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Aktualisiert: vor 2 Stunden 12 Minuten

Klarheit geschaffen, wo Klarheit erforderlich ist

Sa., 05/08/2021 - 06:35

In der vergangenen Woche (26. bis 30. April) führte der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) turnusgemäß seine Frühjahrstagung durch. Über hundert aktive und pensionierte Bischöfinnen und Bischöfe aus Afrika, Asien, Europa und Nordamerika nahmen an dem per Videokonferenz durchgeführten Treffen teil.

Klarheit für Wahlen ins Bischofsamt: erst nach der Generalkonferenz 2022

Mit Spannung erwartet wurde die Klärung der Frage, ob und wann Wahlen ins Bischofsamt durchgeführt werden können. Der Bischofsrat bestätigte die bisher schon praktizierte Auslegung der Ordnung der Kirche, dass Neuwahlen ins Bischofsamt sowie Wahlen zur Verlängerung der Amtsperiode erst nach der Generalkonferenz 2022 getätigt werden können. Erst die ordentlichen Tagungen der Jurisdiktionalkonferenzen (in den USA) und Zentralkonferenzen (außerhalb der USA) nach der Generalkonferenz könnten solche Wahlen durchführen. Dieselbe Regelung gelte auch für die Vorsitzenden und Mitglieder der auf der Ebene der Generalkonferenz organisierten Gremien und Kommissionen, die international aus den verschiedenen Regionen der Kirche besetzt sind. Die Klärung war nötig geworden, weil die für Mai 2020 geplante Generalkonferenz, das höchste Leitungsgremium der EmK, bereits zweimal verschoben wurde und erst für Ende August bis Anfang September 2022 angesetzt ist.

Die Entscheidung zur Verschiebung der Bischofswahlen betrifft im deutschsprachigen Europa die Bischöfe Patrick Streiff und Harald Rückert. Die anstehende Wahl für eine weitere Amtsperiode von Bischof Rückert ist somit auf die Tagung der Zentralkonferenz Deutschland im November 2022 verschoben. Die Amtszeit von Patrick Streiff, Bischof für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, hätte mit dem Eintritt in den Ruhestand bereits 2020 enden sollen. Streiff erklärte seine Bereitschaft, den Eintritt in den Ruhestand bis zur Bischofsneuwahl zu verschieben. Die nächste Tagung seiner Zentralkonferenz findet ebenfalls im November 2022 statt.

Mit Herz und Verstand den Zeitraum nutzen

Cynthia Fierro Harvey, Vorsitzende des Bischofsrats und Bischöfin für das Gebiet der Jährlichen Konferenz Louisiana im Süden der Vereinigten Staaten, betonte, dass sich die Kirche »in herausfordernden Zeiten« befinde. »Wir sind nicht immer einer Meinung«, wird sie in der Pressemitteilung des Bischofsrats angesichts kontrovers diskutierter Themen in der weltweiten Kirche und auch innerhalb des Bischofsrats zitiert, »aber ich glaube, dass wir aus einem Gefühl der Liebe und des Respekts füreinander und einer tiefen Verpflichtung gegenüber dem Evangelium Jesu Christi heraus handeln.« Der Bischofsrat, so Harvey weiter, habe »sein Bestes getan, um Klarheit zu schaffen, wo Klarheit erforderlich ist«. In der durch die Terminverschiebungen entstandenen Hängepartie »haben wir unser Herz und unseren Verstand darauf konzentriert, den durch den Aufschub der Generalkonferenz bis zum Herbst 2022 entstandenen Zeitraum gut zu nutzen«.

Bildnachweis: Mike DuBose, UMNS

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche
Der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) sorgt für die allgemeine Aufsicht und das Voranbringen der Belange der auf vier Kontinenten wirkenden Kirche. Er trifft sich in der Regel zweimal im Jahr. Ihm obliegt dabei die besondere Aufgabe, die Einheit der Kirche zu wahren und für die Durchführung der von der Generalkonferenz gefassten Beschlüsse zu sorgen. Zum Bischofsrat gehören alle aktiven und im Ruhestand befindlichen Bischöfe und Bischöfinnen der EmK. Zurzeit sind dies 46 aktive Bischöfe und Bischöfinnen in den USA und 20 in Afrika, Asien und Europa sowie rund hundert Ruhestandsbischöfe.

Weitere Nachrichten zum Thema

Pressemeldung des EmK-Bischofsrats (Englisch)

Weltumspannender Gebetsgottesdienst

Fr., 05/07/2021 - 05:57

Am morgigen Samstag findet ein weltumspannendes Gebet statt, das evangelisch-methodistische Gemeinden und Christen über Länder und Grenzen hinweg verbinden soll. In einem virtuellen Gebetsgottesdienst wird an die durch die Pandemie Verstorbenen erinnert und für die Kranken gebetet. Außerdem wird für die Dienstbereiche der Kirche gebetet, die sich für Gerechtigkeit und diakonische Zuwendung einsetzen.

Der Gottesdienst ist aus vorab aufgezeichneten Teilen zusammengefügt. Die an der Liturgie Beteiligten kommen aus allen Bereichen und Regionen der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Neben dem für Deutschland zuständigen Bischof Harald Rückert sind der für Nordeuropa und das Baltikum zuständige Bischof Christian Alsted und die Schweizer Generalkonferenz-Delegierte Christine Schneider beteiligt. Außerdem wirkt die Vorsitzende des EmK-Bischofsrats, Bischöfin Cynthia Harvey, mit sowie viele weitere Personen von den Philippinen über Afrika bis in die USA.

In der Einladung zur Mitwirkung hieß es, dass der jeweilige Beitrag möglichst in der Muttersprache aufgezeichnet werden solle, um damit die internationale Weite und Vielfalt der Evangelisch-methodistischen Kirche zu dokumentieren. In Deutschland ist die virtuelle Gottesdienstfeier nachmittags um 17 Uhr über das Internet zu verfolgen.

Bildnachweis: Christmas Covenant

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Livestream zum Gebetsgottesdienst über Facebook

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Der virtuelle Gebetsgottesdienst ist weltweit im Internet zu verfolgen. Nachfolgend die Zeiten für verschiedene Regionen:
8 Uhr pazifischer Raum
9 Uhr USA Mountain Time
10 Uhr USA Central Time
11 Uhr USA Ostküste
15 Uhr Liberia
16 Uhr Nigeria, Angola, Demokratische Republik Kongo
17 Uhr Simbabwe, Mosambik, Republik Kongo, Norwegen, Deutschland, Frankreich
18 Uhr Kenia
19 Uhr Dubai
23 Uhr Philippinen, Hong Kong

Die Idee zu diesem internationalen virtuellen Gottesdienst geht von der Bewegung des sogenannten »Christmas Covenant« (deutsch: Weihnachts-Bund) aus. Angestoßen wurde diese Bewegung von der Zentralkonferenz Philippinen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) sowie von EmK-Bischöfen in Afrika und fand zunehmend Unterstützer weltweit. Ausgangspunkt war die schwierige Situation der EmK infolge der Diskussion um Homosexualität und der damit verbundenen drohenden Spaltung der Kirche nach der Generalkonferenz 2019. Angesichts dieser Situation formierte sich der Christmas Covenant mit dem Ziel, den gemeinsamen Auftrag einer weltweiten Kirche so zu gestalten, dass die Einheit bewahrt wird. Der Christmas Covenant wirbt für eine Evangelisch-methodistische Kirche, die künftig »die Vielfalt der wunderbaren Schöpfung Gottes widerspiegelt und über alle Unterschiede hinweg, einander ermutigt und unterstützt, um in Evangelisation, Diakonie und sozialem Zeugnis verändernd in unserer Welt zu wirken«. Dazu sollen für regionale und theologische Unterschiede Lösungen angestrebt werden, die in den unterschiedlichen Regionen der weltweiten EmK beraten werden und in regional gültige Ordnungsteile der EmK eingefügt werden. www.christmascovenant.com

Wasser als Gabe Gottes

Sa., 05/01/2021 - 07:03

Der Ökumenische Tag der Schöpfung findet in diesem Jahr als grenzübergreifende Veranstaltung am östlichen Bodensee statt. Jetzt ist das Materialheft für gottesdienstliche Feiern und Begegnungen erschienen. Unter dem Motto »Damit Ströme lebendigen Wassers fließen« finden sich in der Publikation drei unterschiedlich gestaltete liturgische Gottesdienstformate. Darin kommt die internationale und ökumenische Zusammenarbeit zum Ausdruck.

Drei Länder, viele Kirchen, drei Gottesdienstformate

Erstmals ist die Feier des Schöpfungstags eine länderübergreifende Angelegenheit. Die ökumenischen Arbeitsgemeinschaften der drei östlichen Bodensee-Anrainerländer Schweiz, Österreich und Deutschland erarbeiteten das Material gemeinsam. Mitgewirkt haben die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK), der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland sowie die ACK Bayern.

Der Bodensee gibt das Thema vor: Wasser

Entsprechend der beteiligten Länder findet die zentrale Feier an drei Orten statt. Am Samstag, dem 4. September, sind die Städte im österreichischen Bregenz, im schweizerischen Romanshorn und Lindau auf der deutschen Seeseite die Gastgeber dieser Gottesdienste. Das jetzt veröffentlichte Materialheft mit den unterschiedlichen Entwürfen ist nicht nur für diese drei Gottesdienste gedacht. Damit sollen Anregungen für ökumenische Begegnungen weitergegeben werden, um in den beteiligten Ländern Gottesdienste und Begegnungen zum Thema Schöpfungsbewahrung zu feiern. Die Schöpfungszeit zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober soll dafür zum Anlass genommen werden, den Ökumenischen Tag der Schöpfung vor Ort zu begehen. Im Mittelpunkt stehen das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz. Entsprechend der vom Wasser geprägten Bodenseelandschaft stehen die Veranstaltungen unter dem besonderen Fokus auf das Wasser als Gabe Gottes.

