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Aktualisiert: vor 54 Minuten 37 Sekunden

Internationale Vernetzung stärken

Sa., 07/31/2021 - 08:51

Zum Ende des aktuellen Studienjahrs informiert die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) über zwei Personalentscheidungen. Bischöfin Rosemarie Wenner wird »Botschafterin der THR«, und Markus Nawroth ist zum ersten Honorarprofessor der THR ernannt worden.

Botschafterin für internationale Vernetzung

Rosemarie Wenner, Bischöfin im Ruhestand, wurde zur »Botschafterin der Theologischen Hochschule Reutlingen« ernannt. Die in ihrer aktiven Zeit für Deutschland zuständige Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist seit ihrem Eintritt in den Ruhestand für den Weltrat methodistischer Kirchen (World Methodist Council, WMC) tätig und vertritt diesen als »Genfer Sekretärin« am Sitz des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf. Mit ihren außergewöhnlichen internationalen Verbindungen im Methodismus und in der Ökumene wird Wenner die THR bekannter machen und sich für die weitere Vernetzung der Hochschule einsetzen. Die Hochschule betritt mit der erstmaligen Berufung einer Person in diese Funktion Neuland. Das erste größere Projekt stehe bereits an, wie die Hochschule mitteilt. Für die Tagung der elften Vollversammlung des sogenannten Weltkirchenrats in Karlsruhe im Spätsommer des kommenden Jahres gebe es erste Überlegungen. Im Vorfeld dieser internationalen Tagung sollen in Reutlingen vielfältige internationale Kontakte und Begegnungen aufgenommen und gepflegt werden.

In Wirtschaft und Unternehmenswelt bekannter werden

Mit der zweiten Personalie setzt sich die THR zum Ziel, die methodistische Hochschule außerhalb der Kirche, vor allem in Bereichen der Wirtschaft und Unternehmenswelt, bekannter zu machen. Unter dieser Zielsetzung ist Markus Nawroth, promovierter Wirtschaftsgeograf und Kommunikationswissenschaftler (MBA), seit einigen Monaten in Teilzeit für »Social Investor Relations« an der THR tätig. Die englische Bezeichnung steht für die Kontaktpflege mit Personen, Institutionen und Unternehmen. Damit soll die methodistische Hochschule außerhalb der Kirche bekannter werden, um auch für soziales Sponsoring in Frage zu kommen. Damit ist Nawroth mit seiner Aufgabe ein wichtiger Baustein für das Fundraising der THR, um Mittel zur Finanzierung und zum Unterhalt der Hochschule einzuwerben. Am Ende des Sommersemesters wurde Nawroth zum ersten Honorarprofessor der THR ernannt. In der ersten Lehrveranstaltung, die Anfang Oktober mit dem Wintersemester beginnt, geht es um eine »Einführung in die Wirtschaftswissenschaften mit Blick auf gesellschaftspolitische Fragen«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof (Wenner), privat (Nawroth)

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie sowie einen staatlich anerkannten M.A. in »Christlicher Spiritualität«. Im Aufbau befindet sich der Studiengang »Soziale Arbeit und Diakonie«.
www.th-reutlingen.de

Mit Paulus die Mittelposition einnehmen

Mi., 07/28/2021 - 06:02

Lothar Triebel ist promovierter Theologe und Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Seit 2018 ist er am Konfessionskundlichen Institut, einem ökumenewissenschaftlichen Arbeitswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland, im südhessischen Bensheim für das Fachreferat Freikirchen zuständig. Zu dieser Aufgabe gehören Kontaktpflege und Begegnungen mit Vertretern, Gremien und Einrichtungen der Freikirchen, um Entwicklungen in den Freikirchen und der innerprotestantischen Ökumene zu beobachten. In dieser Rolle und aus Interesse an der zwischenkirchlichen Thematik verfolgte er die Abschlussvorlesung von Professor Roland Gebauer. Hier sein Bericht.

Mit einem ökumenepolitisch akzentuierten exegetischen Vortrag ist der aktive Dienst von Roland Gebauer zu Ende gegangen. Dreiundzwanzig Jahre lang war er Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Am Donnerstag der zurückliegenden Woche, dem 22. Juli, hielt der scheidende Neutestamentler und Rektor der Hochschule seine Abschiedsvorlesung. Thema war die Interpretation der paulinischen Taufaussagen unter dem Titel »Gerechtigkeit als Christusförmigkeit – Zur Heilsbedeutung der Taufe beim Apostel Paulus«.

Die Formung der christlichen Existenz

Schon in seiner Einleitung verwies Gebauer auf ökumenische Zusammenhänge, indem er auf die gemeinsame Tagung von Evangelischer Kirche in Deutschland (EKD) und Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zum Thema Taufe hinwies. Gebauer, der sich einstens schon in Dissertation und Habilitationsschrift Paulus gewidmet hatte, interpretierte die paulinischen Aussagen insbesondere in Römer 6, aber auch in 1. Korinther 12 und 15 sowie in Galater 3 und anderen Stellen dahingehend, dass zwar nicht die Heilszueignung, aber die Formung der christlichen Existenz in der Taufe geschehe. Er kontrastierte das historisch-kritisch mit der Weiterentwicklung paulinischer Theologie im Kolosserbrief.

In seinen Schlussworten positionierte er die paulinische Tauftheologie ausdrücklich in der Mitte zwischen Auffassungen jener Freikirchen, die die Heilsbedeutung allein dem Glauben zusprechen, und der Sichtweise insbesondere der in Deutschland großen Kirchen, die (sakramental) die Taufe für den Ort der Heilsvermittlung halten. Letzteres werde auch in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre ausgesagt. Diese ursprünglich von römisch-katholischen und lutherischen Theologen erarbeitete und 1999 aufgrund von Unterzeichnung einer »Gemeinsamen Offiziellen Feststellung« durch Vertreter des Lutherischen Weltbunds und der Römisch-katholischen Kirche angenommene Erklärung ist im Jahr 2006 auch vom Weltrat methodistischer Kirchen ratifiziert worden.

Nochmal ganz neu auf Paulus hören

Man konnte den Eindruck haben, Gebauer wolle seine Kirche, die einerseits 1926 mit ihren Vorläuferorganisationen zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung Evangelischer Freikirchen gehörte, andererseits seit 1987 in Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit der EKD steht, theologisch in Anschluss an Paulus in die Mitte dieser Kirchen bzw. Kirchenbünde rücken. Jedenfalls kam Gebauer am Ende auf die Gespräche zwischen VEF und EKD zurück und schloss seinen Vortrag mit den Worten: »Wenn es zu einer breiteren ökumenischen Verständigung und einer Annäherung hinsichtlich der Taufe kommen soll, wie es für den evangelischen Bereich in Deutschland … ja begonnen worden ist, wenn das angestrebt wird, dann könnte die Beobachtung der Mittelposition bei Paulus hilfreich sein, wie ich sie aufzuzeigen versucht habe.«

Für alle Seiten bedeute das, »nochmal ganz neu auf Paulus zu hören, und zwar unabhängig, möglichst unabhängig, von allen, und das ist die Schwierigkeit, von allen traditionell mitgebrachten Taufüberzeugungen«. Die gemeinsame Mitte könne dann »die Christusförmigkeit des Heils sein, jenes Heils der Rechtfertigung, das im Glauben empfangen wird, aber in der Taufe seine entscheidende Formung, seine Prägung erhält«. Die Taufe, so Gebauer weiter, wäre dann zwar »nicht das Sakrament der grundlegenden Heilszueignung, sehr wohl aber das seiner charakteristischen Prägung, ohne die das Heil Gottes nicht das wäre, was es ist, nämlich Leben in der Gemeinschaft mit Gott im Geprägtsein der Existenz vom Gestorbensein mit Christus und neuem Leben in Christus«.

Bildnachweis: THR (Grafik), Susanne Meister (Foto)

Der Autor

Dr. Lothar Triebel ist Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Im Konfessionskundlichen Institut Bensheim ist er seit 2018 zuständig für das Fachreferat Freikirchen, in dem Entwicklungen in den Freikirchen und der innerprotestantischen Ökumene auf nationaler und internationaler Ebene beobachtet werden. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Abschiedsvorlesung Prof. Dr. Roland Gebauer (Video)
Tagung von EKD und VEF zum Thema Taufe (epd-Dokumentation; PDF)

Zur Information

Der Festakt zur Stabübergabe in der Funktion des Rektors der Theologische Hochschule Reutlingen von Prof. Dr. habil. Roland Gebauer zu Prof. Christof Voigt findet am 22. November 2021 in Reutlingen statt.

Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie sowie einen staatlich anerkannten M.A. in »Christlicher Spiritualität«. Im Aufbau befindet sich der Studiengang »Soziale Arbeit und Diakonie«.
www.th-reutlingen.de

Vom Risiko christlicher Gemeinschaft

Mo., 07/26/2021 - 08:38

Dorothea Lorenz ist die neue Superintendentin des Stuttgarter Distrikts der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) im Bereich der Süddeutschen Konferenz. Die 50-Jährige wirkte zuletzt als Pastorin in Tübingen und wurde am gestrigen Sonntag, dem 25. Juli, in einem Gottesdienst in ihr neues Amt eingeführt. Sie ist Nachfolgerin von Siegfried Reissing, der dieses Amt zehn Jahre innehatte. Reissing wechselt mit dem Ende seiner Amtszeit in den Gemeindedienst und übernimmt als Pastor die Leitung des EmK-Gemeindebezirks Schweinfurt/Würzburg.

Gemeinschaft mit Konfliktpotential

Von »Statik und Beweglichkeit« sprach die neue Superintendentin in ihrer Predigt zum Dienstantritt über einen Text aus dem Epheserbrief (Kapitel 2, Verse 17 bis 22). Die dort von Paulus beschriebene Gemeinschaft von Christen verschiedenster Herkunft sei eine »besondere Hausgemeinschaft, ein Mehrgenerationenhaus« aus völlig unterschiedlichen Menschen: die einen mit »einem jüdischen Background«, andere seien zuvor »Sympathisanten des Judentums gewesen, bevor sie Christen wurden«, und wieder andere »hatten mit Gott bis vor kurzem gar nichts zu tun gehabt« und seien ganz neu in der Gemeinde gewesen. In dieser Mischung »steckte großes Konfliktpotential«, beschrieb Lorenz das Risiko dieser christlichen Gemeinschaft aus so unterschiedlichen Menschen. Aber, so Lorenz weiter, »Jesus macht sie kompatibel für seine Form von Hausgemeinschaft«: Menschen, die schon lange im Glauben stehen, Bewahrer und Erneuerer, sich für den Glauben interessierende und am Rand stehende und sich bis heute fremd fühlende Menschen. Jesus fügt sie in der Gemeinde zusammen.

Respekt vor Verschiedenheit

Wer sich diese im Epheserbrief beschriebenen Unterschiede bewusst mache, müsse wissen, dass es »ein gewisses Risiko« sei, sich in ein und derselben Hausgemeinschaft Vielfalt zu wünschen. Ihr mache der Epheserbrief aber Mut, »an meinem Wunsch, der mir manchmal naiv erscheint, festzuhalten«. Nötig dafür sei »Respekt vor Verschiedenheit«. Damit das gelingen könne, brauche es »eine Basis, die klar ist: den Grundstein oder Eckstein Jesus Christus«. Auf dieser Basis könne eine bewegliche Hausgemeinschaft wachsen, in der noch viel Platz sei. Denn, so Lorenz: »Die Hausgemeinschaft Gottes ist nie fertig. Der Bau ist längst noch nicht abgeschlossen.« Fest auf der Basis in Jesus Christus stehend erwachse daraus aber »eine vom Geist belebte Gegenwart und eine hoffnungsvolle Zukunft«.

