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Aktualisiert: vor 54 Minuten 6 Sekunden

»Schwarzenshof« will sich diakonisch profilieren

Mo., 09/21/2020 - 07:19

Vor zehn Jahren wurde das »Backhaus« auf Schwarzenshof eingeweiht. Als ansprechender Gottesdienstraum gestaltet, bildet das Backhaus seitdem den geistlichen Mittelpunkt auf dem Gelände der in Thüringen gelegenen Begegnungs- und Bildungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Eine Jubiläumsfeier war nicht geplant. Der durch die Corona-Pandemie seit Mitte März geschlossene Gästebetrieb ist zwischenzeitlich wieder angelaufen, wobei die Nutzung des 160-Betten-Zentrums aufgrund der Pandemieauflagen nur eingeschränkt möglich ist. Für die Mitarbeitenden ist der zusätzliche Aufwand beträchtlich. Die Perspektiven sind zusehends schwierig. Nur die staatlichen Hilfen, die finanzielle Unterstützung durch die EmK in Ostdeutschland und ein Darlehen des Evangelisch-methodistischen Diakoniewerks Bethanien Bethesda e.V. ermöglichten die Wiedereröffnung.

Großes Spendenaufkommen

Das Backhaus war durch Spenden der Mitglieder des Fördervereins komplett finanziert worden. Auch in diesem besonderen Jahr 2020 brachte der Förderverein schon rund 18.000 Euro an Spenden auf. Als Spendenziel wurde angesichts der vorübergehenden Schließung des Hauses 20.000 Euro angesagt.
Am 11. und 12.September kam die Gesellschafterversammlung der gemeinnützigen GmbH zu einer Klausurtagung zusammen. Alleiniger Gesellschafter ist die Ostdeutsche Konferenz der EmK. Seit die Arbeit »auf Schwarzenshof« vor sechs Jahren von der gemeinnützigen GmbH verantwortet wird, hat sich die Arbeit gut entwickelt. Allerdings muss das Profil als Beherbergungsort für geistliche Zurüstung, Bildung und Begegnung von unzähligen Gruppen weiter geschärft werden. Die Corona-Krise hat diese Situation noch beschleunigt und zugleich vor unerwartete Probleme gestellt. Die Begegnungs- und Bildungsstätte will nun vor allem ihr traditionelles diakonisches Profil stärken. In Folge begibt sich die Gesellschaft auf die Suche nach Partnern.
An der Spitze der Gesellschafterversammlung steht ab 1. November dieses Jahres Werner Philipp, der Superintendent für den Distrikt Zwickau. Pastor Stephan Ringeis, der seit Start der gGmbH den Vorsitz innehatte, bleibt der Gesellschafterversammlung als beratendes Mitglied erhalten.

Bildnachweis: Stephan Ringeis

Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz und begleitet den Gemeindebezirk Oberlausitz als Interimspastor. Außerdem ist er Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR. Kontakt: stephan.ringeis(at)emk.de.

Weiterführende Links
Bildungs- und Begegnungsstätte Schwarzenshof - www.schwarzenshof.de
Diakoniewerk Bethanien Bethesda - www.emdw-bethanien.de

Begnadeter Prediger der Menschenfreundlichkeit Gottes

So., 09/20/2020 - 07:29

Im Alter von 68 Jahren ist Lothar Pöll nach langer Krankheit verstorben. Seinen Tod am vergangenen Mittwoch gibt die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) bekannt.

Als Pastor der EmK und langjähriger Superintendent war er in Österreich eine der prägenden Persönlichkeiten der EmK. In seiner Beauftragung als Superintendent sowie als Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich und Sekretär der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirche wirkte er weit über seine eigene Kirche und sein Land hinaus. Pöll, so heißt es im Nachruf aus Österreich, war ein »begnadeter Prediger der Menschenfreundlichkeit Gottes, der sich von Herzen in seiner Kirche und in der Ökumene engagiert hat«.

Bildnachweis: privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
www.emk.at/blog/superintendent-ir-pastor-lothar-poell-verstorben


Prallvoll mit Sinnlichkeit und Lebensfreude

So., 09/13/2020 - 07:14

Mit dem Ordinationsgottesdienst endete am gestrigen Samstag die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Das Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für die Region Süddeutschland tagte coronabedingt drei Monate später und nur als eintägige Kurzkonferenz in der Stuttgarter Carl-Benz-Arena. Im Mittelpunkt standen Entscheidungen zu Personal und Finanzen sowie Überlegungen zur Weiterentwicklung der Gemeindegründungsarbeit.

Erquickend, erfrischend und beflügelnd

»Gott hat Worte, wenn sie uns längst ausgegangen sind, er malt uns Bilder vor Augen, die unser Innerstes erreichen«, sagte Harald Rückert in seiner Predigt anlässlich der Ordination von vier Pastoren. Der für Deutschland zuständige Bischof ließ sich dabei von Psalm 23 anregen und hob darauf ab, wie Gott »auf geheimnisvolle und verändernde Weise« Menschen anrühre. Das, so Rückert weiter, gelte besonders auch für schwierige Zeiten und Situationen. Dazu gehöre auch die »durch Corona« geprägte Zeit, in der viel Unsicherheit zu spüren sei.

Den vier für den Gemeindedienst ordinierten Pastoren legte er ans Herz, die »prallvoll mit Sinnlichkeit und Lebensfreude« gefüllten Aussagen des Psalms auf den vor ihnen liegenden Lebens- und Dienstweg mitzunehmen. Der Psalm beschreibe mit den Aussagen vom finsteren Tal und Feinden zwar auch schwierige Lebenssituationen. Diese seien aber »eingehüllt und umfangen von der übermütigen Gewissheit«, dass Gott mit seiner Zusage von »Gutem und Barmherzigkeit« seine »nährende, erquickende und erfrischende, beflügelnde Kraft« schenke. Diese Erfahrung und diese Einladung sollten sie in ihrem Gemeindedienst mit den Menschen innerhalb und außerhalb der Gemeinden teilen.

Vier Pastoren ordiniert – elf Praktikanten am Start

Der zeitlich umfangreichste Tagesordnungspunkt der eintägigen Kurzkonferenz waren Personalentscheidungen. Dazu gehörte die Abstimmung der Konferenzmitglieder über die Ordination der vier Pastoren Sven Batram (Schweinfurt), Thomas de Jong (Langenau), Flemming Nowak (Reutlingen) und Manuel Stemmler (Neuhütten), die dann im abendlichen Gottesdienst den Ordinationssegen empfingen.

Für die dreijährige Probezeit als Pastor und Pastorin auf Probe wurden Markus Gumpfer (Hof) und Janina Schmückle (Reutlingen) aufgenommen. Als Lokalpastor wurde Walter Allgaier aufgenommen, der vom Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden zur EmK wechselt. In den Ruhestand verabschiedet wurden fünf Pastoren: Andreas Cramer, Carl Hecker, Kurt Junginger, Volker Kempf und Reinhard Wick. Die Pastoren Walther Seiler und Matthias Johannes Schultheis wurden in den Status »Lokalisierte Pastoren« versetzt. Die Zahl von elf Praktikanten, die damit den Weg zur Ausbildung in den pastoralen Dienst beginnen, wurde von den Mitgliedern der Konferenz mit Staunen und Freude quittiert.

»Ich lerne gerne dazu«

Die Präsenzsitzung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz gab der designierten Superintendentin für den Stuttgarter Distrikt die Gelegenheit, das Plenum der Konferenz persönlich anzusprechen. »Ich freue mich auf das neue Amt«, meinte Dorothea Lorenz, »weil ich unglaublich gerne dazulerne und gerne meine Sicht der Dinge in einen Prozess einbringe«. Außerdem sei es gut, wenn wieder beide Geschlechter im Kabinett der Süddeutschen Konferenz vertreten seien. »Mir liegt unsere Kirche sehr am Herzen und ich möchte, dass es ihren Gemeinden gut geht und wir gemeinsam Menschen an Leib und Seele Gutes tun«, erklärte die jetzt noch in Tübingen tätige Pastorin.

Sie war nach einem durch die Konferenzverschiebung nötig gewordenen Internet-Wahlverfahren im Juni von Bischof Rückert als Superintendentin für den Stuttgarter Distrikt berufen worden. Im kommenden Jahr wird sie die Nachfolge von Siegfried Reissing antreten, der dieses Amt dann zehn Jahre innehatte.

