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Aktualisiert: vor 8 Stunden 55 Minuten

Backsteinbauten und Streuobstwiesen

Di, 02/20/2018 - 09:00

Die zentrale Feier der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) anlässlich des ökumenischen Schöpfungstags findet am 7. September dieses Jahres in Starkow statt. Der in Nordvorpommern gelegene Ort wurde von der ACK Mecklenburg-Vorpommern für diese gottesdienstliche Veranstaltung ausgewählt. Mit der Backsteinkirche und der sie umgebenden Naturlandschaft wurde für diesen Anlass eine kaum mehr zu überbietende Wahl getroffen.

Das Programm für den Gottesdienst zum ökumenischen Tag der Schöpfung 2018 ist erarbeitet und kann ab sofort für Planungen und Vorbereitungen zum Schöpfungstag verwendet werden. Anfang April wird das zugehörige Materialheft fertiggestellt sein. Das Motto für diesen Tag lautet: »Von meinen Früchten könnt ihr leben«. An der Erstellung des Gottesdienstprogramms wirkte neben der ACK auch der Verein »Backstein – Geist und Garten« mit. Dieser Verein pflegt und unterhält in Starkow die Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert und das sie umgebende Areal mit einem Barockgarten sowie weiteren historischen Gebäuden. Der Verein hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Streuobst-Sorten zu erhalten und pflanzte dafür auf einer Wiese einige der vom Aussterben bedrohten Arten an.

Foto (wikimedia.org): Kirche in Starkow, Nordvorpommern. Blick von Nordost auf Chor und Kirchenschiff, Klugschnacker, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Information und Materialien der ACK zum Schöpfungstag
Informationen über Starkow

Zur Information
Der ökumenische Schöpfungstag wurde 2010 von der ACK in Deutschland auf dem zweiten Ökumenischen Kirchentag in München feierlich proklamiert. Die bundesweite Feier findet in jedem Jahr am ersten Freitag im September statt. Im Mittelpunkt stehen das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz. In den Gemeinden kann der Schöpfungstag auch an einem anderen Tag innerhalb des Zeitraums vom 1. September bis 4. Oktober gefeiert werden, um auf bereits gewachsene Traditionen und Ferientermine in verschiedenen Orten und Regionen Rücksicht zu nehmen.

Aufhören mit dem Nicht-aufhören-können

So, 02/18/2018 - 07:35

Bischof Harald Rückert war Anfang Februar von einer kirchlichen Nachrichtenagentur um eine persönliche Stellungnahme zum Fasten gebeten worden. Was das auslöste, berichtet der für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland zuständige Bischof hier:

»Herr Bischof Rückert, am 14. Februar beginnt die Fastenzeit. Wir möchten unseren Lesern gern vorstellen, worauf bedeutende Persönlichkeiten aus der evangelischen Welt in diesen sieben Wochen verzichten. Was fastet Bischof Harald Rückert in diesem Jahr im Zeitraum von Aschermittwoch bis Ostern und warum fiel die Entscheidung gerade darauf?« Wonach ich als Bischof alles gefragt werde!, dachte ich zuerst, und wollte die Anfrage schon fast zur Seite legen. Aber die Frage nach dem Fasten ließ mich nicht los.

Was bedeutet mir Fasten?

Spielt es überhaupt eine Rolle in meinem Glauben? Diese Frage war eine völlig unerwartete Unterbrechung im Getriebe der zurückliegenden Wochen. Bisher hatte ich mir noch überhaupt keinen Gedanken an die unmittelbar bevorstehende Passionszeit gemacht. Der Terminkalender drängt und beansprucht. Keine Zeit fürs Fasten!, so mein spontanes Gefühl. Daraufhin schrieb ich der Redaktion zurück: »Durch die Wahl ins Bischofsamt vor knapp einem Jahr geriet mein gewohnter Lebensrhythmus kräftig durcheinander. Einige wichtige Aspekte für mein körperliches und seelisches Wohlbefinden kamen mir dabei abhanden. Diese ‚Entbehrungen‘ tun mir nicht gut. Die bevorstehende Fastenzeit möchte ich bewusst dazu nutzen, einiges davon wiederzufinden und erneut in mein Leben zu integrieren: Sport und Saxophonspielen.«

Loslassen, was mich bindet

So möchte ich in diesem Jahr versuchen zu fasten: Ich möchte mich vom Nicht-aufhören-können lösen. Ich will loslassen, was mich bindet, und ergreifen, was mein Leben erfrischt und erfreut. Ich will Arbeit aus der Hand legen, um dankbar Gottes wunderbare Gaben anzunehmen: die Bewegung und die Musik. So wird Fasten zum Abenteuer des Vertrauens und der Hingabe an Gott. Auf dieses Abenteuer bin ich gespannt – über die Fastenzeit hinaus. Was so eine Redaktionsanfrage dann doch tatsächlich auslöst! Danke für die Unterbrechung, denke ich, und bete:

Vergib mir, Herr,
dass ich mich von so Vielem abhängig machen lasse,
was ich zum Leben eigentlich nicht benötige,
was mich sogar von dir und dem Trachten nach deinem Reich wegführt.

Vergib mir,
dass ich manchmal so satt bin,
dass ich nicht mehr verstehe, was Hunger heißt,
auch Hunger nach Hoffnung, Frieden, Gerechtigkeit und Liebe.

Hilf mir,
den Segen der Enthaltsamkeit um deinetwillen
und um der Armen willen neu zu entdecken.

Lehre mich
den nötigen Abstand zu dem,
was dein Reich nicht fördert.

Amen.

(Gebet nach einer Vorlage aus: Unterwegs mit Christus, Glaubensbuch der EmK, Emk heute Nr. 72, Seite 79)

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Harald Rückert ist seit Mai 2018 Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Der Dienstsitz ist in Frankfurt am Main. Kontakt: bischofsbuero(at)emk.de.

Was ist, wenn sich Grenzen verschieben oder auflösen?

Sa, 02/17/2018 - 16:40

Ende Januar traf sich der Arbeitskreis »Naturwissenschaft und Glaube« der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zum Jahrestreffen in Würzburg. Das Symposium mit zwei öffentlichen wissenschaftlichen Vorträgen wurde in der »Neuen Universität« abgehalten und stand unter dem Thema »Zerfließende Grenzen«.

Wie nah sind sich Mensch und Tier?

Der Arbeitskreis hatte sich für das Symposium ein Thema ausgesucht, über das momentan in den Kirchen wenig gestritten wird. Es ging um das Verhältnis von Mensch und Tier. Albert Newen, Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität in Bochum, berichtete über eine Vielzahl von Experimenten mit Tieren. Dabei zeigten Tiere sprachliche Fähigkeiten, die durchaus an diejenigen kleiner Kinder herankämen. Die Sprache verbunden mit anderen Geistesfähigkeiten führe den Menschen über die Fähigkeiten von Tieren hinaus. Aber für die Wissenschaft sei klar, dass auch die menschliche Entwicklung eine Nähe zu den Tieren herstelle. Beginnend von Fähigkeiten, wie man sie von Affen kenne, über viele Zwischenglieder sei der Mensch zu dem gekommen, was heute als menschlicher Geist und menschliche Kultur bezeichnet werde. In der Diskussion wurde herausgestellt, dass über Tierethik mehr nachzudenken sei, um der Verantwortung gegenüber den Tieren besser gerecht zu werden.

Wie geht man mit Dogmen um, wenn Grenzen verschwinden?

Der im Ruhestand lebende Erlanger Professor für Systematische Theologie, Walter Sparn, widmete sich der Frage nach dem Umgang mit Dogmen in einer Welt, die neue Erkenntnisse gewinnt. Als Spezialist für die geschichtliche Entwicklung von christlichem Denken beschrieb er Irrwege in der Kirchengeschichte. Obwohl dogmatische Festlegungen immer wieder eine Anpassung an neues Wissen verhinderten, mussten im Laufe der Kirchengeschichte Dogmen immer wieder verändert werden. Durch Dogmen gezogene Grenzen, so der Erlanger Theologe, mussten und müssen immer wieder verändert werden, um den Vorstellungen über Gott, Mensch und Natur besser gerecht werden zu können. Das betreffe auch die Bibel, deren Text trotz seiner schriftlichen Fixierung und der Festlegung der dazugehörigen biblischen Bücher Veränderung dokumentiere. Zudem müssten auch die schriftlich fixierten Aussagen durch die jeweilige Leserschaft interpretiert werden. Dadurch sei göttliche Offenbarung nicht auf einen früheren Zeitraum begrenzt, sondern finde auch heute noch statt, in den Menschen ganz persönlich. Ohne die Aneignung durch Leser und Hörer des Wortes hätte Offenbarung keinen Sinn.

