Neues aus der EmK

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Verbund für den Erhalt der Verbindung

Sat, 01/18/2020 - 07:14

Ende vergangener Woche (Freitag und Samstag, den 10. und 11. Januar) hatte der von Bischof Harald Rückert für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland eingesetzte Runde Tisch seine vierte Sitzung. Inhaltlich waren von dieser Sitzung in Fulda entscheidende Weichenstellungen erwartet worden. Jetzt liegt der von zwei Mitgliedern des Runden Tischs verfasste Bericht vor. Die Veröffentlichung erfolgt hier im Rahmen einer Dokumentation des gesamten Textes:

Die vierte Sitzung des Runden Tischs: 19 Christinnen und Christen – 15 Stunden gemeinsames Ringen um den zukünftigen Weg der Kirche

Am 10. und 11. Januar trafen sich in Fulda unter Leitung von Bischof Harald Rückert die Mitglieder des Runden Tischs, die aus allen drei Jährlichen Konferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland zusammenkamen und ganz unterschiedliche theologische Überzeugungen mitbringen. Zur Debatte stand der weitere Weg der EmK in Deutschland angesichts unterschiedlicher Grundüberzeugungen zu Fragen der Homosexualität. Die entscheidende Frage war: Gelingt es, einen gemeinsamen Vorschlag für den weiteren Weg der Kirche zu erarbeiten?

Die Sitzung begann mit einer Andachts- und Gebetszeit, bei der sich Gebetspartner unterschiedlicher theologischer Positionen zusammenfanden. Insgesamt bildeten das Gebet und die Ausrichtung auf Gott einen besonderen Schwerpunkt der Begegnung. Der erste Arbeitsauftrag war die Auswertung der etwa 200 facettenreichen Rückmeldungen zu den Vorschlägen des Runden Tischs, die von Einzelpersonen, Gruppen und Gemeinden der EmK eingegangen waren.

Anschließend ging es an die Weiterarbeit am Text der Verfassung, Lehre und Ordnung (VLO) der EmK. Wegen der deutlichen Uneinigkeit in den Grundüberzeugungen zu Fragen der Homosexualität schlagen die Mitglieder des Runden Tischs vor, alle Passagen, die sich zur Ordination von Menschen mit homosexueller Orientierung und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften äußern, zu streichen. Mit viel Sorgfalt wurde hier jeder Halbsatz betrachtet. Es wurden stattdessen keine anderen Formulierungen eingefügt. Im Blick auf die Ordination hätte die Kommission für ordinierte Dienste weiterhin die Aufgabe, alle Kandidatinnen und Kandidaten bezüglich ihrer grundlegenden Eignung zu prüfen. Die Streichungen in der Ordnung würden Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare weder vorschreiben, noch verbieten. Gemeindevorstände sollen über Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in der eigenen Gemeinde beraten und entscheiden können.

Der dritte Auftrag war die Weiterarbeit an der Beschreibung von Verbünden, die gebildet werden können, um Menschen einen verbindlichen Ort zu geben, wenn sie die genannten Streichungen aus Überzeugung nicht mittragen können. Es bestand schließlich darin Einigkeit, dass der Runde Tisch der Zentralkonferenz zunächst nur die Bildung eines Verbunds vorschlägt: Ein Verbund, der ausdrücklich die bisherige Haltung der VLO zur Homosexualität beibehält und somit für bewahrende, konservative Positionen Heimat bietet. Durch ein eigenes theologisches Statement soll dieser Verbund seinen Mitgliedern Sicherheit in ihrem Glauben und Handeln geben. Bezirken, Gemeinden und auch Einzelpersonen steht der Verbund offen. Er wählt sich ein Leitungsteam und der/die Leiter(in) wird in engem Kontakt mit der Kirchenleitung stehen. Gemeinden sollen abstimmen können, ob sie einem solchen Verbund beitreten möchten.

Nach langem, herausforderndem Ringen stimmten die Mitglieder des Runden Tischs schließlich einstimmig für das Gesamtpaket des erarbeiteten Vorschlags. Dabei sind noch einige Details zu klären: Die konkrete Gestalt des genannten Verbunds wird nun durch eine Arbeitsgruppe derjenigen Geschwister vom Runden Tisch entworfen, die diesen mit Leben füllen werden. Darüber hinaus ist ein Name für diesen Verbund zu finden – Vorschläge dafür können gerne an einen der Autoren des Berichts (siehe unten) gesandt werden.

Der Vorschlag des Runden Tischs soll nun auf den Distriktversammlungen und im Rahmen der Jährlichen Konferenzen der EmK in Deutschland vorgestellt und ins Gespräch gebracht werden, bevor er schließlich der Zentralkonferenz in Zwickau im November 2020 zur Verhandlung vorgelegt wird. Dies geschieht freilich unter Berücksichtigung internationaler Entwicklungen in der EmK. Bischof Harald Rückert nannte auch den jüngst von einer internationalen Gruppe formulierten Vorschlag bezüglich einer respektvollen Trennung der Kirche. Darüber wird die Generalkonferenz im Mai 2020 beraten.

Die 15 Stunden der Sitzung am Runden Tisch waren von einem intensiven Ringen geprägt: Wie und auf welche Weise bleiben wir dem Wort Gottes treu? Wie schützen und begleiten wir Menschen in ihrer Identität, ohne sie zu verletzen? Wie können wir dabei in unseren unterschiedlichen Überzeugungen die Einheit der Kirche und der Gemeinden so weit wie möglich erhalten? Ob die Erarbeitungen des Runden Tischs dazu Horizonte eröffnen und tragfähig sind, wird die Zukunft zeigen. Wir dürfen indes dafür beten.

Für den »Runden Tisch« der EmK in Deutschland:
Steffen Klug (steffen.klug(at)emk.de)
Stephan von Twardowski (stephan.twardowski(at)emk.de) │ im Januar 2020

»Wunderbares Geschenk Gottes an uns«

Damit hat der zentrale Runde Tisch für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland den wesentlichen Teil seiner Aufgabenstellung erreicht, eine Vorlage für die im November tagende EmK-Zentralkonferenz für Deutschland zu erarbeiten. Sehr hilfreich dafür waren die rund zweihundert eingegangenen Rückmeldungen, für die sich die Mitglieder des Runden Tischs »sehr herzlich bei all denen bedanken, die als Einzelpersonen, Gemeinde oder Bezirk eine Rückmeldung an unseren Kreis gegeben haben«. In einem Dankschreiben an die Einsender heißt es: »Die unterschiedlichen Wortmeldungen flossen während des gesamten Treffens in Fulda immer wieder in unsere Diskussion und unser Beten mit ein und fanden Berücksichtigung. Dass am Ende trotz unterschiedlicher Auffassungen ein einstimmiger Beschluss für einen gemeinsamen Weg der EmK in Deutschland vom Runden Tisch gefasst werden konnte, das ist nicht nur eine Chance sondern vor allem auch ein wunderbares Geschenk Gottes an uns.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Der Top-Meldungs-Ticker bleibt leer

Fri, 01/17/2020 - 06:36

Vor einer Woche berichteten die »New York Times« und die »Washington Post« groß aufgemacht über die bevorstehende Spaltung der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Über in den Vereinigten Staaten ansässige Korrespondenten deutscher Medien titelten auch die Online-Ausgaben von »Bild« und »Die Zeit« mit ähnlichen Schlagzeilen. Weitere, auch kirchliche Medien folgten der gelegten Spur. Die Bezüge zum deutschen Teil dieser weltweiten Kirche waren kaum im Blick. Dass die eigentliche Nachricht einen ganz anderen Akzent verdiente, war gar nicht im Blick. Darüber zu berichten bräuchte mehr Unterscheidung und tieferen Einblick, was Recherche bedeutet und dann hinderlich ist für Schnelligkeit und Schlagzeilen. Eine Einschätzung der Lage und weitere Informationen zur Situation der Evangelisch-methodistischen Kirche (englischer Name: The United Methodist Church) aus deutscher Sicht.

Mit Respekt voreinander – und friedlich!

Ein Weg zeichne sich ab, schreibt Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, in einer gestern veröffentlichten Erklärung. Darin gibt er »Erläuterungen und Einschätzungen« zur aktuellen Situation und zu möglichen weiteren Entwicklungen.