Erleichterung von Gemeindegründungen

Den Weg der Gründung neuer Gemeinden geht die Süddeutsche Konferenz konsequent weiter. Das war der herausragende Beschluss der Tagesordnung im Verlauf des Nachmittags. Im Jahr 2018 hatten die Mitglieder der Süddeutschen Konferenz bereits beschlossen, bis zum Jahr 2021 vier neue Gemeinden zu gründen. In einem ersten Zwischenbericht erläutert die zuständige Fachgruppe, dass Gemeinden in Bamberg und Ingolstadt bereits in der Gründungsphase seien. Weitere Gründungen an anderen Orten würden sondiert. Um flexibler auf weitere Entwicklungen reagieren zu können, fasst die Konferenz den Beschluss, Gemeindegründungen grundsätzlich zu genehmigen. In Zusammenarbeit mit den Finanzfachleuten der Konferenz soll dafür ein Finanzplan erarbeitet werden, um den Start weiterer Gemeindegründungen zu erleichtern.

Gedenken und Danken

Im Rahmen der Kurzkonferenz wurde auch der im zurückliegenden Konferenzjahr verstorbenen Pastoren gedacht: Wolfgang Dietze, Theodor Burkhardt, Dieter Klenk, Karl Layer, Traugott Bäuerle, Walter Schwaiger, Günter Klenk, Friedrich Macco, Willi Gittinger, Adolf Erhard, Karl Schmid, Walter Strenger, Hans Waitzmann. Dienstjübiläen feierten: 75 Jahre – Alwin Neumann, Ludwig Rott, Dieter Sackmann; 60 Jahre – Hans-Jakob Reimers, Joachim Schard; 50 Jahre – Johannes Browa; 40 Jahre – Wolfgang Friedrich, Rolf Held, Reiner Kanzleiter, Klaus Schroer, Alfred Schwarzwälder, Ulrich Ziegler; 25 Jahre – Christine Finkbeiner, Roland Gebauer, Martin Jäger, Alexander von Wascinski.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

 

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Homepage der Süddeutschen Konferenz

Zur Information
Die nächste Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz ist für den 16. bis 20. Juni 2021 geplant. Die Geschäftssitzungen sollen in Nagold stattfinden, der Abschlusssonntag in Karlsruhe.

Die Süddeutsche Konferenz umfasst 231 (Vorjahr: 242) Gemeinden mit 27.434 (27.600) Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen Nordrhein-Westfalens.

»KVR-Tag« in Norddeutschland

Fr., 09/04/2020 - 16:42

Die diesjährige Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz (NJK, Kirchenparlament) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) war für April 2020 geplant. Sie musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Um dennoch einige Angelegenheit erledigen zu können, tagte am 29. August der Konferenzverwaltungsrat (KVR) der NJK in Hannover. Einige KVR-Mitglieder waren dabei nicht persönlich anwesend, sondern per Internet-Video zugeschaltet.

Superintendent Stefan Kraft, der Vorsitzende des KVR, lud in seiner Andacht dazu ein, die Gnade Gottes als das Eigentliche mehr ins Zentrum zu rücken. Die Leitung des »KVR-Tags« übernahm auf Wunsch des Gremiums Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK.

Herausforderungen durch Pandemie und Negativzinsen

Neue Mitarbeitende im pastoralen Dienst, die als Quereinsteiger aus anderen Kirchen nun ihren Dienst im Gebiet der Norddeutschen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche aufnehmen oder aufgenommen haben, haben schriftlich berichtet. Ein persönliches Kennenlernen wird erst im kommenden Jahr möglich sein.

Die Corona-Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen wirkt sich in zwei Bereichen besonders gravierend aus: in der Kinder- und Jugendarbeit sowie bei den Internationalen Gemeinden. Die Berichte beider Bereiche wurden mit großem Interesse wahrgenommen, die Entwicklungen aufmerksam verfolgt.

Auf jeder NJK-Tagung sind die Berichte der Superintendenten im Fokus – so auch auf dem KVR-Tag. In diesem Jahr haben die Superintendenten nicht nur den Bericht gemeinsam verfasst, sondern sich an der Geschichte des Schiffbruchs des Paulus (Apg. 27,13-44) orientiert und die Brücke zum norddeutschen Teil der EmK geschlagen. Sie schrieben: »In derart unsicheren und stürmischen Zeiten lesen wir die Geschichte vom Schiffbruch des Paulus auf seiner Reise nach Rom als Ermutigung, uns den Herausforderungen zu stellen, in denen wir als Konferenz stehen.«

Herausforderungen bestehen beispielsweise in finanzieller Hinsicht: Wie kann angesichts von Negativzinsen das Finanzvolumen verantwortungsvoll verwaltet werden, wenn gleichzeitig Gemeinden die notwendigen Mittel nicht mehr aufbringen können? Das ist eine schwierige Frage, die die NJK in Zukunft noch mehr beschäftigen wird. Aber durch hohes persönliches Engagement gelingt es immer wieder, Geld zu investieren, das für Kirche und Umwelt verträglich angelegt werden kann.

Schatzmeister-Wechsel

Der scheidende Schatzmeister Andreas Kraft erhielt als »kleines Dankeschön für seine großartige Arbeit« eine kleine Schatztruhe und einen Kuchen in Form eines goldenen Eies. Zum neuen Schatzmeister wurde einstimmig Ruthardt Prager gewählt.

Die großen Konferenzthemen, wie nötige organisatorische Veränderungen, die Ergebnisse des Runden Tischs oder der Antrag zur Klimakrise, müssen in einer breiten Mehrheit diskutiert werden, was nur auf einer regulären NJK-Tagung möglich ist. Deshalb wurde die Behandlung dieser Themen auf das nächste Jahr vertagt. Der Antrag zur Klimakrise soll auch den Gemeinden und Bezirken als Textdatei im Internet zur Verfügung gestellt werden, um deren Rückmeldungen für die NJK-Tagung 2021 zu sammeln.

»Es war ein wichtiges Treffen, das an den möglichen Punkten in der kirchlichen Verwaltungsarbeit Entscheidungen traf und weitere Themen zur Entscheidungsfindung vorbereitet hat«, schrieben Dieter Klotz, Kai-Uwe Dannenberg und Katharina Mittwollen als Fazit unter ihren Bericht, auf dem dieser Text basiert.

Bildnachweis: Irene Kraft

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der deutschen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de.

Zur Information
Die Norddeutsche Jährliche Konferenz ist das normalerweise jährlich tagende Kirchenparlament der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche. Ihr Gebiet umfasst die drei Distrikte Berlin, Essen und Hamburg mit knapp 10.000 Kirchengliedern und -angehörigen in 95 Gemeinden (Stand: Ende 2018).

»Deutschland singt«

Fr., 09/04/2020 - 14:40

Am 3. Oktober jährt sich der Tag der Deutschen Einheit zum dreißigsten Mal. Die Initiative »Deutschland singt« regt deutschlandweit dazu an, diesen Tag in besonderer Weise zu feiern. Nach dem Wunsch der Initiatoren soll dieser Tag »ein Zeichen der Dankbarkeit und der Hoffnung für die Zukunft des Landes sein«.

Veranstaltungsort Marktplatz

Die Initiatoren regen dazu an, Menschen zum gemeinsamen Feiern und Singen zu animieren. Vor Ort könnten dazu Chöre, Bands oder Kapellen gewonnen werden und damit eine breite Bevölkerungsschicht und möglichst alle Generationen aktiv beteiligt werden. Unter Berücksichtigung coronabedingter Regelungen und Einhaltung von Hygienekonzepten könne der Tag nach Überzeugung der Initiatoren dazu beitragen, verschiedene Generationen und unterschiedliche Kulturen zu verbinden. Die Grundauswahl von zehn bekannten Volksliedern, Spirituals, Popsongs, Gospels, Chorälen und Schlagern trage dazu bei, einen weiten Bogen zu spannen. Dazu gehörten unter anderem »Die Gedanken sind frei«, »Wind of Change«, »Nun danket alle Gott«, »Der Mond ist aufgegangen« oder »We Shall Overcome«.

Am 3. Oktober dieses Jahres sollen diese zehn verbindenden Lieder um 19 Uhr gleichzeitig im ganzen Land gesungen werden. Nach Angaben auf der Internetseite der Aktion werde schon an über 250 Orten überlegt, wie das Programm auf dem jeweiligen Marktplatz umgesetzt werden könne. Hilfsmittel wie Liederhefte bis hin zur GEMA-Anmeldung werden zentral zur Verfügung gestellt. Interessierte Kirchengemeinden, Gruppen oder Veranstalter könnten sich über die Internetseite der Initiative weitere Informationen einholen und ihre Teilnahme dort auch melden.

Prominente Unterstützung

Heinrich Bedford-Strohm, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und derzeitiger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, unterstützt als Schirmherr das Anliegen von Deutschland singt: »Das gemeinsame Singen am 3. Oktober ist gerade in diesem Jahr ein wichtiges Zeichen gegen alle Kräfte, die uns als Gesellschaft auseinanderbringen wollen.« Zusammen mit Bedford-Strohm trägt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die Schirmherrschaft. Er wünscht sich, »dass von den Singenden ein Signal ausgeht für ein friedliches Zusammenleben in einem vereinigten Deutschland ohne Hass, Rassismus und Antisemitismus«. Unter den Beiratsmitgliedern finden sich die Namen von Günther Beckstein, des ehemaligen Ministerpräsidenten von Bayern, des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, des Initiators von »Schwerter zu Pflugscharen«, Harald Bretschneider, und Marie-Luise Dött, der Vorsitzenden des Bundes katholischer Unternehmer und Mitglied im Bundestag.