Bildnachweis: Ökumenische Centrale

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Der Ökumenische Tag der Schöpfung

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Arbeitshilfen zum Ökumenischen Tag der Schöpfung
Das Gottesdienstheft zum Ökumenischen Tag der Schöpfung 2021 ist ab sofort kostenlos im Online-Shop der ACK erhältlich: https://shop.oekumene-ack.de/
Weitere Predigtimpulse, liturgische Texte, Ideen für Gottesdienste, sowie Aktionen und Exkursionen mit Kindern und Jugendlichen werden in der Schöpfungszeit-Dokumentation »Damit Ströme lebendigen Wassers fliessen. SchöpfungsZeit 1. September bis 4. Oktober 2021« präsentiert. Sie wird herausgegeben von der »oeku Kirchen für die Umwelt«. Erscheinungstermin ist Mai 2021. Informationen dazu: https://oeku.ch/shop/

Stichwort: Ökumenischer Tag der Schöpfung
In der 2001 verabschiedeten »Charta Oecumenica« empfahlen die beteiligten und unterzeichnenden europäischen Kirchen, »einen ökumenischen Tag des Gebets für die Bewahrung der Schöpfung«. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland setzte diese Empfehlung im Jahr 2010 um und führte den ökumenischen Tag der Schöpfung ein. Die zentrale Feier findet jährlich in der Regel am ersten Freitag im September an wechselnden Orten statt. Der ökumenische Tag der Schöpfung soll darauf aufmerksam machen, im Einklang mit Schöpfung und Schöpfer zu handeln und Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen. Angesichts der Zerstörung der Schöpfung sollen konkrete Schritte zu ihrem Schutz aufgezeigt werden. In den Gemeinden kann der Ökumenische Tag der Schöpfung auch an einem anderen Tag in der Zeit vom 1. September bis 4. Oktober gefeiert werden.

Wahrnehmen, benennen, handeln!

Do., 04/29/2021 - 08:45

Antisemitismus, das machte der »Studientag Antisemitismus« deutlich, ist kein Phänomen, das auf rechten oder linken Extremismus oder auf Verschwörungsanfällige beschränkt ist. Es gibt ein »antisemitisches Grundrauschen« in der Gesellschaft. Nicht einmal jüdisch muss man sein, um Ziel von Antisemitismus zu werden, wie das Graffiti »Merkel ist Jüdin« gegenüber einer Stuttgarter Kirche vom April 2020 beweist. Was aber genau Antisemitismus ist, wo er im Alltag begegnet und was sich dagegen tun lässt, waren die Fragen, zu denen Vorträge, Workshops und eine Podiumsdiskussion im Rahmen des Studientags Antworten geben sollten. Sechzig Personen aus dem Raum der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland und der Schweiz nahmen am vergangenen Samstag, dem 24. April, an der per Internet übertragenen Veranstaltung teil.

Verachtung der Juden hat eine lange Geschichte

Jochen Maurer, Pfarrer für das Gespräch zwischen Christen und Juden von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, erklärte zunächst den Begriff Antisemitismus. Seit Ende des 19. Jahrhunderts stand dieser von Anfang an für Judenfeindlichkeit. Fast zweitausend Jahre lang äußerte sich diese als »Antijudaismus«, einer aus christlicher Motivation begründeten Feindschaft gegenüber Juden. Dieser auch im Neuen Testament zu findende Antijudaismus wurde zur Basis eines modernen, säkularen Antisemitismus, einer seit dem 19. Jahrhundert nationalistisch und rassistisch begründeten Judenfeindschaft.

Die »Internationale Allianz zum Holocaustgedenken« (International Holocaust Remembrance Alliance, IHRA) wird in ihrer Definition konkreter: »Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort und Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen und religiöse Einrichtungen.«

Deshalb stellten sich die Fragen, was sich gegen Antisemitismus tun lässt, wo die eigenen blinden Flecken liegen und wo unreflektiert antisemitische Stereotype und Argumentationsmuster verwendet werden. Die Verachtung der Juden hat eine lange Geschichte auch in der Kirche und der christlichen Kunst. Deren Prägekraft sollte nicht unterschätzt werden.

»Unsere Koffer sind ausgepackt«

Trotz des Sabbats gaben zwei jüdische Studentinnen »Einblicke in jüdisches Leben in Deutschland heute«. Hannah Veiler, Vorsitzende der Jüdischen Studierendenunion Württemberg und neuerdings deren Vizepräsidentin auf Bundesebene, und Ruth Bostedt, Vizepräsidentin des Bundes Jüdischer Studierender Baden, zeigten nach einer kurzen Teilnehmerumfrage zum Thema Judentum Ausschnitte aus einem Film. »Masel Tov Cocktail« wirbelt die verbreiteten Klischees kraftvoll durcheinander. Mit der Präsentation verschiedener Organisationen machten sie zudem die Vielfalt und Buntheit jüdischen Lebens deutlich. Dazu gehörten »Meet a Jew« (Lerne einen Juden kennen) sowie die für einen jüdisch-muslimischen Dialog stehende Organisation »Schalom-Aleikum«.

Des Weiteren stellten sie eine Beratungsstelle für von antisemitischen Vorfällen Betroffene vor sowie eine Organisation für jüdische Queers, die Jüdische Studierendenunion oder den weltweiten Sportbund »Makkabi«. Den Studentinnen ging es darum, dem oft allein durch die Shoa geprägten düsteren Bild ein positives Selbstbild entgegenzusetzen. Die junge Generation, so ihre Botschaft, beteilige sich aktiv an der Gegenwartsgesellschaft. »Unsere Koffer sind ausgepackt, wir fühlen uns deutsch oder europäisch.« Ein erhellender, sympathischer und mutmachender Einblick.

Perspektivwechsel hilft zum Verstehen

Über »Was tun gegen Alltags-Antisemitismus heute« sprach Sybille Hoffmann. Sie ist als Lehrerin tätig im Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie an der Landeszentrale für politische Bildung und sitzt im Beraterkreis des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung. Sie berichtete, wie in Schulen das »Nie wieder« pädagogisch und vorbeugend reflektiert werde. Dabei komme es durchaus vor, dass Alltagsantisemitismus auch von Pädagogen kleingeredet werde. Oder es werde erklärt, dass das »damals« und »durch Andere« passiert sei.

Jedoch beginne Antisemitismus schon in solchen Erklärungsmustern. Vieles sei dabei zwar noch nicht antisemitisch, aber es müsse die Frage gestellt werden: »Fängt es hiermit an?« Antisemitisch sei schon die Verwendung von Stereotypen wie die Zuschreibung von Einfluss, Macht und Reichtum oder die Dämonisierung des Staates Israel. Damit würden für komplexe Probleme einfache Antworten gegeben und bestimmten Menschen werde Schuld zugeschrieben.

Antisemitismus sei daher keine »Meinung«, auch kein interreligiöser oder interkultureller Konflikt, sondern oft eine Straftat! Deshalb sei Elie Wiesel zuzustimmen: »Neutralität hilft dem Unterdrücker, nie dem Opfer! Stillschweigen bestärkt den Peiniger, nie den Gepeinigten!« Da der Antisemitismus von Nichtjuden oft gar nicht bemerkt werde, sollten nichtjüdische Menschen einmal die Perspektive wechseln und sich die Frage stellen, wie es sich anfühlen würde, wenn Gottesdienst nur unter Polizeischutz möglich wäre. Dann könnten sie eher Antisemitismus wahrnehmen und benennen, um dann entsprechend zu handeln.

Die Fortsetzung der Diskussionen ist nötig

In Workshops kam die Bandbreite des Themas zur Sprache. Unter anderem ging es um die strittige Unterscheidung von Israelkritik und Antisemitismus im Workshop des Politik- und Religionswissenschaftlers Josef Herbasch. Legitime Kritik am Staat Israel sei von ideologisch veranlasster Kritik zu unterscheiden. Nicht selten sehe sich der Staat Israel mit dem Vorwurf der Apartheid konfrontiert. Einige Workshop-Teilnehmer hielten diesen Vorwurf für bedenkenswert, andere wiesen das entscheiden zurück. Offen blieb schließlich die Frage, warum in westlichen Ländern offensichtlich ein Bedürfnis bestehe, ausgerechnet Israel kritisieren zu wollen.

Um die Frage nach dem Antisemitismus in der Bibelauslegung ging es im Workshop des Professors für Altes Testament und Biblische Theologie, Jörg Barthel. Über Jahrhunderte habe Antisemitismus die Bibelauslegung geprägt. Das ändere sich seit einigen Jahrzehnten erfreulicherweise, jedoch sei diese Entwicklung noch nicht beendet.

In einer abschließenden Runde wurden noch einmal verschiedene Facetten des Themas angestoßen. Beispielsweise ging es um die geforderte Umbenennung der Tübinger Eberhard-Karls-Universität, deren erster Namensgeber mit Antisemitismus in Verbindung gebracht wird, sowie um die erst im vergangenen Monat vorgelegte umstrittene »Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus«. Die Beiträge zeigten, dass viele Fragen offen sind und das Thema auf der Tagesordnung bleibt. Eine Fortsetzung der Diskussionen ist nötig und dringend gewünscht.

Bildnachweis: EmK-Bildungswerk

Die Autorin

Dr. Ulrike Voigt ist Germanistin, Theologin und selbständige Verlagslektorin. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Der »Studientag Antisemitismus« war eine gemeinsame Veranstaltung der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR), des Ausschusses für ökumenische Beziehungen der Süddeutschen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) sowie des Bildungswerks und des Kinder- und Jugendwerks der Süddeutschen Konferenz. Gefördert wurde der Studientag von der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart.

Konferenztagung live aus dem »Backhaus«

Mi., 04/28/2021 - 07:02

Im Juni dieses Jahres sollte die Ostdeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) erstmals in der im Thüringer Wald gelegenen Bildungs-und Begegnungsstätte Schwarzenshof stattfinden, die im Thüringer Wald liegt. Die Premiere, die trotz der Planung als Hybrid-Tagung ein besonderes Gemeinschaftserlebnis versprach, musste nun in dieser Form abgesagt werden. Superintendent Christhard Rüdiger, Superintendent, informierte: »Der Konferenzverwaltungsrat  hat unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie und mit Blick auf die fortgeschrittene Vorbereitungsphase entschieden.« Die Verantwortung für die Gesundheit aller Mitwirkenden und Teilnehmenden und die sich immer wieder kurzfristig ändernde Rechtslage lasse die verlässliche Planung einer Konferenz als Präsenzveranstaltung nicht zu. Am geplanten Termin vom 24. bis 27. Juni wird festgehalten.