Ausgangspunkt dafür ist die vor einer Woche veröffentlichte Erklärung einer international besetzten Mediationsgruppe der weltweiten Kirche. Unter dem Titel »Vereinbarung – Versöhnung und Gnade durch Trennung« legte die aus 16 Personen bestehende Gruppe einen Vorschlag zur versöhnlichen und achtungsvollen Beilegung des jahrzehntelangen Streits über Homosexualität und den Umgang mit praktizierenden Homosexuellen in der Kirche vor. Rückert spricht von »Traurigkeit und Schmerz« angesichts der Tatsache, dass ein Teil der Kirche nur in der Trennung einen Weg in die Zukunft erkennen könne. Diese Realität müsse er anerkennen. Doch auf diesem Hintergrund sei er »dankbar für den mit Hilfe eines Mediators erarbeiteten Vorschlag«, der bei Annahme durch die im Mai tagende Generalkonferenz dazu führen werde, dass die Evangelisch-methodistische Kirche eine weltweite Kirche bleibe. Dann würden in dieser Kirche weiterhin »unterschiedliche Sichtweisen zu verschiedenen Fragen Platz haben«, so Rückert weiter. Möglich würde das durch Streichung »einiger weniger Passagen der bestehenden Kirchenordnung«. Wo dies gewünscht sei, könne das zur Öffnung in den Fragen um Ordination und Segnung homosexueller Menschen führen. Andernorts könne die traditionelle Sichtweise und Praxis bewahrt bleiben, wenn dies in Konferenzen, Gemeinden und deren jeweiligem Umfeld der Überzeugung entspreche.

Konservative Interessengruppen, »die dieser Art von geistlich-theologischer Weite innerhalb der einen, weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche nicht beipflichten wollen oder können«, würden voraussichtlich eine »traditionell ausgerichtete methodistische Kirche« gründen. Möglicherweise bilde sich zusätzlich eine »sehr kleine, ausgesprochen liberal ausgerichtete methodistische Kirche«, erklärt Rückert die aktuelle, stark in Bewegung befindliche Situation. Der von der Mediationsgruppe vorgelegte Lösungsweg wolle in seinem Ansatz eine Trennung beschreiben, die »mit Respekt voreinander und soweit wie möglich friedlich« verlaufen soll. Also: »Friedliche Trennung!« Das aber wäre keine Schlagzeile wert.

Wie entscheiden sich die Konferenzen in Afrika und auf den Philippinen?

Also doch: Wenn auch friedlich, aber doch Trennung oder Spaltung! Der vor knapp drei Jahren gewählte Bischof ist seit seinem Amtsantritt mit dieser kirchenpolitischen Auseinandersetzung konfrontiert. Er wendet den Blick auf eine andere interessante Entwicklung. Die durch die schnelle Einschätzung der US-Medien befeuerte internationale Presse rechnete damit, dass sich die afrikanischen und philippinischen Teile der EmK mit den konservativen US-Konferenzen zusammentun und die Kirche verlassen würden. Für die dann verbleibende Evangelisch-methodistische Kirche würde das einen extremen Aderlass bedeuten.

Rückert interpretiert die Zeichen anders. Von »zahlreichen afrikanischen und philippinischen Bischöfen« habe er Hinweise, »dass sie bei der fortbestehenden Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben wollen«. Wenn sie innerhalb der Kirche weiterhin »ihre konservative Sichtweise« beibehalten könnten, »ohne diese von anderen Teilen der Kirche einzufordern«, würde das die Evangelisch-methodistische Kirche in großen Teilen erhalten. Eine Anmerkung fügt Rückert jedoch einschränkend hinzu: »Ob die jeweiligen Generalkonferenzdelegierten diese Sichtweise (ihrer Bischöfe; d. Red.) teilen, bleibt offen.« Die Schlagzeile hätte also lauten können: »Der größte Teil der EmK bleibt zusammen!« Das ist aber für den Top-Meldungs-Ticker nicht geeignet.

Endlich! Die EmK mausert sich zur Weltkirche

Mit der vorgelegten Vereinbarung verbindet sich ein weiteres Novum in der US-lastigen Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der Generalkonferenz wird eine Empfehlung vorliegen, die eine »deutliche Weiterentwicklung der Kirche« mit sich bringen werde, »in der alle Teile – Afrika, Europa, die Philippinen und die USA – gleichermaßen etwas größere Freiheiten und eine größere Verantwortung erhalten sollen«.

Wenn das von den Delegierten beschlossen werde, könnten Ordnungen und Themen dem jeweiligen Kontext angepasst werden. In den verschiedenen Regionen der Welt könnten die Gemeinden vor Ort ihrem Auftrag besser gerecht werden, »Menschen in die Nachfolge Jesu Christi einzuladen, um so die Welt zu verändern«, erklärt Rückert diese Veränderung. Der US-Teil der weltweiten EmK würde dann eine »Regionalkonferenz« bilden, die in ihrer Stellung den außerhalb der Vereinigten Staaten gelegenen Zentralkonferenzen gleichgestellt wäre. Die Schlagzeile könnte lauten: »Endlich! Die EmK mausert sich zu echter Weltkirche«. Aber wen interessiert das schon?

Dialog und Konsensfindung weiterführen

Das Pflänzchen Hoffnung ist zart, und es kann noch viel passieren bis zur Generalkonferenz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota im Mai dieses Jahres. Bis dahin sei »noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten«, schreibt Rückert in seiner Einschätzung der Situation. Schlussendlich hänge es davon ab, ob die Generalkonferenzdelegierten sich für diesen Vorschlag gewinnen ließen. Rückert lädt dazu ein, die aktuelle Entwicklung und die bevorstehenden Entscheidungen im Gebet zu begleiten.

In seiner Einschätzung und in seinem Einsatz ist er sich mit den europäischen Bischofskollegen einig. »Ich werde diese Prozesse von Dialog und Konsensfindung weiterführen in der Hoffnung und im Gebet, die Einheit im Band des Friedens zu bewahren trotz der Option von Trennung, wie sie die Mediations-Vereinbarung eröffnet.« Das hat zwar der für Mittel- und Südeuropa zuständige Bischofskollege Patrick Streiff geschrieben. Aber Rückert stellt sich ganz hinter diese Aussage.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Erläuterungen und Einschätzungen von Bischof Harald Rückert (PDF)
Vereinbarung – Versöhnung und Gnade durch Trennung (PDF)
Häufig gestellte Fragen zur Vereinbarung (PDF)

Wie erreichen Gemeinden die junge Generation?

Tue, 01/07/2020 - 06:24

Ende Februar bietet das deutsche Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit dem »Forum E« eine Fortbildung im hessischen Braunfels an, die sich an Interessierte in den Bereichen Gemeindeaufbau und Gemeindegründung wendet. Das Thema der Tagung ist »Generation Lobpreis«. Als Hauptredner wirkt der Theologe und Sachbuchautor Tobias Faix mit.

Religiöse Jugendliche und kirchliche Realität

Mit dem Thema nehmen die Veranstalter die Herausforderung in den Blick, wie Gemeinden Teenies, Jugend und junge Erwachsene erreichen können. Zu diesem Themenkomplex hat der Hauptredner der Veranstaltung, Tobias Faix, vor zwei Jahren eine großangelegte Studie durchgeführt. Darin untersuchte er die Lebenswelt hochreligiöser evangelischer Jugendlicher, deren Glaube im Alltag und wie sich dieser auf Lebensstil, Werte und soziale Lage auswirkt. Von den Ergebnissen dieser Studie schlägt der Professor für Praktische Theologie an der CVJM-Hochschule in Kassel eine Brücke zur kirchlichen Realität. In verschiedenen praxisnahen Workshops soll das Thema vertieft und angewendet werden. Die Bibelarbeiten während der zweitägigen Veranstaltung hält Yvette Hovsepian Bearce, die als iranischstämmige Amerikanerin zurzeit in Deutschland für die internationale Arbeit der EmK zuständig ist.

Bildnachweis: Ausschnitt aus dem Info-Flyer zum »Forum E«

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Forum E
Info-Flyer Forum E (PDF)
Empirica-Jugendstudie (PDF)

Zur Information
»Generation Lobpreis – Wie wir die junge Generation erreichen«; Tagung des Evangelisationswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche vom 20. bis 22. Februar im Haus Höhenblick in Braunfels.

Weltweite EmK vor respektvoller Trennung

Sun, 01/05/2020 - 10:47

In die Auseinandersetzung angesichts der strittigen Fragen zur Homosexualität innerhalb der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist Bewegung gekommen. Eine international besetzte Arbeitsgruppe veröffentlichte jetzt mit Befürwortung durch den Bischofsrat einen Vorschlag, der eine respektvolle Teilung der weltweiten Kirche beinhaltet. Diesem Vorschlag waren Gespräche vorausgegangen, an denen Vertreter der Kirche von innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten beteiligt waren. Auch Meinungsführer der meisten Gruppierungen mit weit auseinanderliegenden Überzeugungen waren einbezogen. Die einstimmige Einigung auf einen gemeinsamen Vorschlag ist das Besondere in dieser Situation. Zugleich soll dieser Vorschlag alle anderen bisher vorliegenden Trennungspläne ersetzen. Er wird den Delegierten der im Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota tagenden Generalkonferenz zur Beschlussfassung vorgelegt.

