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Aktualisiert: vor 5 Stunden 12 Minuten

Klirrende Kälte und unsägliche Not

Do., 02/20/2020 - 07:28

Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der syrischen Provinz Idlib sind hunderttausende Menschen im Nordwesten Syriens auf der Flucht. Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, wendet sich an die Öffentlichkeit in Deutschland, um Unterstützung für die von vielfacher Not bedrohten Menschen bewirken zu können.

»Eine so große Fluchtbewegung innerhalb kürzester Zeit ist selbst in neun Jahren Syrien-Krieg beispiellos«, erklärt Keßler in einer angesichts der dramatischen Entwicklungen kurzfristig versandten Pressemeldung. Vor dieser Situation hätten humanitäre Helfer seit Monaten gewarnt. Das humanitäre Völkerrecht werde völlig missachtet, hunderttausende Menschen befänden sich in Todesangst und müssten fliehen. Die anhaltenden Kämpfe hinderten sie aber daran, sich in Sicherheit bringen zu können oder Unterstützung zu erhalten.

»Es droht eine riesige humanitäre Katastrophe«, warnt der Leiter der in Berlin ansässigen und von den evangelischen Kirchen gemeinsam getragenen Katastrophenhilfe. Im Laufe des Krieges hätten bereits hunderttausende Menschen in der Provinz Idlib Schutz gesucht. Jetzt würden sie sogar in Hausruinen kaum mehr Platz finden und müssten »bei klirrender Kälte« im Freien übernachten. »Um die Zivilbevölkerung nicht weiter unter den Kämpfen leiden zu lassen, dürfen die Kriegsparteien die Flucht nicht behindern«, fordert Keßler. Zudem müsse humanitären Organisationen der Zugang zu den Menschen in der Region ermöglicht werden.

Bildnachweis: Diakonie Katastrophenhilfe

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Sie können helfen:
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Hoffnung auf Veränderung

Sa., 02/15/2020 - 06:15

Der Weltgebetstag findet jedes Jahr am ersten Freitag im März statt. In diesem Jahr ist das der 6. März. Die Liturgie für die Gebetsgottesdienste an diesem Tag stammt dieses Mal aus Simbabwe. Unter dem Motto »Steh auf und geh!« geben Frauen aus diesem im Südosten Afrikas gelegenen Land Einblick in ihre Not und reden von ihrer Hoffnung.

Simbabwe: Reiches und geplagtes Land

Früher war Simbabwe die Kornkammer Afrikas. Trotz seiner Bodenschätze, fruchtbarer Böden und vieler touristisch ansprechender Reiseziele ist es eines der ärmsten Länder der Erde. Dazu beigetragen hat das autoritäre Regime des früheren Präsidenten Robert Mugabe. Seine Amtszeit, zuerst als Premierminister, später als Präsident, von 1980 bis 2017 war geprägt von Landenteignungen, Repressionen gegen die eigene Bevölkerung, Hyperinflation und Korruption. Außerdem wird das Land immer wieder von schweren Dürreperioden und daraus folgenden Hungersnöten getroffen. Auch das andere Extrem - schwere Überflutungen wie im März vergangenen Jahres durch den Zyklon Idai verursacht – gehören zu den Geißeln der dortigen Bevölkerung.

Jeden Tag »die Matte nehmen«

Aus dieser allgegenwärtigen Lebenssituation haben Frauen aus Simbabwe den Bibeltext aus Johannes 5 ausgelegt. Dort sagt Jesus zu einem Kranken: »Steh auf! Nimm deine Matte und geh!« Diese Aufforderung Jesu und die damit einhergehende Lebensveränderung nehmen die Frauen auf, weil sie darin Hoffnung auf Veränderung erkennen. Täglich kämpfen sie mit sehr stark steigenden Preisen für Lebensmittel und einem sie benachteiligenden, traditionell geprägten Gesellschaftssystem. Nach dem Tod ihres Mannes werden die Frauen von dessen Familie häufig vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben. Die staatlichen Gesetze regeln das mittlerweile zwar anders, aber die traditionelle Sicht verändert sich nur sehr schwerfällig. In diese erlebte Wirklichkeit verkündigen sie die Hoffnung, dass es Veränderung gibt. Sie nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen.

Der Weltgebetstag engagiert sich für Schuldenerlass

In Verbindung mit dem Weltgebetstag verweisen die Organisatorinnen auf die prekäre Situation von Simbabwe als eines der Länder mit den weltweit höchsten Schulden. Entstanden sind die Schulden durch jahrelange Misswirtschaft, Korruption und verfehlte Reformen, die der Internationale Währungsfonds dem Land auferlegt hatte. Allein gegenüber Deutschland hat Simbabwe Schulden von rund 730 Millionen Euro. Schulden, die das Land vermutlich nie zurückzahlen kann.

Unterstützt wird der Weltgebetstag von der im Jahr 2000 entstandenen Erlassjahr-Kampagne. Dieses Bündnis kämpft für faire Finanzbeziehungen zwischen reichen und armen Ländern. Besonderes Augenmerk gilt dabei geordneten Insolvenzverfahren für hochverschuldete Staaten. Auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), besonders das EmK-Frauenwerk, engagiert sich für diese Kampagne. Im Rahmen des Weltgebetstags wird zu einer Unterschriftenaktion eingeladen, mit der die Bundesregierung aufgefordert werden soll, auf einen Teil der Rückzahlung der dramatisch hohen Schulden zu verzichten. Stattdessen solle die Regierung von Simbabwe dieses Geld in einen unabhängigen Fonds für die Förderung von Frauen- und Gesundheitsprogrammen einzahlen. Die Programme werden zusammen mit Organisationen der simbabwischen Zivilgesellschaft ausgewählt und umgesetzt.

Bildnachweis: Freddy Dutz/EMW, Weltgebetstag e. V.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Weltgebetstag
Aktion: Gesundheit statt schulden
Unterschriftenliste (PDF zum Herunterladen)

Zur Information
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist mit verschiedenen Programmen in Simbabwe aktiv. Als besonderes Aushängeschild dafür gilt die von der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche 1988 ins Leben gerufene und 1992 gestartete Afrika-Universität. Mit der Ausbildung von jungen Leuten soll die Entwicklung des afrikanischen Kontinents unterstützt werden, indem sie in ihrem Heimatkontinent ausgebildet werden und dann wieder in ihre Länder zurückkehren. In Kürze folgt dazu ein Interview mit dem Hamburger EmK-Pastor Uwe Onnen, der Mitglied im Aufsichtsgremium dieser Universität ist.

»Von überall nach überall«

Sa., 02/08/2020 - 15:51

Vor zehn Jahren nahm Thomas Kemper seine Arbeit als Generalsekretär des internationalen Missionswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) auf, zu dem auch das Katastrophen- und Entwicklungshilfswerk UMCOR (United Methodist Committee on Relief) gehört. Jetzt kündigte der 63-Jährige an, dass er für eine weitere Amtsperiode von vier Jahren nicht zur Verfügung steht und nach Deutschland zurückkehren wird.

Stärkung der Vielfalt und internationalen Ausrichtung

»Seit seiner ersten Wahl zum Generalsekretär im Jahr 2010 hat Thomas unserem weltweit tätigen Werk mit allen seinen Diensten Erneuerung und Dynamik verliehen«, erklärte Bischof Hee-Soo Jung aus dem US-Bundesstaat Wisconsin. Als Präsident dieses internationalen Werkes arbeitete er die letzten Jahre intensiv mit Kemper zusammen und freut sich »auf seine weitere Führung in diesem kritischen Jahr«.

Unter Kempers Ägide wurde in diesem weltweit tätigen Werk viel Wert auf Inklusion und Vielfalt gelegt. Bei der Personaleinstellung und bei den Planungen von Einsätzen und Programmen sollten Personen vieler Nationalitäten, Kulturen und Sprachen zum Zuge kommen. Außerdem entwickelte sich unter Kemper die Rekrutierung und Vermittlung von Missionaren »von überall nach überall«. Auch der internationale Missionsdienst für junge Erwachsene wurde mit finanziellen Mitteln stark ausgebaut. Während seiner Amtszeit erfolgte zudem die Verlegung des Hauptsitzes von New York nach Atlanta und eine neue Organisationsstruktur, die mit der Einrichtung von Regionalbüros auf der ganzen Welt neue Akzente setzte. Damit sollte das international agierende Werk strukturell und inhaltlich internationaler aufgestellt werden.

