Webandacht

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Grafik: GEP

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2020

Alle Jahre wieder

suchen Maria und Joseph verzweifelt und vergeblich nach einer Unterkunft in Bethlehem, dem „Haus des Brotes“. Auch wenn dieses Jahr die Krippenspiel-Szene vielerorts ausfallen muss, bleibt doch das Leid der Geflüchteten, die an den Grenzen Europas gestrandet sind und notdürftig in Zeltlagern ausharren.

Eine breite gesellschaftliche Diskussion eröffnete im Dezember 2011 ein als Obdachlose verkleidetes Reporterpaar der „Zeit“ mit ihrem Dossier über Erfahrungen im „Ghetto des Geldes“ Kronberg/Ts. - nicht einmal Kirchenvertreter wussten den Weg zur nächsten Tafel oder Unterkunft zu weisen. Nach diesem „Abend der harten Herzen“ machten sie sich ein Jahr später erneut auf - diesmal in den Berliner Stadtteil Neukölln. Dort unter Angehörigen der Unterschicht erlebten sie warmherzige Solidarität und Hilfsbereitschaft.

„Was ihr dem Geringsten tut ...“
(Mt 25, 31 ff.) - diese Aussage Jesu illustriert Sokey Edorh im misereor-Hungertuch von 2011, das seit Jahren in unserer Kirche hängt. Es geht um die „Werke der Barmherzigkeit“, die auch Jesaja benennt: Hungernde speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Gefangene und Kranke besuchen, Fremde aufnehmen, Kinder unterrichten und spielen lassen.

Hungertuch 2011

„... das habt ihr mir getan.“ Es gehört untrennbar zur Botschaft von der Menschwerdung Gottes, was der Prolog des Johannesevangeliums feststellt: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“

Foto: United Methodist News Service, umnews.org

Drastischer als eine methodistische Gemeinde in Kalifornien im vergangenen Jahr kann man das kaum illustrieren: Auf ihrem Kirchenvorplatz stellten sie die Krippe, Maria und Joseph in voneinander getrennte Käfige, gesichert mit Stacheldraht - ein stummer Protest gegen die Politik der Ausgrenzung und Kriminalisierung Geflüchteter.

Die alte Frage „Wer ist denn mein Nächster?“ beantwortet Jesaja mit einer Aufforderung: „... entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“

Das rückt sofort die nächsten Menschen, die eigene Familie in den Blick - und das ist auch gut und wichtig. Doch bei Jesaja schwingt noch mehr mit: Es geht nicht nur um Blutsverwandte, sondern um die Verwandtschaft aller Menschen als Geschöpfe Gottes (Hiob 31, 13 ff.), deren Bedürftigkeit uns betrifft.

Die Adventszeit ist ursprünglich eine Fastenzeit, eine Zeit der Buße und Umkehr zu Gott. Das betrifft unser Handeln vor Ort, aber auch weltweit. Deshalb rufen alle kirchlichen Hilfswerke in diesen Tagen besonders zur Unterstützung auf - ob „Brot für die Welt“, „misereor“ oder die Weltmission unserer Kirche.

Und diese Hilfe ist mehr als der „Tropfen auf dem heißen Stein“. Jesaja beschreibt sie als Zeichen der Morgenröte, als Fleisch, das über die Wunden der Ungerechtigkeit wächst. „... dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre ... und du wirst sein wie ein bewässerter Garten ...“
(Jes 58, 10 ff.)

Ihr/Euer Bertram Minor
Foto: Andreas Breuninger

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