Netzwerken und integrieren

Im Rahmen des Amtswechsels dankte Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, dem aus dem Amt scheidenden Siegfried Reissing für dessen Einsatz. Reissing sei »nicht nur eine, sondern oft mehrere Extra-Meilen gegangen«. Nicht selten habe er sich »bis zur Erschöpfung für den Zusammenhalt unserer Kirche in Deutschland eingesetzt«. Dabei habe er »immer auch die Position der Andersdenkenden stark gemacht«. Der 60-Jährige setzt seinen Dienst als Gemeindepastor in den unterfränkischen Städten Schweinfurt und Würzburg fort.

Der neuen Superintendentin wünschte Rückert einen guten Übergang aus dem Gemeindedienst in ihre neue Rolle. Ihre Stärken als »Netzwerkerin, die Menschen zusammenbringt«, und als eine Person, die »verschiedene Sichtweisen beieinander halten und integrieren kann«, seien gute Voraussetzungen, um die Aufgaben als Superintendentin zu meistern. Außerdem gehe es auch darum, mit den Gemeinden und den Hauptamtlichen zusammen, »die Relevanz des Evangeliums für Menschen außerhalb der Kirche und für unsere Gesellschaft« verständlich zu machen. Als »methodistisches Zentrum des Glaubens« sei das immer wieder »Motivation und Quelle des Dienstes«.

Vita und Aufgabenbereich

In der Nähe von Herrenberg aufgewachsen, kehrt Lorenz mit ihrer neuen Beauftragung an ihren Geburtsort zurück. Ursprünglich in der evangelischen Landeskirche beheimatet, erhielt sie vor allem in der Kinderkirchenarbeit viele Glaubensimpulse. Das Vorbild einer Vikarin war der »Anstoß dafür, dass ich Theologie studierte«, schildert die neue Superintendentin ihren Weg ins pastorale Amt. Während ihres Theologiestudiums in Mainz, Tübingen und Reutlingen begegnete sie »zum ersten Mal zwei Methodisten«. Einer der beiden wurde ihr Ehemann, woraus die Frage erwuchs, »in welcher Kirche wir zusammen eine Heimat haben könnten«. Den Ausschlag »für die EmK« gaben Besuche in Stuttgarter EmK-Gemeinden, in denen sie »auf eine echt feine Art« angesprochen wurden. »Das hat mich beeindruckt und dann zum Wechsel bewogen«, erzählt Lorenz den Weg zur Entscheidung.

Ihren pastoralen Dienst begann sie im Gemeindebezirk Nagold. Das kurz zuvor von der EmK entwickelte Teilzeitmodell sei für sie als junge Mutter damals »eine tolle Chance in der Familiensituation« gewesen. Nach der Ordination im Jahr 2011 und insgesamt sechs Jahren Gemeindedienst in Nagold wechselte sie als Gemeindepastorin nach Tübingen. Als Superintendentin ist sie jetzt für über 60 Gemeinden und rund 50 Pastoren und Pastorinnen zuständig. Ihr Verantwortungsbereich erstreckt sich großflächig um Stuttgart herum vom Kraichgau im Nordwesten über den Nordschwarzwald und den südlich von Stuttgart gelegenen Schönbuch bis zu den östlichen Ausläufern der Schwäbischen Alb. Darüber hinaus hält die Superintendentin Kontakt zu den zur Süddeutschen Konferenz der EmK gehörenden und in Stuttgart angesiedelten Büros des Kinder- und Jugendwerks, des Bildungswerks und der evangelisch-methodistischen Privatfunkagentur »Radio m«.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

»Oft hilft einfach nur Reden«

Fr., 07/23/2021 - 05:45

Am Anfang stand ein öffentlicher Aufruf der Krankenhausseelsorge des evangelisch-methodistischen Krankenhauses Martha-Maria in Nürnberg. Gesucht wurden Menschen, die sich in der Notaufnahme der Klinik um Patienten kümmern. Anlass des Aufrufs war die Wahrnehmung, dass Notaufnahme-Patienten oft lange warten müssten und in dieser Zeit mit ihrer Angst häufig alleine seien. Daraufhin meldeten sich Männer und Frauen im Alter von 55 bis 70 Jahren. Einige hatten gerade ihren Ruhestand angetreten, andere sind noch hauptberuflich als Verkäufer, Lehrer oder im Baugewerbe tätig. Sie waren bereit, sich als ehrenamtliche Seelsorger um Betroffene zu kümmern.

Niemand soll sich vergessen vorkommen

Im Rahmen des Projekts SINA unterstützen sie seit Ostern dieses Jahres die Notaufnahme am Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg. Die Abkürzung steht für »Seelsorge in der Interdisziplinären Notaufnahme«. Dafür absolvierten die zehn Männer und Frauen einen mehrmonatigen Kurs mit Gruppenabenden, Studientag und Praktikum. Mit dieser Vorbereitung sind sie ausgerüstet für Begegnungen mit Menschen in der Notaufnahme, die wöchentlich von bis zu 320 Patienten durchlaufen wird.

»Wer als Patient in der Notaufnahme landet, den wirft es erstmal aus seinem Lebensalltag heraus«, sagt Pastoralreferent Anton Baier, einer der beiden Initiatoren des Projekts. Die ehrenamtlichen Seelsorger begegneten den Menschen in der Ausnahmesituation der Notaufnahme. »Oft hilft einfach nur Reden«, erklärt der römisch-katholische Krankenhausseelsorger. Auch praktische Hilfe werde angeboten, indem beispielsweise Angehörige angerufen werden. Wichtig sei, dass sich die Patienten wahrgenommen fühlten. »Gerade bei langen Wartezeiten in der Notaufnahme soll sich kein Mensch vergessen vorkommen«, betont Martin Jäger, der andere Initiator des neuen Angebots. Er ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und leitet die Krankenhausseelsorge in Martha-Maria.

Ehrenamtliche stärken das Krankenhausangebot

Jede Schicht der ehrenamtlichen Seelsorger in der Notaufnahme dauert ungefähr zwei bis drei Stunden. Beim Einsatz tragen sie blaue Funktionskleidung, damit sie als Teil des Krankenhauspersonals erkennbar sind. Die Resonanz der Patienten sei durchweg positiv, heißt es in einer Mitteilung der Presseabteilung des Krankenhauses. »Viele Menschen erzählen mir ihre Lebensgeschichte. Das ist wahnsinnig berührend«, teilt Monika Horst ihre Erfahrung mit. Früher arbeitete die 65-Jährige als Assistentin der Geschäftsführung am Nürnberger Flughafen. Inzwischen hat sie zehn Einsätze in der Notaufnahme absolviert. »Den Menschen tut es in dieser verletzlichen Situation einfach gut, alles mal rauszulassen. Ich halte auch mal die Hand der Patienten und lasse mich voll auf sie ein.«

Das Angebot der Seelsorge in der Notaufnahme des Krankenhauses, ist ein weiteres Projekt mit Ehrenamtlichen, mit dem die Nürnberger Klinik Martha-Maria ihr umfassendes diakonisches Profil ausbaut, um den Menschen in ihren Nöten und Bedürfnissen beizustehen. Dazu gehören bereits die sogenannten »Sitzwachen«, in denen Ehrenamtliche im Rahmen eines Palliativprojekts Schwerkranke und Sterbende begleiten. Außerdem arbeiten rund fünfzig »Grüne Damen« am Krankenhaus. Sie lesen vor, fahren Pflegebedürftige im Rollstuhl spazieren, betreuen die Patientenbibliothek oder kümmern sich um viele weitere zwischenmenschliche Themen.

Bildnachweis: Martha-Maria, Nürnberg

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Seelsorgeangebot Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg

Zur Information

Martha-Maria ist ein selbstständiges Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche. Zu dem 1889 gegründeten Werk gehören Krankenhäuser, Berufsfachschulen für Krankenpflege, Seniorenzentren sowie Erholungseinrichtungen und Hotels mit insgesamt über 4.300 Beschäftigten in den Bundesländern Bayern, Baden- Württemberg und Sachsen-Anhalt.
https://kh-nuernberg.martha-maria.de/de/

Ein neuer »Gebetspartner« bietet sich an

Do., 07/22/2021 - 06:48

Schon seit Jahren gibt es unter dem Motto »Ich bete für meine Kirche« ein Angebot der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), wöchentlich wechselnd für einzelne Bereiche und Werke der Kirche in Deutschland zu beten. Die als Ergänzung dazu genutzte Smartphone-Anwendung »Deutschland betet« stellt in Kürze ihren Dienst ein. Deshalb bietet die EmK ihre wöchentlichen Impulse ab sofort über die Smartphone-Anwendung »Prayermate« (auf Deutsch etwa »Gebetspartner«) an. In der von englischen Christen entwickelten Anwendung für Mobiltelefone ist damit auch das EmK-Angebot »Ich bete für meine Kirche« zu finden.

Wöchentlich wechselnd werden sonntags eine Andacht und für die weiteren Wochentage Gebetsimpulse angeboten. Die Andacht legt den biblischen Wochenspruch der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen aus. In den Gebetsimpulsen werden konkrete Anliegen aus verschiedenen Bereichen der kirchlichen Arbeit unterbreitet.

An den Gebetsimpulsen beteiligen sich Personen aus insgesamt zwölf Arbeitsbereichen und Werken sowie Verantwortliche aus den neun Distrikten der EmK in Deutschland. Zu den Arbeitsbereichen gehören Evangelisationswerk, Erwachsenenbildung, Frauenwerk, Kinder- und Jugendwerk, Diakonie, Theologische Hochschule Reutlingen, Seniorenarbeit, Internationale Gemeinden, die Privatfunkagentur »radio m«, Weltmission, das Referat für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung und der Gemeinschaftsbund. Mit den Gebetsanliegen in Form von Dank und Bitten können einzelne Personen und Gebetsgruppen in den Gemeinden diese Anliegen aufgreifen und daraufhin informiert und konkret beten. Wer sich weiter über den jeweiligen Arbeitsbereich informieren will, findet eine Kurzinformation mit den Kontaktdaten und der Internetadresse.

Bildnachweis: EmK und Prayermate

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Große Spendenbereitschaft – enormer Hilfebedarf

Mi., 07/21/2021 - 16:37

In einem ersten Schritt stellen die Evangelische Kirche in Deutschland und die »Diakonie Deutschland« vier Millionen Euro Soforthilfe für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Westdeutschland bereit.

»Wir sind überwältigt von der enormen Solidarität«, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie angesichts der großen Spendenbereitschaft. »Dank der großartigen Unterstützung können wir sofort damit beginnen, das große Leid der Menschen in den Flutgebieten zu lindern.« Es sei weiterhin eine große Hilfsbereitschaft nötig, »die Menschen mit Spenden darin zu unterstützen, wieder auf die Beine zu kommen«. Der Bedarf an Hilfe sei enorm, so Lilie weiter.