Rückkehr nach Deutschland

Bei seiner Information an die Mitarbeiter des Missionswerks wies Kemper darauf hin, dass seine Frau und er sich über dreißig Jahre lang in ihrer jeweiligen Berufstätigkeit gegenseitig begleitet und unterstützt hätten. Das habe sich auch bei seiner Tätigkeit zunächst in New York und nach dem Umzug des Werkes nach Atlanta auch dort fortgesetzt. Seit seine Ehefrau ihre berufliche Tätigkeit zunehmend in Deutschland ausbaute, sehe er nun die Zeit dafür gekommen, nach Deutschland zurückzukehren, »damit wir wieder an einem Ort wohnen können und zusätzliche Zeit mit unseren in Deutschland lebenden Kindern haben«. Deshalb werde er sich für eine Wiederwahl als Generalsekretär nicht erneut zur Verfügung stellen.

Vor seiner Berufung zum Leiter dieses internationalen Werkes der EmK war Kemper zusammen mit seiner Ehefrau, Barbara Hüfner-Kemper, im Missionseinsatz in Brasilien. Anschließend war er Missionssekretär der EmK-Weltmission in Deutschland.

Bildnachweis: EmK-Öffentlichkeitsarbeit (Volker Kiemle)

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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US-Meldung (Englisch) (Link: )
www.emkweltmission.de

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Das internationale Missions- und Hilfswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (General Board of Global Ministries, GBGM, und untergeordnet United Methodist Committee on Relief, UMCOR) mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia verfolgt in seiner weltweiten Arbeit die vier Schwerpunkte der Evangelisch-methodistischen Kirche: Menschen in die Nachfolge Christi zu rufen; christliche Gemeinden zu stärken, zu fördern und zu erneuern; menschliches Leid lindern; nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden zu streben. In weltweit rund siebzig Ländern hat das Werk rund vierhundert Personen in unterschiedlichen Berufen im Einsatz. Zusammen mit Programmpartnern werden Projekte in mehr als 125 Ländern betreut. Seit 2010 ist Thomas Kemper Leiter dieser 1819 in New York gegründeten Organisation. Er ist der erste Nicht-Amerikaner in dieser Position. Von den aktuell 32 Kommissionsmitgliedern der Organisation sind 25 aus den USA, zwei von den Philippinen, fünf aus Afrika und drei aus Europa. Aus Deutschland ist Missionssekretär Frank Aichele Mitglied der Kommission.
www.umcmission.org

Eine Welt aus »wir« und »die«

Sa., 02/01/2020 - 12:44

Der Brexit wühlt im Leben Barry Sloans längst Vergangenes wieder auf. In Nordirland geboren und in der Nähe von Belfast aufgewachsen, wurde der treue Anhänger der (britischen) »Union« Pastor der Methodistischen Kirche in Irland, die sowohl in der Republik Irland als auch in Nordirland wirkt. Seit vielen Jahren lebt er in Deutschland und wird jetzt vom Brexit in seiner Lebensgeschichte eingeholt. Um in Deutschland bleiben und weiterhin ungehindert innerhalb der Europäischen Union unterwegs sein zu können, nimmt er die irische Staatsbürgerschaft an. Für einen loyalen Nordiren ein Unding. »Wenn mein Vater das wüsste, würde er sich in seinem Grab umdrehen«, erklärt Sloan als Sohn eines radikalen Unionisten die Dramatik seines Sinneswandels. In einem Blog-Beitrag lässt er seinen geläuterten Gedanken über die Bedeutung von Nationalfahnen und die wahre Treue von Christen freien Lauf.

Das tiefsitzende Denken in »wir« und »die«

»Am 31. Januar wird für mich und den Rest meiner europäischen methodistischen Familie alles mehr oder weniger so sein wie sonst«, schreibt Sloan im Verlauf seines Nachsinnens über den Brexit, über Grenzen, über nationale Treue und über das Denken in »wir« und »die«. Für Christen gehe die »wahre Treue über Ländergrenzen hinaus«. Menschen dächten in geschaffenen Grenzen und huldigten Nationalfahnen. Demgegenüber lehre Jesus, »dass jeder einzelne Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist und daher unser Bruder, unsere Schwester ist«. Der Apostel Paulus lehre, »dass unsere Staatsbürgerschaft nicht von dieser Erde ist, sondern im Himmel«. Und bei John Wesley, dem Gründer der methodistischen Bewegung, könne man lernen, »dass die ganze Welt unsere Gemeinde ist«. Deshalb werde er in seiner zwischenzeitlich mitübernommenen Funktion als Partnerschafts-Koordinator der Methodistischen Kirche in Großbritannien für Europa weitermachen wie bisher. Er wird also er britischen Kirche weiterhin helfen, ihre gemeinsamen Programme mit den methodistischen Schwesterkirchen in Europa fortzuführen. »Ganz einfach, weil wir Christen sind, und weil unsere Treue Christus gilt und durch Christus der Welt.«

Die Überzeugungen der anderen nie wirklich verstanden

So klar sich das anhört, dieses Denken war Sloan nicht in die Wiege gelegt worden. Aufgewachsen ist er während der als »Nordirlandkonflikt« bezeichneten bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den unionistischen, also britisch orientierten Protestanten und den überwiegend irisch-nationalistischen Katholiken. Früh lernte er die Fahnen der auf Großbritannien ausgerichteten Unionisten mit den Farben Rot, Weiß und Blau als »die unseren« wahrzunehmen. Das Grün, Weiß und Gold der Fahnen der Republik Irland, das waren »die anderen«. Diese Unterscheidung in »wir« und »die« sei ihm so geläufig gewesen, dass er die Überzeugungen der anderen nie wirklich verstehen konnte. »Wahrscheinlich, weil ich es nie versucht habe«, bekennt der jetzt irische Nordire seine damalige Sicht der Dinge. »Das können Fahnen mit dir machen«, schiebt er nach.

»Noch nie habe ich die deutsche Nationalfahne in einer Kirche gesehen«

Ein erstes Nachdenken setzte ein, als er als junger Pastor der Methodistischen Kirche in Irland seine erste Dienstzuweisung direkt an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland erhielt. Überall seien Fahnen gewesen. »Wir« und »die« sei überall sichtbar gewesen – »und ›wir‹ waren nur wenige«, beschreibt Sloan seine Lage als junger Pastor. Später, als Missionspartner der Evangelisch-methodistischen Kirche bei seinem Dienst in Deutschland, sollten Fahnen auch wieder zum Thema werden. »Vielmehr das Fehlen von Fahnen«, wie Sloan in seinem Blog die ihn irritierende Entdeckung in einem Land ohne Fahnen beschreibt. In Nordirland gab es das ganze Jahr über Fahnen in Kirchen oder bei besonderen Gottesdiensten zu sehen. In deutschen Gemeinden habe er eine ganz andere Einstellung zu Fahnen wahrgenommen. Die schrecklichen Erfahrungen im Dritten Reich, die Hitlerjugend und die kommunistische Jugend in Ostdeutschland – immer seien Fahnen und Uniformen dafür prägend gewesen – hätten die Menschen viel vorsichtiger gemacht. »In meiner ganzen Zeit hier habe ich die deutsche Nationalfahne noch nie in einer Kirche gesehen!«, ist das überraschte Fazit des fahnengeprägten nordirischen Pastors.