Digitale Durchführung besser als Verschiebung

Unter dem Thema »In Christus verbunden – Herausforderungen einer intensiven Beziehung« findet die Konferenztagung jetzt per Internetübertragung statt. Nur der Bischof, die Superintendenten und einige für Technik und Ablauf nötige Personen werden vor Ort auf Schwarzenshof sein. Als digitaler Tagungsort wird das »Backhaus«, die Kapelle des Begegnungszentrums, eingerichtet. Die Mitglieder und Gäste der Konferenz werden sich über das Internet zuschalten. Neben den Plenumssitzungen können auch die Gottesdienste und das Theologische Referat mitverfolgt werden. Selbst das für Samstag geplante Konzert mit der Liedermacherin Sefora Nelson wird auf Schwarzenshof stattfinden und live via Internet zu einem besonderen Erlebnis werden. »Nach ausreichender Übung hinsichtlich technischer Möglichkeiten in der Pandemie sollte dieses Projekt gelingen«, ist Konferenzorganisator Lutz Rochlitzer zuversichtlich. »Natürlich bleibt diese Form trotzdem ungewohnt, aber ich erwarte auch bei dieser Größenordnung gute Erfahrungen.« Es so zu probieren, sei besser, statt wichtige Gespräche in großer Runde aufzuschieben.

Vorfreude auf 2022

Der Konferenzverwaltungsrat entschied sich bereits jetzt für Schwarzenshof als Konferenzort für das folgende Jahr. Martin Schwartz, der Schwarzenshofer Geschäftsführer, freut sich darüber und hofft sehr, dass das Projekt am Himmelfahrtswochenende des nächsten Jahres umgesetzt werden kann. »Eine solche Veranstaltung zu planen, ist etwas Besonderes. Ich bin dankbar, dass für dieses Jahr entschieden wurde, denn das gibt uns Planungssicherheit. Und ich freue mich auf 2022.« Mit dem neuen Versuch werde im nächsten Jahr wieder alles anders, denn eine Konferenz auf Schwarzenshof wird auch dann wieder eine neue Erfahrung.

Bildnachweis: BBS Schwarzenshof / Fotomontage: Stephan Ringeis

Der Autor

Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Außerdem begleitet er Gemeinden als Pastor im Interimsdienst. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit.ojk(at)emk.de.

Weiterführende Links

Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof
Sefora Nelson

Zwischen Lebenslust und Lebenslast

Mo., 04/26/2021 - 06:13

Am Freitag, dem 16. April, hatte die »Fachkommission ältere Generationen« der Süddeutschen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu einem per Internet durchgeführten Seminar eingeladen. Zwanzig Personen im Alter zwischen Mitte 50 und gut 80 Jahren haben teilgenommen.

Woran man den Wert einer Gesellschaft erkennt

»Gepflegtes Leben« lautet das Thema der diesjährigen Ausgabe in der Reihe »Horizonte – Impulse für die Arbeit mit Älteren«. Das dreistündige Seminar vertiefte die unterschiedlichen Inhalte der Arbeitshilfe für die Seniorenarbeit.

Jörg Barthel, Professor für Altes Testament an der Theologische Hochschule Reutlingen, äußerte in seinem Heftbeitrag Gedanken zum gepflegten Leben aus biblischer Sicht. Einer seiner Kernsätze dabei lautet: »Nicht mehr nur das Produzieren und Organisieren, sondern in gleicher Weise das Erhalten und Bewahren, das Pflegen und Schonen bedürfte gesellschaftlicher Anerkennung.« Jürgen Hofmann, Pastor in Nürtingen und Sekretär für die Arbeit mit älteren Generationen in der Süddeutschen Konferenz, nahm in seinem Impuls zur Begrüßung Bezug auf diese Ausführungen. Die Gedanken zu »Gott, dem Liebhaber des Lebens« führte er weiter aus und beendete seine Betrachtung mit einem Zitat, das Gustav Heinemann zugeschrieben wird: »Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den schwächsten ihrer Glieder umgeht.«

Die Fähigkeit, zu den kleinsten Dingen emporzusehen

Zwei Autoren der Arbeitshilfe waren als Referenten beim Seminar zugegen. Jörg Mathern bot einen Austausch an zum Thema »Aufbruch in den Ruhestand – Lebenskunst zwischen Lebenslust und Lebenslast. Große Bedeutung für den Ruhestand, so Mathern, haben Versöhnung und Dankbarkeit im Rückblick auf die bisherige Wegstrecke. Wichtig für den weiteren Weg sei es, Beziehungen, auch die Gottesbeziehung, zu pflegen. Das sei »eine lebenslange Aufgabe«. Im Alltäglichen das Wunderbare zu finden, sei echte Lebenskunst. Außerdem trage Demut, definiert als »Fähigkeit, auch zu den kleinsten Dingen des Lebens emporzusehen«, zu einem gelingenden Leben bei.

In der Gruppe mit Timo Pass, der in seinem Artikel in großer Offenheit Fragen zu seinem Leben als junger und hilfebedürftiger Mensch beantwortet hatte, setzten sich die Teilnehmenden mit der Frage »Gepflegtes Leben – Lebenslust und Lebenslast bei Gepflegten und Pflegenden« auseinander. Die Atmosphäre war trotz der Online-Situation sehr offen. Alle waren engagiert dabei und bereit, von sich zu erzählen und einander zuzuhören. Dabei wurden schwierige Erlebnisse und gute Erfahrungen miteinander geteilt.

Beim Thema »Pflegesituation« ging es unter anderem darum, wie sich eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz finden lässt und wie Pflegende die eigenen Grenzen ernst nehmen können und um Hilfe bitten. Auch die eigentlich selbstverständliche Aussage, dass Gepflegte nicht »Objekte meiner Hilfsbereitschaft« sind, sondern Menschen mit individuellen Lebensentwürfen, mit Wert und Würde auch in Krankheit, bekam während des Seminars ein neues Gewicht.

Digital klappt – leibhaftig ist besser

Das Fazit dieses Online-Seminars in der Arbeit mit älteren Generationen lautet: Die Hemmschwelle der Älteren gegenüber der digitalen Welt ist deutlich geringer als oft angenommen wird und lässt sich gemeinsam gut überwinden. Die inhaltliche Diskussion hat unter der digitalen Begegnung nur wenig gelitten, wertvolle Erkenntnisse konnten einander mitgeteilt werden, auch wenn alle Beteiligten sich nach Präsenz-Veranstaltungen und »leibhaftiger« Begegnung sehnen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autorin

Christine Carlsen-Gann ist Referentin im Bildungswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche in Stuttgart mit dem Schwerpunkt Seniorenarbeit. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Gepflegtes Leben – Arbeitshilfe in der Reihe »Horizonte – Impulse für die Arbeit mit Älteren«
Seniorenarbeit der EmK

Das »Grundgesetz« der ökumenischen Bewegung in Europa

Sa., 04/24/2021 - 07:37

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland hat auf den 20. Jahrestag der »Charta Oecumenica« hingewiesen. Nach einem mehrjährigen Konsultationsprozess war die Charta von Repräsentanten der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) am 22. April 2001 in Straßburg unterzeichnet worden. Pandemiebedingt fand die Feier des Jahrestags am vergangenen Donnerstag, dem 22. April, nur im kleinen Kreis mit einem per Internet übertragenen ökumenischen Gottesdienst statt.

Mitgliedskirchen der ACK unterschrieben beim Ökumenischen Kirchentag

Das jetzt zwanzig Jahre alte Dokument formuliert zwölf Leitlinien für eine wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa. So verpflichten sich die unterzeichnenden Kirchen beispielsweise dazu, gemeinsam das Evangelium zu verkündigen, Dialoge fortzusetzen, Völker und Kulturen zu versöhnen, die Gemeinschaft mit dem Judentum zu vertiefen und Beziehungen zum Islam zu pflegen. Diese Leitlinien haben jedoch keinen lehramtlich-dogmatischen oder kirchenrechtlich-gesetzlichen Charakter. Vielmehr laden die KEK und der CCEE ihre Mitgliedskirchen ein, sich die genannten Selbstverpflichtungen zu eigen zu machen. Die Mitgliedskirchen der ACK in Deutschland unterzeichneten die Charta Oecumenica im Jahr 2003 während des ersten Ökumenischen Kirchentags in Berlin.

Eine der wichtigsten Grundlagen des ökumenischen Miteinanders

»Die Charta Oecumenica kann man getrost als ›Grundgesetz‹ der ökumenischen Bewegung in Europa bezeichnen«, beschrieb der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, die Bedeutung des Dokuments. Auch nach zwanzig Jahren seien die Inhalte dieser gemeinsamen Erklärung für Christen bleibend aktuell. »Die Charta Oecumenica ist eine der wichtigsten Grundlagen des Miteinanders in der ACK«, so Miron. Das klärende Gespräch über theologische Fragen, das gemeinsame Gebet sowie der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit seien für ihn »Ausdruck unseres gemeinsamen Wegs und einer gelebten Charta Oecumenica«. In diesem Zusammenhang wies Miron auch auf die Umsetzung einer Empfehlung der Charta hin. Mit der jährlichen Feier des »Ökumenischen Tages der Schöpfung« sei ganz konkret umgesetzt worden, was als gemeinsames Ziel formuliert worden war. »Ich freue mich, dass dieser Impuls für einen anderen Umgang mit der Natur inzwischen in vielen Kirchen und Gemeinden aufgegriffen wird.«

Bildnachweis: © oekumene-ack.de

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Der Text der Charta Oecumenica (PDF)
Weitere Informationen zur Charta Oecumenica: www.charta-oecumenica.de
Weitere Informationen dazu gibt es unter: https://www.ceceurope.org/...event_date=2021-04-22

Zur Information

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
Zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gehören achtzehn Kirchen. Weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen und richtet den ökumenischen Tag der Schöpfung im September aus. Auch die Vergabe des Ökumene-Preises liegt in den Händen der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. www.oekumene-ack.de

Den Weg zu neuer Lebensfreude finden

Di., 04/20/2021 - 07:07

Zum Gedenken an die Verstorbenen und Hinterbliebenen in der Corona-Pandemie feierten die christlichen Kirchen am zurückliegenden Sonntag einen ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Dazu eingeladen hatten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron.