Der Leiter der Diakonie-Katastrophenhilfe, Martin Keßler, teilt mit, dass zunächst unbürokratisch finanzielle Hilfen ausgezahlt würden, »damit die Menschen die größte Not der kommenden Tage überstehen«. Die Betroffenen könnten damit selbst entscheiden, was sie am dringendsten bräuchten. Die Soforthilfen werden über die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, den lokalen Partner der Diakonie-Katastrophenhilfe, verteilt.

Laut Informationen der Diakonie werden Freizeit-Angebote für Kinder und Jugendliche ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe sein. Weitere Maßnahmen würden zurzeit mit dem lokalen Partner, staatlichen Stellen und den kommunalen Krisenstäben abgestimmt.

Bildnachweis: Diakonie

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe rufen anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland zu Spenden auf. Die Evangelisch-methodistische Kirche als Mitglied der Diakonie Deutschland unterstützt den Aufruf.

Spendenkonto:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

Stichwort: Hochwasserhilfe Deutschland – Im Verwendungszweck die Nummer 5000032 ergänzen. Damit wird die Spendenherkunft automatisch der EmK zugeordnet.
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Immer auch das Unmögliche träumen

Mo., 07/19/2021 - 06:03

Zur Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wurde es amtlich: Die schon seit der ersten Pandemiewelle geschlossene »Herberge am Klosterwald« im thüringischen Bad Klosterlausnitz bleibt geschlossen. Der Betrieb kann nicht wieder aufgenommen werden. Damit geht eine eindrucksvolle Geschichte zu Ende, die in schwierigen DDR-Zeiten begann.

Ein Haus für Kinder, das so nicht heißen darf

Bereits 1974 gab es erste Überlegungen ein »Haus für Kinder« ins Leben zu rufen. Die Idee selbst ging auf Herbert Uhlmann, Pastor der EmK und damaliger Leiter des Kinderwerks der Ostdeutschen Konferenz, zurück. Gegen alle Widerstände, die auch mitten in der Kirche hörbar waren, trieb er das Projekt »Katechetisches Zentrum« voran. Gerhard Förster, ebenfalls EmK-Pastor und Uhlmanns Nachfolger, führte das Projekt weiter. So bekam die kritisch begleitete »Spinnerei« Hand und Fuß. Der etwas eigenartige Name war der Tatsache geschuldet, dass ein »Haus für Kinder« von den DDR-Behörden kaum geduldet worden wäre. Nicht zuletzt deshalb waren bis zur Einweihung eigenartige, aber sehr kluge Schritte nötig.

Mit Schlitzohrigkeit zum Erfolg

Auf dem Grundstück des damaligen Theologischen Seminars fanden sich drei Baubaracken. Sie dienten einst Bauarbeitern am Autobahndreieck Hermsdorfer Kreuz. Das Theologische Seminar sprang als Bauherr ein und stellte auch den Bauantrag, diese Baracken um- und auszubauen. Nach langem Behörden-Hin-und-Her wurde der Antrag genehmigt. Dass am Ende die Baracken gänzlich verschwunden waren und ein neues Haus entstanden war, war ein Wunder, das auch der Schlitzohrigkeit der Verantwortlichen zu verdanken war.

Ein Bischof als Namensgeber

Dem Spatenstich im Jahr 1977 folgte eine dreijährige Bauzeit mit unzähligen Stunden an Eigenleistung. Die Bausumme betrug am Ende 260.000 DDR-Mark, zu der weit über die Hälfte von Kindern und ihren Eltern durch eine Sammlung mit Sparhäuschen in Gestalt des neuen Hauses aufgebracht wurde. Kollekten, persönliche Spenden, Privatdarlehen und Zuschüsse der Konferenz füllten den Betrag auf. Unter dem Motto des damals noch recht jungen Liedes »Gott baut ein Haus, das lebt« wurde am 10. Mai 1980 Einweihung gefeiert.

Unzähliger Kinder- und Familienfreizeiten sowie Treffen verschiedenster Gemeindekreise fanden im »Katechetischen Zentrum John L. Nuelsen« ihr neues Zuhause. Der Namensgeber war von 1912 bis 1940 Bischof der Bischöflichen Methodistenkirche und der späteren Methodistenkirche  mit Zuständigkeit für Mitteleuropa und hatte nach dem 1. Weltkrieg die »Kinderhilfe der Methodisten« ins Leben gerufen. Im Haus standen dreißig Betten für Kinder und zwei Betten für die Leitung zur Verfügung. Die Verpflegung konnte über die Küche des nahegelegenen Theologischen Seminars bezogen werden. Weil das Haus barrierefrei  gebaut war, konnten auch erste Freizeiten für Menschen mit Behinderungen stattfinden.

Neustart als »Herberge am Klosterwald«

Nach der Wiedervereinigung wurde das Haus für fast zwei Jahre an die neu entstandene Fachklinik Klosterwald vermietet, die dringend Therapie- und Patientenzimmer benötigte. Als »Herberge am Klosterwald« gelang danach der Neustart und über die Jahre auch eine angemessene Werterhaltung. Die Herberge lebte in Nachbarschaft zur neugebauten »Kirche am Klosterwald« sowie zur Fachklinik. Das brachte viele Begegnungen und auch Synergieeffekte mit sich. Mit der ersten Welle der Pandemie wurde die Herberge im Frühjahr vergangenen Jahres geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt standen eigentlich die Jubiläumsfeierlichkeiten zum vierzigjährigen Bestehen an, die pandemiebedingt ausfielen. Während der Pandemie konnten die Räume der Herberge für die Klinik als Schleuse für Neuaufnahmen genutzt werden.

Stilles Ende einer Erfolgsgeschichte

Der bereits 2013 zwischen der Fachklinik und der Ostdeutschen Konferenz geschlossene Betreibervertrag wurde von der Fachklinik in der Zeit der pandemiebedingten Schließung gekündigt. Die Verantwortlichen der Ostdeutschen Konferenz sahen jedoch keine Möglichkeit, das Haus in Eigenregie weiterzuführen. Damit endet in diesem Jahr fast ein wenig still eine Erfolgsgeschichte der EmK. Grob überschlagen konnte die Herberge rund 120.000 Übernachtungen zählen. Sie war vor allem in den 1980er-Jahren ein wichtiger Impuls für die Arbeit mit Kindern der EmK in der DDR. Auch jetzt noch ruft sie in Erinnerung, dass Kirche nicht nur das Mögliche denken, sondern immer wieder auch das Unmögliche träumen muss. 

Bildnachweis: York Schön

Der Autor

Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Darüber hinaus begleitet er Gemeinden als Pastor im Interimsdienst. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit.ojk(at)emk.de.

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Herberge am Klosterwald
Fachklinik Klosterwald

Fürbitte für Menschen in Südafrika

So., 07/18/2021 - 06:20

Die Situation in Südafrika ist angespannt. Zum einen trifft die Corona-Pandemie das Land in einer dritten Welle erneut mit großer Wucht. Zudem haben sich seit der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma Blockaden von Straßen und Plünderungen ereignet – vor allem in der an der Ostküste Süudafrikas gelegenen Provinz KwaZulu-Natal, der Heimat Zumas, sowie in der im Nordosten des Landes gelegenen Provinz Gauteng, in der die Hauptstadt Pretoria und die Stadt Johannesburg liegen.

Zwischenzeitlich ist die Lage dort so eskaliert, dass der Notstand ausgerufen wurde. »Die Situation in Südafrika macht mich sehr besorgt«, sagt die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bosse-Huber. »Viele Menschen wissen überhaupt nicht, wovon sie für sich und ihre Familie den nächsten Tag bestreiten sollen«. Durch die Corona-Pandemie seien auch die letzten Reserven aufgebraucht. »Nun verschärft sich die um sich greifende Gewalt an vielen Orten Südafrikas dramatisch.«

Frank Aichele Leiter der EmK-Weltmission teilt mit, dass sich die in Wuppertal ansässige Einrichtung der der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, zusammen mit weiteren evangelischen Kirchen und Missionswerken einem Aufruf zur Fürbitte für die Menschen in Südafrika angeschlossen hat. Damit werde eine Bitte aus Südafrika aufgenommen, die Menschen dort im Gebet zu begleiten. Wenn Kirchen, Gemeinden und Werke diese Fürbitte für Südafrika aufnehmen, sei das »ein Dienst geschwisterlicher Liebe und Verantwortung«, erklärt Aichele.

Bildnachweis: Kathleen Barry, United Methodist Communications

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Fürbitte für Menschen in Südafrika (PDF)

Spendenaufruf anlässlich der Unwetterkatastrophe

Sa., 07/17/2021 - 06:38

»Diakonie Deutschland« und »Diakonie Katastrophenhilfe« rufen zu Spenden für die Opfer der Unwetter-Katastrophe in Westdeutschland auf. Die Evangelische Kirche im Rheinland und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe haben ein Spendenkonto eingerichtet, um den Menschen schnell zu helfen. Als Mitglied der Diakonie Deutschland unterstützt die Evangelisch-methodistische Kirche diesen Aufruf.

»Wir sind zutiefst schockiert«, äußert sich Ulrich Lilie, der Präsident der Diakonie Deutschland, angesichts des verheerenden Ausmaßes und der Folgen des Unwetters. Auch diakonische Einrichtungen seien betroffen sowie Menschen, die ambulant oder teilstationär in solchen Einrichtungen begleitet würden. Weiter sagte er: »Unsere Gedanken sind bei ihnen und bei allen Angehörigen der Todesopfer. Wir beten für sie und die Vermissten und danken den vielen helfenden Händen. Sie tun alles dafür, um Menschenleben zu retten und denjenigen Beistand zu leisten, die um nahestehende Menschen trauern.« Angesichts der nötigen Hilfen bittet Lilie um »Beistand, wo Sie nur können, unterstützen Sie ihre Nachbarinnen und Nachbarn, die ihr Hab und Gut verloren haben«. Die Diakonie Deutschland werde vor Ort anpacken, »um das Leid der Menschen zu mildern und ihnen in diesen schweren Stunden beizustehen«.

Martin Keßler, der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, ist zutiefst erschüttert von den Bildern aus den Flutgebieten in Westdeutschland. Die Lage sei weiterhin unübersichtlich, sodass es noch einige Zeit dauern werde, bis das vollständige Ausmaß der Katastrophe klar werde. Auch die Diakonie Katastrophenhilfe werde ihr Möglichstes tun, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Um helfen zu können, rufen die beiden Werke dringend zu Spenden auf.

Bildnachweis: Diakonie

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe rufen anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland zu Spenden für die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe auf:

Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. - Diakonie RWL
DE79 3506 0190 1014 1550 20; Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Weitere Spendenmöglichkeiten: www.diakonie-rwl.de/hochwasser-hilfe

Die Evangelisch-methodistische Kirche als Mitglied der Diakonie Deutschland unterstützt den Aufruf.

Neuer Umweltmanagement-Preis

So., 07/11/2021 - 05:59

Zum ersten Mal vergeben der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), der Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) und der Umweltgutachterausschuss (UGA) den Deutschen Umweltmanagement-Preis 2021. Unternehmen und Organisationen können sich dafür bewerben und für herausragende Leistungen im Klima- und Umweltschutz oder in der Umweltkommunikation Auszeichnungen erhalten. Bewerbungen sind bis zum 15. September möglich. Die Preisverleihung findet im November dieses Jahres statt.