Dem Auftrag grenzenlos gerecht werden

Sein Christsein habe ihn verändert. »Ich denke nicht mehr in ›wir‹ und ›die‹.« Fahnen und die Bedeutung von Treue hätten für ihn »seit ich ein Christusnachfolger wurde«, eine völlig neue Bedeutung bekommen. Deshalb konnte er angesichts des Brexits die irische Staatsbürgerschaft annehmen, um weiter seinem missionarischen Auftrag in ganz Europa grenzenlos gerecht werden zu können. Jedoch wird er weiterhin sein nordirisches Fußball-Nationalteam anfeuern, bei Rugbymeisterschaften die irische Mannschaft und bei Olympischen Spielen wird er der Mannschaft des Vereinigten Königreichs gute Leistungen wünschen. Über alle nationalen Grenzen hinweg wird er aber weiterhin seinen Verkündigungsdienst wahrnehmen, denn »unsere Mission und unsere Berufung bleiben unverändert, und deshalb werden wir sozusagen ›weiterhin die Fahne hissen‹: als Kirche, auf der gemeinsamen Reise, und demütig den Glauben in Liebe weitertragend«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Barry Sloans Blog (Englisch)
Inspire Chemnitz, ein Projekt der Evangelisch-methodistischen Kirche unter der Leitung von Barry Sloan

Britische Kirchen bauen Brücken

Fr., 01/31/2020 - 15:08

Heute um Mitternacht ist es Fakt: Das Vereinigte Königreich wird nicht mehr Mitglied der Europäischen Union sein. Aus diesem Anlass schickten vier Kirchen in Großbritannien »den Kirchen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union« einen Offenen Brief. Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche reagiert umgehend mit einem Antwortschreiben.

Die Verbindung bleibt bestehen

»Wir versichern euch, dass wir in herzlicher Freundschaft mit euch verbunden bleiben. Wir versichern euch, dass wir unseren Glauben, unsere Erfahrungen, unsere Sorgen und unsere Hoffnungen weiterhin mit euch teilen. Wir versichern euch, dass wir ein Ohr haben für eure Erfahrungen, eure Sorgen und euren Rat.« Weiter bringt Rückert in seinem Antwortschreiben seinen Dank dafür zum Ausdruck, dass die britischen Kirchen »in diesem einschneidenden Moment der Geschichte Europas den Blick ›über den Kanal‹ erheben«. Dabei versichert er »unseren Schwestern und Brüdern auf den britischen Inseln«, dass »die Verbindung zu Euch trotz sich verändernder politischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten« bestehen bleibe. Das gelte besonders »für uns als Methodisten«, als »Nachkommen der methodistischen Erweckungsbewegung, deren Segensspuren von England direkt oder über den Umweg aus Amerika zu uns nach Deutschland führten«.

Gemeinsam an den Herausforderungen unserer Zeit arbeiten

Der Offene Brief von Kirchen in Großbritannien trägt den gemeinsamen Absender der britischen Baptisten und Methodisten sowie der Kirche von Schottland und der Vereinigten reformierten Kirche (United Reformed Church). Darin betonen die vier protestantischen Kirchen, dass Großbritannien zwar die Europäische Union verlasse, »aber wir verlassen nicht Europa«. Sie weisen darauf hin, dass ihre Kirchen »jahrhundertelang zur christlichen Tradition in Europa beigetragen« hätten und sie selbst davon bereichert worden seien. Die Kirchen in Großbritannien wären ohne die aus dem Römischen Reich kommenden Missionare und besonders die Missionstätigkeiten des Augustinus von Canterbury und des Columban von Iona nicht denkbar. Auch die Auswirkungen der Reformation in Deutschland, der Schweiz und der Niederlande auf die »Kirchen, Gesellschaften und Nationen unserer Inseln« seien »erheblich« und »bis heute noch zu spüren«.

Durch den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union werde die Verringerung der politischen Beziehungen »unser Engagement weder beeinträchtigen noch verhindern«. Sie versichern den Kirchen auf dem europäischen Festland, dass ihre Kirchen fortfahren werden, »die Werte, die wir mit euch teilen, wie Frieden und Schutz der Menschenrechte und Würde zu fördern«. Außerdem seien sie bereit, gemeinsam »an den großen Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten«. Dazu gehörten besonders die Reaktionen der »europäischen Nationen auf die erzwungene Migration und wie passen wir uns an und reagieren auf die Klimakrise«. In besonderer Weise danken sie für »Unterstützung und Interesse an unserer Situation in den vergangenen Jahren« und bitten die Geschwister der Festlandskirchen, »bei uns zu bleiben, während wir entdecken, was unsere Zukunft für uns bereithält und wie wir zusammenarbeiten können, um Hoffnung und Versöhnung für alle unsere Gemeinschaften zu ermöglichen, während wir versuchen, Jesus in unserem Alltagsleben zu folgen«.

Botschaft an die britischen Methodisten

Für den »Methodist Recorder«, die Kirchenzeitung der britischen Methodisten, hob Bischof Harald Rückert auf die »methodistische DNS« als »weltweite Gemeinschaft von Menschen in der Nachfolge Jesu Christi« ab. Auf Einladung der Chefredakteurin Moira Slight betont er in seinem Kurzkommentar, dass Methodisten »Connexional People« seien, also Menschen, denen die Verbundenheit in die Wiege gelegt sei. Die jetzige Situation anlässlich des Brexits sei daher eine Aufforderung, »noch enger zusammenzuhalten und noch bewusster zusammenzuarbeiten«. Deshalb lädt Rückert dazu ein, gemeinsam »ein alternatives Modell des Zusammenlebens über nationale und alle anderen Arten von Grenzen hinweg zu formen«. So könne John Wesleys missionarisches Verständnis »Die Welt ist meine Gemeinde« (The world is my parish) auch heute noch Wirkung entfalten.

Bildnachweis: pixabay, GDJ

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Offener Brief der Kirchen in Großbritannien (englische Fassung; PDF)
Offener Brief der Kirchen in Großbritannien (deutsche Fassung; PDF)
Antwort von Bischof Harald Rückert (deutsche Fassung; PDF)
Antwort von Bischof Harald Rückert (englische Fassung; PDF)


Zusammenschluss für sichere Zukunftsperspektive

Di., 01/28/2020 - 13:44

Seit dem 1. Januar ist der vormals unter »edia.con gGmbH« firmierende ökumenische Träger von Krankenhäusern und anderen diakonischen Einrichtungen Teil der »Agaplesion gAG. Hintergrund für diesen weiteren Zusammenschluss im Gesundheitswesen sind wirtschaftliche Überlegungen.

Wirtschaftliche Herausforderungen fordern Zusammenschlüsse

»Es hilft uns, wenn die Synergien eines noch größeren Verbunds auch wirtschaftlich stabilisierende Effekte schaffen«, erklärte Frank Eibisch den am 19. Dezember vergangenen Jahres erfolgten Zusammenschluss. Der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist Vorsitzender der Edia-Con-Geschäftsführung, die jetzt unter »Agaplesion Mitteldeutschland« firmiert. Laut Eibisch biete der Zusammenschluss den Beschäftigten eine »sichere Zukunftsperspektive« und den in den Einrichtungen versorgten Menschen die »nachhaltig beste Versorgung«.

Der jetzige Zusammenschluss hat eine bis in den Anfang der 2000er-Jahre zurückreichende Geschichte. Die ursprünglich selbstständigen methodistischen Diakoniewerke Bethesda und Bethanien hatten Wege gesucht, um die Umwälzungen und Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Dafür waren alle Einrichtungen und Gesellschaftsanteile beider damaliger Partner in der Bethanien Diakonissen-Stiftung zusammengelegt worden. Darüber hinaus suchten beide Partner die ökumenische Zusammenarbeit, woraus die im Jahr 2002 gegründete gemeinnützige Aktiengesellschaft Agaplesion entstand, die schwerpunktmäßig in Westdeutschland wirkte. Sieben Jahre später folgte die als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung firmierende Edia-Con mit Standorten in Ostdeutschland.

