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Aktualisiert: vor 8 Stunden 16 Minuten

Mission und respektvolle Akzeptanz

Mi, 09/12/2018 - 09:00

Im dänischen Haslev, rund 60 Kilometer südlichwestlich von Kopenhagen, tagte vom vergangenen Freitag bis gestern (7. bis 11. September) der Europäische Rat methodistischer Kirchen (European Methodist Council, EMC) und traf sich dabei auch mit der Kommission für Mission in Europa. Dabei ging es um die Frage nach dem Auftrag der Kirchen in einem multireligiösen Europa.

Die kulturellen Unterschiede werden unterschätzt

Der Dienst der Kirchen müsse sich in einem mulitreligiösen Europa neuen Fragen stellen. Der Tatsache, dass sich die religiöse Landschaft fast überall stark verändert hat, könne niemand ausweichen. Viele Gemeinden, die sich mit großer Liebe Menschen zuwenden, die ihr Zuhause verloren haben und eine eigene religiöse Prägung mitbringen, seien durch die Zuwanderung von Muslimen gefordert. Für diese Aufgabe sei eine große Sensibilität gegenüber Menschen mit einem oft fremden und unbekannten Glauben nötig. Steve und Barbara Svensson aus den Vereinigten Staaten von Amerika, die derzeit als Missionare im südschwedischen Malmö aktiv sind, berichteten über ihren missionarischen Dienst in der Arbeit mit Muslimen. Es sei eine Chance, religiös anders geprägten Menschen die Botschaft von Jesus Christus nahezubringen, ohne deren bisherige Lebensgeschichte abzulehnen. Ausführungen von Mark Lewis (USA, Dänemark) stellten die kulturellen Fragen in den Mittelpunkt. Menschen, die nach Europa einwandern, brächten nicht nur eigene religiöse Erfahrungen mit, sondern auch eine kulturelle Prägung, die sich von der europäischen stark unterscheide. Die Unterschätzung dieser Unterschiede stellten die eigentliche Hürde für ein gutes Miteinander dar.

Den christlichen Glauben selbstbewusster bezeugen

Besonderes Interesse weckten Ausführungen von Krasimir Madjarow, der als Pastor in seiner bulgarischen Gemeinde mit türkisch sprechenden Menschen arbeitet. Diese gehörten teilweise den Roma an und seien christlich sowie muslimisch geprägt. Außerdem stellten sich zwei Imame, Abdul Wahid Pedersen aus Dänemark und Naveed Baig aus Pakistan und jetzt in Dänemark, den Fragen einer interessierten Runde. Von ihrer Seite wurde nicht nur ihr Selbstverständnis als Muslime stark betont, sondern auch der Wille zur Zusammenarbeit. Nicht, was uns trenne, müsse im Mittelpunkt stehen, sondern was man für eine friedliche Gesellschaft gemeinsam beitragen könne. Darüber hinaus ermutigten sie die Mitglieder des EMC, dass Christen ihren Glauben viel selbstbewusster zu erkennen geben sollten.

Sensibilität und Verständnis

In den Diskussionen stellte sich immer wieder die Frage, in welcher Form und mit welcher Dringlichkeit Menschen anderen Glaubens mit Jesus Christus bekannt gemacht werden sollen. Bei der Beantwortung dieser Frage sei die Situation vor Ort von großer Bedeutung. Einerseits gäbe es die Erfahrung, dass Menschen ihren Glauben bewahren wollten, sich aber trotzdem in christlichen Gemeinden aufgenommen wüssten. Andererseits gäbe es auch die Erfahrung zahlreicher Taufen. Der Auftrag, Menschen in die Nachfolge von Jesus Christus zu rufen, verlange Sensibilität und Verständnis. Es müsse auch akzeptiert werden, wenn das Gegenüber Grenzen ziehe. Der Dienst der Fürsorge und Liebe müsse davon unberührt bleiben. Der Christ bewege sich deshalb immer zwischen Mission und respektvoller Akzeptanz seines Gegenübers.

Rückblick auf das Europäische Methodistische Festival »Staunen«

In der Geschäftssitzung des Europäischen Rates stand zu einem großen Teil die Vernetzung der Mitgliedskirchen im Mittelpunkt. Außerdem nahm die Auswertung des Europäischen Festivals »Staunen« viel Zeit ein. Große Dankbarkeit für das gelungene internationale Festival kam dabei zum Ausdruck, was durch eindrucksvolle Videos bestärkt wurde. Das Festival sei eine gelungene Zusammenarbeit zwischen »Staunen« als Basisbewegung in einer europäischen Region und dem Europäischen Rat gewesen. Hinsichtlich eines nächsten Festivals stelle sich aber auch die Frage nach den personellen und den finanziellen Möglichkeiten. Der Rat beschloss, weiterhin Rücklagen für ein Festival zu bilden. 