Die EmK öffnet sich – ein traditioneller Teil spaltet sich ab

Zentral für den jetzt vorgelegten Vorschlag ist der Fortbestand der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) als einer Kirche, in der es weiterhin Platz für verschiedene Frömmigkeitsausprägungen und Überzeugungen geben wird. Hinsichtlich der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller wird sich die bestehende Kirche öffnen, ohne dass diese Neuausrichtung für alle Teile der bestehenden Kirche umgesetzt werden müsste. Zugleich ist die Bildung einer neuen, traditionell orientierten methodistischen Kirche (»new traditionalist Methodist denomination«) vorgesehen. Diese wird sich von der Evangelisch-methodistischen Kirche trennen und eigenständig strukturieren. Für den Verbleib in der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche sind auf keiner Ebene der kirchlichen Konferenzstrukturen Abstimmungen erforderlich. Im Fall einer Trennung von der EmK gibt es Verfahrenswege mit klaren Regelungen. Außerdem gehört zur jetzt vorgelegten Vereinbarung die Aussetzung aller Disziplinarverfahren, in denen Personen im ordinierten pastoralen oder bischöflichen Dienst der Verletzung der Kirchenordnung angeklagt sind.

Initiative von außerhalb der USA

Der jetzt mit Befürwortung durch den Bischofsrat veröffentlichte Vorschlag beruht auf der Vorarbeit einer sechzehn Personen umfassenden Gruppe. Diese formierte sich im August des vergangenen Jahres auf Initiative von John Yambasu, des Bischofs der EmK in Sierra Leone, und sollte vor allem auch die Interessen der in Zentralkonferenzen organisierten Teile der EmK außerhalb der Vereinigten Staaten zu Gehör bringen. Zu ihr gehörten Vertreter der EmK aus Europa, Afrika und den Philippinen sowie aus den Vereinigten Staaten. Außerdem waren Meinungsführer unterschiedlicher Interessengruppen an diesen Gesprächen beteiligt. Unter Anleitung eines hochrangigen Mediators, der in den USA schon viele komplizierte Mediationsprozesse begleitete, einigte sich die Gruppe auf den Vorschlag, der der Generalkonferenz zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Dieser Vorschlag zur geordneten Trennung sei »das beste Mittel, um unsere Differenzen zu lösen« heißt es in der veröffentlichten Erklärung. Jeder Teil der Kirche könne so »seinem theologischen Verständnis treu bleiben und gleichzeitig die Würde, Gleichheit, Integrität und den Respekt gegenüber jeder Person bewahren«.

Eröffnung eines respektvollen Weges

In einer ersten Reaktion dankte Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, seinem für Nordeuropa und das Baltikum zuständigen Amtskollegen Christian Alsted für dessen Einsatz in der international besetzten Mediationsgruppe. Alsted habe in enger Rücksprache mit den europäischen Bischofskollegen die Interessen der drei Zentralkonferenzen in Europa engagiert wahrgenommen und viel für den jetzt eingebrachten Weg getan. Rückert selbst empfinde zwar »viele Schmerzen, weil es um die Trennung unserer Kirche geht, aber es ist wohl die unausweichliche Realität«. Bei allem Schmerz sei das Ergebnis nun doch so, »dass es einen respektvollen Weg eröffne, auf dem unserer Kirche in Deutschland weiterhin Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben kann«.

Weitere Informationen und die deutsche Übersetzung des Vorschlags folgen in der kommenden Woche.

Bildnachweis: EmK-Mediationsgruppe

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Meldung UMNews 
Der Text des Vorschlags (Englisch; PDF)
Dokument mit weiteren Informationen zum Vorschlag (Englisch; PDF)

Diakonie ist Ausdrucksform des christlichen Auftrags

Sat, 01/04/2020 - 07:29

Hans-Martin Niethammer wird Nachfolger von Andreas Cramer als Direktor des Diakoniewerks Martha-Maria. Das beschloss der Verwaltungsrat des Diakoniewerks in seiner Sitzung Ende November vergangenen Jahres. Der 61-jährige promovierte Theologe ist derzeit noch Leitender Pastor des Gemeindebezirks Böblingen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und wird seine neue Aufgabe im September dieses Jahres antreten.

Mit Menschen ins Gespräch kommen, die keine kirchlichen Insider sind

»Ich nehme die große Herausforderung der Aufgabe gerne an, weil ich der tiefen Überzeugung bin, dass die Diakonie eine ureigene Ausdrucksform unseres christlichen Auftrags ist«, formuliert Niethammer seine Empfindung für die neue Beauftragung. Das Hauptaugenmerk seines bisherigen Dienstes habe zwar in der konkreten Gemeindearbeit gelegen. Wenn aber gelte, dass »Gott will, dass allen Menschen geholfen wird« (1. Timotheusbrief 2,4), dann sei »Diakonie kein Nebenschauplatz von Kirche«, ist der designierte Diakoniewerk-Direktor überzeugt. Deshalb wolle er in der neuen Aufgabe gerne »über den christlichen Auftrag auch mit Menschen ins Gespräch kommen, die nicht schon kirchliche Insider sind«.

Der seit fast neun Jahren in Böblingen wirkende Gemeindepastor war zuvor Pastor der EmK in den am Fuß der Schwäbischen Alb gelegenen Städten Mössingen und Reutlingen sowie zehn Jahre lang Superintendent des Stuttgarter Distrikts. Darüber hinaus gestaltete er die kirchliche Arbeit in vielen Gremien und Bereichen auch auf internationaler Ebene mit. Mit einer Dissertation zum Thema »Kirchenmitgliedschaft in der Freikirche« als Ergebnis einer Mitgliederbefragung von EmK-Kirchengliedern nach ihrem Verhältnis zur Kirche wurde er 1993 an der Universität Basel promoviert. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Cramer: Zwanzig Jahre als Direktor im Amt

Andreas Cramer (66), der noch im Amt befindliche Direktor, wird im August dieses Jahres in Ruhestand gehen. Seit dem Jahr 2000 ist der Diplom-Verwaltungswirt, Theologe und Pastor der EmK Direktor des in Nürnberg ansässigen Diakoniewerks. Unter seiner Federführung entwickelte sich das Diakoniewerk Martha-Maria entscheidend weiter zu einem Unternehmensverbund mit Einrichtungen und Gesellschaften in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mit heute mehr als 4.000 Beschäftigten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit (Niethammer); Martha-Maria (Cramer)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Martha-Maria ist ein selbstständiges Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche und Mitglied im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE). Zu Martha-Maria gehören Krankenhäuser, Berufsfachschulen für Krankenpflege, Seniorenzentren und Erholungseinrichtungen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. www.martha-maria.de

Positionen im Gespräch

Thu, 01/02/2020 - 07:45

»Wir halten daran fest, dass Christus das Zentrum des kirchlichen Lebens ist, und glauben deshalb, dass wir, wenn wir uns Christus nähern, unweigerlich auch einander näherkommen und so die sichtbaren Kennzeichen Christi und seiner Kirche aufweisen werden.« Dieses Zitat ist dem Bericht über den internationalen Dialog zwischen der Baptistischen Weltallianz und dem Weltrat methodistischer Kirchen entnommen. Im Blick auf die Wendung »einander näherkommen« formuliert dieses Zitat die Zielsetzung zweier Veröffentlichungen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in der Reihe EmK-Forum, die Ende des vergangenen Jahres erschienen. In einem der Hefte geht es um den erwähnten Dialog zwischen Baptisten und Methodisten auf Weltebene. Die andere Veröffentlichung ist eine weitere Diskussionshilfe in der Auseinandersetzung um die Einordnung von Homosexualität und den Umgang damit in Kirche und Gemeinde.