Über Grenzen hinweg Zeichen setzen

Anhand der biblischen Geschichte vom Weg der Jünger Jesu nach Emmaus aus dem Lukasevangelium (Kapitel 24) bot der Gottesdienst Gelegenheit zur Besinnung und zum Abschiednehmen und zur Stärkung der im Glauben gründenden Hoffnung. »Seit mehr als einem Jahr beherrscht das Virus unser alltägliches, soziales und berufliches Leben und es macht weder vor Konfessionen, noch vor Religionen, noch vor Nationen halt«, betonte Erzpriester Radu Constantin Miron. Deswegen sei es umso wichtiger, »dass wir heute mit diesem Gottesdienst gemeinsam trauern, aber auch ein Zeichen des Trostes setzen – über Grenzen hinweg, die auch das Virus nicht kennt«.

Eine gefühlte Ewigkeit

Landesbischof Bedford-Strohm ging in seiner Predigt auf die Situation der Jünger ein, die um Jesus trauerten: »Es muss eine unendliche Trauer gewesen sein, die den beiden Jüngern auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus damals das Herz schwergemacht hat.« Sowohl die biblische Geschichte als auch die heutige Zeit wisse um Zeiten der Trauer, die mit vielen Fragen verbunden sei. Bedford-Strohm wies auch auf die Krisenerfahrung der Pandemiezeit als »Trauma unserer Seele« hin: »Wir werden viel Zeit brauchen, erst recht unsere Kinder, unsere Heranwachsenden, für die diese Krise die Ausdehnung einer gefühlten Ewigkeit hat.«

Verwundete Seelen

»Krankheit, Sterben und Tod lassen sich in diesem langen Jahr nicht wegdrücken, sie schneiden tief ein in das Leben vieler Menschen. Ihr Bild hat sich auch verändert. Tod und Sterben sind uns näher gerückt als zuvor.« So würdigte Bischof Bätzing in seiner Predigt den Moment, innezuhalten und der vielen Toten zu gedenken. In dieser Zeit der Pandemie mit allen Grenzen und Einschränkungen sei im Zusammenhang mit dem Sterben so vieles völlig anders gewesen. »Was hier alles fehlt, was einem an Nähe und Zuneigung geraubt wird durch die Pandemie, das verwundet die Seele«, so Bätzing. Die Emmaus-Geschichte mache allerdings Mut: »Unsere Toten finden ihren Weg ins Leben an der Hand des auferstandenen Jesus. Und auch die Trauernden werden gut begleitet ihren Weg zu neuer Lebensfreude finden. Und wir – miteinander und in Verantwortung füreinander – finden heraus aus dieser Pandemie. Denn Gott geht mit uns. Wir dürfen gespannt sein.«

Gottesdienst und zentrale Gedenkveranstaltung

Am ökumenischen Gottesdienst wirkten auch die jüdische Kantorin Avital Gerstetter sowie der Vorsitzende des Islamkollegs Deutschland, Esnaf Begić, mit. Neben Bundespräsident Steinmeier nahmen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesratspräsident Reiner Haseloff und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth sowie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, teil. Als Gäste waren in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Hinterbliebene eingeladen, ihre Trauer über den Verlust von Angehörigen stellvertretend für viele zum Ausdruck zu bringen. Im Anschluss an den Gottesdienst fand die zentrale Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen der Corona-Pandemie statt, zu der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen hatte.

Bildnachweis: Gordon Welters/Pool/KNA

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Antisemitismus – eine schreckliche Tatsache

Sa., 04/17/2021 - 09:00

»Antisemitismus« und »Nie wieder!« sind im deutschen Wortschatz Begriff und Aussage, die geradezu paarweise vorkommen. Nach dem Ende des Hitlerregimes sollte in der deutschen Gesellschaft Übereinstimmung darüber herrschen, dass es nie wieder zu antisemitischen Handlungen kommen darf. Dass dieser Konsens nicht wirklich besteht, zeigen zahlreiche Nachrichten, die Angriffe auf jüdische Einrichtungen oder Personen melden. Vermehrt beschäftigen sich daher gesellschaftspolitische, pädagogische und kirchliche Angebote mit der Frage nach dem Wiedererstarken des Antisemitismus.

Am kommenden Samstag, dem 24. April, findet dazu ein »Studientag Antisemitismus« statt, der coronabedingt ausschließlich per Internetübertragung durchgeführt wird. Im Mittelpunkt stehen zwei Vorträge über die Frage, was eigentlich Antisemitismus ist und wie sich Antisemitismus im heutigen Alltag zeigt. Dafür konnten Jochen Maurer, Pfarrer für das Gespräch zwischen Christen und Juden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, und Sybille Hoffmann vom Beratungsgremium des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, gewonnen werden. Darüber hinaus kommen mit Hanna Veiler und Ruth Bostedt in der Veranstaltung jüdische Stimmen zu Wort. In Workshops und einer Podiumsdiskussion wird den Fragen nachgegangen, wie es zum neuen Antisemitismus kommt, wie er sich ausbreitet, ob er auch »in den eigenen Kreisen« vorkommt und welcher Zusammenhang zwischen Israelkritik und Antisemitismus besteht.

Auf Anregung des Ausschusses für ökumenische Beziehungen und interreligiösen Dialog der Süddeutschen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wird der Studientag gemeinsam von der Theologischen Hochschule Reutlingen, dem Bildungswerk und dem Kinder- und Jugendwerk angeboten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Informationen zum Studientag

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Antisemitismus: Mehr als ein soziales oder religiöses Vorurteil
Studientag zum Thema Antisemitismus
Samstag, 24. April, 9.30 bis 16.30 Uhr, wegen der Corona-Pandemie ausschließlich online.
Für die Teilnahme am Studientag genügt eine E-Mail an info(at)th-reutlingen.de.
Der Studientag wird u.a. aus Mitteln des Landesprogramms »Demokratie stärken!« und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg finanziert.

Neuer Freikirchenreferent in der Ökumenischen Centrale

Do., 04/15/2021 - 07:14

Die Ökumenische Centrale, die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, hat einen neuen freikirchlichen Referenten. Jochen Wagner, promovierter Theologe und Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden, war kürzlich bei der Frühjahrstagung der ACK für fünf Jahre in diese Aufgabe berufen worden. Wagner kennt sich in seiner neuen Aufgabe schon aus. Als Krankheitsvertretung hatte er bis zu seinem jetzigen offiziellen Dienstantritt bereits sieben Monate in der Frankfurter Geschäftsstelle gearbeitet.

Der neue Referent studierte evangelische Theologie an der in Mittelhessen gelegenen Theologischen Hochschule Ewersbach sowie an den Universitäten Mainz und Marburg. Darüber hinaus studierte er an der Universität Mainz für ein Jahr katholische Theologie. Mit einer bibelwissenschaftlichen Arbeit über »Die Anfänge des Amtes in der Kirche« erlangte Wagner 2010 seine Promotion. Seit 2007 ist Wagner Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden. Von 2014 an war er bis 2020 Vorsitzender der regionalen ACK in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Als Lehrbeauftragter im Bereich der Bibelwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau bringe der 42-Jährige wichtige Voraussetzungen für Themenschwerpunkte des freikirchlichen Referats mit, erklärt die ACK in einer Pressemitteilung. Dazu gehörten seine Beschäftigung mit der bleibenden Bedeutung der Heiligen Schrift sowie seine Verbundenheit mit den sogenannten Friedenskirchen. Letztere zeige sich auch in der 2019 erfolgten Auszeichnung Wagners mit dem Menno-Simons-Predigtpreis.

Wagners Vorgänger als freikirchlicher Referent, Pastor Bernd Densky vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, war nach acht Jahren in dieser Aufgabe von der Mitgliederversammlung mit »großem Dank« in den Ruhestand verabschiedet worden. Er werde sich auch über seinen aktiven Dienst hinaus in die Ökumene einbringen, so als Geschäftsführer des Vereins »500 Jahre Täuferbewegung«.

Bildnachweis: Ökumenische Centrale

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören achtzehn Kirchen an. Weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen und richtet den ökumenischen Tag der Schöpfung im September aus. Auch die Vergabe des Ökumene-Preises liegt in den Händen der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst.
www.oekumene-ack.de.

Noch viele Anstrengungen sind nötig

Fr., 04/09/2021 - 06:15

»Ich glaube, dass unsere Kirche und ihre Mitglieder die Kraft des Heiligen Geistes haben, um Rassismus zu einer Sache der Vergangenheit zu machen.« Das sagte Garlinda Burton in einem Interview anlässlich des Internationalen Tages des Rassismus im März. Burton ist evangelisch-methodistische Christin und seit dem vergangenen September die Interimsvorsitzende der international zuständigen Kommission für Glaube und ethnische Vielfalt (General Commission on Religion and Race) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK).

In dem für die »Evangelische Mission Weltweit« (EMW, vormals Evangelisches Missionswerk) geführten Drei-Fragen-Interview beschrieb Burton das Versagen der Kirchen im Blick auf Rassismus. Der Glaube, so Burton, sei »um das Idol einer weißen, westlichen Vorstellung von Jesus Christus« herumgebaut worden, womit »drei Viertel der Weltbevölkerung als minderwertig« ausgegrenzt worden seien. Außerdem sei die Botschaft des Evangeliums missbraucht worden, »um Land zu stehlen, nicht-weiße Menschen zu versklaven und zu unterdrücken und sogar Götzenbilder von Jesus als weißem ›Herrn‹ zu schaffen«.

Am Beispiel einer Universität in den Vereinigten Staaten beschrieb Burton, wie Wiedergutmachung und Veränderung geschehen könne. Die in dem Interview nicht konkret benannte Universität habe einer Organisation, die sich um schwarze Jugendliche kümmere, zehn Millionen US-Dollar übergeben. Diese Summe sei, so Burton, eine »kleine Rückzahlung an die Erben ehemals versklavter Schwarzer, die die meisten der historischen Gebäude ohne Bezahlung gebaut hatten«. Sie ist der Meinung, dass noch viele solcher Anstrengungen nötig seien, »um das zurückzugeben, was im Namen des Rassismus gestohlen wurde, und um Buße zu tun und öffentlich zu erklären, dass wir Gottes Ruf folgen werden: ›Geht hin und sündigt nicht mehr‹«.