In der Leitung des Rates wird ab dem kommenden Jahr Bischof Harald Rückert neben Bischof Sifredo Teixeira aus Portugal als Vorsitzender fungieren. Superintendent Stephan Ringeis aus Zwickau wurde als Schatzmeister des Rates nach sechsjähriger Tätigkeit verabschiedet. Sein Amt wird ab nächstem Jahr von Pastor Uwe Onnen aus Hamburg übernommen.

Bildnachweis: Üllas Tankler

Der Autor
Stephan Ringeis ist Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche für den Distrikt Zwickau in der Ostdeutschen Konferenz. Kontakt: stephan.ringeis(at)emk.de.  

Zur Information
Europäischer Rat methodistischer Kirchen (European Methodist Council, EMC)

Im EMC sind die drei europäischen Zentralkonferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche sowie weitere methodistische Kirchen und vereinigte Kirchen mit geerbter methodistischer Tradition vertreten. Diese sind präsent in Albanien, Armenien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Moldawien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland.
Die Mitgliedskirchen des EMC beraten sich über Fragen von gemeinsamem Interesse, entwickeln Impulse und Angebote zur Förderung des methodistischen Zeugnisses in Europa, teilen bei Bedarf ihre Ressourcen miteinander, helfen sich gegenseitig zur besseren Vertretung in ökumenischen und säkularen Gremien und koordinieren die methodistische Zusammenarbeit in Europa. Ein ständiger Ausschuss des EMC ist für den »Fonds Mission in Europa« zuständig. Für den Fonds werden finanzielle Mittel eingeworben und an solche Kirchen und Konferenzen in Europa verteilt, die für ihre Missions- und Sozialarbeit Unterstützung benötigen. Der Rat hat nur beratende Funktion. Entscheidungen der Ratstagungen sind für die Mitgliedskirchen nicht bindend.
Weitere Informationen: www.methodist.eu/de

»mig« ist verstummt

Di, 09/11/2018 - 17:59

Der seit sechs Jahren im Ruhestand in Wuppertal lebende Pastor Alfred Mignon ist am vergangenen Sonntag an einem Herzinfarkt verstorben. Er wurde 68 Jahre alt.

Begabt, engagiert und unkonventionell

Der oft unkonventionell auftretende Pastor hatte ursprünglich im Elektrohandwerk gelernt und startete seinen Dienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) im Alter von 21 Jahren. Nach dem Theologiestudium im damaligen Theologischen Seminar in Reutlingen (heute Theologische Hochschule Reutlingen) hatte er Dienstzuweisungen in den Gemeindebezirken Karlsruhe, Bad Herrenalb-Loffenau mit Baden-Baden, Neuenbürg, Siegen und München-Friedenskirche. Mit seiner Statur war er das »geborene Weihnachtsmann-Double«, als der er in Siegen auftrat, und mit seiner lyrischen Begabung dichtete er biblische Balladen, die er auch noch in seinem Ruhestand bei Auftritten und in Gottesdiensten einbrachte und vortrug. Während seiner ganzen Dienstzeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit engagiert mit, auch in der Zusammenarbeit mit anderen Kirchen in verschiedenen Gremien. Im Kirchenmagazin »Unterwegs« und auf der Internet-Präsenz der EmK war er zuletzt viel hinter den Kulissen aktiv und setzte zusammen mit seiner Ehefrau Eva-Maria seine Gaben als Textkorrektor ein. Das Kürzel »mig« war dort sein Erkennungszeichen.

Gast bei Günther Jauch

Deutschlandweit über die EmK hinaus bekannt wurde Mignon im Jahr 2011 durch seine Teilnahme bei der Quizshow »Wer wird Millionär« mit Günther Jauch. Viel mehr als der seinerzeitige Gewinn von 125.000 Euro sorgte seine Entscheidung für Aufsehen, mit der fast gesamten Gewinnsumme eine unverschuldet in existentielle Not geratene Musikerfamilie zu unterstützen. Für Zeitungen, Boulevardmedien und Fernsehsender war er danach ein gefragter Interviewpartner und Sendungsgast. Ein Journalist kam damals sogar in den Sonntagmorgengottesdienst, um den Pastor zu interviewen.

Die Kanzel blieb leer

Bis zuletzt war Alfred Mignon im näheren und weiteren Umkreis von Wuppertal als Prediger in vielen Gemeinden aktiv. Seinen letzten Dienst am vergangenen Sonntag in Wuppertal konnte er nicht mehr antreten. Die Kanzel blieb leer, weil er in der Nacht zuvor verstarb. Mit ihm verliert die Kirche einen manchmal unbequemen, aber immer treuen und engagierten Mitarbeiter. Alfred Mignon hinterlässt seine Ehefrau und einen erwachsenen Sohn

Bildnachweis: privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit@emk.de.