Der Mensch hat dem Tier nichts voraus

Walter Klaiber, im Ruhestand in Tübingen lebender Bischof der EmK, predigte in einem zweiten Modul der Tagung am Sonntag in der Würzburger EmK-Gemeinde. In Auslegung eines Textes aus dem alttestamentlichen Buch Prediger (3,18-22) wies er darauf hin, dass Mensch und Tier aus demselben Stoff gemacht seien. Dennoch zeichne den Menschen etwas aus, das ihn, aus Sicht des biblischen Autors, »nicht viel geringer als Gott« erkennen lasse. Punktuell sei die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier zwar frappierend, aber die menschlichen Eigenschaften kombinierten sich doch zu etwas Besonderem. Daraus könne aber nicht ein Vorrecht zur Willkür abgeleitet werden, sondern eine Verpflichtung und Verantwortung, die auch gegenüber Tieren und Natur gelte. Der Mensch sei als Ebenbild Gottes in die Pflicht genommen, Gottes Absichten zu vertreten. Dazu gehöre auch eine Ethik gegenüber den Tieren. Im Alten Testament werde Tieren eine eigene Form von Gottesbeziehung zuerkannt, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sei.

Foto: Michael Apel

Der Autor
Dr. Klaus Bratengeier arbeitet als stellvertretender Leiter der Abteilung für Medizinphysik in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Würzburg. Er gehört zum EmK-Gemeindebezirk Schweinfurt-Würzburg und ist Laienmitglied der Süddeutschen Jährlichen Konferenz der EmK. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Predigt von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber
Vortrag von Prof. em. Dr. Walter Sparn

Zur Information
Das Jahresthema »Zerfließende Grenzen des Lebens« wird in Zusammenarbeit mit dem EmK-Bildungswerk vom 23. bis zum 25. November bei einem Seminar in Stuttgart weiter vertieft. Dort werden andere Bereiche mit fließenden Übergängen thematisiert: Die Reiche der toten Materie und der biologischen Welt, der Übergang vom Leben zum Tod am Ende des Lebens, Mann und Frau, sexuelle Orientierung, der Beginn menschlichen Lebens, Mensch-Maschine, Intelligenz – künstliche Intelligenz können dort aufgegriffen werden. Das Jahr 2019 steht unter dem Thema »Die Verpflichtung zum Guten«.
Weitere Informationen: www.emk-naturwissenschaften.de

Die Sprache der Menschen sprechen

Fr, 02/09/2018 - 13:00

Harald Rückert, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, beruft mit Wirkung ab Ende Juli dieses Jahres Tobias Beißwenger zum Superintendenten für den Distrikt Reutlingen. Der 44-Jährige ist derzeit noch Pastor des im südlichen Schwarzwald gelegenen Gemeindebezirks St. Georgen. Im Amt des Superintendenten wird Beißwenger Nachfolger von Johannes Knöller. Dieser hatte seine Beauftragung Ende letzten Jahres nach sieben Jahren an den Bischof zurückgegeben, um in die Bayerische Landeskirche zu wechseln.

Fahrräder reparieren und Kaffee anbieten

»Ich habe großen Respekt vor dieser Berufung und der damit verbundenen Fülle neuer Aufgaben«, erklärte der gebürtige Ludwigsburger Tobias Beißwenger kurz nachdem er von der Berufung durch den Bischof erfuhr. Er freue sich aber auch darauf, die Kirche von einer anderen Seite kennenzulernen. »Ich will gerne dazu beitragen und Anstöße vermitteln, dass die Kirche für unsere heutige Gesellschaft relevant ist.« Darin, so Beißwenger, sehe er eine seiner Aufgaben in der Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen seines künftigen Aufgabenfeldes. Aus seiner jetzigen Gemeindearbeit könne er davon einige Erfahrungen einbringen. Dort sei ihm zusammen mit den Mitarbeitern der Gemeinde bewusst geworden, »dass die Menschen auch dann nicht in die Kirche kommen, wenn du Feuer spuckst«. Wenn Jesus darauf hinweise, dass die Kranken den Arzt bräuchten, »dann«, so Beißwenger in unverblümter Sprache, »darf ich in der Gemeinde nicht immer nur die verarzten, die eigentlich als ›Krankenpfleger‹ zu den Menschen gehen sollten«. Mit dieser Erkenntnis ausgestattet, hätten sie in St. Georgen auf dem Marktplatz Fahrräder repariert, in einem Einkaufsmarkt Zeitgutscheine angeboten oder im Altenheim gesungen. Das seit gut vier Jahren fünfmal in der Woche nachmittags geöffnete »Café Bohnenheld« sei auch aus dem Bemühen erwachsen, »mit den Menschen ins Gespräch zu kommen«.

Wie die Kirche für Menschen relevant sein kann

Rückblickend weiß der passionierte Radfahrer und Naturliebhaber auch recht genau, woher dieser Antrieb kommt, den Menschen in ihrer Lebenssituation und mit ihrer Sprache zu begegnen. Er habe einen sehr guten Religionslehrer gehabt, »der mir zeigte, dass ich den Verstand nicht ablegen muss, wenn ich glauben will«. Das habe ihn überzeugt. Während des Zivildienstes in Stuttgart bei »Radio m«, der Privatfunkagentur der EmK, habe er dann zum ersten Mal erlebt, wie »›die Kirche‹ relevant sein will für Menschen, die nicht mehr in die Kirche kommen«. Er habe beim journalistischen Arbeiten bemerkt, wie wichtig es sei, »die Sprache der Menschen« zu sprechen und auf das zu schauen, was die Leute interessiere. »Das hat mich stärker geprägt, als ich es damals realisierte«, erzählt der designierte Superintendent. Deshalb habe er auch das nach dem Zivildienst begonnene Lehramtsstudium für Geschichte und Religion nach kurzer Zeit aufgegeben und in Tübingen und Reutlingen Theologie studiert, um Pastor zu werden.

Außerordentliche Hörfähigkeit für Anliegen von Jugendlichen

Während drei Jahren als Gemeindepastor in Mössingen bei Reutlingen und weiteren fast neun Jahren im Schwarzwald hat sich Beißwenger im Nebenamt auch als EmK-Beauftragter für Kirchlichen Unterricht eingebracht. Dabei wirkte er maßgeblich an einer fünfjährigen Studie mit, in der europaweit in ökumenischer Zusammenarbeit der Konfirmandenunterricht untersucht wurde. Dass Statistiken auswerten sogar Spaß machen kann, ist dem mit einer Lehrerin verheirateten Familienvater von drei Kindern im Alter von elf, neun und sieben Jahren geradezu anzumerken. Mit diesen Daten seien erstmalig umfassende Informationen zusammengetragen worden, mit denen die Herausforderungen und Chancen des kirchlichen Unterrichts für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 14 Jahren dargelegt werden konnte. Bei der Auswertung dieser Studie habe Beißwenger »eine außerordentliche ›Hörfähigkeit‹ für die Hoffnungen und Sorgen, Anliegen und Bedürfnisse von Jugendlichen entwickelt«, betont Bischof Harald Rückert im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Berufung Beißwengers zum Superintendenten. »Ich bin sehr dankbar für die Bereitschaft von Pastor Beißwenger und seiner Familie, sich auf die ungewöhnlichen Umstände eines sehr raschen Wechsels und Dienstantrittes einzulassen.«

Foto: Privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Der Gottesdienst anlässlich des Wechsels im Amt des Superintendenten für den Distrikt Reutlingen findet am 29. Juli 2018 um 16 Uhr in Reutlingen statt.

Evangelische Hilfswerke unterstützen christliche Gemeinden im Nahen Osten

Mi, 02/07/2018 - 14:00

Das Recht auf Religionsfreiheit und die Präsenz religiöser Minderheiten in der Region sind im Nahen Osten heute besonders gefährdet. Für Christen ist die Situation oft lebensbedrohlich. »Mit der Zukunft christlicher Kirchen, die die Region kulturell und gesellschaftlich seit Jahrtausenden wesentlich mitgeprägt haben und Motor wie Träger für soziale Dienste waren und sind, stehen auch religiöser Pluralismus und Toleranz sowie eine Kultur und Praxis gelebter Barmherzigkeit auf dem Spiel«, erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin beider Hilfswerke. Das gilt nicht nur für die Gebiete in Syrien und im Irak, die durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) erobert wurden. Auch in Ägypten kommt es immer wieder zu Anschlägen auf christliche Gemeinden. Angesichts der massiven Herausforderungen für Christen in der Region weiten die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe ihre Unterstützung von Kirchen und christlichen Partnerorganisationen und deren sozial-diakonischer und humanitärer Arbeit aus.

Insgesamt werden Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe zunächst zwei Millionen Euro mehr bereitstellen – in der Hoffnung, dies auf Basis weiterer Spenden und Kollekten ausweiten zu können. In Jordanien, im Libanon und in Ägypten setzt sich Brot für die Welt mit seinen kirchlichen Partnern insbesondere für Bildung, Versöhnung und interreligiösen Dialog ein. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt neben säkularen auch kirchliche Partner in Syrien bei ihrer humanitären Arbeit. Schulen werden wiederaufgebaut und der Unterricht wieder aufgenommen. Zerstörter Wohnraum wird wiederhergestellt. Im Land vertriebene Familien erhalten Unterstützung, um wieder ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Zudem werden kirchliche und nicht-kirchliche Partner in der Region gestärkt, damit mehr Notleidende humanitäre Hilfe erhalten können.

»Gerade in der Passionszeit und am Sonntag Reminiszere sollen unsere Gebete und Kollekten den bedrohten und in Not geratenen Menschen in der Region gelten«, sagt Bischof Markus Dröge, Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.

Reminiszere ist der zweite Sonntag in der Passionszeit und der Gedenktag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für bedrängte und verfolgte Christen. Er fällt 2018 auf den 25. Februar. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Ägypten. Dort lebt die größte christliche Gemeinde im Nahen Osten. Etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Einwohner sind Christen, ein Großteil gehört der koptischen Kirche an.