Gemeinden könnten in dieser Hinsicht in ihrer Umgebung viel bewirken, wenn sie »jenseits der Kirchenmauer das ganze Viertel, in dem ihre Kirche steht, als ihre Gemeinde betrachten«. Dort könnten sie sich »für das Wohl der Gemeinschaft engagieren«, indem sie »ethnische und kulturelle Barrieren durchbrechen und Partnerschaften bilden«. Burton ist überzeugt, »dass es dann im Umkreis von zwei Kilometern um eine methodistische Kirche kein einziges hungerndes Kind mehr geben würde, weil wir uns darauf konzentrieren würden, das auszurotten, was das ganze Volk Gottes umbringt«.

Das Kurzinterview führte Matt Barlow aus Hamburg, der zurzeit im Pressereferat der EMW arbeitet. Der volle Wortlaut des Interviews ist auf der EMW-Internetseite nachzulesen.

Bildnachweis: privat

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Internationaler Tag gegen Rassismus
Der Internationale Tag gegen Rassismus wurde 1966 von den Vereinten Nationen ausgerufen und wird jährlich am 21. März begangen. Anlass war der sechste Jahrestag des Massakers von Sharpeville durch Einheiten der Polizei von Südafrika. Bei dem Massaker im fünfzig Kilometer südlich von Johannesburg gelegenen Township Sharpeville wurden am 21. März 1960 69 Demonstranten erschossen und viele weitere wegen ihrer Hautfarbe diskriminierte Personen schwer verletzt. Seit 1979 finden zu dieser Zeit jährlich auch die »Internationalen Wochen gegen Rassismus« statt.

Kommission für Glaube und ethnische Vielfalt der Evangelisch-methodistischen Kirche
Die international zuständige Kommission für Glaube und ethnische Vielfalt (General Commission on Religion and Race, GCORR) wurde 1968 bei der Vereinigung von Evangelischer Gemeinschaft und Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche gebildet. Damit dokumentierte die gerade vereinigte Kirche ihre Verpflichtung zur Ablehnung der Sünde des Rassismus und ihre Bereitschaft, in allen Bereichen des kirchlichen Lebens, Rechenschaft darüber abzulegen. Rassismus bleibt das Hauptaugenmerk der Kommission. Darüber hinaus nimmt sie auch größere Zusammenhänge und Themen wie Armut, Nationalismus, Stammeskonflikte, Geschlechterdiskriminierung, Homosexuellenfeindlichkeit, Behinderung und generationsbedingte Vorurteile in den Blick, denn alle Formen der Unterdrückung sind miteinander verbunden und können nicht isoliert angegangen werden. www.gcorr.org

»Das ist auch ›unser‹ ÖKT«

Mo., 04/05/2021 - 06:07

Unter dem Motto »Schaut hin« sollte der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) vom 13. bis 16. Mai für über 100.000 Menschen eine Festveranstaltung ökumenischer Gesinnung in Frankfurt am Main sein. Pandemiebedingt wird alles anders. »Digital und dezentral« ist seit Dezember der Untertitel dieses dritten ÖKT, dessen Veranstaltungen alle »online« mitzuerleben sind. Mit von der Partie sind auch Personen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Große Beachtung fand die Auswahl von Mareike Bloedt, EmK-Pastorin in Leinfelden-Echterdingen, die von den Programmverantwortlichen als eine der beiden Predigerinnen für den Abschlussgottesdienst ausgewählt wurde.

Abwechslungsreiches Programm

An Christi Himmelfahrt, dem 13. Mai, findet ein ökumenischer Gottesdienst statt. Ein Frankfurter Hochhausdach ist Ort des Gottesdienstes, der in Pandemiezeiten ohne Besucher vor beeindruckender Kulisse durchgeführt wird. Die ARD überträgt live. Predigen wird Frère Alois Löser, der Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé. Rosemarie Wenner, Bischöfin der EmK im Ruhestand, wirkt als Liturgin mit.

Am Freitag gibt es neben verschiedenen Eröffnungsveranstaltungen und einem ökumenischen Gottesdienst, der von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen veranstaltet wird, Programme, die dem interreligiösen Dialog und der Bekämpfung von Antisemitismus gewidmet sind. Dazu gehört am Vormittag auch eine Gedenkveranstaltung über das jüdische Leben in Frankfurt, in der an die Leiden durch die Shoa erinnert wird. Am Abend wird das Oratorium »EINS« uraufgeführt, natürlich digital.

Der Samstag bietet viele Gelegenheiten, sich mit Themen wie Glauben und Vertrauen, Welt- und Schöpfungsverantwortung und Zusammenhalt auseinander zu setzen. Den ganzen Tag über werden aus Frankfurt Podien, Vorträge, Workshops und geistliche Impulse ausgestrahlt und Plattformen zum Mitmachen angeboten. Am Vormittag wird bei der »Stunde zur Ökumene« unter dem Thema »Einheit in Vielfalt« Walter Klaiber, Bischof der EmK im Ruhestand, mit einem kurzen Beitrag zu sehen sein. Unter den für Kirchentage immer grundlegenden Bibelarbeiten findet sich eine Dialogbibelarbeit mit EmK-Beteiligung: Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, und Katarina Karkala-Zorba, Studienleiterin der Orthodoxen Akademie von Kreta, sprechen zusammen über das Thema »Mit Dir will ich meinen Bund aufrichten«.

Ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern

Eine besondere Einladung bezieht sich auf den Samstagabend: Aus Frankfurt werden vier konfessionelle Gottesdienste und Mahlfeiern ausgestrahlt. Zeitgleich sollen an anderen Orten Gottesdienste stattfinden, in denen die individuelle Gewissensentscheidung in Bezug auf die Teilnahme an Eucharistie oder Abendmahl geachtet und das gemeinsame Glaubenszeugnis weitergetragen wird. Das dafür vom Kirchentag erstellte Materialheft »Kommt und seht – Ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern« erleichtert die Planung dieser Feiern.

EmK-Pastorin predigt im Abschlussgottesdienst

Im Schlussgottesdienst am Sonntag, dem 16. Mai, ist Mareike Bloedt eine der beiden Verkündigerinnen. Sie ist Pastorin der EmK in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Den anderen Predigtteil übernimmt Schwester Katharina Ganz, Generaloberin der bei Würzburg beheimateten Oberzeller Franziskanerinnen. Liturgisch begleitet wird der Gottesdienst vom römisch-katholischen Limburger Bischof Georg Bätzing, vom Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, und vom griechisch-orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ist. Der Gottesdienst wird live im ZDF übertragen.

Deutschlandweit mitfeiern

Wenn es die Pandemielage erlaubt, sind Gemeinden in ganz Deutschland dazu eingeladen, an ihren eigenen Orten Veranstaltungen im Rahmen des Kirchentags durchführen. Eigens für diese dezentralen Angebote bietet das ÖKT-Programm Hinweise und Anregungen zur Durchführung solcher Veranstaltungen an.

Erleichterung und ökumenische Verbundenheit

Rosemarie Wenner, die von Seiten der EmK aus an den Programmplanungen mitwirkte, freut sich, dass die digitalen Möglichkeiten den Kirchentag trotz Pandemie zu den Menschen bringen. So biete sich eine vielfältige »Plattform für Diskurs und Austausch in digitalen Foren«. Außerdem, so Wenner, seien die Angebote des Kirchentags auch eine Entlastung für Gemeinden. Wenn wegen der Pandemie im Mai immer noch digitale Gottesdienst gefeiert würden, »könnten wir unsere Gemeinden ermutigen, die ÖKT-Gottesdienste an Himmelfahrt und am darauffolgenden Sonntag mitzufeiern«. Den Teams, die vor Ort Gottesdienste aufnehmen, könne damit eine Pause gegönnt werden. So sei das Mitfeiern nicht nur eine Erleichterung, sondern auch ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit, denn »als ökumenisch engagierte Kirche ist dies auch ›unser‹ ÖKT.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Programm des 3. Ökumenischen Kirchentags
Alles auf einen Blick – Programmübersicht für den ÖKT (PDF)

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  • Donnerstag, 13. Mai 2021, 10 Uhr, Himmelfahrtsgottesdienst, live in der ARD und bei www.oekt.de
  • Freitag, 14. Mai, 17.00 Uhr, Gottesdienst in der Matthäuskirche an der Frankfurter Messe; veranstaltet von der ACK in Deutschland gemeinsam mit der ACK Hessen-Rheinhessen und der ACK in Frankfurt (Livestream und mit Gebärdensprache).
  • Samstag, 15. Mai, 9 Uhr, »Stunde zur Ökumene« zum Thema »Einheit in Vielfalt« mit einem Beitrag von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber
  • Samstag, 15. Mai, Dialogbibelarbeit von Katarina Karkala-Zorba und Bischof Harald Rückert über Genesis/1. Mose  6,12-22 zum Thema »Mit Dir will ich meinen Bund aufrichten« (Dauer: ca. 30 min; ab 8 Uhr abrufbare Aufzeichnung)
  • Sonntag 16. Mai, 10 Uhr, Schlussgottesdienst auf der Weseler Werft in Frankfurt am Main, live im ZDF.

Dezentrale Kirchentags-Veranstaltungen
Materialheft »Kommt und seht – Ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern«

Der 3. Ökumenische Kirchentag wird gemeinsam veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Die beiden vorherigen Ökumenischen Kirchentage fanden 2003 in Berlin und 2010 in München statt.
www.oekt.de

Einladung zum Innehalten

Do., 04/01/2021 - 15:00

Für Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag lädt der Europäische Rat methodistischer Kirchen zum Innehalten ein. Mit Videoimpulsen dreier methodistischer Führungspersönlichkeiten aus Europa sollen sich methodistische Christen die Bedeutung des Leidens Christi und die Botschaft von seiner Auferstehung bewusstmachen.