Bildnachweis: Deutschland singt

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Deutschland singt

»Es ist doch eigentlich selbstverständlich«

Di., 09/01/2020 - 11:00

Das evangelisch-methodistische Kirchenmagazin »unterwegs« nimmt den unlängst erfolgten Start des Umweltzertifikats »Schöpfungs-Leiter« zum Anlass und fragt nach, was das Zertifikat den Gemeinden bietet. Stefan Weiland von der Kontaktstelle für Umweltmanagement und Denise Courbain, Referentin für Diakonie und gesellschaftspolitische Verantwortung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, geben darüber Auskunft.

unterwegs: Was gewinnen Kirchengemeinden, die mit der »Schöpfungs-Leiter« Umweltschutz zum Thema machen?

Stefan Weiland: Die Gemeinden gewinnen Zukunft. Das mag hochtrabend klingen, aber ich meine das ernst. Der Klimawandel und der massive Artenverlust sind die größten Herausforderungen unserer Generation. Jegliche Organisation und eben auch Kirche und Gemeinden sind hierbei gefragt. Wir müssen die gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und aktiv anpacken, sonst haben wir alle keine Zukunft. Gemeinden, die das erkennen, gewinnen damit Glaubwürdigkeit und das wird in der Öffentlichkeit auch positiv wahrgenommen.

Denise Courbain: Ich sehe den Gewinn vor allem in der tiefen geistlichen Auseinandersetzung und der Verankerung in der Beziehung zu Gott. Ein weiterer Gewinn ist, Schöpfungsverantwortung als etwas zu verstehen, das nicht zu trennen ist von unserem Auftrag, Gottes frohe Botschaft zu verbreiten oder von Gottes Gebot der Nächstenliebe. Unser Fragen nach Gewinn und nach dem, was es uns bringt, kann uns schrecklich ausbremsen und wirkt sich leider allzu oft schädigend auf uns selbst und andere aus. »Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein« – diese Worte aus 1. Mose 12 Vers 2 sind mir im Zusammenhang mit der Schöpfungs-Leiter sehr wichtig. Als Gesegnete werden wir zum Segen für unsere Umwelt – und gewinnen.

Wie wird der Glaube in diesem Programm angesprochen?

Stefan Weiland: Ohne den Glauben wäre das ganze Programm nichts. Schöpfung bewahren ist kein Randthema, das Gemeinden auch noch machen können. Wenn wir Gott als den Schöpfer der Welt anerkennen, dann ist es doch eigentlich selbstverständlich, seine Schöpfung auch zu erhalten. Deshalb beginnen die untersten Stufen im Programm auch damit, Schöpfung als biblischen Auftrag wahrzunehmen und zu erkennen. Ganz persönlich und für die Gemeinde.

Denise Courbain: Die Schöpfungs-Leiter ist kein rein ökofaires Zertifikat, das am Ende des Prozesses als Schild an der Kirchentüre hängen wird, sondern setzt an bei unserer Beziehung zu Gott und bei unserem Geschöpf-Sein. Gerade in der intensiven geistlichen Auseinandersetzung sehe ich Chancen für Gemeinden, sich ganz neu in Gott zu verwurzeln und sich auf ihn auszurichten. Ökofaires Engagement wird aus dem Glauben und der Liebe heraus gelebt, mit Hoffnung, die in Gott selbst gegründet ist. Ich hoffe und bete, dass Gemeinden hier wertvolle Entdeckungen machen können und kreative Wege der Umsetzung finden, die gut zu ihnen und ihrer Umgebung passen, die sie erreichen wollen.

Was müssen Gemeinden mitbringen, die daran teilnehmen wollen?

Stefan Weiland: Erstmal kann jede Gemeinde, egal welcher Größe oder Prägung, daran teilnehmen. Besondere Zugangsvoraussetzungen sind nicht nötig. Aber Mut und Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen, sollte schon aufgebracht werden. Und auch dann dran zu bleiben, wenn es mal anstrengend wird. Es wird sich lohnen!

Denise Courbain: Die Gemeinde muss eine gute Portion Neugier und Offenheit mitbringen: Offenheit für Gott, denn die Offenheit für ihn macht seinen Segen für uns sichtbar. Offenheit, interne Strukturen und Gewohnheiten zu verändern. Offenheit, nach außen zu gehen und Türen zu öffnen für eine ganz neue Art der Zusammenarbeit mit Menschen und Organisationen vor Ort. Für mich bedeutet das missionales Unterwegssein.

Dieses Interview ist dem zweiwöchentlich erscheinenden Magazin »unterwegs« der Evangelisch-methodistischen Kirche – Nummer 17/2020 vom 16. August 2020 – entnommen.
Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Weiterführende Links
Homepage des Umweltzertifikats »Schöpfungs-Leiter«  

Impulse durch nachahmenswerte Beispiele

Fr., 08/28/2020 - 06:21

Bereits zum fünften Mal schreibt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ihren Ökumenepreis aus. Mit dem alle zwei Jahre verliehenen Preis werden Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die in besonderer Weise einen Beitrag zur Einheit der Christen leisten und ein gemeinsames Engagement verschiedener Konfessionen fördern.

Erstmals wird auch ein Innovationspreis vergeben

Zur Teilnahme eingeladen sind Personen, Gruppen, Organisationen und Verbände, die mit »pfiffige[n] Projekten und Initiativen« ein buntes und lebendiges Bild der Ökumene in Deutschland vermitteln. Dabei gehe es um innovative Wege des Miteinanders und Aktionen, die zur Einheit der verschiedenen christlichen Konfessionen beitragen und in ihrer jeweiligen Umgebung Zeichen lebendiger Ökumene setzen. Der Hauptpreis ist mit 2.500 Euro dotiert. Anlässlich des Jahres der Ökumene im kommenden Jahr wird erstmals zusätzlich ein Innovationspreis ausgelobt. Dieser ist mit 1.000 Euro dotiert und wird an Projekte verliehen, die ungewöhnliche und neue Wege des ökumenischen Miteinanders gehen.

Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2020. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des 3. Ökumenischen Kirchentags, der im Mai 2021 in Frankfurt am Main stattfindet.

Schirmherrschaft setzt internationalen Akzent

Schirmherrin für die Vergabe des Ökumenepreises ist Agnes Abuom. Die promovierte Missionswissenschaftlerin ist Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen und Ko-Vorsitzende des Nationalen Kirchenrats von Kenia. Sie ermutigt »alle Personen, die an die Würde und Rechte aller Menschen glauben, Frauen und Männer, Jungen und Mädchen, und zwar unabhängig von ihrer sonstigen Identität« zur Teilnahme am Ökumenepreis, um damit auch zu »einem gerechten Frieden« beizutragen. Mit Abuom als Schirmherrin des Ökumenepreises 2021 setzt die ACK zugleich einen internationalen Akzent auf die ins Jahr 2022 verschobene Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen, die in Karlsruhe stattfinden wird.

Jury mit EmK-Beteiligung

Die fünfköpfige Jury ist besetzt mit Personen der Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland, des ökumenischen Netzwerks »More Ecumenical Empowerment Together«, der Römisch-katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Für die EmK nimmt der im Ruhrgebiet wirkende Pastor Jürgen Stolze das Jurymandat wahr. Die Ökumene lebe davon, »dass sie immer wieder neue Impulse anhand nachahmenswerter Beispiele bekommt«, erläutert Stolze einen der Gründe zur Teilnahme am Wettbewerb. Außerdem könne das gemeinsame Beraten und Erstellen der Bewerbung vor Ort dazu helfen, »eine gemeinsame Aktion noch einmal mit ganz neuen Augen zu sehen und sie wertzuschätzen«.

Bildnachweis: ACK

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Ökumenepreis der ACK  
Info-Flyer zum Ökumenepreis

Zur Information
Der Ökumenepreis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) wird alle zwei Jahre verliehen. Der Hauptpreis wird durch die Bank für Kirche und Caritas, durch die Bank für Kirche und Diakonie, durch die Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sowie durch die Spar-und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden zur Verfügung gestellt. Der erstmals zu vergebende Innovationspreis wird von der Neuapostolischen Kirche in Deutschland ausgelobt.