Das Heft 44 mit dem Titel »Die Evangelisch-methodistische Kirche und die Frage der Homosexualität« bietet »Zwei Positionen im Gespräch« an, wie es der Untertitel formuliert. Jörg Barthel und Roland Gebauer, beide sind Professoren an der Theologischen Hochschule Reutlingen, bieten ihre jeweilige Sichtweise für das Gespräch in den Gemeinden an. Die Niederschriften der beiden Hochschullehrer beruhen auf Vorträgen, die sie bei etlichen auch gemeinsam gestalteten Gemeindeseminaren gehalten haben. Gebauer, Professor für Neues Testament, bietet einen Beitrag aus konservativer Perspektive. Barthel, der als Professor Altes Testament lehrt, plädiert für eine Öffnung der Sichtweise, wie Homosexualität aus biblischer Sicht zu bewerten ist. Beiden Autoren liegt daran, das hörende, sich gegenseitig achtende und an der Gemeinschaft festhaltende Gespräch zu fördern und trotz unterschiedlicher Positionen die Gemeinschaft zu bewahren. Die kürzlich vorgelegte Veröffentlichung nimmt dieses Anliegen auf und bietet den Gemeinden die beiden Positionen und Zugänge zum Gespräch als Anregung für Gemeindeveranstaltungen und Gesprächskreise an.

Ebenfalls um ein respektvolles Miteinander geht es in Heft 45 der Reihe EmK-Forum, mit dem der Bericht über den internationalen Dialog zwischen der Baptistischen Weltallianz und dem Weltrat methodistischer Kirchen erstmals in deutscher Sprache vorliegt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren waren diese beiden Zweige der protestantischen Kirchenfamilie auf Weltebene im Gespräch. Dabei erkannten die Mitwirkenden am Dialog, »was uns im gemeinsamen Glauben an denselben Herrn bindet« und im Abschlussdokument an vielen Stellen beschrieben ist. Ganz ehrlich wird aber auch gesagt, »dass unsere Unterschiede in Verständnis und Praxis der Taufe eines der Hindernisse für einen vollständigeren Ausdruck unserer Gemeinschaft und Mission ist«. Begleitend zur Veröffentlichung des Dialogberichts erscheint in Kürze eine Arbeitshilfe in deutscher Sprache, die zusammen mit dem Bericht das Miteinander baptistischer und methodistischer Gemeinden vor Ort fördern soll. Dialogteilnehmerin aus Deutschland für die methodistische Seite war Ulrike Schuler, die als Professorin für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik an der THR lehrt. Als Ko-Autorin der Arbeitshilfe wünscht sie sich, »dass methodistische und baptistische Gemeinden Bericht und Arbeitshilfe gemeinsam lesen und Wege suchen, das Miteinander in Mission und Dienst zu fördern«.

Bildnachweis: EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Jörg Barthel, Roland Gebauer. Die Evangelisch-methodistische Kirche und die Frage der Homosexualität Zwei Positionen im Gespräch, Frankfurt am Main 2019, EmK-Forum Nr. 44; 7,90 Euro (Staffelpreise), Link zur Bestellung

Glaube, der durch die Liebe tätig ist. Bericht über den internationalen Dialog zwischen der Baptistischen Weltallianz und dem Weltrat methodistischer Kirchen. Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Neumann. Bearbeitet von Walter Klaiber, Ulrike Schuler und Uwe Swarat, Frankfurt am Main 2019, EmK-Forum Nr. 45; 7,90 Euro (Staffelpreise), Link zur Bestellung

Gebet bewirkt Veränderungen

Mon, 12/30/2019 - 06:40

Mit der existentiellen Frage »Wo gehöre ich hin?« startet am 12. Januar die Gebetswoche der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) ins neue Jahr 2020. »Das gemeinsame Gebet ist die Lebensader der Gemeinde«, ist der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, überzeugt. Gebet verbinde die Menschen in christlichen Gemeinden und Werken miteinander und bewirke reale Veränderungen. Der Veranstalter der Gebetswoche, die Deutsche Evangelische Allianz, versteht sich als Netzwerk evangelisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinschaften und Gruppen.

Mit einem Gebetsmagazin stellt die im thüringischen Bad Blankenburg beheimatete Zentrale für den Tag der Gebetswoche Auslegungsimpulse und Gebetsanregungen zur Verfügung. Das Thema »Wo gehöre ich hin?« ist für den seit Mai dieses Jahres im Amt befindlichen Generalsekretär hochaktuell. Es wurde von den Evangelischen Allianzen in Spanien und Portugal gemeinsam erarbeitet. Die Gebetswoche fand erstmalig in Hamburg im Jahr 1856 statt und ist damit laut Veranstalterangaben »die am längsten jährlich und regelmäßig stattfindende überkonfessionelle Veranstaltungsreihe«.

Über die jährlich im Januar stattfindende Gebetswoche hinaus bietet die DEA weitere Arbeitshilfen und Impulse für das Gebet in Gemeinden und für Einzelne an. Dazu gehört eine ausführliche Broschüre mit Informationen zum Islam und Anregungen zum Gebet für die islamische Welt, die jährlich für den Fastenmonat Ramadan unter dem Titel »30 Tage Gebet für die islamische Welt« erscheint. Außerdem werden für den jeweils am zweiten Sonntag im November stattfindenden weltweite Gebetstag für verfolgte Christen ebenfalls Arbeitsmaterialien für Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Bildnachweis: Grafik-Motiv der Allianzgebetswoche, © DEA

Der AutorKlaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.  

Weiterführende Links
Allianzgebetswoche
Magazin zur Allianzgebetswoche

Zur Information
Deutsche Evangelische Allianz (DEA)
Die Evangelische Allianz in Deutschland ist ein Netzwerk evangelisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinschaften und Gruppen. Als internationale Bewegung wurde die Evangelische Allianz 1846 in London gegründet. An der kirchlichen Basis ist die Evangelische Allianz in Deutschland an über tausend Orten aktiv und hält zu über 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Bekannt ist die Evangelische Allianz vor allem durch die jährlich im Januar stattfindende »Allianzgebetswoche« sowie den Gebetstag für verfolgte Christen im November sowie das 30-Tage-Gebet für die islamische Welt. Die Zentrale befindet sich im thüringischen Bad Blankenburg. Vorsitzender ist Ekkehart Vetter, Generalsekretär ist Dr. Reinhardt Schink.
www.ead.de

Nur so viel, wie wir brauchen

Sat, 12/28/2019 - 07:13

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) bietet deutschlandweit für ihre Gemeinden wöchentliche Gebetsimpulse an, die jeweils mit einer biblischen Auslegung in Verbindung stehen. Zum Auftakt des Jahres legt der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, Harald Rückert, die Jahreslosung aus.

»Es kommt nicht darauf an, Glauben zu haben, sondern ihn zu halten und zu praktizieren«, erklärt Rückert in der Kurzauslegung. Mit Verweis auf eine Konfirmandenpredigt, die Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) im Jahr 1938 hielt, betont er, dass der Glaube »nicht ein- für allemal« erhältlich sei, sondern täglich neu gewonnen werden müsse. Deshalb gebe es Glauben »immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag brauchen«. Glaube dürfe sich nicht nur »in richtigem Wissen« erschöpfen, sondern müsse »in konkretem Vertrauen und Gehorsam täglich gelebt« werden. Das sei die Aussage der biblischen Jahreslosung »Ich glaube, hilf meinem Unglauben!«, die dem Markusevangelium (Kapitel 9, Vers 24) entnommen ist.

In den Vorschlägen zum Gebet lädt Rückert besonders zum Gebet dafür ein, »dass wir noch klarer erkennen, was uns eint, nämlich Christus, damit wir beieinander bleiben können trotz unterschiedlicher Erkenntnisse und Meinungen«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Kurzimpuls zur Jahreslosung und Gebetsanliegen
Kurzimpuls zur Jahreslosung und Gebetsanliegen (PDF)

Zur Information
Wöchentliche Gebetsanregungen und Andachten im Internet
Mit einer Auslegung der Jahreslosung eröffnet der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche die wöchentlichen Gebetsanregungen auf der EmK-Internetseite www.ichbetefürmeinekirche.de für das Jahr 2020. Dort werden zu jedem Sonntag des Jahres aus jeweils einem der Arbeitsbereiche der EmK eine Kurzandacht zum biblischen Wochenspruch und kirchliche Gebetsanliegen veröffentlicht. Die Seite ist so angelegt, dass sie als persönliche Internet-Startseite verwendet werden kann, um sich regelmäßig ans Gebet für kirchliche und andere Anliegen erinnern zu lassen. Außerdem stehen die Gebetsinformationen zum Herunterladen im DIN-A4-Format zur Verfügung. Damit können sie in Gemeinden für Gebetsgruppen, Hauskreise oder Gruppenandachten mit konkreten Gebetsanliegen eingesetzt werden. Das Angebot gibt es seit sieben Jahren. Seit gut einem Jahr sind die Gebetsanliegen auch über die App »Deutschland betet« (Android und iOS) nutzbar. Die statistische Auswertung des Angebots zeigt eine rege Nutzung.