Pflege braucht Zeit und wirtschaftliche Sicherheit

Die seit 2004 für alle Krankenhäuser in Deutschland geltenden diagnosebezogenen Fallpauschalen verstärkten die finanziellen und wirtschaftlichen Anforderungen für diakonische Träger im Gesundheitswesen. Mit den Pauschalen war die Wirtschaftlichkeit eines Krankenhauses plötzlich abhängig vom effizienten Einsatz an Personal und anderer Ressourcen sowie der Patientenzahl eines Krankenhauses. Große Häuser mit stark reduziertem Pflegeeinsatz genießen seither Wettbewerbsvorteile. Kleine diakonische Häuser, die aufgrund christlicher Wertebasis eine zeitintensive Begleitung und Pflege durchführen, befinden sich dagegen im Nachteil. Mit dem jetzt erfolgten Zusammenschluss findet eine weitere Stärkung des Verbunds unter dem Dach der Agaplesion statt, zu dem neben weiteren Gesellschaftern als dritte Wurzel methodistischer Diakonie auch das Diakoniewerk Martha-Maria mit Sitz in Nürnberg gehört. Mit über 20.000 Beschäftigten ist Agaplesion damit größter christlicher Gesundheitskonzern in Deutschland.

Wie wichtig neben dem Ziel der wirtschaftlichen Absicherung die diakonische Komponente bleiben wird, betont Lothar Elsner, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und theologische Vorstand der Bethanien Diakonissen-Stiftung: »Die Mitgesellschafter werden auch weiterhin für die Mitgestaltung der diakonischen Identität in den aus unserer jeweiligen Tradition stammenden Häusern Verantwortung übernehmen.«

Seelsorge und diakonische Identität

In den beiden jetzt zusammengeschlossenen Verbünden war und ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung die bei weitem größte Eigentümerin. Ihr gehören rund 45 Prozent der Aktien der Agaplesion gAG. Damit trägt sie einen Hauptteil der Verantwortung für das größte diakonische Unternehmen in Deutschland. In besonderer Weise legt die Stiftung Wert auf Seelsorge und diakonische Identität, für die sie unter anderem zwanzig Personen im seelsorgerlichen Bereich der verschiedenen Einrichtungen einsetzt.

Aufsichtsratsvorsitzender ist der evangelisch-methodistische Laie Hans-Jürgen Steuber, der als Bankdirektor im Ruhestand die Fäden in der Hand hat. In den acht Krankenhäusern und achtzehn Pflegeheimen innerhalb dieses Verbunds nehmen die beiden Vorstände der Bethanien Diakonissen-Stiftung, Lothar Elsner und Uwe Junga, die Verantwortung in der Aufsicht der einzelnen Gesellschaften wahr.

Bildnachweis: Bethanien Diakonissen-Stiftung

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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An der »AGAPLESION gAG« sind folgende Gesellschafter beteiligt: die Anhaltische Diakonissenanstalt Dessau, die Bethanien Diakonissen-Stiftung mit Sitz in Frankfurt/Main, der Diakoniewerk Martha-Maria e. V. mit Sitz in Nürnberg sowie der Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig e. V. Die christliche Prägung aus der jeweiligen Entstehungsgeschichte ist die gemeinsame Wertebasis aller beteiligter Gesellschafter.

Die Diakoniewerke Bethanien, Bethesda und Martha-Maria sind aus drei unterschiedlichen methodistischen Kirchen heraus gegründet worden. Sie sind mit ihren Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland zugeordnet. Die Diakonissen-Schwesternschaften der Werke waren eine sehr bedeutende Bewegung und haben seit Ende des 19. Jahrhunderts Krankenhäuser weit verteilt über Deutschland aufgebaut und betrieben. Zeitweise waren weit über tausend Frauen aus den methodistischen Kirchenzweigen in Deutschland Diakonissen. So wurden diakonische Einrichtungen in einem sehr großen Umfang aufgebaut. Die methodistische Diakonie stellt daher heute mit rund 10.000 Beschäftigten zwei Prozent der in der Diakonie in Deutschland Beschäftigten obwohl sie nur 0,2 Prozent der Mitglieder aller evangelischen Kirchen in Deutschland darstellen.

Mit Gott geht mehr

Fr., 01/24/2020 - 11:00

Aus der Hoffnungskirche wird am kommenden Sonntag, dem 26. Januar, der ZDF-Fernsehgottesdienst übertragen. Die im Zentrum von Stuttgart gelegene Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) stellt unter dem Thema »Mit Gott geht mehr« die Geschichte von der Kehrtwende des Zachäus in den Mittelpunkt.

Dabei geht es um Menschen, denen es äußerlich zwar gut geht und die sich trotzdem nach einem anderen Leben sehnen. Ein Sportler kommt zu Wort, der als Spieler im amerikanischen Football den Glanz und Jubel in den Stadien erlebt und hinter sich gelassen hat, um als Christ tiefere Erfüllung zu finden. Im Fernsehgottesdienst erzählt er seine Geschichte und verbindet sie mit der Kehrtwende des Zachäus. Dieser Zeitgenosse Jesu fand zu sich selbst und seinen Mitmenschen, als Jesus ihn freundlich ansprach und seine Nähe suchte. Die Pastorin der Gemeinde, Katharina Sautter, gestaltet den Gottesdienst über befreiende Erfahrungen zusammen mit Personen der Gemeinde und einer musikalischen Gestaltung, die schwungvollen Rhythmen und klassischen Choräle Raum zur Entfaltung gibt.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Der ZDF-Fernsehgottesdienst wird am Sonntag, dem 26. Januar um 9:30 Uhr im Programm des Zweiten Deutschen Fernsehens übertragen. Nach dem Gottesdienst gibt es bis 19:00 Uhr ein telefonisches Gesprächsangebot der Gemeinde. Telefonnummer: 0700 14141010 (6 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz. Mobilfunkkosten abweichend). Weitere Informationen zu diesem Gottesdienst sind im Internet unter www.zdf.fernsehgottesdienst.de zu finden. Dort wird der Gottesdienst später auch zum nachträglichen Anschauen zur Verfügung stehen.

Verbund für den Erhalt der Verbindung

Sa., 01/18/2020 - 07:14

Ende vergangener Woche (Freitag und Samstag, den 10. und 11. Januar) hatte der von Bischof Harald Rückert für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland eingesetzte Runde Tisch seine vierte Sitzung. Inhaltlich waren von dieser Sitzung in Fulda entscheidende Weichenstellungen erwartet worden. Jetzt liegt der von zwei Mitgliedern des Runden Tischs verfasste Bericht vor. Die Veröffentlichung erfolgt hier im Rahmen einer Dokumentation des gesamten Textes:

Die vierte Sitzung des Runden Tischs: 19 Christinnen und Christen – 15 Stunden gemeinsames Ringen um den zukünftigen Weg der Kirche

Am 10. und 11. Januar trafen sich in Fulda unter Leitung von Bischof Harald Rückert die Mitglieder des Runden Tischs, die aus allen drei Jährlichen Konferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland zusammenkamen und ganz unterschiedliche theologische Überzeugungen mitbringen. Zur Debatte stand der weitere Weg der EmK in Deutschland angesichts unterschiedlicher Grundüberzeugungen zu Fragen der Homosexualität. Die entscheidende Frage war: Gelingt es, einen gemeinsamen Vorschlag für den weiteren Weg der Kirche zu erarbeiten?

Die Sitzung begann mit einer Andachts- und Gebetszeit, bei der sich Gebetspartner unterschiedlicher theologischer Positionen zusammenfanden. Insgesamt bildeten das Gebet und die Ausrichtung auf Gott einen besonderen Schwerpunkt der Begegnung. Der erste Arbeitsauftrag war die Auswertung der etwa 200 facettenreichen Rückmeldungen zu den Vorschlägen des Runden Tischs, die von Einzelpersonen, Gruppen und Gemeinden der EmK eingegangen waren.