»Jetzt sind alle verbindenden Kräfte gefordert«

Mo, 09/03/2018 - 13:03

Methodisten aus Chemnitz beteiligten sich am Sonntag, den 2. September an der Kundgebung, zu der die Evangelisch-lutherische Landeskirche unter dem Motto »Wir in Chemnitz – aufeinander hören, miteinander handeln« eingeladen hatte. Vor den rund tausend Demonstranten nahm die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig mit den Worten »Suchet der Stadt Bestes« ein Bibelwort aus dem Buch des Propheten Jeremia auf, berichtet der evangelisch-methodistische Superintendent Christhard Rüdiger.

Der Ministerpräsident Sachsens, Michael Kretschmer, appellierte an die versammelten Menschen, mit Mut und Nachdruck allen in Chemnitz lebenden Menschen eine Zukunft zu ermöglichen. Einig war man sich, dass es keine Gewalt geben dürfe. In den nächsten Wochen wird es darauf ankommen, beharrlich im Gespräch miteinander zu sein, erklärt Christhard Rüdiger. Die Meinungen liegen aktuell oft weit auseinander und Gefühle bestimmen die Reaktionen. Die Zukunft wird aber nicht in einem weiteren Auseinanderdriften liegen können.

In ihrem Aufruf zur Demonstration hatte die evangelische Landeskirche Sachsens den Angehörigen des zu Tode gekommenen Chemnitzers ihr Mitgefühl ausgesprochen. Gleichzeitig verurteilte sie die »gewalttätige Instrumentalisierung des nächtlichen Vorfalls durch radikale Demonstranten auf das Schärfste.« Sie mahnt zu Frieden und Gewaltlosigkeit und ruft die Bevölkerung »zu einem respektvollen Miteinander der Menschen« in Chemnitz auf. Jetzt sind alle verbindenden und versöhnlichen Kräfte gefordert, erklärt Christhard Rüdiger. Vielleicht können die Kirchen dazu ihren Beitrag leisten. Beide methodistische Gemeinden in Chemnitz engagieren sich bereits seit langem in der Arbeit mit Flüchtlingen.

Bildnachweis: Christhard Rüdiger

Der Autor
Michael Putzke ist der leitende Redakteur von »unterwegs«, des deutschen Magazins der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Kontakt: redaktion(at)emk.de

»Im Alter meldet sich die Seele«

Sa, 09/01/2018 - 07:00

Frau Burkhardt-Kibitzki, was verbindet die Generation, die den Krieg als Kinder erlebt hat?

Ulrike Burkhardt-Kibitzki: In der Forschung geht man davon aus, dass 30 bis 40 Prozent der Kriegskinder Traumata erlebt haben, davon 10 Prozent sehr schwere. Dazu gehört auch ein großer Mangel an Geborgenheit, den die Kinder erlebten. Die Erwachsenen standen ja stark unter Druck. Die Eltern konnten ihre Kinder nicht richtig binden und schützen. In den ersten Lebensjahren ist die Bindung an die Eltern entscheidend. Aber viele Männer waren im Krieg und die Mütter konnten ihren Kindern oft nicht mehr den nötigen Halt geben.

Haben die Kriegskinder auch bestimmte Fähigkeiten entwickelt?

Ulrike Burkhardt-Kibitzki: Es herrschte bald nach dem Krieg die Stimmung: »Wir werden das schaffen! Wir beißen auf die Zähne. Keine Wehleidigkeit!« Fleiß, Disziplin, Tüchtigkeit; das war das große Credo. Aber die Seele ist bei Vielen zurückgeblieben. Sie meldet sich jetzt im Alter, oft über deren Enkel, die ihre Großeltern fragen: »Wie war das damals?« Da geschieht etwas, was die Generationen verbindet.

Seit fünfzehn Jahren brechen Kriegskinder ihr Schweigen. Warum?

Ulrike Burkhardt-Kibitzki: Das ist die Zeit, in der die Älteren aus der Generation der Kriegskinder in Ruhestand gegangen sind. Die Kriegskinder sind die 1930er- bis 1945er-Jahrgänge. Ab Mitte der 1990er-Jahre sind diese in Ruhestand gegangen. Da ist etwas hoch gekommen, was viele über Jahrzehnte verdrängt haben. Es durfte ja nicht darüber gesprochen werden. Dazu gab es damals nach dem Krieg keine Möglichkeit der Psychotherapie. Die Menschen haben einfach die Ärmel hochgekrempelt und hart gearbeitet. Sie sind fleißig gewesen und wollten es zu etwas bringen. Materieller Wohlstand hat eine gewisse Geborgenheit gegeben.

Erst als dann die Berufsarbeit weggefallen ist, sind die Erinnerungen wieder hochgekommen. Es hat seitdem zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gegeben. Das wirkte wie ein Dammbruch und es war eine große Erleichterung für viele Kriegskinder, dass über diese Erfahrungen endlich gesprochen wurde. Man konnte jetzt sagen: »Unter uns Deutschen waren nicht nur Täter; wir waren Kinder, wir waren Opfer.« Das galt bis in die 1990er-Jahre als politisch nicht korrekt. Heute gibt es einen differenzierteren Blick.