Laut Informationen aus der Ausschreibung wir der Preis in drei Kategorien vergeben. In der »besten Maßnahme Umweltschutz« geht es um Maßnahmen und Projekte, die im Rahmen eines Umweltmanagements »zur Verbesserung der Umweltleistung von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen einer Organisation umgesetzt worden sind«. In der Kategorie »beste Maßnahme Klimaschutz« geht es um Maßnahmen und Projekte zur Reduktion von Emissionen und zur Verbesserung der Klimabilanz. Die dritte Kategorie zeichnet die »beste EMAS-Umwelterklärung« aus. Die eingereichten Umwelterklärungen sollen Praxis-Beispiele darstellen, »die Vorbild und Ideengeber für die Umweltberichterstattung sind«. Vor allem die dritte Wettbewerbskategorie ist für Kirchengemeinden interessant, die bereits eine erfolgreiche Umwelt-Zertifizierung durchgeführt haben.

In jeder der drei Kategorien werden zwei Organisationen ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Veranstaltung im November 2021 statt. Der Umweltmanagement-Preis 2021 ist der offizielle Nachfolge-Wettbewerb der EMAS-Awards auf nationaler Ebene, die zuletzt im Jahr 2019 ausgeschrieben wurden.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Informationen und Bewerbungsunterlagen zum Umweltmanagement-Preis 
Gewinner der EMAS-Awards 2019  
Die besten Praxisbeispiele der Nominierten für die EMAS-Awards 2019

Zur Information

Bewerbungsverfahren und Jurybewertung
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK) nimmt die Bewerbungen entgegen und koordiniert das Auswahlverfahren für den Deutschen Umweltmanagement-Preis 2021. Die Auswahl für die Auszeichnung erfolgt durch eine Experten-Jury aus verschiedenen Institutionen aus Politik, Umweltorganisationen, Wirtschaftsinstitutionen sowie vormaligen Preisträgern und Experten für Klimaschutz und Kommunikation.
Der Bewerbungsbogen steht zum Download auf der Internetseite des DIHK zur Verfügung. Bewerbungen können bis zum 15. September 2021 unter emas(at)dihk.de eingereicht werden.
Fragen zum Bewerbungsverfahren: über E-Mail emas(at)dihk.de oder telefonisch 030 20308-2205 an den DIHK.

EMAS
EMAS steht für »Eco-Management and Audit Scheme« und ist das europäische Premium-System zur Umsetzung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Organisationen sämtlicher Branchen. Es besitzt eine konsequente Ausrichtung aller Prozesse auf Nachhaltigkeitsaspekte und eine gesetzlich geregelte, prüfbare Nachhaltigkeitsberichterstattung. Als unabhängiges Beratungsgremium des Bundesumweltministeriums führt der Umweltgutachterausschuss (UGA) unterschiedliche Interessengruppen im Bereich Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement zusammen und setzt sich aktiv für die Umsetzung und Verbreitung von EMAS ein. Der UGA unterstützt mit seiner Arbeit das Ziel der Bundesregierung 5000 EMAS-Standorte bis 2030 zu erreichen.

Neubesetzung kirchlicher Leitungspositionen

Sa., 07/10/2021 - 08:00

In einer Sondersitzung traf der für den deutschen Teil der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zuständige Kirchenvorstand am gestrigen Freitagabend, dem 9. Juli, zwei Personalentscheidungen mit großem zeitlichem Vorlauf.

Jörg Hammer (53), Pastor der EmK und zurzeit Leiter des in Stuttgart ansässigen Kinder- und Jugendwerks der Süddeutschen Konferenz sowie der Zentralkonferenz, wird neuer Leiter der Kirchenkanzlei. In dieser Aufgabe wird er Nachfolger für Ruthardt Prager (66), der Ende des kommenden Jahres in den Ruhestand geht.

Olav Schmidt (55), Pastor der EmK und aktuell im Missionsdienst in Malawi, wird als Nachfolger für Frank Aichele Missionssekretär der Zentralkonferenz und Leiter der in Wuppertal ansässigen EmK-Weltmission. Frank Aichele (56) wechselt als Pastor in den Gemeindedienst und übernimmt zusätzlich Aufgaben im Bereich der Arbeit mit internationalen und Migranten-Gemeinden der EmK in Deutschland.

Beide Personalwechsel werden erst Ende des Jahres 2022 wirksam. Die Entscheidungen zum jetzigen Zeitpunkt waren nötig geworden, weil die Neubesetzung dieser Leitungsaufgaben weitere Personalplanungen nach sich ziehen, die zum Teil längere Vorläufe mit beteiligten Gremien benötigen.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Kirchliche Weltbünde fordern globales Steuersystem

Fr., 07/09/2021 - 09:55

Die großen kirchlichen Weltbünde forderten vor dem Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Venedig am heutigen Freitag, dem 9. Juli, ein gerechteres globales Steuersystem.

Ein solches sei nötig, um den Zugang zu medizinischer Grundversorgung und lebenslanger Einkommenssicherheit vor allem in armen Ländern zu sichern, hieß es in einem am Montag dieser Woche vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf veröffentlichten Brief an die G-20-Vertreter. Der Appell wird unterstützt vom Lutherischen Weltbund (LWB), der Weltgemeinschaft reformierter Kirchen, dem Weltrat methodistischer Kirchen sowie dem Rat für Weltmission. Diese Bünde vertreten zusammen mehr als eine halbe Milliarde Christen.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hätten reiche Länder mehr als 35 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Gesundheitsnotfälle und die Unterstützung der Wirtschaft aufwenden können. Arme Länder dagegen hätten nur sechs Prozent dafür einsetzen können. Das globale Steuersystem spiele in dieser Hinsicht eine zentrale Rolle bei der Finanzierung der Folgen der Krise.

Die kirchlichen Weltbünde begrüßten die Anstrengungen der Staatengemeinschaft für eine Steuerreform, nicht zuletzt das jüngst bekanntgewordene G7-Versprechen für einen Mindeststeuersatz von fünfzehn Prozent für alle international tätigen Unternehmen. Zur Beendigung der globalen Armut sei jedoch ein »systemischer Wechsel« nötig, lautete der Appell weiter. Die Pandemie zeige, dass der Lebensunterhalt und das Leben vieler Menschen auf dem Spiel stünden in einer Zeit, in der das Leben auf der Erde insgesamt bedroht sei.

Bildnachweis: ÖRK

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Ökumenischer Rat der Kirchen
Lutherischer Weltbund
Weltgemeinschaft reformierter Kirchen
Weltrat methodistischer Kirchen

Zur Information

Weltbünde christlicher Kirchen
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) wurde 1948 gegründet und repräsentiert rund 350 Kirchen mit mehr als 500 Millionen Christen weltweit. Der 1947 gegründete Lutherische Weltbund (LWB) ist die Dachorganisation von weltweit mehr als 75 Millionen lutherischen Christen. Zur 1875 gegründeten Weltgemeinschaft reformierter Kirchen (WGRK) gehören nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Christen aus reformierten, presbyterianischen, unierten, waldensischen und anderen Kirchen. Der Weltrat methodistischer Kirchen (World Methodist Council, WMC) startete 1881 bei einer in London abgehaltenen Konferenz und zählt mehr als 50 Millionen Menschen, die zu Kirchen methodistischer und wesleyanischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen gehören.

Bayerische Adventisten befürworten Frauenordination

Do., 07/08/2021 - 14:43

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) in Bayern hat am zurückliegenden Sonntag, dem 4. Juli, im Rahmen ihrer Landesversammlung im fränkischen Puschendorf die Ordination von Frauen zu Pastorinnen beschlossen. Die als Gastmitglied zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) gehörende Freikirche ringt schon seit längerem auf Weltebene sowie in kontinentalen und regionalen Untergliederungen um eine Klärung in der Frage der Frauenordination. Die Entscheidung der bayerischen Adventisten ist in dieser Diskussion ein weiterer Schritt, der die weltweit organisierte adventistische Kirche vor eine große Herausforderung stellt.

Entscheidung mit »gewisser Brisanz«

Ausgangspunkt dieser Entscheidung war ein jetzt der Landesversammlung vorgelegter und ausführlich begründeter Antrag zweier junger Pastoren, der darauf abzielte, die »vollumfängliche und einheitliche« Gleichstellung von Frauen und Männern im ordinierten pastoralen Amt zu erreichen.

Die Entscheidungsvorlage entbehre nicht einer »gewissen Brisanz«, heißt es in der Pressemitteilung des Adventistischen Pressedienstes (APD). Die adventistische Generalkonferenz, das auf weltweiter Ebene oberste Entscheidungsgremium der Freikirche, habe sich nämlich in den letzten Jahrzehnten bereits dreimal gegen die Frauenordination ausgesprochen, weshalb anderslautende Beschlüsse die Einheit der Kirche gefährden könnten, so APD.

Die Büchse der Pandora

Aus diesem Grund war die überregionale Kirchenleitung der Adventisten für Nord- und Ostdeutschland bereits durch die Weltkirchenleitung der Freikirche im Herbst 2019 verwarnt worden, nachdem für diesen Bereich die Frauenordination beschlossen worden war. Der bei der Tagung in Puschendorf anwesende Präsident der teilkontinentalen Kirchenleitung adventistischer Christen in West- und Südeuropa, Mario Brito, hatte laut APD-Mitteilung die Mitglieder der Landesversammlung deshalb auch gewarnt, dass womöglich »die Büchse der Pandora« geöffnet würde und man die Chance durch zu schnelles Vorgehen verspiele, wenn andere Regionen nicht mit einbezogen würden.

Wende eingeläutet

Mit einer Zweidrittel-Mehrheit (72 Ja-Stimmen, 35 Nein-Stimmen) unterstützten die Stimmberechtigten der Landesversammlung den Antrag zur Frauenordination, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Süddeutschen Verbands der Adventisten steht. In diesem Verband sind die Landesversammlungen der Adventisten in Bayern, Baden-Württemberg und der Region Mittelrhein mit Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zusammengeschlossen. Mit dieser Entscheidung sei »ein historischer Meilenstein gesetzt, eine Wende eingeläutet und ein deutliches Signal für andere Regionen der Freikirche« gesetzt, so Pastor Matthias Grießhammer, einer der Delegierten.

Bildnachweis: STA

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA)
Die Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern gehören zum Süddeutschen Verband (SDV) der Adventisten mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zu ihm zählen als weitere »regionale Vereinigungen« die Adventisten in Baden-Württemberg und in Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Der Süddeutsche Verband ist Teil der weltweit organisierten und strukturierten Kirche und untersteht der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Intereuropäischen Division/EUD) mit Sitz im schweizerischen Bern. Diese wiederum gehört zur Generalkonferenz der Adventisten, deren Sitz in Silver Spring im US-Bundesstaat Maryland ist.
In Deutschland gehören 563 Gemeinden mit rund 35.000 erwachsen getauften Mitgliedern zu dieser Freikirche. Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist in 213 Ländern mit 21 Millionen Gemeindegliedern tätig.
www.adventisten.de/

In Deutschland ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Dieser Freikirchenvereinigung gehören zwölf Freikirchen, unter ihnen auch die Evangelisch-methodistische Kirche, als Vollmitglieder an. Drei Freikirchen sind Gastmitglieder.
www.vef.de

Die »Stimme der EmK-Weltmission« ist im Ruhestand

So., 07/04/2021 - 06:15

Nach 23 Jahren der Mitarbeit im Büro der EmK-Weltmission geht Gertraud Gripentrog in den Ruhestand. Für viele Menschen aus dem Bereich der Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) war die frühere Missionarin der erste Kontakt mit der EmK-Weltmission und die Anlaufstelle, um Auskünfte, Materialien oder auch einen Tipp zu bekommen.