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.
www.oekumene-ack.de

Erfolgreiche Stabübergabe

Mi., 08/26/2020 - 06:49

Das Ziel der weltweiten Missionsarbeit ist, die Arbeit der Kirche vor Ort zu unterstützen und zu stärken. Auch der Einsatz der Missionare dient dazu und deshalb bemühen sich die Mitarbeiter der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland immer, am Ende der Dienstzeit der Missionare ihre Arbeitsaufgaben in einheimische Hände zu übergeben. Das ist mitunter recht schwierig, weil es wenige entsprechend gut ausgebildete und geeignete Personen gibt. In Sierra Leone aber ist dies nun hervorragend gelungen.

Solches Material gab es noch nicht

Missionarin Melanie Janietz hat in den letzten Jahren in Sierra Leone zusammen mit einheimischen Lehrern Unterrichtsmaterial zum Thema »sexuelle Gesundheit« erarbeitet. So sind zehn Schulungseinheiten inklusive didaktischen Materials und anschaulicher Folien entstanden, die die Herausforderungen des Landes und die kulturellen Besonderheiten berücksichtigen. Solches oder ähnliches Material gab es in Sierra Leone noch nicht. Das Material wird in Kursen den entsprechenden Fachlehrern der weiterführenden Schulen der EmK in Sierra Leone nahegebracht, sodass sie es in ihrem Unterricht einsetzen können. Viele Schülerinnen und Schüler werden dadurch über Sexualkunde und Gesundheitsvorsorge besser informiert, und ein wichtiges Ziel dabei ist es, viele ungewollte Teenagerschwangerschaften zu verhindern.

Relative sichere Jobs aufgegeben

Da die EmK über fünfzig weiterführende Schulen in Sierra Leone betreibt, ist die Schulung aller relevanten Lehrer und Lehrerinnen eine riesige Aufgabe. Jeder Kurs benötigt zwei Wochen Zeit, plus Vorbereitung und Nacharbeit. Als Melanie Janietz zusammen mit ihrer Familie im März – auf Grund der Corona-Pandemie drei Monate früher als geplant – nach Deutschland zurückkehrte, konnte diese Arbeit an zwei einheimische Lehrer übergeben werden. Sadia Gbassa und Sullayman Koroma haben von Anfang an bei diesem Projekt als Freiwillige mitgearbeitet und waren nun bereit, ihre auch in Sierra Leone relativ sicheren Jobs als Lehrer aufzugeben, um das Schulungsprojekt weiter zu betreuen.

Leider konnten die beiden auf Grund der coronabedingten Schulschließungen in Sierra Leone die Kurse zunächst nicht weiterführen und haben sich deshalb in der Aufklärungsarbeit im Hinblick auf das Corona-Virus nützlich gemacht. Nach der Öffnung der Schulen konnte im Juli die erste Lehrerschulung in der Alleinverantwortung der beiden durchgeführt werden.

Bischof Yambasu dankte für die Unterstützung aus Deutschland

Alles hat sehr gut funktioniert, sodass diese wichtige Arbeit nun weitergeht. Es gibt noch viel zu tun: Die Lehrer in über vierzig EmK-Schulen müssen noch geschult werden. Darüber hinaus sind noch viele andere Schulen an diesem Material und den Kursen interessiert. John Yambasu, der für Sierra Leone zuständige, kürzlich verstorbene Bischof, war sehr dankbar für diese erfolgreiche Arbeit und Stabübergabe und dankte allen Unterstützern in Deutschland sehr herzlich!

Dieser Artikel ist dem zweiwöchentlich erscheinenden Magazin »unterwegs« der Evangelisch-methodistischen Kirche – Nummer 16/2020 vom 2. August 2020 – entnommen.
Bildnachweis: privat

Der Autor
Frank Aichele ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und Leiter der deutschen EmK-Weltmission. Der Dienstsitz ist in Wuppertal. Kontakt: weltmission(at)emk.de.

Weiterführende Links
Homepage der EmK-Weltmission

Kompaktes Methodismus-Wissen

Mo., 08/24/2020 - 06:33

Im Juli erschien das neueste Buch aus der Feder von Karl Heinz Voigt. Der im Ruhestand in Bremen lebende Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zählt mit seinen Veröffentlichungen, Beiträgen und Lexikonartikeln weit über die eigene Kirche hinaus als profilierter Kenner des Methodismus und engagierter Ökumeniker.

Ein Paradigmenwechsel wird sichtbar

Seine neueste Studie zeigt, wie die aus der Reformationszeit herkommende europäische Kirchenkultur in Amerika durch eine völlig andere Kirchenkultur ergänzt wurde. Die in Europa territorial und flächendeckend organisierten Staatskirchen trafen in Amerika auf unabhängig sich entwickelnde kirchliche Strukturen, die sich auf der Basis umfassender Religionsfreiheit herausgebildet hatten. Erstmals begegneten sich diese beiden Kirchentypen durch die Auswandererscharen in Amerika. Später erlebten Kirchen aus den Vereinigten Staaten in Europa Widerstand und Zurückweisungen, als sie dort Fuß fassen wollten. Das Aufeinandertreffen dieser Kirchenkulturen führte dort wie hier zu Konflikten. Am Ende wird jedoch ein Paradigmenwechsel sichtbar.

Eine Brücke zu beiderseitigem Verständnis

Die europäischen Kirchen wurden über Jahrhunderte hinweg durch ihren flächendeckenden Alleinanspruch zu »Betreuungskirchen«. Die methodistische Tradition, um die es in dieser Studie geht, ist geschichtlich durch ihre ursprüngliche Praxis, ihre Theologie und ihre Ordnung als »Missionskirche« organisiert. Karl Heinz Voigt schildert konkret das Aufeinandertreffen und zeigt darin die speziell europäische Erfahrung. Die in über vierhundert Seiten entfaltete Studie ist eine Fundgrube an Information und geschichtlichem Detailwissen. In der von Voigt entfalteten These von den »unterschiedlichen Kirchenkulturen« sieht Walter Fleischmann-Bisten, der vormalige Direktor des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim, »eine Brücke zum beiderseitigen Verständnis«. Thomas Kemper, der noch amtierende Generalsekretär des internationalen Missionswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche, sieht in dem Buch eine gerade auch für theologische Laien »ermutigende Lektüre«. Ihn habe besonders angesprochen, »dass Kirche im methodistischen Verständnis nur als missionarische Kirche gelebt werden kann und ohne Laien in der Leitung nicht denkbar ist«.

Ökumenische Partnerschaft profiliert wahrnehmen

Das Buch wendet sich an Interessierte innerhalb und außerhalb der Evangelisch-methodistischen Kirche, die sich mit Grundlagen der methodistischen Denomination auseinandersetzen wollen. Ebenso wendet sich die Studie an methodistische Theologen, Historiker und Journalisten zur Klärung der persönlichen Verantwortung innerhalb des weltweiten Netzes der eigenen Kirche. Außerdem hilft die Studie, Vertretungen in bewusster ökumenischer Partnerschaft profiliert und darum für alle Seiten gewinnbringend wahrzunehmen.

Bildnachweis: Vandenhoeck und Ruprecht (Buchgrafik), Klaus Ulrich Ruof (Voigt)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Rezensionen

Zur Information
Karl Heinz Voigt, Methodisten: Name – Deutung – Wirkung – Gestaltung. Eine kontinentaleuropäische Perspektive, Kirche – Konfession – Religion, Bd. 77, ca. 473 Seiten, gebunden, bis 13.10.2020: € 48,– D / € 50,– A / € 54,99 eBook, danach: € 60,– D / € 62,– A / € 54,99 eBook, Göttingen 2020, ISBN 978-3-8471-1182-5
Zu beziehen bei: Blessings 4 you GmbH, Stuttgart, Telefon: 0711 830000, info(at)blessings4you.de

Francis Asbury: Pionier des Methodismus in den USA

Do., 08/20/2020 - 06:33

Vor 275 Jahren wurde Francis Asbury geboren. Er war der erste dauerhaft in Amerika lebende methodistische Bischof. Auf der methodistischen Konferenz im August 1771 in der englischen Hafenstadt Bristol hatte sich Asbury bereiterklärt, in Nordamerika zu dienen. Mit einem anderen Laienprediger machte sich der damals 26-Jährige wenige Wochen später auf den Weg. Ende Oktober kamen sie in Philadelphia, Pennsylvania, an.

1778 blieb Asbury während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775 bis 1783) als einziger methodistischer Prediger aus Europa in der Neuen Welt. Alle anderen waren nach England zurückgekehrt, weil ihnen der Boden zu heiß geworden war. Es war bis nach Amerika durchgedrungen, dass John Wesley sich öffentlich gegen das Unabhängigkeitsstreben der Kolonisten in Nordamerika geäußert hatte. Für das Ansehen der Methodisten in Amerika war das schädlich. Ihre Arbeit hatte sehr zu leiden. Francis Asbury versteckte sich länger als ein Jahr in Delaware bei einem Freund.

