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Aktualisiert: vor 5 Stunden 50 Minuten

EmK und Judenmission

Mo, 08/21/2017 - 09:00

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich im November 2016 in ihrer Erklärung »… der Treue hält ewiglich« deutlich von der Judenmission distanziert. Die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hat im Mai 2016 zur Frage der Beziehungen zwischen Christen und Juden eine Stellungnahme abgegeben. Die EmK hat auf vier Kontinenten Gemeinden. Nur 0,26 Prozent ihrer bekennenden Kirchenglieder wohnen in Deutschland (in Europa leben 0,48 Prozent; Zahlen von 2014). Das ermöglicht der Generalkonferenz eine etwas andere Sicht der Dinge.

Die Resolution

Die Resolution »United Methodist Guiding Principles for Christian-Jewish Relations« (Evangelisch-methodistische Leitlinien für christlich-jüdische Beziehungen) ist sehr umfangreich und differenziert. Sie geht davon aus, dass es nur einen lebendigen Gott gibt, an den sowohl Juden als auch Christen glauben. Jesus und seine ersten Nachfolger seien Juden gewesen, was für uns als Christen bis heute von großer Bedeutung ist: »Weil christlicher Glaube fest im biblischen Judentum wurzelt, verstehen wir, dass Wissen über diese Wurzeln für unseren Glauben wesentlich ist.«

Christen meinten oft, das Judentum zu kennen, weil sie in der Bibel lesen. Doch Judentum und Christentum hätten sich seit der biblischen Zeit beide weiterentwickelt. Dies sei oft in wechselseitiger Beeinflussung und mit Gottes fortwährender Selbstoffenbarung in der Welt geschehen.

Juden und Christen seien durch einen jeweils eigenen biblischen Bund mit Gott verbunden. Beide Bünde seien ewig gültig. »Während die kirchliche Tradition gelehrt hat, dass das Christentum als das ›neue Israel‹ das Judentum ersetzt hat, sind wir nicht der Auffassung, dass frühere Bundesbeziehungen ungültig geworden sind oder sich Gott von seinen jüdischen Bundespartnern abgewandt hat.«

Judenmission ohne Zwang

Dazu heißt es in der Resolution unter anderem: »Als Christen sind wir eindeutig aufgerufen, das Evangelium Jesu Christi jederzeit und überall zu bezeugen. Zugleich glauben wir, dass Gott fortwährend durch das Judentum und das jüdische Volk gewirkt hat und weiterhin wirkt.«

Wie sollen Methodisten handeln? »Wir erkennen an, dass es unser Auftrag als evangelisch-methodistische Christen ist, Menschen zu Jüngern Jesu Christi zu machen. Dieser Auftrag lädt uns ein, Christi Licht zu bezeugen. In diesem Zusammenhang konzentriert sich die Evangelisch-methodistische Kirche beim Bezeugen nicht allein auf die Juden, schließt Juden aber auch nicht aus von unserer Sehnsucht, dass alle Menschen aus freiem Entschluss an Jesus Christus, unseren Retter und Herrn, glauben. Wir bekräftigen unsere Verantwortung, allen Menschen das Evangelium Jesu Christi anzubieten in einem Zeugnis, das Kultur und religiöse Überzeugungen anderer respektiert. Auch wenn wir unseren eigenen Glauben anbieten, bleiben wir offen, von anderen zu lernen und von denjenigen bereichert zu werden, die andere Glaubenserfahrungen als wir haben.« Die EmK weist »alle Formen von Evangelisation zurück, die in ihrem Wesen Zwang ausüben, gewalttätig in ihren Mitteln oder antisemitisch in ihrer Absicht sind.« 

Internet-Tipp
UMC.org – Book of Resolutions: United Methodist Guiding Principles for Christian-Jewish Relations

Foto: Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben/Franz Kimmel

Nothilfe für Sierra Leone

Sa, 08/19/2017 - 16:33

Der Bischof Yambasu von der EmK in Sierra Leone bittet um Hilfe: »Wir brauchen eure Gebete und eure Hilfe. Wir brauchen Notunterkünfte, Decken, Kleidung, Sanitärartikel, Nahrungsmittel und vieles mehr für die große Zahl an Betroffenen, die jetzt ohne Obdach sind. Als Kirche ist es unsere größte Aufgabe, nun in Solidarität mit den Tausenden zu sein, die dieses Disaster getroffen hat.«

Durch Überschwemmungen und Erdrutsche bei der Hauptstadt Freetown von Sierra Leone haben in der letzten Woche über 350 Menschen ihr Leben verloren. Auch das Hauptquartier der Kirche befindet sich in der Hauptstadt, ist aber wohl nicht überschwemmt worden. Der Bischof Yambasu berichtet, dass die Überflutungen und Zerstörungen in Freetown deutlich größer sind, als alles was er je in Freetown gesehen hat. Zwar gibt es in der Regenzeit, die momentan herrscht, oft kleinere Überschwemmungen, aber was diese Woche in Freetown geschehen ist, ist wirklich eine Katastrophe.

Die EmK Weltmission hat darum 5.000 Euro aus ihrem Katastrophenfonds zur Nothilfe nach Sierra Leone überwiesen. Weitere Hilfe anderer Partner und besonders von unserem internationalen Hilfswerk UMCOR ist ebenfalls auf dem Weg. Auch Sie können selbst die Menschen in Sierra Leone durch eine Spende auf das Konto der EmK Weltmission (IBAN DE65520604100000401773) mit dem Stichwort Nothilfe Sierra Leone unterstützen.

Weiterführende Informationen
http://www.emkweltmission.de/sierra-leone/berichte-sierra-leone/nothilfe-fuer-sierra-leone.html

Foto: Phileas Jusu, UMNS

Geborgenheit und Heimat für ältere Menschen

Do, 08/17/2017 - 11:45

Der Erweiterungsbau der Agaplesion Bethesda Klinik in Ulm geht voran. Nachdem im April mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Bauarbeiten begonnen hatten, konnte am 14. Juli die Grundsteinlegung begangen werden.

In einem festlichen Gottesdienst unter dem Motto »Wachsen für Geborgenheit« machte Lothar Elsner, Theologischer Vorstand der Bethanien Diakonissen-Stiftung, in seiner Predigt zu einem Text aus dem Markusevangelium (Markus 4,31+32) deutlich, dass Gott auch aus dem kleinsten Samenkorn etwas Großes wachsen lassen könne. Elsner spannte den Bogen vom Senfstrauch, der ein beliebter Aufenthaltsort für die Vögel sei, zum Bethesda-Neubau: Wie die Pflanze nicht nur für sich lebe, sondern das Leben für andere ermögliche, sollten ältere Menschen in dem neuen Haus Geborgenheit erfahren. Weil Jesus auf das Kleinste geachtet habe, sollten auch die Älteren geachtet werden: »Sie sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft: Von ihren Erfahrungen lernen wir.«

Auch in den Grußworten von Markus Horneber, dem Vorstandsvorsitzenden der Agaplesion gAG; Iris Mann, Bürgermeisterin der Stadt Ulm; Uwe. M. Junga, Kaufmännischer Vorstand der Bethanien Diakonissen-Stiftung und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm sowie Birgit Stier, der Geschäftsführerin der Klinik, wurde betont, dass Geborgenheit und Heimat für ältere Menschen zu schaffen wichtig ist und Menschen, die in der Einrichtung leben und arbeiten, diese Geborgenheit im Sinne christlicher Nächstenliebe gestalten.

Unter den Hammerschlägen der Verantwortlichen wurde der Grundstein gemeinsam vorbereitet. Die eingebrachte Schatulle enthält neben der Urkunde, Bauplänen und den Grußworten auch die Jubiläumsschrift der Bethesda-Klinik zum 100-jährigen Bestehen 2013. Am Abend wurde der Grundstein auf der Baustelle eingelassen.

Mit dem Bauprojekt am Ulmer Donauufer wird Bethesda zukünftig ein umfassendes Angebot für Senioren bieten, das nicht nur für Ulm einmalig ist. Unter einem Dach werden geriatrische Klinik, vollstationäre Pflege mit 75 Plätzen inklusive Spezialbereich für Demenzerkrankte, stationäre Rehabilitation, Seniorenwohnungen und ein öffentliches Café entstehen. Der Zeitplan für das Bauprojekt ist ambitioniert: Bereits im Februar 2018 soll der Rohbau stehen und im Frühsommer 2019 der fertige Erweiterungsbau in Betrieb genommen werden.

Die Autorin
Heike-Ruth Klaiber ist als Pastorale Direktorin die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm. Kontakt: heike-ruth.klaiber(at)bethesda-ulm.de

Weiterführende Links

Zur Information
Die Agaplesion Bethesda Klinik Ulm gGmbH ist Akademisches Krankenhaus der Universität Ulm mit 90 Betten auf drei Stationen der geriatrischen Akutklinik und 24 Behandlungsplätzen in der ambulanten geriatrischen Rehabilitation sowie einer Tagespflege. Die Klinik gehört zum Verbund der Agaplesion gAG mit Sitz in Frankfurt am Main. 170 Mitarbeitende betreuen pro Jahr rund 1800 Patienten in der Akutklinik und 250 Patienten in der ambulanten geriatrischen Rehabilitation nach modernsten Erkenntnissen der Altersheilkunde.

Die Agaplesion gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde 2002 in Frankfurt am Main von christlichen Unternehmen gegründet, um vorwiegend christliche Gesundheitseinrichtungen in einer anspruchsvollen Wirtschafts- und Wettbewerbssituation zu stärken. Zu Agaplesion gehören bundesweit mehr als 100 Einrichtungen, darunter 28 Krankenhausstandorte, 34 Wohn- und Pflegeeinrichtungen, drei Hospize, 22 Medizinische Versorgungszentren, sechs Ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie. Mehr als 19.000 Mitarbeiter sorgen für patientenorientierte Medizin und Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Pro Jahr werden rund 750.000 Patienten versorgt.

