch-methodistische Christen sind, die immer leidenschaftlich die gute Nachricht von Jesus Christus weitersagen. Und wir haben diakonische Arbeit zu tun, wie Menschen in Not zu helfen.« Es gebe viel Not in Russland, weil die Wirtschaft nicht so gut laufe wie gewünscht. »Es gibt viele Herausforderungen für Menschen mit Behinderungen«, berichtet Khegay weiter, »und viele Menschen leben noch in Armut.« Auch der Alkoholismus sei ein großes Problem. Seit kurzem gebe außerdem das Thema Religionsfreiheit zum Nachdenken Anlass. »Sie ist jetzt sehr eingeschränkt«, berichtet der Bischof, »aber ich weiß, dass die russischen Menschen sehr kreativ und widerstandsfähig sind, weshalb sie nie aufgeben.« Bischof Eduard Khegay ist »dankbar, dass wir die gute Nachricht in unserem Land weitergeben können«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de.

Weiterführender Link
The United Methodist Church in Eurasia (englisch)

Zur Information
Dieser Artikel erschien im EmK-Magazin »unterwegs« 12/2018 vom 10. Juni 2018

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