Foto: Grafik Brot für die Welt / Diakonie Katastrophenhilfe

Spendenkonten

Brot für die Welt
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00
BIC: GENODED1KDB
Verwendungszweck 6038072

Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck 5000032

Gemeinsames Spendenstichwort: Verfolgte Christen

»Ich habe die Zukunft unserer Kirche gesehen.«

Mo, 02/05/2018 - 17:15

Ende Januar trafen sich über 70 Verantwortliche von internationalen und Migrantengemeinden methodistischer Kirchen aus ganz Europa zu ihrer jährlichen Tagung im hessischen Braunfels. Die Fortbildung und Zurüstung thematisierte mit »Was uns verbindet und trotzdem noch trennt« die Herausforderungen in der Migrantenarbeit. Migranten in ihrem neuen Umfeld und Gemeinden, die sich für Migranten öffnen, sind ständig mit der Frage konfrontiert, wie Begegnung, kulturelle Offenheit und Bewahrung von Traditionen und heimatlichen Bedürfnissen gelingen können. Dazu bedarf es hoher Kompetenzen in Kommunikation und Zuwendung, die in dieser Tagung geschult werden.

Traumatisierte Menschen brauchen kompetente Begleitung

Die thematischen Hauptvorträge hielt Francesca Nuzzolese, Professorin für pastorale Dienste und Seelsorge an der Methodistischen Theologischen Hochschule in Delaware im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio. Darin ging es unter anderem um die oft traumatischen und lebensprägenden Erfahrungen, die Krieg, Flucht, Bedrängnis und besonders bei Frauen sexuelle Übergriffe hinterlassen. Auch Heimatlosigkeit, Unsicherheit sowie kulturelle Barrieren am neuen Zielort stellen für die Menschen eine hohe Belastung dar. Nur mit dem Wissen um deren tiefen seelischen Spuren und mit seelsorgerlichem Gespür könne solchen Menschen weitergeholfen werden. Für die Arbeit in internationalen Gemeinden und besonders in Gemeinden mit vielen Migranten seien Kenntnisse über diese Belastungen wichtig, um den Menschen nachhaltig zu helfen.

Theologische Grundausbildung

In mehreren Workshop-Einheiten ging es um Anleitung und Weiterbildung anhand konkreter Themenstellungen von Gemeinden und Migranten. So konnten 13 Personen in mehreren Kurseinheiten einen Grundlehrgang zum Predigthelfer abschließen. Theologisches Grundwissen und die Weitergabe biblischer Inhalte ist für die Entwicklung oft buntgemischter Migrantengemeinden dringend notwendig. Dem großen Weiterbildungsbedarf in dieser Hinsicht wird durch ein demnächst startendes Leitungs- und Laienpredigerprogramm begegnet werden, um kompetente Leitungspersönlichkeiten für Migrantengemeinden auszubilden.

Essen als Türöffner

Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit der Thematik, wie »Mission am äußersten Rand« gelingen könne. Jeremy Basset, Missionsdirektor der im zentralen Süden der USA gelegenen Oklahoma-Konferenz, beschrieb dabei »Essen als Konzept für die Gemeinschaftsbildung«. Gemeinden, die sich »an den Rand« der Gesellschaft bewegen wollten, müssten sich betroffen machen lassen vom Schicksal anderer Menschen. Nur so könnten sie entdecken, wie sie den Menschen helfen könnten. Dabei spiele das gemeinsame Essen eine wichtige Rolle. Das sei auch für Jesus zentral gewesen.

»Ökumenische Gesinnung« als Modell für interkulturelle Begegnung

In einem mehrteiligen Workshop ging es um die von John Wesley gelehrte »ökumenische Gesinnung« als Modell zur Überwindung von Konflikten. Bei multikulturellen Begegnungen und in Gemeinden aus Menschen unterschiedlicher Nationalitäten seien viele konfliktträchtige Situationen zu bewältigen, erklärte David Field, der in Basel lebende Programmkoordinator des »Methodist e-Academy« genannten methodistischen Internet-Studienprogramms. Die zugewandte Haltung John Wesleys auch zu Christen mit völlig anderen Erkenntnissen sei geradezu beispielhaft für Situation, in denen sich Migrantengemeinden in einem völlig anderen kulturellen Umfeld befänden. Unterschiedlichkeit könne im Sinne John Wesleys als »Gnadenmittel« verstanden werden. Unter »Gnadenmittel« verstand Wesley regelmäßige Übungen oder Verhaltensweisen als besondere Möglichkeiten, in denen Gottes Liebe zu erfahren ist. Wer die Unterschiedlichkeit als Bereicherung verstehen könne, werde Wege zum Miteinander finden und spaltenden Streit vermeiden. Das sei besonders für interkulturelle Gemeindeentwicklungen wichtig.

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft

»Ich habe hier die Zukunft unserer Kirche gesehen«, sagte Harald Rückert, Bischof der EmK in Deutschland, in einer Ansprache an die Teilnehmer der Tagung. Das Miteinander von Schwarzen und Weißen, Männern und Frauen, der achtsame Umgang mit der Vielfalt der anwesenden Teilnehmer sowie der Mut, auch unter herausfordernden Umständen Gemeinde zu bauen, stimme ihn für die Kirche hoffnungsvoll.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Die Tagung für Verantwortliche von internationalen und Migrantengemeinden methodistischer Kirchen aus ganz Europa findet in der Regel jährlich in Deutschland statt. Teilnehmer und Mitarbeiter der Tagung 2018 kamen aus Belgien, Ghana, England, Estland, Finnland, Italien, Norwegen, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien, USA und Deutschland. Sie wird organisiert vom Koordinator für internationale und Migrantengemeinden in Deutschland, Pastor George Miller, in Zusammenarbeit mit dem in Atlanta, im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia ansässigen internationalen Missions- und Hilfswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Kontakt: coordinator(at)emk.de

Weltweit wächst die Evangelisch-methodistische Kirche

Fr, 02/02/2018 - 14:45

Gemäß der neuesten zur Verfügung stehenden Zahlen hat die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) weltweit über 12,5 Millionen Kirchenglieder. Die zahlenmäßige Entwicklung ist regional aber sehr unterschiedlich.

Kleines Wachstum

Zur Vorbereitung der nächsten ordentlichen Generalkonferenz der EmK im Jahr 2020 in der US-amerikanischen Stadt Minneapolis muss die Zahl der Delegierten festgelegt werden. Für deren Berechnung kommen die neuesten Zahlen der EmK-Kirchenglieder aus den Jahren 2016 und 2017 zur Anwendung. Diese besagen, dass die EmK weltweit 12.557.214 Kirchenglieder hat. Gegenüber der letzten statistischen Auswertung im Jahr 2013 von 12,4 Millionen Kirchengliedern bedeutet das ein kleines Wachstum.

Die größte Konferenz-Delegation kommt aus Afrika

Von den 862 Delegierten an die Generalkonferenz werden knapp 56 Prozent aus den USA kommen. Aus Afrika kommen 32 Prozent der Delegierten und sechs Prozent von den Philippinen. Aus Europa kommen weniger als fünf Prozent der Delegierten. Weitere zehn Delegierte kommen aus methodistischen Schwesterkirchen, zu denen die weltweite EmK besondere Beziehungen unterhält.

Die beiden größten Delegationen der USA, die Jährlichen Konferenzen North Georgia und Virginia, entsenden je 22 Personen. Zusammen erreichen diese beiden Delegationen nicht einmal die Zahl der größten Delegation Afrikas. Die Nord-Katanga-Konferenz der Demokratischen Republik Kongo entsendet 50 Delegierte. Diese Zahlen sind ein Hinweis darauf, wo die EmK stark wächst und wo die Gliederzahlen tendenziell rückgängig sind. So ist die Zahl der EmK-Kirchenglieder in den USA im Jahr 2016 unter die sieben Millionen gefallen. Die Zahl der wöchentlichen Gottesdienstbesucher lag bei 2,66 Millionen.

Europäische Konferenzen mit kleinen Delegationen

Die Zahl der Kirchenglieder in den drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland ist vergleichsweise so klein, dass deren Delegationen an die Generalkonferenz 2020 lediglich das Minimum von jeweils zwei Personen umfassen werden. Das trifft ebenfalls auf die Zahl der Kirchenglieder der sieben Jährlichen Konferenzen in der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa. sowie die Delegationen aller dieser Konferenzen zu. Für die Zentralkonferenz Nordeuropa-Eurasien ist die Situation vergleichbar. Die Jährlichen Konferenzen dieser Zentralkonferenz entsenden ebenfalls nur das Minimum von zwei Delegierten.

Foto: UMNS

Der Autor
Urs Schweizer arbeitet in Zürich als Assistent des für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa zuständigen Bischofs der Evangelisch-methodistischen Kirche. Kontakt: urs.schweizer(at)umc-europe.org

»Idea« unter neuer Leitung

Fr, 02/02/2018 - 13:00

Die evangelische Nachrichtenagentur »Idea« mit Sitz im hessischen Wetzlar hat seit Anfang Januar mit Matthias Pankau einen neuen Leiter. Mit dem gebürtigen Leipziger Pfarrer und Journalisten vollzieht sich ein Generationswechsel. Der 41-Jährige beerbt als Nachfolger den bisherigen Leiter Helmut Matthies, der die Nachrichtenagentur über 40 Jahre lang prägte und aus kleinsten Anfängen zu einer auflagenstarken Nachrichtenagentur ausbaute. Der 67-Jährige bleibt im Ruhestand der Arbeit von »Idea« durch die Mitwirkung als Mitglied im Vorstand der Mitgliederversammlung verbunden.