Am heutigen Gründonnerstag macht Heather Morris den Anfang. Sie ist Pastorin und Sekretärin (Geschäftsführerin) der Methodistischen Kirche in Irland. Lasse Svensson, evangelisch-methodistischer Pastor und einer der drei Präsidenten der Unierten Kirche in Schweden, teilt seine Gedanken am Karfreitag mit. Am Ostersonntag gibt Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Einblick in seine Gedanken zur Osterbotschaft.

Die etwa zehnminütigen Videos in englischer Sprache werden am Vormittag des jeweiligen Tages freigeschaltet.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Die Videos werden am jeweiligen Tag ab 10 Uhr freigeschaltet:
Impuls zum Gründonnerstag – Pastorin Dr. Heather Morris
Impuls zum Karfreitag – Pastor Lasse Svensson
Impuls zum Ostersonntag – Bischof Harald Rückert

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Europäischer Rat Methodistischer Kirchen
Im Europäischen Rat methodistischer Kirchen (European Methodist Council, EMC) sind die drei europäischen Zentralkonferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche sowie weitere methodistische und wesleyanische Kirchen sowie vereinigte Kirchen mit geerbter methodistischer Tradition vertreten. Das sind folgende weitere Kirchen: Methodistische Kirche in Großbritannien, Methodistische Kirche in Irland, Methodistische Kirche in Portugal, Methodistische Kirche in Italien, Spanische Evangelische Kirche, Kirche des Nazareners, Koreanische Methodistische Kirche (Distrikt Europa) und die Unierte Kirche in Schweden. Diese sind präsent in Albanien, Armenien (in Vorderasien), Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Nordmazedonien, Moldawien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland.

Die Mitgliedskirchen des EMC beraten sich über Fragen von gemeinsamem Interesse, entwickeln Impulse und Angebote zur Förderung des methodistischen Zeugnisses in Europa, teilen bei Bedarf ihre Ressourcen miteinander, helfen sich gegenseitig zur besseren Vertretung in ökumenischen und säkularen Gremien und koordinieren die methodistische Zusammenarbeit in Europa.

Ein ständiger Ausschuss des EMC ist für den »Fonds Mission in Europa« zuständig. Für den Fonds werden finanzielle Mittel eingeworben und an solche Kirchen und Konferenzen in Europa verteilt, die für ihre Missions- und Sozialarbeit Unterstützung benötigen.Der Rat hat nur beratende Funktion. Entscheidungen der Ratstagungen sind für die Mitgliedskirchen nicht bindend.
www.methodist.eu

Das Image des Alters verbessern

Do., 04/01/2021 - 08:29

Mit einem doppeldeutigen Aufmacher schmückt die deutsche Seniorenarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ihre neue Arbeitshilfe. »Gepflegtes Leben« ist der Titel des neuen Angebots für die Unterstützung von Seniorenkreisen in den Gemeinden.

Wenn Menschen als gepflegt beschrieben werden, klinge das »anerkennend, respektvoll und vielleicht sogar bewundernd«, schreibt Ulrike Burkhardt-Kibitzki in ihrem Vorwort zu dem im März vom EmK-Bildungswerk veröffentlichten Heft. Wenn es aber ums Alter und um alte Menschen gehe, so die deutschlandweit für die EmK-Seniorenarbeit zuständige Pastorin, dann sei das Alter »nach wie vor in unserer Gesellschaft negativ besetzt«. Das Image des Alters müsse im Sinne von »alt und gepflegt« in seiner Bedeutung selbstbewusster hervorgehoben werden.

Damit beschäftigt sich das 32 Seiten starke Heft aus der Reihe »Horizonte – Impulse für die Arbeit mit Älteren«. Darin befinden sich Artikel, die sich in biblischer Betrachtung sowie in Interviews und der Gestaltung eines Programmvorschlags für die Gemeindepraxis mit dem Thema des Alters beschäftigen.

In diesem Zusammenhang weisen die Verantwortlichen der EmK-Seniorenarbeit auf das Frühjahrsseminar für Interessierte und Mitarbeiter in der Seniorenarbeit hin. Das eigentlich auf drei Tage angelegte Seminar findet pandemiebedingt nur eintägig als Videoübertragung statt. Der inhaltliche Schwerpunkt der Seminarveranstaltung orientiert sich am Thema der soeben erschienenen Arbeitshilfe.

Bildnachweis: Titel der Arbeitshilfe, Rechte: EmK-Bildungswerk

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Gepflegtes Leben – Arbeitshilfe in der Reihe »Horizonte – Impulse für die Arbeit mit Älteren«
Seniorenarbeit der EmK

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Gepflegtes Leben – Seminarveranstaltung für Interessierte und Mitarbeitende der EmK-Seniorenarbeit
Freitag, den 16. April, Beginn 9 bis 12 Uhr – Videokonferenz
Anmeldung: bildungswerk(at)emk.de.

Ein Tisch, an dem viele Menschen Platz haben

Mi., 03/31/2021 - 08:28

Der für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland zuständige Kirchenvorstand hat am vergangenen Samstag, dem 27. März, im Rahmen einer Videokonferenz seine Frühjahrstagung abgehalten. Schwerpunktmäßig beschäftigten sich die Mitglieder dieses Gremiums mit der Situation der EmK in Europa. Darüber hinaus ging es um die Entgegennahme von Berichten und Terminverschiebungen infolge der Neuterminierung der Generalkonferenz.

Tragfähige Kompromisse gesucht

In der EmK ist weltweit nach wie vor die Diskussion über unterschiedliche Sichtweisen im Blick auf sexualethische Fragen im Gange. Aufgrund sehr unterschiedlicher kultureller Situationen innerhalb der EmK in Europa ist damit die Frage verbunden, wie die »EmK-Landkarte« in Europa künftig aussehen wird. Darüber sprachen die Mitglieder des für Deutschland zuständigen Kirchenvorstands mit den drei anderen europäischen Bischöfen, die zusammen mit Harald Rückert für drei Zentralkonferenzen der EmK in Europa zuständig sind. Für dieses Schwerpunktthema waren die Bischöfe Patrick Streiff (Zürich) für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, sowie Christian Alsted (Kopenhagen) und Eduard Khegay (Moskau) für die Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien per Video zugeschaltet.

Falls die EmK ihre weltweit gültige Ordnung in sexualethischen Fragen lockern würde, beschreiben die drei Bischöfe die Situation folgendermaßen: Das Bischofsgebiet Eurasien, das im Wesentlichen EmK-Gemeinden in den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion umfasst, würde sich voraussichtlich einer neu entstehenden traditionell ausgerichteten methodistischen Kirche anschließen. Für das Bischofsgebiet Nordeuropa und Baltikum sowie die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa sind die Gespräche über die Auswirkungen einer solchen Entscheidung noch im Gange. In der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa sind besonders die ost- und südosteuropäischen Konferenzgebiete für eine Beibehaltung der traditionellen Sichtweise und Ordnung. In Skandinavien sprechen sich die Verantwortlichen vieler Regionen für eine Öffnung der Kirche aus. Es sind jeweils Gespräche im Gange, um tragfähige Lösungen vorzuschlagen.

Eine »eiserne Umklammerung«

Im Verlauf der Videokonferenz lobten die drei zugeschalteten Bischöfe die in der Zentralkonferenz Deutschland entwickelte Lösung. Die Bildung des Gemeinschaftsbunds für die Beheimatung von Menschen mit traditioneller Haltung in sexualethischen Fragen sei, so ihr einhelliger Kommentar, »ein Beispiel für die weltweite EmK« zum Umgang mit diesem seit vielen Jahren schwelenden Konflikt. Dieser halte die EmK »in einer eisernen Umklammerung«, die dazu zwinge, alle Fragen und Zielsetzungen in der Kirche unter diesem einen Aspekt zu betrachten, erklärte Bischof Alsted diese fast unlösbare Situation. Aktuell gehe es daher um die Frage, ob sich die EmK-Landschaft in Europa künftig an dieser Frage in eine sich öffnende Evangelisch-methodistische Kirche und in eine sich abspaltende und neu bildende traditionelle methodistische Kirche teilen werde. Falls diese Teilung erfolgte, hätte das zwangsläufig eine Neuordnung der europäischen Zentralkonferenzen zur Folge.

Mikrokosmos für ein neues Modell

In ihren abschließenden Äußerungen erklärten die zugeschalteten Bischöfe übereinstimmend ihr Engagement, alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um zu gemeinsam verantworteten Entscheidungen zu kommen. »Ich halte die Hoffnung hoch und bete, dass wir immer einen Tisch haben, an dem so viele Menschen wie möglich Platz haben«, sagte Bischof Streiff.

Bischof Alsted sprach von seiner Vision für eine Kirche, »die Gottes Auftrag ausführt und die sich traut, neue Wege zu gehen«. Dazu gehöre es »Beziehungen zu pflegen und miteinander zu reden, um neue Wege zu entdecken, damit die Kirche Raum schafft für alle Menschen«.

»Mit großer Neugier verfolge ich, wie die EmK in Deutschland weiterarbeitet und trotz unterschiedlicher Positionen versucht, verbunden zu bleiben«, erklärte Bischof Khegay. Er sehe die EmK in Deutschland als »einen Mikrokosmos für ein neues Modell«, von dem sich zu hören lohne »wie das weitergeht, um von euch zu lernen«.

Nach Abschluss dieses Schwerpunktgesprächs befürworteten die Mitglieder des Kirchenvorstands die von den vier europäischen Bischöfen vorgeschlagene Bildung einer europaweiten Arbeitsgruppe. Diese sei nötig, um möglichst frühzeitig auf sich anbahnende Entwicklungen reagieren zu können, wenn sich aufgrund von Entscheidungen Strukturen oder Zuordnungen von Regionen der EmK in Europa ändern sollten.

Der internationale Terminkalender verschiebt sich erneut

Im Rahmen des formalen Sitzungsteils des Kirchenvorstands erklärte Bischof Rückert die veränderten internationalen Termine. Die Generalkonferenz, das höchste Leitungsgremium der EmK, ist pandemiebedingt ein weiteres Mal verschoben auf 29. August bis 6. September 2022.