Aufbrüche wagen

Thu, 12/26/2019 - 07:43

»Die Einheit der Gemeinde (soll) ein Abbild der Einheit zwischen Jesus und dem Vater sein«, schreibt Ekkehart Vetter im »Eins-Magazin« der Deutschen Evangelischen Allianz zur Anfang Januar stattfindenden Allianzgebetswoche. Vetter, der Vorsitzender der Evangelischen Allianz ist und Präses des pfingstkirchlichen Mühlheimer Verbands, ist am letzten Januarwochenende Gastredner der Tagung des Arbeitskreises geistliche Gemeindeerneuerung in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) im hessischen Braunfels. Ihm liegt die Einheit von Christen, Gemeinden und Kirchen am Herzen, sodass er im erwähnten Magazin schreibt: »Einzelne Christen, lokale Gemeinden, ganze Denominationen und Kirchen, die die Einheit nicht als Top-Priorität auf der Agenda haben, lassen ein Herzensanliegen Jesu links liegen.«

Aus seiner Sicht als Allianzvorsitzender und als Präses seines freikirchlichen Verbandes wird Vetter bei der unter dem Thema »Aufbrüche wagen« stattfindende Arbeitskreistagung als Gastredner Impulse beitragen. Laut Veranstalterinformationen richtet sich die Tagung an Personen, die »sich geistlich zurüsten lassen wollen«, sowie an Menschen, die über die Zukunft der Kirche und das Engagement des Arbeitskreises nachdenken wollen. Dabei gehe es in zwei Tagungseinheiten um das Ringen um die Zukunft und um Aufbrüche von Gemeinden und Einzelnen.

Die Tagung diene auch dazu, »kritisch zur Kirche eingestellte Kirchenglieder im Sinne des Runden Tisches zu informieren« sowie dazu, »mit Menschen, die dem Arbeitskreis eher kritisch gegenüberstehen ins Gespräch zu kommen«, erklärt Alexandra Brenner, die zur Leitung des Arbeitskreises gehört. Als Mitglied des Runden Tisches der EmK, der angesichts unterschiedlicher Grundüberzeugungen zu Fragen der Homosexualität nach möglichen gemeinsamen Wegen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland sucht, ist es ihr ein Anliegen, »miteinander über das was wir glauben, was uns wichtig ist und was uns Mühe macht ins Gespräch kommen«. Die Tagung des Arbeitskreises sei dafür eine Gelegenheit.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Die Tagung »Aufbrüche wagen – als Einzelne und als Gemeinden« findet vom 23. bis 25. Januar 2020 in Braunfels statt.

Der Arbeitskreis geistliche Gemeindeerneuerung in der EmK hat seine geistlichen Wurzeln in den Erneuerungserfahrungen des charismatischen Aufbruchs, wie er in verschiedenen Ländern, Kirchen und Gemeinden seit Beginn der 60-er Jahre geschieht. In seiner heutigen Form besteht der Arbeitskreis seit 1990. Vorangegangen sind unterschiedliche Entwicklungen in Ost und West.

www.emk-agg.de

Eine Krippe im Käfig

Wed, 12/25/2019 - 06:55

Jesus, Maria und Josef sitzen in einem Käfig. So stellt eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche in Claremont in der Nähe von Los Angeles die weihnachtliche Krippenszenerie dar. Das sorgt für Aufsehen und ist sogar dem Deutschlandfunk (DLF) eine Kurzreportage wert.

Martha Morales, die Pastorin der Gemeinde, erklärt in der Reportage die Darstellung, bei der jede der weihnachtlichen Hauptpersonen in einem eigenen Käfig sitzt. So ähnlich säßen die Menschen in den Flüchtlingslagern ganz in der Nähe der Gemeinde. Dort seien Familien auch getrennt voneinander untergebracht. Damit nimmt die Pastorin Bezug auf die inzwischen nicht mehr zulässige amerikanische Praxis, Kinder und Eltern von über die südliche Grenze der USA einwandernden Familien voneinander zu trennen. Über 5.000 Kinder seien so in den zurückliegenden Jahren von ihren Eltern getrennt worden. Mit der Installation weise die Gemeinde darauf hin, dass Gott alle Menschen, auch die Fremden, willkommen heiße und dass es nicht in Ordnung sei, »kleine Kinder in Käfige zu sperren«. Es gehe darum, ein Zeichen gegen Ungerechtigkeit zu setzen.

Im DLF wird die Aktion der Gemeinde auch als kritische gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit der US-amerikanischen Einwanderungspolitik beschrieben. In Kurzinterviews kommen dabei sowohl befürwortende als auch kritische Stimmen zu dieser weihnachtlichen Krippenszene zu Wort. Die gesamte Reportage ist in der DLF-Mediathek nachzuhören.

Bildnachweis: Claremont UMC

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.  

Weiterführende Links
Text zur DLF-Sendung
Link zur DLF-Sendung
Claremont UMC 

Nicht das Tonband vom Vorjahr

Tue, 12/24/2019 - 07:24

Seit 1970 hält der Bundespräsident die Weihnachtsansprache an die Bürgerinnen und Bürger. Die Neujahrsansprache kommt der Kanzlerin zu. Bis zum Jahr 1969 war die Aufteilung umgekehrt. Um diesen Ansprachen den gebührenden Platz einzuräumen, werden die Nachrichtensendungen gekürzt. Worte werden gewählt, die nachdenklich machen und die Stimmung treffen wollen. Der Ruf zur Mitmenschlichkeit erschallt, zum Frieden in der Familie und in der Welt, zum freundlichen Umgang mit Fremden, Schwachen, Kranken und den Älteren in unserer Gesellschaft. Die Ansprache lädt alle Bürgerinnen und Bürger zum Innehalten ein.

Arme, Unterdrückte und Rechtlose sollen hören

Lange vor den heutigen Reden hat Gott gesprochen. Seine »Ansprache« gilt der Welt – unserer Welt in ihrem Widerspruch. Unsere Welt im Schatten ihrer selbst angezündeten, gleißenden und doch oft kalten Lichter wird auf Jesus Christus verwiesen, das Licht der Welt. Gott spricht unsere friedlose Welt an: »Friede auf Erden!«. Arme, Unterdrückte und Rechtlose sollen hören: »Die Hungrigen füllt er mit Gütern, die Niedrigen erhebt und die Unterdrückten befreit er« (Lukas 1,52f.). Das ist eine Ansprache, die konkret wird und sich nicht in schönen Worten erschöpft. Diese Weihnachtsansprache macht so schnell keiner nach – da gibt es auch nicht die Gefahr, dass einer versehentlich das Tonband vom Vorjahr einlegt.

Gott ergreift die Initiative

Ansprache und Anspruch gehören zusammen. Weihnachten heißt eben auch, dass Gott nach wie vor einen Anspruch erhebt auf unsere Welt. Er hat sie nicht sich selbst überlassen, auch wenn es manchmal so scheint. Er ist mit ihr noch nicht am Ende, auch wenn manche weltflüchtigen Christen und selbsternannten Schwarzseher diesen Eindruck erwecken. An Weihnachten, unserem Fest des Rückzugs in die eigenen vier Wände, ergreift Gott die Initiative. Er investiert in uns, seine Geschöpfe, und in seine Schöpfung. Sein eigener Sohn kommt zur Welt.

Jesus wird zur Umkehr aufrufen, weg von den schönen Ansprachen, weg vom Anspruchsdenken hin zum Anspruch des Reiches Gottes. Seine Predigten sind eben nicht nur Zuspruch und Trost, sondern immer auch Anspruch und Herausforderung: »Kehrt um und glaubt an das Evangelium!« (Markus 1,15) Doch wer sich dem Anspruch Jesu stellt, gerät dadurch nicht unter Druck, sondern wird vielmehr frei von den Ansprüchen der selbsternannten und selbstgemachten Herren der Welt.

Weihnachten – Gottes Ansprache und Gottes Anspruch an uns. Wie sieht auf diesem Hintergrund ein ansprechendes Weihnachtsfest für uns aus? Darüber nachzudenken und miteinander in der Familie zu reden, wird lohnend sein. Gesegnete Weihnachten!

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Dieser Artikel ist dem EmK-Magazin »unterwegs« 26/2019 vom 22. Dezember 2019 entnommen.