Gertraud Gripentrog stammt aus Oldenburg und wuchs in der dortigen EmK-Gemeinde auf. Sie lernte Krankenschwester und bewarb sich für den Missionsdienst, für den sie 1982 nach Nigeria ausgesandt wurde. Dort arbeitete sie mehrere Jahre für den Gesundheitsdienst der EmK. Eine Leukämieerkrankung zwang sie 1989 zum Abbruch der Tätigkeit in Nigeria.

Zusammen mit dem damals neuen Missionssekretär Thomas Kemper begann sie 1998 ihre Tätigkeit im Büro der Weltmission in Wuppertal. Mit Umsicht und großer Freundlichkeit hat sie 23 Jahre lang unzählige Telefonate angenommen, Briefe und E-Mails geschrieben und verschickt, Päckchen gepackt, Fotos sortiert und katalogisiert, Artikel geschrieben und redigiert und noch viele andere Aufgaben im Missionsbüro übernommen und organisiert. Für viele »EmK‘ler« war sie »die Stimme der EmK-Weltmission«, mit der man am Telefon oder »online« vieles klären und besprechen konnte.

Coronabedingt fand im Missionsbüro nur eine kleine Abschiedsfeier statt, bei der durch Beiträge und Grüße sehr viele Partner und langjährige Weggefährten »präsent« waren. Die zugesandten Beiträge, die »Trudi«, wie sie von fast allen genannt wird, bei der Feier überreicht wurden, zeigten die große Wertschätzung, die sie national und international genossen hat. Ihren Ruhestand verbringt Gripentrog in ihrer Heimat Oldenburg.

Bildnachweis: EmK-Weltmission

Die Autoren

Frank Aichele ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und Leiter der EmK-Weltmission. Holger Würth ist der Geschäftsführer der in Wuppertal angesiedelten Einrichtung. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Historischer Tag für die britischen Methodisten

Fr., 07/02/2021 - 18:03

Bis zum gestrigen Donnerstag, dem 1. Juli, tagte im englischen Birmingham eine Woche lang die Konferenz der Methodistischen Kirche in Großbritannien (The Methodist Church in Britain, MCB). Der aufsehenerregendste Beschluss war die Entscheidung zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Mit deutlicher Mehrheit von 254 Ja-Stimmen bei 46 Nein-Stimmen stimmten die Mitglieder der Konferenz den vorgeschlagenen Änderungen in der Ordnung der Kirche zu.

Nur einer von dreißig Distrikten ist dagegen

Der Entscheidung vorausgegangen war ein pandemiebedingt auf zwei Jahre ausgedehnter Beratungsprozess. Zur Tagung der Konferenz im Jahr 2019 war eine Vorlage angenommen worden, die daraufhin in den dreißig Distrikten der MCB beraten werden sollte. Unter dem Titel »In der Liebe eint uns Gott« (God in Love Unites Us) ging es um vorläufige Beschlüsse zu »Ehe und Partnerschaft«. Darin wurden die Definition von Ehe, die Zulassung gleichgeschlechtlicher Eheschließungen sowie die Gewissensfreiheit handelnder Personen und die Hoheit von Gemeinden über ihre Gebäude im Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Eheschließungen für die Ordnung und Praxis der Kirche neu formuliert.

Außer einem Distrikt hatten alle anderen die Vorlage mit durchschnittlichen Mehrheiten von über 75 Prozent befürwortet, was sich auch im jetzt erfolgten Beschluss niederschlägt. Mit dieser Entscheidung übernimmt die Methodistische Kirche in Großbritannien die vor zwei Jahren vorläufig in Kraft gesetzten Beschlüsse in ihre Ordnung. Damit sind gleichgeschlechtliche Trauungen durch kirchliche Amtsträger und in Gebäuden der Kirche möglich.

Gewissensfreiheit ist garantiert

Die Beschlussfassung geht einher mit einer Erweiterung der Definition von Ehe. In der neuen Ordnung ist die Ehe »eine lebenslange Verbindung von zwei Personen«. Die Uneinheitlichkeit in der Sichtweise zu dieser Frage schlägt sich in einer Ergänzung nieder. Darin heißt es, dass dies »in zweierlei Weise« verstanden werde. Für die einen könne die Ehe »nur zwischen einem Mann und einer Frau« geschlossen werden. Andere seien der Überzeugung, dass die Ehe »zwischen zwei beliebigen Personen« geschlossen werden könne. Im weiteren Beschlusstext betont die Kirche mit der Formulierung »die Methodistische Kirche bekräftigt beide Auffassungen«, dass es weiterhin unterschiedliche Überzeugungen gibt und diese nebeneinander Platz hätten.

In weiteren Klauseln wird nicht nur den pastoralen Amtsträgern, sondern allen handelnden Personen Gewissensfreiheit garantiert, sodass diese nicht gegen ihre Überzeugung gleichgeschlechtliche Trauungen durchführen oder begleiten müssen. In gleicher Weise ist den Gemeinden die alleinige Zuständigkeit für die eigenen Gebäude zugesichert, sodass in kirchlichen Gebäuden nicht gegen die mehrheitliche Überzeugung der Gemeinde eine gleichgeschlechtliche Trauung stattfinden kann.

Nötig sind Gebet und Respekt

Nachdem das Ergebnis der Abstimmung feststand, sagte Sonia Hicks, Pastorin und derzeitige Präsidentin der britischen Methodisten: »Die Debatte heute und unsere umfassenden Beratungen wurden mit Anstand und gegenseitigem Respekt geführt.« Es sei ein »historischer Tag für unsere Kirche«, aber auf dem weiteren Weg sei es nötig, »einander im Gebet zu begleiten und uns gegenseitig dabei zu ermutigen, unsere Unterschiede zu respektieren«.

In der vorausgehenden Debatte hatten verschiedene Redner dazu aufgefordert, unabhängig von der Entscheidung die Einheit zu bewahren und solche, die anderer Meinung seien, nicht auszugrenzen. Während des vorausgehenden zweijährigen Beratungsprozesses hatten die britischen Methodisten auch andere Konfessionen sowie weltweit methodistische Kirchen anderer Tradition in den Prozess des Zuhörens und der Beratung mit einbezogen. Deren schriftliche Reaktionen flossen in den vorgelegten Bericht für die Beschlussfassung mit ein.

Bildnachweis: Bildausschnitt aus dem Tagungsvideo vom Nachmittag des 30. Juni

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Meldung MCB (englisch)
Fragen und Antworten zum Thema der Meldung (englisch)
Dokument zur Beschlussfassung über Ehe und Parnerschaft (englisch

Zur Information

Die Methodistische Kirche in Großbritannien
Die Methodistische Kirche in Großbritannien (The Methodist Church in Britain, MCB) ist aus der methodistischen Erweckungsbewegung um die Brüder John und Charles Wesley im 18. Jahrhundert in England hervorgegangen. Nach eigenen statistischen Angaben vom Oktober 2020 zählt die Kirche 164.000 bekennende, aktive Kirchenglieder in rund 4.000 Gemeinden in Großbritannien (ohne Nordirland). Laut statistischen Angaben des Weltrats methodistischer Kirchen zählen sich in Großbritannien insgesamt rund 300.000 Menschen zu dieser Kirche.
www.methodist.org.uk
worldmethodistcouncil.org/statistical-information/

Engagiertes Handeln erwächst aus dem Gebet

Mo., 06/28/2021 - 06:37

Zum Abschluss ihrer Tagung feierte die Ostdeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) am gestrigen Sonntag, dem 27. Juni, einen Sendungsgottesdienst unter der Leitung von Superintendent Werner Philipp, der von Schwarzenshof aus ins Internet übertragen wurde.

Als Christen eine besondere Perspektive einbringen

»Da muss Salz rein!« So forderte Bischof Harald Rücket die Konferenzgemeinde in seiner Predigt zum Handeln in der Welt auf. Wenn heute über Frieden, Gerechtigkeit und würdiges Sterben diskutiert werde, »muss da Salz rein«, so Rückert. Der Bischof nannte weitere Themen, die gegenwärtig die Gesellschaft beschäftigten, beispielsweise das Anwachsen des Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und den Abbruch von Gesprächen zwischen Menschen mit gegensätzlichen Meinungen. »Da muss Salz rein!« Wenn sich Menschen in der eigenen Blase abschotten und mit allen, die »auch nur einen Tick« anders denken als man selbst, nichts mehr zu tun haben wollen, dann müsse da Salz rein.

Der Bischof nannte an dieser Stelle auch das Stichwort Klimawandel, das für viele immer noch ein Reizwort sei. »Klimagerechtigkeit ist natürlich ein Thema für Christen«, hebt Rückert hervor und spricht die Gemeinde direkt an: »Wir können hier eine besondere Perspektive einbringen.« In der Umwelt erkennen Christen die gute Schöpfung Gottes, für die sie dankbar sein könnten. Nichts sei dem Heilswillen Jesu entzogen. Deswegen hätten alle Herausforderungen in der Gesellschaft auch »mit uns Christen« zu tun, so Rückert.

Salz sein, Licht sein

Mit welchem Anspruch könnten Christen sich heute in der Welt einmischen, sei die Frage. Diese Zusage Jesu an alle, die ihm nachfolgen, Salz der Erde zu sein und Licht der Welt, werde ja auch in Frage gestellt. Zurecht, wie Rückert meint: Zu lange hätten Kirchen Gewalt und Unterdrückung geduldet, ja »gelegentlich gar befördert«. Heute müssten sich Kirchen mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs auseinandersetzen, weil es diese Fälle eben gebe. Auch das Zusammenleben in den Kirchen und Gemeinden sei nicht konfliktfrei. In ihnen gehe es nicht »so ganz anders zu, als in ›der Welt‹«. »Es steht uns gut an, sehr demütig und bescheiden zu werden«, hält Rückert fest.

Andere Maßstäbe leben

Die Worte »Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt!« sind wahr, weil Jesus sie sagt. Er ist es, der die Sünder gerecht spricht. So liege die Bedeutung von Christen nicht in dem, was sie in eigener Kraft ausrichten können, sondern in dem, was sie durch Christus sind – auch durch alle Schwachheit und alle Fehler hindurch. Glauben verändert den Menschen.

Rückert macht das an zwei zentralen Versen im Neuen Testament fest. Zum einen nennt er die Erkenntnis des Paulus: »Ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Kreatur« (2.Korinther 5,17). Es sei eben ein »gravierender Unterschied«, ob ein Mensch mit Gott lebe oder nicht, hält der Bischof fest, und nennt gleich eine Konsequenz des Glaubens: Folge ein Mensch Christus nach, führe dies zu einer Auseinandersetzung mit seiner Umgebung. Rückert verweist darauf, was Paulus von den Christen fordert: »Stellt euch nicht dieser Welt gleich!« (Römer 12,2). Heute heiße das, nicht fraglos dieselben Maßstäbe zu übernehmen.