Bei einem Gottesdienst am 1. Februar im Wetzlarer Dom wurde Matthias Pankau als Nachfolger von Helmut Matthies offiziell als Idea-Leiter eingesegnet. Die Festpredigt hielt der aus Dresden angereiste Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing. Für den neuen Idea-Leiter beteten der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche, Anba Damian aus Höxter, und der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Ekkehart Vetter aus Mülheim an der Ruhr. Rensing betonte in seiner Predigt, die doppelte Verantwortung christlicher Berichterstattung gegenüber Christus und der Öffentlichkeit. Außerdem rief er Pankau auf, fair in der Berichterstattung zu sein, und mahnte zur Gelassenheit: »Nicht wir sind fürs Durchsetzen der Wahrheit verantwortlich. Das tut schon Christus.«

Pankau, der sich selbst als »pietistisch geprägten sächsischen Lutheraner« bezeichnet volontierte Mitte der Neunzigerjahre bei »Idea«. Währenddessen erhielt er seine journalistische Ausbildung auch in New York bei dem Journalisten Uwe Siemon-Netto. Von 1997 an studierte Pankau Evangelische Theologie an der Hochschule der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oberursel sowie in Heidelberg und Leipzig. Nach Vikariat und Zweitem Theologischen Examen begann er 2006 als Redakteur bei »Idea«. Im Jahr 2008 wurde er zudem als Pfarrer im Ehrenamt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ordiniert. Bis zur Wahl zum Leiter von »Idea« war der verheiratete Vater zweier Töchter für das Redaktionsbüro Ost mit Sitz in Leipzig zuständig. Unter seiner Leitung werde »Idea« auch in Zukunft einen »engagierten, christuszentrierten Journalismus betreiben«, erklärte Pankau nach seiner Wahl im Juni letzten Jahres. Zudem wolle er eine jüngere Leserschaft gewinnen.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information

Der heute unter dem Namen »Evangelische Nachrichtenagentur Idea« firmierende Mediendienst wurde 1970 als »Informationsdienst der Evangelischen Allianz« vom evangelisch-methodistischen Pastor Horst Marquardt gegründet. Aus dem damaligen Kleinbetrieb mit vier Mitarbeitern entwickelte sich die heute von der Evangelischen Allianz unabhängige »Idea-Gruppe« mit mehr als 50 Mitarbeitern. Dazu gehören die Nachrichtenagentur »Idea« mit einem täglichen Nachrichtendienst und dem 1979 entwickelten Wochenmagazin »Idea Spektrum«, die Medienagentur »Zeichensetzen« und der alle zwei Jahre stattfindende »Kongress christlicher Führungskräfte«.

Mit Weisheit und Widerstand

Do, 02/01/2018 - 14:45

Heike-Ruth Klaiber, die frühere ehrenamtliche Vorsitzende des deutschen Frauenwerks der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist am vergangenen Dienstag (30. Januar) im Alter von 61 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Esslingen gestorben.

Zuletzt war Heike-Ruth Klaiber seit 2003 als pastorale Direktorin in der Ulmer Bethesda-Klinik des Gesundheitskonzerns Agaplesion in Seelsorge, Verkündigung und in der Betriebsleitung tätig. Im Ehrenamt galt ihr Engagement über viele Jahre hinweg der Frauenarbeit. So war sie schon in der Süddeutschen Konferenz der EmK fünf Jahre eine der Distriktsbeauftragten der Frauenarbeit. Im Jahr 2003 übernahm sie für neun Jahre den Vorsitz des EmK-Frauenwerks. Dabei begleitete sie die Weiterentwicklung des Werkes, die in einem neuen Logo, dem Leitbild sowie in neuen Strukturen und der Zeitschrift »Frauenwege« augenscheinlich wurde. Wie sehr ihr die Frauenarbeit am Herzen lag, zeigte auch ihre Mitwirkung am Buch »Mit Weisheit, Witz und Widerstand«. Darin kommen Frauen mit ihrem Engagement und der Ausübung ihres christlichen Auftrags zu Wort. Darüber hinaus arbeitete Heike-Ruth Klaiber in vielen kirchlichen Gremien einschließlich dem Kirchenvorstand der EmK in Deutschland mit und erhob ihre Stimme im Interesse von Frauen und Ehrenamtlichen.

Am vergangenen Dienstag verstarb sie nach kurzer, schwerer Krankheit im Hospiz in Esslingen. Heike-Ruth Klaiber hinterlässt ihren Ehemann und zwei erwachsene Kinder. 

Foto: privat

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information

Die öffentliche Abschiedsfeier für Heike-Ruth Klaiber findet am 23. Februar 2018 um 14 Uhr in Ulm statt. Die Beisetzung erfolgt im Kreis der Familie.

EmK-Bischofsrat reagiert auf »MeToo«-Bewegung

Do, 02/01/2018 - 10:00

Anlässlich der sich weltweit ausbreitenden »MeToo«-Bewegung wendet sich der internationale Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zusammen mit der internationalen EmK-Kommission für die Gleichbehandlung und den Schutz von Frauenrechten mit einer Stellungnahme an die weltweite EmK-Öffentlichkeit.

Dulden von Fehlverhalten muss enden

In allen bekanntgewordenen Geschichten werde das vorherrschende Machtgefälle sichtbar, stellen die Verfasser fest. Die Reaktionen auf solche Veröffentlichungen reiche von »sofortiger Entlassung von Beschuldigten über Angebote von Schweigegeld bis hin zur Beschämung der Opfer«. In der Stellungnahme des Bischofsrats und der Kommission werden die in den Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche ausgeführten Grundüberzeugungen zitiert. »Sexuelle Belästigung missbraucht eine Machtposition« und »wir verwerfen die irrige Auffassung, dass ein Geschlecht dem anderen überlegen sei«, heißt es dort. Sexuelle Übergriffe, egal unter welchen Umständen, seien falsch, und müssten auch in der Kirche in jeder Dienstebene benannt werden. Außerdem müsse noch eine weitaus größere Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung erreicht werden, wie es dazu kommt, dass sexuelle Belästigung, Missbrauch und Körperverletzung geduldet und sogar gedeckt werden.

In Kirchen kommt »geistliche Gewalt« hinzu

Auch bei Fehlverhalten in der Kirche glichen sich die Geschichten, so die Stellungnahme. »Mutmaßliche Opfer zögern, sich zu melden. Sie befürchten, dass ihnen nicht geglaubt wird, dass sie mit Vergeltungsmaßnahmen rechnen müssen oder dass ihnen die Veröffentlichung zum Vorwurf gemacht wird.« Das offenbare das grundlegende Problem, dass innerhalb von Kirche und Gesellschaft die Vormachtstellung von Männern noch immer gedeihe. In Kirchen, die eigentlich ein »Ort für geistliches Wachstum« sein müssten, sei sexuelles Fehlverhalten immer auch durch »geistliche Gewalt« begleitet. »Dieses Verhalten ist keinesfalls zu entschuldigen«, heißt es dazu in der Stellungnahme.

Schuldige zur Rechenschaft ziehen, Betroffenen helfen

Der Bischofsrat nimmt die Beratungen mit der Kommission zum Anlass, »Maßnahmen zum Schutz vor sexuellem Fehlverhalten zu veranlassen, Opfern Heilungsmöglichkeiten anzubieten und Wege zu finden, wie Tätern – auch wenn sie unbedingt zur Rechenschaft gezogen werden müssen – die Liebe Christi nahegebracht werden kann«. Das Melden sexuellen Fehlverhaltens und sexueller Belästigung innerhalb der Kirche müsse entschieden gefördert und unterstützt werden. Bischofsrat und Kommission verpflichten sich in der Stellungnahme dazu, jede Beschwerde ernstzunehmen. Dazu gehöre auch die Entwicklung von Maßnahmen, um Schuldige zur Rechenschaft zu ziehen und Betroffenen Heilungsmöglichkeiten anzubieten.

»MeToo« und »ChurchToo«

Die »MeToo«-Bewegung war aufgrund bekanntgewordener Vorwürfe sexueller Übergriffe durch den US-amerikanischen Star-Regisseur Harvey Weinstein ins Rollen gekommen. Seither melden sich weltweit Frauen unter dem Hashtag »#MeToo« zu Wort und erzählen von ähnlichen Erfahrungen. In Deutschland wird die Diskussion inzwischen durch Vorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel befeuert. Weil sexuelle Übergriffe auch in Kirchen stattfinden, ist in den USA inzwischen unter dem Hashtag »#ChurchToo« eine Bewegung im Gange, die solche Übergriffe ebenfalls öffentlich macht. Darauf bezieht sich die aktuelle Stellungnahme des EmK-Bischofsrates.