Der Autor
Harald Rückert ist als Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für Deutschland zuständig. Der Dienstsitz ist in Frankfurt am Main. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

»Wir glauben einander den Glauben«

Sat, 12/14/2019 - 20:30

Vor einer Woche (Samstag, den 7. Dezember) hatte der von Bischof Harald Rückert für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland eingesetzte Runde Tisch seine dritte Sitzung. Von dieser Sitzung liegt jetzt der von zwei Mitgliedern des Runden Tisches verfasste Bericht vor. Die Veröffentlichung erfolgt hier im Rahmen einer Dokumentation des gesamten Textes:

»Zu Jesus Christus gehören wir nicht durch eine richtige Erkenntnis, sondern zu allererst, weil wir von Gott geliebt sind. An der Liebe wird man uns erkennen.« So formulierte es Superintendent Siegfried Reissing in seiner Andacht zu Beginn der dritten Sitzung des »Runden Tischs« der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, die am 7. Dezember 2019 in Fulda stattfand. Dabei ließ sich Reissing durch die Worte des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth leiten: »Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten.« (1. Korinther 2,2).
Die von Bischof Harald Rückert berufenen Mitglieder des »Runden Tischs« sind beauftragt, angesichts unterschiedlicher Grundüberzeugungen zu Fragen der Homosexualität nach möglichen gemeinsamen Wegen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland zu suchen. Wie herausfordernd diese Suche ist, haben die intensiven Gespräche in den Distrikten, Bezirken und Gemeinden während der vergangenen Monate gezeigt.

Im August dieses Jahres wurden die vom »Runden Tisch« formulierten ersten groben Entwürfe zu möglichen Wegen der Kirche an alle Mitglieder der drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland versandt. In einem Begleitbrief wurde dazu eingeladen, die Vorschläge auf allen Ebenen der Kirche intensiv zu diskutieren und bis Anfang Dezember Rückmeldungen und Einschätzungen an den »Runden Tisch« zu senden. Etwa 190 Rückmeldungen von Gruppen, Gemeinden, Bezirken, Regionen und auch Einzelpersonen sind seither eingegangen. Darunter befinden sich auch alternative Vorschläge zu den bisherigen Entwürfen. Bis zur vierten Sitzung des »Runden Tischs« am 10. und 11. Januar 2020 werden die Mitglieder des »Runden Tischs« alle Rückmeldungen sichten und sich mit den Inhalten intensiv auseinandersetzen.

Viele Gespräche in den Regionen und Gemeinden sind mit großem Respekt und in geschwisterlicher Liebe zueinander geführt worden. Die Diskussionen während der vergangenen Monate in den Gemeinden, aber auch unter den Mitgliedern des »Runden Tischs« haben jedoch ebenfalls gezeigt, dass die in der Kirche vorhandenen stark auseinandergehenden Grundüberzeugungen gemeinsame Wege weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Unbedacht können die Diskussionen und Auseinandersetzungen zu Verletzungen führen. Vorurteile und Missverständnisse erschweren gemeinsame Schritte. Pflänzchen des Vertrauens zueinander benötigen Zeit zu wachsen und können schnell wieder eingehen. Das hat auch in der Zusammensetzung des von Bischof Harald Rückert berufenen »Runden Tischs« zu einer Zerreißprobe geführt, die grundlegender Klärung bedurfte.

Beim dritten Treffen des »Runden Tischs« nahm folglich eine aktuelle Standortbestimmung des gemeinsamen Weges einen bedeutenden Zeitraum ein. In großer Offenheit tauschten sich die Mitglieder des »Runden Tischs« über die folgenden Fragen aus: Was ist uns miteinander gelungen? Was ist nicht gelungen? Wo wurde Vertrauen strapaziert?
Nachhaltig wurde spürbar, wie wichtig das fortlaufende gemeinsame und respektvolle Gespräch und vor allem auch die gemeinsame Ausrichtung auf Gottes Leitung im gemeinsamen Gebet sind.
Erneut haben sich die Mitglieder des »Runden Tischs« auf »Leitlinien für unser Miteinander« verständigt. Sie sind davon überzeugt, dass diese Leitlinien über die Wege des »Runden Tischs« hinaus auch für das Miteinander in der Kirche von grundlegender Bedeutung sind:

  • Wir stellen die Sichtweise der anderen so fair wie möglich dar.
    Wir unterlassen generalisierende Urteile und vereinfachende, tendenziöse Darstellung der jeweils anderen und stellen uns der Herausforderung, wirklich verstehen und den anderen ernstnehmen zu wollen.
  • Wir versuchen, das Gewinner-Verlierer-Schema zu überwinden.
    Wir geben der Frage »Was braucht der jeweils andere?« Vorrang vor der Frage »Was brauche ich?«
  • Wir unterstellen einander Gutes.
    Wir nehmen einander ab, dass wir aufrichtig gemäß unserer jeweiligen Glaubensüberzeugung reden und handeln. Auf dieser Basis müssen Unstimmigkeiten und vermeintliches Fehlverhalten offen geklärt werden.
  • Wir streiten miteinander, aber vermeiden, was zu öffentlichen Polarisierungen führt.
    Mehr noch: Wir widersetzen uns aktiv allen schädigenden Polarisierungsversuchen und sind bereit, mäßigend auf unser Umfeld einzuwirken.
  • Wir gehen die anstehenden Fragen mit Weisheit und theologischer Differenziertheit an.
    Das methodistische »Quadrilateral« (Schrift, Tradition, Vernunft und Erfahrung) dient uns als hilfreicher Rahmen für unsere Verständigung. Einfache Schwarz-weiß-Muster helfen nicht weiter.
  • Wir orientieren unser Reden und Handeln am Modell der »convicted humility« (Überzeugung und Demut).
    Wir teilen einander unsere tiefen Überzeugungen mit und treten für unsere Sichtweise ein. Das verbinden wir allerdings mit der Demut, die darum weiß, dass alle Erkenntnis Stückwerk bleibt (1. Korinther 13,9.12.13) und darum ergänzungs- und korrekturbedürftig ist.
  • Wir glauben einander den Glauben.
    Wir gestehen einander die Liebe zu Jesus Christus, zur Schrift, zu unserer Kirche und zu unserem Auftrag zu.

Auf der Grundlage der offenen Gespräche und dieser »Leitlinien des Miteinanders« konnten sich die Mitglieder des »Runden Tischs« neu auf die weiteren Gespräche und das weitere gemeinsame Ringen um den Weg der Kirche einlassen.
Die entscheidenden Fragen sollen nun zu nachhaltigen Lösungsmodellen führen: Welche konkreten Gefäße sind in der Kirche nötig, um Menschen unterschiedlicher Grundüberzeugungen eine Heimat zu geben und dabei den kirchlichen Auftrag, Menschen zu Jüngerinnen und Jüngern zu machen, neu ins Zentrum zu rücken? Was zeichnet – trotz aller unterschiedlichen Grundüberzeugungen – ein gemeinsamer Weg als Kirche Jesu Christi aus, in dem die Liebe Gottes erkennbar wird?

Bei der kommenden Sitzung des »Runden Tischs« im Januar 2020 werden die eingegangenen Rückmeldungen, Vorschläge und die bis dahin weiterentwickelten Gefäße diskutiert. Ziel ist es schließlich, den Jährlichen Konferenzen und der Zentralkonferenz 2020 ein konkretes Modell für den weiteren Weg der Kirche zur Entscheidung zu empfehlen, welches in den Gemeinden eine breite Unterstützung finden kann.
Bitte begleiten Sie auch in Zukunft die Arbeit des »Runden Tischs« und die Suche nach einem gemeinsamen Weg der Kirche in Ihrem Gebet.

Für den »Runden Tisch« der EmK in Deutschland:
Stephan von Twardowski und Steffen Klug
im Dezember 2019

Die Dokumentation des Berichts und der Leitlinien findet sich zum Herunterladen im Anschluss an diese Meldung.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Dritter Bericht des Runden Tischs
Leitlinien für unser Miteinander

Hoffnung als gemeinsame Zukunftsperspektive

Sat, 12/07/2019 - 07:05

»Wer wieder einmal so richtig ›EmK‹ erleben will, der sollte sich den EmK-Kongress keinesfalls entgehen lassen!« So schwärmt Dagmar Köhring, wenn sie vom kommenden EmK-Kongress redet, der Ende April nächsten Jahres in Gerlingen bei Stuttgart stattfindet. Die Leiterin der Privatfunkagentur »radio m« der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist zusammen mit Verantwortlichen aus anderen Werken, Einrichtungen und Arbeitsbereichen der EmK in Deutschland, Österreich und der Schweiz Mitausrichterin des Kongresses. Seit dem gestrigen Freitag ist der Internetauftritt des Kongresses und die Möglichkeit zur Anmeldung freigeschaltet.