Die Zentralkonferenz Deutschland findet daher erst vom 23. bis 26. November 2022 statt. Damit verschiebt sich auch Rückerts Wahl für eine weitere Amtszeit als Bischof auf das Jahr 2022. Seine Dienstzeit, wie auch die anderer an den vierjährigen Turnus der Zentralkonferenz gebundenen Beauftragungen, verlängert sich damit bis zur nächsten Tagung der Zentralkonferenz.

Bildnachweis: Sigmar Friedrich (Streiff), Klaus Ulrich Ruof (Alsted und Khegay)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Der Kirchenvorstand ist der geschäftsführende Ausschuss der Zentralkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und leitet die Arbeit des deutschen Teils der Kirche zwischen den alle vier Jahre stattfindenden Tagungen der Zentralkonferenz.
Die außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika befindlichen Gebiete der Evangelisch-methodistischen Kirche sind in Zentralkonferenzen organisiert. In Europa sind dies die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, die Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien sowie die Zentralkonferenz Deutschland. Die Tagungen der Zentralkonferenzen finden alle vier Jahre statt und sind das nach der Generalkonferenz für die jeweilige Region zuständige Gremium, um formale, finanzielle und die Ordnung der Kirche betreffende Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus werden in den Zentralkonferenzen die für diese Region verantwortlichen Bischöfe oder Bischöfinnen gewählt oder deren Amtszeit verlängert. Für die Zentralkonferenz Deutschland gilt die Wahl für zunächst vier Jahre. Eine Wiederwahl für weitere acht Jahre ist möglich. Die maximale Amtszeit beträgt zwölf Jahre. Seit 2017 ist Harald Rückert der für Deutschland zuständige Bischof.

Singen hält den Glauben lebendig

Di., 03/30/2021 - 09:29

Auch eine Folge der Pandemie: Gemeinsames Singen und Chorbeiträge finden in den Gemeinden weitgehend nicht statt. Für eine methodistische Kirche ein belastender Zustand, weil sie ihren Anfang zu einem guten Teil den Liedern Charles Wesleys zu verdanken hat. Als einer der ersten Methodisten sah er im Gotteslob eine besondere Glaubenskraft.

Einschränkungen kreativ überwinden

Vielerorts wissen die Chöre in den Gemeinden nicht wie es nach der Pandemie weitergehen soll. Der Konferenzchor »Chornblume« der Ostdeutschen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hat sich damit nicht abgefunden. Obwohl an Gottesdienste und Konzerte in den Gemeinden in dieser Zeit nicht zu denken ist, hat sich der Chor zur Aufgabe gemacht, das Singen auch in dieser schwierigen Zeit zu fördern. Daraus entstand im vergangenen Jahr während der ersten Phase großer gesellschaftlicher Einschränkungen die Idee, als Chor eine Audio-CD mit Liedern aus dem EmK-Gesangbuch einzuspielen.

Das Gesangbuch neben der Bibel – eine gute Tradition

Die Entscheidung, Lieder aus dem Gesangbuch aufzunehmen, war eine bewusste Wahl. »Wenn wir schon auf Gottesdienste mit Chor- und Gemeindegesang verzichten müssen, so ist das Gesangbuch unserer Kirche eine Schatzkiste und birgt viele kleine und große musikalische Kostbarkeiten«, beschreibt der geistliche Leiter, Christian Scheller aus Chemnitz, die Bedeutung dieses Reichtums. Dabei erhoffe sich der Chor, dass die Lieder wie eine Brücke zu Glaubenserfahrungen wirken und einen Weg für neue geistliche Impulse für die Zukunft eröffnen. Der Chor nimmt auf diese Weise auch eine fast vergessene Tradition methodistischen Glaubenslebens auf: Das Gesangbuch liegt als ein lebendiges Zeugnis neben der Bibel, und das Singen hält den Glauben lebendig.

Großer Chorklang aus vielen einzelnen Teilen

Annekathrin Buchold, die Chorleiterin aus Leipzig, schildert, wie für die Aufnahme einige Hürden genommen werden mussten: »Die Pandemie stellte uns immer wieder die Frage, was wichtig, was möglich und was notwendig ist.« Selbst der Hang zu einem perfekten Klangbild sei dadurch hinterfragt worden.

Mit viel Engagement und moderner Technik trafen sich sieben der rund dreißig Chormitglieder in der Leipziger Kreuzkirche, um unter strenger Einhaltung der Abstandsregeln mehrere Lieder als Basiseinspielung aufzunehmen. Diese digitalen Vorlagen erhielten alle Chormitglieder zugeschickt. Zuhause nahmen sie ihre eigene Stimme und teilweise auch verschiedene Instrumente am Computer auf. Ende September traf sich erneut ein kleiner Teil des Chores in der Christuskirche Zwickau-Planitz, um weitere Stücke einzusingen. Zum Schluss wurden alle Tonspuren digital zusammengefügt, so dass sich daraus der große Chorklang ergibt.

Einladung zum Mitsingen

»Mir fehlt der Choralgesang mit der Gemeinde, das mehrstimmige Singen, ein Singen, in das ich mich fallen lassen kann, in dem ich aufgehoben bin«, sagt Buchhold auf die Frage, was ihr in der Pandemie fehle. »Ich vermisse die Choräle mehr als die Vortragsstücke vor der Gemeinde.« Der Chor sei glücklich, dass sich das Projekt umsetzen ließ und diese Lieder nun am Osterfest zum Mitsingen einladen. »Schließlich ist das Singen ein Ausdruck unserer Gefühle, Gedanken, Gebete und unserer Gemeinschaft.«

Bildnachweis: Chornblume

Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Außerdem begleitet er Gemeinden als Pastor im Interimsdienst. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit.ojk(at)emk.de.

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Im Jahr 1996 wurde ein »Jugendchor der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz« von ehemaligen Sängerinnen und Sängern des Kinderchors »Die Schmetterlinge« gegründet. Schmetterlinge lassen sich gern auf Kornblumen nieder. Auf diesen Gedanken geht der Name des Chores zurück. Inzwischen ist aus dem Jugendchor der Konferenzchor »Chornblume« geworden. Ihm gehören rund dreißig Sängerinnen und Sänger an. Der Chor ist Mitglied des Christlichen Sängerbunds.
www.chornblume.de

»Mein Mund besinge tausendfach« ist der Titel der jetzt vom Chor veröffentlichten CD. Preis: 6,99 Euro.
Bestellung: www.verlag-singende-gemeinde.de/cds/cd-mein-mund-besinge-tausendfach.html

Klagen erlaubt!

So., 03/28/2021 - 07:14

Ein Klagegebet soll in der Karwoche und darüber hinaus Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) miteinander verbinden. Das schlägt die EmK-Fachgruppe für Agende und Gottesdienst vor. Damit werde in Zeiten der Corona-Pandemie ein geistliches Element für die Gestaltung von Gottesdiensten angeboten, das der Klage Raum gibt.

Klage mündet in Zuversicht

»Gott, du Liebhaber des Lebens, Du siehst die Not, wir rufen zu dir«, ist der Beginn des Klagegebets. Darin geht es um die Nöte Betroffener, das Leiden Verstorbener und die Sorge Angehöriger. In einer gesellschaftlichen Situation, die teilweise aufheizend, resignierend und gemeinschaftszerstörend wirkt, leitet das Gebet zur gemeinsamen Klage. Sie richtet den Blick aufs Wesentliche und mündet schlussendlich in einer Vertrauenserklärung: »Gott, du Liebhaber des Lebens, du bist unsere Zuversicht. Durch Christus stärkst du unser Vertrauen, im Heiligen Geist gehst du mit uns.« Den vollständigen Text des Gebets stellt die Fachgruppe auf ihrer Internetpräsenz zum Lesen und persönlichen Beten sowie zum Herunterladen für liturgische Zwecke zur Verfügung.

Impulse und Materialien für Gottesdienste

In der Zentralkonferenz Deutschland trägt die Fachgruppe für Agende und Gottesdienst Verantwortung für die vor vier Jahren beschlossene Gottesdienstreform. Während der Pandemie arbeitete die Fachgruppe unter den Bedingungen der Pandemie weiter und stellte verschiedene Angebote und Impulse zur Verfügung, um mit angemessenen Formen unter Pandemie-Bedingungen Gottesdienst und geistliche Feiern zu gestalten. Unter anderem gehören dazu auch Tagzeitengebete, die auf der Internetseite angeboten werden.

Bildnachweis: Bildausschnitt des Internetangebots der EmK-Fachgruppe für Agende und Gottesdienst

Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Außerdem begleitet er Gemeinden als Pastor im Interimsdienst. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit.ojk(at)emk.de.

Weiterführende Links
Klagegebet
Fachgruppe für Agende und Gottesdienst

Gemeinsam zum Ziel des ökumenischen Miteinanders

Sa., 03/27/2021 - 06:53

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland hat im Rahmen ihrer als Videokonferenz durchgeführten Tagung am Mittwoch der zurückliegenden Woche (24. März) ein neues Vollmitglied aufgenommen: Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) war seit Jahren Gastmitglied der ACK.

Gemeinsam Christus bezeugen

Seit Gründung der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft im Jahr 1948 hatte die Freikirche einen Gaststatus. Ihr Präses, Ansgar Hörsting, bedankte sich für die erfolgte Aufnahme und sagte mit Bezug auf die ACK-Satzung: »Gemeinsam Christus bezeugen spricht uns aus dem Herzen. Das wollen wir gerne einbringen.«

Der ACK-Vorsitzende, Erzpriester Radu Constantin Miron, hieß die Freikirche nach über siebzigjähriger Gastmitgliedschaft als Vollmitglied willkommen. Dabei zog er eine Parallele zur Rückkehr des Volkes Israel aus dem ebenfalls sieben Jahrzehnte dauernden babylonischen Exil. Es sei gut zu wissen, dass in Deutschland eine Vielzahl von Kirchen und Konfessionen gemeinsam unterwegs sei. »Dieser Pilgerweg«, so Miron, »führt uns aus dem Exil der Trennung und Spaltung zum gemeinsamen Ziel des ökumenischen Miteinanders«.

Der Schöpfungstag wird international

Im Zuge der Mitgliederversammlung wurde Jochen Wagner, Pastor im BFeG im Hunsrück-Ort Kirchberg, als freikirchlicher Referent in die Ökumenische Zentrale in Frankfurt am Main berufen. Er trat die Nachfolge von Bernd Densky an. Densky, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, hatte dieses Amt seit 2013 inne.