Wo kommen die Erfahrungen der Kriegskinder in der Kirche vor?

Ulrike Burkhardt-Kibitzki: Das Thema ist in der Seelsorge wichtig, wenn Menschen sich öffnen und einfach mal erzählen wollen. In der klassischen Seniorenarbeit mit Kaffeetrinken und Nachmittagsprogramm spielt es nicht die große Rolle, weil die Erinnerungen zum Teil unter Verschluss gehalten werden in einer größeren Gruppe. Dann ist es auch eine Mentalitätsfrage, ob Menschen gerne erzählen oder nicht.

Wie kann eine Gemeinde helfen, ins Gespräch zu kommen?

Ulrike Burkhardt-Kibitzki: Der Seniorenkreis kann ein Ort sein, wo Menschen über ihre Kindheit sprechen dürfen. Es braucht dazu aber einen Raum des Vertrauens. Nicht jeder Seniorenkreis ist dafür geeignet. Man muss vertrauensvoll damit umgehen – gerade mit den schweren Erlebnissen. Manche empfinden hier auch eine Grenze: Sie wollen das Schwere, das andere in ihrer Generation erlebt haben, nicht hören, weil es sie zu sehr belastet; weil dann der eigene Schmerz, die eigene Trauer zu stark berührt wird. Das muss man respektieren.

Welche Gelegenheiten gibt es noch?

Ulrike Burkhardt-Kibitzki: Eine gute Möglichkeit ist es, den Seniorenkreis mit der Gruppe vom Kirchlichen Unterricht zusammenzubringen. Da erlebe ich es auch, dass Jugendliche fragen und hören wollen: »Wie habt ihr das damals erlebt?« Erlebte Geschichten zu hören ist immer gut, und die Senioren werden mit ihren Erinnerungen nicht allein gelassen.

Bildnachweis: Bundesarchiv, Bild 183-19000-1661 / CC-BY-SA 3.0
Interview entnommen aus »unterwegs« 18/2018, Erscheinungsdatum: 02.09.2018

Der Autor
Michael Putzke ist der Leitende Redakteur von »unterwegs«, des deutschen Magazins der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: redaktion(at)emk.de

Zur Information
Pastorin Ulrike Burkhardt-Kibitzki ist Beauftragte für Seniorenarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche. www.emk-seniorenarbeit.de

Leben im Anthropozän

Do, 08/30/2018 - 06:40
Ökumenischer Prozess »Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten«

»Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten« ist ein ökumenischer Prozess, der sich seit fünf Jahren mit Themen rund um Menschen, Klima, Zukunft und gerechte Welt auseinandersetzt. Getragen wird der Prozess von 24 Kirchen, kirchlichen Werken, Diensten und Organisationen, die dazu einladen »gemeinsam zu entdecken und zu erleben, was ein Leben in Fülle für alle heute bedeutet«.

Jetzt geben die kirchlichen und gesellschaftlichen Vordenker erneut ein Buch heraus, das sich unter dem Titel »Leben im Anthropozän« mit den Themen der Schöfungsbewahrung beschäftigt. Mit dem Untertitel »Christliche Perspektiven für eine Kultur der Nachhaltigkeit« bietet es viele Themen in Vorträgen, Essays, Gesprächen und Diskussionen, mit denen die beteiligten Kirchen in ihrem Nachdenken über Klimagerechtigkeit unterstützt werden und zu konkreten Schritten angeleitet werden.

In einem ersten grundsätzlichen Teil geht es um die Analyse der aktuellen Situation. Darüber hinaus wird die Kultur der Nachhaltigkeit ausführlich dargestellt. Einzelne Bausteine wie die Veränderungsbereitschaft des Menschen, die Rolle der Politik, der Übergang zur Postwachstumsgesellschaft geben neue Impulse. In einem weiteren Teil werden die christlichen Perspektiven zur Nachhaltigkeit sowie der Beitrag der Kirchen beschrieben.

Verantwortet wird die Herausgabe von der Werkstatt Ökonomie e.V. aus Heidelberg. Der Titel des Buches lautet: Brigitte Bertelmann, Klaus Heidel (Hrsg.): Leben im Anthropozän
Christliche Perspektiven für eine Kultur der Nachhaltigkeit

Bildnachweis: Titelgrafik Oekom Verlag

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Leseprobe zum Buch

Zur Information

Brigitte Bertelmann, Klaus Heidel (Hrsg.): Leben im Anthropozän. Christliche Perspektiven für eine Kultur der Nachhaltigkeit
20,00 Euro, Erscheinungstermin: 5. September 2018
Bestelladresse: oekom verlag GmbH, Waltherstraße 29, 80337 München, bestellungen(at)oekom.de

Idyll und Verantwortung

Di, 08/28/2018 - 09:00

Die zentrale Feier der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) anlässlich des ökumenischen Schöpfungstags findet in der kommenden Woche am Freitag, dem 7. September in Starkow statt. Der in Nordvorpommern gelegene Ort wurde von der ACK Mecklenburg-Vorpommern für diese gottesdienstliche Veranstaltung ausgewählt. Die Backsteinkirche und die umgebende Naturlandschaft bieten den passenden Rahmen für diese Veranstaltung.