Der Verunsicherung die Hoffnung entgegenstellen

Unter dem Thema »Wer hofft, lebt anders« erwarten die Kongressveranstalter über 800 Erwachsene, Jugendliche und Kinder, die vom 30. April bis zum 3. Mai 2020 ein vielfältiges Angebot vorfinden. Die Vorbereitungsgruppe wählte dieses Thema, um gesellschaftlicher, politischer und globaler Verunsicherung, die sich auch in kirchlichen Kreisen zeige, die »Hoffnung als gemeinsame Zukunftsperspektive« entgegenzustellen. Denn, »wer Hoffnung hat, kann das Leben viel leichter meistern«, ist Christine Flick überzeugt, die als Konferenzlaienführerin der Süddeutschen Konferenz den Kongress mit vorbereitet.

Umfangreiches Kongressangebot für Erwachsene, Jugendliche und Kinder

Neben Gottesdiensten und Vorträgen werden über fünfzig Foren, Seminare und Workshops angeboten, die das Thema aufgreifen und in Theorie und Praxis entfalten. Ein besonderes Aushängeschild des Kongresses sind Angebote für Kinder und Jugendliche, die als »Kinderkongress« und als »Zentrum Jugend« im Gesamtprogramm extra beworben werden. »Wir haben dazu extra ein Angebot für Kinder und Familien entwickelt« betont Sarah Schulz, die in Zwickau das Kinderwerk der Ostdeutschen Konferenz leitet und für das Kinderprogramm beim EmK-Kongress verantwortlich ist. Jugendliche finden ein Angebot, bei dem sie sogar unabhängig von ihren Eltern im »Zentrum Jugend« übernachten können. »Ein absolutes Highlight für alle Jüngeren«, wie Jörg Hammer erklärt. Der Leiter des Jugendwerks der Süddeutschen Konferenz bereitet mit anderen Personen aus der Jugendarbeit das Programm des Jugendangebots vor. Am Samstagabend des Kongresswochenendes bietet eine Kulturpromenade sechs Stationen mit musikalischen und kulinarischen Leckerbissen.
Das umfangreiche Kongressangebot wird mit einem Video und einem 90-seitigen Programmheft ausführlich vorgestellt. Im Internet sind die Informationen ab sofort zugänglich. Die gedruckten Unterlagen sind von Mitte Dezember an in den Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche erhältlich.

Bildnachweis: Startbild des Kongressvideos, Rechte: EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
:emkongress2020:
Video zum Kongress (auf YouTube)
Programmheft zum Kongress (PDF)
Anmeldung zum Kongress

Zur Information
Der EmK-Kongress wird gemeinsam verantwortet von den Werken und Einrichtungen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Zusammenarbeit mit Österreich und der Schweiz. Dazu gehören die Diakoniewerke, das Evangelisationswerk, das Frauenwerk, das Jugendwerk, das Kinderwerk, das Referat für Öffentlichkeitsarbeit, die EmK-Privatfunkagentur radio m, die Theologische Hochschule Reutlingen, die Weltmission und das Bildungswerk.

Um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen, erleichtert ein gestaffeltes Preismodell auch Einkommensschwachen sowie Familien mit Jugendlichen und Kindern die Teilnahme am Kongress. Eine frühzeitige Kongressanmeldung ist empfehlenswert. Die Kongressveranstalter empfehlen eine frühzeitige Unterkunftsbuchung, weil zeitgleich zum Kongress das Stuttgarter Frühlingsfest stattfindet.

Weitere Informationen auf der Kongress-Homepage oder beim EmK-Bildungswerk, Giebelstraße 16, 70499 Stuttgart, Telefon: 0711 86006-90, info(at)emkongress.info.

Ökumene als »Versöhnungsgeschichte«

Fri, 12/06/2019 - 06:37

Ende November tagte die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) im thüringischen Bad Blankenburg. Schwerpunktthema der Tagung war »Ökumene«. Außerdem stand die zivile Seenotrettung im Mittelmeer auf der Tagesordnung.

Beispielhafte Ökumene

»Deutschland ist ein Land, von dem Spaltungen ausgingen, mit einer großartigen Versöhnungsgeschichte«, würdigte Verena Hammes in ihrem Vortrag zum Schwerpunktthema »Ökumene« die breit angelegte ökumenische Zusammenarbeit in Deutschland. Die promovierte Theologin und Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) beschrieb die Zusammenarbeit der in der ACK vertretenen Kirchen als »einzigartig«. Wenn man Ökumene ernst nehme, müsse neben den großen Kirchen die ganze Vielfalt der Kirchenlandschaft in den Blick genommen werden. Im Jahr 2021 geschehe dies durch zwei große Veranstaltungen. In diesem »großen Jahr der Ökumene« findet im Mai in Frankfurt der dritte Ökumenische Kirchentag (ÖKT) statt, bei dem sich auch die Freikirchen mit eigenen Ständen präsentieren und die von der ACK geplante »Polis« unterstützen. Im September desselben Jahres tagt in Karlsruhe – und damit erstmals in Deutschland – die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).

Mit Ekkehart Vetter, dem Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), und Reinhardt Schink, deren neuem Generalsekretär, waren zwei führende Vertreter der DEA zu Gast. Beide würdigten in ihrem gemeinsamen Vortrag die gute Zusammenarbeit mit den in der VEF zusammengeschlossenen Freikirchen.

Unterstützung der Seenotrettung

Die VEF wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung offiziell Bündnispartner des Vereins »United4Rescue – Gemeinsam Retten«. Das Bündnis hat das Ziel, ein eigenes Rettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken, um so Menschenleben zu retten. Der Verein hebt die »Pflicht zur Seenotrettung« hervor, wendet sich gegen eine Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung, setzt sich für faire Asylverfahren und sichere Häfen ein. »Menschen in Lebensgefahr muss geholfen werden«, betonte Stiba. »Wegschauen ist keine Option. Deshalb wollen wir jetzt gemeinsam ein Zeichen setzen und helfen, wo wir können.«

Freikirchliche Rundfunkarbeit

Die Mitgliederversammlung befasste sich auch mit der Zukunft der freikirchlichen Rundfunkarbeit. Andrea Schneider, seit 1996 Rundfunkbeauftragte der VEF, geht Mitte des kommenden Jahres in den Ruhestand. Nachdem der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden diese Stelle bisher allein finanzierte, werden die VEF-Kirchen dies ab Juli 2020 gemeinsam tun. Der ehrenamtliche Vorsitzende der VEF-Arbeitsgruppe »Rundfunk und Fernsehen«, Jürgen Single, zeigte auf, welche großen Chancen es für die Freikirchen mit sich bringe, über Gottesdienste und Andachten im Rundfunk viele Menschen zur erreichen.

Dankbarkeit feiern am 3. Oktober 2020

Der Leiter des »Runden Tisches Gebet« der aus der Lausanner Bewegung hervorgegangenen Koalition für Evangelisation, Bernd Oettinghaus, stellte den Delegierten die Initiative »3. Oktober – Deutschland singt« vor. Im kommenden Jahr sind Menschen aller Generationen und Kulturen am Tag der Deutschen Einheit eingeladen, in den Städten zu singen und zu feiern. Damit solle ein Zeichen der Dankbarkeit und Einheit« gesetzt werden, so Oettinghaus. »Zur Erinnerung an die Friedensgebete und an das Wunder der Friedlichen Revolution bringen alle Sängerinnen und Sänger Kerzen mit – als Symbol für Frieden und Hoffnung im wiedervereinten Land und darüber hinaus.«

Bildnachweis: Öffentlichkeitsarbeit VEF

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Ökumenischer Kirchentag
Initiative 3. Oktober – Deutschland singt

Zur Information
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.
Weitere Informationen: www.vef.de


»Wort für heute« geht »App«

Thu, 12/05/2019 - 09:07

»Wann gibt es den Andachtskalender endlich digital?« Dieser Wunsch war den Verlagen und Redaktionen der »Kalendermacher« von »Wort für heute« in den vergangenen Jahren häufig zu Ohren gekommen. Jetzt gibt es die Ausgabe für das Jahr 2020 als digitale »App«. Als Schnupperangebot, so teilen die Verlage mit, ist die Ausgabe 2019 bis zum Jahresende kostenlos freigeschaltet. Somit könne der Kalender über die App »Freikirchen-Kiosk« probegelesen werden.

Zeitgemäße Auslegungen im digitalen Gewand

»Jetzt sind die Andachten dort, wo die Menschen sind!«, freut sich Ute Armbruster-Stephan über das vor einigen Tagen freigeschaltete Angebot. Als Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche ist sie im Nebenamt eine von drei in der Kalenderredaktion arbeitenden Personen. »Unser Ziel war, dass die Menschen den Kalender überall dort nutzen können, wo sie ihr Handy nutzen«. Das könne dazu verhelfen, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, oder mit der Kalenderauslegung auch die Andacht im Hauskreis zu gestalten. »Das Handy ist heute ja meistens mit dabei«, erklärt die engagierte Redakteurin. Für die Redaktion sei dies ein weiterer Ansporn, »die Inhalte so zeitgemäß wie möglich zu vermitteln«.