Foto: © Agaplesion

Spiritualität verstehen

Di, 08/15/2017 - 14:25

Mit dem berufsbegleitenden Studiengang »Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen« erweitert die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ab Herbst ihr Studienangebot. »Wir knüpfen damit an das aktuelle Thema der Interkulturalität an und reagieren gleichzeitig auf die zunehmende Nachfrage nach berufsbegleitenden Studiengängen«, erläutert Professor Dr. Roland Gebauer, Rektor der THR, die Konzeption des in Deutschland einzigartigen Angebots. Der Studiengang befindet sich derzeit in der Akkreditierung und wird mit maximal 20 Personen im Oktober 2017 starten.

Ausgerichtet auf Berufstätige

Die Module sind auf vier Semester angelegt, können aber auch über einen längeren Zeitraum hinweg absolviert werden. Diese Struktur gibt den Teilnehmenden eine hohe Flexibilität, so Rektor Gebauer, »auch die Konzentration auf Präsenzzeiten am Wochenende kommt interessierten Berufstätigen entgegen.« Inhaltlich geht es um Christliche Spiritualität in Bezug zu Bibel, Kirchengeschichte, Ökumene, interreligiösem Kontext, Kunst und Musik, Gesundheit, systemischer Kommunikation, Gemeindeaufbau und vielem mehr. 

Voraussetzungen

Der Studiengang setzt Berufserfahrung sowie ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Abschluss: Bachelor oder vergleichbar) in Theologie oder einer verwandten Disziplin voraus – wie Religionswissenschaft, Religionspädagogik, Erziehungswissenschaft, Lehramt, Philosophie oder Kulturwissenschaften. Im Blick sind die Berufsfelder Kirche und Gemeinde, Schule und Bildung, Diakonie, Therapie, Medizin, Pflege und Soziale Arbeit. Als Weiterbildungsmaster knüpft der Studiengang dabei an Erfahrungen mit Spiritualität in einer qualifizierten Berufstätigkeit an, vertieft die Reflexion und ermöglicht die Einübung von Spiritualität in eigener Erfahrung oder teilnehmender Beobachtung. »Das gilt für pastorale und diakonische Berufe, in denen gelebte Spiritualität zur täglichen Praxis gehört, im weiteren Sinne aber auch für pädagogische, therapeutische und beratende Berufe, in denen Fragen der Spiritualität und der interreligiösen und interkulturellen Sensibilität eine zunehmende, für die Zukunft der pluralen Gesellschaft nachgerade überlebenswichtige Rolle spielen«, sagt Rektor Gebauer zur Zielgruppe des Angebots. Als Abschluss wird ein Master of Arts mit der Bezeichnung »M.A. Christliche Spiritualität« verliehen. Alle Module sind auch einzeln als Weiterbildungsangebot belegbar. Bewerbungsschluss ist am 15. September.

Die Autorin
Christine Haag-Merz

Weiterführende Links

www.th-reutlingen.de/spiritualitaet

Foto: Theologische Hochschule Reutlingen

Als Gemeinschaft von Kirchen eine Stimme haben

Mo, 08/14/2017 - 11:35

Mitte Juli haben die örtlichen Gemeinden der evangelischen Landeskirche Württembergs, der römisch-katholischen, der evangelisch-methodistischen und der neuapostolischen Kirche die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Öhringen gegründet. Rund 400 Personen waren zugegen, als Dekanin Sabine Waldmann, Pfarrer Klaus Kempter, Pastor Martin Brusius und Priester Günter Weber die entsprechende Satzung unterzeichneten.

Als gutes Zeichen wertete Dekanin Waldmann, dass die ACK-Gründung in dem Jahr stattfindet, in dem auch an 500 Jahre Reformation durch Martin Luther gedacht werde. Konnte damals die Einheit nicht bewahrt werden, so sei die ACK ein weiterer Schritt zur sichtbaren Einheit der Kirchen, ohne die Vielfalt der Traditionen aufzugeben. Pfarrer Kempter wies darauf hin, »dass wir den christlichen Glauben nur gemeinsam kraftvoll bezeugen können«, weil im so genannten nachkonfessionellen Zeitalter die Konfessionen für viele Menschen keine große Rolle mehr spielten. Katja Theile, eine Vertreterin der Evangelisch-methodistischen Kirche freut sich darüber, »dass wir als Gemeinschaft von Kirchen eine Stimme haben und wahrgenommen werden und auch Menschen mit der frohen Botschaft erreichen können«. Mit der Bildung der ACK rücken die Kirchen »stärker zusammen und in den Mittelpunkt«, so der Priester der neuapostolischen Kirche.

Dass die ACK-Öhringen mit der Neuapostolischen Kirche nicht nur einen neuen Partner ins Boot nehme, sondern mit den in der Satzung formulierten Zielen und Aufgaben konkrete Impulse für das künftige Miteinander gebe, ist für Pfarrer Kempter etwas Besonderes. Waldmann und Kempter wiesen darauf hin, dass die Erfahrungen bei »Kreuz + mehr«, dem Beitrag der Kirchen auf der Öhringer Landesgartenschau, ein wichtiger Impuls gewesen seien, die Bildung einer örtlichen ACK anzugehen. Oberbürgermeister Thilo Michler würdigte das Engagement der Kirchen in der Stadt und überreichte zum festlichen Ereignis einen Flaschenkorb mit Öhringer Stadtwein.

Am ökumenischen Gottesdienst zum Anlass wirkten etliche Personen mit, die auch bei »Kreuz + mehr« aktiv waren. Der Chor der Evangelisch-methodistischen Kirche gestaltete Teile der Liturgie musikalisch. Eine Agape-Feier, bei der Brot geteilt wurde, machte die Verbundenheit untereinander spürbar. Beim anschließenden Stehempfang auf dem Kirchplatz brachten viele Gemeindemitglieder ihre Freude über diesen weiteren Schritt in der Ökumene zum Ausdruck.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Foto: ACK Öhringen

Waiblinger Schwimm-Marathon

Fr, 08/11/2017 - 17:15

Beim vermutlich letztmalig durchgeführten zehnten 24-Stunden-Schwimmen der DLRG Waiblingen hat auch eine Gruppe der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) Waiblingen teilgenommen. Mit der Teilnahme sollten je geschwommenem Kilometer Sponsorengelder erzielt werden, die dem Projekt »Eine hellere Zukunft für Kinder« in Buchanan, im westafrikanischen Liberia zugutekommen. Dieses Projekt wird von der EmK-Weltmission unterstützt und war die Schwimm-Motivation der Waiblinger »EmK-ler«, die sich bei diesem Schwimm-Marathon engagierten.

Mit exakten 398,8 Kilometern landete die aus 51 Personen (16 Männer, 11 Frauen, 4 Jugendliche männlich, 2 Jugendliche weiblich, 12 Jungs und 6 Mädchen) bestehende EmK-Gruppe hinter der DLRG (471 km) auf dem zweiten Platz. Die jüngsten Schwimmer der EmK waren 3 Jahre alt und sind jeweils 1 km geschwommen, der älteste EmK-Schwimmer der EmK war 58 Jahre alt und ist 17 km geschwommen. Die 15jährige Jule Bauder ist 22,5 km geschwommen und hat den dritten Platz in ihrer Altersklasse erreicht.

Michael Vitzthum, ein Kirchenglied der Waiblinger EmK-Gemeinde berichtet:

Ziel: Viele Kilometer und viele Spenden
Das Wetter war angenehm warm, die Sonne fand immer wieder Platz zwischen harmlos aussehenden freundlichen Wolken und das Wasser des Schwimmbeckens schimmerte blau, als ich unser Mannschaftszelt erreichte. Der »harte Kern« der Schwimmerinnen und Schwimmer aus unserer Gemeinde, die bei diesem zehnten und wohl letzten 24-Stunden-Schwimmen des DLRG Waiblingen teilnehmen wollten, ist schon da, auch Stephen, der Initiator, Organisator und Motivator bei unserem Versuch, noch vor der DLRG wieder die Gruppenwertung zu gewinnen und so viele Sponsorengelder wie möglich zu »erschwimmen«. »Katze« Hellmann ist auch schon da und klopft mir freundschaftlich auf die Schulter. Ein paar Teenies haben schon ihre Matten im Zelt ausgebreitet und sich für die paar Stunden Schlaf, die sie heute bekommen werden, eingerichtet. Auf dem Verpflegungstisch liegen Bananen und hochkalorische Snacks bereit. Die Spannung steigt, bald geht es los. Kurz vor 19 Uhr sind alle Teilnehmer am Rand des Beckens, ausgestattet mit Schwimmbrille und Transponder, einem Signalgeber, der die Bahnen zählt. Dann geht es los. Innerhalb weniger Sekunden sind 80 bis 100 Personen im Wasser, die ihre Bahnen ziehen. Auf der linken Bahn sind die schnellen, die nur kraulen und trainiert sind. Auf der rechten die kleinen Kinder und »Gemütlich-Schwimmer«. Die drei Bahnen dazwischen sind für alle anderen. Und das sind viele. Fast 500 Schwimmer werden am Ende gezählt. Viele sind nur für ein paar Stunden hier, etliche bleiben über Nacht.

Nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam
Ich hatte im Vorfeld versucht, etwas zu trainieren, aber das hat nicht so gut geklappt. Es musste also auch ohne richtiges Training gehen. Anders bei der elfjährigen Deborah, die Mitglied im Schwimmverein ist. Mit ihrem Ganzkörper-Badeanzug sieht sie richtig professionell aus. Und sie schwimmt auch so. Mittlerweile hat jeder seine Bahn gefunden, schwimmt in ruhigen, gleichmäßigen Zügen vor sich hin, immer darauf bedacht, nicht aus der Spur zu kommen, weil sonst der Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Schwimmer unvermeidlich ist. Auch zu schnell oder zu langsam darf ich nicht schwimmen, weil ich sonst entweder überholt werde oder auf die vor mir schwimmende Person aufschwimme. Aber ich habe Glück und kann für viele Bahnen ungestört vor mich hinschwimmen. Das Blinken und Piepen der Signalgeber signalisiert, dass jede Bahn gezählt wird. Gut so.