Anschließend ging es an die Weiterarbeit am Text der Verfassung, Lehre und Ordnung (VLO) der EmK. Wegen der deutlichen Uneinigkeit in den Grundüberzeugungen zu Fragen der Homosexualität schlagen die Mitglieder des Runden Tischs vor, alle Passagen, die sich zur Ordination von Menschen mit homosexueller Orientierung und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften äußern, zu streichen. Mit viel Sorgfalt wurde hier jeder Halbsatz betrachtet. Es wurden stattdessen keine anderen Formulierungen eingefügt. Im Blick auf die Ordination hätte die Kommission für ordinierte Dienste weiterhin die Aufgabe, alle Kandidatinnen und Kandidaten bezüglich ihrer grundlegenden Eignung zu prüfen. Die Streichungen in der Ordnung würden Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare weder vorschreiben, noch verbieten. Gemeindevorstände sollen über Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in der eigenen Gemeinde beraten und entscheiden können.

Der dritte Auftrag war die Weiterarbeit an der Beschreibung von Verbünden, die gebildet werden können, um Menschen einen verbindlichen Ort zu geben, wenn sie die genannten Streichungen aus Überzeugung nicht mittragen können. Es bestand schließlich darin Einigkeit, dass der Runde Tisch der Zentralkonferenz zunächst nur die Bildung eines Verbunds vorschlägt: Ein Verbund, der ausdrücklich die bisherige Haltung der VLO zur Homosexualität beibehält und somit für bewahrende, konservative Positionen Heimat bietet. Durch ein eigenes theologisches Statement soll dieser Verbund seinen Mitgliedern Sicherheit in ihrem Glauben und Handeln geben. Bezirken, Gemeinden und auch Einzelpersonen steht der Verbund offen. Er wählt sich ein Leitungsteam und der/die Leiter(in) wird in engem Kontakt mit der Kirchenleitung stehen. Gemeinden sollen abstimmen können, ob sie einem solchen Verbund beitreten möchten.

Nach langem, herausforderndem Ringen stimmten die Mitglieder des Runden Tischs schließlich einstimmig für das Gesamtpaket des erarbeiteten Vorschlags. Dabei sind noch einige Details zu klären: Die konkrete Gestalt des genannten Verbunds wird nun durch eine Arbeitsgruppe derjenigen Geschwister vom Runden Tisch entworfen, die diesen mit Leben füllen werden. Darüber hinaus ist ein Name für diesen Verbund zu finden – Vorschläge dafür können gerne an einen der Autoren des Berichts (siehe unten) gesandt werden.

Der Vorschlag des Runden Tischs soll nun auf den Distriktversammlungen und im Rahmen der Jährlichen Konferenzen der EmK in Deutschland vorgestellt und ins Gespräch gebracht werden, bevor er schließlich der Zentralkonferenz in Zwickau im November 2020 zur Verhandlung vorgelegt wird. Dies geschieht freilich unter Berücksichtigung internationaler Entwicklungen in der EmK. Bischof Harald Rückert nannte auch den jüngst von einer internationalen Gruppe formulierten Vorschlag bezüglich einer respektvollen Trennung der Kirche. Darüber wird die Generalkonferenz im Mai 2020 beraten.

Die 15 Stunden der Sitzung am Runden Tisch waren von einem intensiven Ringen geprägt: Wie und auf welche Weise bleiben wir dem Wort Gottes treu? Wie schützen und begleiten wir Menschen in ihrer Identität, ohne sie zu verletzen? Wie können wir dabei in unseren unterschiedlichen Überzeugungen die Einheit der Kirche und der Gemeinden so weit wie möglich erhalten? Ob die Erarbeitungen des Runden Tischs dazu Horizonte eröffnen und tragfähig sind, wird die Zukunft zeigen. Wir dürfen indes dafür beten.

Für den »Runden Tisch« der EmK in Deutschland:
Steffen Klug (steffen.klug(at)emk.de)
Stephan von Twardowski (stephan.twardowski(at)emk.de) │ im Januar 2020

»Wunderbares Geschenk Gottes an uns«

Damit hat der zentrale Runde Tisch für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland den wesentlichen Teil seiner Aufgabenstellung erreicht, eine Vorlage für die im November tagende EmK-Zentralkonferenz für Deutschland zu erarbeiten. Sehr hilfreich dafür waren die rund zweihundert eingegangenen Rückmeldungen, für die sich die Mitglieder des Runden Tischs »sehr herzlich bei all denen bedanken, die als Einzelpersonen, Gemeinde oder Bezirk eine Rückmeldung an unseren Kreis gegeben haben«. In einem Dankschreiben an die Einsender heißt es: »Die unterschiedlichen Wortmeldungen flossen während des gesamten Treffens in Fulda immer wieder in unsere Diskussion und unser Beten mit ein und fanden Berücksichtigung. Dass am Ende trotz unterschiedlicher Auffassungen ein einstimmiger Beschluss für einen gemeinsamen Weg der EmK in Deutschland vom Runden Tisch gefasst werden konnte, das ist nicht nur eine Chance sondern vor allem auch ein wunderbares Geschenk Gottes an uns.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Der Top-Meldungs-Ticker bleibt leer

Fr., 01/17/2020 - 06:36

Vor einer Woche berichteten die »New York Times« und die »Washington Post« groß aufgemacht über die bevorstehende Spaltung der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Über in den Vereinigten Staaten ansässige Korrespondenten deutscher Medien titelten auch die Online-Ausgaben von »Bild« und »Die Zeit« mit ähnlichen Schlagzeilen. Weitere, auch kirchliche Medien folgten der gelegten Spur. Die Bezüge zum deutschen Teil dieser weltweiten Kirche waren kaum im Blick. Dass die eigentliche Nachricht einen ganz anderen Akzent verdiente, war gar nicht im Blick. Darüber zu berichten bräuchte mehr Unterscheidung und tieferen Einblick, was Recherche bedeutet und dann hinderlich ist für Schnelligkeit und Schlagzeilen. Eine Einschätzung der Lage und weitere Informationen zur Situation der Evangelisch-methodistischen Kirche (englischer Name: The United Methodist Church) aus deutscher Sicht.

Mit Respekt voreinander – und friedlich!

Ein Weg zeichne sich ab, schreibt Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, in einer gestern veröffentlichten Erklärung. Darin gibt er »Erläuterungen und Einschätzungen« zur aktuellen Situation und zu möglichen weiteren Entwicklungen.

Ausgangspunkt dafür ist die vor einer Woche veröffentlichte Erklärung einer international besetzten Mediationsgruppe der weltweiten Kirche. Unter dem Titel »Vereinbarung – Versöhnung und Gnade durch Trennung« legte die aus 16 Personen bestehende Gruppe einen Vorschlag zur versöhnlichen und achtungsvollen Beilegung des jahrzehntelangen Streits über Homosexualität und den Umgang mit praktizierenden Homosexuellen in der Kirche vor. Rückert spricht von »Traurigkeit und Schmerz« angesichts der Tatsache, dass ein Teil der Kirche nur in der Trennung einen Weg in die Zukunft erkennen könne. Diese Realität müsse er anerkennen. Doch auf diesem Hintergrund sei er »dankbar für den mit Hilfe eines Mediators erarbeiteten Vorschlag«, der bei Annahme durch die im Mai tagende Generalkonferenz dazu führen werde, dass die Evangelisch-methodistische Kirche eine weltweite Kirche bleibe. Dann würden in dieser Kirche weiterhin »unterschiedliche Sichtweisen zu verschiedenen Fragen Platz haben«, so Rückert weiter. Möglich würde das durch Streichung »einiger weniger Passagen der bestehenden Kirchenordnung«. Wo dies gewünscht sei, könne das zur Öffnung in den Fragen um Ordination und Segnung homosexueller Menschen führen. Andernorts könne die traditionelle Sichtweise und Praxis bewahrt bleiben, wenn dies in Konferenzen, Gemeinden und deren jeweiligem Umfeld der Überzeugung entspreche.

Konservative Interessengruppen, »die dieser Art von geistlich-theologischer Weite innerhalb der einen, weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche nicht beipflichten wollen oder können«, würden voraussichtlich eine »traditionell ausgerichtete methodistische Kirche« gründen. Möglicherweise bilde sich zusätzlich eine »sehr kleine, ausgesprochen liberal ausgerichtete methodistische Kirche«, erklärt Rückert die aktuelle, stark in Bewegung befindliche Situation. Der von der Mediationsgruppe vorgelegte Lösungsweg wolle in seinem Ansatz eine Trennung beschreiben, die »mit Respekt voreinander und soweit wie möglich friedlich« verlaufen soll. Also: »Friedliche Trennung!« Das aber wäre keine Schlagzeile wert.