Gemeinden müssen für Sicherheit und Unversehrtheit von Menschen sorgen

»Die EmK in Deutschland stellt sich unmissverständlich hinter dieses Anliegen«, erklärt Bischof Harald Rückert. Es sei nicht hinnehmbar, dass besonders Frauen und Mädchen solche Übergriffe befürchten müssten und davor Angst haben. »Als Kirche müssen wir uns in besonderer Weise darauf verpflichten, dass Menschen sich in einer geschützten Umgebung entfalten können«, erinnert Rückert an den Schutzauftrag der Kirche. Dafür habe die Kirche schon vor Jahren »Kontaktstellen gegen Missbrauch und Gewalt« eingerichtet. Mitarbeiter in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit sind außerdem verpflichtet, entsprechende Anforderungsprofile zu unterschreiben und Führungszeugnisse vorzulegen, um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen bestmöglich gewährleisten zu können. Darüber hinaus sei für alle Hauptamtlichen der Kirche der Besuch des eigens entwickelten Kurses verpflichtend, in dem es um den Schutzauftrag und die Beachtung und Einhaltung von Grenzen geht. »Wir wollen den Anforderungen für die Sicherheit und Unversehrtheit von Menschen in unserer Kirche und unseren Gemeinden gerecht werden. Da gibt es keine Abstriche!«, erklärt Rückert.

Grafik: Bischofsbrief Internationaler Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

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Zur Information

Hashtag: Markierung mit dem Zeichen # (englisch: hash) in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook. So können Nachrichten zu bestimmten Inhalten in sozialen Netzwerken leichter gefunden werden.
#MeToo: Hashtag in der Bedeutung »mir ist das auch passiert« (wörtlich: »ich auch«)
#ChurchToo: Hashtag in der Bedeutung »auch in der Kirche« (wörtlich: »Kirche auch«)

Ehrung von Bischöfin Wenner in Sierra Leone

Mi, 01/31/2018 - 13:30

Am vergangenen Samstag wurde in Sierra Leone eine theologische Fakultät der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eröffnet. Sie ist die erste Fakultät der neuen EmK-Universität in diesem westafrikanischen Land. Mit der Namensgebung »The Bishop Wenner School of Theology« werden die Partnerschaften zwischen EmK-Einrichtungen und die Beziehungen zwischen Personen in Deutschland und Sierra Leone gewürdigt.

Dankbarkeit und Wertschätzung

»Möge viel Segen ausgehen von dieser Theologischen Hochschule«, postete Rosemarie Wenner im Sozialen Netzwerk »Facebook«. Die seit vergangenem Jahr im Ruhestand in der Nähe von Heidelberg lebende Bischöfin hatte in ihrer aktiven Zeit die Partnerschaft der EmK-Weltmission zwischen Deutschland und Sierra Leone sehr gefördert. Frank Aichele, der Leiter der EmK-Weltmission in Deutschland, berichtet von den schon länger zurückliegenden Planungen für diese EmK-Universität in Sierra Leone, die mit der Einweihung der Theologischen Fakultät nun an den Start gehe. Ein schon bestehendes Gebäude sei mit Mitteln aus einem EmK-Fonds umfangreich umgebaut worden. »Ich freue mich, dass die Hochachtung für die Zusammenarbeit mit der EmK Deutschland dazu geführt hat, diese Hochschule nach Bischöfin Rosemarie Wenner zu benennen«, erklärt Aichele die Namensgebung. Die Fakultätsbezeichnung zeige die besonderen Beziehungen, die die Bischöfe und EmK-Einrichtungen beider Länder seit Jahren verbindet und die Wertschätzung für den Einsatz von Bischöfin Wenner für die EmK in Westafrika.

Foto: Rosemarie Wenner

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Netzwerk für Flüchtlingsarbeit gegründet

Mo, 01/29/2018 - 16:00

Mitte Januar gründete sich auf Initiative von Harald Rückert, dem Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, ein bundesweites Netzwerk zur Unterstützung der Arbeit mit Flüchtlingen in EmK-Gemeinden. Vertreter aller drei Jährlichen Konferenzen trafen sich, um die Herausforderungen dieses relativ jungen kirchlichen Arbeitszweigs zu erkennen, zu strukturieren und sich gegenseitig zu unterstützen.

Weltweite »methodistische Familie«

Viele EmK-Gemeinden in Deutschland kamen in den letzten Jahren mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt. Darunter sind zahlreiche Geflüchtete, die vor Ort in Gemeinden Anschluss gefunden haben. Manche dieser Menschen kamen zum christlichen Glauben und haben sich taufen lassen. Andere sind Freunde der Gemeinde, unabhängig von Nationalität, Religion oder ethnischer Herkunft. Die EmK in Deutschland lebt damit das Selbstverständnis methodistischen Glaubens und Kirchenverständnisses. Sowohl die Gemeinden als auch die aus anderen Ländern hinzukommenden Menschen erleben damit die Bedeutung der weltweiten »methodistischen Familie«.

Kompetenz und Erfahrung zum Nutzen aller

Die Herausforderungen für die Mitarbeiter vor Ort sind groß. »Wie gehen wir mit konkreten Bitten für Kirchenasyl um?«, war eine der am häufigsten gestellten Fragen während des Treffens. Aus Gemeinden mit Praxiserfahrungen durch gewährtes Kirchenasyl gab es dazu weitergehende Hilfestellung. Eine andere Frage ist, wie die Integration neuer methodistischer Kirchenglieder mit Migrationshintergrund gelingt. Das gilt besonders, wenn diese Personen bei möglichen Ortswechseln am neuen Ort Kontakt zu einer neuen Gemeinde finden müssen, um dort integriert und weiter begleitet zu werden. Die beiden Pastoren Hans Martin Hoyer aus Göppingen und Walther Seiler aus Albstadt berichteten von guten Erfahrungen mit der Vernetzung in ihrer Region. Im jetzt gestarteten Netzwerk finden sich mit Susanne Nießner-Brose, EmK-Pastorin in Bremen, und den beiden Laienmitarbeiterinnen Claudia Kittsteiner aus Berlin sowie Birgit Riedel aus Zwickau weitere Personen, die ihre Praxiserfahrung in der Flüchtlingsarbeit einbringen.

Internetseite mit umfangreichen Informationen

Wilfried Röcker, der Leiter des EmK-Bildungswerks in Stuttgart, wird die bereits bestehende Internetseite ausbauen und als Plattform der Netzwerkarbeit zur Verfügung stellen. Dort finden alle EmK-Gemeinden künftig wertvolle Informationen zum gesamten Themenbereich Flüchtlingsarbeit. Themen wie Asylverfahren, Glaubenskurse, Mehrsprachigkeit, aber auch Informationen über Kirchenasyl und Taufunterricht sowie Härtefalldossiers werden dort zur Unterstützung der Arbeit in den einzelnen Gemeinden aufbereitet zur Verfügung gestellt.

Foto: EmK Albstadt

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.emk-fluechtlingsarbeit.de

Füße auf weitem Raum

Sa, 01/27/2018 - 06:42

Das Glaubens- und Begegnungsfest für Methodisten aus ganz Europa findet vom 9. bis 13. Mai 2018 auf dem Dünenhof in Cuxhaven statt. Inzwischen liegen dafür schon über 700 Anmeldungen vor. Die Teilnehmer, darunter auch rund 180 Kinder und Jugendliche, kommen aus 18 Ländern Europas, aus Asien, Afrika und den USA. Christhard Elle, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Bremerhaven und Hauptorganisator des Festivals, ist ganz begeistert von der Resonanz.

Träumen von Gottes neuer Welt

»Passend zum weiten Horizont der Nordsee wollen wir uns während des Festivals hinauswagen in die Weite, die Gott uns geschenkt hat«, erzählt Elle. Die begeisternde Weite der Natur am Wattenmeer sei einzigartig. Dieses Schöpfungserlebnis biete viele Anknüpfungspunkte für Glaubensimpulse und geistliche Erfahrungen. Die Teilnehmerschaft aus europäischen Ländern und sogar aus Afrika, Asien und den USA biete auch viele Anknüpfungspunkte für Begegnungen. »Gerade in Zeiten des Brexits, des Rückzugs ins Persönliche und der Abgrenzung gegenüber Fremden sind solche Begegnungen sehr wichtig«, betont der Bremerhavener Pastor die internationale Zusammensetzung. »Wir wollen träumen, wie Gottes neue Welt aussehen könnte«, schiebt er noch nach und vermittelt dabei etwas von seiner Vision. Elle ist sich sicher: Wer einmal über den Tellerrand hinausgeschaut und mit Menschen aus anderen Ländern über biblische Themen diskutiert habe, der lebe aufmerksamer und gehe auch in seiner Umgebung mit Menschen aus anderen Ländern anders um.

Hohe »Bischofsdichte«

Musikalisch wird mit Poetry-Slammer Marco Michalzik aus Darmstadt, dem Chor »Schmetterlinge« aus der Ostdeutschen Konferenz, »Lautstark«, dem Soulchor »Glademakers«, sowie den Liedermachern Joachim Georg, Barry Sloan und Simon Bellett einiges geboten. Auch die Referentenliste liest sich wie ein methodistisches »Who is who«: Zugesagt haben Bischof Christian Alsted aus Dänemark, der Schweizer EmK-Pastor Mark Nussbaumer, Kimberly Reisman aus den USA und Pastor Dennis Mohn von den Nazarenern aus den Niederlanden. Weitere mitwirkende Bischöfe sind Jose Sifredo aus Portugal, John K. Yambasu aus Sierra Leone, Eduard Khegay aus Russland sowie der für die EmK in Deutschland zuständige Bischof Harald Rückert und seine Vorgängerin Rosemarie Wenner.