Nach Mitternacht ist viel Platz
Nach 90 Minuten die erste Pause, Beine dehnen, warm duschen, etwas trinken, einen Snack einschieben und die Beine vertreten. Dann geht es wieder ins Wasser. Wieder wird die richtige Bahn gesucht, wieder finde ich gut meinen Rhythmus. Die Nacht bricht an, die Scheinwerfer des THW leuchten das Gelände hell aus und erzeugen eine etwas unwirkliche Atmosphäre. Die nächste Pause, wieder dehnen, duschen, trinken, Beine vertreten. Nach der Zwischenwertung um Mitternacht wird das Becken leerer und es lässt sich angenehmer schwimmen. Jetzt sind nur noch fünf bis zehn Schwimmer pro Bahn unterwegs. Bahn folgt auf Bahn, piep auf piep. Im Hintergrund zählt der Computer mit. Gegen 6.30 Uhr muss ich aufhören, ausruhen, schlafen. Auf dem Feldbett ist es eigentlich kuschelig, aber der Adrenalinspiegel ist zu hoch, ich finde kaum Schlaf. Um acht Uhr Frühstück. Annähernd 30 Waiblinger sitzen an den Tischen und lassen sich frischen Kaffee, Saft und Brötchen schmecken. Frisch gestärkt geht es dann wieder ins Becken und der Kampf um die Kilometer geht weiter. Gegen Mittag lässt so allmählich meine Kraft nach, mein linkes Schienbein schmerzt. Also muss ich langsamer machen, doch meine eigene Bestleistung will ich schon noch erreichen. Also weiter. Gegen 16.30 Uhr ist es geschafft. Hinter mir liegen 17 Kilometer und einhundert Meter. Mehr geht nicht, ich kann fast nicht mehr laufen.

Die Anstrengung hat sich gelohnt
Am Zelt tauschen wir uns aus und muntern uns auf, bewundern die Leistungen der anderen. Und die sind enorm. Deborah (11) schafft 14 km, Miriam (15) 16,1 km, ihr Bruder Fabian (12) kommt sogar auf 20 km und verpasst damit knapp einen Podestplatz. Den erreicht mit 22,5 km Jule (15), die stolz die Trophäe und den Applaus für den dritten Platz in ihrer Altersklasse entgegennehmen darf. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Insgesamt sind wir als EmK Waiblingen fast 400 km geschwommen. Wie viel das in Sponsorengeldern sein wird, ist noch offen, aber wir rechnen mit weit mehr als 10.000 Euro.

Der Autor
Michael Vitzthum ist Kirchenglied der EmK in Waiblingen und Leiter der Geschäftsstelle der Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Kontakt: michael.vitzthum(at)emk.de.  

Fotos: © Markus Bauder und EmK-Waiblingen

Haus Höhenblick unter neuer Leitung

Mi, 08/09/2017 - 07:34

Seit dem 1. August ist Jens Bärenfeld der neue geistliche Leiter und Geschäftsführer von Haus Höhenblick in Braunfels. Der 55-jährige Pastor der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland war zuletzt zehn Jahre lang Pastor der Stadtmission Solingen innerhalb des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands. Vorher hat er neben anderen Gemeindediensten umfangreiche Erfahrungen als Dozent und Mitleiter einer Bibelschule sowie als Leiter eines Freizeitheims gesammelt. Bärenfeld,  ursprünglich auch gelernter Sozialversicherungsfachangestellter, beschreibt als »Kernthema« seiner Tätigkeit die »Gnade als gelebte Beziehung zu Christus«, wobei es ihm besonders auf die Umsetzung ins Leben ankomme. Im Haus Höhenblick will er »mit offenem Herz für Gott und Menschen« die Aufgaben der Hausleitung wahrnehmen. Bärenfeld ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Sein Vorgänger, Hans-Hermann Schole, war neun Jahre im Haus Höhenblick und wechselt als Pastor in die EmK-Gemeinde Hannover.

Die Einführung von Jens Bärenfeld findet am 20. August mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in Haus Höhenblick statt. Die Verabschiedung von Hans-Hermann Schole ist am Tag vorher um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst und um 14 Uhr mit einem »Rückblick auf neun Jahre Braunfels«.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Das »Haus Höhenblick« ist eine christliche Freizeit- und Tagungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche mit 52 Gästezimmern und Platz für bis zu 110 Übernachtungsgäste. Das Haus bietet eigene Freizeiten, Seminare und Tagungen an, in denen es durch Verkündigung und Seelsorge um geistliche Zurüstung im Glauben geht. Das Haus wird auch von anderen christlichen Gemeinden und Organisationen für Veranstaltungen gebucht. www.hoehenblick.de/

Fotos: Klaus Ulrich Ruof (Bärenfeld); privat (Schole)

Skizze statt fertiges Bild

Di, 08/08/2017 - 07:03

Die vierte Zusammenkunft der Kommission »Ein Weg in die Zukunft« sei ein » hoffnungsvolles und produktives Treffen« gewesen, heißt es in einer Pressemeldung im Anschluss an die Sitzung in Chicago, im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois. Die auf Weltebene der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eingesetzte Kommission sei jetzt dabei, »erste Skizzen« zu entwerfen, was der im Jahr 2019 tagenden außerordentlichen Generalkonferenz zur Entscheidung vorgelegt werden solle. Es gebe aber noch keine fertigen Überlegungen und auch die zentralen Punkte des Auftrags seien noch nicht erreicht. Nach wie vor gehe es auch darum, das Vertrauen der Kommissionsmitglieder untereinander zu festigen.

Der Auftrag der Kommission wurde von der Generalkonferenz 2016 erteilt. Er zielt darauf ab, wie für die weltweite EmK in den Auseinandersetzungen über Fragen zur menschlichen Sexualität, insbesondere die Ordination Homosexueller oder die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften betreffend, Wege gefunden werden können, die Einheit der Kirche zu bewahren. Aus Deutschland ist die kürzlich in den Ruhestand getretene Bischöfin Rosemarie Wenner Mitglied der Kommission. »Johannes 15 hat uns inspiriert«, schreibt sie in einem Facebook-Beitrag über eine Bibelstelle. »Jesus verbindet, ihn erfahren wir im Gebrauch der Gnadenmittel und indem wir Gott und die Mitmenschen lieben.« Dass »unterschiedliche Menschen so vertrauensvoll zusammenarbeiten«, sei für sie eine »super Erfahrung«.

Schwerpunkte des vierten Treffens waren Bibelarbeiten über das Bild vom Weinstock und den Reben aus dem Johannesevangelium, Kapitel 15. Zudem war der Vorsitzende des internationalen Bischofsrats der EmK, Bischof Bruce R. Ough, mit einem Impuls zu Gast. Darin bezog er sich auf die Durchquerung des nordamerikanischen Kontinents auf der Suche nach einer Passage von der Atlantik- zur Pazifikküste. Die damalige Suche nach einem Weg durch unbekanntes Land stehe als Bild für die gegenwärtigen Herausforderungen der EmK auf ihrem »Weg in die Zukunft«. Darüber hinaus wurden Berichte und Informationen aus vielen Bereichen und Arbeitsgruppen der weltweiten Kirche aufgenommen, die sich mit Fragen der Einheit und internationalen Struktur der Kirche beschäftigen. Darunter befand sich auch der Bericht eines Teams, das Modelle entwickelt, wie sich »neue Wege der Einheit« beschreiben ließen.

Das nächste Treffen der Kommission wird vom 17. bis 20. September in Berlin stattfinden.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Zwischenbericht – deutsch (PDF)
Zwischenbericht – englisch (PDF)
Zwischenbericht – englisch (Video)
umc.org/wayforward (englisch)

Zur Information
Die Kommission »Ein Weg in die Zukunft« wurde bei der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im Mai 2016 beschlossen. Grund dafür waren unlösbare Auseinandersetzungen über Fragen zur menschlichen Sexualität, insbesondere die Ordination Homosexueller oder die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften betreffend. Im November 2016 wurde die aus 32 Personen bestehende Kommission vom Bischofsrat eingesetzt und hat im Januar 2017 die Arbeit aufgenommen. Aus Deutschland ist Bischöfin i.R. Rosemarie Wenner Mitglied dieser Kommission.

Die Vielfalt umarmen

Mo, 08/07/2017 - 15:10
Gemeinsam – Vielfalt – Einheit

Wenn es um das gemeinsame Leben in unserer Kirche geht, begegnet mir im englischen Sprachraum immer wieder eine Formulierung, die mich sehr anspricht: »To embrace diversity«. Vielfalt und Unterschiedlichkeit unter uns sollen »umarmt« und »herzlich begrüßt« werden, so die deutsche Übersetzung. Verschiedenheit unter uns – ein willkommener Gast, mehr noch: ein guter alter Freund! Ich denke, dass wir als Evangelisch-methodistische Kirche diese innere Haltung brauchen für unseren gemeinsamen Weg in die Zukunft:

Wir öffnen uns noch entschiedener für Menschen mit unterschiedlichen Frömmigkeitsstilen und geistlicher Prägung, Menschen unterschiedlichen Alters und entsprechend unterschiedlichen Bedürfnissen, Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Kulturen. Willkommen Vielfalt!

Wir fördern noch nachdrücklicher vielfältige Ausdrucksformen für unseren Glauben: von der Orgelmusik und dem klassischen Kirchenchor, bis hin zu Bands, Combos und Lobpreisgruppen; vom neunjährigen Flötenkind, das im Gottesdienst das »Orgelvorspiel« übernimmt, weil es keine Organistin mehr gibt, bis hin zum mächtigen Posaunenchor. Wir brauchen klassische Gottesdienste, deren vertraute Abläufe vielen Menschen Heimat bieten, aber auch völlig neue Formate – liturgisch geprägt oder frei, sonntags um halbzehn oder am Samstagabend – und frische Ausdrucksformen von Kirche. Willkommen Vielfalt!