Wie entscheiden sich die Konferenzen in Afrika und auf den Philippinen?

Also doch: Wenn auch friedlich, aber doch Trennung oder Spaltung! Der vor knapp drei Jahren gewählte Bischof ist seit seinem Amtsantritt mit dieser kirchenpolitischen Auseinandersetzung konfrontiert. Er wendet den Blick auf eine andere interessante Entwicklung. Die durch die schnelle Einschätzung der US-Medien befeuerte internationale Presse rechnete damit, dass sich die afrikanischen und philippinischen Teile der EmK mit den konservativen US-Konferenzen zusammentun und die Kirche verlassen würden. Für die dann verbleibende Evangelisch-methodistische Kirche würde das einen extremen Aderlass bedeuten.

Rückert interpretiert die Zeichen anders. Von »zahlreichen afrikanischen und philippinischen Bischöfen« habe er Hinweise, »dass sie bei der fortbestehenden Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben wollen«. Wenn sie innerhalb der Kirche weiterhin »ihre konservative Sichtweise« beibehalten könnten, »ohne diese von anderen Teilen der Kirche einzufordern«, würde das die Evangelisch-methodistische Kirche in großen Teilen erhalten. Eine Anmerkung fügt Rückert jedoch einschränkend hinzu: »Ob die jeweiligen Generalkonferenzdelegierten diese Sichtweise (ihrer Bischöfe; d. Red.) teilen, bleibt offen.« Die Schlagzeile hätte also lauten können: »Der größte Teil der EmK bleibt zusammen!« Das ist aber für den Top-Meldungs-Ticker nicht geeignet.

Endlich! Die EmK mausert sich zur Weltkirche

Mit der vorgelegten Vereinbarung verbindet sich ein weiteres Novum in der US-lastigen Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der Generalkonferenz wird eine Empfehlung vorliegen, die eine »deutliche Weiterentwicklung der Kirche« mit sich bringen werde, »in der alle Teile – Afrika, Europa, die Philippinen und die USA – gleichermaßen etwas größere Freiheiten und eine größere Verantwortung erhalten sollen«.

Wenn das von den Delegierten beschlossen werde, könnten Ordnungen und Themen dem jeweiligen Kontext angepasst werden. In den verschiedenen Regionen der Welt könnten die Gemeinden vor Ort ihrem Auftrag besser gerecht werden, »Menschen in die Nachfolge Jesu Christi einzuladen, um so die Welt zu verändern«, erklärt Rückert diese Veränderung. Der US-Teil der weltweiten EmK würde dann eine »Regionalkonferenz« bilden, die in ihrer Stellung den außerhalb der Vereinigten Staaten gelegenen Zentralkonferenzen gleichgestellt wäre. Die Schlagzeile könnte lauten: »Endlich! Die EmK mausert sich zu echter Weltkirche«. Aber wen interessiert das schon?

Dialog und Konsensfindung weiterführen

Das Pflänzchen Hoffnung ist zart, und es kann noch viel passieren bis zur Generalkonferenz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota im Mai dieses Jahres. Bis dahin sei »noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten«, schreibt Rückert in seiner Einschätzung der Situation. Schlussendlich hänge es davon ab, ob die Generalkonferenzdelegierten sich für diesen Vorschlag gewinnen ließen. Rückert lädt dazu ein, die aktuelle Entwicklung und die bevorstehenden Entscheidungen im Gebet zu begleiten.

In seiner Einschätzung und in seinem Einsatz ist er sich mit den europäischen Bischofskollegen einig. »Ich werde diese Prozesse von Dialog und Konsensfindung weiterführen in der Hoffnung und im Gebet, die Einheit im Band des Friedens zu bewahren trotz der Option von Trennung, wie sie die Mediations-Vereinbarung eröffnet.« Das hat zwar der für Mittel- und Südeuropa zuständige Bischofskollege Patrick Streiff geschrieben. Aber Rückert stellt sich ganz hinter diese Aussage.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Erläuterungen und Einschätzungen von Bischof Harald Rückert (PDF)
Vereinbarung – Versöhnung und Gnade durch Trennung (PDF)
Häufig gestellte Fragen zur Vereinbarung (PDF)

Wie erreichen Gemeinden die junge Generation?

Di., 01/07/2020 - 06:24

Ende Februar bietet das deutsche Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit dem »Forum E« eine Fortbildung im hessischen Braunfels an, die sich an Interessierte in den Bereichen Gemeindeaufbau und Gemeindegründung wendet. Das Thema der Tagung ist »Generation Lobpreis«. Als Hauptredner wirkt der Theologe und Sachbuchautor Tobias Faix mit.

Religiöse Jugendliche und kirchliche Realität

Mit dem Thema nehmen die Veranstalter die Herausforderung in den Blick, wie Gemeinden Teenies, Jugend und junge Erwachsene erreichen können. Zu diesem Themenkomplex hat der Hauptredner der Veranstaltung, Tobias Faix, vor zwei Jahren eine großangelegte Studie durchgeführt. Darin untersuchte er die Lebenswelt hochreligiöser evangelischer Jugendlicher, deren Glaube im Alltag und wie sich dieser auf Lebensstil, Werte und soziale Lage auswirkt. Von den Ergebnissen dieser Studie schlägt der Professor für Praktische Theologie an der CVJM-Hochschule in Kassel eine Brücke zur kirchlichen Realität. In verschiedenen praxisnahen Workshops soll das Thema vertieft und angewendet werden. Die Bibelarbeiten während der zweitägigen Veranstaltung hält Yvette Hovsepian Bearce, die als iranischstämmige Amerikanerin zurzeit in Deutschland für die internationale Arbeit der EmK zuständig ist.

Bildnachweis: Ausschnitt aus dem Info-Flyer zum »Forum E«

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Forum E
Info-Flyer Forum E (PDF)
Empirica-Jugendstudie (PDF)

Zur Information
»Generation Lobpreis – Wie wir die junge Generation erreichen«; Tagung des Evangelisationswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche vom 20. bis 22. Februar im Haus Höhenblick in Braunfels.

Weltweite EmK vor respektvoller Trennung

So., 01/05/2020 - 10:47

In die Auseinandersetzung angesichts der strittigen Fragen zur Homosexualität innerhalb der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist Bewegung gekommen. Eine international besetzte Arbeitsgruppe veröffentlichte jetzt mit Befürwortung durch den Bischofsrat einen Vorschlag, der eine respektvolle Teilung der weltweiten Kirche beinhaltet. Diesem Vorschlag waren Gespräche vorausgegangen, an denen Vertreter der Kirche von innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten beteiligt waren. Auch Meinungsführer der meisten Gruppierungen mit weit auseinanderliegenden Überzeugungen waren einbezogen. Die einstimmige Einigung auf einen gemeinsamen Vorschlag ist das Besondere in dieser Situation. Zugleich soll dieser Vorschlag alle anderen bisher vorliegenden Trennungspläne ersetzen. Er wird den Delegierten der im Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota tagenden Generalkonferenz zur Beschlussfassung vorgelegt.

Die EmK öffnet sich – ein traditioneller Teil spaltet sich ab

Zentral für den jetzt vorgelegten Vorschlag ist der Fortbestand der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) als einer Kirche, in der es weiterhin Platz für verschiedene Frömmigkeitsausprägungen und Überzeugungen geben wird. Hinsichtlich der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller wird sich die bestehende Kirche öffnen, ohne dass diese Neuausrichtung für alle Teile der bestehenden Kirche umgesetzt werden müsste. Zugleich ist die Bildung einer neuen, traditionell orientierten methodistischen Kirche (»new traditionalist Methodist denomination«) vorgesehen. Diese wird sich von der Evangelisch-methodistischen Kirche trennen und eigenständig strukturieren. Für den Verbleib in der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche sind auf keiner Ebene der kirchlichen Konferenzstrukturen Abstimmungen erforderlich. Im Fall einer Trennung von der EmK gibt es Verfahrenswege mit klaren Regelungen. Außerdem gehört zur jetzt vorgelegten Vereinbarung die Aussetzung aller Disziplinarverfahren, in denen Personen im ordinierten pastoralen oder bischöflichen Dienst der Verletzung der Kirchenordnung angeklagt sind.