Der Tag steht unter dem Motto »Von meinen Früchten könnt ihr leben«. Die Predigt im Gottesdienst hält die orthodoxe Theologin Rossitza Dikova-Osthus, den Vortrag im Rahmen des Festakts hält der Agrarwissenschaftler und Träger des alternativen Nobelpreises, Michael Succow, der zu DDR-Zeiten Biologe studierte und mit einem moorkundlichen Thema zum Professor der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften ernannt worden war.

Am bereits veröffentlichten Gottesdienstprogramm wirkte neben der ACK auch der Verein »Backstein – Geist und Garten« mit. Dieser Verein pflegt und unterhält die in Starkow gelegene Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert und das sie umgebende Areal mit einem Barockgarten sowie zahlreichen historischen Gebäuden. Der Verein hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, zahlreiche Streuobstarten zu erhalten und dafür eine Wiese mit vom Aussterben bedrohten Arten angelegt.

Foto (wikimedia.org): Kirche in Starkow, Nordvorpommern. Blick von Nordost auf Chor und Kirchenschiff, Klugschnacker, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Information und Materialien der ACK zum Schöpfungstag
Informationen über Starkow

Zur Information
Ökumenischer Gottesdienst unter freiem Himmel und Festakt zum Tag der Schöpfung
Freitag, 7. September 2018, ab 13.30 Uhr in Starkow in Nordvorpommern
13:30 Uhr Markt der Möglichkeiten auf dem historischen Pfarrgartengelände
16:30 Uhr Gottesdienst
18:00 Uhr Festakt im Haus des Vereins »Backstein, Geist und Garten«

Der ökumenische Schöpfungstag wurde 2010 von der ACK in Deutschland auf dem zweiten Ökumenischen Kirchentag in München feierlich proklamiert. Die bundesweite Feier findet in jedem Jahr am ersten Freitag im September statt. Im Mittelpunkt stehen das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz. In den Gemeinden kann der Schöpfungstag auch an einem anderen Tag innerhalb des Zeitraums vom 1. September bis 4. Oktober gefeiert werden, um auf bereits gewachsene Traditionen und Ferientermine in verschiedenen Orten und Regionen Rücksicht zu nehmen.

Die Anatomie des Friedens

Do, 08/23/2018 - 11:00

Die vom internationalen Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eingesetzte Kommission »Ein Weg in die Zukunft« war eingesetzt worden, weil die Auseinandersetzungen innerhalb der weltweit verfassten EmK unüberbrückbar schienen. Die Kommission hatte den Auftrag, einen Weg zu suchen, wie die Einheit der EmK trotz der tiefreichenden Auseinandersetzungen bewahrt werden könnte. Anfang Mai hatte der Bischofsrat auf Basis des vorgelegten Kommissionsberichts einen Beschluss gefasst, wie der Weg zur Entscheidungsfindung bei der im kommenden Jahr tagenden außerordentlichen Generalkonferenz aussehen soll. Dort soll eine Lösung in den strittigen Fragen zur menschlichen Sexualität gefunden werden.

Einblick in die Arbeit der Kommission und in die Herzen ihrer Mitglieder

Schon im Vorfeld der kürzlich erfolgten Veröffentlichung des Abschlussberichts der Kommission startete das Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA eine Video-Serie, um Methodisten weltweit an den Erfahrungen aus der Arbeit der Kommission teilhaben zu lassen. Im Umfeld der Kommission viel zitiert wurde ein Buch mit dem Titel »Anatomie des Friedens«. Darin geht es um die Möglichkeit, einen grundlegenden Wandel einzuleiten vom Schlachtfeld zu einem Ort, an dem Menschen einen offenen und ehrlichen Dialog miteinander führen können. Das Video von Bischof Grant Hagiya mit Gedanken zu diesem Buch und die anderen Videos sollen dazu dienen, über die Inhalte des Abschlussberichts und die dem Bericht zugrunde liegenden Beratungen ins Gespräch zu kommen. Alle in den Videos vorkommenden Personen haben als Mitglieder oder Berater an der Arbeit der Kommission teilgenommen. Sie kommen aus verschiedenen Bereichen der Kirche und haben unterschiedliche theologische Einstellungen, zu denen sie Stellung beziehen.