»Franky« wird Methodist

Wer war dieser Mann, der trotz Furcht ums Überleben in Amerika blieb? Francis Asbury wird am 20. oder 21. August 1745 in Handsworth nahe Birmingham, England, geboren. Er kommt aus eher ärmlichen Verhältnissen. Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr geht er zur Schule. Einem Jahr als Diener in einer Familie folgt eine Lehre als Metallarbeiter.

Schon in seiner Kindheit lernt »Franky«, wie er genannt wird, den Methodismus kennen. Als Jugendlicher beobachtet er, dass die methodistischen Prediger frei sprechen und dabei die Leute erreichen. Außerdem beeindrucken ihn die Ernsthaftigkeit und Frömmigkeit der methodistischen Teilnehmer an Gottesdiensten.

Der Jugendliche wächst allmählich in den christlichen Glauben hinein, bis er eine klare Entscheidung trifft. Wichtig sind dabei das Vorbild seiner Mutter, das gezielte Lesen von Büchern, darunter George Whitefields Predigten, und das Gespräch mit Freunden. Mit sechzehn Jahren beginnt Asbury in christlichen Versammlungen vorzulesen und zu beten. Etwa eineinhalb Jahre später fängt er an zu predigen.

1768 wird der 23-Jährige in volle Verbindung mit der methodistischen Konferenz aufgenommen. Solange er in England ist, erhält er gemäß Konferenzprotokollen Dienstzuweisungen in drei Orte.

Francis Asbury als Brückenbauer

In Amerika angekommen, erkennt Francis Asbury – wie er sich hier nennen lässt – schnell eine Zweiteilung des Methodismus in den Kolonien. Im Norden ist der Methodismus städtisch: Die beiden von Wesley gesandten Prediger Richard Boardman und Joseph Pilmore wechseln sich in New York City und Philadelphia ab. Die beiden Prediger sind der Arbeit in ihren Gemeinden verhaftet. Die Disziplin in den Gemeinden ist aus Asburys Sicht schlecht.

Im Süden gibt es hingegen eine Vielzahl kleiner Gemeinden im ländlichen Raum. Die Prediger dort reisen ständig und gründen neue Kleingruppen und Gemeinden. Die Methodisten hier leiden darunter, dass es in ihrer Nähe nur wenige Pfarrer der Kirche von England gibt und diese ihnen oft nicht freundlich gesinnt sind. Gelegenheiten für Abendmahl und Taufen sind rar.

Die Situation spitzt sich 1779 so zu, dass die Prediger des Südens einander ordinieren und beginnen, die Sakramente zu verwalten. Damit brechen sie mit dem Methodismus. So sehen es jedenfalls die Prediger im Norden, die inzwischen mehr geworden sind und ebenfalls reisen. Nur mit großer Mühe gelingt es ihnen 1780, die Prediger im Süden wieder in den Methodismus einzubinden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei Francis Asbury.

Vom Laienprediger zum Bischof

Bei Gründung der Bischöflichen Methodistenkirche (BMK) zu Weihnachten 1784 ordiniert der von John Wesley als Superintendent eingesetzte Thomas Coke den inzwischen 39-jährigen Asbury zunächst zum Diakon, dann zum Ältesten. Asbury war bereits 1782 die Leitung der Arbeit in Amerika übertragen worden.

Zum Superintendenten lässt Asbury sich nicht einfach von Wesley bestimmen, sondern wird das nur, weil ihn die amerikanischen Prediger dazu wählen. Asbury hat erkannt, dass die methodistischen Prediger in den USA demokratischer denken als Wesley. Die Wahl gibt Asbury später Rückendeckung, als seine Autorität in Frage gestellt wird. Während Coke sein Amt in den USA nur zeitweise ausübt, sich oft auch in England und Irland sowie in der Karibik aufhält, bleibt Francis Asbury in Amerika und leitet dort die Bischöfliche Methodistenkirche.

1787 erscheint das erste Mal die Bezeichnung »Bischof« für Coke und Asbury im Protokoll einer Konferenz im US-Bundesstaat South Carolina. Als John Wesley davon erfährt, schickt er seinen letzten Brief an Asbury, in dem er ihm schwere Vorwürfe macht. Die Änderung des Titels für die höchsten leitenden Geistlichen der BMK zeigt beispielhaft, dass die amerikanischen Methodisten nicht einfach auf Wesley hören.

Keine Wohnung, ständig unterwegs

Francis Asbury reitet bei jedem Wetter durch die immer mehr werdenden Bundesstaaten der USA. Er hat keine Wohnung, weil er ständig unterwegs ist. Auf seinen Reisen übernachtet er meist bei befreundeten Methodisten. Nicht selten schläft er mit zwei anderen in einem Bett oder auf dem Boden. Er durchquert im Winter eiskalte Flüsse und wird im Sommer von Mücken geplagt. Er besucht Prediger, gründet Gemeinden und leitet Konferenzen.

Junge Männer mit europäischer Abstammung motiviert und ordiniert er zum Dienst als Reiseprediger, bleibt mit ihnen in Kontakt und überlegt die jährlichen Dienstzuweisungen sorgfältig und geschickt. Später ordiniert er einen Afroamerikaner, bevor die Kirche ihm das offiziell erlaubt. Als 1792 die erste Generalkonferenz tagt, verlassen vier Prediger unter der Leitung von James O‘Kelly die BMK und gründen eine eigene kleine Kirche. Sie sind mit der Dienstzuweisung durch Bischöfe unzufrieden.

Asbury lernt viele Menschen kennen und wird selbst sehr bekannt. Zweimal trifft er mit George Washington zusammen, dem einzigen Politiker, den er bewundert. Mit ihm bespricht er auch, dass seiner Auffassung nach die Sklaverei abgeschafft werden müsse.

Martin Boehm, Philipp Wilhelm Otterbein und Francis Asbury sprechen 1810 erfolglos über ein Zusammengehen der deutschsprachigen Vereinigten Brüder in Christo und der englischsprachigen Bischöflichen Methodistenkirche.

Als Asbury nach Amerika kam, gab es dort etwas mehr als tausend Methodisten. Er erlebt, dass es mehr als zweihunderttausend werden.

Gegen Ende seines Lebens kann Asbury wegen seines Rheumas auch mit Krücken nicht mehr gehen. Er lässt sich nun in einer kleinen Kutsche fahren. Will er predigen, holt ihn sein Begleiter aus der Kutsche und setzt ihn auf einen Tisch. Am 31. März 1816 stirbt Bischof Francis Asbury im Alter von siebzig Jahren im Spotsylvania County im US-Bundesstaat Virginia.

Dieser Artikel ist dem zweiwöchentlich erscheinenden Magazin »unterwegs« der Evangelisch-methodistischen Kirche – Nummer 17/2020 vom 16. August 2020 – entnommen.
Bildnachweis: Wikimedia, gemeinfrei

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de.

Zu Hause bleiben – und neuen Anlauf nehmen

Mi., 08/19/2020 - 07:38

Die Corona-Pandemie sorgt auch in den Kalendern aller methodistischen Kirchen für Terminverschiebungen und die Neuansetzung von Veranstaltungen und Konferenzen. Davon betroffen ist auch die Tagung des Weltrats methodistischer Kirchen und die nächste Methodistische Weltkonferenz.

Eine beispiellose Zeit der Geschichte

Nach Abstimmung zwischen den beteiligten Kirchen beschloss der Lenkungsausschuss die Verschiebung der im schwedischen Göteborg stattfindenden Methodistischen Weltkonferenz. Die unter dem Motto »On the Move« (Unterwegs) stattfindende Konferenz ist jetzt für 10. bis 14. August 2022 geplant.

»Wir erleben eine beispiellose Zeit in der Geschichte«, schreibt Ivan M. Abrahams, der Generalsekretär des Weltrats methodistischer Kirchen, in einer Information zur Verschiebung der Weltkonferenz. Der 1881 gegründete Rat habe seit seinem Bestehen immer wieder auf Unerwartetes wie Naturereignisse, weltweite wirtschaftliche Veränderungen oder andere Faktoren reagieren müssen. So sei es auch nicht das erste Mal, dass eine Methodistische Weltkonferenz verschoben werden müsse. Während des Zweiten Weltkriegs sei beispielsweise die damals für das Jahr 1941 geplante Weltkonferenz ins Jahr 1947 verschoben worden.

Die Pandemie gemeinsam überwinden

Die jetzige weltweite Pandemie erfordere ebenfalls eine Verschiebung. »Wo auch immer auf der Welt wir uns befinden, wir sind alle betroffen«, heißt es in dem Schreiben. Deshalb sei es jetzt die »wichtigste Aufgabe zusammenzuarbeiten, um die Pandemie zu überwinden«. Dazu gehöre laut der Empfehlungen vieler Behörden »zu Hause zu bleiben«.