Initiative von außerhalb der USA

Der jetzt mit Befürwortung durch den Bischofsrat veröffentlichte Vorschlag beruht auf der Vorarbeit einer sechzehn Personen umfassenden Gruppe. Diese formierte sich im August des vergangenen Jahres auf Initiative von John Yambasu, des Bischofs der EmK in Sierra Leone, und sollte vor allem auch die Interessen der in Zentralkonferenzen organisierten Teile der EmK außerhalb der Vereinigten Staaten zu Gehör bringen. Zu ihr gehörten Vertreter der EmK aus Europa, Afrika und den Philippinen sowie aus den Vereinigten Staaten. Außerdem waren Meinungsführer unterschiedlicher Interessengruppen an diesen Gesprächen beteiligt. Unter Anleitung eines hochrangigen Mediators, der in den USA schon viele komplizierte Mediationsprozesse begleitete, einigte sich die Gruppe auf den Vorschlag, der der Generalkonferenz zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Dieser Vorschlag zur geordneten Trennung sei »das beste Mittel, um unsere Differenzen zu lösen« heißt es in der veröffentlichten Erklärung. Jeder Teil der Kirche könne so »seinem theologischen Verständnis treu bleiben und gleichzeitig die Würde, Gleichheit, Integrität und den Respekt gegenüber jeder Person bewahren«.

Eröffnung eines respektvollen Weges

In einer ersten Reaktion dankte Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, seinem für Nordeuropa und das Baltikum zuständigen Amtskollegen Christian Alsted für dessen Einsatz in der international besetzten Mediationsgruppe. Alsted habe in enger Rücksprache mit den europäischen Bischofskollegen die Interessen der drei Zentralkonferenzen in Europa engagiert wahrgenommen und viel für den jetzt eingebrachten Weg getan. Rückert selbst empfinde zwar »viele Schmerzen, weil es um die Trennung unserer Kirche geht, aber es ist wohl die unausweichliche Realität«. Bei allem Schmerz sei das Ergebnis nun doch so, »dass es einen respektvollen Weg eröffne, auf dem unserer Kirche in Deutschland weiterhin Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben kann«.

Weitere Informationen und die deutsche Übersetzung des Vorschlags folgen in der kommenden Woche.

Bildnachweis: EmK-Mediationsgruppe

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Meldung UMNews 
Der Text des Vorschlags (Englisch; PDF)
Dokument mit weiteren Informationen zum Vorschlag (Englisch; PDF)

Diakonie ist Ausdrucksform des christlichen Auftrags

Sa., 01/04/2020 - 07:29

Hans-Martin Niethammer wird Nachfolger von Andreas Cramer als Direktor des Diakoniewerks Martha-Maria. Das beschloss der Verwaltungsrat des Diakoniewerks in seiner Sitzung Ende November vergangenen Jahres. Der 61-jährige promovierte Theologe ist derzeit noch Leitender Pastor des Gemeindebezirks Böblingen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und wird seine neue Aufgabe im September dieses Jahres antreten.

Mit Menschen ins Gespräch kommen, die keine kirchlichen Insider sind

»Ich nehme die große Herausforderung der Aufgabe gerne an, weil ich der tiefen Überzeugung bin, dass die Diakonie eine ureigene Ausdrucksform unseres christlichen Auftrags ist«, formuliert Niethammer seine Empfindung für die neue Beauftragung. Das Hauptaugenmerk seines bisherigen Dienstes habe zwar in der konkreten Gemeindearbeit gelegen. Wenn aber gelte, dass »Gott will, dass allen Menschen geholfen wird« (1. Timotheusbrief 2,4), dann sei »Diakonie kein Nebenschauplatz von Kirche«, ist der designierte Diakoniewerk-Direktor überzeugt. Deshalb wolle er in der neuen Aufgabe gerne »über den christlichen Auftrag auch mit Menschen ins Gespräch kommen, die nicht schon kirchliche Insider sind«.

Der seit fast neun Jahren in Böblingen wirkende Gemeindepastor war zuvor Pastor der EmK in den am Fuß der Schwäbischen Alb gelegenen Städten Mössingen und Reutlingen sowie zehn Jahre lang Superintendent des Stuttgarter Distrikts. Darüber hinaus gestaltete er die kirchliche Arbeit in vielen Gremien und Bereichen auch auf internationaler Ebene mit. Mit einer Dissertation zum Thema »Kirchenmitgliedschaft in der Freikirche« als Ergebnis einer Mitgliederbefragung von EmK-Kirchengliedern nach ihrem Verhältnis zur Kirche wurde er 1993 an der Universität Basel promoviert. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Cramer: Zwanzig Jahre als Direktor im Amt

Andreas Cramer (66), der noch im Amt befindliche Direktor, wird im August dieses Jahres in Ruhestand gehen. Seit dem Jahr 2000 ist der Diplom-Verwaltungswirt, Theologe und Pastor der EmK Direktor des in Nürnberg ansässigen Diakoniewerks. Unter seiner Federführung entwickelte sich das Diakoniewerk Martha-Maria entscheidend weiter zu einem Unternehmensverbund mit Einrichtungen und Gesellschaften in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mit heute mehr als 4.000 Beschäftigten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit (Niethammer); Martha-Maria (Cramer)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Martha-Maria ist ein selbstständiges Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche und Mitglied im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE). Zu Martha-Maria gehören Krankenhäuser, Berufsfachschulen für Krankenpflege, Seniorenzentren und Erholungseinrichtungen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. www.martha-maria.de

Positionen im Gespräch

Do., 01/02/2020 - 07:45

»Wir halten daran fest, dass Christus das Zentrum des kirchlichen Lebens ist, und glauben deshalb, dass wir, wenn wir uns Christus nähern, unweigerlich auch einander näherkommen und so die sichtbaren Kennzeichen Christi und seiner Kirche aufweisen werden.« Dieses Zitat ist dem Bericht über den internationalen Dialog zwischen der Baptistischen Weltallianz und dem Weltrat methodistischer Kirchen entnommen. Im Blick auf die Wendung »einander näherkommen« formuliert dieses Zitat die Zielsetzung zweier Veröffentlichungen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in der Reihe EmK-Forum, die Ende des vergangenen Jahres erschienen. In einem der Hefte geht es um den erwähnten Dialog zwischen Baptisten und Methodisten auf Weltebene. Die andere Veröffentlichung ist eine weitere Diskussionshilfe in der Auseinandersetzung um die Einordnung von Homosexualität und den Umgang damit in Kirche und Gemeinde.

Das Heft 44 mit dem Titel »Die Evangelisch-methodistische Kirche und die Frage der Homosexualität« bietet »Zwei Positionen im Gespräch« an, wie es der Untertitel formuliert. Jörg Barthel und Roland Gebauer, beide sind Professoren an der Theologischen Hochschule Reutlingen, bieten ihre jeweilige Sichtweise für das Gespräch in den Gemeinden an. Die Niederschriften der beiden Hochschullehrer beruhen auf Vorträgen, die sie bei etlichen auch gemeinsam gestalteten Gemeindeseminaren gehalten haben. Gebauer, Professor für Neues Testament, bietet einen Beitrag aus konservativer Perspektive. Barthel, der als Professor Altes Testament lehrt, plädiert für eine Öffnung der Sichtweise, wie Homosexualität aus biblischer Sicht zu bewerten ist. Beiden Autoren liegt daran, das hörende, sich gegenseitig achtende und an der Gemeinschaft festhaltende Gespräch zu fördern und trotz unterschiedlicher Positionen die Gemeinschaft zu bewahren. Die kürzlich vorgelegte Veröffentlichung nimmt dieses Anliegen auf und bietet den Gemeinden die beiden Positionen und Zugänge zum Gespräch als Anregung für Gemeindeveranstaltungen und Gesprächskreise an.