Zehn Videos mit einer Gesamtdauer von fast zwei Stunden

Nachfolgend eine Auflistung der zehn veröffentlichten Videos mit kurzer Inhaltsbeschreibung und Angabe der Spieldauer:

Bischöfin Sandra Steiner Ball (West Virginia, USA), Bischof i. R. David Kekumba Yemba (Kongo) und Bischof Kenneth H. Carter (Florida, USA; derzeit Präsident des Bischofsrats)
Als Moderatoren der Kommission »Ein Weg in die Zukunft« geben sie einen Überblick in ihre Aufgabe und wie sie diese in besonderer Weise als Dienst ansahen.
YouTube: https://youtu.be/5tOGnPrLqKg (Länge 5:35)

Pastorin Jasmine Smothers (Georgia, USA), Pastorin Julie Hager Love (Kentucky, USA) und Pastor Tom Berlin (Virginia, USA)
Mitglieder der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«, Jurisdiktionalkonferenz im Südosten (der USA)
In diesem Interview reflektieren sie ihre Erfahrungen und Hoffnungen für die Zukunft der Evangelisch-methodistischen Kirche.
YouTube: https://youtu.be/85KP5qxfCpA (Länge 5:46)

Dave Nuckols (Minnesota, USA) und Pastorin Helen Cunanan (Philippinen)
Sie führen ein Gespräch über die Kommission »Ein Weg in die Zukunft«, in dem sie ihre Erfahrungen von sehr unterschiedlichen Orten der Welt weitergeben.
YouTube: https://youtu.be/pJCPnFqQgUU (Länge 7:50)

Bischof Gregory Palmer (Ohio, USA) und Bischof Robert Schnase (Texas, USA)
Mitglieder der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«. Sie sprechen darüber, wie die Arbeit der Kommission auf die größere Mission der Evangelisch-methodistischen Kirche hinweist.
YouTube: https://youtu.be/52EVb7wuva8 (Länge 5:35)

Gil Rendle: A Parable For Today
Ein Video mit der Kommissionsberaterin Gil Rendle. Rendle erzählt eine Geschichte, die den Unterschied zwischen Positionen und Interessen verdeutlicht. Wenn wir in der Lage sind, uns von unseren Positionen zu lösen, und versuchen, die zugrunde liegenden Interessen des anderen zu verstehen, können wir besser zusammen voranschreiten.
YouTube: https://youtu.be/D8ZGS6Dpl9g (Länge 5:14)

Gil Rendle: Purpose, Principles and Importance of the work of the Commission on a Way Forward. (Zweck, Grundsätze und Bedeutung der Arbeit der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«)
Dieses Video wurde während der letzten Sitzung der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«  aufgezeichnet und gibt einen detaillierten theologischen und technischen Überblick über die Arbeit der Kommission. Gut zur Vorbereitung der Delegierten der Generalkonferenz im Februar 2019.
YouTube: https://youtu.be/j9sDqunec2o (Länge 54:18)

Bischof Grant Hagiya (Kalifornien)
Mitglied der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«
In diesem Buch teilt Bischof Hagiya mit, warum die Prinzipien des Buches „Anatomie des Friedens“ (Anatomy Of Peace) uns helfen, einen grundlegenden Wandel vom Schlachtfeld zu einem Ort zu schaffen, an dem die Menschen einen offenen und ehrlichen Dialog miteinander führen können.
YouTube: https://youtu.be/6trW2HJuwP8 (Länge 5:44)

Pastorin Donna Pritchard (Oregon, USA), Pastor Tom Salsgiver (Pennsylvania, USA) und Leah Taylor (Texas, USA)
Mitglieder der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«
Sie berichten über ihre Überlegungen zur Arbeit der Kommission und über den Wert von Verbundenheit und Beziehungen während ihrer Zeit in der Kommission.
YouTube: https://youtu.be/v15xKo_URFU (Länge 7:02)

Patricia Miller (Indiana, USA; Verantwortliche Direktorin der Bekenntnis-Bewegung [Confessing Movement], eine inoffizielle Organisation innerhalb der EmK, die das Bestehende hinsichtlich Homosexualität bewahren will) und Matt Berryman (Illinois, USA; ehemaliger Verantwortlicher Direktor des Netzwerks Dienst der Versöhnung [Reconciling Ministries Network], eine inoffizielle Organisation innerhalb der EmK, die auf eine Änderung drängt)
Mitglieder der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«
Die beiden sprechen über ihre Freundschaft und über ihre Erfahrungen während der Mitarbeit in der Kommission.
YouTube: https://youtu.be/xbR96EBl5Qk (Länge 7:55)

Mazvita Machinga (Simbabwe), David Field (Schweiz) und Myungrae Kim Lee (New York, USA)
Mitglieder der Kommission »Ein Weg in die Zukunft«
Sie tauschen sich über die Arbeit der Kommission aus.
YouTube: https://youtu.be/rfL-en8wnho (Länge 10:56)

Bildnachweis: »Bishop Hagiya shares reflections on the book, Anatomy of Peace« – YouTube