Als Beispiel nennt er, dass Christen einen Blick für die Schwachen und Ohnmächtigen hätten. Wenn es heute zum Trend geworden sei, »über bestimmte Menschengruppen herzuziehen, sie abzustempeln oder gar Schlimmeres – dann soll es bei euch anders sein«, folgert Rückert. Weiter fordert er auf, zu erkennen, dass für »unseren Wohlstand« Menschen in anderen Teilen der Welt Lasten tragen müssten. Viele machten sich darüber keine Gedanken, aber »bei euch soll das anders sein«, fordert Rückert.

Es beginnt mit dem Gebet

Das Engagement für die Welt beginnt für Bischof Rückert mit dem Gebet. Salz sein heiße »Gottes Erbarmen erflehen« und unter Umständen »ihm unsere Ohnmacht und Hilflosigkeit klagen«. Aber eins sei sicher: »Unsere Welt braucht unsere Fürbitte.« Glaubende könnten ihre »Würzkraft« für die Welt bewahren, wenn sie Fürbitte halten, so Rückert. Aus dem Beten erwachse engagiertes Handeln, ist sich Rückert sicher. Dabei gebe es kein Thema in der Gesellschaft, das nicht eine kräftige »Prise Salz« vertragen könnte!

Aussendung von Missionaren nach Südafrika

Im Sendungsgottesdienst wurden Annekathrin und Matthias Buchold aus der evangelisch-methodistischenKreuzkirche, Leipzig, in den Dienst der deutschen EmK-Weltmission ausgesandt. Annekathrin Buchold ist Sozialarbeiterin und Musiktherapeutin. Im vergangenen Jahr leitete sie eine Chorbegegnungsreise nach Südafrika. Dabei sei deutlich geworden, welches Potential die Methodistische Kirche im Südlichen Afrika (Methodist Church in Southern Africa, MCSA) in diesem Bereich habe. In Gesprächen mit der leitenden Bischöfin der MCSA, Purity Malinga, und weiteren Beteiligten wurde ein Konzept entwickelt, wie dieses Potential mit Hilfe aus Deutschland gedeckt werden könnte. Dafür entwickelte die EmK-Weltmission ein neues Projekt.

Matthias Buchold ist ebenfalls Sozialarbeiter und wird voraussichtlich im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig sein. Zusammen mit den drei Kindern Albert, Vincent und Stella wird die Familie voraussichtlich noch im Herbst 2021 zu einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit an das in Mittelengland gelegene Cliff College aufbrechen. Der Start in Südafrika ist für Anfang 2022 geplant.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Erfurter Sopranistin Daniela Gerstenmeyer, die von Jürgen Härtig am Klavier begleitet wurde.

Bildnachweis: Jens Kluge

Die Autoren

Michael Putzke ist leitender Redakteur des zweiwöchentlich erscheinenden EmK-Magazins »Unterwegs«. Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz und begleitet Gemeinden als Pastor im Interimsdienst. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

EmK-Weltmission
Sopranistin Daniela Gerstenmeyer

Zur Information

Die Ostdeutsche Konferenz umfasst rund 110 Gemeinden in 56 Bezirken mit über 12.000 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Gebiet erstreckt sich von Erfurt bis Zittau und von Dessau bis Schöneck und Adorf im oberen Vogtland. Rund 150 Delegierte und Gäste nahmen an der Tagung teil.
Die nächste Ostdeutsche Jährliche Konferenz ist für 26. bis 29. Mai 2022 erneut auf Schwarzenshof geplant.
www.emk-ojk.de

Dienstzuweisungen Ostdeutsche Konferenz 2021

So., 06/27/2021 - 12:00

(x) Zahlen in Klammern = Anzahl der Dienstzuweisungsjahre

Distrikt Dresden

Superintendent Christhard Rüdiger (9)

  • Annaberg-Buchholz: Diethelm Schimpf (11)
  • Aue: Sven Tiesler (2); Petra Iffland (2), Gemeindereferentin
  • Bockau/Albernau: Stephanie Hallmann (7); Carsten Hallmann (4), Lokalpastor*; Heidrun Hertig (3)
  • Chemnitz-Friedenskirche: Thomas Günther (8); Christine Meyer-Seifert (2); Marcel Tappert (2), Lokalpastor; Susann Kober (2), Lokalpastorin
  • Crottendorf: Bernt Förster (4); David Melle (4), Gemeindepädagoge
  • Dittersdorf: Tobias Buschbeck (5), Lokalpastor*
  • Dresden-Emmauskirche: Thomas Härtel (3)
  • Dresden-Ost: Marie-Theres Ringeis (1)
  • Dresden-Immanuelkirche: Philipp Weismann (9), Lokalpastor*
  • Ehrenfriedersdorf: Michael Wetzel (1)
  • Eibenstock: Heidrun Hertig (5)
  • Grünhain: Stefan Gerisch (3)
  • Königswalde: Claudia Küchler (6), Lokalpastorin*; Sandra Mauersberger (1), Gemeindepädagogin**
  • Lauter: Andreas Hertig (3)
  • Lößnitz: zu besetzen; Katharina Tunger (3), Gemeindepädagogin in Ausbildung, Aufsicht: Stefan Lenk, Lokalpastor*
  • Marienberg: Jörg Herrmann (2)
  • Mittelsachsen: Thomas Günther (2); Christine Meyer-Seifert (2); Marcel Tappert (10), Lokalpastor; Susann Kober (2), Lokalpastorin
  • Oberlausitz: Olf Tunger (1); Christiane Mehlhorn (3), Lokalpastorin*
  • Raschau: Ute Möller (4), Lokalpastorin*
  • Schneeberg: Andreas Günther (8); Lutz Rochlitzer (3), Lokalpastor
  • Schönheide/Stützengrün: zu besetzen, Aufsicht: Michael Kropff
  • Schwarzenberg: Kersten Benzing (6); Marcel Tappert, Beauftragter für missionarischen Gemeindeaufbau der OJK
  • Sehmatal: Sebastian Mann (4); Diana Wolf (3), Lokalpastorin
  • Venusberg: Tobias Buschbeck (5), Lokalpastor*
  • Zschopau: Jörg Herrmann (2)
  • Zschorlau: Michael Kropff (8); Lutz Rochlitzer (3), Lokalpastor; Katharina Tunger (3), Gemeindepädagogin in Ausbildung
  • Zwönitztal: zu besetzen; Pedro Freundel (3), Lokalpastor*; Stephan Ringeis, Pastor im Interimsdienst
Distrikt Zwickau

Superintendent Werner Philipp (3)

  • Auerbach : Gerhard Künzel (7), Lokalpastor; Mandy Merkel (8), Gemeindepädagogin*
  • Ellefeld: Jörg-Eckbert Neels (4); Sophie Reichelt (1), Gemeindepädagogin**
  • Erfurt: Franziska Demmler (6)
  • Falkenstein: Jörg Eckbert Neels (4); Sophie Reichelt (1), Gemeindepädagogin**
  • Halle/Dessau: Kathryn Harris Weishaupt (3)
  • Jena/Weimar/Bad Klosterlausnitz: Eric Söllner (14)
  • Kirchberg/Wilkau-Haßlau: Lutz Brückner (6)
  • Leipzig-Bethesdakirche: Christin Eibisch (7)
  • Leipzig-Kreuzkirche: Friedbert Fröhlich (9); Katrin Bonitz (3), Lokalpastorin*
  • Netzschkau: York Schön (10)
  • Oberes Vogtland: Norbert Lötzsch (5); Dorothea Föllner (6), Lokalpastorin
  • Plauen:  Norbert Lötzsch (5); Dorothea Föllner (6), Lokalpastorin
  • Reichenbach: Mitja Fritsch (8)
  • Reinsdorf/Mülsen/Crossen: Jeremias Georgi (3)
  • Rodewisch: Gerhard Künzel (10), Lokalpastor*; Mandy Merkel (7), Gemeindepädagogin*
  • Thüringen Südost: Katrin Schneidenbach (3); Matthias Zieboll (4)
  • Thüringer Vogtland: Hendrik Walz (3)
  • Treuen: York Schön (10)
  • Werdau: Kathrin Posdzich (4), Pastorin auf Probe, Aufsicht: Mitja Fritsch
  • Zeitz/Gera: Jörg Recknagel (6)
  • Zwickau-Friedenskirche: Christian Posdzich (6); Marcel Franke, Praktikant
  • Zwickau-Planitz: Thomas Roscher (6)

* unter Aufsicht des zuständigen Superintendenten
** vorbehaltlich der Empfehlung der Jährlichen Konferenz

In besonderen Diensten im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen
  • Agaplesion Mitteldeutschland gemeinnützige GmbH
    Frank Eibisch (9)
  • Fachklinik Klosterwald Bad Klosterlausnitz
    Theologischer Geschäftsführer Eric Söllner (12)
  • Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau
    Seelsorgerin Kathryn Harris Weishaupt (3)
  • Diakonisches Altenhilfezentrum Rudolstadt
    Seelsorger Matthias Zieboll (3)
  • Come back e.V. Zittau
    Pastor Olf Tunger (1)
  • Evangelisationswerk
    Sekretär für Evangelisation (ZK) Barry Sloan (10)
  • Beauftragter für missionarischen Gemeindeaufbau der OJK
    Marcel Tappert (3)
  • Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR
    Stephan Ringeis (3)
  • Pastor im Interimsdienst
    Stephan Ringeis (3)
Pastorinnen und Pastoren im Ruhestand

Siegfried Barth, Gunter Demmler, Friedmar Dietrich, Kerstin Dietrich, Rudolf Endler, Gotthard Falk, Gottfried Fischer, Dieter Fleischmann, Gerhard Förster, Thomas Fritzsch, Christoph Georgi, Helmut Halfter, Ludwig Herrmann, Harald Hunger, Martin Kappaun, Birgit Klement, Friedhelm Kober, Johannes König, Reiner Kohlhammer, Manfred Kubig, Klaus Leibe, Stefan Lenk, Reinhold Mann, Horst Martin, Christoph Martin, Christian Meischner, Reinhard Melzer, Matthias Meyer, Klaus Morgenroth, Andrea Petzold, Siegfried Rex, Sebastian Ringeis, Thomas Röder, Wolfgang Ruhnow, Volker Schädlich, Joachim Schmiedel, Helmut Schönfeld, Gotthard Schreier, Karl-Friedrich Siebert, Horst Sterzel, Dieter Straka, Klaus Straka, Friedemann Trommer, Herbert Uhlmann, Uta Uhlmann, Gerhard Weigelt, Andreas Wiederanders, Harry Windisch, Karl Zehrer