Geschichten und Erfahrungen mit dem »Wort für heute«-Kalender gesucht

Die im baden-württembergischen Schwäbisch Hall für eine EmK-Gemeinde zuständige Pastorin arbeitet seit fünf Jahren in der Kalenderredaktion mit. Zusammen mit ihr bilden eine Redakteurin der Baptisten und ein Redakteur der Freien evangelischen Gemeinden ein Team. »Es ist spannend, mit Personen aus verschiedenen Hintergründen aus ganz Deutschland und der Schweiz ansprechende und gehaltvolle biblische Auslegungen für ein ganzes Jahr zusammenzufügen«, erklärt Armbruster-Stephan. Sie selbst habe gerade ihre eigenen Auslegungen für das Jahr 2021 geschrieben und arbeite bereits an den ersten Überlegungen für die Ausgabe 2022. »Das wird ein Jubiläumskalender«, freut sich Armbruster-Stephan schon jetzt auf diese Ausgabe. Dann ist es 50 Jahre her, dass die drei freikirchlichen Verlage ihre vorher eigenständigen Kalenderredaktionen zusammenlegten und den Andachtskalender »Wort für heute« aus der Taufe hoben. Für die Jubiläumsausgabe suche die Redaktion ab sofort Geschichten und Erfahrungen rund um den Andachtskalender. Es gehe darum, wie das Lesen von Andachten das Leben von Menschen verändert hat oder was sie mit dem Kalender für Erfahrungen verbinden. Eingestreut während des Jubiläumsjahres sollen diese Geschichten den Kalender mit einer persönlichen Note versehen und davon erzählen, wie Glaubensimpulse in den Alltag hineinwirken. »Aber jetzt sind wir zunächst gespannt, wie die digitale Ausgabe ankommt«, erklärt Armbruster-Stephan mit Blick auf »den jüngsten Spross der Kalenderfamilie«.

Bildnachweis: »Wort für heute« (Titelbild der Kalenderausgabe); Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit (Redakteurin U. Armbruster-Stephan)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Die digitale Version des Kalenders »Wort für heute 2020« findet sich in der App »Freikirchenkiosk« (bei Google Play oder im App-Store) und kostet 9,99 Euro. Die Dezemberauslegungen der Ausgabe »Wort für heute 2019« können als Schnupperangebot kostenlos auf digitale Endgeräte wie Handy oder Tablet-Computer heruntergeladen werden.

»Wort für heute« ist einer der meistgelesenen deutschsprachigen Andachtskalender und wird von drei evangelischen Freikirchen – Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten und Brüdergemeinden), Bund Freier evangelischer Gemeinden, Evangelisch-methodistische Kirche – gemeinsam herausgegeben. Der Andachtskalender bietet tägliche Kurzandachten nach dem ökumenischen Bibelleseplan. Von der Konzeption her wird Wert gelegt auf verständliche und lebensnahe Auslegungen. Darüber hinaus werden alle während des Jahres ausgelegten biblischen Bücher mit einer zweiseitigen Einführung vorgestellt. Außerdem finden sich verteilt über das Jahr Kurzbiografien außergewöhnlicher Christen.

Die Druckausgaben (Abreißkalender, Buchkalender, Großdruckausgabe) können bestellt werden über blessings4you.

Gemeinsam Neues wagen

Wed, 12/04/2019 - 05:54

Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) und die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) sind in den Überlegungen, gemeinsam ein Fresh-X-Projekt zu starten, weit vorangekommen. Im Rahmen der für überraschende und neue Formen von Kirche stehenden Fresh-X-Bewegung soll in Konstanz am Bodensee eine Gemeindearbeit entstehen. Dazu trafen sich Ende November zum vierten Mal Personen aus den Führungsebenen beider Partner, um Möglichkeiten für eine Kooperation auszuloten.

Kirche für die Generation Y

Der sich selbst als »christlich-ökumenischer Jugendverband« beschreibende CVJM möchte in den kommenden Jahren vermehrt Gemeinden für junge Erwachsene gründen. Eine solche sogenannte Y-Church soll dabei auch in Konstanz entstehen. Das Ypsilon steht dabei für »Generation Y«. Damit wird die Bevölkerungsgruppe beschrieben, die im Zeitraum der frühen 1980er- bis zu den späten 1990er-Jahren geboren wurde. In den Kirchen ist diese Gruppe zahlenmäßig nur wenig vertreten, weshalb zunehmend kirchliche Angebotsformen entwickelt werden, um mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen.

Im Fokus der aktuellen Überlegungen geht es zum Auftakt des Projekts nicht darum, mit einem Gottesdienst zu starten. Laut Informationen aus der Projektgruppe sollen zunächst Kontakte zu Menschen geknüpft werden, die noch nicht in die Kirche gehen. Zusammen mit ihnen soll dann überlegt werden, wie sie sich »Kirche« vorstellen könnten.

Start für 2021 geplant

Entstanden ist die Idee zur Kooperation durch Gespräche zwischen Volker Seybold, dem für Konstanz zuständigen EmK-Pastor, und dem Generalsekretär des CVJM in Baden, Matthias Kerschbaum. Inzwischen sind die Gespräche weit vorangeschritten, obwohl »hier zwei unterschiedliche Organisationen zueinanderfinden müssen«, beschreibt der für den EmK-Bezirk Konstanz zuständige Superintendent Tobias Beißwenger die Phase der Projektentwicklung. Beide Partner hätten von Anfang an gemerkt, »dass die Chemie stimmt« und auf dieser Basis eine Zusammenarbeit sehr gut möglich sei. »Ich freue mich auf die Zusammenarbeit«, sagt Beißwenger mit großer Zuversicht für den weiteren Fortgang. Wenn alles klappe, könne das Projekt 2021 an den Start gehen.

Bildnachweis: Privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
CVJM Baden
Fresh-X-Bewegung

»Mit einem Thema umgehen, das uns einholt«

Tue, 12/03/2019 - 06:28

»Menschen mit Demenz sind wie Menschen ohne Demenz«, betonte Gerda Eschmann in ihrem Schlussplädoyer beim Impulstag zum Thema Demenz. Die Pastorin, Seelsorgerin und Betreuungsassistentin im Seniorenzentrum Martha Maria Lichtenstein-Honau wies darauf hin, dass Menschen mit dieser Diagnose auch Emotionen, Erinnerungen, Resonanzfähigkeit und ihre eigene Identität hätten. »Sie brauchen Liebe, Geborgenheit, Gemeinschaft und Menschen, die es gut mit ihnen meinen. Die Gesellschaft und gerade Gemeinden tun gut daran, ihnen in ihrer Mitte einen Platz zu geben!«

Zum Impulstag »Demenz – Herausforderung für Familien und Gemeinden« hatte die Fachkommission Senioren im November in die Räumlichkeiten der Evangelisch-methodistischen Kirche nach Herrenberg eingeladen. Fast sechzig Personen waren dabei und erlebten einen sehr interessanten und intensiven Tag. Gerda Eschmann informierte bei ihrem Referat über Entstehung, Diagnose, Verlauf und Therapieansätze der unterschiedlichen Formen von Demenz. Sie konnte Verständnis wecken für das Verhalten von Erkrankten, für ihr Erleben und ihre Wahrnehmung der Umwelt. Außerdem klärte sie über Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung für Angehörige auf.

Am Nachmittag wurden in Gesprächsgruppen Möglichkeiten zur Vertiefung angeboten. Das Spektrum reichte von praktischen Übungen zur Anregung Erkrankter beispielsweise mit Salböl oder Massagebällen über die Frage der Zusammenarbeit von Angehörigen mit den Fachkräften bis hin zur Diskussion über die Gestaltung von »demenzsensiblen Gemeinden«.

»Endlich stehen ›Randgebiete‹ wie die Demenz im Fokus«, bedankte sich eine Teilnehmerin für das Angebot des Impulstags. »Mit einem Thema, das uns in naher Zukunft einholt, müssen wir lernen umzugehen.«

Bildnachweis: EmK-Bildungswerk

Die Autorin
Christine Carlsen-Gann ist Referentin im Bildungswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche in Stuttgart mit dem Schwerpunkt Seniorenarbeit. Kontakt: c.carlsen-gann(at)emk-bildungswerk.de.

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