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Kommission »Ein Weg in die Zukunft«
Die Kommission »Ein Weg in die Zukunft« wurde bei der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im Mai 2016 beschlossen. Grund dafür waren unlösbare Auseinandersetzungen über Fragen zur menschlichen Sexualität, insbesondere die Ordination Homosexueller oder die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften betreffend. Im November 2016 wurde die aus 32 Personen bestehende Kommission vom Bischofsrat eingesetzt. Im Januar 2017 nahm sie die Arbeit auf. Ende April 2018 legte die Kommission ihren Abschlussbericht vor und hatte im Juni 2018 ihre letzte Sitzung. Der Abschlussbericht ist Grundlage der Entscheidungsfindung der im Februar 2019 in St. Louis in den USA tagenden außerordentlichen Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche. Aus Deutschland war Bischöfin i. R. Rosemarie Wenner Mitglied dieser Kommission, aus der Schweiz war David Field mit dabei.

Hundert Seiten Ringen um Einheit

So, 08/19/2018 - 07:01

Anfang Mai hatte der internationale Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche einen Beschluss gefasst, wie der Weg zur Entscheidungsfindung bei der im kommenden Jahr tagenden außerordentlichen Generalkonferenz aussehen soll. Dort will die weltweit verfasste Evangelisch-methodistische Kirche eine Lösung in den strittigen Fragen zur menschlichen Sexualität finden.

Der im Mai aus der Kommission »Ein Weg in die Zukunft« entgegengenommene Abschlussbericht ist seit kurzem komplett veröffentlicht und liegt inzwischen in den vier Amtssprachen der Generalkonferenz vor. In Englisch, Französisch, Portugiesisch und Suaheli, allerdings nicht auf Deutsch, ist damit der fast einhundert Seiten umfassende Kommissionsbericht öffentlich zugänglich, um über die Inhalte und den Weg zur Entscheidungsfindung ins Gespräch zu kommen.

In einer die Veröffentlichung begleitenden Erklärung weisen die Moderatoren der Kommission, Bischöfin Sandra Steiner Ball und Bischof David Yemba auf das Glaubensbekenntnis von Nicäa hin. Dort würden die Kennzeichen der Kirche benannt, die sich als »die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche« verstehe. In der Moderation der Kommission sei es ihnen darum gegangen, diese Einheit und alles umfassende Weite der Kirche im Blick zu haben, »weil wir uns nicht nur um einzelne Teile, sondern um die Kirche als Ganzes zu kümmern haben«. Deshalb hätten die Mitglieder der Kommission sich auch zurückgehalten, den Abschlussbericht und den Beschlussvorschlag zu kommentieren, »bevor nicht unsere Schwestern und Brüder diesen Bericht in ihrer Muttersprache lesen konnten«. Jetzt sei es so weit, »dass diese Arbeit beginnen kann und wir ein Gespräch führen können«.

Bildnachweis: Mike DuBose, UMNS

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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Französische Fassung

Portugiesische Fassung

Suaheli-Fassung

Wie Mitarbeit in einem Café das Denken verändert

Mo, 07/30/2018 - 13:25

Am gestrigen Sonntag wurde Tobias Beißwenger als Superintendent für den Distrikt Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in sein Amt eingeführt. Der 45-Jährige war zuvor Pastor des im südlichen Schwarzwald gelegenen Gemeindebezirks St. Georgen. Im Amt des Superintendenten ist Beißwenger Nachfolger von Johannes Knöller, der seine Beauftragung Ende letzten Jahres aufgab und zwischenzeitlich als Pfarrer eine Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern leitet.

Das Evangelium in angemessener Form nahebringen

In seiner Antrittspredigt hob Beißwenger auf seine Erfahrungen im »Café Bohnenheld« ab, das die St. Georgener EmK-Gemeinde vor fünf Jahren eröffnete. »Dort habe ich – ein bisschen – gelernt, den Atheisten ein Atheist, den Enttäuschten ein Enttäuschter und den Zweiflern ein Zweifler zu sein.« Jede Woche habe er dienstags im Café mitgearbeitet und Zeit für Gespräche mit Gästen gehabt. Sowohl dieser Dienst mit der Kaffetasse als auch seine Mitwirkung an einer europaweiten Studie über den Kirchlichen Unterricht für Jugendliche hätten ihm klargemacht, dass das Evangelium den Menschen »in angemessener Form« nahegebracht werden müsse. Dazu sei es nötig, dass Gemeinden ihre Kirchenräume verlassen und sich auf die Menschen einlassen. »Rein in den Ort und bereit sein, den Menschen neu und anders zu begegnen«, sei die Maxime. Diese Erfahrungen wolle er in der Begleitung von Gemeinden und Hauptamtlichen in seinem Distrikt einbringen.