Die von der Verschiebung ebenfalls betroffene Geschäftssitzung des Weltrats methodistischer Kirchen findet unmittelbar vor und nach der Weltkonferenz statt, so dass die Ratsmitglieder vom 7. bis zum 17. August Zeit einplanen müssen. Der Methodistischen Weltkonferenz vorgeschaltet sind außerdem die Weltversammlung des Weltbunds methodistischer Frauen vom 2. bis 7. August und verschiedene internationale Treffen für junge Leute.

Ökumenische Weltversammlung gibt ebenfalls neuen Termin bekannt

Zwischenzeitlich hat auch der Ökumenische Rat der Kirchen den neuen Termin für seine Vollversammlung bekanntgegeben. Diese wird kurz nach der Methodistischen Weltkonferenz vom 31. August bis zum 8. September 2022 in Karlsruhe stattfinden.

Bildnachweis: Myriam Zilles auf Pixabay

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Methodistische Weltkonferenz
Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen  

Trauer um Bischof John Yambasu

Mo., 08/17/2020 - 19:52

John K. Yambasu, der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für Sierra Leone, ist am Sonntagmorgen, dem 16. August, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Yambasu war auf dem Weg zu einer Trauerfeier in Yonibana im Norden des Landes, als sich der Unfall in der Nähe von Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, ereignete.

»Der vorzeitige Tod von Bischof Yambasu ist eine niederschmetternde Nachricht für die Evangelisch-methodistische Kirche«, erklärte die Vorsitzende des Bischofsrates, Bischof Cynthia Fierro Harvey. Seine Liebe und Leidenschaft für die Kirche habe sich in Sierra Leone und in der weltweiten EmK gezeigt.
John Yambasu hat mit »Nachdruck und Weitblick unsere weltweite Kirche mitgestaltet und um deren Einheit gerungen«, erinnert sich Bischof Harald Rückert. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Bischofs Yambasu habe ihn tief getroffen.

Unermüdlicher Brückenbauer

In der Auseinandersetzung angesichts der strittigen Fragen zur Homosexualität innerhalb der weltweiten EmK hatte John Yambasu einen Mediationsprozess angestoßen. Er brachte die Meinungsführer unterschiedlicher Interessengruppen zusammen, um eine Lösung zu erarbeiten, die im Dezember 2019 auch erreicht wurde. Der Vorschlag zu einer respektvollen Trennung soll der nächsten Generalkonferenz vorgelegt werden.

»John Yambasu glaubte fest an die Einheit der Kirche«, hebt Thomas Kemper hervor, der noch bis Ende August das internationale Missionswerk der weltweiten EmK leitet. Das Ziel Yambasus war es, die »Optionen zur Erhaltung der Einheit zu erhöhen«, schreibt Kemper auf seiner Facebook-Seite. Die EmK in Afrika wolle sich nicht trennen.

Die Fähigkeit, Wege zum Frieden zu suchen, liegen in Yambasus Erfahrungen, in einem Bürgerkriegsland zu leben. »Wer Frieden will, muss die Waffen ablegen und sich an den Tisch setzen, um miteinander zu sprechen«, hat Yambasu gesagt, erinnert sich  Rosemarie Wenner, Bischöfin im Ruhestand. Als Sohn von muslimischen Eltern, der in einer methodistischen Schule zum christlichen Glauben gefunden hat, habe er den Kontakt zu seinem Heimatdorf immer gepflegt, so Wenner.

Vom Mut, umstrittene Themen anzugehen

Als Bischof hat John Yambasu seit seinem Amtsantritt im Jahr 2009 eine »enorme Dynamik in der EmK in Sierra Leone ausgelöst«, sagt Frank Aichele, der Leiter der EmK-Weltmission in Deutschland. Die EmK-Weltmission habe die EmK in Sierra Leone unter der Leitung Yambasus in vielen Vorhaben unterstützt: Neben dem vorhandenen Ausbildungsprojekt »Konomusu« konnten mit »Konopenter« und dem »Bo Womens Training Center« zwei neue Ausbildungsprojekte umgesetzt werden. Viele Schulen konnten mit Mobiliar und Lehrmaterial ausgestattet, einige auch neu gebaut oder renoviert werden. Bischof John Yambasu ist auch als neuer Kanzler der evangelisch-methodistischen Afrika-Universität in Mutare im Osten Simbabwes gewählt worden.

In seiner Leitung als Bischof wagte sich Yambasu auch an umstrittene Themen heran, wie zum Beispiel an die Frage der Sexualaufklärung. In vielen afrikanischen Kirchen sei dies immer noch tabu, stelle aber in der Gesellschaft ein großes Problem dar. Teenager, die schwanger werden, brechen die Schule ab, was vielfach Armut zur Folge hat. Das Programm zur Aufklärung, das die Missionarin Melanie Janietz zusammen mit einheimischen Lehrerinnen und Lehrern entwickelt hat, war ein Herzensanliegen von Bischof Yambasu, so Aichele.

Als Vorsitzender des nationalen Kirchenrats in Sierra Leone war Bischof Yambasu auch mit anderen Religionen in Kontakt. Im Frühjahr dieses Jahres gab es – trotz der Corona-Pandemie – politisch geschürte Unruhen in einigen Teilen von Sierra Leone. Wie zur Zeit des Ebola-Ausbruchs habe Yambasu ein Treffen für Leiter von christlichen und muslimischen Gruppen organisiert, um gemeinsam gegen die Pandemie vorzugehen, berichtet Frank Aichele.

Für Thomas Kemper war Yambasu mehr »als ein geschätzter Kollege. Er war ein Vorbild als Friedensstifter – in unserer Kirche und in Sierra Leone – und in seinem innovativen Einsatz für Entwicklung, Bildung und Gesundheit, er war ein Freund und Bruder in Christus.«

Enge Beziehungen zur EmK in Deutschland

Bischof Yambasu wurde im Süden Sierra Leones geboren und an Missionsschulen der Evangelisch-methodistischen Kirche unterrichtet. Im Jahr 1987 wurde er zum Diakon und 1990 zum Ältesten (Pastor) ordiniert. Er leitete Gemeinden in Moyamba und Freetown, um sich dann auf die christliche Bildung und Jugendarbeit zu konzentrieren.

Als Absolvent der »Candler School of Theology« der Emory-Universität in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia unterrichtete John Yambasu an vielen Schulen und förderte Bildung, wo er konnte. Im Jahr 2018 wurde in Sierra Leone eine theologische Fakultät der EmK eröffnet. Der Name »The Bishop Wenner School of Theology« unterstreicht die Partnerschaft mit der EmK in Deutschland.

Darüber hinaus leitete Bischof Yambasu das afrikanische Bischofskollegium der EmK. Im Jahr 2008 wurde er zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche gewählt und 2009 eingesetzt. Am 24. August wäre er 64 Jahre alt geworden. Bischof Yambasu hinterlässt seine Frau Millicent und fünf Kinder – Rebecca, Adima, John, Emmanuel und Elizabeth.

Bildnachweis:Bildnachweis: Paul Jeffrey/UMNS

Der Autor
Michael Putzke ist Leiter der Redaktion von »unterwegs«. Kontakt: redaktion(at)emk.de

Weiterführende Links
Bishop John Yambasu of Sierra Leone dies in road accident (Englisch)

www.emkweltmission.de/sierra-leone/sierra-leone-projekte.html

»Grünes« Sommerloch

Mi., 08/12/2020 - 07:09

Das Sommerloch können umweltengagierte Gemeinden mit der Anmeldung für einen Förderpreis füllen. Mit etwas Glück können dabei Förderpreise zwischen 500 Euro und 3.000 Euro errungen werden.

Eine willkommene Gelegenheit

Für den »GemeindeGrün« titulierten Wettbewerb hat die VRK-Versicherung als Versicherer im Raum der Kirchen für teilnehmende Kirchengemeinden acht Preise von insgesamt 10.000 Euro ausgelobt. In den Kategorien Naturschutz, Ressourcen, Klimaschutz und Ernährung können sich Kirchengemeinden mit ihren Projekten bewerben. Die Preisvergabe wird durch die Öffentlichkeit mitentschieden. Gesucht werden Projekte, mit den beispielsweise Biodiversität und Artenschutz gefördert oder CO2-Einsparungen erzielt werden. Aber auch Projekte zur »Lebensmittelrettung« oder die Förderung des regionalen Anbaus von Lebensmitteln können gemeldet werden.