Wir suchen noch erwartungsvoller vielfältige Beziehungen zu Menschen, die zu uns gehören, aber auch zu Menschen, die sich erst behutsam für religiöse Fragen öffnen. Wir leben als Gemeinschaft von Glaubenden und Suchenden. Wir freuen uns über bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber wir streben auch völlig neue Verbindungen an mit Menschen, die sich nicht als Kirchgänger bezeichnen würden, aber an einer bestimmten Stelle mit uns zusammen dieselbe Aufgabe wahrnehmen – etwa in der Asyl- oder Gemeinwesenarbeit. Willkommen Vielfalt!

Wir brauchen die Vielfalt in unserer Kirche, weil unsere Gesellschaft und die Menschen, mit denen wir zu tun haben, so vielfältig sind. Darin liegt für uns eine Zu-Mutung. Unsere Gemeinden bilden oft nur einen kleinen Ausschnitt unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit ab. Wir wissen, dass gelebte Vielfalt nicht nur flockig-bunt ist. Sie kann anstrengend und konfliktträchtig sein. Trotzdem! Wir sollen die Vielfalt umarmen, weil das eine Evangelium von Jesus Christus all diesen völlig verschiedenen Menschen mit ihren vielfältigen Lebensgeschichten und -entwürfen das Heil zusprechen und erfahrbar machen will. Wir brauchen große Vielfalt um unseres Auftrages willen!

Foto: Volker Kiemle, © EmK-Öffentlichkeitsarbeit
entnommen aus »unterwegs« 16/2017

»Wir ermutigen zur Integration«

Fr, 08/04/2017 - 06:46

Zehn Gemeinden ghanaischer Methodisten gibt es in Deutschland in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Diese Gemeinden werden sowohl von der EmK als auch von der Methodistischen Kirche Ghana (Methodist Church Ghana, MCG) betreut. Manche Ghanaer wollen in Deutschland bleiben, andere studieren hier und haben vor, mit ihrem hier erworbenen Wissen in ihr Heimatland zurückzukehren. »Sie wollen so Gottesdienst feiern, wie sie es aus Ghana gewöhnt sind und nicht so, wie es in Deutschland gemacht wird«, erklärt Bischof Titus Pratt. Aber das Beste sei, voneinander zu lernen und einander zu bereichern. Die Methodistische Kirche Ghana ermutige nicht zur Absonderung, sagt Pratt: »Wir ermutigen zur Integration.«

Ghanaische Methodisten in Deutschland

Auf die Frage, wie seine Kirche die ghanaischen Gemeinden in Deutschland unterstütze, antwortet Bischof Pratt, auf Anforderung aus Deutschland und in Absprache mit dem hiesigen Bischof der EmK würden in Ghana geeignete Pastoren gesucht und ausgewählt. Diese lernten Grundlagen der deutschen Sprache. »Wir senden ghanaische methodistische Pastoren, damit sie hierher kommen und hier zusammen mit den deutschen methodistischen Pastoren die ghanaischen Gemeinden betreuen.« Die meisten Kinder sprächen Deutsch, erläutert Bischof Pratt. »Ghanaische methodistische Pastoren können diese Kinder nicht betreuen.

Wenn wir also um der jungen Generation willen, die aus deutschsprechenden Jungs und Mädchen besteht, zur Integration ermutigen, wird der Pastor zur Vaterfigur. Eine ghanaische Vaterfigur kann den Kindern keine geistliche Führung anbieten. Es ist der deutsche Pastor, der das macht.«

Was er den ghanaischen Gemeinden sage, wenn er hier sei, wollten wir von Bischof Pratt wissen. Eine Sache betreffe die unterschiedlichen Gaben, die dazu bestimmt seien, die Kirche zu bereichern: »Wenn meine ghanaische Spiritualität mit Ihrer deutschen Spiritualität zusammentrifft, dann habe ich einen Vorteil von dem, was Sie mitbringen, und Sie profitieren von dem, was ich habe. Dann könnten wir eine Situation schaffen, in der eine neue Mischung des christlichen Glaubens gefunden wird.«

Besonders die jungen Leute ermahne er, vorsichtig zu sein, mit wem sie Freundschaften eingingen und was sie glaubten. Er habe von den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln gehört. »Es war sehr traurig. Wir sagen unseren Gliedern, sie sollen sich niemals in diese Dinge verwickeln lassen.« Wenn jemand gastfreundlich sei, dann habe man ihm Respekt zu zollen.

Ausführlich erzählt Bischof Pratt, wie er die Ghanaer ermutige, die Zeit in Deutschland für eine gute Bildung und Ausbildung zu nutzen. In Ghana würden wegen der ganzjährigen Hitze Klimaanlagen in Autos, Wohnungen und Kirchen benutzt. Der Bischof berichtet von einem Methodisten, der mit Kenntnissen über Kühlsysteme nach Hause gekommen sei. Er habe sie sich in Deutschland angeeignet und auch Geld angespart. Mit Unterstützung deutscher Fachleute habe er in Ghana ein Unternehmen eröffnet. Ein anderer habe sich mit Solarenergie befasst, ebenfalls in Ghana ein Unternehmen gegründet und Arbeitsplätze geschaffen.

Methodismus in Ghana

Im Land gibt es neben der nationalen Methodistischen Kirche Ghana folgende internationale methodistische Kirchen: Afrikanisch-bischöflich-methodistische Zionskirche, Afrikanisch-bischöfliche Methodistenkirche, Christlich-bischöfliche Methodistenkirche und Freie Methodistische Kirche. Vertreter seiner Kirche und der anderen vier methodistischen Kirchen seien zweimal zusammengekommen, erzählt Bischof Pratt.

Es sei geplant, sich künftig regelmäßig zu treffen, so dass die unterschiedlichen Zweige des Methodismus in Ghana einander helfen und die Präsenz des Methodismus im Land stärken könnten. Bischof Pratt berichtet, dass auch US-Vertreter der EmK im Land seien. »Sie arbeiten mit der Methodistischen Kirche Ghana hinsichtlich der Hilfsdienste zusammen: Wasserversorgung, Verbesserung der Landwirtschaft und Aufbau von Schulgebäuden im Norden des Landes.« Eine Zusammenarbeit gebe es auch mit anderen nationalen methodistischen Kirchen Westafrikas, so mit Nigeria, Benin, Togo, Elfenbeinküste, Sierra Leone und Gambia. »Und ich glaube, es könnte sein, dass sich daraus ein Rat methodistischer Kirchen in Westafrika entwickelt «, so Bischof Titus Pratt.

Weitere Informationen
Die Methodistische Kirche in Ghana:

  • 1835 kam der erste Missionar der wesleyanischen Methodisten aus Großbritannien nach Ghana in die Küstenregion. Thomas Birch Freeman trug wenige Jahre später den wesleyanischen Methodismus ins Hinterland und weitete über einige Jahrzehnte die Arbeit stark aus. Etwa ab 1910 evangelisierten die wesleyanischen Methodisten im Norden des westafrikanischen Landes, doch bis zu einem bescheidenen Erfolg dauerte es bis in die Mitte der 1950er-Jahre. 1961 wurde aus einem Distrikt der Methodistischen Kirche in Großbritannien die eigenständige Methodistische Kirche Ghana. Im Jahr 2000 wurde das Bischofsamt eingeführt, das es vorher nach britischem Vorbild nicht gab.
  • Die Methodistische Kirche Ghana hat 15 Diözesen, deren jährliche Synoden durch Diözesanbischöfe geleitet werden. Alle zwei Jahre gibt es eine gesamtkirchliche Konferenz. Sie wird vom Vorsitzenden Bischof, derzeit Titus Pratt, geleitet. Bischöfe sind sechs Jahre im Amt. Die Kirche hat etwa eine Million Glieder (bei etwa 27 Millionen Einwohnern Ghanas).
  • In Deutschland gehören derzeit zehn ghanaische Gemeinden zur Evangelisch-methodistischen Kirche, die hinsichtlich dieser Gemeinden eng mit der Methodistischen Kirche Ghana zusammenarbeitet.

Foto: Volker Kiemle
entnommen aus »unterwegs« 16/2017

Wittenberg ruft

So, 07/30/2017 - 09:35

Wer Reformation und Information, damalige Geschichte und die heutigen Kirchen auf engstem Raum erleben will, kommt im Jahr 2017 an Wittenberg nicht vorbei; eine einmalige Chance, die so nicht wiederkehrt! Im Juli gibt es für Methodisten einen weiteren Grund, sich nach Wittenberg aufzumachen: Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) hat im Luthergarten, dem Herz der Ausstellung, vom 11. bis 17. Juli einen eigenen Stand.

Noch während ihrer Amtszeit hat Bischöfin Rosemarie Wenner die Teilnahme der EmK bei der Weltausstellung zugesagt. »Wenn wir die erneuernde Kraft des Evangeliums wirken lassen, geschieht Reformation zu jeder Zeit«, ist die seit gut einem Monat im Ruhestand befindliche Bischöfin überzeugt. Die Mitwirkung bei der Weltausstellung ist ihr ein dankbarer Ausdruck für die seit 1997 bestehende Zugehörigkeit der methodistischen Kirchen dieses Kontinents zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). »Da ist es naheliegend, dass wir wenigstens eine Woche lang mit einem kleinen internationalen Team europäischer Methodisten auf der Weltausstellung präsent sind«, so Wenner.

Noch bis 10. September präsentieren bei der »Weltausstellung Reformation« Kirchen aus aller Welt, internationale Institutionen, Organisationen, Initiativen und viele Kulturschaffende ihre aktuelle Sicht auf die Reformation. Auf großen und kleinen Bühnen in der Stadt wird ein umfangreiches Programm geboten, das – so die Veranstalter – »die Zukunft heute an dem Ort präsentiert, an dem vor 500 Jahren die Welt verändert wurde«. Das Stadtzentrum ist von sieben »Torräumen« umgeben, in denen Themen wie Spiritualität, Ökumene, Kultur oder Gerechtigkeit dargeboten werden.