Nachfolger und Vorgänger: Rennradfahrer und Querdenker

Der in Ludwigsburg geborene und kirchlich in der bei Ludwigsburg gelegenen EmK-Gemeinde Oßweil großgewordene neue Amtsinhaber der Reutlinger Superintendentur wurde von Bischof Harald Rückert mit seinem neuen Amt beauftragt. Neben seiner Leidenschaft für die Gemeindearbeit bringe Beißwenger auch sportliche Ausdauer als ambitionierter Rennradfahrer mit und vor allem die Gabe, »die Sprache der Menschen zu sprechen«. Dem Amtsvorgänger Johannes Knöller dankte Rückert für dessen siebenjährigen Dienst als Superintendent. Als »profilierter Theologe, herausfordernder Prediger und unermüdlicher Diskutierer« habe Knöller in seinem Dienst als Pastor und Superintendent »quer gedacht, kritische Fragen gestellt und sich nicht gescheut, pointiert Stellung zu beziehen und nach neuen Horizonten zu fragen«.

Gäste aus der Umgebung und der Ökumene

Zur Feier in der Erlöserkirche der Reutlinger EmK waren rund 250 Gäste aus Reutlingen und Gemeinden des Distrikts angereist. Unter ihnen mit dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg, Pfarrer Albrecht Heizmann, dem Prälaten der Reutlinger Prälatur der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Christian Rose, und dem Dekan des römisch-katholischen Dekanats Reutlingen-Zwiefalten, Hermann Friedl, auch Vertreter der Ökumene.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Das Café der EmK-Gemeinde St. Georgen


Hausverbot erteilen

Sa, 07/28/2018 - 06:39

»Es gibt ermutigendere Bibeltexte, mit denen ich Menschen zum ›Aufbrechen‹ einladen könnte.« So war mein erster Gedanke für die Auslegung eines Bibeltextes im Rahmen der Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Ich sollte eine Andacht darüber halten, wie Jesus die Händler aus dem Tempel verweist. Lukas berichtet davon in seinem Evangelium in Kapitel 19 (Verse 45 bis 48).

Undiskutierbar

So kennen wir Jesus nicht. Anders gesagt: Dieses Verhalten von Jesus passt so gar nicht ins Bild, das wir uns gern von ihm machen. Jesus ist doch der, der alle einlädt. Er heißt Menschen doch willkommen und lädt sie ein, ihm nachzufolgen. Jesus selbst fordert doch zu friedfertigem Verhalten auf, und anlässlich seines Todes zerreißt der trennende Vorhang im Tempel, so dass der unmittelbare Zugang zu Gott frei ist. Die Auseinandersetzung mit den Händlern im Tempel will da nicht so recht ins Bild passen. Hier tritt Jesus unmissverständlich und hart auf. Er markiert eine Grenze, über die nicht mehr diskutiert werden kann. Am Gotteshaus erteilt er Hausverbot; aber Achtung: nicht für Menschen, die kommen wollen; sondern für menschliche Haltungen, die andere daran hindern, zu Gott zu kommen.

Hinderliches muss weichen

Mit »aufbrechen« hatte sich die Süddeutsche Konferenz für ihre Tagung selbst ein Thema verordnet, um zu entdecken, wie Aufbruch gefördert werden kann. Anders herum gesagt: Die Mitglieder der Konferenz wollten auch entdecken, wo Aufbruch behindert wird. Da war sie – die Verbindung zum Handeln Jesu! Das Hinderliche muss des Platzes verwiesen werden. Deshalb erteilt Jesus »Hausverbot«.

Wenn wir uns auf die Suche nach hinderlichen Verhaltensweisen begeben, dann finden wir bei aufrichtigem Nachdenken manches, dem Hausverbot zu erteilen ist: Haltungen, die den Frieden gefährden, die Menschen klein machen und den Zugang zu Gott blockieren.

Wer macht mit?

Wenn ich könnte, würde ich als Bischof gerne ein Hausverbot in allen EmK-Gemeinden in Deutschland erlassen für Schwarzseherei und ständiges Unken, für Kleinglauben und Pessimismus, für Unversöhnlichkeit und Rechthaberei. Ich würde der Sturheit und dem Starrsinn die Tür weisen, der Eigensucht und Selbstprofilierung auf Kosten anderer und allen – nicht erst seit Donald Trump – wieder hoffähig gewordenen Formen des »Ich zuerst«. Auch dem Hintenherum-Reden und dem Strippen-Ziehen-im-Verborgenen würde ich gerne einen eindeutigen Platzverweis erteilen. Nur: Ich kann dieses »Hausverbot« nicht erteilen. Aber vielleicht ist es doch möglich, wenn viele mitmachen. – Vielleicht? – Bestimmt! Dann geschieht Aufbruch.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Dieser Artikel ist dem EmK-Magazin »unterwegs« 15/2018 vom 22. Juli 2018 entnommen.

Der Autor
Harald Rückert ist Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Der Dienstsitz ist in Frankfurt am Main. Kontakt: bischofsbuero(at)emk.de.


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