»Für Gemeinden, die schon Umweltaktivitäten betreiben ist die Teilnahme am Wettbewerb eine willkommene Gelegenheit, ihr Projekt öffentlich zu machen«, erklärt Denise Courbain. Die in der Evangelisch-methodistischen Kirche für den Bereich Diakonie und gesellschaftspolitische Verantwortung zuständige Referentin ist nur etwas traurig, dass die zentrale Phase der Preisvergabe mitten im Sommer stattfindet. »Aber vielleicht hat es ja auch etwas Positives, das Sommerloch mit umweltgerechtem Engagement zu füllen.« Noch können sich Kirchengemeinden bewerben. Ab dem 18. August findet die online stattfindende öffentliche Bewertung der Projekte statt. Vom 8. September an ist die zweitägige Finalphase mit anschließender Preisvergabe.

Bildnachweis: VRK

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Der »GemeindeGrün«-Wettbewerb der VRK

»Solidarität mit dem Libanon zeigen«

Di., 08/11/2020 - 06:36

Bei der verheerenden Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Dienstagabend der vergangenen Woche mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 5.000 wurden verletzt und viele werden noch vermisst. Hunderttausende Menschen sind obdachlos geworden.

Unglück verschärft die Lage im Libanon

Neben vielen Hilfswerken sind auch die Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt zusammen mit lokalen Partnerorganisationen vor Ort im Einsatz. Der Bedarf an Unterstützung und direkter Hilfe ist groß: Dringend benötigt werden Trinkwasser, Nahrungsmittel und Transportmöglichkeiten, um die betroffene Bevölkerung schnell mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen.

Neben der schnellen Hilfe in der aktuellen Notsituation benötige der Libanon auch mittel- und langfristige Hilfe, sind sich die Hilfswerke in der Beurteilung der Lage einig. Die schon länger andauernde schwere Wirtschaftskrise und der Wertverfall des libanesischen Pfunds hätten die Hälfte der Bevölkerung in Armut gestürzt. Die ohnehin schwierige Ernährungssituation werde sich nun weiter verschärfen. Den Menschen im Libanon stünden weitere schwere Zeiten bevor. Das gelte besonders auch für hunderttausende Flüchtlinge, die vor dem Krieg in Syrien in den vergangenen neun Jahren im Libanon Schutz gesucht haben.

Spendenaufruf der Diakonie Katastrophenhilfe

»Gemessen an der Einwohnerzahl hat kein Land so viele Menschen aus Syrien aufgenommen«, erklärt Michael Frischmuth, der für Asien zuständige Kontinentalleiter der Diakonie Katastrophenhilfe. »Der Libanon hat sich seit dem Ausbruch des Krieges im Nachbarland solidarisch gezeigt – ebenso muss die Weltgemeinschaft nun Solidarität mit dem Libanon zeigen.« Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

Bildnachweis: Diakonie

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
So können Sie helfen:

Evangelisch-methodistische Kirche – Diakonie Katastrophenhilfe.
IBAN der Diakonie Katastrophenhilfe: DE68520604100000502502

Spende mit dem Stichwort »Beirut« versehen. Im Verwendungszweck die Nummer 5000032 ergänzen. Damit wird die Spendenherkunft automatisch der Evangelisch-methodistischen Kirche zugeordnet.

Die »Diakonie Katastrophenhilfe« ist die von den evangelischen Kirchen gemeinsam getragene Katastrophenhilfe. Wo Katastrophen und Not in dieser Welt sind, versuchen die Verantwortlichen mit kurzfristigen Entscheidungen Hilfsmöglichkeiten auszuloten und Not zu lindern.

Das Ziel »als Kirche zusammenzubleiben« im Blick

Di., 08/04/2020 - 11:25

Mitte Juli hatte der von Bischof Harald Rückert für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland eingesetzte Runde Tisch seine als Videokonferenz durchgeführte fünfte Sitzung. Nach den inhaltlichen Weichenstellungen der vorherigen Sitzung hatten die Mitglieder jetzt über einen Namensvorschlag und die theologische Grundlage und Organisationsstruktur des zu gründenden Bundes zu beraten. Als Name für einen Verbund innerhalb der EmK sprechen sich die Mitglieder des Runden Tischs für »Gemeinschaftsbund der EmK« aus. Auch die vorgelegte Beschreibung des Bundes in einer »Theologischen Grundlage« wird angenommen.

Der von zwei Mitgliedern des Runden Tischs verfasste Bericht liegt jetzt vor. Die Veröffentlichung erfolgt hier im Rahmen einer Dokumentation des gesamten Textes:

Runder Tisch befürwortet »Gemeinschaftsbund der EmK«

Am 17. Juli 2020 hat sich der »Runde Tisch« der EmK in Deutschland zu einer weiteren Sitzung – diesmal per Videokonferenz – zusammengefunden. Es war das erste »Treffen« seit der zweitägigen Klausurtagung im Januar 2020 in Fulda.

Im Januar hatten die Mitglieder des Runden Tischs einstimmig beschlossen, den folgenden Vorschlag an die Zentralkonferenz zu senden: Zum einen sollen alle näheren Bestimmungen von »Ehe« und zur sexuellen Orientierung von Menschen im ordinierten Dienst der Kirche aus einer zukünftigen VLO herausgenommen werden, um keiner der unterschiedlichen Grundansichten zu widersprechen oder auszuschließen. Zum anderen schlagen die Mitglieder des Runden Tischs vor, innerhalb der Kirche einen Verbund einzurichten, in dem die bisherigen, traditionellen Bestimmungen zum Eheverständnis beibehalten und andere theologische Positionen gesichert werden können.

Bischof Harald Rückert betonte zu Beginn der Videokonferenz seine tiefe Dankbarkeit über den bereits zurückgelegten gemeinsamen Weg des Runden Tischs und unterstrich seine Unterstützung für beide Teile des Vorschlags, mit denen in Deutschland ein tragfähiges Miteinander unterschiedlicher theologischer Überzeugungen und der damit verbunden Praxis im Rahmen der Kirche gestaltet werden könne. Der Kirchenvorstand hat in seinen vergangenen Sitzungen der Arbeit des Runden Tischs und dem dort entwickelten Vorschlag grundsätzlich zugestimmt und diesen ebenfalls einstimmig unterstützt.

Aufgabe der Juli-Sitzung des Runden Tischs war es nun, über den Namensvorschlag und einen vorgelegten Entwurf zur theologischen Grundlage und zur Organisationsstruktur des zu gründenden Bundes zu beraten. Eine Gruppe aus Mitgliedern des Runden Tischs, die sich an der konkreten Gestaltung des Bundes beteiligen wollen, wurde im Januar beauftragt, eine entsprechende Vorlage zu erarbeiten. In monatelanger, gründlicher Arbeit begleitet von intensivem Nachdenken, Ringen und Gebet wurde der genannte Entwurf erstellt und im Vorfeld der Videokonferenz an die weiteren Mitglieder des Runden Tischs mit der Bitte um Rückmeldung versandt.

In der Videokonferenz galt es, die Vorlage weiterzuentwickeln und somit eine Grundlage für die im November anstehenden Verhandlungen des Kirchenvorstands und der stimmberechtigten Mitglieder der Zentralkonferenz zu erstellen.
Der Runde Tisch nahm den Entwurf und die bereits eingearbeiteten Rückmeldungen dankbar entgegen. Fast einstimmig wurde der vorgeschlagene Name des Bundes angenommen: »Gemeinschaftsbund der EmK«. Das Wort »Gemeinschaft«“ beschreibt etwas Verbindendes, das sowohl innerhalb des Verbundes als auch zur Gesamtkirche hin gilt. Dieser Name, der eher theologisch neutral ist, polarisiert nicht, weil er sich nicht gegen die Glaubensüberzeugungen anderer richtet.

Auch die vorgelegte theologische Grundlage wurde als inhaltliche Positionierung des zu gründenden Gemeinschaftsbundes angenommen. Sie wird gemeinsam mit diesem Bericht veröffentlicht.

Die Organisationsstruktur des Gemeinschaftsverbundes und seine inhaltliche und strukturelle Einflechtung in die Gesamtkirche konnten in den drei Stunden der Videokonferenz noch nicht abschließend besprochen werden – das ist echtes Neuland und braucht noch manche Verständigung im Blick auf den besten gemeinsamen Weg. Einerseits ist es das Ziel, dass der Bund deutlich Teil der Kirche ist. Andererseits sollen eine gewisse Eigenständigkeit und Sicherheit zum Ausdruck kommen, um jetzt und auch in den kommenden Jahren die Kirche mit der theologischen Farbe zu bereichern, die der Gewissenslage und den Überzeugungen der Bundes-Mitglieder entspricht. Soviel sei aber schon gesagt: Mitglieder des Gemeinschaftsbundes sollen Bezirke, Gemeinden, Einzelpersonen und damit auch Gruppen von einzelnen Christinnen und Christen werden können. Begegnungen, Treffen, Publikationen und damit eine Organisationsstruktur und Öffentlichkeitsarbeit, auch unter dem Dach der EmK-Medien, sollen den Gemeinschaftsbund mit Leben füllen.