Die EmK lässt an ihrem Stand im »Torraum Ökumene und Religionen« mit einem großen, dreidimensionalen Puzzle Reformation erfahrbar werden. Das bereits beim Kirchentag eingesetzte Puzzle hat dort viel Aufmerksamkeit erregt, weil auf spielerische Weise erfahrbar wird, wie mit Veränderung positiv umgegangen werden kann. Ein bereits erfolgreich zusammengefügtes Puzzle soll durch ein weiteres Teil ergänzt werden. Ganz menschlich ist es, Störendes oder Ungewöhnliches abzuwehren. Das Puzzle ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie das zunächst störende Teil aufgenommen und integriert werden kann.

Besondere Anziehungspunkte während der »Weltausstellung Reformation« sind das Aufsehen erregende 360°-Panaroma mit Bildern rund um die Geschehnisse von vor 500 Jahren nach dem Thesenanschlag Martin Luthers sowie die Ausstellung zeitgenössischer Kunst unter dem Titel »Luther und die Avantgarde«. Die Stadt selbst ist mit dem renovierten Portal des legendären Thesenanschlags an der Schlosskirche, dem Cranach-Hof der Malerdynastie Lucas Cranach und weiteren geschichtsträchtigen Örtlichkeiten sowieso eine Reise wert. Für Gruppen wie Seniorenkreise oder Hauskreise, aber auch Einzelreisende, alle an Geschichte und speziell Kirchengeschichte Interessierte ist der Sommer 2017 in Wittenberg eine einmalige Gelegenheit: Reformation und ihre Wirkung in hoher Verdichtung erlebt.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.  

Weiterführende Links
https://r2017.org 
https://r2017.org/programm/asisi-panorama-luther-1517

Zur Information
Der Stand der EmK bei der Weltausstellung in Wittenberg liegt im Luthergarten an der Andreasbreite im »Gartenhaus der GEKE«. In unmittelbarer Nähe ist die botanisch gestaltete Lutherrose sowie das »Gasthaus Ökumene« der EKD und das »Himmelszelt« des Lutherischen Weltbunds.
Veranstaltungswoche der EmK: 11. bis 17. Juli (Mittwoch bis Montag). Zu beachten: Dienstag ist Ruhetag.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Wenn Paare sich um Zaster zoffen

Di, 07/25/2017 - 06:45

Stellen Sie sich vor, Sie beide als Paar hätten plötzlich 30 Prozent mehr Einkommen. Einfach so. Wenn Sie derzeit gemeinsam netto 3.000 Euro im Monat einnehmen, dann wären es künftig fast 4.000. Endlich hätten die Auseinandersetzungen ums Geld ein Ende, endlich könnten Sie sich die Dinge leisten, auf die Sie bislang verzichten müssen. Endlich kein Zoff um den Zaster mehr.

Doch das ist ein Irrtum. Der Streit ums Geld ist keine Frage der Einkommenshöhe. Auch bei den Betuchten wird darum gestritten. Das zeigt: Beim Geld geht es keineswegs nur darum, eine begrenzte Ressource gerecht und optimal zu nutzen. Dahinter steckt viel mehr.

Bei einer Forsa-Umfrage haben 80 Prozent der Paare angegeben, dass sie schon in Sachen Geld aneinander geraten sind. 39 Prozent nannten es sogar Streitthema Nummer eins in ihrer Beziehung. Auch bei Scheidungen stehen unversöhnliche Positionen bei den Finanzen unter den häufigsten drei Gründen. Wir reden also nicht über Bagatellen.

Wer dieses Minenfeld in seiner Ehe abräumen möchte, sollte ganz vorne anfangen. Wie wir über Geld denken, speist sich meistens aus zwei Quellen: dem Elternhaus und unseren Erfahrungen. Wo der Vater und die Mutter knausrig waren, um vorzusorgen und finanziell auf Nummer sicher zu gehen, wird es das Kind häufig auch sein. Wo die Eltern großzügig, vielleicht sogar riskant bestellt, gekauft oder verschenkt haben, gibt oft auch die Tochter oder der Sohn das Geld freigiebiger aus.

Erschwerend kommt hinzu, dass es gerade diese gegensätzlichen Typen sind, die sich ineinander verlieben. Der Buchhalter entflammt für die Traumtänzerin, weil ihn ihre locker-leichte Lebensart so fasziniert. Und sie wiederum begehrt ihn, weil er so bodenständig, akkurat und zuverlässig ist – Eigenschaften, die ihr fehlen. Die romantischen Anziehungskräfte der ersten Monate versperren den Blick für die zu erwartenden Konflikte.

Darüber müsste man als Paar mal reden. »Was löst das bei Dir aus, wenn ich beim Einkaufen einfach eine Flasche Wein für 20 Euro dazulege?« »Wie wichtig ist Dir die Sicherheit, dass wir auch ein paar Monate gut überstehen, wenn wir vom Arbeitslosengeld leben müssten?« Solche Fragen eben: Sparsamkeit und Sicherheit kontra Großzügigkeit oder gar einem Hang zur Verschwendung. Das lehrt Verständnis und hilft beim Rücksichtnehmen.

Beim Geld geht es oft noch um etwas ganz Anderes: Macht und Kontrolle. Wenn der Hauptverdiener – meistens der Mann – »Haushaltsgeld« zuteilt, dann sitzt er am längeren Hebel. Es soll sogar Ehen geben, in denen die Frau nicht einmal Zugang zum Konto hat. Damit bleibt klar, wer bestimmt. Doch eine solche Konstruktion ist demütigend.

Haushaltsbuch und getrennte Konten

Wie kann es besser funktionieren? Aus der Paar- und Schuldnerberatung kommen dazu zwei Vorschläge: 1. Haushaltsbuch: Oft ist den Paaren nicht klar, wo ihre Euros versickern. Und jeder hat den Anderen im Verdacht, dafür verantwortlich zu sein, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist. Ein Haushaltsbuch listet auf, wieviel für Miete, Essen und Trinken, Strom und Wasser, Schuhe und Benzin, etc. ausgegeben wird. Übrigens: In der Regel reicht es, das drei Monate lang zu betreiben – damit ergeben sich schon gute Mittelwerte, die fürs weitere Budgetieren helfen. 2. Das Drei-Konten-System: Es gibt ein gemeinsames Konto, aus dem die gemeinsamen laufenden Ausgaben und eventuell auch vereinbarte Spar- oder Anlageprojekte bestritten werden. Was am Ende übrig bleibt, geht fair geteilt auf das jeweils eigene Konto der Ehepartner – und damit kann jeder machen, was er will.

Wir halten das 3-Konten-System für eine Krücke. Besser wäre es, so akzeptierend miteinander umzugehen, dass ein einziges gemeinsames Konto reicht. Und dennoch lieber an einer Krücke gehen, also ohne Krücke hinzufallen und die Ehe zu gefährden.

In christlichen Ehen wird vermutlich genauso oft um Geld gestritten, was besonders schade ist. Denn wenn Menschen Jesus angehören, sollte für sie das Materielle deutlich weniger Gewicht haben. Ob Hartz IV oder Traumgehalt: Immer gilt, dass unsere Einnahmen letztlich ein Mittel sind, mit dem Gott uns versorgt. Für Nachfolger Jesu heißt das auch, dass sie immer überprüfen sollen, wie sie im Geist von Jesus damit umgehen wollen. Dazu gehört:

  • Geld bietet keine Sicherheit. Das Gefühl, mit dem eigenen Häuschen und einigen Tausend Euro Sparguthaben auf der sicheren Seite zu sein, ist trügerisch. Es können immer Dinge im Leben passieren, die diese »Sicherheit« von heute auf morgen vernichten. Jesus erzählt deshalb das Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lukas 12). Wer angemessene materielle Vorräte anlegt, handelt durchaus klug. Wer sich auf diese Vorräte verlässt, ist töricht.
  • Finanzen gehören ins Gebet. Jesus verspricht, dass sich sein Vater um alle Lebensbelange der Glaubenden kümmert. Und Petrus ermahnt, dass wir alle Sorgen auf Gott werfen sollen, weil er für uns sorgt (1.Petrus 5,7). Damit lassen sich wundervolle Erfahrungen machen, das haben wir selbst in der Ehe und mit unseren acht Kindern vielfach erlebt.
  • Christen geben gerne. Paare sollten übereinkommen, einen Teil ihrer Einnahmen zu spenden. Und zwar, wenn das Geld reinkommt, und nicht erst, wenn im günstigsten Fall am Monatsende noch etwas übrigbleibt. Die alttestamentliche Vorgabe des »Zehnten«, also zehn Prozent vom Einkommen, ist ein nützlicher Richtwert. Zumal der Prophet Maleachi (Kapitel 3) damit große Verheißungen verbindet: »Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.«

Wer spendet, wird also nicht ärmer, sondern reicher. Und Ehepaare schweißt es zusammen, wenn sie im Engagement für missionarische oder diakonische Werke übereinkommen, etwas von ihrem Geld abzugeben. Damit kein Missverständnis aufkommt: Christen sind vom Gesetz befreit, der Zehnte ist kein »Muss«. Andererseits gehört Teilen zum Auftrag Jesu – und da dürften es bei den vielen wohlständischen Christen in unserem Land durchaus auch mehr sein als zehn Prozent.

Ist es nicht bedauerlich, dass gerade der »schnöde Mammon« zum Dauerquälgeist vieler Paare wird? Mit einem neuen geistlichen Blick auf das Geld als Gabe Gottes stehen die Chancen deutlich besser, dass die Finanzen endlich von der Ehestreitliste verschwinden.