Zu den Themen der Mitgliederversammlung gehörte auch der Ökumenische Tag der Schöpfung, der am 4. September als internationale Veranstaltung gefeiert wird. Die Drei-Länder-Region am östlichen Bodensee mit den Städten Lindau (Deutschland), Bregenz (Österreich) und Romanshorn (Schweiz) heißt die Gäste zu diesem Schöpfungstag willkommen. Entsprechend der vom Wasser geprägten Bodenseelandschaft stehen die Veranstaltungen und Gottesdienste unter dem Motto »Damit Ströme lebendigen Wassers fließen«.

Bildnachweis: BFeG (Logo); Klaus Ulrich Ruof (Hörsting)

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG)
Zum Bund Freier evangelischer Gemeinden gehören rund 500 Gemeinden mit über 43.000 Mitgliedern. Sitz des Bundes ist im nordrhein-westfälischen Witten. Präses des Bundes ist Ansgar Hörsting. feg.de/

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gehören achtzehn Kirchen an. Weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen und richtet den ökumenischen Tag der Schöpfung im September aus. Auch die Vergabe des Ökumene-Preises liegt in den Händen der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. www.oekumene-ack.de

Hausaufgaben in der Kirche

Do., 03/25/2021 - 06:31

Seit einigen Wochen sitzen Kinder zwischen Laptops und Büchern in den Räumen der Eben-Ezer-Kirche im sächsischen Werdau und machen Hausaufgaben. Der Grund: Hier findet Schulsozialarbeit statt. Mit Ausnahme zweier Büros steht das Erdgeschoss des Kirchengebäudes der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) normalerweise leer.

Begleitet werden die Kinder von Tina Demmler. »Seit einigen Monaten haben wir keinen Ort, an dem wir gemeinsam mit den Kindern den Lernstoff durchgehen können«, sagt die Sozialarbeiterin. Sie ist in verschiedenen Schulen in Werdau tätig. Gerade jetzt stelle aber der digitale Unterricht viele der Kinder vor besonderen Herausforderungen. Wenn wegen der Pandemie weiterführende Schulen ganz oder teilweise geschlossen seien, habe diese wichtige Unterstützung keinen Ort. Deshalb machte sich der Träger – die Stadtmission Zwickau – auf die Suche und fand in der kleinen Gemeinde in Werdau einen bereitwilligen Partner.

Die EmK-Gemeinde stellt ihre Räume und einen leistungsfähigen Internetanschluss zur Verfügung, die Stadtmission stellt die Laptops. »Der Altersdurchschnitt bei uns in der Gemeinde liegt zwischen 65 und 70 Jahre«, beschreibt die Werdauer EmK-Pastorin Kathrin Posdzich die Situation ihrer Gemeinde. Mit Schulsozialarbeit habe die Gemeinde bisher keine Berührung gehabt. »Umso mehr freut es uns, dass wir das Angebot auf diese Weise unterstützen können.«

Elfried Börner, Streetworker der Stadtmission, kennt die Sorgen und Nöte der Jungen und Mädchen. »Einige der Kinder und Jugendlichen müssen unter schwierigen Bedingungen zu Hause lernen und andere verfügen nicht über die nötige Technik«, beschreibt Börner die vielschichtigen Probleme. »Wir versuchen dann gemeinsam eine Lösung zu finden.« Neben der Arbeit mit den Kindern am Lernstoff werde dadurch für die Schulsozialarbeit die Teilnahme an Videokonferenzen und sogar Beratungsgespräche mit Kindern und Eltern möglich. Zumindest für einige Familien könne auf diese Weise der coronabedingte Bildungsnotstand ein bisschen abgemildert werden. Die Gemeinde, die in vielen Bereichen ihrer Arbeit durch die Pandemie stark eingeschränkt ist, kann vor Ort ihren Beitrag dazu leisten.

Bildnachweis: Mario Dudacy

Die Autoren
Kathrin Posdzich ist Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche im Gemeindebezirk Werdau. Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz und begleitet Gemeinden als Pastor im Interimsdienst. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Stadtmission Zwickau / Schulsozialarbeit
EmK Werdau

Wie geht es nach der Pandemie weiter?

Fr., 03/19/2021 - 06:33

In der vergangenen Woche fanden vom 11. bis 13. März verschiedene Treffen von Verantwortlichen der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) statt. Der von Bischof Patrick Streiff geleitete Bischofssprengel ist von den Auswirkungen der aktuellen Pandemie betroffen. Auch die anstehenden Entscheidungen zu sexualethischen Fragen stellen die vielfältigen Beziehungen innerhalb der geografisch ausgedehnten Zentralkonferenz auf den Prüfstand. Die noch immer einschneidenden Reisebeschränkungen erforderten die Durchführung der Treffen mittels Videokonferenzen.

Gewonnene Zeit nutzen

Hauptgrund für die digitalen Treffen war die gesamtkirchliche Situation mit der zunächst auf Sommer dieses Jahres verschobenen Generalkonferenz. Kurz vor dem Treffen wurde bekannt, dass eine erneute pandemiebedingte Verschiebung der Generalkonferenz auf Sommer nächsten Jahres eintreten wird. Deshalb wurde nun auch die Tagung der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa auf den November des kommenden Jahres verschoben. Dann soll auch die Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers von Bischof Patrick Streiff stattfinden. Der Nominationsprozess im Blick auf diese Wahl soll im kommenden Jahr während der ordentlichen Tagungen der zur Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa gehörigen Jährlichen Konferenzen erfolgen.

Gesprächen über eine mögliche Trennung der EmK aufgrund der unterschiedlichen Haltung im Blick auf sexualethische Fragen und insbesondere der Definition der »Ehe« wurde viel Raum gewährt. Auch die Bischöfe Christian Alsted (Nordeuropa/Baltikum), Eduard Khegay (Eurasien) und Harald Rückert (Deutschland) waren zeitweise zugeschaltet, um von ihrer Situation zu berichten. Letzterer insbesondere mit Blick auf den herausfordernden Prozess des Runden Tischs und dessen Ergebnisse in der Zentralkonferenz Deutschland.

In den Gesprächen unter den Mitgliedern des Exekutivkomitees von Mittel- und Südeuropa, vergleichbar dem Kirchenvorstand der Zentralkonferenz Deutschland, zeigte sich erneut, dass in manchen Ländern die Überzeugungen im Blick auf Homosexualität und Ehe unzweideutig traditionell bleiben werden. Andererseits wurde auch klar, dass die Zukunft der EmK in der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa nicht auf dem Fundament eines Positionsbezugs in einer einzelnen strittigen Frage gebaut werden kann, sondern dass es ein Gespräch braucht über die Erneuerung der gegenseitigen Verpflichtung und die Formulierung einer gemeinsamen Vision für die EmK in Mittel- und Südeuropa und in Europa als Ganzes.

Deshalb wurde mehrheitlich die Bildung einer entsprechenden Gesprächsgruppe befürwortet, die die durch die Terminverschiebungen »gewonnene« Zeit nutzen soll, um im Blick auf das gemeinsame Kirche-Sein insbesondere darüber nachzudenken, was uns eint, welchen Auftrag wir gemeinsam viel besser als getrennt leben können, und wie wir respektvoll mit bleibenden Unterschieden umgehen wollen.

Hoffnung leben in Pandemiezeiten

Wie schwierig die aktuelle Situation im Blick auf das Coronavirus angesichts einer beginnenden dritten Welle vielerorts ist, machten die Berichte aus den verschiedenen Ländern deutlich. Anhaltend hohe Krankheitszahlen und Todesfälle wurden erwähnt. Da und dort steht das Gesundheitswesen kurz vor dem Zusammenbruch und Ausgangssperren prägen den Alltag. Es gibt zwar auch im östlichen Mitteleuropa Gebiete, in denen sich die Situation teilweise entspannt hatte, beispielsweise in Bulgarien oder Rumänien. Wilfried Nausner, der für Albanien zuständige Superintendent, sagte aber auch: »Covid-19 ist einfach eine weitere lebensbedrohliche Angelegenheit.«

In vielen europäischen Ländern durfte die EmK grundsätzlich ihre Gottesdienste während der meisten Zeit durchführen. Allerdings haben Ausgangssperren, Vorschriften zum Abstandhalten sowie die Beschränkung der Personenzahl da und dort dazu geführt, dass die EmK ihren Fokus auf Online-Angebote ausrichtet. Zum Beispiel hat in Tschechien aktuell die EmK aufgrund des Kollapses des Gesundheitssystems ihre kirchlichen Veranstaltungen gleich landesweit für zwei Wochen ausgesetzt. An vielen Orten Mittel- und Südeuropas sind alternative Formen des Feierns von Gottesdiensten und der Stärkung der Verbundenheit gefunden worden. Die Verantwortlichen versuchen mit großem Engagement, Hoffnung zu leben und in den Herzen der Menschen zu wecken. Einerseits werden dank dieser Online-Präsenz viele Menschen auch über den Kreis der EmK hinaus erreicht. Andererseits ist da und dort auch die Frage nach einem Bedeutungsverlust der Kirche in dieser Zeit zu hören – und danach, wie kirchliches Leben nach Corona wohl aussehen könne.

Bildnachweis: EmK ZK MSE

Der Autor
Urs Schweizer arbeitet in Zürich als Assistent von Dr. Patrick Streiff, der als Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa zuständig ist. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Website der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa

Zur Information
Zentralkonferenz
Die außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika befindlichen Gebiete der Evangelisch-methodistischen Kirche sind in Zentralkonferenzen organisiert. In Europa sind dies die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa (mit Nordafrika), die Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien sowie die Zentralkonferenz Deutschland. Die Tagungen der Zentralkonferenzen finden alle vier Jahre jeweils nach der Generalkonferenz statt. Sie sind das für die jeweilige Region zuständige Gremium, um formale, finanzielle und die Ordnung der Kirche betreffende Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus werden in der Zentralkonferenz die für diese Region verantwortlichen Bischöfe oder Bischöfinnen gewählt oder deren Amtszeit verlängert.

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