Die Mitglieder des Runden Tischs bitten um Begleitung der finalen Arbeit im Gebet. Im September wird bei einer weiteren Sitzung die Arbeit an dem Entwurf der Organisationsstruktur fortgesetzt und bis spätestens Oktober zum Abschluss gebracht. Somit erhalten der Kirchenvorstand und die stimmberechtigten Mitglieder der Zentralkonferenz für die anstehende Kurztagung im November 2020 in Zwickau eine Arbeitsgrundlage. Trotz der aufgrund der Corona-Pandemie notwendigen Verschiebung der Zentralkonferenz und ihrer Entscheidungen auf das Jahr 2021 soll nach Möglichkeit auf diesem Weg bereits im November dieses Jahres ein deutliches Signal in die Kirche gesandt werden, welches Klarheit für die weiteren Schritte ermöglicht.

Den in vielen Gesprächen und einem gemeinsamen geistlichen Prozess erarbeiteten Vorschlag verstehen die Mitglieder des Runden Tischs in aller Demut als Kompromissvorschlag und als Weg, der angesichts der bleibenden Unterschiede in grundlegenden Überzeugungen derzeitig gemeinsam gegangen werden kann. Er eröffnet die Möglichkeit, trotz der Unterschiede gemeinsam Kirche zu leben und zu gestalten.

Für den »Runden Tisch« der EmK in Deutschland:
Steffen Klug (steffen.klug(at)emk.de)
Stephan von Twardowski (stephan.twardowski(at)emk.de)│im Juli 2020

Die Dokumentation des Berichts und die Theologische Grundlage finden sich zum Herunterladen im Anschluss an diese Meldung.

Trotz unterschiedlicher Auffassungen miteinander leben können

Der Runde Tisch für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland war im März letzten Jahres eingesetzt worden. Anlass hierfür war die kurz zuvor zu Ende gegangene außerordentliche Generalkonferenz, die im Februar 2019 in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri ausschließlich zu Fragen der Homosexualität getagt hatte. Dabei waren die traditionelle Sichtweise in Fragen von Eheschließung und Ordination Homosexueller bestätigt und weitergehende Disziplinarmaßnahmen bei Zuwiderhandlung beschlossen worden. Diese Entscheidung führte in der EmK weltweit zu starken Auseinandersetzungen.

Der Kirchenvorstand der EmK in Deutschland hatte daraufhin erklärt, »dass wir in der Bewertung von Homosexualität weder im Kirchenvorstand noch in der Gesamtkirche einig sind«. Es gebe große Gruppen in der EmK, die entgegengesetzter Meinung in dieser Frage seien. Deshalb sei zu befürchten, »dass das auch auf absehbare Zeit so bleiben wird«. Für das vom Kirchenvorstand erklärte Ziel, als Kirche zusammenzubleiben, »in der Menschen unterschiedlicher Auffassungen miteinander leben können« wurde ein Runder Tisch angeregt, der von Bischof Harald Rückert einberufen wurde und inzwischen fünfmal getagt hat.

Mit den zwischenzeitlich vom Runden Tisch vorgelegten Ergebnissen ist die Grundlage für ein versöhntes Miteinander im deutschen Teil der EmK gelegt. Die Namensgebung für den Verbund, dessen Theologische Grundlage sowie Überlegungen zur vorübergehenden Aussetzung von Passagen der aktuell gültigen Kirchenordnung werden dem Kirchenvorstand der EmK in Deutschland im November dieses Jahres zur Beratung vorgelegt. Zu dieser Sitzung sind auch die Mitglieder der Zentralkonferenz Deutschland eingeladen. Dabei sollen Wege erörtert werden, wie die Zeit bis zur Tagung der auf Herbst 2021 verschobenen Zentralkonferenz überbrückt werden kann.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit 

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Bericht der fünften Sitzung des Runden Tischs
Theologische Grundlage für den Gemeinschaftsbund der EmK

Die Leiter kann erklommen werden

Fr., 07/31/2020 - 07:05

Umweltschutz zum Thema zu machen, ist zeitgemäß. Sich auf Maßnahmen zum Schutz der Umwelt einzulassen, schon schwieriger. Sich als Institution oder Kirchengemeinde auf überprüfbare Schritte und spürbare Veränderungen zu verpflichten, ist geradezu eine Ausnahme. Was aber sind kirchliche Mahnungen wert, wenn »Kirche« sich nicht am eigenen Anspruch messen lässt? Um die eigenen Gemeinden zu einer Selbstverpflichtung und ressourcenschonenden Praxis einzuladen, hat die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ein Öko-Zertifikat entwickelt: Die »Schöpfungs-Leiter«. Seit heute ist der zugehörige Internetauftritt freigeschaltet. Alle Informationen dazu sind abrufbar, und interessierte Gemeinden und Institutionen können sich ab sofort anmelden.

Dreischritt Bibel – Gemeinde – Welt

Dieses neue, bewusst für Kirchengemeinden entwickelte Umwelt-Zertifikat will die Gemeinden dabei unterstützen, die eigene Arbeit schöpfungsgemäß weiterzuentwickeln. Damit soll »sowohl die lokale als auch die globale Verantwortung« der Arbeit vor Ort in den Blick genommen werden, heißt es in der Information über die Konzeption dieser »öko-fairen Zertifizierung«. Warum es dieses neue Angebot in der kirchlichen »Umweltszene« überhaupt gibt, erklärt Denise Courbain mit drei Sätzen: »Viele Gemeinden wollen umweltbewusst agieren. Die Umweltüberprüfungen mit endlosen Tabellen und vielen Sitzungen scheint aber eher das Hobby von ein paar hochengagierten Leuten zu sein, ohne breite Beteiligung der Gemeinde. Eine Einbettung in die laufende Gemeindearbeit wird schmerzlich vermisst.«

Die Referentin für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der EmK in Deutschland hat zusammen mit einer Begleitgruppe die Sachlage analysiert. Daraus entstand eine völlig neue Konzeption, die sich relativ leicht in die Gemeindearbeit einbetten lässt. In drei Entwicklungsschritten – Bibel, Gemeinde, Welt – werden Umweltthemen grundlegend diskutiert und umgesetzt. Dazu gehören zunächst biblische Texte und Themenreihen in Bibelstunden und Predigten. In einem zweiten Schritt werden die biblischen Entdeckungen in die konkrete Gemeindearbeit umgesetzt. Dort haben dann auch Tabellen und Auswirkungen der Gemeindearbeit auf die Umwelt ihren Platz. Im dritten Schritt werden die Gemeinden ermutigt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Gemeinde soll sich bewusst als aktiver und wichtiger Teil der Gesellschaft verstehen und sich zusammen mit der Kommune, Vereinen oder anderen Anbietern für das Gemeinwohl engagieren.

»Wir unterstützen die Gemeinden«

»Der Charme der Schöpfungs-Leiter ist, dass es nicht nur um Umwelt- oder Klimaschutz geht«, erklärt Courbain die Besonderheit des neuen Zertifikats. Es gehe auch »um die tiefe Auseinandersetzung mit dem persönlichen Glauben und der eigenen Gottesbeziehung«. Diese Verbindung von persönlichem Glauben und praktischen Umweltfolgerungen hätten sich viele deutlicher gewünscht. »Wir unterstützen die Gemeinden also, dass sie das, was sie jetzt schon inhaltlich tun, aktiv mit Umweltthemen verknüpfen können«, erklärt die Trendsetterin für die Themen globaler Gerechtigkeit und ökologischer Herausforderungen. Diese Idee für einen in die Gemeindearbeit eingebetteten Prozess hatte schon Courbains Vorgänger Hans Martin Renno. Er freut sich jetzt mit, dass die Schöpfungs-Leiter in den Praxistest geht.

Zertifikat, um das Ziel im Auge zu behalten

Warum dafür die Leiter als Bild ausgewählt wurde, erklärt Stefan Weiland: »Eine Leiter zeigt, dass es aufwärts geht, und das ist als Bild in Zeiten der Klimakrise bedeutsam.« Der Leiter der Kontaktstelle für Umweltmanagement in der Evangelisch-methodistischen Kirche betont aber auch, dass eine Leiter ihren Zweck nur erfüllt, wenn sie zum Höherklettern wirklich erklommen wird. »Ohne Aufwand, ohne Anstrengung wird es aber nicht gelingen. Auch unser Glaube verlangt viel von uns, wenn wir ihn ernstlich in der Welt leben«, vergleicht Weiland den Einsatz für den Glauben und das Engagement zum Wohl der Welt. Dass dafür ein Zertifikat nötig ist, erklären Weiland und Courbain damit, dass »eine bewusste Entscheidung und verbindliches Mitmachen« nötig seien. So bleibe das Ziel im Blick, die Gemeindearbeit auf Basis biblischer Botschaft schöpfungsgemäß und damit umweltgerecht weiterzuentwickeln.

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