Die Autoren
Susanne und Marcus Mockler (St. Johann bei Reutlingen) sind seit über 30 Jahren verheiratet und Eltern von acht Kindern. Susanne arbeitet als Paartherapeutin, Publizistin und Referentin. Marcus leitet den Evangelischen Pressedienst (epd) in Baden-Württemberg und ist Buchautor und Redner. Gemeinsam setzen sie sich für die Stärkung von Ehen ein (www.geliebtes-leben.de).

Foto: Rhoda Baer / National Cancer Institute / Public Domain
Entommen aus: »unterwegs« 15/2017

Das Wachsen von Gemeinde hängt manchmal ganz einfach davon ab, wie wir geben.

Fr, 07/21/2017 - 16:15

Kürzlich hatte ich Zeit für »ein paar Schritte«. Es war Montag, herrliches Wetter bei angenehmen Temperaturen … und weil ich nicht wieder die vertrauten Wege gehen wollte, stieg ich in die S-Bahn in unmittelbarer Nähe und fuhr zum Potsdamer Platz.

In Sichtweite die Kuppel des Reichstagsgebäudes, nahe beim Brandenburger Tor ging es los, immer am südlichen Rand des Tiergartens entlang. Ein Botschaftsgebäude nach dem anderen, spannende Architektur, nobler Reichtum. Weiter ging es in die Budapester Straße und zum Breitscheidplatz, den Kurfürstendamm entlang und wieder zurück. Die ganze Zeit über das Gefühl, in einer unendlich wohlhabenden Atmosphäre zu laufen, internationale Unternehmen, Weltläufigkeit – und Geld. Viel Geld.

Berlin kann auch anders. In Moabit oder Neukölln oder Hellersdorf sieht die Sache schon völlig anders aus – wenn auch nicht in allen Ecken dieser Stadtteile: Abgekämpfte Gesichter, Kampf ums (Über-)Leben, Drogen und Alkohol, manchmal Verwahrlosung, Einsamkeit, jede Menge Enttäuschungen … die gleiche Stadt, die gleiche Zeit, aber ganz andere Lebenswirklichkeiten. Das hängt mit Lebenschancen zusammen, wie wir so schön sagen, mit Ausbildungsstand und Erziehung und Gesundheit … und damit immer auch verbunden die Frage nach dem (nicht) vorhandenen Geld.

Und mittendrin wir als Christen. Wir wollen Leute sein, die Jesus Christus nachfolgen, seine Maßstäbe und Werte umsetzen und leben. Und wir tun uns schwer damit. Mehr, als wir denken, sind wir geprägt von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, dem Wunsch nach etwas Wohlstand, ein paar Reisemöglichkeiten, vielleicht dem eigenen Haus. Und nichts davon ist grundsätzlich verboten. Und doch nagt der Gedanke an uns: War dieser Lebensstil schon alles, was der Herr wollte? Bewegen wir uns im »geistlich grünen Bereich«?

Ich bin selbst in einem gesicherten Umfeld groß geworden. Waren wir reich? Wenn reich Sein bei 100.000 Euro Jahreseinkommen beginnt, waren wir es nicht. Wenn – die biblisch wohl viel bessere Definition – reich sein bedeutet, mehr zu haben, als ich für mich selbst brauche, dann waren wir reich.

Und hier beginnt mein eigener Weg mit diesem Thema. Als Filialleiter eines Berliner Kreditinstituts bin ich vor Jahren in den Pastorenberuf gewechselt – ein phantastischer Tausch! Nicht wegen der hohen Bezahlung, sondern wegen der »Herrlichkeit des Dienstes am neuen Bund«, wie Paulus sagen würde. Und Jesus, der Herr, hat dabei und später ein Loslassen bei meiner Frau und mir vorausgesetzt. Um uns mehr zu geben! Eine große Freude, seine Gegenwart, die Erfahrung des Kommens seines Reiches – das möchte ich nicht wieder hergeben!

Und er geht weiter: In unserer Berliner Gemeinde kommen immer mehr Arme dazu. Etliche nehmen Jesus Christus in ihr Leben auf, entdecken die Freude des Glaubens. In einer Predigt habe ich vor kurzem »laut nachgedacht«: dass es gut wäre, wenn wir einen Gemeindehilfsfonds für die wachsenden finanziellen Herausforderungen anlegen würden. Kein lauter Appell, kein Gemeindevorstandsbeschluss – einfach ein Gedanke. In wenigen Tagen sind tausende von Euros zusammengelegt worden. Jemand gab spontan 1.000 Euro. Eine Mutter war so glücklich über die Erfahrungen ihrer Tochter in der Gemeinde, dass sie ihr erstes Gehalt im neuen Job für diesen Fonds gab. Einer allein erziehenden ausländischen Mutter konnten wir die Mietkaution für eine neue Wohnung finanzieren.

Ich glaube wirklich, dass das Kommen des Reiches Gottes, das Wachsen von Gemeinde manchmal ganz einfach davon abhängt, wie wir geben. Einfach gelebte Liebe. Jesus Christus pur. Der beste aller Wege – auch beim Umgang mit dem lieben Geld!

Foto: pexels.com / CC0
Entommen aus: »unterwegs« 15/2017

Das Lob der Vielfalt

Di, 07/18/2017 - 13:20

Mit dem Konferenzgemeindetag ist am 25. Juni in Heilbronn die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK) zu Ende gegangen. Seit dem 21. Juni hatten die rund 400 Delegierten in Neustadt an der Weinstraße getagt und unter dem Thema »Dranbleiben « Weichen für die Arbeit in den kommenden Jahren gestellt. In seiner Predigt ermutigte Bischof Harald Rückert die rund 2.000 Besucher, hinzugehen »wo Jesus ist«. »Das führt zu Orten und Menschen, die wir uns selbst nie gesucht hätten.« Genau diese Bereitschaft von Menschen, die an Jesus Christus glauben, benötige die Gesellschaft. »Dranbleiben« an Jesus Christus wie die Rebe am Weinstock bedeute, »sich mit Jesus zu denen aufmachen, die an den Rändern der Gesellschaft sind: Menschen mit gebrochener Lebensgeschichte oder denen alle Sicherheit und Hoffnung, ihr Zuhause und oft auch ihre Würde geraubt wurden«.

Strategie für Mission und Gemeindewachstum läuft weiter

Die meisten Gemeinden der EmK in Süddeutschland wollen sich in den kommenden vier Jahren mit dem Thema »Glaube und Nachfolge« beschäftigen. Das ergab eine Umfrage zu dem im Vorjahr verabschiedeten Strategiepapier, in dem die EmK-Gemeinden ermutigt werden, künftig noch mehr missionarisch aktiv zu sein. Das erklärten die Superintendenten Carl Hecker, Markus Jung, Johannes Knöller und Siegfried Reissing in ihrem Bericht an die Konferenz. In der regen Diskussion über die Weiterarbeit am Strategiepapier ging es unter anderem darum, worauf die Gemeinden sich künftig konzentrieren sollten.

Wie die Superintendenten erklärten, werde in dem meistgenannten Bereich des Sieben-Punkte-Papiers »auch die Sehnsucht deutlich, dass Glauben und Nachfolgen noch mehr im Leben der Einzelnen und der Gemeinde Gestalt gewinnen möge«. Das zeige, dass die Das Lob der Vielfalt Gemeinde von vielen nicht genügend als »geistlich-spiritueller Ort« erfahren werde.

Die Superintendenten widersprachen der Ansicht, dass Gemeinden erst dann auf andere Menschen zugehen könnten, wenn sie zu sich selbst und ihrem Glauben gefunden hätten. Vielmehr fänden sie ihre Selbstvergewisserung im Glauben vor allem, indem sie sich auf den Weg zu den Menschen machten. Für die Weiterarbeit im kommenden Jahrviert sollen die Gemeinden sich mit je vier Bereichen des Papiers beschäftigen und daraus Arbeitsschwerpunkte für die Gemeindearbeit ableiten. Die Superintendenten erwarten sich davon, dass dieser Prozess die Gemeinden und die gesamte Konferenz verändern werde.

Jugendkirche erhält Planungssicherheit

Die Jugendkirche »Espirito« in Karlsruhe erhielt Planungssicherheit für die nächsten acht Jahre mit finanziellen und personellen Zusagen. Hinzu kommt, dass die in Frankfurt am Main ansässige Bethanien-Diakonissen- Stiftung (BDS) die Trägerschaft des dazugehörigen Karlsruher Jugendzentrums übernimmt und künftig die Aufsicht und Weiterentwicklung dieser Einrichtung federführend gestaltet. Dazu wird ein Übertragungs- und Kooperationsvertrag zwischen der SJK und der BDS geschlossen. Der Leiter der Jugendkirche, Dominic Schmidt, und die Sozialpädagogin Lisa Lang wurden in ihren Aufgaben von der SJK bestätigt.

Außerdem wurde der Beschluss gefasst, sich für in EmK-Gemeinden getaufte Asylbewerber einzusetzen, die von Abschiebung in Risikostaaten bedroht sind. Dazu soll eine Arbeitsgruppe Beispiele von betroffenen Personen sammeln, um mit konkreten Fallbeschreibungen an Entscheidungsträger heranzutreten. Damit, so der Gedanke, solle darauf hingewirkt werden, in diesen Fällen Abschiebungen zu verhindern oder auszusetzen.