Noch sei genug Platz, heißt es vom Organisationsteam. »Für 900 bis 1.000 sind wir gut gerüstet«, lässt Elle ausrichten. »Eine paar Tage Urlaub, internationale Begegnungen und geistliche Impulse in einer der schönsten Urlaubslandschaften sind unser Angebot«, schwärmt der erfahrene Festivalorganisator.

Foto: privat

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
www.staunen.net
Anmeldung (deutsch) www.staunen.net/anmeldung-downloads-d/
Anmeldung (englisch) www.staunen.net/registration-downloads-english/
Staunen!2018 auf Facebook www.facebook.com/staunen2018/

Umweltschutz als praktisch gelebter Glaube

Fr, 01/26/2018 - 10:45

Nach acht Jahren beendet Hans Martin Renno im Sommer dieses Jahres seinen Dienst als Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung. Im Rahmen einer Sitzung des Begleitgremiums wurde die Arbeit ausgewertet und Überlegungen für die Weiterführung der Stelle beraten.

Zu Anfang seiner Dienstzeit erarbeitete Renno die »Leitlinien für ökofairen Einkauf und Konsum«, die im Jahr 2011 von allen Jährlichen Konferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland beschlossen wurden. Den EmK-Gemeinden in Deutschland wurden diese Leitlinien zur Umsetzung empfohlen. In vielen Vorträgen und Kontakten mit Gemeinden und Werken brachte der in Mühlacker unweit von Stuttgart aufgewachsene Pastor gesellschaftspolitische und schöpfungstheologische Anliegen zur Sprache. Dass unter seiner Herausgeberschaft im vergangenen Jahr noch das erneuerte und stark erweiterte EmK-Friedenswort »Frieden gestalten: gewaltfrei, gerecht und schöpfungsgemäß. Impulse zum Reden und Handeln« zusammen mit einer Arbeitshilfe veröffentlicht werden konnte, ist für ihn eine schöne Abrundung seiner Tätigkeit. In seiner Arbeit habe er erkannt, dass es nicht ausreiche, »Sachen aufzuschreiben und in die Gemeinden zu schicken«. Es gehe darum, zu überzeugen und Menschen dafür zu gewinnen ihren Glauben praktisch umzusetzen und sichtbar machen. »Ich habe den Eindruck, dass da in den letzten Jahren etwas gewachsen ist«, resümiert Renno dankbar. Er sei hoffnungsvoll, dass das auch in der neuen Stellenbesetzung weitergehen werde.

Bischof Harald Rückert dankte Renno für dessen Einsatz und die vielen Impulse. Damit habe er Gemeinden sowohl grundlegend-biblisch als auch mit konkreten Hinweisen das Anliegen der Schöpfungsverantwortung nahegebracht. »Du warst das Gesicht für dieses Anliegen in unserer Kirche«, betonte Rückert. Barbara Riek, die Leiterin der Inlandsförderung von Brot für die Welt, ermutigte dazu, die Stelle weiterzuführen, um damit das Anliegen in den Gemeinden noch fester zu verankern. Angesichts der Tatsache, dass viele Kommunen bereits Nachhaltigkeitskonzepte hätten, wäre es fatal, wenn die Kirche sich von säkularen Einrichtungen überholen ließe. »Wir müssen uns klarmachen: Man schaut auf uns als Gemeinden und Kirche«, ist Riek überzeugt.

Im Rahmen der Sitzung wurde eine Urkunde überreicht, mit der das Umweltmanagement der EmK-Kirchenkanzlei in Frankfurt am Main dokumentiert wird. In einer intensiven Begleitphase durch Stefan Weiland von der Kontaktstelle für Umweltmanagement der EmK in Süddeutschland und unter Mitwirkung von Hans Martin Renno war die Kirchenkanzlei erstmalig im Jahr 2014 für ein vorbildliches Umweltmanagement mit dem »Grünen Gockel« ausgezeichnet worden. Die alle drei Jahre stattfindende Überprüfung der Einhaltung und Weiterentwicklung von Umweltstandards wurde im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen und mit dem Überreichen der Urkunde sichtbar gemacht. Die Zertifizierung war noch für die vorherigen Räumlichkeiten der Kirchenkanzlei erfolgt. »Die Urkunde ist uns Ansporn, diese Zertifizierung in drei Jahren auch für die Arbeit in unseren neuen Räumlichkeiten zu erzielen«, versprach Rückert im Rahmen der Übergabe.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Schöpfungsleitlinien und Umweltbericht der EmK-Kirchenkanzlei 
Leitlinien für ökofairen Einkauf und Konsum
Friedenswort der EmK 2017
GFS-Homepage
Kirchliches Umweltmanagement

Zur Information

Grüner Gockel
Der »Grüne Gockel« ist ein Instrument für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, um stetig und dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Die teilnehmenden Gemeinden und Einrichtungen leisten einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Betriebskosten, zur C02-Reduktion, zum Klimaschutz und damit zur Bewahrung der Schöpfung. Der »Grüne Gockel« ist eine bundesweite ökumenische Initiative und wurde im Jahr 2001 gezielt für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen entwickelt. Die Zertifizierung richtet sich nach den Vorgaben des europäischen Öko-Audits EMAS. Deshalb werden die Einrichtungen beziehungsweise Gemeinden durch externe Umweltgutachter begleitet.
Seit 2003 haben sich die teilnehmenden Kirchen, Gemeinden und Einrichtungen im ökumenischen Netzwerk »Kirchliches Umweltmanagement« (KirUm) zusammengeschlossen. Das Netzwerk sichert einen einheitlichen Standard und entwickelt den »Grünen Gockel« stetig weiter.
Mit den Maßnahmen lassen sich der Stromverbrauch um bis zu zehn Prozent, der Wasserverbrauch um ein Viertel und der Wärmeenergieverbrauch sogar um fast ein Drittel senken. Möglich ist das durch energetische bauliche Maßnahmen sowie gezielte Schulungen.

Erstickte Reformhoffnungen

Do, 01/25/2018 - 15:00

Die Menschen in der DDR nahmen die 68er-Bewegung über die bundesdeutschen Medien wahr. Doch wirkten die Proteste der Studenten und die Straßenkämpfe eher befremdend und destruktiv. Denn sie richteten sich gegen das politische System der Bundesrepublik, das ihnen weit besser erschien als das eigene. Ihr Blick richtete sich noch stärker nach Prag. Dort hatte am 5. Januar Alexander Dubček, der Führer der kommunistischen Partei in der ČSSR, einen »Sozialismus unter menschlichem Antlitz« verkündet. Im benachbarten sozialistischen »Bruderland« schien möglich zu werden, was viele DDR-Bürger ersehnten: mehr Meinungsfreiheit und individuelle Lebensgestaltung, weniger uneffektive Planwirtschaft und ideologische Vereinnahmung. 

Ohnmacht in der DDR

Die Entwicklung im eigenen Land hatte solche Dinge seit dem gescheiterten Volksaufstand von 1953 und dem Mauerbau 1961 immer ferner gerückt. Am 6. April 1968 ließ die DDR-Führung in einem inszenierten »Volksentscheid« über eine neue Verfassung abstimmen. Diese zementierte die führende Rolle der SED und verbreitete in ihrem undemokratischen Geist ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem Regime. Nur wenige wagten offene Kritik; die Presse meldete 94,5 Prozent Zustimmung. Wut und Empörung rief die Sprengung der Leipziger Universitätskirche am 30. Mai hervor – sie zeigte, wie radikal der atheistische Staat mit der christlichen Tradition brechen wollte. Den Gesinnungsterror bekam auch die junge Generation zu spüren. Wer für die Rolling Stones schwärmte, langes Haar und ausgewaschene Jeans trug, musste »Disziplinierungsmaßnahmen« fürchten. 

Mit Panzern gegen Reformen

Diese geistige Enge ließ die Sympathie für die tschechischen Reformer umso größer werden. Nicht nur mangels anderer Reisemöglichkeiten, sondern aus Begeisterung verbrachten unzählige DDR-Bürger ihren Sommerurlaub 1968 in der ČSSR. Wer sich freilich Ende August dort aufhielt, erlebte hautnah, wie die Truppen des Warschauer Pakts den »Prager Frühling« gewaltsam niederwalzten. Gespenstische Szenen blieben in Erinnerung: Sowjetische Panzer rückten an, die tschechische Bevölkerung mied über Nacht jeden Kontakt zu Deutschen. Wer nicht genug Benzin im Tank hatte, musste fürchten, nicht mehr bis zur Grenze zu kommen. Besonders bitter: Die DDR-Regierung zählte zu den entschlossensten Gegnern Dubčeks. Den Bewohnern des grenznahen Erzgebirges und des Vogtlands blieb die militärische Belagerung des Nachbarn nicht verborgen. Verordnete Unterschriftenaktionen in den Betrieben »zur Sicherung der sozialistischen Entwicklung in der ČSSR« erwiesen den Zynismus des Regimes.