Bewerber und Bewerberinnen für das Predigtamt - Studierende
  • An der Theologischen Hochschule Reutlingen
    Felix Süß
  • An Universitäten und anderen Ausbildungsstätten
    Christiane Mehlhorn, Lokalpastorin, Fernstudium Universität Marburg; Diana Wolf, Lokalpastorin, Fernstudium Universität Marburg; Tobias Buschbeck, Lokalpastor, Fernstudium CVJM-Kolleg Kassel
Beauftragungen
  • Hauptamtliche Beauftragungen in der Jährlichen Konferenz
    Josefine Will: Referentin im Kinder- und Jugendwerk, Gemeindepädagogin (2)
    Jeremias Georgi: Pastor im Kinder- und Jugendwerk (3)
    David Melle: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (6)
  • Nebenamtliche Beauftragungen in der Jährlichen Konferenz
    Katrin Bonitz: Konferenzbeauftragte für kirchlichen Unterricht (11), Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (7), Beauftragt mit der Leitung des Kinderchores der EmK (3)
    Philipp Weismann: Gemeindepädagogische Arbeit in Dresden (9), Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (7)
    Katharina Tunger: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (1)
    Mandy Merkel: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (6)
    Carsten Hallmann: Gemeindepädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendwerk (4)
    Frank Eibisch: Direktor Ev.-meth. Diakoniewerk Bethanien Chemnitz (18)
    Lutz Brückner: Beauftragt mit der Leitung des Kinderchores der EmK (27)
    Michael Beier: Konferenzsekretär für Junge Erwachsene (2)
    Thomas Roscher: Konferenzsekretär für Erwachsenenbildung (15)
    Thomas Röder: Konferenzsekretär für Seniorenarbeit (8)
    Andreas Hertig: Konferenzsekretär für Evangelisation (17)
    Diethelm Schimpf: Distriktssekretär für Evangelisation DD (11)
    Kathryn Harris Weishaupt: Distriktssekretärin für Evangelisation ZD (3)
    Thomas Günther: Konferenzsekretär für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit (5)
    Jörg Herrmann: Konferenzbeauftragter für Kirchenmusik (13)
    zu besetzen: Ausländerbeauftragte/r
    Torsten-Michael Ufer: Suchtbeauftragter (7)
    Stephan Ringeis: Beauftragter für Öffentlichkeits- und Rundfunkarbeit (3)
  • Nebenamtliche Beauftragungen im Bereich der Zentralkonferenz
    Jörg Herrmann: Kirchenmusik und Gesangbuch (17)
    Thomas Roscher: Beauftragter für Gottesdienst und Agende (5)

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit; Grafik Ralf Würtz

Wenn das Leben nicht mehr wie gewohnt weitergehen kann

So., 06/27/2021 - 06:32

Die in der Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof tagende Ostdeutsche Jährliche Konferenz hatte am gestrigen Samstag, dem 26. Juni, den letzten Sitzungstag. Es ging um die Bewältigung von Krisen sowie um den Haushalt der Konferenz. Zum Abschluss des Tages berührte ein Konzert mit Sefora Nelson die kleine Schar vor Ort sowie die per Livestream zugeschalteten, weit verstreut wohnenden Zuschauer.

Nicht zu schnell nachgeben

»Ich weiß, dass dieses Thema nicht ohne aktuellen Bezug zur Situation der methodistischen Kirche gewählt wurde«, war der Einstieg ins Thema des für die Tagung einer Ostdeutschen Jährlichen Konferenz traditionellen Theologischen Referats. Dafür war Matthias Stiehler, Theologe, psychologischer Berater und promovierte Erziehungswissenschaftler aus Dresden, gewonnen worden. Es ging um Krisen und wie sie bewältigt werden können. Er wolle sich in die konkrete Auseinandersetzung nicht einmischen, vielmehr wolle er psychologische, aber auch theologische Orientierung geben. Durch seinen beruflichen Hintergrund als Paarberater und seine theologische Fachkenntnis gewannen seine Aussagen große Lebensnähe.

»Eine Krise«, so Stiehler, lasse sich ganz einfach als eine Situation beschreiben, »in der das Leben nicht mehr in den gewohnten Bahnen weitergehen kann«. Krisen seien mehr als eine kleine Störung oder ein kleines Ruckeln. Bei Krisen gehe es »um etwas Grundsätzliches«. Etwa das Fremdgehen eines Partners, eine Krebsdiagnose oder massive Auseinandersetzungen. Dabei gehe es auch um Argumentation, um das Ringen um Wahrheit oder den richtigen Weg. Zu schnelles Nachgeben sei falsch, wenn es um wichtige Themen gehe. Aber wenn dem anderen das Recht auf eine andere Meinung abgesprochen werde und schon von vornherein gesagt werde, dass diese Meinung falsch sei, »dann ist das Miteinander bedroht und die Beziehung ist in der Krise«.

Die Wahrheit besitzen wir nie

Christen, so sagt der Theologe und Berater, hätten dafür eigentlich das Korrektiv des Glaubens. Denn der Glaube betone, »dass die Wahrheit bei Gott liegt und wir selbst niemals im Besitz der völligen, endgültigen Wahrheit sind«. Es könne um die Wahrheit gerungen werden, sie könne gesucht werden und man könne sich ihr annähern, »aber im Besitz haben wir sie nie.«

Wenn es nicht gelinge, einen Konflikt gemeinsam und relativ zügig zu beenden, dann sei Hilfe von außen nötig. Viele Menschen empfänden es allerdings als Kränkung oder Niederlage, wenn sie Hilfe annehmen müssten. Stiehler: »Das ist es keineswegs!« Komplexe Krisen seien nicht alleine lösbar. Problematisch sei vielmehr, »wenn gar keine Hilfe in Anspruch genommen wird oder wenn sie zu spät organisiert wurde«. In diesem Zusammenhang zitierte er Paulus mit dessen Lob der Schwachheit als Stärke im zweiten Korintherbrief (Kapitel 12). Stiehler: »Ich möchte sagen, dass nicht die immer Starken eine gute Beziehung führen, sondern eher die, die auch schwach sind und sich das zugeben können.«

Flexibilität und Mut zur Veränderung

Auch die Mitglieder der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz berieten das sogenannte »Strukturpapier«. Darin schlug eine Planungsgruppe für die Arbeitsweise der EmK auf Ebene der Zentralkonferenz Deutschland eine deutliche Verschlankung vor. Die Superintendenten Christhard Rüdiger und Werner Philipp lenkten den Blick in ihrer Einführung in besonderer Weise auf »das Verhältnis von Ehrenamt und Hauptamt«. Die Gemeinden sollten in Zukunft stärker in Eigenverantwortung das Gemeindeleben gestalten, so die Tendenz der vorgelegten Strukturveränderungen. Diese grundlegende Weichenstellung werde Arbeitsformen, Dienstaufgaben und vor allem das Zusammenwirken von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen verändern. Es müsse zwar berücksichtigt werden, dass dieses Papier vor der Pandemie entstanden sei. Dennoch seien die Impulse weiterhin gültig.

Viele Gesprächsbeiträge waren sich darin einig, dass Änderungen nötig seien. Eine Person brachte dies so auf den Punkt:  In Deutschland gebe es heute halb so viele Kirchenglieder der EmK wie bei der Entstehung der bestehenden Strukturen. Deshalb müssten wir neue Wege suchen.  Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass mit den neuen Regelungen, eine Amtskirche entstehen könne, weil viele Dinge geregelt und zugeordnet werden müssten.

Außerdem würde sich mit der Stärkung des Ehrenamts auch der pastorale Dienst verändern müssen. Menschen müssten ihre Gaben entdecken, es brauche Schulungen und die Bereitschaft der Pastorinnen und Pastoren, Veränderungen anzugehen. Ihre neue Aufgabe würde stärker bei der Förderung des Ehrenamts liegen, während der bisher ausgeprägte Generalismus im pastoralen Selbstverständnis deutlich hinterfragt werde. Dazu brauche es viel Flexibilität und Mut zur Veränderung. Festgefahrene Erwartungen, »alles wie bisher zu machen«, würden den Prozess lähmen.

Die Herausforderungen seien nur zu bewältigen, wenn Ehrenamtliche und Hauptamtliche sich gemeinsam auf den Weg machten. Letztlich gehe es um die Fragen: »Wer geht los?« und »Wie finden wir eine Richtung?« Für den Aufbruch in diese Veränderungen könnten auch die Möglichkeiten der Gemeindeberatung stärker in Anspruch genommen werden.

Finanzielle Einnahmen stabil

Am Samstagnachmittag standen die Konferenzfinanzen im Mittelpunkt. Erfreulicherweise blieben die Einnahmen im zurückliegenden Pandemiejahr gegenüber dem Vorjahr stabil. Eine weitere Steigerung wie in den Jahren zuvor war aufgrund der Pandemie nicht möglich. Der Gebedurchschnitt pro Kirchenglied und Jahr ist erneut um rund drei Prozent gestiegen. Leider wird die positive Wirkung dieser Steigerung durch die abnehmende Zahl der Kirchenglieder von jährlich rund zwei Prozent wieder abgeschmolzen. Die Zahl der Kirchenglieder in der Ostdeutschen Konferenz liegt jetzt knapp über 7.000. Immer weniger Kirchenglieder tragen daher die finanziellen Aufgaben. Das sei, so der Schatzmeister Jörg Ringeis, erfreulich, aber es stelle sich die Frage, wie lange ein durch diese Steigerungen annähernd ausgeglichener Haushalt noch möglich sein werde.

Ort nachhaltigen Lebens

Für den Tagungsort, die Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof, richtete die Konferenz einen Fonds zur Erhaltung und Entwicklung der Immobilien ein. Die dafür eingesetzte Summe von 250.000 Euro soll helfen, das auf Schwarzenshof in Gang gebrachte Projekt »Kirche in anderer Gestalt« zu entwickeln. Dabei sollen ökologische Gesichtspunkte eine große Rolle spielen. Beispielsweise soll Schwarzenshof mit einem neuen Energiekonzept zu einem »Ort des nachhaltigen Lebens« werden.

»So einen Ausblick hatte ich noch nie«

Fast hätte ihr »Navi« Schwarzenshof mit dem Schwarzwald verwechselt, erzählte Sefora Nelson. Die Sängerin aus dem schwäbischen Backnang war schon für die pandemiebedingt ausgefallene letztjährige Konferenztagung eingeladen worden. Mit einem Jahr Verspätung fand nun in ganz besonderer Atmosphäre zum Wochenausklang am Samstagabend ein Konzert statt. Im Backhaus am weißen Flügel schlug die Künstlerin ganz authentisch eine Brücke zu den wenigen Konzertbesuchern im und ums Backhaus herum.

»So einen Ausblick hatte ich noch nie zu einem Konzert«, schwärmte sie von dem Ambiente der Veranstaltung im Licht der untergehenden Sonne. Mit klarer Stimme und nachdenklichen Texten brachte sie ihren persönlichen Glauben zu Gehör. »Gott ist treu«, war ihre Botschaft trotz aller durch die Pandemie zutage getretenen Unwägbarkeiten des Lebens. Wie ein roter Faden zog sich dieser Gedanke durch den Abend.