Mehr Berichte unter www.emk-sjk.de

Fotos: Michael Putzke / Klaus Ulrich Ruof / EmK-Öffentlichkeitsarbeit/ Heike Liese / Kai Schoof
Entnommen aus: »unterwegs« 14/2017

Luther, überall

Sa, 07/15/2017 - 08:21

Die Lutherstadt Wittenberg hat sich herausgeputzt: Für Hunderte von Millionen haben die Kommune und das Land historische Gebäude saniert, rekonstruiert und historische Ensembles um neue Bauten ergänzt. Zum Reformationsjubiläum wurde auch der Hauptbahnhof neu gebaut und empfängt die Besucher nun mit einer großzügigen Anlage und guten Zugverbindungen nach Berlin und Leipzig. Unter einer gewaltigen abgespannten Dachmembran verlieren sich ein paar Menschen, davor hat ein Kaffee-Verkäufer seinen Wagen aufgestellt. Mit dem Geschäft ist er zufrieden – wobei es vor allem die Pendler sind, die Umsatz bringen. Es wäre noch Luft nach oben. Die Reformationsfeiern, das ist jetzt schon klar, locken längst nicht so viele Menschen.
Die Reformations-Weltausstellung, da sind sich die Medien einig, ist ein Flop. Und tatsächlich kommen viel weniger Besucher als erwartet. Während die dauerhaften touristischen Sehenswürdigkeiten langsam von Besuchergruppen geflutet werden, finden sich an diesem Morgen nur wenige Menschen zu den zahlreichen zusätzlichen Info-Ständen und Zelten, die in den ehemaligen Wallanlagen, etwas abseits am südlichen Stadtrand liegen, direkt an Eisenbahn und Lärmschutzwand gedrängt. Man kommt nicht zufällig hier vorbei – obwohl sich ein Besuch durchaus lohnt.

Europäischer Methodismus präsentiert sich in Wittenberg

So präsentieren sich im Bereich »Ökumene und Religion« zahlreiche Kirchen, Verbände und Religionsgemeinschaften. Darunter auch die »Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa« (GEKE), zu der auch der Europäische Rat Methodistischer Kirchen (European Methodist Council, EMC) gehört, in dem wiederum die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) Mitglied ist. Jeweils eine Woche stellen sich die Mitgliedskirchen der GEKE vor, die EmK ist jetzt im Juli an der Reihe. Das Team ist dabei so international wie der EMC: Aus Deutschland Ruhestandsbischöfin Rosemarie Wenner und EmK-Pressesprecher Klaus Ulrich Ruof, aus Großbritannien Anne Browse und aus Dänemark Charlotte und Jørgen Thaarup.

Verordnete Reformation in Dänemark und Schweden

Das Ehepaar Thaarup vertritt dabei gleich mehrere Kirchen: Charlotte Thaarup ist Superintendentin für den Süden der Unierten Kirche in Schweden, die vor einigen Jahren aus dem Zusammenschluss von Baptisten, Reformierten und Methodisten entstanden ist. Ihr Mann, Jørgen Thaarup, ist Pastor und Superintendent der EmK in Dänemark und damit «zuständig« für rund 3.000 Menschen in zehn Gemeinden. Zugleich vertritt er den EMC und auch noch – wenn auch inoffiziell – die lutherische Kirche Dänemarks.
Diesen Umstand verdankt er der Tatsache, dass die Reformation in Nordeuropa gravierende gesellschaftliche und politische Folgen hatte: Die schwedischen und dänischen Könige nutzten die Reformation, um sich die katholische Kirche samt ihren Besitztümern komplett einzuverleiben. Bis heute ist die Lutherische Kirche in Dänemark und Schweden eine Staatskirche – mit strengen Vorgaben für die beamteten Kleriker. Das dänische Parlament ist zugleich die Kirchensynode, es gibt niemand, der offiziell für die Kirche sprechen kann.
Weil fast 80 Prozent der Einwohner Lutheraner sind und Kirchensteuer bezahlen, geht es der Kirche finanziell gut – auch wenn kaum jemand den Gottesdienst besucht. »Es gibt keinen Grund, etwas zu verändern«, sagt der 60-jährige Thaarup ironisch. Dagegen würden »Freikirchler« noch immer argwöhnisch beäugt. Die aber arbeiten eng zusammen, auch mit den wenigen katholischen Christen im Land. Mehr noch: In der »Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa« (GEKE) wird Superintendent Thaarup ganz selbstverständlich als Ansprechpartner nicht nur für den EMC, sondern auch für die dänischen Lutheraner gesehen.

Kirche lebt vom Zusammenspiel

Di, 07/11/2017 - 09:00

»Wir sind gemeinsam Kirche« – dieser spontane Satz meiner kurzen Rede unmittelbar nach der Wahl zum Bischof wurde in der Berichterstattung oft zitiert. Mich hat das sehr überrascht, da er eher eine Selbstverständlichkeit ausdrückt, als eine medienrelevante Botschaft. Beim weiteren Nachdenken entpuppt sich diese Binsenweisheit aber doch als ein herausforderndes Programm für unser Miteinander. Aus diesem Grund habe ich »Wir sind gemeinsam Kirche« zum Thema meines Bischofswortes an die zurückliegenden drei Jährlichen Konferenzen gewählt. Mit meinen monatlichen Beiträgen in unserer Kirchenzeitung »unterwegs« möchte ich in nächster Zeit jeweils Abschnitte dieses Wortes mit Ihnen allen – nicht nur mit den Konferenzmitgliedern – teilen. Schließlich sind wir gemeinsam Kirche. Ich würde mich freuen, wenn diese Themen zu Gesprächen in Ihren Gemeinden anregen würde.

Gemeinsam

Kirche lebt vom Zusammenspiel Vieler. Sie ist ein Gemeinschafts- Unternehmen von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, die wir oft missverständlich Laien nennen, auf allen Ebenen. Diese Verbundenheit reicht von der Gemeinde vor Ort bis zur Generalkonferenz weit weg. Wir sind gemeinsam Kirche im Geben und Nehmen, im Helfen und sich Helfen lassen.

Wir Methodisten nennen das »Konnexio«. Gerade in Zeiten, in denen überall die Tendenz besteht, sich mehr und mehr auf das Eigene zurückzuziehen, sich hinter dem eigenen Zaun einzurichten und nur die eigene Perspektive gelten zu lassen, erscheint mir diese Verbundenheit als ein äußert kostbares Gut.

In diesem Gemeinschafts-Netz gilt es nüchtern festzuhalten: Wir sind gemeinsam Kirche, so wie wir sind. Gelegentlich begegnet mir die Illusion, dass in unserer Kirche alles ganz anders wäre, wenn wir nur andere Pastorinnen und Pastoren hätten oder ganz anders geartete Gemeinden. Doch wir sind gemeinsam Kirche, so wie wir sind. Wir haben in unseren Gemeinden prächtige Menschen, inspirierende Ideen, gelingende Projekte – aber auch Ballast und Schwierigkeiten. Wir haben Hauptamtliche mit ihren Begabungen, ihrer Leidenschaft, ihrem Wissen und ihrer Kreativität, aber auch mit ihren Grenzen und Schwächen. So sind wir gemeinsam Kirche.

Darum, ihr Pastorinnen und Pastoren, habt eure Gemeinden lieb! Es gibt keine anderen. Darum, ihr Menschen in unseren Gemeinden, habt eure Hauptamtlichen lieb und nehmt sie an. Es gibt keine anderen. Manchmal fällt das leicht, dann freut euch miteinander und dankt gemeinsam Gott. Manchmal fällt es schwer und will kaum gelingen, dann betet füreinander. In gegenseitiger Annahme und in der wechselseitigen Fürbitte liegt das stärkste Potenzial zur Veränderung.

»Gemeinsam sind wir Kirche« – Wenn wir dies tatsächlich ernst nehmen, dann kann auch keine und keiner sagen: »Die Kirche …« und dabei mit dem Finger auf andere zeigen. Niemand kann sich zurücklehnen und sich über die anderen auslassen. Wir sind gemeinsam Kirche. Raushalten geht nicht!

Foto: Volker Kiemle / EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Entnommen aus: »unterwegs« 14/2017

THR beruft Stephan von Twardowski

Mo, 07/10/2017 - 16:45

Die Gremien der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) haben Stephan von Twardowski auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie berufen. Die Neubesetzung des Lehrstuhls ist nötig geworden durch den Weggang von Michael Nausner, der diese Professur seit 2005 innehatte. Er verlässt die THR zum Ende des aktuellen Sommersemesters auf eigenen Wunsch.

Stephan von Twardowski ist ordinierter Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und zurzeit leitender Pastor des Bezirks Braunschweig/Clausthal-Zellerfeld. Im Nebenamt ist er außerdem Referent für die Arbeit mit Jugendlichen in der Norddeutschen Konferenz. Von Twardowski studierte von 1998 bis 2006 Theologie und Erziehungswissenschaft an den Universitäten in Hamburg und Heidelberg sowie in São Paulo in Brasilien und an der Theologischen Hochschule Reutlingen. Das Studium der Evangelischen Theologie schloss er mit der Diplomprüfung ab, das Studium der Erziehungswissenschaft mit dem Titel Magister Artium. Von 2006 an war von Twardowski vier Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen, die dem Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg angeschlossen ist. Seine Dissertation über die Friedensethik Dietrich Bonhoeffers unter dem Titel »Der Friede Christi und die eine Kirche. Zur ekklesiologischen Grundlegung der ökumenischen Friedensethik Dietrich Bonhoeffers« steht kurz vor dem Abschluss.

Die Berufungskommission der Theologischen Hochschule Reutlingen sichtete nach Informationen von Roland Gebauer, dem Rektor der THR, in den vergangenen Monaten 24 Bewerbungen. Die Zahl und die Qualifikation der Bewerbungen ließen laut Gebauer erkennen, dass die Ausschreibung in der Universitätswelt wahrgenommen wurde und die THR »eine anerkannte Stellung in der akademischen Theologie in Deutschland hat«. Besonders gefreut habe er sich, dass unter den Bewerbungen »ein methodistischer Bewerber mit hoher Qualifikation« war. »Dass wir für die Systematische Theologie, quasi die ›Herzkammer der Theologie‹, einen methodistischen Bewerber gefunden haben, ist uns sehr wichtig«, erklärte Gebauer. Senat und Hochschulrat hatten, so die Pressemeldung der THR, die »einstimmige Entscheidung der Berufungskommission« bestätigt, woraufhin durch den Rektor die Berufung zum April 2018 ausgesprochen wurde.