Die brutal erstickten Reformhoffnungen lähmten und traumatisierten. Hinzu kam eine völlig verzerrte Berichterstattung in den Staatsmedien. Jahrzehntelang war es unmöglich, über die Erinnerungen an 1968 offen zu sprechen. Viele Menschen resignierten und zogen sich ins Private zurück. Die Kirchen begannen, noch intensiver und beharrlicher die gesellschaftliche Situation theologisch zu reflektieren und ihren Platz im sozialistischen Staat zu suchen. Erste Ansätze der Bürgerrechtsbewegungen wurden sichtbar. Auch wenn die Freiheitshoffnung im August 1968 für weitere zwei Jahrzehnte unterdrückt wurde, sie ließ sich nicht beseitigen. Letztlich sie hat sich 1989 Bahn gebrochen.

Entnommen aus »Unterwegs« 2/2018
Foto: Prager Frühling: Wikimedia Commons / gemeinfrei

Der Autor
Michael Wetzel ist promovierter Historiker und leitet die Studiengemeinschaft für Geschichte der EmK. Er lebt und arbeitet als Laienprediger mit einer pastoralen Dienstzuweisung im EmK-Bezirk Lößnitz im Erzgebirge. Kontakt: michael.wetzel(at)emk.de.

Vision einer weltumspannenden Solidarität

Mi, 01/24/2018 - 17:00

Die Vision der Kirchen für die Ökumene könne nur die sichtbare Einheit der Kirchen sein. Das bekräftigte der römisch-katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Beim zentralen Gottesdienst anlässlich der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen am 21. Januar in der Augsburger Kirche St. Anna wies der ACK-Vorsitzende außerdem auf die Chance hin, durch die gemeinsame Ausrichtung der Kirchen auf Christus aus den konfessionell verengten Blickwinkeln zu einer gemeinsamen Vision aufzubrechen wie es 2017 beim Gedenkjahr zur Reformation gelungen sei.

Die Bibel ist Hoffnung in den Händen der Entrechteten

Das diesjährige Motto der Gebetswoche »Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke« verband die Situation der Christen in der Karibik mit dem Auszug des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Die Texte für die Gebetswoche hat eine ökumenische Gruppe der Kirchen auf den Bahamas erarbeitet. Auf die Texte von der Befreiungsgeschichte des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten bezogen, sagte Wiesemann: »In den Händen der Entrechteten hat sich die Bibel in eine Quelle tröstender Zuversicht und kraftvoller Hoffnung verwandelt.« Das bezeuge auch die einheimische Bevölkerung in der Karibik, die unter der Sklaverei von Kolonialmächten gelitten habe.

Gott befreit noch heute von Ketten der Versklavung

Im Augsburger Gottesdienst wurde an Beispielen deutlich, wie das gemeinsame Gebet für die Einheit von Ketten der Versklavung befreien kann. Dafür sei das gemeinsame Zeugnis der Kirchen gefordert. Vertreter der ACK Bayern und der ACK Augsburg benannten im Gottesdienst konkrete Beispiele, wo sich die Kirchen ökumenisch gegen unterschiedliche Formen der Sklaverei engagieren sollten, die es heute mehr denn je gebe. Dazu gehöre auch die bewusste Wahrnehmung, dass mindestens 80% der in Deutschland als Prostituierte arbeitenden Frauen ihren Körper gezwungenermaßen verkauften. Deshalb wurde in Verbindung mit dem ökumenischen Gottesdienst auch an die Regierung appelliert, käuflichen Sex zu verbieten, wie es von der EU gefordert wird. Außerdem wurde die Ausbeutung von Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen benannt. Es brauche die »Vision einer weltumspannenden Solidarität«, die den großen Krisen der Menschheit, dem Klimawandel, dem Terror, der Korruption und der himmelschreienden Ungerechtigkeit wehren könne, mahnte Bischof Wiesemann.

Gemäß dem Evangelium handeln als gemeinsamer Auftrag

Harald Rückert, der als Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche bei der Feier in Augsburg mitwirkte, äußerte sich dankbar über das von der Gebetswoche für die Einheit der Christen ausgehende Signal. Das Evangelium sei eine befreiende Botschaft, für einzelne Menschen, aber gleichzeitig auch für ganze Völker. Das zu verkündigen und danach zu handeln sei der gemeinsame Auftrag aller Kirchen.

Foto: Iris Hahn, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de. Iris Hahn ist selbstständige Grafikerin und stellvertretende Redakteurin des EmK-Magazins »Unterwegs«. Kontakt: iris.hahn(at)emk.de.

Spannung, Scheu und Hoffnung

So, 01/21/2018 - 07:30

Anfang Dezember trafen sich in der hessischen Stadt Braunfels die vier europäischen Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und die rund 50 Superintendentinnen und Superintendenten. Harald Rückert, der Aufsicht führende Bischof für die EmK in Deutschland, erzählt von seinen Eindrücken:

Es war eine »bunte« Gruppe von Menschen, die zu unserem alljährlichen, europaweiten Treffen zusammenkam: aus Skandinavien und dem Baltikum, aus Südosteuropa und Russland, aus Kirgisien und Algerien, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einen ganzen Tag lang hörten und bedachten wir Beispiele von Gemeinden, die sich für ihr Umfeld geöffnet und mutig Neues gewagt haben. Obwohl unsere Kirche in Europa zahlenmäßig zu den »kleinen Kirchen« zählt, ist sie an vielen Stellen lebendig und für ihre Umgebung bedeutsam. Welch ein Motivationsschub! Beeindruckend waren auch verschiedene Projekte, in denen um unseres Auftrags willen Einheit in großer Verschiedenheit gelebt wird; beispielsweise die Friedenskonferenz zwischen russischen und ukrainischen Methodisten, deren Verhältnis durch die politische Feindschaft ihrer Länder ebenfalls stark belastet war; oder die Zusammenarbeit einer etablierten Gemeinde mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Wir können voneinander enorm viel lernen.

Einheit ist stärker als das Trennende

In die Begegnungen eingebettet war auch unser »heißes Eisen«: Wie gehen wir als Kirche mit den Fragen rund um das Thema Homosexualität um? Weil wir Methodisten in Europa mit unseren Meinungen genauso weit auseinanderliegen wie unsere Kirche weltweit, war ich mit bangem Herzen nach Braunfels gefahren. Die gegensätzlichen Überzeugungen und Einsichten erscheinen so fest und unverrückbar, so grundlegend und tiefgreifend. Werden sie uns auseinanderreißen? Werden wir trotz dieser Unterschiede beieinanderbleiben können? Spannung lag in der Luft. Scheu, aufeinander zuzugehen, war spürbar. — Noch immer bin ich bewegt davon, wie sich im Lauf dieser Tage die Atmosphäre gleichsam stündlich veränderte. Am Ende stand die Überzeugung: Wir gehören zusammen. Wir können einander helfen, Menschen in die Nachfolge Jesu Christi einzuladen, um so unsere zerrissene Welt zu verändern. Unsere Einheit in Christus ist stärker als das, was uns trennt.

Hoffnung und Mut

Nach wie vor sind wir beim Thema Homosexualität – wie auch in anderen Fragen – nicht einer Meinung. Aber das ist auch gar nicht nötig, um eins in Christus zu sein. Längst nicht alles haben wir ausdiskutiert. Es werden noch viele Gespräche folgen. Wie weit werden uns die Eindrücke dieser Tagung tragen? Das ist noch nicht endgültig ausgemacht, aber erste gewisse Schritte sind getan. Wir hörten in der festen Absicht zu, einander ein wenig besser verstehen zu wollen. Dabei haben wir auch unsere völlig verschiedenen politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Kontexte wahrgenommen. Vor allem aber haben wir uns immer wieder in Gottes Gegenwart gestellt, die Bibel studiert, gesungen und gebetet. Wir haben Gottesdienste gefeiert, uns zum Tisch unseres Herrn einladen lassen und einander neu als Schwestern und Brüder erlebt. Die Einheit in Jesus Christus ist stärker als das, was uns trennen möchte. Mir gibt das Hoffnung und Mut.

Der Autor
Harald Rückert ist seit Mai 2018 Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Der Dienstsitz ist in Frankfurt am Main. Kontakt: bischofsbuero(at)emk.de.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, © EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Entnommen aus: »Unterwegs« 2/2018

Liberias neuer Präsident ist Methodist

Sa, 01/20/2018 - 09:00

Der Ende vergangenen Jahres am 26. Dezember in einer Stichwahl zum Präsidenten Liberias gewählte George Weah ist Methodist. Der 51-jährige Senator war gegen den noch amtierenden Vizepräsidenten Joseph Boakai angetreten und hatte klar gewonnen. Anfang kommender Woche, am 22. Januar, soll er die Amtsgeschäfte von Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf übernehmen, die nach zwei sechsjährigen Amtszeiten nicht mehr antrat. Dazu richtete sie eine Kommission ein, zu der Mitglieder der bisherigen und der künftigen Regierung gehören. Die Übergangskommission tagte am 31. Dezember zum ersten Mal. Somit zeichnet sich die erste geordnet ablaufende Amtsübergabe an der Staatsspitze dieses westafrikanischen Landes seit Jahrzehnten ab. Vor der Amtszeit Johnson Sirleafs litt das Land an einem langen Bürgerkrieg. Von 2013 bis 2015 wütete eine Ebola-Epidemie in Liberia.