Mit neunzehn Jahren war die in einer italo-deutschen Großfamilie aufgewachsene Sängerin nach Chicago und später nach Frankreich gezogen, um Gesang und Theologie zu studieren. Diese Verbindung ist charakteristisch für ihre Lieder, in denen sie aus ihrem Leben erzählt. Ein Leben mit Gott, das in ihrer persönlichen Ausstrahlung erkennbar wird. Ihr Gespür für Melodielinien, die im Ohr hängen bleiben, lassen die Gedanken zum Leben und Glauben über den Abend hinaus nachklingen. Ein stimmungsvoller Ausklang einer ungewohnten und anstrengenden »so ganz anderen«, weil digitalen Konferenz.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren

Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links

Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz
Theologisches Referat (PDF)

Zur Information

Die Ostdeutsche Konferenz umfasst rund 110 Gemeinden in 56 Bezirken mit über 12.000 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Gebiet erstreckt sich von Erfurt bis Zittau und von Dessau bis Schöneck und Adorf im oberen Vogtland. Rund 150 Delegierte und Gäste nehmen an der Tagung teil.
www.emk-ojk.de

Vom Entweder-Oder und vom Sowohl-als-auch

Sa., 06/26/2021 - 09:39

Am ersten Sitzungstag der »auf Schwarzenshof« tagenden Ostdeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) stehen zwei Themen im Mittelpunkt: Die Erfahrungen in den Gemeinden während der inzwischen einjährigen Pandemiezeit sowie die Entscheidungen des deutschen EmK-Kirchenvorstands mit der Gründung des Gemeinschaftsbunds und der Öffnung der Kirche in sexualethischen Fragen. Den Tag beschließt ein Konferenzabend mit »Gedenken, Danken und herzlichem Willkommen«.

Menschen, die neu erreicht wurden, und andere kommen nicht mehr

»Faszinierend, wie unterschiedlich der anfängliche Schock wahrgenommen wurde«, war eine der Stimmen zu den Erfahrungen während der Pandemie. Mit einer thematischen Einführung zu verschiedenen Phasen der Trauer von Werner Philipp, Superintendent des Zwickauer Distrikts, und in Gesprächsgruppen stellten sich die Mitglieder der Konferenz den Auswirkungen der Pandemie im persönlichen und kirchlichen Alltag.

Die Äußerungen bewegten sich zwischen »plötzlicher Ruhe« und »Stress mit dem Umorganisieren des Familienlebens« bis hin zur Frage, ob nach den pandemiebedingten veränderten Gottesdiensterfahrungen »neue Formen und Zeiten« nötig seien, um das Gemeindeleben nach der Pandemie neu auszurichten. Es seien mit den Möglichkeiten digitaler Übertragung von Gemeindeprogrammen auch neue Menschen erreicht worden, »die sonst nicht in den Gottesdienst kommen«. Allerdings seien in der Zeit der Pandemie auch Menschen abgesprungen, sodass die Frage bewegt werden müsse, wie denen nachgegangen werden könne, »die nicht mehr kommen«.

Raum für Öffnung und Toleranz für konservative Überzeugung

In großer Offenheit berieten die Konferenzmitglieder die Ergebnisse des Runden Tischs, mit denen die Entscheidungen des Kirchenvorstands zur Gründung des Gemeinschaftsbunds sowie die Öffnung der Kirche hinsichtlich des Umgangs mit Homosexualität in der Kirche vorbereitet worden waren. Der Superintendent des Distrikts Dresden, Christhard Rüdiger, hatte dazu eine Präsentation vorbereitet, in der die Folgen von Entweder-Oder-Entscheidungen und von Sowohl-als-auch-Kompromissen beleuchtet wurden. Damit war der Grundtenor für die Gesprächsbeiträge gelegt. Viele Konferenzmitglieder beteiligten sich mit persönlichen Erfahrungen, Hoffnungen und Befürchtungen an der Aussprache.

Der in etlichen Voten wahrnehmbare Wunsch zielte darauf ab, dass der von den Mitgliedern des Runden Tischs praktizierte faire Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen sich auch in die Gemeinden hinein fortsetzen solle. So könnten Gemeinden die Öffnung der Kirche in sexualethischen Fragen befürworten, indem in der Ordnung der Kirche die restriktiven Passagen zur Homosexualität außer Kraft gesetzt werden. Gleichzeitig solle die Toleranz so weit gehen, dass Personen und Gemeinden mit einer konservativen Überzeugung in diesen Fragen ihren geachteten Platz und ihre geistliche Heimat in der Kirche haben. Alles andere wäre eine Diskriminierung solcher Gemeinden und Personen und ihnen gegenüber ein deutliches Signal, dass man sie nicht wirklich als eine Bereicherung der Gemeinschaft ansehe und sie auch nicht in der Kirche behalten wolle.

Spiegelbild lebendiger Dienstgemeinschaft

Der Konferenzabend zum »Gedenken, Danken und herzlichen Willkommen« war für die Verantwortlichen unter den Bedingungen einer virtuellen Veranstaltung als Internetübertragung eine besondere Herausforderung. Trotz der ungewohnten Form gelang es Superintendent Christhard Rüdiger und Distriktslaienführer Steffen Landrock zusammen mit Bischof Harald Rückert, an Menschen in angemessener Form zu erinnern, Dank für langjährige Dienste auszusprechen und der Freude Ausdruck zu verleihen, dass Menschen ihren Dienst in der Kirche beginnen.

Gedacht wurde verstorbener Personen aus der Dienstgemeinschaft: den Pastoren Lothar Schieck, Eduard Riedner, Gerhard Riedel und Pastorin Esther Roch; Anita Falk, Ehefrau von Pastor Gotthard Falk, und Daniel Meyer, Ehemann von Pastorin Christine Meyer-Seifert; den Diakonissen Christine Grünert und Ruth Rabold. Dienstjubiläen feierten Herbert Uhlmann und Friedhelm Kober (60 Dienstjahre), Andrea Petzold und Friedbert Fröhlich (40) sowie Eric Söllner und Claudia Küchler (25). Den Dienst beginnen Sandra Mauersberger und Sophie Reichelt als Gemeindepädagoginnen, Marcel Franke als Praktikant und Dorothea Föllner, die ihre Empfehlung zum Verbleib als Lokalpastorin erhielt.

Bischof Harald Rückert dankte für die vielfältigen Zeugnisse, Berichte, Einsichten und Erfahrungen, die ein Hinweis auf Gottes Güte seien. Ein gelungener Abend als Spiegelbild lebendiger Dienstgemeinschaft in der Ostdeutschen Konferenz.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autoren

Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Die Ostdeutsche Konferenz umfasst rund 110 Gemeinden in 56 Bezirken mit über 12.000 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Gebiet erstreckt sich von Erfurt bis Zittau und von Dessau bis Schöneck und Adorf im oberen Vogtland. Rund 150 Delegierte und Gäste nehmen an der Tagung teil.
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Radioarbeit braucht Blick über den Tellerrand

Fr., 06/25/2021 - 18:55

Die Privatradioagentur »radio m« der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hat eine neue Leitung. Stefan Reinhardt leitet ab Juli die in Stuttgart ansässige missionarisch ausgerichtete Radioagentur. Am heutigen Freitag, dem 25. Juni, wurde Reinhardt in einem Gottesdienst in der Stuttgarter Hoffnungskirche durch Superintendent Stefan Kettner in sein neues Amt eingesetzt. Reinhardt ist Nachfolger von Dagmar Köhring, die diese Aufgabe sieben Jahre innehatte. Seit Anfang des Jahres ist sie wieder im Gemeindedienst und als Pastorin für den EmK-Bezirk Weitefeld zuständig.

Ideale Voraussetzungen für die neue Aufgabe

Stefan Reinhardt ist Pastor der EmK und hat eine bewegte »kirchliche Biographie«. In einer ökumenischen Ursprungsfamilie aufgewachsen – Vater landeskirchlich evangelisch, Mutter römisch-katholisch – findet er als katholisch getaufter Jugendlicher in der Jugendarbeit seiner evangelischen Landeskirche zum Glauben. Hier entdeckt er seine Berufung zum hauptamtlichen pastoralen Dienst. Zunächst studiert er Geschichte und Germanistik in Heidelberg und wechselt – immer noch als Katholik – aufgrund eines »immer stärker werdenden inneren Drängens« ins Studienfach evangelische Theologie. Im Rahmen der Fortsetzung des Studiums in Tübingen wechselt er in die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Über die Evangelisch-methodistische Kirche wusste er damals »so gut wie nichts«, wie er selbst sagt. Nach dem Examen als Diplomtheologe ändert sich das, als Reinhardt auf der zunächst vergeblichen Suche nach einer landeskirchlichen Pfarrstelle die Stellenanzeige der EmK entdeckt. Im Rahmen seiner Recherchen über »diese Kirche« stellt er nachträglich dazu fest: »Vielleicht war ich da schon Methodist, nur wusste ich es nicht!« Daraufhin wechselt er in die Evangelisch-methodistische Kirche, in der er 1998 seinen pastoralen Dienst aufnimmt und 2003 ordiniert wird.

Reinhardts Berührungspunkte mit unterschiedlichen Frömmigkeitsformen, Gemeinden und Kirchen seien »eine ideale Voraussetzung für seine neue Aufgabe« hieß es bei seiner Diensteinführung. Deutschlandweite Agenturarbeit und Kooperationen mit zahlreichen Sendern und Partneragenturen »braucht einen Blick weit über den eigenen Tellerrand hinaus«.

Ihn begeistert am Glauben, »dass es in Jesus Christus eine konkrete Hoffnung für jeden Menschen gibt«. Diese Hoffnung müsse nicht selbst erschaffen oder produziert werden, betonte er in seiner Predigt beim Einführungsgottesdienst. Sie sei da, auch wenn Umstände nicht als hoffnungsvoll erfahren werden. Dies befreie und ermutige zugleich.

Menschen erreichen, die von der Hoffnung nichts wissen

An seiner neuen Aufgabe begeistert Reinhardt, dass es darum gehe, »diese Hoffnung zu den Menschen zu tragen«. Das Medium Radio erreiche gerade auch Menschen, »die von dieser Hoffnung nichts wissen oder wissen wollen«. Deshalb freue er sich darauf, von dieser Arbeit auch bei Gemeindebesuchen zu berichten.

Reinhardt übernimmt die Leitung von »radio m« als neue Beauftragung, bleibt aber mit reduziertem Arbeitsumfang Gemeindepastor des EmK-Bezirks Mittleres Remstal. Seit neun Jahren ist der 51-Jährige dort für die Gemeinden Schorndorf und Plüderhausen zuständig. Zuvor war er neun Jahre als Pastor für die EmK-Gemeinde in Schorndorf zuständig. Stefan Reinhardt ist verheiratet und hat zusammen mit seiner Ehefrau drei Kinder.

Bildnachweis: radio m

Die Autoren

Gerrit Mathis ist Redaktionsleiter der Privatradioagentur »radio m« der Evangelisch-methodistischen Kirche. Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Privatradioagentur »radio m« 

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»radio m« ist die Privatradioagentur der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Der Sitz der Agentur befindet sich in Stuttgart-Giebel. Beliefert werden 16 private Radiosender in ganz Deutschland – sowohl lokale Sender im Südwesten als auch große Landessender wie das niedersächsische Radio ffn oder Antenne Thüringen oder das deutschlandweite Klassikradio. Mit Radioandachten, Kommentaren, journalistischen Beiträgen und kirchlichen Magazinsendungen erreicht »radio m« wöchentlich rund 1,3 Millionen Hörer. Darüber hinaus bietet »radio m« online weitere eigene Beiträge an.
»radio m« ging 1987 mit Einführung des privaten Rundfunks aus der 1959 gegründeten Rundfunkmission »Gott ruft dich heut« hervor.

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