Stephan von Twardowski hat die Berufung »mit Dankbarkeit und Respekt« angenommen und blickt »voller Vorfreude« auf das Frühjahr 2018. Sein Vorgänger, Michael Nausner, wechselt zum 1. Oktober dieses Jahres in die Forschungsgruppe für Theologie und Forschung der Kirche von Schweden (Church of Sweden Research Unit) im 70 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Uppsala.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.th-reutlingen.de

Zur Information

Theologische Hochschule Reutlingen
Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie. Die Leitung der THR besteht aus Hochschulrat, Senat und Rektorat. Der Hochschulrat ist für die strategischen Fragen der Zukunftsentwicklung und für die Finanzen der Hochschule zuständig. Er ist mit zwölf Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft, Wirtschaft und Diakonie besetzt. Vorsitzender ist der Schweizer EmK-Pastor Markus Bach. Der Senat ist für die akademischen Belange Forschung, Lehre und Studium zuständig und vom Hochschulrat unabhängig. Er setzt sich zusammen aus der Professorenschaft, sowie mehreren Vertretern der Studentenschaft und weiteren auf dem Campus beschäftigten Personen. Im Rektorat werden die alltäglichen Aufgaben zur Organisation des Betriebs der Hochschule wahrgenommen. Das Rektorat bilden der Rektor der THR, Dr. Roland Gebauer, sowie der Prorektor für Forschung, Dr. Jörg Barthel, und der Prorektor für Lehre und Studium, Dr. Holger Eschmann.

Systematische Theologie
Die Systematische Theologie umfasst die Bereiche Dogmatik und Ethik, die in der Lehre in ihrer gesamten Breite zu vertreten sind. Im Rahmen des Studiums der Theologie an der THR bildet die methodistische Theologie einen besonderen Schwerpunkt innerhalb der Systematischen Theologie.

Fotos: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Methodistische Forscher tauschen sich aus

Do, 07/06/2017 - 09:35

Am vergangenen Wochenende, Freitag 30. Juni und Samstag 1. Juli, fand an der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) das erste international besetzte »Forum Forschung« statt. Aus acht Ländern waren Personen angereist, die mit dem Schwerpunkt Methodismus in der theologischen Forschung tätig sind. Das Treffen diente der gegenseitigen Vernetzung und zur Kontaktanbahnung mit der Hochschule als möglicher Arbeitgeberin.

In fünf Workshops zu den theologischen Themenbereichen Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische sowie Praktische Theologie konnten die Teilnehmer in einem intensiven Austausch ihre jeweiligen Promotionsprojekte oder Forschungsvorhaben vorstellen und diskutieren. Dabei ging es unter anderem um die Theologie des Propheten Jesaja oder die Bedeutung des Begriffes »Fleisch« (griechisch »sarx«) im Galaterbrief. Auch Themen der Reformation und methodistisch-wesleyanischer Tradition sowie aktuelle Herausforderungen wie die der Migration oder das Verhältnis zwischen Philosophie und Naturwissenschaft fanden ihren Niederschlag in den Workshops.

Die Hauptvorträge hielten Thomas Kazen, Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Stockholm, und Stefan Zürcher, Superintendent der EmK in der Schweiz. Kazen thematisierte das Verhältnis Jesu zur veränderlichen Rolle der Thora, während Zürcher sein Promotionsthema vorstellte, in dem es ums Gebet aus methodistisch-wesleyanischer Perspektive geht.

Im Zusammenhang mit der internationalen Tagung weist die THR auf den im Oktober beginnenden berufsbegleitenden Masterstudiengang »Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Kulturen und Religionen« hin. Dieser Studiengang richtet sich unter anderem an im pastoralen Dienst stehende Personen und findet an zwölf Wochenenden in drei verschiedenen Tagungshäusern mit unterschiedlicher spiritueller Prägung statt. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte des Studiengangs ist die in der EmK und in anderen Kirchen bekannte Bewegung »Fresh Expressions of Church« (neue Formen von Gemeindearbeit), die wissenschaftlich stärker erforscht werden soll.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Interview zum Studiengang »Christliche Spiritualität«
Informationen zum Studiengang »Christliche Spiritualität«

Foto: © THR

Gebet verändert die Welt

Mi, 07/05/2017 - 17:00

Neben aufmerksamer und kritischer Begleitung des G20-Gipfels in Hamburg laden die Kirchen auch zum Gebet ein. Mit Anregungen und Vorlagen sollen sich Christen am Freitag, den 7. Juli, um 18 Uhr zu Friedensandachten treffen. »Zur kritischen Begleitung der politischen Entscheidungsträger gehört es untrennbar dazu, für sie zu beten«, erklärt Bischof Harald Rückert. »Auch unser Gebet für die Welt ist ein wichtiger Beitrag, unsere Welt zu verändern«.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Bausteine für Ihr Friedensgebet zum G20-Gipfel
Ecumenical Service on the Occasion of the G 20 Summit in Hamburg
Ökumenischer Gottesdienst anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg
Fürbitte für Gerechtigkeit und Frieden anlässlich des G20-Gipfels

Foto: Reto Fetz (swisscan) / pixelio.de

Neues Wirtschaftsverständnis nötig

Mi, 07/05/2017 - 09:15

Weil in diesem Jahr Deutschland die G20-Präsidentschaft innehat, treffen sich in dieser Woche am Donnerstag und Freitag die 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union in Hamburg. Weitere Länder und internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen nehmen als Gäste teil. Weil die G20 rund zwei Drittel der Weltbevölkerung stellen sowie drei Viertel des Welthandels bestreiten und mehr als vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts erzeugen, leiten sie daraus den Anspruch auf eine führende Rolle in der Weltwirtschaft ab. Eine wirkliche Legitimation haben die G20-Länder dafür jedoch nicht.

Schwerpunkte der Beratungen

Den G20-Ländern geht es darum, die Wirtschaft zu stabilisieren. Dafür sollen das Wirtschaftswachstum weltweit gefördert und das internationale Finanzsystem stabilisiert werden. Außerdem geht es darum, Steuervermeidung zu bekämpfen, Beschäftigung zu fördern sowie den internationalen Handel und private Investitionen zu erleichtern. Neben den wirtschaftlichen Fragen geht es darum, die Zukunftsfähigkeit zu verbessern. Auf der Basis der »Ziele für nachhaltige Entwicklung« (Sustainable Development Goals, SDGs) und des Pariser Klima-Abkommens soll die Weltwirtschaft auf den Weg der Nachhaltigkeit und der Klimafreundlichkeit geführt werden. Außerdem geht es um die Digitalisierung der Weltwirtschaft, die Pandemie-Vorsorge, mit der eine kontinentübergreifende Ausbreitung von Krankheiten verhindert werden soll, um den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen und um die Verbesserung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen.
Zunehmend wird auch die Übernahme von Verantwortung für den afrikanischen Kontinent ins Blickfeld gerückt. Unter dem Motto »Partnerschaft mit Afrika« (Compact with Africa) sollen für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas stabile Rahmenbedingungen für private Investoren entwickelt und der Ausbau der Infrastruktur gefördert werden. Weitere Themen sind Flucht und Migration sowie die Bekämpfung von Terrorismus, Geldwäsche und Korruption.

Soziale Investitionen statt Profitdenken

So wichtig eine solche Veranstaltung ist, so sehr hat sie auch ihre Schattenseiten. Eine nachhaltige Entwicklung braucht zwingend die Beteiligung der Vereinten Nationen und von zivilgesellschaftlichen Gruppen als gleichwertige Verhandlungspartner. Die Globalisierung muss auch im Sinne der durch die G20-Staaten beschlossenen nachhaltigen Entwicklungsziele gerecht und partizipativ gestaltet werden. Außerdem sollte bei diesem Treffen das Thema der Menschenrechte zur Sprache kommen, weil in etlichen G20-Ländern systematisch die Meinungs- und Versammlungsfreiheit unterdrückt ist. Des Weiteren muss ein G20-Treffen dazu beitragen, dass ein Wirtschaftsmodell, das weiterhin nur auf Wachstum setzt, verlassen wird. Im Fokus einer gerechten Globalisierung müssen die Ernährungssicherung und die soziale Grundsicherung, also das Wohlergehen aller Menschen stehen. Dafür ist auch eine grundlegende Reform des internationalen Finanzsystems notwendig. Wenn die Welt überleben will, braucht es soziale Investitionen statt Profitdenken. Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie Klimapolitik und die nachhaltigen Entwicklungsziele dürfen nicht voneinander getrennt betrachtet werden. Sie müssen aufeinander abgestimmt und ambitioniert verfolgt werden.

Neues Verständnis von Wirtschaft nötig

Das von der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im März 2017 als Diskussionsgrundlage beschlossene Friedenswort »Frieden gestalten: gewaltfrei, gerecht und schöpfungsgemäß« verfolgt genau diese Zielrichtung. »Ein wirksamer Kampf gegen Hunger, Armut und Ausbeutung braucht die Stärkung der betroffenen Zivilbevölkerung und einen Bewusstseinswandel bei uns«, heißt es in dieser Veröffentlichung, in der es um die Fragen von Frieden und Gerechtigkeit geht. »Priorität«, so eine der Aussagen im Friedenswort, »muss die Partnerschaft mit den notleidenden Menschen haben«. Um überleben zu wollen braucht die Menschheit ein neues Wirtschaftsverständnis und Unternehmen, die eine soziale Verantwortung übernehmen.

Der Autor
Hans Martin Renno ist Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: referat.kdgv(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.global-gerecht-gestalten.de
Das Lied zum G20-Treffen: www.youtube.com/watch?v=2LfYBJ_RafA
Bausteine für Ihr Friedensgebet zum G20-Gipfel
Ecumenical Service on the Occasion of the G 20 Summit in Hamburg
Ökumenischer Gottesdienst anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg
Fürbitte für Gerechtigkeit und Frieden anlässlich des G20-Gipfels

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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