Früherer Fußballstar

George Weah wuchs in einem Elendsviertel der Hauptstadt Monrovia auf. In Europa spielte er Fußball bei Paris St. Germain, AC Mailand und anderen bedeutenden Clubs. Danach ging er in die Politik. Er gehört zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und arbeitete bisher in der Georgia-Pattern-Gemeinde in Monrovia mit, wie der leitende Pastor der Gemeinde, Tehpamubo Sayeh, erzählt. Als Senator sei Weah nicht regelmäßig im Gottesdienst gewesen. Aber Weah halte engen Kontakt zu ihm und zu anderen Leuten der Gemeinde, erklärt Sayeh der im US-amerikanischen Nashville beheimateten EmK-Nachrichtenagentur UMNS. »Wann immer er in einer anderen Gemeinde den Gottesdienst besucht, ruft er mich an, nur um mir mitzuteilen, dass er den Gottesdienst nicht schwänzt«, berichtet der Pastor. Außerdem habe George Weah oft den Begrüßungsdienst übernommen, erläutert der ehemalige Leiter der Männergruppe der Gemeinde, Johnson Jooju Kumeh. Die Wahl Weahs habe in der Gemeinde Aufregung ausgelöst. »Wir beteten während des Wahlkampfs und am Wahltag für ihn und wir beten für ihn, dass er als Führungsperson dieses Landes erfolgreich sein möge«, erzählt Kumeh.

Fünf Glieder der EmK kandidierten

Samuel Quire, Bischof der EmK in Liberia, beobachtete, dass viele junge Leute nach der Wahl nicht gerade versöhnlich wirkten. Das betreffe besonders die Wähler Weahs. Er bat den gewählten Präsidenten, auf die jungen Menschen einzuwirken, sich friedlich zu verhalten. »Als Kirche müssen wir für dieses Land und seine Führungsspitze beten, weil ihr Scheitern das Scheitern des Landes sein wird«, warnte er.

Von den 20 Kandidaten des ersten Durchgangs der Präsidentschaftswahl im Oktober 2017 gehörten neben George Weah vier weitere zur EmK: Charles Brumskine, Alexander Cummings, J. Mills Jones und Isaac Wiles. In Liberia hat die EmK ungefähr 150.000 Kirchenglieder, was etwas mehr als drei Prozent der Bevölkerung entspricht. Den Methodismus gibt es in Liberia seit 1820.

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: Reinhold.Parrinello(at)emk.de.

Foto: Evangelisch-methodistische Kirche in St. Gallen, Wikimedia Commons

Gegen Sklaverei und für die Würde des Menschen

Fr, 01/19/2018 - 09:30

Der zentrale Gottesdienst der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen findet für Deutschland am kommenden Sonntag, den 21. Januar, in Augsburg statt. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gestaltet die Feier. Im Gottesdienst mitwirken werden der Vorsitzende der ACK, der römisch-katholische Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der römisch-katholische Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sowie der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Harald Rückert.

Befreiungsgeschichten erinnern und mahnen

Die Gebetswoche steht unter dem Motto »Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke« (2. Buch Mose 15,6) und wurde von einer ökumenischen Gruppe der Kirchen auf den Bahamas erarbeitet. Mit dem Thema und der Geschichte vom Auszug Israels aus Ägypten zeichnen die karibischen Christen ihre Situation in die Befreiungsgeschichte des Volkes Israel ein. »Im Lesen der Befreiungsgeschichten in der Bibel erfuhren die versklavten und unterdrückten Menschen dieser Region Gottes befreiende Macht«, heißt es im Begleitmaterial der ACK zum Gottesdienst. Der Gottesdienst in Augsburg solle deutlich machen, wo »noch mehr ökumenisches Engagement der Christen gegen die unterschiedlichen Formen der Sklaverei und für die Würde des Menschen erwartet wird«.

Von Gott Kraft und Weisheit erbitten

Bischof Rückert äußert sich dankbar über die schon seit über hundert Jahren stattfindende Gebetswoche für die Einheit der Christen. »Das diesjährige Thema in der Anlehnung an die Befreiungsgeschichte des Volkes Israels ist in unserer gegenwärtigen Weltsituation aktueller denn je«, erklärt er mit Blick auf die Themenschwerpunkte »Befreiung und Freiheit«. Das Evangelium sei eine befreiende Botschaft, sowohl für einzelne Menschen, aber gleichzeitig auch für ganze Völker. Das zu verkündigen sei der gemeinsame Auftrag aller Kirchen. »Diesen Auftrag können wir nur wahrnehmen, wenn wir uns gemeinsam im Gebet auf Gott ausrichten und von ihm Kraft und Weisheit erbitten, um für diese Befreiungsbotschaft einzutreten.«

Symbolträchtiger Ort des Gottesdienstes

Der Gottesdienst findet in der für die Ökumene bedeutsamen St.-Anna-Kirche statt. Dort wurde im Jahr 1999 die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen dem Vatikan und dem Lutherischen Weltbund unterzeichnet, der sich inzwischen auch die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, der Weltrat methodistischer Kirchen und die Anglikanische Weltgemeinschaft angeschlossen haben. Dies wird als Meilenstein in der Geschichte der Ökumene betrachtet. Zudem ist Augsburg als Stadt des Religionsfriedensschlusses zwischen Katholiken und Protestanten im Deutschen Reich im Jahr 1555 bekannt.

Gebetet wird Ende Januar oder vor Pfingsten

Die seit mehr als 100 Jahren durchgeführte Gebetswoche wird weltweit jedes Jahr vom 18.-25. Januar oder zwischen Himmelfahrt und Pfingsten begangen. Jeweils ein Land erarbeitet die Texte, die dann von allen Kirchen genutzt werden, um für Einheit und Versöhnung der Christen zu beten.

Grafik: © ACK – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Information der ACK zur Gebetswoche
Materialien für Gottesdienst und Gebetswoche

Zur Information
Der zentrale Gottesdienst zur weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen findet für Deutschland am 21. Januar 2018 um 15 Uhr in der Kirche St. Anna in Augsburg statt.

Bischof Harald Rückert besucht am Vormittag die Augsburger EmK-Gemeinde und predigt dort im Gottesdienst. (Lauterlech 49, 86152 Augsburg, Gottesdienstbeginn 9:30 Uhr)

Fernsehserie zum christlichen Glaubensbekenntnis

Do, 01/18/2018 - 10:40

Der in Hamburg ansässige Fernsehsender Bibel-TV strahlt ab dem heutigen Donnerstag, 18. Januar, sieben Sendungen über das Glaubensbekenntnis aus. Darin äußern sich neben Prominenten aus Kultur und Wissenschaft auch weniger bekannte Menschen, die jeweils über eine besondere persönliche Glaubenserfahrung sprechen. Anlass für die Sendereihe ist die im März stattfindende »Pro-Christ-Live«-Themenwoche.

In der Sendereihe mit dem Titel »Unglaublich? – Begegnungen zum Glaubensbekenntnis« äußern sich die Autorin und Theologin Elke Werner aus Marburg und der Pfarrer und Journalist Steffen Kern aus Walddorfhäslach bei Reutlingen. Die beiden bilden auch das Verkündigungsteam der »Pro-Christ-Live«-Themenwoche. Gesprächspartner sind die Sängerinnen Patricia Kelly und Bianca App von der Volksmusikgruppe »Die Schäfer« und der Sänger Jens Sembdner von »Die Prinzen«. Auch der Tübinger Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein und der Astrophysiker Heino Falcke aus Frechen bei Köln kommen zu Wort. Falcke spricht unter anderem darüber, warum Gott nicht bewiesen werden müsse. Zu den Gästen gehört auch das Ehepaar Sandra und Reinhard Schlitter aus dem niederrheinischen Grefrath, dessen Sohn Mirko vor sieben Jahren als Zehnjähriger entführt und ermordet wurde.

Die in den 25-minütigen Sendungen thematisierten Aussagen des Glaubensbekenntnisses stehen später im Mittelpunkt der »Pro Christ-Live«-Themenwoche im März. Die Serie ist eine durch Spenden finanzierte Produktion der in Kassel ansässigen Evangelisationsbewegung »Pro Christ«. Die Organisatoren regen an, die Sendungen mit Freunden, Nachbarn oder Kollegen anzuschauen, um mit ihnen über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. Zu sehen sind die Beiträge ab dem 18. Januar wöchentlich auf Bibel-TV.

Foto: © Pro Christ e.V.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.prochrist-live.de/tv-serie

Zur Information
Sendetermine: 18.1., 25.1., 1.2., 8.2., 15.2., 22.2. und 1.3., jeweils um 21.45 Uhr auf Bibel-TV. Wiederholungen werden am Folgesamstag um 24 Uhr und am Folgedienstag um 23.30 Uhr gezeigt. Nach der Ausstrahlung sind die Beiträge auch in der Mediathek von Bibel-TV abrufbar (www.prochrist-live.de/mediathek). 

Die »Pro-Christ-Live«-Themenwoche findet vom 11. bis 17. März statt und wird von Leipzig aus an zahlreiche Orte in Europa übertragen. Bisher haben sich rund 250 örtliche Veranstalter im deutschsprachigen Raum angemeldet.

www.prochrist-live.de/unglaublich

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