Ebenfalls um ein respektvolles Miteinander geht es in Heft 45 der Reihe EmK-Forum, mit dem der Bericht über den internationalen Dialog zwischen der Baptistischen Weltallianz und dem Weltrat methodistischer Kirchen erstmals in deutscher Sprache vorliegt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren waren diese beiden Zweige der protestantischen Kirchenfamilie auf Weltebene im Gespräch. Dabei erkannten die Mitwirkenden am Dialog, »was uns im gemeinsamen Glauben an denselben Herrn bindet« und im Abschlussdokument an vielen Stellen beschrieben ist. Ganz ehrlich wird aber auch gesagt, »dass unsere Unterschiede in Verständnis und Praxis der Taufe eines der Hindernisse für einen vollständigeren Ausdruck unserer Gemeinschaft und Mission ist«. Begleitend zur Veröffentlichung des Dialogberichts erscheint in Kürze eine Arbeitshilfe in deutscher Sprache, die zusammen mit dem Bericht das Miteinander baptistischer und methodistischer Gemeinden vor Ort fördern soll. Dialogteilnehmerin aus Deutschland für die methodistische Seite war Ulrike Schuler, die als Professorin für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik an der THR lehrt. Als Ko-Autorin der Arbeitshilfe wünscht sie sich, »dass methodistische und baptistische Gemeinden Bericht und Arbeitshilfe gemeinsam lesen und Wege suchen, das Miteinander in Mission und Dienst zu fördern«.

Bildnachweis: EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Jörg Barthel, Roland Gebauer. Die Evangelisch-methodistische Kirche und die Frage der Homosexualität Zwei Positionen im Gespräch, Frankfurt am Main 2019, EmK-Forum Nr. 44; 7,90 Euro (Staffelpreise), Link zur Bestellung

Glaube, der durch die Liebe tätig ist. Bericht über den internationalen Dialog zwischen der Baptistischen Weltallianz und dem Weltrat methodistischer Kirchen. Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Neumann. Bearbeitet von Walter Klaiber, Ulrike Schuler und Uwe Swarat, Frankfurt am Main 2019, EmK-Forum Nr. 45; 7,90 Euro (Staffelpreise), Link zur Bestellung

Gebet bewirkt Veränderungen

Mo., 12/30/2019 - 06:40

Mit der existentiellen Frage »Wo gehöre ich hin?« startet am 12. Januar die Gebetswoche der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) ins neue Jahr 2020. »Das gemeinsame Gebet ist die Lebensader der Gemeinde«, ist der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, überzeugt. Gebet verbinde die Menschen in christlichen Gemeinden und Werken miteinander und bewirke reale Veränderungen. Der Veranstalter der Gebetswoche, die Deutsche Evangelische Allianz, versteht sich als Netzwerk evangelisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinschaften und Gruppen.

Mit einem Gebetsmagazin stellt die im thüringischen Bad Blankenburg beheimatete Zentrale für den Tag der Gebetswoche Auslegungsimpulse und Gebetsanregungen zur Verfügung. Das Thema »Wo gehöre ich hin?« ist für den seit Mai dieses Jahres im Amt befindlichen Generalsekretär hochaktuell. Es wurde von den Evangelischen Allianzen in Spanien und Portugal gemeinsam erarbeitet. Die Gebetswoche fand erstmalig in Hamburg im Jahr 1856 statt und ist damit laut Veranstalterangaben »die am längsten jährlich und regelmäßig stattfindende überkonfessionelle Veranstaltungsreihe«.

Über die jährlich im Januar stattfindende Gebetswoche hinaus bietet die DEA weitere Arbeitshilfen und Impulse für das Gebet in Gemeinden und für Einzelne an. Dazu gehört eine ausführliche Broschüre mit Informationen zum Islam und Anregungen zum Gebet für die islamische Welt, die jährlich für den Fastenmonat Ramadan unter dem Titel »30 Tage Gebet für die islamische Welt« erscheint. Außerdem werden für den jeweils am zweiten Sonntag im November stattfindenden weltweite Gebetstag für verfolgte Christen ebenfalls Arbeitsmaterialien für Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Bildnachweis: Grafik-Motiv der Allianzgebetswoche, © DEA

Der AutorKlaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.  

Weiterführende Links
Allianzgebetswoche
Magazin zur Allianzgebetswoche

Zur Information
Deutsche Evangelische Allianz (DEA)
Die Evangelische Allianz in Deutschland ist ein Netzwerk evangelisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinschaften und Gruppen. Als internationale Bewegung wurde die Evangelische Allianz 1846 in London gegründet. An der kirchlichen Basis ist die Evangelische Allianz in Deutschland an über tausend Orten aktiv und hält zu über 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Bekannt ist die Evangelische Allianz vor allem durch die jährlich im Januar stattfindende »Allianzgebetswoche« sowie den Gebetstag für verfolgte Christen im November sowie das 30-Tage-Gebet für die islamische Welt. Die Zentrale befindet sich im thüringischen Bad Blankenburg. Vorsitzender ist Ekkehart Vetter, Generalsekretär ist Dr. Reinhardt Schink.
www.ead.de

Nur so viel, wie wir brauchen

Sa., 12/28/2019 - 07:13

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) bietet deutschlandweit für ihre Gemeinden wöchentliche Gebetsimpulse an, die jeweils mit einer biblischen Auslegung in Verbindung stehen. Zum Auftakt des Jahres legt der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, Harald Rückert, die Jahreslosung aus.

»Es kommt nicht darauf an, Glauben zu haben, sondern ihn zu halten und zu praktizieren«, erklärt Rückert in der Kurzauslegung. Mit Verweis auf eine Konfirmandenpredigt, die Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) im Jahr 1938 hielt, betont er, dass der Glaube »nicht ein- für allemal« erhältlich sei, sondern täglich neu gewonnen werden müsse. Deshalb gebe es Glauben »immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag brauchen«. Glaube dürfe sich nicht nur »in richtigem Wissen« erschöpfen, sondern müsse »in konkretem Vertrauen und Gehorsam täglich gelebt« werden. Das sei die Aussage der biblischen Jahreslosung »Ich glaube, hilf meinem Unglauben!«, die dem Markusevangelium (Kapitel 9, Vers 24) entnommen ist.

In den Vorschlägen zum Gebet lädt Rückert besonders zum Gebet dafür ein, »dass wir noch klarer erkennen, was uns eint, nämlich Christus, damit wir beieinander bleiben können trotz unterschiedlicher Erkenntnisse und Meinungen«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Kurzimpuls zur Jahreslosung und Gebetsanliegen
Kurzimpuls zur Jahreslosung und Gebetsanliegen (PDF)

Zur Information
Wöchentliche Gebetsanregungen und Andachten im Internet
Mit einer Auslegung der Jahreslosung eröffnet der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche die wöchentlichen Gebetsanregungen auf der EmK-Internetseite www.ichbetefürmeinekirche.de für das Jahr 2020. Dort werden zu jedem Sonntag des Jahres aus jeweils einem der Arbeitsbereiche der EmK eine Kurzandacht zum biblischen Wochenspruch und kirchliche Gebetsanliegen veröffentlicht. Die Seite ist so angelegt, dass sie als persönliche Internet-Startseite verwendet werden kann, um sich regelmäßig ans Gebet für kirchliche und andere Anliegen erinnern zu lassen. Außerdem stehen die Gebetsinformationen zum Herunterladen im DIN-A4-Format zur Verfügung. Damit können sie in Gemeinden für Gebetsgruppen, Hauskreise oder Gruppenandachten mit konkreten Gebetsanliegen eingesetzt werden. Das Angebot gibt es seit sieben Jahren. Seit gut einem Jahr sind die Gebetsanliegen auch über die App »Deutschland betet« (Android und iOS) nutzbar. Die statistische Auswertung des Angebots zeigt eine rege Nutzung.

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